PlayStation 2

PlayStation 2
PlayStation 2
Playstation2-Logo.svg
Senkrecht aufgestellte PlayStation 2
Hersteller Sony
Typ Stationäre Spielkonsole
Generation 6. Konsolen-Generation
Flag of Japan.svg Veröffentlichung 4. März 2000
Flag of the United States.svg Veröffentlichung 26. Oktober 2000
Flag of Europe.svg Veröffentlichung 24. November 2000
Hauptprozessor Emotion Engine
Grafikprozessor 147 MHz "Graphics Synthesizer"
Speichermedien DVDs, CDs, HDD in Japan
Controller kabelgebundener Controller oder Wireless-Controller
Verkaufte Einheiten ca. 150 Millionen [1]
Erfolgreichstes Spiel Grand Theft Auto: San Andreas (Verkauft: 18,14 Millionen)
Vorgänger PlayStation
Nachfolger PlayStation 3

Die PlayStation 2 (PS2) ist eine stationäre Spielkonsole von Sony.

Die PS2 steht als Konsole der sechsten Generation in Konkurrenz zum Gamecube von Nintendo, zur Xbox von Microsoft und zur Dreamcast von Sega.

Inhaltsverzeichnis

Technik

Die CPU der PS2, die Emotion Engine (EE), ist ein auf 294,912 MHz getakteter Prozessor (spätere Versionen 299 MHz), der auf einer erweiterten MIPS-Architektur basiert. Die größte Besonderheit dieser CPU sind die beiden völlig frei programmierbaren integrierten Vektorprozessoren. Sie sind zum Beispiel dazu gedacht, solche Berechnungen durchzuführen, die in aktuellen Grafikchips die Vertex-Shader übernehmen. Die entsprechende Funktionalität fehlt dem Grafikprozessor, Graphics Synthesizer (GS) genannt, er ist ein reiner Rasterizer. Unter anderem durch den Einsatz eines 4 MByte großen integrierten Speichers bringt der Graphics Synthesizer eine hohe Rohleistung auf. Dieser Speicher ist direkt auf dem Die des GS untergebracht und mit einem 2048 Bit breiten Bus an diesen angebunden. Die fehlende Unterstützung von Multi-Texturing verwehrt der PlayStation 2 die Möglichkeit, komplexere Textureffekte darzustellen, bzw. senkt die Leistung, falls Spielszenen mehrmals gezeichnet werden müssen, um mehrere Texturen übereinanderzulegen. Daraus resultiert, dass nur sehr wenige Spiele trilineares Filtering einsetzen und viele, besonders frühe Titel, sogar in einer niedrigeren Auflösung laufen.

Zusätzlich zum integrierten Videospeicher dienen der PS2 32 MByte RAM (Direct Rambus) als Arbeitsspeicher. Zum Lesen der PS2-Spiele ist ein CD/DVD-Kombilaufwerk mit 24x/4x-Geschwindigkeit eingebaut, mit dem man auch DVD-Filme und Audio-CDs abspielen kann. Außerdem unterstützt die PS2 Dolby-Digital-5.1- und DTS-Soundkodierung.

Erfolg

Die PS2 erschien am 24. November 2000 in Europa. Bis Ende 2006 wurden laut Sony 117,89 Millionen Exemplare produziert, davon 47,68 Millionen für Nordamerika, 44,79 Millionen für Europa sowie 25,42 Millionen für Asien.[2] Anfang 2011 lagen die Verkaufszahlen weltweit bereits bei über 150 Millionen Konsolen.

Spiele, von denen über 400.000 Exemplare verkauft worden waren, wurden als Neuauflage in gesondert markierten Verpackungen unter dem Slogan „Platinum: The Best of PlayStation 2“ vertrieben.

Versionen

„Slim“-Version der PlayStation 2

Die Spiele für die PlayStation 1 sind bis auf wenige Ausnahmen aufwärtskompatibel zur PlayStation 2. Zwei Optionen stehen zur Verfügung, um das Spielerlebnis mit den PS1-Spielen auf der PlayStation 2 zu verbessern: Die Ladezeiten können verkürzt werden und die bilineare Filterung der Texturen kann aktiviert werden. Beides ist nur optional implementiert, da es bei manchen Spielen zu Fehlern führen kann. Ebenfalls kompatibel sind die Steuergeräte, wohingegen die PS1-Speicherkarten zwar grundsätzlich kompatibel sind, jedoch nur für die Spielstandspeicherung von PS1-Spielen verwendet werden können und müssen.

