Wittmund


Wittmund
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wittmund
Wittmund
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wittmund hervorgehoben
53.5748583333337.78092777777784
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Wittmund
Höhe: 4 m ü. NN
Fläche: 210 km²
Einwohner:

20.756 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 99 Einwohner je km²
Postleitzahl: 26409
Vorwahl: 04462
Kfz-Kennzeichen: WTM
Gemeindeschlüssel: 03 4 62 019
Stadtgliederung: 14 Ortsteile bzw. Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Kurt-Schwitters-Platz 1
26409 Wittmund
Webpräsenz: www.wittmund.de
Bürgermeister: Rolf Claußen (CDU)
Lage der Stadt Wittmund im Landkreis Wittmund
Landkreis Aurich Langeoog Spiekeroog Landkreis Friesland Nordsee Landkreis Aurich Landkreis Friesland Landkreis Leer Wilhelmshaven Blomberg (Ostfriesland) Dunum Esens Eversmeer Friedeburg Holtgast Moorweg Nenndorf (Ostfriesland) Neuharlingersiel Neuschoo Ochtersum Schweindorf Stedesdorf Utarp Werdum Westerholt WittmundKarte
Über dieses Bild
Historisches Haus an der Brückstraße 1a

Wittmund ist eine Stadt im Nordwesten Niedersachsens und Kreisstadt des gleichnamigen ostfriesischen Landkreises. Der Fläche nach ist sie die größte Stadt Ostfrieslands, von ihrer Einwohnerzahl her liegt sie hinter Emden, Aurich, Leer und Norden an fünfter Stelle. Die Stadt ist nur dünn besiedelt. In der Raumordnung des Landes Niedersachsen wird Wittmund als Mittelzentrum geführt.

Historisch gehört der Großteil des Wittmunder Stadtgebiets zum Harlingerland, das endgültig erst im Jahr 1600 durch den Berumer Vergleich zur Grafschaft Ostfriesland kam. Seit 1885 ist Wittmund Sitz des gleichnamigen Landkreises.

Bis zur Gebietsreform 1972 war die Kreisstadt eine Binnenlandgemeinde. Nach umfangreichen Eingemeindungen – darunter Ortschaften, die seit dem 16. Jahrhundert planmäßig der Harlebucht abgerungen wurden wie etwa der Küstenort Carolinensiel – bildet heute die Nordsee die Nordgrenze der Stadt. Carolinensiel führt seit 1983 die offizielle Bezeichnung „Staatlich anerkanntes Nordseebad“. Die Stadt ist in deutlichem Maße vom Tourismus geprägt, wobei neben dem Küstenbadeort in den vergangenen Jahrzehnten auch das Binnenland eine größere Rolle einnahm.

Von einem mehrere Hundert Mitarbeiter zählenden Werk des Fensterherstellers Rehau abgesehen, ist die Stadt nur gering industrialisiert. Landwirtschaft spielt schon aufgrund des überragenden Flächenanteils (etwa 85 %) eine große Rolle. Wittmund ist zudem Behördenstadt und Garnison für das Jagdgeschwader 71 mit dem Ehrennamen Richthofen, eines der vier Traditionsgeschwader der Luftwaffe. Viele Wittmunder sind jedoch Auspendler, wobei die nahe gelegene Stadt Wilhelmshaven eine bedeutende Rolle spielt.

In Wittmund finden sich zahlreiche Häuser aus mehreren Jahrhunderten, darunter auch einige bedeutsame Kirchen. Die Peldemühle von 1741 ist zudem Nordwestdeutschlands ältester noch voll funktionsfähiger Galerieholländer.

Zu den bekanntesten Persönlichkeiten, die in Wittmund geboren wurden, zählen der Sportmediziner Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, Mannschaftsarzt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, und der Wasserbau-Ingenieur Ludwig Franzius, der als bremischer Oberbaudirektor die Weserkorrektion plante und ausführte sowie den Ausbau der bremischen Häfen ab 1887 einleitete.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Lage und Ausdehnung

Die Harle bei Wittmund

Wittmund liegt zwischen Aurich und Jever im Nordosten Ostfrieslands. Vom Stadtkern bis zur Küste sind es rund 15 Kilometer. Flächenmäßig gehört Wittmund mit 210,13 Quadratkilometern zu den zehn größten Städten Niedersachsens und liegt in einem diesbezüglichen deutschlandweiten Vergleich auf Rang 82. Seit der Eingemeindung mehrerer umliegender Orte bei der Kommunalreform 1972 ist Wittmund die flächengrößte Stadt Ostfrieslands. Nach Norden hin stößt die Wittmunder Stadtgrenze mit dem Stadtteil Carolinensiel direkt an die Nordseeküste.

