Queen Elisabeth The Queen Mother


Queen Elisabeth The Queen Mother
Elizabeth Bowes-Lyon


Elizabeth, Herzogin von York und spätere Königin von
Großbritannien, gemalt 1925 von Philip Alexius de László
Consort von

George VI.,
König von Großbritannien und Irland
Kinder

Elizabeth II.
Prinzessin Margaret
Königliche Titel



HM Queen Elizabeth The Queen Mother
HM The Queen
The Lady Elizabeth Bowes-Lyon
The Hon Elizabeth Bowes-Lyon
Königliches Haus Windsor
Vater

Mutter
Claude George Bowes-Lyon
14. Earl of Strathmore and Kinghorne

Cecilia Nina Cavendish-Bentinck
Geburt

4. August 1900
in London, Vereinigtes Königreich
Gestorben

30. März 2002
Royal Lodge, Windsor
Beigesetzt

9. April 2002
St George's Chapel, Windsor
Königliche Standarte


Lady Elizabeth Angela Marguerite Bowes-Lyon (* 4. August 1900 in London; † 30. März 2002 in Windsor), war die Frau von König Georg VI., nach dessen Tod Queen Mum genannt, sowie die Mutter von Elizabeth II., der britischen Königin, sowie von deren jüngerer Schwester, Prinzessin Margaret.

Inhaltsverzeichnis

Kindheit und Jugend

Lady Elizabeth war das neunte von zehn Kindern des 14. Earl of Strathmore and Kinghorne, Claude George Bowes-Lyon (1855-1944) und seiner Ehefrau der Lady Cecilia Nina Cavendish-Bentinck (1862-1938), einer Nachfahrin des englischen Königs Heinrich VII. aus dem Haus Tudor. Elizabeth verbrachte zusammen mit ihrem 1902 geborenen Bruder David Bowes-Lyon im Kreise ihrer Familie ihre Kindheit auf Glamis Castle, dem schottischen Stammsitz der Familie Bowes-Lyon.

Eine Gouvernante lehrte Elizabeth Französisch und Deutsch, was sie beides schließlich mit zehn Jahren fließend sprechen konnte. An Elizabeths 14. Geburtstag brach in Großbritannien der Erste Weltkrieg aus. Glamis Castle wurde ein Lazarett für verwundete britische Soldaten. Lady Elizabeth Bowes-Lyon betätigte sich dabei als Hilfskrankenschwester. Auch ihre Familie musste im Ersten Weltkrieg zwei persönliche Verluste hinnehmen: ihr Bruder Fergus Bowes-Lyon fiel 1915, ein anderer Bruder, Michael Bowes-Lyon, wurde gefangengenommen und kehrte später schwer verwundet zur Familie zurück.

Heirat in die königliche Familie

Anfang der zwanziger Jahre lernte Lady Elizabeth Albert, den zweiten Sohn Georgs V. kennen. Am 1. Januar 1923 verlobten sie sich. Die Hochzeit fand am 26. April 1923 in der Westminster Abbey statt. Albert und Elizabeth trugen von nun an den Titel Their Royal Highnesses the Duke and The Duchess of York, der traditionell dem zweiten Sohn eines Monarchen und dessen Frau verliehen wird. Der Herzog und die Herzogin von York hatten zwei Töchter:

1936-1952

Im Januar 1936 starb König Georg V., sein ältester Sohn Edward musste als Edward VIII. den Thron besteigen. Durch eine Indiskretion sickerte durch, dass Edward VIII. eine Affäre mit der zweimal geschiedenen Amerikanerin Wallis Simpson hatte. Da er beabsichtigte, Mrs. Simpson zu heiraten, und dies eine Staatskrise heraufbeschwor, war Edward nach nur elf Monaten Amtszeit gezwungen abzudanken und mit Wallis Simpson nach Paris ins Exil zu gehen. Am 12. Mai 1937 wurde Albert anstelle seines älteren Bruders Edward VIII. als König Georg VI. gekrönt. König Georg VI. war ein sehr scheuer und introvertierter Monarch, der zudem seit seiner Jugend unter einem Sprachfehler litt.

