Rosemary's Baby


Rosemary's Baby
Filmdaten
Deutscher Titel: Rosemaries Baby
Originaltitel: Rosemary's Baby
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 1968
Länge: 131 Minuten
Originalsprache: englisch
Altersfreigabe: FSK 16
Stab
Regie: Roman Polański
Drehbuch: Roman Polański, Vorlage Ira Levin
Produktion: Robert Evans, William Castle, Dona Holloway
Musik: Christopher Komeda (Krzysztof Komeda)
Kamera: William A. Fraker
Schnitt: Sam O'Steen, Bob Wyman
Besetzung
  • Mia Farrow als Rosemary Woodhouse,
  • John Cassavetes als Guy Woodhouse,
  • Ruth Gordon als Minnie Castevet,
  • Sidney Blackmer als Roman Castevet,
  • Maurice Evans als Edward 'Hutch' Hutchins,
  • Ralph Bellamy als Dr. Abraham Sapirstein
  • Victoria Vetri als Terry Gionoffrio
  • Patsy Kelly als Laura-Louise McBirney
  • Elisha Cook als Mr. Nicklas
  • Emmaline Henry als Elise Dunstan
  • Charles Grodin als Dr. C.C. Hill
  • Hanna Landy als Grace Cardiff
  • Phil Leeds als Dr. Shand
  • D'Urville Martin als Diego
  • Hope Summers als Mrs. Gilmore
  • Marianne Gordon als Joan Jellico, Rosemaries Freundin
  • Wende Wagner als Tiger, Rosemaries Freundin

u.v.a.

Rosemaries Baby ist ein Horrorfilm des polnischen Regisseurs Roman Polański aus dem Jahr 1968. Die Romanvorlage stammt vom amerikanischen Bestseller-Autoren Ira Levin.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Der Großteil des Filmes spielt im Dakota Building in New York

Das junge Ehepaar Rosemarie und Guy Woodhouse zieht in eine Mietwohnung. Das alte Nachbar-Ehepaar Minnie und Roman Castevet begrüßt die beiden im Mietshaus (dem Dakota-Building in New York, das im Film Bramford-Haus genannt wird). Rosemarie hat schon bald nach dem Einzug Schwierigkeiten mit den aufdringlichen Nachbarn, die ihr seltsam und unheimlich vorkommen. Guy dagegen kann nichts Auffälliges an Minnie und Roman feststellen. Auch der Selbstmord der jungen Nachbarin Terry, einer fröhlichen ursprünglichen Obdachlosen, die die Castevets bei sich aufgenommen hatten, und die Rosemarie im Waschkeller kennen gelernt hat, ist ein Mysterium.

Guy ist ein erfolgloser Schauspieler, der sich gerade um eine bedeutende Rolle in einem Film beworben hat. Und tatsächlich bekommt er am nächsten Tag die Rolle, weil merkwürdigerweise ein anderer Schauspieler, der ursprünglich für die Rolle vorgesehen war, über Nacht erblindet ist.

Als Rosemarie eines Tages nach einem Dessert, das Minnie zubereitet hat, bewusstlos wird, träumt sie, wie der Teufel sie vor den Augen von Guy, Minnie und Roman vergewaltigt. Nachdem sie wieder aufgewacht ist, gesteht ihr Guy, dass er Sex mit ihr hatte, während sie bewusstlos war. Beide hatten ausgerechnet, dass sie an diesem Tag ihren Eisprung haben würde und er meint, er habe "die Nacht nicht verpassen" wollen. Wenige Wochen später stellt Rosemarie fest, dass sie schwanger ist, worüber sie sich zunächst sehr freut. Sie leidet aber zu Beginn ihrer Schwangerschaft unter unerklärlichen Unterleibsschmerzen und einer plötzlich erwachenden Vorliebe für rohe Hühnerleber und blutige Steaks, die sie einerseits gierig verschlingt und andererseits abstoßend und ekelerregend findet. Außerdem bereitet ihr Minnie jeden Tag einen Kräutertrank zu, den sie statt Vitamintabletten zu sich nimmt.

Im Lauf der Zeit wächst in ihr der Verdacht, dass Minnie und Roman einen Pakt mit dem Teufel geschlossen haben und auch Guy in ihren Bann ziehen konnten. Hutch, ein langjähriger Freund des Paares, der Misstrauen geschöpft hatte und Rosemarie kurzfristig hatte treffen wollen, wird plötzlich von einem mysteriösen Koma befallen und stirbt später. Er hinterlässt ihr ein Buch über Hexerei. Rosemarie glaubt nun, die Satanisten hätten ihr ungeborenes Kind dem Teufel verschrieben. Sie beschließt, Guy zu verlassen und ihr Baby zu retten. Ihre Flucht misslingt jedoch.

Nachdem sie erkannt hat, dass auch der berühmte Gynäkologe, den Minnie ihr aufgedrängt hatte, zu den Teufelsanbetern gehört, sucht sie Hilfe bei ihrem scheinbar verständnisvollen und aufgeschlossenen ursprünglichen Arzt. Doch auch dieser glaubt ihr nicht. Er informiert seinen Kollegen, der Rosemarie gemeinsam mit Guy in der Praxis abholt. Scheinbar ohne Widerstand lässt sich Rosemarie von Guy nach Hause bringen. Im Treppenhaus flüchtet sie durch die dunklen Flure des Gebäudes und sperrt sich in ihrer Wohnung ein. Sie weiß nichts von der Verbindungstür zwischen ihrer Wohnung und der ihrer Nachbarn, durch die ihr Ehemann und ihr Arzt die Wohnung betreten und sie mit Hilfe eines Betäubungsmittels ruhig stellen. Während ihrer Ohnmacht wird das Kind geboren.