Im Oktober 2001 kündigte Sony die European Automobile Color Collection an. Dabei handelte es sich um eine PlayStation 2 in fünf verschiedenen Farben (rot, gelb, blau, weiß und silber), die in einer Gesamtstückzahl von nur 2.000 Stück pro Farbe produziert wurden. Von diesen 2.000 Stück gelangten nur 666 Stück in den europäischen Handel. Modelle dieser Color Collection wurden für 25.000 Yen (194 Euro) verkauft, also 2.200 Yen (17 Euro) teurer als die herkömmliche PlayStation 2.[3]

Als Erweiterungen sind ein Netzwerkadapter und eine DVD-Fernbedienung mit Infrarot-Empfänger, der einen Controllerstecker belegt, erhältlich. 2003 erschien EyeToy, eine USB-Kamera. Mit entsprechend modifizierten Treibern lässt sie sich auch an einen PC anschließen.

Anfang 2004 erschien die neue SCPH-50004-Baureihe. Dieses Modell besitzt einen eingebauten Infrarotempfänger für die optional erhältliche Fernbedienung und einen neuen leiseren Lüfter, jedoch ist der FireWire-Anschluss weggefallen. Ab dieser Baureihe ist die PlayStation 2 auch in der Gehäusefarbe Satin Silver erhältlich.

Die PlayStation 2 verfügt auf der Rückseite über einen Schacht für eine Festplatte, die über den separat erhältlichen Netzwerkadapter verbunden wird. Das offizielle Festplatten-Kit von Sony wurde nur von wenigen Spielen unterstützt, jedoch wurde es mit Erscheinen der inoffiziell hergestellten Software „HDLoader / HDadvance“ möglich, seine PS2-Spiele auf eine normale PC-IDE-Festplatte zu sichern, die man in die Konsole einbauen muss, und so Spiele auch direkt ohne die DVD/CD abzuspielen. Allerdings sind aufgrund der Bauformen mancher Hersteller nicht alle Festplatten dafür geeignet. Bis jetzt kann man 500-GB-Festplatten intern nutzen. Die offizielle PS2-Festplatte ist in Europa nie erschienen und war nur in Japan und USA erhältlich. Sie bringt einen ähnlichen Nutzen wie eine Memory Card.

zwei Versionen der PlayStation 2 mit einer EyeToy-Kamera

Am 21. September 2004 wurde eine neue PlayStation 2 mit der Modellbezeichnung SCPH-70004 vorgestellt (als Slim-Version bezeichnet). Sie ist über 70 % kleiner als die alte PlayStation 2, hat einen Toplader anstelle eines Frontladers und zudem den für die älteren PlayStation-2-Modelle separat erhältlichen Netzwerkadapter fest eingebaut. Mit dem serienmäßigen Netzwerkadapter ist jedoch die Unterstützung für IDE-Festplatten und der Festplattenschacht weggefallen, daher haben die Entwickler von „HDLoader“ bzw. „HDAdvance“ das Programm „USBeXtreme“ herausgebracht. Damit wird das Sichern und Laden von Spielen auf externe Festplatten über den USB-Port möglich. Aufgrund des alten USB 1.1-Standards, gibt es keinen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber einer originalen CD/DVD mehr wie noch beim Laden von Spielen von einer eingebauten Festplatte. Zur Reduzierung der Wärmeentwicklung trägt zusätzlich das neue externe Netzteil bei, das jedoch häufige Probleme aufwies und in einer europaweiten Rückrufaktion ausgetauscht wurde.

In der SCPH-75004 sind EE und GS in einem einzelnem Chip zusammengefasst und wegen der optimierten Chipfertigung bleibt der Vorteil der geringeren Wärmeentwicklung erhalten. Einige Spiele sind jedoch nicht mit dieser Version kompatibel.

Eine weitere Version der PlayStation 2 trägt die Bezeichnung SCPH-77004. Sie gilt als fehlerfrei und beste Version der Slim-Baureihe. EE und GS wurden wie früher wieder getrennt verbaut, um die Probleme der SCPH-75004 zu vermeiden.

Obwohl Sony sich auch die Rechte für die Bezeichnung PStwo sicherte, wurde dieser Name nie offiziell als Gerätebezeichnung verwendet. Dennoch wird das Gerät im Volksmund oft so genannt. Die aktuellen Verpackungen tragen nämlich in den Ecken ein Dreieck mit der Aufschrift „two“. Der Nachfolger, die PlayStation 3, erschien am 23. März 2007. Sie gilt neben der Xbox 360 (Microsoft) und der Wii (Nintendo) als eine der Next-Generation-Konsolen.

