Stuttgarter Straßenbahnen AG


Stuttgarter Straßenbahnen AG
Stuttgarter Straßenbahnen AG
SSB-Logo
Basisinformationen
Unternehmenssitz Stuttgart
Webpräsenz www.ssb-ag.de
Bezugsjahr 2007
Eigentümer Stadt Stuttgart
Vorstandsmitglieder Wolfgang Arnold
Reinhold Bauer
Peter Höflinger
Betriebsleitung Klaus-Dieter Lohrmann
Verkehrsverbund VVS
Beschäftigte 2740
Umsatz 236 Mio. Euro
Linien
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Stadtbahn 14
Bus 55
Sonstige Linien 2 (Zahnradbahn, Standseilbahn)
Anzahl Fahrzeuge
Stadtbahn 169 DT 8
Omnibus 274, davon
– 183 Gelenkbusse
– 91 Solobusse
Sonstige Fahrzeuge 3 Zahnradbahnwagen
2 Standseilbahnwagen
Statistik
Fahrgäste 187 Mio. pro Jahr
Fahrleistung 29,4 Mio. km pro Jahr
Haltestellen 822, davon
– 24 unterirdisch
Einzugsgebiet 591 km²
Einwohner im
Einzugsgebiet
0,97 Mio.
Länge Liniennetz
Stadtbahnlinien 213 km
Buslinien 674 km
Sonstige Betriebseinrichtungen
Betriebshöfe 3 Stadtbahnbetriebshöfe
3 Omnibusbetriebshöfe
Sonstige Betriebseinrichtungen 1 Zahnradbahndepot
1 Hauptverwaltung mit Hauptwerkstatt
1 Gleisbauhof
1 Betriebsleitstelle
Länge Gleisanlagen 243 km, davon
– 24,5 unterirdische km
Straßenbahnlinie 15 (inzwischen eingestellt) in der Haußmannstraße
Stadtbahnlinie U1 zwischen Stöckach und Neckartor
Zahnradbahn am Marienplatz
Standseilbahn
Niederflur-Gelenkbus (2007)

Die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) ist die Verkehrsgesellschaft der Landeshauptstadt Stuttgart. Sie ist in den Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) eingebunden. Die SSB betreiben 14 Stadtbahnlinien, zwei davon nur zu bestimmten Veranstaltungen, eine Zahnradbahnlinie, eine Seilbahnlinie und 57 Buslinien. Sitz des Unternehmens ist das SSB-Zentrum im Gewerbegebiet Wallgraben im Stadtbezirk Möhringen.

Inhaltsverzeichnis

Stadtbahn

Hauptartikel: Stadtbahn Stuttgart

Das Stadtbahnnetz umfasst 14 Linien in Normalspur, elf davon sind seit 1983 aus ehemaligen Straßenbahnlinien hervorgegangen. Seit der letzten Lieferung im Juli 2005 befinden sich 164 Stadtbahnzüge des Typs DT 8 im Besitz der SSB.

Zahnradbahn

Hauptartikel: Zahnradbahn Stuttgart

Die Zahnradbahn trägt offiziell die Linienbezeichnung 10, wird aber inzwischen in Plänen der SSB auch mit dem im Volksmund üblichen Begriff Zacke versehen. Die Strecke mit bis zu 17,8 % Steigung führt vom Marienplatz in Stuttgart-Süd hinauf nach Degerloch.

Standseilbahn

Hauptartikel: Standseilbahn Stuttgart

Die Standseilbahn trägt offiziell die Linienbezeichnung 20, wird aber in Plänen der SSB als Seilbahn bezeichnet. Sie bewältigt auf ihrer Stecke vom Südheimer Platz hinauf zum Waldfriedhof eine Steigung von 27 %.

Straßenbahn

Mit der Inbetriebnahme der Stadtbahnlinie U15 am 8. Dezember 2007 endete die Ära der Straßenbahn im regulären Verkehr in Stuttgart. Bis zu diesem Zeitpunkt verkehrte die Linie 15 als letzte meterspurige Straßenbahnlinie.

Auf der Linie 15 kamen zuletzt 35 Gelenktriebwagen des Typs GT4 zum Einsatz. Die Fahrzeuge wurden Anfang 2008 überwiegend nach Rumänien verkauft. Zehn GT4 verbleiben bei den SSB, sieben Stück davon sind als Museumswagen und für Sonderfahrten (Oldtimerlinien 21 und 23) vorgesehen, drei Waggons werden als Ersatzteilspender bereitgehalten.