Er konnte aber, auch dank seiner Ehefrau, die Monarchie aus einer schweren Krise („Abdication Crisis“, zu deutsch: Abdankungskrise) führen. 1940, nachdem Großbritannien in den Zweiten Weltkrieg eingetreten war, riet man der britischen Königsfamilie dazu, ins sichere Exil nach Kanada zu gehen, was die Queen Elizabeth mit den Worten "The princesses cannot go without me, I cannot go without the King and the King will never go!" - Die Prinzessinnen können nicht ohne mich gehen, ich kann nicht ohne den König gehen und der König geht niemals - ablehnte.

Königin Elizabeth und König George VI. während eines Besuchs in Kanada 1939

Von nun an blieben König Georg VI. und Queen Elizabeth in London und sprachen der notleidenden Bevölkerung Mut zu. Stets ließ sich das Königspaar die neuesten Informationen über Bombardements geben und besichtigte die Zerstörungen der deutschen Luftwaffe.

Als der Buckingham-Palast beim Bombardement Londons getroffen wurde, sprach die Königin am darauffolgenden Tag zu einem Soldaten die legendären Worte: "I am almost glad we have been bombed. Now I feel I can look the East End in the face." - Ich bin beinahe froh, dass wir bombardiert worden sind. Nun habe ich das Gefühl, dem East End ins Gesicht sehen zu können. Das East End war am schwersten von den Bombardements der Luftwaffe betroffen. Am 8. Mai 1945, dem Tag des Kriegsendes in Europa - in England "Victory in Europe-Day", kurz "VE-Day" genannt - ließ sich das Königspaar mit seinen beiden Töchtern und dem damaligen Premierminister Sir Winston Churchill (1874-1965) auf dem Balkon des Buckingham-Palastes vom Volk frenetisch feiern.

Königinmutter

Am 6. Februar 1952 starb König Georg VI. im Alter von 56 Jahren nach einem Krebsleiden. Seine älteste Tochter, die zum Zeitpunkt des Todes ihres Vaters mit ihrem Ehemann in Kenia weilte, kehrte zurück und bestieg als Queen Elizabeth II. den britischen Thron. Hunderte von Trauernden standen Spalier, als am 15. Februar der verstorbene König zur letzten Ruhe geleitet wurde. Die Königswitwe Elizabeth zog sich für fast ein Jahr aus der Öffentlichkeit zurück. Vorher ließ sie mitteilen, dass sie zukünftig "Her Majesty Queen Elizabeth The Queen Mother" (Ihre Majestät Königin Elizabeth, die Königinmutter) genannt zu werden wünsche. 1954 besuchte die Königinmutter die USA und Kanada, um Geld für eine Stiftung ihres verstorbenen Ehemanns zu sammeln. Vor der Fahrt sagte Elizabeth: "Wer will denn schon von einer königlichen Witwe mittleren Alters etwas wissen?" Jedoch blieb Queen Mum bis zu ihrem Tod das beliebteste Mitglied der Königsfamilie. Ab 1978 trug sie den Ehrentitel des Lord Warden of the Cinque Ports. 1995 und 1997 erhielt die Königinmutter zwei künstliche Hüftgelenke, nachdem sie über Schmerzen in der Hüfte geklagt hatte. Bis ins hohe Alter unternahm Queen Mum noch zahlreiche öffentliche Auftritte, die mit fortschreitendem Alter zwar immer seltener wurden, aber für eine Frau ihres hohen Alters immer noch erstaunlich zahlreich waren.

König George VI., Eleanor Roosevelt und Queen Elizabeth, London 1942

Mit 90 Jahren absolvierte die Königinmutter insgesamt 160 öffentliche Auftritte im Jahr und selbst in ihrem letzten Lebensjahr hatte sie 51 öffentliche Auftritte wahrgenommen. Am 4. August 2000 feierte Queen Mum ihren 100. Geburtstag, der mit einer großen Parade durch die Innenstadt von London zelebriert wurde. Vor ihr hatte in der fast tausendjährigen Geschichte der englischen Monarchie noch nie ein Mitglied der Königsfamilie dieses Alter erreicht. Durch eine schwere Infektion der Bronchien geschwächt, nahm die Königinmutter zuletzt an der Beerdigung ihrer Tochter Prinzessin Margaret, Countess of Snowdon im Februar 2002 teil. Am 30. März 2002 starb Queen Mum im Alter von 101 Jahren auf Schloss Windsor. Sie wurde in der Westminster Hall, der großen Halle des Parlamentsgebäudes, aufgebahrt. Mehrere 100.000 Menschen nahmen dort Abschied von Queen Mum. Die offizielle Trauerfeier fand am 9. April in der Westminster Abbey statt. Mehrere Millionen Menschen flankierten den anschließenden Trauerzug von Westminster zu der St.-Georgs-Kapelle auf Schloss Windsor, wo sie an der Seite ihres Ehemanns beigesetzt wurde.