Als Rosemarie danach ihr Baby sehen will, wird ihr gesagt, es sei bei der Geburt verstorben. Später hört sie jedoch Babygeschrei und folgt ihm in die Wohnung von Minnie und Roman, wo sie auf eine Versammlung von Satanisten trifft, die aus aller Welt gekommen sind, um dem Kind zu huldigen. Jetzt erst erfährt sie, dass ihr Baby, das in einer mit schwarzen Tüchern ausgeschlagenen Wiege liegt, über der ein umgedrehtes Kreuz hängt, vom Teufel gezeugt wurde. Guy hat Rosemary den Satanisten überlassen, damit diese ihm im Gegenzug zu beruflichem Erfolg verhelfen. Das Kind selbst ist im Film nicht zu sehen, wird aber von Rosemarie beschrieben. Roman erklärt, es habe „die Augen seines Vaters“.

Ihr Entsetzen über die wahre Herkunft des Babys ist nicht von langer Dauer. Roman schlägt Rosemarie vor, ihre Mutterrolle wahrzunehmen. Rosemarie blickt liebevoll in die Wiege, und ihre Muttergefühle für den Sohn des Teufels erwachen.

Hintergrund

Mia Farrow gelang mit diesem Film der Durchbruch als Schauspielerin. Die Meinung der Kritiker und des Publikums war und ist gespalten. Der Horrorfilm stieß vor allem in amerikanischen Kirchenkreisen auf massive Kritik und wurde vom National Catholic Office for Motion Pictures (NCOMP) wegen „Perversion fundamentaler christlicher Glaubensvorstellungen“ und „Verhöhnung religiöser Persönlichkeiten und Gebräuche“ mit dem Prädikat C für „Condemned“ („Missbilligt“) belegt. Dennoch wurde er zum Kassenmagnet.

Mit Rosemaries Baby gelang dem polnischen Regisseur nach Tanz der Vampire (1967) ein weiterer Klassiker, der als der erste einer Reihe von psychedelischen Horrorfilmen gilt wie Der Exorzist, Das Omen oder Carrie, die ab den späten 1960er und vor allem in den 1970er Jahren große Erfolge feierten. Der Film wurde mit einem Budget von 3,2 Mio. US-Dollar hergestellt und spielte 30 Mio. US-Dollar an der Kinokasse ein. Die Dreharbeiten fanden zwischen dem 21. August und dem 6. Dezember 1968 größtenteils im Dakota Building in New York City, Central Park West statt. Im gleichen Gebäude lebten in den 1970er Jahren Yoko Ono und John Lennon, der vor den Eingangstüren des Hauses 1980 ermordet wurde.

Kritiken

  • Rowohlt-Filmlexikon: „Roman Polanskis raffinierte Filmsatire spielt effektvoll mit traditionellem Aberglauben und Wahnvorstellungen sowie modernen Formen von Hexenjagd, Psychoanalyse und Horrorliteratur. Ein exzellentes Kinovergnügen.“
  • „In einer durchgehend realistischen New Yorker Umgebung gelang es Polanski, seine persönliche Vision von Bedrohung und Unheil anzusiedeln. Der Film ist sehr gelungen als raffinierte und ungewöhnlich vielschichtige Variation des Horrorfilms.“ – Wolfram Tichy, Liz-Anne Bawden, et al.: rororo Filmlexikon. Band 2: Filme K – S (OT: The Oxford Companion to Film). Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1978, ISBN 3-499-16229-6, S. 560
  • „(...) Film des Grauens im Traumwandlerischen und Magischen, der in eine Welt der alltäglichen Halluzination versetzt.“ (Wertung: 3½ Sterne = außergewöhnlich) - Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz in Lexikon „Filme im Fernsehen“ (Erweiterte Neuausgabe). Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 687
  • Newsday: „Ein geniales Meisterwerk der Spannung und des Grauens.“

Wissenswertes

  • Sam O'Steen führte 1976 bei dem SequelLook What's Happened to Rosemary's Baby“ Regie.
  • Das Baby im Film hat den Namen Adrian.
  • Die Stimme von Donald Baumgart wird im Original von Tony Curtis gesprochen, der zufällig das Filmset besuchte und von Polanski spontan gebeten wurde, die Rolle zu übernehmen; die Szene wurde sofort gedreht und Mia Farrow erfuhr erst danach, mit welcher Berühmtheit sie telefoniert hatte. Curtis erhielt für seinen Beitrag allerdings keine Gage und wurde auch nicht im Vor- oder Abspann genannt.
  • Krzysztof Komedas „Lullaby“, das Wiegenlied, das den Vor- und Abspann schaurig untermalt, wird von Mia Farrow selbst gesungen.

Auszeichnungen

Rosemaries Baby war im Jahr 1969 zwei Mal für den Oscar nominiert (Beste Nebendarstellerin, Bestes Drehbuch) und bekam einen für die beste Nebendarstellerin (Ruth Gordon).

Der Film hat außerdem noch folgende Auszeichnungen gewonnen:

DVD-Veröffentlichung

  • Rosemary’s Baby. Paramount Pictures 2001

Soundtrack

  • Krzysztof Komeda: Rosemary's Baby. Original Motion Picture Soundtrack. Auf ders.: Film Music: Rosemary's Baby · The Fearless Vampire Killers. The Complete Recordings of Krzysztof Komeda Vol. 19. Polonia Records, Warsawa (Warschau) 1999, Tonträger-Nr. Polonia CD 160

Literatur

  • Ira Levin: Rosemaries Baby. Roman (Originaltitel: Rosemary's Baby). Deutsch von Herta Balling. 22. Auflage. Heyne, München 1995, 222 S., ISBN 3-453-05317-6

Weblinks


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