Sögeln


Sögeln


Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bramsche
Bramsche
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bramsche hervorgehoben
52.4083333333337.981944444444544-157Koordinaten: 52° 24′ N, 7° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Osnabrück
Höhe: 44-157 m ü. NN
Fläche: 183,32 km²
Einwohner: 30.936 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 169 Einwohner je km²
Postleitzahl: 49565
Vorwahlen: 05461 (Bramsche)
05407 (Bramsche-Pente)
05464 (Bramsche-Balkum)
05465 (Bramsche-Ueffeln)
05466 (versch. Ortsteile)
05468 (Bramsche-Engter)
05495 (versch. Ortsteile)
Kfz-Kennzeichen: OS
Gemeindeschlüssel: 03 4 59 014
Stadtgliederung: 14 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Hasestraße 11
49565 Bramsche
Webpräsenz:
Bürgermeisterin: Liesel Höltermann (SPD)

Bramsche ist eine Stadt im Norden des Landkreises Osnabrück in Niedersachsen. Sie grenzt im Westen an Neuenkirchen und Merzen, im Norden an Ankum, Alfhausen und Rieste, im Osten an Neuenkirchen-Vörden (Landkreis Vechta), Ostercappeln und Belm, im Süden an Wallenhorst und im Südwesten an die nordrhein-westfälischen Gemeinden Lotte und Westerkappeln (Kreis Steinfurt). Sie ist flächenmäßig die zweitgrößte Stadt im Landkreis Osnabrück.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Bramsche liegt im Osnabrücker Land an der Hase etwa 15 km nördlich von Osnabrück und direkt am Mittellandkanal. Die Ankumer Höhe liegt im Nordwesten, der kleine Höhenzug Gehn im Westen und der Naturpark Nördlicher Teutoburger Wald-Wiehengebirge im Südosten. Unter der Stadt befindet sich der Bramscher Pluton.

Klima

In der Gegend herrscht gemäßigtes Seeklima, beeinflusst durch feuchte Nordwestwinde von der Nordsee. Im langjährigen Mittel erreicht die Lufttemperatur in Bramsche 8,5 bis 9,0 °C und es fallen rund 700 mm Niederschlag. Zwischen Mai und August kann mit durchschnittlich 20 bis 25 Sommertagen (klimatologische Bezeichnung für Tage, an denen die Maximaltemperatur 25 °C übersteigt) gerechnet werden.

Einwohner

(jeweils zum 31. Dezember)

  • 1997 - 31.699
  • 1998 - 31.820
  • 1999 - 32.258
  • 2000 - 30.633
  • 2001 - 31.030
  • 2002 - 30.171
  • 2003 - 30.785
  • 2004 - 31.014
  • 2005 - 31.006
  • 2006 - 30.920
  • 2007 - 30.912 (Juni 2007)

Ortsteile

In den Jahren 1971/72 gab es in Niedersachsen eine Gebiets- und Verwaltungsreform. Dadurch wurden 12 ehemals selbstständige Gemeinden als Ortsteile in die Stadt Bramsche eingegliedert. [1]

Achmer

Achmer ist der flächenmäßig größte Ortsteil von Bramsche. Er ist durch die Hase, den Mittellandkanal und den Flugplatz Achmer gekennzeichnet ist. Achmer grenzt im Norden an Bramsche Mitte, im Westen an Ueffeln und im Süden an Pente.

Die ehemalige Gemeinde Achmer bestand aus den Ortsteilen Laberge, Wackum, Tömmern, Hemke, Grünegras und Westerhausen.

Balkum

Balkum ist Ortsteil von Bramsche zwischen Ueffeln und Alfhausen gelegen. Eine Sehenswürdigkeit ist die Wassermühle Riesau.

Bramsche (-Mitte)

Der Ortsteil Bramsche umfasst die „eigentliche“ Stadt Bramsche von vor der Gemeindereform von 1972. Landläufig wird nochmals in die Stadt-Bezirke Innenstadt, Gartenstadt und Bramscher Berg unterschieden. Diese Ortsteile zusammen ergeben „Bramsche-Mitte“ mit etwa 14.000 Einwohnern. Ortsbürgermeister von „Bramsche-Mitte“ ist seit 2007 Peter Remme (SPD).

Engter

Dieser Ortsteil wurde erstmals im Jahr 1147 erwähnt. Engter liegt im Südosten von Bramsche und grenzt an die Ortsteile Kalkriese, Schleptrup, Lappenstuhl und Evinghausen. Engter verfügt seit 1229 über eine eigene Kirchengemeinde (St. Johannis).