Oldtimerlinien

Die letzten Straßenbahntriebwagen vom Typ GT 4 (und ein DoT4) im denkmalgeschützten Straßenbahnbetriebshof Bad Cannstatt

Heute fahren in Stuttgart nur noch zwei Oldtimer-Straßenbahnlinien – jeweils am letzten Sonntag eines Monats. Die Oldtimerlinie 23 verkehrt von Bad Cannstatt über das Nordbahnhofviertel zur Ruhbank, folgt also größtenteils dem Verlauf der ehemaligen Linie 15. Die Rundlinie 21 führt von Bad Cannstatt zum Berliner Platz und über den Hauptbahnhof zurück nach Bad Cannstatt.[1]

Bus

Das Busnetz der SSB umfasst neben dem Stuttgarter Stadtgebiet auch mehrere Nachbarstädte sowie die Filderebene. Die nach der Linie 92 (42 km) zweitlängste Linie 75 (38 km) verkehrt von Degerloch bis Walddorfhäslach im Landkreis Reutlingen. Der Fuhrpark besteht aus 274 Omnibussen, 183 davon sind Gelenkbusse. Es befinden sich überwiegend Fahrzeuge von Mercedes-Benz im Fuhrpark, nur 44 Busse stammen von MAN.

Der Einsatz der Omnibusse erfolgt von drei Betriebshöfen aus. Ungefähr die Hälfte der Fahrzeuge ist in Gaisburg stationiert, wo sich auch die Omnibus-Hauptwerkstatt befindet. Dieser Betriebshof besteht seit 1988, im Jahr 1997 wurde er vergrößert und löste den 1931 errichteten Betriebshof Cannstatt ab. Von hier aus werden die 40er-, 50er-, 60er- und 90er-Linien bedient. Zum Betriebshof Gaisburg gehört auch ein Abstellplatz für 13 Omnibusse in Zuffenhausen. Der 1975 eröffnete Betriebshof am SSB-Zentrum in Möhringen ist für die 80er-Linien sowie die meisten Kurse der Linien 41, 43, 44, 70 und 72 zuständig. Im seit 1957 bestehenden Betriebshof Sielmingen sind die Omnibusse für die 70er- und 30er-Linien untergebracht.

Auf den Vorortlinien verkehren außerdem 16 überwiegend private Omnibusunternehmen im Auftrag der SSB: Briem (35, 37, 38), Dannenmann (60), Fischle (35), Kappus (94, 98), Der kleine Stuttgarter (91), Knisel (99), Luz (75), Melchinger (36), OVR (60), Pflieger (82, 84, 92), Regiobus Stuttgart (86, 90), Ruffner (64, 66, 71), Schlienz (36, 67, 71, 73, 74, 76, 77), WEG-KVG (90), Wöhr Tours (98) und Wurster (35, 37, 73, 74, 76, 77).

Als erstes Unternehmen in Deutschland setzen die SSB auf den Linien 72 und 81 seit dem 4. August 2008 vierachsige Gelenkbusse vom Typ Mercedes-Benz CapaCity ein.[2][3]

Linien

Im Jahr 1961 wurden die Innenstadtlinen und 1978 die Vorortlinien mit Nummern versehen – bis dahin wurden die Linien mittels Buchstaben unterschieden. Die Nummerierung der Linien erfolgte dabei nach folgendem Schema: der 40er-Bereich bezeichnet Innenstadtlinien, während die Vorortlinien im Uhrzeigersinn – vom Nordosten mit den 50er-Linien bis zum Nordwesten mit den 90er-Linien – benannt werden. Die zuletzt umbenannten Filderquerlinien bilden eine Ausnahme, für sie griff man auf den ehemals von der Filderbahn verwendeten 30er-Bereich zurück.

