Underberg


Underberg
Semper idem Underberg GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 17. Juni 1846
Sitz Rheinberg, Deutschland
Leitung Rüdiger Franzky
Eduard Kranebitter
Dr. Hubertine Underberg-Ruder
Produkte Spirituosen, Wein, Sekt
Website www.Underberg.de
Ein Glas Underberg mit Portionsflasche
Underberg-Blechdose (2005)

Die Semper idem Underberg GmbH (Underberg-Gruppe) ist ein internationales Spirituosen-, Wein- und Sekthaus mit zahlreichen Beteiligungen in verschiedenen Ländern.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Unternehmen wurde am 17. Juni 1846 von Hubert Underberg I. und seiner Frau am Tag ihrer Hochzeit in Rheinberg gegründet und befindet sich noch heute in Familienbesitz. Das bekannteste Produkt von Underberg ist der gleichnamige Magenbitter, dessen Marke am 8. Juli 1896 in das deutsche Markenregister eingetragen wurde.[1] Mit dem Magenbitter war Underberg bereits seit den 1860er Jahren in Österreich-Ungarn präsent. 1912 wurde Underberg zum k.u.k. Hoflieferanten ernannt.

Das Unternehmen wird heute in vierter und fünfter Generation von Emil Underberg, Christiane Underberg und Hubertine Underberg-Ruder geleitet. Das Familienunternehmen ist in über 30 Einzelgesellschaften aufgegliedert. Über 1.000 Mitarbeiter erwirtschafteten 2003 einen Umsatz von 500 Millionen Euro.

1972 erwarb Underberg das Unternehmen Gürtler in Korneuburg. Zusätzlich kam dann Schlumberger (Sekt), ebenfalls ein ehemaliger k.u.k. Hoflieferant, dazu. 1991 übernahm Underberg die Arnold Dettling, eine Kirschbrennerei in Brunnen SZ. Am dortigen Standort wird noch ein Geschäft betrieben, in den Felsenkellereien findet alljährlich ein Weihnachtsmarkt statt. Seit 1996 gehört die Anton Riemerschmid Weinbrennerei und Likörfabrik zu Underberg. Im Jahre 1999 erwarb das Unternehmen Underberg zunächst 50 % der Anteile an der in Rüdesheim am Rhein ansässigen Weinbrennerei Asbach, die andere Hälfte besaß das niederländische Unternehmen Bols Royal, das heute zu dem französischen Sprirituosenkonzern Rémy Cointreau gehört. Seit 2002 gehört Asbach jedoch zu 100 % der Firma Underberg. 2009 bildete das Unternehmen zusammen mit Rémy Cointreau ein Joint-Venture, dadurch entstand der drittgrößte Distributor für Weine und Spirituosen in Deutschland. [2]

Magenbitter

Der Magenbitter wird aus einer geheim gehaltenen Rezeptur mit verschiedenen Kräutern aus 43 Ländern hergestellt und enthält 44 % Alkohol. Die Produktion musste 1939 aus Mangel an Rohstoffen eingestellt werden und wurde erst im September 1949 wieder aufgenommen. Das Herstellungsverfahren nennt sich „semper idem“ (lateinisch: „immer das Gleiche“). Es soll sicherstellen, dass die Wirkstoffe und Vitamine schonend aus den Kräutern gezogen werden.[3]

Um den Absatzschwierigkeiten für das relativ teure Getränk entgegenzutreten, wurde 1949 von Emil Underberg I. die noch heute bekannte 20-ml-Portionsflasche entworfen. Um Plagiate zu vermeiden, sind dabei auf alle Bestandteile wie Flaschenform, Verpackung der Flasche, Farbe, Etikett und natürlich die Firma des Produktes gewerbliche Schutzrechte angemeldet. In den Jahren seit dieser Entwicklung wurden vom Unternehmen über 1.200 Gerichtsprozesse gegen Hersteller von Plagiaten geführt.

Von den 1970er bis in die späten 1990er Jahre hinein warb das Unternehmen für den Hausmarke-Kräuterbitter mit der Melodie des Colonel Bogey March und dem Text „Komm doch mit auf den Underberg!“, der manchmal saisonal abgewandelt wurde („Wenn Du die Weihnachtsgans genießt […]“). Interessanterweise wurde in dem Werbetext ein negatives Produktmerkmal erwähnt: „[…] Der schmeckt zwar ganz schön bitter […]“.

Sonstige Produkte

Weiterhin vertreibt die Tochtergesellschaft Team Sprit unter anderem diese Spirituosen:[4]

Einzelnachweise

  1. http://register.dpma.de/DPMAregister/marke/register/17826/DE
  2. Rheinische Post (vom 24. Oktober 2008)
  3. Produktgeschichte
  4. Team-Spirit

Literatur

  • Ingrid Haslinger: Kunde – Kaiser. Die Geschichte der ehemaligen k. u. k. Hoflieferanten. Schroll, Wien 1996, ISBN 3-85202-129-4.

Weblinks

 Commons: Underberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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