Epe (Epe-Malgarten)

Epe liegt im Nordosten der Stadt Bramsche. Sie besteht heute aus den Siedlungsplätzen Bühren, Knäppen, Epe, Malgarten, Eckelort und Wittenfelde. Die westliche Grenze zu den Gemarkungen Hesepe und Sögeln bildet weitgehend die Hase. Im Norden grenzt Epe an die Gemarkung Rieste, im Nordosten an Vörden, im Osten an die Gemarkungen Engter und Schleptrup und im Süden an die Gemarkung Bramsche. Mit der Niedersächsischen Gebietsreform 1972 wurde die ehemals selbständige Gemeinde Epe ein Ortsteil der Stadt Bramsche. Die Gemarkung Epe hat eine Größe von etwa 1450 ha und gehörte somit zu den flächengrößeren Landgemeinden des früheren Kreises Bersenbrück. Heute wie früher ist Epe landwirtschaftlich geprägt. Von insgesamt 41 landwirtschaftlichen Betrieben waren 1987: 17 Vollerwerbslandwirte, 7 Nebenerwerbslandwirte und 17 Zuerwerbslandwirte. Epe ist Wohnsiedlungsgebiet der Stadt Bramsche und arm an Gewerbebetrieben. Die nahezu einzigen Arbeitgeber sind ein Textilunternehmen, zwei Hotels, zwei Schlossereien bzw. Metallbaubetriebe, zwei Fuhrunternehmen sowie eine Betrieb für Hausinstallationen.

An öffentlichen Einrichtungen sind zu nennen: die Grundschule, das Gemeindezentrum mit Sitzungsraum, Feuerwehrhaus und Turnhalle, Sport- und Tennisplätze und das Naturfreibad Darnsee. Außerdem befinden sich auf Eper Gebiet die Bramscher Realschule und das Greselius Gymnasium[1] (benannt nach Jakobus Greselius), das Bramscher Hallenbad und ein Wasserwerk der Stadt Osnabrück.

Von den 1324 Einwohnern des Jahres 1989 gehörten 857 der ev.-luth., 420 der kath. und 47 sonstigen oder keiner Konfession an. Die evangelisch-lutherischen Christen gehören zur St.-Johannis-Kirchengemeinde in Bramsche-Gartenstadt und die Katholiken zur St. Johannes-Kirchengemeinde Malgarten. Ortsbürgermeister von Epe ist seit 2006 Jürgen Kiesekamp (CDU).

Evinghausen

Evinghausen ist eine Bauernschaft im Südosten Bramsches rund um den Venner Berg und ist Sitz der Freien Waldorfschule Evinghausen e. V. Die Bauernschaft Uptrup mit 42 Einwohnern ist ein Teil von Evinghausen.

Hesepe

1187 wurde Hesepe erstmals urkundlich erwähnt. Tatsächlich wurde erst nach dem 2. Weltkrieg aus einer weit verstreuten Bauernsiedlung eine dichter besiedelte Siedlung. Hesepe liegt direkt an der B 68 und B 218, sowie am Schienenverkehr Bremen - Osnabrück. Bis Ende der 1980er Jahre waren niederländische Soldaten in Hesepe stationiert. Nach deren Abzug wurde das nicht mehr militärisch genutzte Gelände als Grenzdurchgangslager für Spätaussiedler genutzt. Mittlerweile fungiert es als Landesaufnahmestelle für jüdische Kontingentflüchtlinge und Spätaussiedler sowie für Asylbewerber, bei denen die Wahrscheinlichkeit einer Ablehnung ihres Asylantrags als relativ hoch erachtet wird bzw. deren Antrag bereits rechtskräftig abgelehnt worden ist.

Kalkriese

In der Geologie ist ein Kalkriese ein größerer Fels anstehenden Kalkgesteins. Der nach einem solchen Kalkriesen, dem Kalkrieser Berg, benannte Ort ist der wohl bekannteste Stadtteil von Bramsche.

Berühmtheit erlangte es in den 1990er Jahren, als Ergebnisse archäologischer Ausgrabungen darauf hindeuteten, dass die oder Teile der Varusschlacht möglicherweise in Kalkriese stattgefunden haben. Die Fundregion Kalkriese erstreckt sich über viele Kilometer. Die Fundstücke bzw. deren Repliken sind ausgestellt im Museum und Park Kalkriese.