Nr. Verlauf
Filderverkehr
35 (LeinfeldenEchterdingenStettenPlattenhardtBonlanden –) BernhausenSielmingen – Neuhausen – Scharnhausen – Ruit
36 EchterdingenBernhausenSielmingenNeuhausen
37 PlattenhardtBernhausenSielmingen
38 Musberg – Oberaichen – Unteraichen – LeinfeldenEchterdingenStetten
Mitte
40 Wagenburgstraße – Hauptbahnhof − Hölderlinplatz − Kräherwald − Vogelsang
41 Berliner Platz − Feuersee − Marienplatz − Lerchenrainschule
42 Schlossplatz – Eugensplatz − Gablenberg – Ostendplatz – Hauptbahnhof – Hegelplatz – Schwabstraße − Schreiberstraße
43 Killesberg – Hegelplatz – Rotebühlplatz – Charlottenplatz – Marienplatz – Feuersee
44 Killesberg – Hauptbahnhof – Charlottenplatz – Feuersee – Schwabstraße – Westbahnhof
45 Buchwald – Gablenberg – Ostendplatz
Nordost
50 Pragsattel – Kräherwald – Westbahnhof (Schülerverkehr)
52 (Stammheim Korntaler Straße −) NeuwirtshausZuffenhausenRotBurgholzhof – Hallschlag – Bad Cannstatt
54 (FreibergMühlhausen –) HofenNeugereut (– Sommerrain)
55 Bad Cannstatt – Hallschlag – Nordbahnhof
56 (Nordbahnhof – Hallschlag –) Münster – Hallschlag – Bad CannstattNeckarpark − Wagenburgstraße
57 BurgholzhofPragsattel
58 (Schmiden –) Obere Ziegelei – Sommerrain
Ost
60 OeffingenSchmidenFellbachLuginslandUntertürkheim
61 RotenbergUntertürkheimObertürkheim
62 UhlbachObertürkheimHedelfingenRohracker
64 Stelle – Frauenkopf
65 (Uhlbach –) ObertürkheimHedelfingenHeumadenSillenbuchRiedenbergBirkach – Plieningen Garbe
66 Sillenbuch Geschwister-Scholl-Gymnasium → Kühwasen → Geschwister-Scholl-Gymnasium
67 (Fellbach Gewerbegebiet –) Bahnhof – Gartenstraße
Süd & Filderverkehr
70 (HoffeldDegerloch –) Ruhbank (– Schönberg) – BirkachPlieningen
71 HoffeldDegerloch (– Schönberg)
72 Möhringen – Fasanenhof (– Schelmenwasen)
73 DegerlochPlieningenScharnhausenNeuhausen
74 (DegerlochBirkachPlieningen –) BernhausenSielmingenWolfschlugenNürtingen
75 (DegerlochPlieningen –) Bernhausen – (Bonlanden –) (Harthausen –) Aich (– SchlaitdorfHäslach – Altenriet – Walddorf)
76 DegerlochBirkachPlieningenBernhausenBonlandenPlattenhardtStetten
77 (Degerloch –) EchterdingenStettenPlattenhardtBonlandenHarthausen
78 DegerlochEchterdingen Messe (nur bei großen Publikumsmessen)
79 Degerloch – Ruhbank (Linientaxi; nur Mo–Fr)
Südwest
80 Vaihingen Bahnhof (Ost) → Handwerkstraße → Vaihingen Bahnhof (Ost) (nur Mo–Fr)
81 Büsnau – Lauchhau − VaihingenRohrDürrlewang
82 Waldeck – Dachswald − UniversitätVaihingen – Rohrer Höhe – Rohr (– MusbergLeinfelden)
84 VaihingenSindelfingen (– BüsnauUniversität)
86 VaihingenMusbergLeinfelden (– SteinenbronnWaldenbuch)
Nordwest
90 (Neuwirtshaus –) KorntalWeilimdorf – Weilimdorf Industriegebiet − HausenGiebel
91 FeuerbachBotnang – Forsthaus I (– UniversitätBüsnauSindelfingen Spitzholz)
92 Hauptbahnhof – Charlottenplatz – WestbahnhofSolitudeRamtelLeonberg (– Eltingen – Büsnau – Universität – Heslach)
94 Leonberg Blosenbergkirche – Bahnhof – EltingenRamtel (– Waldfriedhof)
98 Ditzingen Bahnhof – Gerlingen – Forchenrain
99 Zuffenhausen Bahnhof – PorscheStammheim Korntaler Straße (nur Mo–Sa)

Nachtbus

Die seit 1990 bestehenden Nachtbuslinien verkehren in den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag sowie vor Feiertagen jeweils um 1.11, 2.00, 2.22, 3.10 und 3.33 Uhr ab der zentralen Abfahrtshaltestelle Schlossplatz.

