Wasserhaushalt an Nordsee- und Amsterdam-Rhein-Kanal

Wasserhaushalt an Nordsee- und Amsterdam-Rhein-Kanal
Verlauf des Amsterdam-Rhein-Kanals
Satellitenbild Nordseekanal
Nordseekanal
Prinses Irene Schleusen, Amsterdam-Rheinkanal

Der Amsterdam-Rhein-Kanal und der Nordseekanal sind wichtige Gewässer für den Wasserhaushalt der westlichen Niederlande und für die Schifffahrt zwischen Amsterdam und der Nordsee sowie Rotterdam und Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Nordseekanal

In Amsterdam bestand jahrhundertelang der Wunsch nach einer kürzeren Schifffahrtsverbindung zur Nordsee.

In der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts wurde der Nordseekanal angelegt. Dazu wurden das IJ und das Wijkermeer eingepoldert und Holland an seiner schmalsten Stelle bei Velsen durchquert. 1876 war der Kanal fertig, der Zugang zur Nordsee erfolgte über die kleine Schleuse und die Südschleuse bei IJmuiden.

Wegen der Weiterentwicklung der Schifffahrt wurde der Kanal in den folgenden 85 Jahren neunmal vertieft und verbreitert, bis er seine heutigen Abmessungen erhielt.

Amsterdam-Rhein-Kanal

Der Amsterdam-Rhein-Kanal wurde notwendig, da der Merwede-Kanal von 1892 den steigenden Ansprüchen nicht mehr entsprach.

Der Amsterdam-Rhein-Kanal und der Nordseekanal in Zahlen
Amsterdam-Rhein-Kanal Nordseekanal
Länge 59 km (bis zum Lek) 26 km
Breite 100 bis 120 m 270 m
Tiefe 6 m 15 m (11 m in A'dam)
Oberfläche 8.073.570 m2 20.523.670 m2
Pegel, angestrebt NAP -0,40 m
Maximumpegel NAP 0 m

Wasserhaushalt

Der Amsterdam-Rheinkanal, die Lek und der Nordseekanal bilden zusammen ein Wassersystem, das heißt, alle Kanäle sind untereinander verbunden und haben den gleichen Wasserstand. An den Schleusen entlang der Lek wird Wasser über Einlasswerke zugeführt. Da der Wasserstand der Lek höher ist als im Amsterdam-Rheinkanal gelangt bei jedem Schleusenvorgang Wasser in den Kanal, der sogenannte Schleusenverlust. Das sind rund 1 Milliarde m³ pro Jahr.

Zwischen Lek und Nordseekanal gelangen zusätzlich rund 2 Milliarden m³ Wasser aus der Umgebung und aus dem Niederschlag in den Poldergebieten in Utrecht, Nord-und Südholland.

Wasserableitung

Pumpwerk und Spülschleuse

In IJmuiden wird das Wasser mit Hilfe einer Spülschleuse und dem Pumpwerk IJmuiden in die Nordsee abgeführt. Das ist nötig, weil die Niederlande zu großen Teilen unterhalb des Meeresspiegels liegen. Außerdem darf der Wasserspiegel in den Kanälen nicht zu stark schwanken, weil dadurch die Schifffahrt behindert würde.

In einem Jahr strömen durch die Schleuse und mit Hilfe der Pumpen rund 3 Milliarden m³ Wasser in die Nordsee.

Wasserversorgung

Tolhuis-Schleuse

Der Amsterdam-Rheinkanal spielt eine wesentliche Rolle in der Wasserversorgung der Regionen Utrecht und Südholland während trockener Jahreszeiten. Das Wasser wird dann zu den Wasserverbänden (nl.Hoogheemradschap) De Stichtse Rijnlanden, Rijnland und Delfland abgeführt. Andernfalls müsste während trockener Perioden auf versalztes Wasser aus der Umgebung zurückgegriffen werden. Während des trockenen Sommers 2003 wurde Wasser aus dem Markermeer entnommen, und über die sogenannte Tolhuisroute in den Deichbezirk Rijnland geleitet.

Das Wasser des Nordseekanals ist für die Wasserversorgung zu salzig.

Andere Funktionen der Kanäle

Neben den oben genannten Funktionen ist das Wasser auch wichtig für die Trinkwassergewinnung, die Natur, als Kühlwasser und als Fischgewässer.

Entlang des Amsterdam-Rheinkanals wurden verschieden naturfreundliche Maßnahmen getroffen, am Nordseekanal wurden naturnahe Uferbereiche gestaltet. Bei IJmuiden und Schellingswoude wurden Vorrichtungen gebaut, damit die Fische von der Nordsee in die Binnengewässer gelangen können.

Trinkwasser

Bei Nieuwegein und Loenen am Amsterdam-Rheinkanal sind Wasserentnahmestellen für die Trinkwasseraufbereitung vorhanden. Dort wird das Kanalwasser vorgereinigt und zum Loenderveense Plas und den Amsterdamer Wasserleitungsdünen in Leiduin gepumpt. In diesen Anlagen wird das Wasser weiter zu Trinkwasser aufbereitet. Allerdings dürfen im Kanalwasser nicht zu viel Schwermetall, Salze und Pestizide vorhanden sein.

Kühlwasser und Fischgewässer

Die Kraftwerke in Utrecht, Amsterdam und Velsen entnehmen den Kanälen Kühlwasser, das bei der Rückleitung aber nicht zu warm sein darf. Dies würde den Fischbestand gefährden.

Die Kanäle dienen auch vielen Berufsfischern, hauptsächlich Aalfischer, als Fischgrund, und sie sind auch beliebte Angelplätze der Sportangler.


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