Lappenstuhl

Lappenstuhl entstand 1952 als Neusiedlung und ist der jüngste Ortsteil von Bramsche.

Der Name „Lappenstuhl“ leitet sich ab aus der Bezeichnung Graf Lamprechts Richtstuhl. Urkundlich wird er zum ersten Mal 1402 erwähnt (nach Günther Wrede: „Geschichtliches Ortsverzeichnis des ehemaligen Fürstbistums Osnabrück, Hildesheim 1977)“ erwähnt. Es war eine Flurbezeichnung für den Ort an dem die Siedlung gegründet wurde.

Die am Ende des Zweiten Weltkrieges eintreffenden Flüchtlinge und Vertriebenen aus den ostdeutschen Gebieten ließen eine Wohnungsnot im Kirchspiel Engter entstehen. Da in den bestehenden Gemeinden Engter, Schleptrup und Kalkriese keine Baugrundstücke zum Verkauf standen, verhandelte man mit dem Grundeigentümer Hugo Baron von Bar über Parzellen im Bereich Lappenstuhl, damals ein Waldgebiet.

Mit Unterstützung des Landtagsabgeordneten Ernst Bettermann (SPD) aus Rieste wurde man sich schließlich einig über den Kauf von 65,94 Hektar. Zu Ehren von Ernst Bettermann wurde später der „Ernst-Bettermann-Platz“ angelegt. Am 9. April 1952 wurde den ersten Baubewerbern die Parzellen zugewiesen. Am 4. Dezember 1952 gab es zum ersten Mal Strom in Lappenstuhl. Am 15. Juni 1958 fand das erste „Siedlerfest“ in Lappenstuhl statt. Es wird bis heute jährlich begangen.

Da Lappenstuhl in den Gemarkungen der Gemeinden Engter und Schleptrup liegt, waren beide Gemeinden auch für die politischen Angelegenheiten der Siedlung zuständig. Am 21. September 1990 beschloss die Siedlergemeinschaft Lappenstuhl e. V., einen Antrag auf einen eigenen Ortsrat für Lappenstuhl beim Stadtrat zu stellen. Nach langer, hitziger Diskussion entschied der Stadtrat am 14. März 1991, diesem Antrag zuzustimmen. Am 6. Oktober 1991 wurde der erste Ortsrat Lappenstuhls gewählt. Der Ortsbürgermeister ist seitdem Walter vor den Tharen (SPD).

Da es in den 1950er-Jahren für die schulpflichtigen Kinder Lappenstuhls keine einfache Möglichkeit gab, die Volksschule in Engter zu erreichen, wurde ein eigenes Schulgebäude errichtet. Der Grundstein dafür wurde am 17. Juli 1954 gelegt. Am 8. Januar 1955 konnten dann 33 Kinder erstmals die eigene Schule besuchen.

Im April 1964 wurden die 5. bis 8. Klassen nach Engter verlegt und ein Bus-Liniendienst eingerichtet. Im Zuge der Schulreform wurde die Schule in Lappenstuhl am 5. März 1973 aufgelöst. Heute wird das Gebäude als Kindergarten von der Arbeiterwohlfahrt betrieben. Es wurde im Jahr 2003 aufwändig saniert und umgebaut.

Bereits im Bebauungsplan vom 31. Januar 1955 war eine Kirche vorgesehen. Die Geschichte der Thomas-Kapelle begann nach dem Zweiten Weltkrieg in Voltlage. Um den dort wohnenden evangelischen Heimatvertriebenen eine kirchliche Betreuung bieten zu können, wurde mit Hilfe einer Spende des amerikanischen Luthertums eine Diasporakapelle gebaut. 1968 waren allerdings die meisten der Vertriebenen wieder abgewandert, so dass die Kapelle nicht mehr benötigt wurde. Daraufhin wurde der Umzug an einem anderen Ort geplant. Im Juni/Juli 1970 wurde schließlich mit dem Abbau begonnen. Bis zum Wiederaufbau wurden die Einzelteile auf dem neuen Grundstück in Lappenstuhl gelagert. Über ein Jahr später am 1. August 1970 wurde die Kapelle erneut geweiht. Da die Einwohner der Siedlung zwischenzeitlich schon stark daran zweifelten, ob aus dem Haufen Brettern jemals wieder eine Kapelle entstehen würde, wurde sie nach dem ungläubigen Thomas benannt.