Nr. Verlauf
N1 Schlossplatz → Universität → Büsnau → Vaihingen → Rohr (→ Kaltental → Schlossplatz)
N2 Schlossplatz → Schwabstraße → Botnang → Vogelsang → Kräherwald (→ Killesberg → Pragsattel → Schlossplatz)
N3 Schlossplatz → Feuerbach → Weilimdorf → Giebel → Gerlingen → Giebel → Weilimdorf → Feuerbach (→ Schlossplatz)
N4 Schlossplatz → Bad Cannstatt → Burgholzhof → Zuffenhausen → Stammheim (→ Schlossplatz)
N5 Schlossplatz → Ostheim → Bad Cannstatt → Steinhaldenfeld → Neugereut → Mühlhausen → Freiberg → Rot → Münster (→ Schlossplatz)
N6 Schlossplatz → Wangen → Untertürkheim → Fellbach → Schmiden → Oeffingen → Bad Cannstatt (→ Schlossplatz)
N7 Schlossplatz → Sillenbuch → Heumaden → Hedelfingen → Obertürkheim → Untertürkheim → Wangen (→ Ostheim → Schlossplatz)
N8 Schlossplatz → Degerloch → Birkach → Plieningen → Bernhausen (→ Plieningen → Birkach → Degerloch → Schlossplatz)
N9 Schlossplatz → Degerloch → Möhringen → Oberaichen → Musberg → Leinfelden → Echterdingen (→ Degerloch → Schlossplatz)
N11 Schlossplatz → Heslach → Dachswald → Universität → Vaihingen → Möhringen → Fasanenhof (→ Degerloch → Schlossplatz)

Schienenersatzverkehr

Bis zur Inbetriebnahme der U15 nach Stammheim (voraussichtlich Ende 2011) verkehren zwischen Zuffenhausen und Stammheim Busse.

  • U15E Zuffenhausen Hohensteinstraße – Stammheim

Unternehmensstruktur

Anteilseigner der Stuttgarter Straßenbahnen AG sind die Stuttgarter Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (SVV) mit 90,00 %, die Landeshauptstadt Stuttgart mit 9,99 % und Kleinaktionäre mit 0,01 % der Aktien. Da die Landeshauptstadt Stuttgart die alleinige Gesellschafterin der SVV ist, verfügt sie insgesamt über 99,99 % der Aktien der Stuttgarter Straßenbahnen AG. Bei den Kleinaktionären handelt es sich um die Erben der ehemaligen Filderbahn-Eigentümer.

Zu den Beteiligungen der Stuttgarter Straßenbahnen AG zählen die Touristiktochter SSB Reisen GmbH (100 %), das Verkehrsplanungsunternehmen Switch Transit Consult GmbH (49 %), der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (26 %) und die END Verkehrsgesellschaft (12,5 %).

Geschichte

Dieses Logo der SSB, das 1998 durch das aktuelle Firmenzeichen ersetzt wurde, ist heute noch auf zahlreichen Fahrzeugen und betrieblichen Anlagen zu finden.

Die Geschichte der Stuttgarter Straßenbahnen reicht bis zum 7. April 1868 zurück, als die Stuttgarter Pferde-Eisenbahn-Gesellschaft (SPE) gegründet wurde, die ab dem 29. Juli 1868 eine normalspurige Pferdebahn betrieb. Die Neue Stuttgarter Straßenbahngesellschaft Lipken und Cie. (NSS) richtete 1886 eine weitere, meterspurige Pferdebahn ein. Drei Jahre später, am 27. Februar 1889, fusionierten die SPE und die NSS zur Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB). Als einheitliche Spurweite wählte man die Meterspur – vor allem wegen der Topographie der Stadt. Nach ersten Versuchen 1892 erfolgte 1895 die Elektrifizierung des Streckennetzes.

Im Jahre 1919 wurde die Cannstatter Straßenbahn GmbH von den SSB übernommen. 1920 folgte eine von der Stadt Stuttgart finanzierte Gleisverbindung am Bopser, die das Netz der Filderbahn mit dem der SSB verband. Durch die Umrüstung von fünf Filderbahn- und acht SSB-Triebwagen sowohl mit Schleifbügel- als auch mit Rollenstromabnehmer wurde ein durchgehender Verkehr von Stuttgart nach Degerloch über die Neue Weinsteige ermöglicht. Im folgenden Jahr übernahmen die SSB die Betriebsführung der Filderbahn.

Das Meterspurnetz im Großraum Stuttgart erreichte 1929 durch die neu eingerichteten Gleisverbindungen zur Filderbahn in Vaihingen und zur Städtischen Straßenbahn Feuerbach (SSF) sowie durch die Eröffnung der END-Teilstrecke von Nellingen nach Neuhausen die größte Ausdehnung in seiner Geschichte. Am 30. Oktober 1929 wurde die Standseilbahn zum Waldfriedhof in Betrieb genommen. 1934 erfolgte die Übernahme von Filderbahn und SSF durch die SSB.

Nach der Umstellung der Esslinger Städtischen Straßenbahn auf Oberleitungsbus-Betrieb übernahmen die SSB 1944 den größten Teil der Fahrzeuge und gliederten sie in ihr Fahrzeugschema ein. Die Esslinger Oberleitungsbusse erreichten Stuttgart-Obertürkheim, dafür entfiel die Gleisverbindung zwischen dem Stuttgarter und dem übrigen Esslinger Netz der END.

