Eier


Eier

Eier, die Fruchtkeime in den Thieren weiblichen Geschlechtes, welche von Nahrungsstoffen umschlossen sind und zur Fortpflanzung der Gattung dienen. Die Eier der Vögel bestehen aus Dotter, Eiweiß, dem Hahnentritt, mehreren eiweißstoffhaltigen Häutchen und der Eierschale. Die Eier werden als Nahrungsmittel vorzugsweise von Hühnern benutzt, einige asiatische Völkerschaften genießen sie faul als große Leckerbissen. Da die Hühner im Winter nur wenig Eier legen, so gebraucht man die Sorgfalt, sie für diese Jahreszeit aufzubewahren; dieß geschieht am besten, indem man sie aufrecht, mit dem spitzen Ende nach unten und ohne daß sie sich berühren, in Kleie, Sand, Hafer, Kohlenstaub u. dergl. legt und vor dem Froste bewahrt. Sie sind ein sehr nahrhaftes und gesundes Nahrungsmittel, nur hart gesotten, und in großer Menge genossen, stören sie die Verdauung. In der Küche sind sie fast unentbehrlich und man verwendet sie zu einer Menge von Speisen und Getränken; sie werden gebacken, gedämpft, gerührt, weich und hart gesotten, in die Suppe geschlagen, zu Eierkuchen mit Mehl und Butter verwandelt etc. Man hat Eiercrèmes, Eiertorten, Eierauflauf, Eierkäse, Eierpunsch, Eiermilch etc. An vielen Orten, namentlich bei den Katholiken und griechischen Christen, ist es gebräuchlich, einander in der Osterwoche mit hart gesottenen, bunt gefärbten, oft zierlich bemahlten und mit Inschriften versehenen Eiern, Ostereiern, zu beschenken. – Nebst den Vögeln pflanzen sich auch Amphibien, Fische, Insekten und Würmer durch Eier fort, die von verschiedener Beschaffenheit sind. Die größten Vogeleier legt der Strauß, die kleinsten, kaum erbsengroß, der Colibri. Die Eier der Krokodile werden von Uferbewohnern des Nils gesammelt und als Delikatesse genossen. – Im Oriente besitzt man die Geschicklichkeit, die Hühnereier künstlich in eigens dazu eingerichteten Brutöfen in Masse auszubrüten. Man hat auch in Europa Versuche damit angestellt; doch sind diese nur theilweise gelungen und ein vortheilhaftes, allgemein ersprießliches Resultat ist nicht erzielt worden. – Die ägyptischen Brutöfen (Mamats), deren es dort 386 gibt, sind von Ziegelsteinen erbaut und 9 Fuß hoch. In der Mitte befindet sich ein Gang, zu dessen beiden Seiten eine doppelte Reihe gleich großer, 3 Fuß hoher, 12 Fuß langer Gemächer. Gine runde Oeffnung von 1½ Fuß Durchmesser führt hinein, und in jedem liegen 4 bis 5000 Eier. Ein Ofen kann nach der Anzahl seiner Gemächer 40–80, (00 Eier ausbrüten. Sie werden zu diesem Behufe nicht auf den Boden, sondern auf eine Decke oder eine Schicht Flachs gelegt. In jedem der obern Gemächer ist eine Feuerstelle, welche dem untern die Hitze durch ein rundes Loch mittheilt. Man brennt, um ein gleichmäßiges Feuer zu erhalten, mit Stroh vermischten, in Kuchen geformten und gedörrten Kameel- oder Kuhmist. Die Eingänge zu den Gemächern dienen als Essen zum Ausgange des Rauchs. Das Feuer wird nur früh und Abends oder auch täglich viermal angezündet: hat sich der Rauch verzogen, so werden die Oeffnungen sorgfältig mit Werg verstopft, hat man das Feuer 8 bis 12 Tage gebraucht, so hört man damit auf, weil der Ofen nun so warm geworden, als zur Ausbrütung nöthig ist, welche in der Regel in 21 Tagen erfolgt. Da in jedem Ofen jährlich 6–8 Mal gebrütet wird, so beläuft sich die Zahl der jährlich in Aegypten künstlich ausgebrüteten Hühnchen auf 180 Millionen. Der Ausbrüter garantirt aber nur der 2/3;Eier, die ihm übergeben werden, so daß er von 45,000 Eiern nur 30,000 Hühner abzuliefern braucht. Erhalt er mehr als zwei Drittel, so sind die Uebrigen sein Eigenthum. Außerdem erhält er noch eine angemessene Bezahlung.

B.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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