Malgarten (Epe-Malgarten)

Außenansicht der Klosterkirche in Malgarten

Im Jahr 1170 wurde auf einer Burg das Benediktinerinnenkloster Malgarten gegründet. Auch heute noch findet man in der Klosterkirche ein spätbarockes Stuckrelief, das alle Gewölbe im Inneren der Kirche ziert.

Die ehemalige Klosteranlage kann besichtigt werden und hat sich in den letzten Jahren zu einem sehenswerten kleinen Zentrum für Kunst und Kultur entwickelt.

Pente

Pente ist ein Ortsteil von Bramsche. Die Geschichte der Ortschaft Pente ist, zumindest soweit es die Gebietshoheit betrifft, immer wieder mit Bramsche verbunden gewesen. Ursprünglich war Bramsche sogar von den Penter Bauern abhängig, weil es keine eigene Feldmark besaß. Weil die Bramscher Dorfbewohner mangels eigener Flächen ihre Schafe ständig auf Penteraner Gebiet weiden ließen und, ungefähr auf dem Areal des heutigen Marktplatzes in Bramsches Innenstadt, Anpflanzungen vornahmen und Zäune aufstellten, obwohl dieses Gebiet damals rechtlich zu Pente gehörte, gab es über lange Zeit ständigen Streit. Erst im 19. Jahrhundert wurde dieser durch einen Vergleich beigelegt, der allerdings für die Penteraner mit nicht unerheblichen Gebietsabtretungen an Bramsche verbunden war. Auch in der Folgezeit konnte sich Pente dem Ausdehnungsdrang der Industriestadt Bramsche nicht widersetzen. So „verlor“ Pente etwa mit dem Bau des Mittellandkanals 1911 ein weiteres großes Gebiet an Bramsche. Auch die Schließung der 250 Jahre bestehenden Penter Schule im Jahr 1975 symbolisiert diese Entwicklung. Wenn man also so will, dann war die Eingemeindung Pentes durch die Stadt Bramsche im Jahr 1972 über Jahrhunderte hinweg bereits vorgezeichnet. Trotzdem überzeugt der Stadtteil durch seine ruhige Lage am Mittellandkanal/Stichkanal Osnabrück und gleichzeitiger Anbindung an die Innenstadt von Bramsche und die B68, die direkt nach Osnabrück führt.

Pente ist weiterhin durch die Ziegelfabrik „Penter Klinker“, die ihre Ziegel bis nach Mallorca und Asien liefert, bekannt. Außerdem befindet sich im Ortsteil Pente das „Tiergesundheitszentrum Grußendorf“, das von Tierbesitzern aus ganz Niedersachsen, aus dem Norden von Nordrhein Westfalen und sogar aus den Niederlanden aufgesucht wird, um ihre Haustiere professionell behandeln zu lassen. [2]

Schleptrup

Schleptrup ist ein Ortsteil von Bramsche, gehört aber, schon seit 1229 zum Kirchspiel Engter; es zählt zu den ältesten vorfränkischen Ansiedlungen in der Region. Etwa 60 % der Bevölkerung sind heute Flüchtlinge oder Nachkommen von Flüchtlingen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Auf dem Gebiet von Schleptrup steht ein vom NDR betriebener, 234 m hoher Sendemast, der Reisenden auf der Bundesautobahn 1 schon von weitem ins Auge fällt. Über diesen Sendemasten wird die Grundversorgung des Osnabrücker Landes, weiten Teilen des nördlichen Münsterlandes sowie den südlichen Teilen des Oldenburger Münsterlandes mit analogen Rundfunkprogrammen und mit Fernsehprogrammen im DVB-T-Standard sichergestellt.

Sögeln

Sögeln ist eine um das gleichnamige Rittergut aus dem (14. Jh.) gelegene Bauernschaft am Teutoburger Wald in Niedersachsen. Zeugnisse dieses Hauses Sögeln sind noch heute vor Ort zu finden. Sögeln ist bis heute zwar eine ländlich strukturierte Ortschaft geblieben, aber die meisten Einwohner arbeiten heute in den Industrie- und Gewerbebetrieben der Umgebung. Mit der Entstehung der ersten großen Siedlungen veränderte sich in der Nachkriegszeit auch das Erscheinungsbild des Ortes.

Ueffeln

Ueffeln ist ein im nordwesten der Stadt gelegener Ortsteil von Bramsche. Am Rande des Gehns gelegen, hat das Dorf heute etwa 1200 Einwohner. Erstmalig erwähnt wurde Ueffeln im Jahre 1292 im Zusammenhang mit der Weihe der heutigen evangelisch-lutherischen Kirche St. Marien.