1953 führten die SSB erste Versuche mit sechsachsigen Großraumtriebwagen durch, die allerdings nicht befriedigten. Im folgenden Jahr wurden die ersten von der Maschinenfabrik Esslingen gebauten Ganzstahl-Zweiachser des Typs T2 in Betrieb genommen, die letzten zweiachsigen Straßenbahnen in Stuttgart (im Liniendienst bis 1976). 1955 wurde die komplette Fahrzeugflotte von Rollen- auf Scherenstromabnehmerbetrieb umgestellt und die Fahrleitung entsprechend angepasst.

Die Auslieferung der ersten Serie der Straßenbahn-Gelenktriebwagen GT4 erfolgte 1959. Bis 1963 wurden 350 Fahrzeuge dieses Typs an die SSB geliefert, von denen vor Einstellung des Straßenbahnbetriebs Ende 2007 noch 35 Fahrzeuge im Linieneinsatz standen.

1961 wurde die Linie 3 als erste innerstädtische Straßenbahnlinie komplett auf Omnibusbetrieb (Linie 41) umgestellt, in den folgenden Jahren wurde das Netz immer weiter gestrafft und ausgedünnt.

Am Charlottenplatz begannen 1962 die Bauarbeiten für die erste Tunnelstrecke, die 1966 in Betrieb genommen wurde.

1964 wurden 70 Wagen des Typs T2 zu Doppeltriebwagen mit Mittelteil vom Typ DoT4 umgebaut. Diese blieben noch bis etwa 1983 im Liniendienst und sind (in reduzierter Stückzahl) noch bis heute als Arbeitswagen im Einsatz.

Von 1965 bis 1975 kamen auf zwei Außenbuslinien Anderthalbdecker-Omnibusse des Typs Mercedes-Benz O 317 zum Einsatz.

1976 wurden die Straßenbahnstrecken zum Killesberg und zur Doggenburg (Linie 10) durch den neuen Tunnel Heilbronner Straße vom Restnetz abgehängt und trotz zuvor durchgeführter, positiv verlaufener Messfahrten für einen möglichen GT4-Einsatz auf Omnibus (damals Linie 43) umgestellt.

Mit der Gründung des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart (VVS) im Jahr 1978 wurden die SSB in diesen eingebunden. Die Außenbuslinien erhielten Zahlen anstatt der bisher üblichen Buchstaben zur Linienkennung. Der letzte oberirdische Straßenbahnverkehr auf dem Schlossplatz und der oberen Königstraße sowie die Strecken nach Gablenberg (Linie 8) und zum Leipziger Platz (Linie 21) wurden eingestellt. Die SSB gaben die Betriebsführung der auf Omnibus umgestellten END-Straßenbahnlinien an den Städtischen Verkehrsbetrieb Esslingen (SVE) ab.

Im Jahre 1980 setzten die SSB mit dem zum Partywagen 999 umgerüsteten DoT4 929 ein damals in Deutschland noch neuartiges Sonderfahrzeug ein, das von jedem gemietet werden konnte und sich großer Beliebtheit erfreute. Nach seinem Vorbild führten später auch andere Verkehrsbetriebe entsprechende Party- oder Restaurantsonderwagen ein.

1981 entfiel die Parallelstrecke Spitta-/Forststraße der Linien 2 und 9 im Stuttgarter Westen (die Züge verkehren seitdem in beiden Richtungen durch die Bebelstraße) mit der zugehörigen Kurve Herder-/Bebelstraße, die durch die neue Schleife Vogelsang ersetzt wurde. Diese war der letzte für GT4 nicht geeignete Abschnitt im Stuttgarter Streckennetz. Die Triebwagen des Typs DoT4 verloren so mit der Linie 2 ihre letzte Stammlinie.

Der Abschnitt Möhringen–Plieningen der Linie 3 wurde ab 1983 mit normalspurigen Stadtbahntriebwagen DT 8 der Vorserie (DT 8.1 bis DT 8.3) bedient, der planmäßige Einsatz des Triebwagentyps DoT4 und der zweiachsigen Beiwagen dafür endgültig beendet. 1985 wurde mit der Linie 3 dann die erste meterspurige Straßenbahnlinie auf normalspurigen Stadtbahnbetrieb umgestellt.