Nachkommen

Nachkommen Elisabeth Bowes-Lyon
Kinder

Königin Elisabeth II. (*1926)
∞ 1947
Philip Mountbatten (*1921)


Margaret Windsor (1930–2002)
∞ 1960-1978
Antony Armstrong-Jones (*1930)

Enkel


Charles (*1948)
(1)∞ 1981-1996
Diana Spencer (1961-1997)
(2)∞ 2005
Camilla Shand (*1947)


Anne (*1950)
(1)∞ 1973-1992
Mark Phillips (*1948)
(2)∞ 1992
Timothy Laurence (*1955)


Andrew (*1960)
∞ 1986-1996
Sarah Ferguson (*1959)


Edward (*1964)
∞ 1999
Sophie Rhys-Jones (*1965)

David Armstrong-Jones (*1961)
∞ 1993
Serena Stanhope (1970)

Sarah Armstrong-Jones (*1964)
∞ 1994
Daniel Chatto (*1957)

Urenkel

(aus 1) William (*1982)

(aus 1) Harry(1984)

(aus 1) Peter Phillips (1977)
∞ 2008
Autumn Kelly (*1978)

(aus 1) Zara Phillips (*1981)

Beatrice (*1988)

Eugenie (*1990)

Louise (*2003)

James (*2007)

Charles Armstrong-Jones (*1999)

Margarita Armstong-Jones (*2002)

Samuel Chatto (*1996)

Arthur Chatto (*1999)

Orden und Ehrenzeichen

Jahr Staat Orden/Ehrenzeichen [1] Klasse
1923 Vereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Royal Family Order of King George V
1923 Jugoslawien Jugoslawien St.-Sava-Orden Großkreuz
1926 Vereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Most Venerable Order of the Hospital of St. John Dame Grand Cross
1927 Vereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich The Most Excellent Order of the British Empire Dame Grand Cross
1928 Afghanistan Afghanistan Order of Lernor Ala Großkreuz
1931 Vereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich The Imperial Order of the Crown of India
1936 Vereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich The Most Noble Order of the Garter
1936 Vereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Royal Red Cross
1937 Vereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Royal Victorian Order Grand Master and Dame Grand Cross
1937 Vereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Royal Family Order of King George VI Mitglied
1937 Vereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich The Most Ancient and Most Noble Order of the Thistle
1937 Vereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Royal Victorian Chain
1938 Frankreich Frankreich Légion d'honneur Großkreuz
1938 Frankreich Frankreich Red Cross Medal Erster Klasse
1938 Rumänien Rumänien Order of the Crown of Romania Großkreuz
1938 Griechenland Griechenland Order of St Olga and St Sophia Großkreuz
1942 Norwegen Norwegen Military Cross
1946 Nepal Nepal Most Glorious Order of Ojaswi Rajanya
1950 Niederlande Niederlande Orden vom Niederländischen Löwen Großkreuz
1952 Vereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Royal Family Order of Queen Elizabeth II Mitglied
1960 Peru Peru Orden El Sol del Perú Großkreuz
1961 Tunesien Tunesien Orden der Unabhängigkeit Großkreuz
1990 Neuseeland Neuseeland Order of New Zealand
2000 Kanada Kanada Order of Canada

Einzelnachweise

  1. the official web site of the British Monarchy - Memorial Site (engl.)

Literatur

  • Her Majesty Queen Elizabeth the Queen Mother: the life that spanned a century, 1900 - 2002 / text by Margaret Laing. Ed. James Bishop. - London [u.a.]: Sidgwick & Jackson, 2002. - ISBN 0-283-07369-1
  • Königliche Romanzen. - Dt. Ausg. - Hamburg: Marshall Cavendish Internat. Teil:6., George VI. & Elizabeth Bowes-Lyon, 1991
  • Vickers, Hugo: Elizabeth the Queen Mother. - London: Hutchinson, 2005. ISBN 0-09-180010-2

Siehe auch

Weblinks


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