Stanley G. Payne

Stanley G. Payne

Stanley George Payne (* 1934 in Denton, Texas) ist ein US-amerikanischer Historiker und Hispanist mit Hauptforschungsgebiet Spanische Geschichte der Neuesten Zeit.

Er promovierte 1960 an der Columbia University und ist emeritierter Professor der University of Wisconsin-Madison. Weiterhin ist er Mitglied der Königlich Spanischen Akademie für Geschichtswissenschaften und der nordamerikanischen Akademie für Wissenschaft und Künste.

Die Gebiete, auf denen er tätig ist und Werke veröffentlicht hat, sind v.a. der Spanische Bürgerkrieg, die Zweite Spanische Republik sowie der Carlismus und Faschismus.

Hatte er zu Beginn seines Schaffens Sympathien für die spanische Republik, weswegen seine Werke zu Lebzeiten von Francisco Franco nicht in Spanien veröffentlicht werden durften, entwickelte er im Laufe der Zeit konservative Positionen und kann heute ganz klar diesem Spektrum zugeordnet werden.

Der spanische Zeithistoriker Santos Juliá (Catedrálico de Historia auf der Universität UNED sowie Träger des Premio Nacional de Historia) warf Payne 2003 vor, sich mit seiner jüngsten Hinwendung zum Autorenkreis um Pío Moa, der von Kritikern als Zentrum des spanischen Geschichtsrevisionismus angesehen wird, [1] selbst diskreditiert zu haben:

"Die neuere Forschung (Anm.: zum Bürgerkrieg) hat ... die Zeiten der Propaganda sehr weit hinter sich gelassen und durch einen erwachsen gewordenen und reifen Diskurs ersetzt, aus dem sich Payne bedauerlicherweise mit solch enttäuschenden Arbeiten wie jener, die er in der Revista de Libros (Anm.: gemeint ist der Verteidigungs-Artikel zum Geschichtsrevisionismus von Pío Moa) publiziert hat, selbst ausgeschlossen hat."[2]

Äußerungen, die Payne 2006 bei einer Historikertagung an der Universität Georgetown getätigt hat und in denen er sich für die Zwangspsychiatrierung von Befürwortern einer republikanischen Staatsform aussprach, da diese laut Payne angesichts der historischen Ereignisse vor 1936 gefährlich seien, erregten mediales Aufsehen in Spanien und hatten eine Parlamentarische Anfrage der Izquierda Unida im Congreso in Madrid zur Folge, da Paynes Befürwortung von Verfolgungsmaßnahmen einen Angriff und eine Diffamierung politisch Andersdenkender darstelle und zudem eine kritische Haltung gegenüber der monarchistischen Staatsform von der spanischen Verfassung als demokratisches Grundrecht auf freie Meinungsäußerung geschützt sei.[3]

Dessen ungeachtet wurde Payne im November 2006 bei einem von ihm mitorganisierten Historikerkongress der konservativen Privatuniversität San Pedro-CEU zum Spanischen Bürgerkrieg für sein Lebenswerk geehrt.[4]

Quellen

  1. Siehe z. Bsp. El Periodico, 22. November 2005.
  2. Replica a Stanley Payne (Revista de Libros, nº 81, pp. 6-8. Online abrufbar auf der Website von Javier Marias: «Mitos y tópicos de la Guerra Civil», Revista de libros, 79-80, julio-agosto de 2003, pp. 3-5
  3. Nr. 184/088399, eingebracht 5. Oktober 2006, schriftlich beantwortet 17. Oktober 2006
  4. elmundo.es

Weblinks


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