Im Frühjahr 1986 erfolgte die Umstellung der Linie 1 (Vaihingen–Fellbach) und im Sommer der Linie 14 (Heslach–Mühlhausen) auf Stadtbahnverkehr. Damit fuhren nun auch Stadtbahnwagen in der Stuttgarter Innenstadt. Jedoch entfielen dadurch die Gleisschleifen durch die Fellbacher Innenstadt und durch Vaihingen sowie die Strecke Vaihingen-Rohr.

Die Inbetriebnahme des Tunnels Neue Weinsteige im Straßenbahn-Vorlaufbetrieb bedeutete 1987 das Ende für die bisherige Panoramastrecke, die allerdings auch zunehmend ein Verkehrshindernis dargestellt hatte. In Feuerbach ersetzte eine neue Trasse entlang des Triebwegs die alte Strecke der Linien 6 und 13 durch die Steiermärker Straße.

1988 wurde die Volksfestlinie (später U11) zum Cannstatter Wasen erstmalig mit Stadtbahnfahrzeugen bedient.

Durch die Umstellung der Linie 9 (Hedelfingen–Vogelsang) entfiel 1989 die bisherige Wangener Ortsdurchfahrt, stattdessen verkehrt sie nun wie die Linien 4 und 13 über das Gleisdreieck Wasenstraße.

1990 wurden mit den Talquerlinien U5 (Freiberg–Leinfelden) und U6 (Feuerbach–Möhringen) erstmals zwei neue Stadtbahnlinien gleichzeitig in Betrieb genommen und mit der Verstärkerlinie 16 (Gerlingen–Heumaden) sogar eine frühere Straßenbahnlinie vorübergehend wiederbelebt. Dennoch erreichte mit der aus heutiger Sicht übereilten Einstellung der Strecken Leinfelden–Echterdingen (Linie 6) und Vaihingen–Rohr (Linie 1; bereits 1986 stillgelegt) die Ausdünnung des Netzes ihren absoluten Höhepunkt.

Nachdem die Linie U6 nach Fertigstellung des Weilimdorfer Tunnels 1992 bis Giebel verlängert wurde, verkehrte sie 1993 erstmals bis zur Stadtgrenze Gerlingens. Die neu eingeführte U7 (Killesberg–Degerloch) fuhr 1993 als erste Linie in Doppeltraktion. Die bisherige Außenbuslinie A zum Flughafen wurde, bedingt durch den S-Bahn-Ausbau, eingestellt. Nach der Eröffnung des Busbahnhofs Degerloch enden die meisten Filder-Überlandbuslinien nun anstatt am Hauptbahnhof bereits am Kesselrand. Durch die vollständige Integration aller ÖPNV-Linien Stuttgarts und der angrenzenden Landkreise in den VVS entfiel 1993 außerdem die bisherige Verbundstufe II für Zeitkarteninhaber. 1993 wurde für die IGA 93 in Stuttgart eine Straßenbahnsonderlinie vom Cannstatter Wasen (Schleife Neckarstadion) zum Ausstellungsgelände am Rosensteinpark betrieben. Hierfür wurde eigens eine Schleife im Rosensteinpark errichtet, die anschließend wieder abgebaut wurde.

1994 erreichte die Stadtbahn (Linien U4 und U9) Botnang, dafür fiel der Abschnitt Untertürkheim–Obertürkheim dem Ausbau der Linie 4 zum Opfer.

Im Herbst 1997 wurde die Linie 13 auf Stadtbahnbetrieb umgestellt, vorerst von Feuerbach bis zur Schlotterbeckstraße in Untertürkheim, ein halbes Jahr später folgte die Reststrecke bis Hedelfingen.

Nach der Eröffnung des Waldautunnels 1998 fuhr die Stadtbahnlinie U7 vom Killesberg aus nicht mehr nach Degerloch, sondern zur Haltestelle Ruhbank (Fernsehturm). 1999 hielt mit dem DT 8.10 die nächste Generation der Stadtbahnfahrzeuge Einzug. Im gleichen Jahr wurden die Streckenabschnitte Mühlhausen–Neckargröningen (U14) und Ruhbank–Heumaden (U7) eröffnet. Die Linie 15 fuhr dafür statt bis Heumaden nur noch bis Ruhbank.

Ein Jahr später, im Herbst 2000, ging die Filderstrecke zwischen Heumaden und Nellingen in Betrieb. Die neu eingerichtete U8 verkehrt seither über das zuvor nur betrieblich genutzte Gleisdreieck Weinsteige–Waldau von Vaihingen nach Nellingen.

2002 wurde die Linie U2 in zwei Abschnitten zwischen Hölderlinplatz und Hauptfriedhof eröffnet und in der Folge der Einsatz von nicht modernisierten GT4-Triebwagen offiziell beendet.