Nahe dem heutigen Ortsrand gibt es ein Hünengrab, das auf eine frühe Besiedelung hindeutet. In der Grundschule des Ortes werden die Kinder bis zum 4. Schuljahr unterrichtet; alle weiterführenden Schulen sind im Ortsteil Bramsche angesiedelt. Für Sportsfreunde bietet der Ort einen Sportplatz, ein solarbeheiztes Freibad und einen Schießstand.

Geschichte

Höchstwahrscheinlich ereignete sich im Ortsteil Kalkriese die so genannte Schlacht am Teutoburger Wald im Jahr 9 n. Chr. Seit 1987 werden dort systematisch wissenschaftliche Ausgrabungen durchgeführt. Neben Zeugnissen einer massiven militärischen Auseinandersetzung zwischen Germanen und Römern wurden auch Reste einer Wallanlage gefunden. Da bislang keine Fundstücke im Zusammenhang mit den kriegerischen Ereignissen jüngeren Datums als der der Schlacht gesichert werden konnten, gilt es als sehr wahrscheinlich, dass die Schlacht am Teutoburger Wald oder die Varusschlacht tatsächlich hier stattgefunden hat. Seit 1993 gibt es in Bramsche/Kalkriese ein Museum, in dem viele der interessantesten Funde ausgestellt werden.

Die Dorfbildung Bramsches geht zurück auf die Zeit Karls des Großen (768–814). Urkundlich wird Bramsche erstmals im Jahre 1097 unter der Namensform Bramezeche (gebildet aus den Wörtern Bram = Ginster und Esch = Acker) erwähnt. 1225 kam Bramsche durch Schenkung von König Heinrich (VII.) in den Herrschaftsbereich des Hochstifts Osnabrück. Seit 1615/1617 Flecken wird Bramsche 1818 durch Erlass der Königlich Großbritannisch-Hannoverschen Regierung in Osnabrück zum Weichbild erhoben. 1929 erhielt Bramsche volles Stadtrecht. Mit der Gemeindereform von 1972 werden die oben genannten Ortsteile eingemeindet.

Im Mittelalter erreichte Bramsche seine wirtschaftliche Bedeutung, vor allem durch die Jahrhunderte alte Tradition als Stadt der Tuchmacher. An diese Tradition erinnert heute das Tuchmacher-Museum. Osnabrücks großer Sohn Justus Möser erwarb sich große Verdienste um die Tuchmachergilde, indem er 1767 eine neue Gildeordnung ausarbeitete. Auf sein Betreiben erhielten die Bramscher Tuchmacher einen zinslosen Kredit, um ein dringend benötigtes Lagerhaus zu bauen. Als im Jahre 1781 nahezu die gesamten Vorräte einer Feuersbrunst zum Opfer fielen, war es erneut Möser, der durch eine persönliche Bürgschaft für ein Darlehen sorgte, um auch diese Krise zu überwinden. Im Jahre 2002 würdigt die Stadt Bramsche seine Verdienste durch die Benennung eines Platzes und eines Weges nach seinem Namen.

Politik

Stadtrat

Sitzverteilung im Stadtrat:

(Stand: Kommunalwahl am 10. September 2006)

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die „Alte Post“

Bauwerke

  • Ev.-luth. St. Martinskirche. Der Bau dürfte um 1200 begonnen worden sein. Das heute noch vorhandene Hauptschiff der Kirche wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet.
  • Alte Posthalterei, Fachwerk-Dielenhaus mit Utlucht. Hermann Rudolf Pörtener (1650-1716) ließ 1686 -1688 sein elterliches Haus umbauen und vergrößern, wie es im Wesentlichen heute noch zu sehen ist. Vermutlich diente das Gebäude als Poststelle für die 1685 errichtete Fahrpostlinie von Osnabrück über Lingen nach Amsterdam. Der Seifensieder Heinrich Wilbrandt Pörtener (1759–1828) wird urkundlich erstmals 1818 als königlich hannöverscher Postspediteur und Posthalter erwähnt. 1929 erwarb die Stadt Bramsche das seit 1910 unter Denkmalschutz stehende Anwesen.
  • Geschäftsstelle Bramsche der Kreissparkasse Bersenbrück. Große Straße/Einmündung Münster Straße. Zweigeschossiger Massivbau mit Walmdach und übergiebelter Mittelachse, wohl aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
  • Röm.-kath. St. Martinuskirche. Die römisch-katholische St. Martinuskirche wurde in den Jahren 1928-1930 erbaut.
  • Ehrenmal. Das Ehrenmal auf dem Bramscher Berg, dem höchsten Punkt dieser Stadt, ist ein Wahrzeichen. Es wurde vom Bramscher Architekten Friedrich Schroeder geplant und am 26. August 1934 eingeweiht. Es erinnert ursprünglich an die 167 Bramscher Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Später wurden auch die Namen der Bramscher Gefallenen des Deutsch-französischen Krieges (1870/71) angebracht. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten ist der 28 Meter hohe Aussichtsturm seit 2003 wieder der Allgemeinheit frei zugänglich.
  • NDR-Sendemast Schleptruper Egge. Höhe: 234 Meter