Auf dem japanischen Markt erschien zusätzlich noch eine weiße PSX, welche die Möglichkeit bietet, Fernsehsendungen aufzeichnen, diese auf der integrierten Festplatte zu speichern sowie auf DVD oder CD zu brennen. Allerdings schaffte sie es nie auf den europäischen Markt, da die Verkaufszahlen sehr gering waren.

In Japan erschien am 22. November 2007 ein weiteres PS2-Modell (SCPH-90000). Diese Version ist an die Slim-Version angelehnt, doch ist das Netzteil im Gerät integriert. Das Gerät ist in drei Farben (schwarz, weiß, silber) erhältlich. Mittlerweile ist die Modellreihe SCPH-90000 in der letzten Version SCPH-90004 auch in Deutschland (in schwarz und satinsilber) erhältlich.

Neben den normalen und der European Automobile Color Collection-Version sind noch weitere Sonderausgaben der Konsole erschienen.

Linux

Linux-Kit

Sony veröffentlichte eine Version des Betriebssystems GNU/Linux für die PS2 bis Modell SCPH-50004, im Set mit Tastatur, Maus, Netzwerk-Adapter, VGA-Kabel und Festplatte. Zurzeit ist laut Aussage von Sonys Online-Shop das Linux-Kit[4] in Nordamerika nicht länger verkäuflich. Jedoch ist mit dem Stand von Juni 2007 die Europäische Version noch verfügbar. Allerdings beschränkt sich der Lieferumfang jetzt auf die zwei DVDs und das VGA-Kabel, während die Festplatte nach wie vor erforderlich ist, was dieses Linux immer noch nur für die ältere, „dicke“ PS2 nutzbar macht.[5] Da der proprietäre Boot-Loader sich jedoch auf einer region-kodierten DVD befindet, läuft die europäische Version nicht auf amerikanischen Geräten. Eine alternative Linux-Distribution ist das BlackRhino[6] GNU/Linux, das zur Installation bisher das Sony-Linux erfordert hat. Mittlerweile gibt es einen freien Bootloader,[7] der beispielsweise über einen Memory-Card-Exploit gestartet werden kann.

Entwicklung

In Europa und Australien kommt die PlayStation 2 zusammen mit einem YaBasic-Interpreter auf der beigefügten Demo-CD. Das ermöglicht es dem Endanwender, einfache Programme für die PlayStation 2 zu schreiben. Es war Teil eines missglückten Versuches, im Vereinigten Königreich eine Steuer dadurch zu umgehen, dass das Gerät als „Computer“ deklariert wurde, weil es mit einer bestimmten Software ausgeliefert wurde.

PS2 Debugging Station DTL-H30001 E
PS2 Debugging Station DTL-H30001 E

Für Profientwickler wurde eine Reihe von optimierten Komponenten veröffentlicht, die es zur Zeit offiziell nur in Japan zu kaufen gibt. Die DTL T10000, auch als PS2 TOOL bekannt, ist eine auf Linux basierende PlayStation 2 für Entwickler. Sie kann in drei verschiedenen Modi arbeiten und dient somit als reine Workstation, bietet einen Entwickler-Modus mit optionalem DVD-ROM-Emulator, wobei ein DVD-Image von einer Festplatte geladen wird und die Zugriffszeiten eines echten Laufwerks simuliert werden oder kann als reguläre PlayStation 2 verwendet werden.

Die DTL H-Reihe („Debugging Stations“) der PS2-Entwicklerkonsolen ist äußerlich einer normalen PS2 ähnlich, ist jedoch für das Debugging und das Testen von auf CD-R/DVD-R Medien gebrannten Beta-Test und Vorschauversionen optimiert. Im Gegensatz zu einer unmodifizierten handelsüblichen PS2-Konsole ermöglichen die Entwicklerversionen das Abspielen von Playstation (1)-Spielen auf CD-R-Medien und das Abspielen von PS2-Spielen auf CD-R/DVD-R-Medien mit gesetztem Master-Flag ohne Überprüfung der CD/DVD-Kopierschutzmarkierung, die sich normalerweise auf Originalpressungen befindet, aber von CD/DVD-Brennern nicht erzeugt werden kann. Aufgrund dieser Fähigkeit wurden solche Konsolen manchmal auch an Spieletester und die Presse verteilt, damit diese Bildschirmfotos und Testberichte von noch nicht veröffentlichten Spielen erstellen konnten.