Im Jahr 2005 erfolgten die Streckenverlängerungen Hauptfriedhof–Neugereut (U2) und Freiberg–Mönchfeld (U5). Mit der Auslieferung der vorerst letzten Stadtbahnen (Typ DT 8.11) befinden sich 164 Stadtbahnfahrzeuge im Besitz der SSB. Außerdem wurden die Liniennummern- und Zugzielanzeigen der Stadtbahnen und Busse von Rollbändern auf LED-Anzeigen umgestellt.

Am 8. Dezember 2007 endete mit der Umstellung der Linie 15 auf Stadtbahnbetrieb die Ära der Straßenbahn in Stuttgart.

Alte Linienführung

Es werden nur regulär verkehrende Linien aufgeführt. Es gab noch Sonderlinien (z. B. 1E, 2E, …), die nur in der Hauptverkehrszeit oder an Sonn- und Feiertagen verkehrten.

Juli 1932

Linie Linienführung der Straßenbahn
1 Fellbach – Cannstatt – Berg – Hauptbahnhof – Schloßplatz – Heslach – Vaihingen – a) Krehlstraße / – b) Rohr (nur jeder zweite Zug)
2 Gablenberg Schule – Ostheim – Hauptbahnhof – Schloßplatz – Leipziger Platz – Westbahnhof – Charlottenbuche
3 Marienplatz – Zahnradbahnhof – Olgastraße – Schloßplatz – Hauptbahnhof – Silberburgstraße – Marienplatz
4 Untertürkheim – Gaisburg – Ostendplatz – Charlottenplatz – Wilhelmsbau – Hölderlinplatz
5 Degerloch West – Neue Weinsteige – Bopser – Schloßplatz – Hauptbahnhof – Pragsattel – Zuffenhausen Rbhf.
6 Schreiberstraße – Rosenbergstraße – Hegelplatz – Hauptbahnhof – Schloßplatz – Tübinger Straße – Schreiberstraße
7 Bopser – Wilhelmsplatz – Wilhelmsbau – Hegelplatz – Herdweg – Doggenburg
8 eingestellt
9 eingestellt
10 Sillenbuch – Ruhbank – Ruhbank – Alexanderstraße – Charlottenplatz – Schloßplatz – Hauptbahnhof – Birkenwaldstraße – Kunstgewerbeschule
11 eingestellt
12 Wangen – Untertürkheim – Cannstatt Rbhf. – Rosensteinbrücke – Hallschlag
13 Cannstatt Rbhf. – Rosensteinbrücke – Pragwirtshaus – Feuerbach Rbhf. – Rosenstraße
14 Wilhelmsbau – Hauptbahnhof/Eßlinger Straße – Berg – Wilhelma – Münster
15 Pragwirtshaus – Hauptbahnhof – Schloßplatz – Charlottenplatz – Heslach Seilbahn
16 Degerloch – Bopser – Schloßplatz – Hauptbahnhof – Pragwirtshaus – Feuerbach Rbhf. – Rosenstraße
17 eingestellt
18 Botnang – Kräherwald – Schloßplatz – Charlottenplatz – Wagenburgstraße – Gablenberg Schule
19 eingestellt
20 Vogelsang – Schloßstraße – Lautenschlagerstraße – Hauptbahnhof – Gablenberg
21 Leipziger Platz – Schloßplatz – Hauptbahnhof – Berg – Cannstatt Rbhf. – Kursaal – Obere Ziegelei
22 Wiesenstraße – Cannstatt – Rosensteinbrücke – Hallschlag
23 Feuerbach Rbhf. – Weil im Dorf / Gerlingen
24 eingestellt
25 Schloßplatz – Neckarstraße – Hackstraße – Schlachthof – Wangen – Untertürkheim – Obertürkheim
26 Schloßplatz – Neckarstraße – Hackstraße – Schlachthof – Wangen – Hedelfingen – Obertürkheim – Mettingen – Eßlingen – Obereßlingen
Seilbahn Südheimer Platz – Waldfriedhof Heslach
Linie Linienführung der anderen Straßenbahnbetriebe in Stuttgart und Esslingen am Neckar
SFB Stuttgart Zahnradbahnhof – Alte Weinsteige – Degerloch Zahnradbahnhof
SFB Degerloch – Möhringen – Landhaus – Plieningen – Hohenheim
SFB Degerloch – Möhringen – Vaihingen
SFB Degerloch – Möhringen – Unteraichen – Leinfelden – Echterdingen
26 Obereßlingen – Eßlingen – Mettingen – Obertürkheim (Eßlinger Städtische Straßenbahn)
27 Eßlingen Rbhf. – Obereßlingen (Eßlinger Städtische Straßenbahn)
END Eßlingen – Nellingen – Denkendorf
END Eßlingen – Nellingen – Scharnhausen – Neuhausen
SSF Feuerbach Rbhf. – Weil im Dorf – Weil im Dorf Rathaus / Gerlingen
Linie Linienführung der Omnibusse
A Paulinenstraße – Schloßplatz – Hauptbahnhof – Berg – Cannstatt – Kursaal
P Stöckach – Pragfriedhof – Wolframstraße
S Untertürkheim – Luginsland – Fellbach
H Degerloch – Birkach – Hohenheim
B Stuttgart Alter Postplatz – Südheim – Vaihingen – Mönchsbrunnen – Sindelfingen Rathaus
EF Fellbach – Waiblingen – Stetten (– Eßlingen Rathaus)
K Sillenbuch – Kemnat
L Stuttgart Alter Postplatz – Westbahnhof – Forsthaus I – Forsthaus II – Solitude – Schillerhöhe – Leonberg
M Stuttgart Alter Postplatz – Südheim – Schatten – Glemseck – Eltingen – Leonberg
N Degerloch – Plieningen – Bernhausen – Sielmingen – Wolfschlugen – Nürtingen
R Uhlbach – Obertürkheim
U Sillenbuch – Heumaden – Ruit – Scharnhausen
Reichspost Stuttgart Postamt 1 (Fürstenstraße) – Degerloch – Möhringen – Echterdingen – Steinenbronn – Waldenbuch – Dettenhausen – Bebenhausen – Lustnau – Tübingen Postamt 1