Museen

  • Tuchmachermuseum. Im Tuchmachermuseum werden alle Maschinen in Funktion gezeigt, die zur Herstellung von Tuch benötigt werden, von der Verarbeitung der Rohwolle über das Spinnen mit einer automatischen Spinnmaschine mit etwa 100 Spindeln, Spinning Mule bis zu einem Jacquard-Webstuhl mit Lochstreifen-Steuerung.
  • Museum und Park Kalkriese mit Informationen zur Varusschlacht

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Die Bundesautobahn 1 durchquert das Stadtgebiet in Nord-Süd-Richtung. An der Anschlussstelle Bramsche kreuzt sie die Bundesstraße 218, die nahe dem Stadtzentrum auf die Bundesstraße 68 trifft und mit dieser auf einer gemeinsamen Strecke verläuft.

Der Bahnhof Bramsche liegt an der Bahnstrecke Oldenburg–Osnabrück und an der Bahnstrecke Delmenhorst–Osnabrück über Vechta. Beide Strecken werden im Stundentakt von der NordWestBahn betrieben.
In den Ortsteilen Achmer und Hesepe befinden sich weitere Haltepunkte, die jedoch nur von den Zügen der Regionalbahnlinie BremenDelmenhorstOsnabrück im Stundentakt bedient werden.

Bramsche verfügt über einen Hafen am Mittellandkanal, der am südlichen Rand des Stadtgebiets verläuft.

Bei Bramsche liegt der Flugplatz Achmer.

Tourismus

Durch Bramsche führt die 103 km lange Ferienstraße namens „Bramgau-Route“.[2][3]

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

In Bramsche geboren sind:

Weitere Persönlichkeiten

Folgende Persönlichkeiten stammen nicht gebürtig aus Bramsche, wirkten oder wirken aber in dieser Stadt:

Literatur

  • Hans-Werner Niemann: Leinenhandel im Osnabrücker Land: Die Bramscher Kaufmannsfamilie Sanders, 1780-1850, Bramsche: Rasch, 2004.
  • Bramsche. Eine Stadtgeschichte. Herausgegeben von A. Gottlieb. Bramsche, Verlag Rud. Gottlieb.
  • Oskar Frommeyer: Chronik Bramscher Familien im Spiegel ihrer Häuser. 2 Bände. Bramsche 1957.
  • Hermann Frommeyer: Der Bramscher Gau und seine Siedlungen. Bramsche, Selbstverlag des Verfassers, 1955.
  • 100 Jahre Rud. Gottlieb. Bücher, Druckerei, Heimatverlag im Rahmen der Stadt, auch eine kleine Chronik von Bramsche 1887 - 1987.
  • Werner Dobelmann: Vergilbte Blätter. Aus Bramsches Vergangenheit. Reprint erweitert mit Illustrationen. Bramsche, Verlag Rud. Gottlieb.
  • Bramsche - Stadt der Tuche, Leinen und Tapeten. Bramsche, Verlag Rud. Gottlieb, 1957.
  • Hans Simon: Aus Bramsches guter, alter Zeit. Ein Streifzug durch alte Urkunden und Erinnerungen. Bramsche, Verlag Rud. Gottlieb, 1950.
  • W. Hasemann: Norddeutsche Bauernhöfe in der Geschichte. Die Siedlungen im Kirchspiel Bramsche, Bezirk Osnabrück und die wirtschaftlichen Verhältnisse der Höfe bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Bramsche 1933.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Greselius Gymnasium
  2. Internetauftritt der Bramgau-Route im Osnabrücker-Land
  3. Volkshochschule Osnabrück: Bramgau Route: Germanen, Römer und Sachsen http://www.wos.vhs-osnabrueck.de/14819.asp

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