Auf manchen dieser Geräte steht statt des PS2-Schriftzugs „TEST“ auf dem Gehäuse, während auf anderen auch eine Kombination von „PS2“ und „TEST“ zu finden ist. Die Versionen mit einem angehängtem „S“ spielen, im Gegensatz zu denen ohne „S“, nur Spiele für die jeweilige Region (PAL, NTSC usw.) ab, außerdem fehlt hier der Schriftzug „TEST“.

Ein anhängtes „E“, „U“ oder „J“ weist auf eine Debugging Station aus einer anderen Region hin, die mit einem passenden Netzteil versehen wurde, wie beispielsweise die abgebildete DTL-H30001 E. Bei ihr handelt es sich um eine NTSC U/C (Nordamerika)-Debugging Station, die für den Einsatz im europäischen Raum mit einem Netzteil versehen wurde, das mit einer Wechselspannung von 230V anstatt mit der in Nordamerika üblichen 110V Wechselspannung arbeitet.

Technische Daten

CPU EmotionEngine
Memory Card
  • CPU: 294,912 MHz erweiterter MIPS R5900 („EmotionEngine“) (erweitert durch 2 Vektoreinheiten)[8]
  • Leistung: 6,2 GFLOPS[8]
  • GPU: 147 MHz („Graphics Synthesizer“)[8]
  • Speicher: 32 MB RDRAM; 4 MB Embedded Video-RAM, 2 MB Sound-RAM[9][8]
  • IOP: 37.5 MHz Custom (32 Bit) MIPS R3000A (die verbesserte CPU der PlayStation, bei PS1-Spielen zur Emulation der PlayStation benutzt)
  • Polygonleistung: 66 M/s (gouraud-schattierte Polygone)[8][9]
  • Texturen pro Renderpass: 1[9]
  • Pixelfüllrate ohne Texturen: 2,4 G/s[8][9]
  • Pixelfüllrate bei 1 Textur: 1,2 G/s[9]
  • Pixelfüllrate bei 2 Texturen: 0,6 G/s[9]
  • Speichermedien: ca. 4×DVD-ROM / ca. 24×CD-ROM, 8 MB Memory Card[8][9], Max Memory 16 MB und 64 MB Memory Card
  • Schnittstellen:
  • 48 Audiokanäle mit 3D-Surround-Sound[8]
  • Ausgabefrequenz: Bis zu 48 KHz (DAT-Qualität)[8]
  • MIDI- und DLS-Unterstützung[9]
  • (theoretische) HDTV-Unterstützung[9]
  • Dolby-Digital-5.1-Sound-Unterstützung
  • DTS-Unterstützung
  • Maximale Auflösung: 1280 × 1024 Pixel[9]
  • Abmessungen (Höhe × Breite × Tiefe):
    • 79 × 303 × 183 mm (erste Baureihen)
    • 28 × 230 × 152 mm (Slim-Version, weniger als 23 % des Volumens der ersten Baureihen)

Zubehör

Als optionales Zubehör (häufig in Verbindung mit einem Spiel, das man nur damit spielen kann) gibt es unter anderem:

Netzwerkadapter
  • EyeToy-USB-Kamera
  • Buzz!-Gameshow-Buzzer
  • SingStar-Mikrofon-Set
  • Guitar Hero-Gitarre, -Schlagzeug und -Mikrofon
  • DVD-Fernbedienung (mit und ohne IR-Empfänger)
  • Vertikal-Ständer
  • Horizontal-Ständer
  • Memory Card
  • USB-Controller
  • Paint-pen
  • Gamepad-4-fach-Adapter (Multi Tap)
  • Funkcontroller
  • HDTV-Player (2006)
  • RGB-VGA-Kabel
  • YUV-AV-Kabel
  • DJ Hero (Turntable)
  • Netzwerkadapter mit Festplattenanschluss

Siehe auch

Weblinks

 Commons: PlayStation 2 – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Quellen

  1. PS3Ego.de
  2. SCEI.co.jp (Stand:2007/03/31): Ausgelieferte Einheiten
  3. ZDNet.nl: „Playstation 2 ondergaat kleurige metamorfose“
  4. http://playstation2-linux.com
  5. Bestellseite für PS2 Linux in Europa
  6. http://blackrhino.xrhino.com/main.php?page=home
  7. http://mitglied.lycos.de/ps2dev/tutorial/howtoinstalllinux.html
  8. a b c d e f g h i j k PlayStation.com: Handbucharchiv
  9. a b c d e f g h i j k l Technische Daten

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