Der Omnibusverkehr wurde von der Autoverkehrsverband Stuttgart GmbH (B, EF, K, L, M, N, R, U), der Stuttgarter Straßenbahnen AG (A, P, S), der Städtischen Filderbahn Stuttgart (H) und der Deutschen Reichspost durchgeführt.

Musik

Ein musikalisches Denkmal an die Stuttgarter Straßenbahn setzte der schwäbische Musiker Wolle Kriwanek. In Stroßaboh, einem seiner bekanntesten Lieder, geht es um seinen letztlich vergeblichen Versuch, den letzten Zug der Linie 5 nach Stammheim (heute Linie U15) zu erreichen („I muaß dia Stroßaboh no kriaga“).

Literatur

  • Gottfried Bauer, Ulrich Theurer, Claude Jeanmaire: Stuttgarter Straßenbahnen. Verlag Eisenbahn, Villigen/Schweiz 1976, ISBN 3-85649-026-4.
  • Gottfried Bauer, Ulrich Theurer, Claude Jeanmaire: Die Fahrzeuge der Stuttgarter Straßenbahnen. Verlag Eisenbahn, Villigen/Schweiz 1979, ISBN 3-85649-033-7.
  • Gottfried Bauer, Ulrich Theurer, Claude Jeanmaire: Straßenbahnen um Stuttgart. Verlag Eisenbahn, Villigen/Schweiz 1984, ISBN 3-85649-047-7.
  • Nikolaus Niederich: Stadtentwicklung und Nahverkehr. Stuttgart und seine Straßenbahnen 1868 bis 1918. Veröffentlichungen des Archivs der Stadt Stuttgart, Band 79. Klett-Cotta, Stuttgart 1998, ISBN 3-608-91995-3.
  • Gottfried Bauer, Ulrich Theurer: Von der Straßenbahn zur Stadtbahn Stuttgart 1975–2000. Stuttgarter Straßenbahnen AG, Stuttgart 2000, ISBN 3-00-006615-2.
  • Hans-Joachim Knupfer: Hoch über Heslach – Die Stuttgarter Seilbahn. 75 Jahre Technik- und Verkehrsgeschichte. Stuttgarter Straßenbahnen AG, Stuttgart 2004, ISBN 3-00-013868-4.
  • Hans-Joachim Knupfer: Gelber Klassiker. Der GT 4 – Stuttgarts Straßenbahnwagen für fünf Jahrzehnte. Stuttgarter Straßenbahnen AG, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-9811082-0-0.

Siehe auch

Quellen

  1. Stuttgarter Historische Straßenbahnen: Verlauf und Fahrzeiten der Oldtimerlinien 21 und 23
  2. Bundesweit einmalig: Capacity-Busse in Stuttgart
  3. Stuttgarter Straßenbahnen testen Bus im XXL-Format

Weblinks

48.7238888888899.13027777777787Koordinaten: 48° 43′ 26″ N, 9° 7′ 49″ O


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