Mit ihren rund 20.000 Einwohnern, die sich auf gut 210 Quadratkilometer verteilen, ist Wittmund nur sehr dünn besiedelt. Einer Einwohnerdichte von 99 pro Quadratkilometer stehen allein innerhalb Ostfrieslands Vergleichswerte von 488 (Emden), 460 (Leer), 241 (Norden) und 206 (Aurich) gegenüber.

Über den Fährhafen Harlesiel erreicht man die Nordseeinsel Wangerooge. Wittmund liegt an der Harle, einem Fluss, der im Wittmunder Stadtgebiet sowohl entspringt als auch mündet. Die Stadt wird in der Raumordnung des Landes Niedersachsen als Mittelzentrum geführt.[2]

Geologie

Das Wittmunder Stadtgebiet ist von den drei Landschaftsformen geprägt, die das ostfriesische Festland ausmachen, nämlich Marsch, Geest und Moor. Diese sind jedoch sehr unterschiedlich verteilt. Der Hauptanteil entfällt auf die Marsch und hier insbesondere auf die Jungmarsch, nämlich in denjenigen Gebieten der Stadt, die im Laufe der Jahrhunderte Stück um Stück der ehemaligen Harlebucht abgerungen wurden. Die Geestanteile sind bereits deutlich geringer, Moorgebiete sind nur in einem kleinen Teil des südlichen Stadtgebiets zu finden. Das oberflächliche Stadtgebiet ist erdgeschichtlich also vom Pleistozän (Geest) sowie vom Holozän (Marsch und Moor) geprägt.

Der Stadtkern von Wittmund befindet sich auf der Geest, am südwestlichen Rand der früheren Harlebucht. Es handelt sich um Sand und Kies aus Schmelzwasserablagerungen des Drenthe-Stadiums der Saale-Kaltzeit.[3] Südlich davon schließen sich tonige, sandige und kiesige Erden aus demselben erdgeschichtlichen Stadium an, vorwiegend Geschiebelehm und -mergel. Im äußersten Süden bei Leerhafe sind Sande und Flugsande aus der Weichsel-Kaltzeit zu finden, die ältesten Schichten auf dem Wittmunder Stadtgebiet. Sie sind Teil des von Südost nach Nordwest verlaufenden oldenburgisch-ostfriesischen Geetsrückens, der sich in etwa von Oldenburg bis Norden erstreckt. Im Westen des Stadtgebiets sind Beckenablagerungen aus Lauenburger Ton aus der Elster-Kaltzeit zu finden. Nahe Ardorf finden sich auch Niedermoorböden.

Am Rande der früheren Harlebucht befindet sich toniger Schluff aus Brackwasserablagerungen, beispielsweise um den Ortsteil Funnix. Die ehemalige Harlebucht selbst besteht heute aus Wattablagerungen aus Feinsand, Schluff und Ton. Diejenigen Stadtteile, die nach und nach der Harlebucht abgerungen wurden, liegen ausschließlich auf diesem Untergrund, wie etwa Carolinensiel und die unmittelbar südlich gelegenen Groden, die innerhalb Ostfrieslands ausschließlich im früheren Harlingerland so genannt wurden, im übrigen Ostfriesland wird stattdessen von Poldern gesprochen.

Flächennutzung

Flächennutzung 2011
Nutzung Fläche in ha
Gebäude- und Freifläche 1.315
davon Wohnfläche 757
davon Gewerbe- und Industriefläche 97
Betriebsfläche 61
davon Abbauflächen 46
Erholungsfläche 76
davon Grünanlage 26
Verkehrsfläche 818
davon Straße, Weg, Platz 794
Landwirtschaftsfläche 17.119
Wasserfläche 399
Waldfläche 937
Flächen anderer Nutzung 286
davon Friedhöfe 8
davon Unland 23
Gesamtfläche 21.012

Die Flächennutzungstabelle[4] macht den enorm hohen Anteil der Landwirtschaftsflächen an der Gesamtfläche Wittmunds deutlich. Mit knapp 81,5 % übertrifft Wittmund noch den ostfriesischen Durchschnitt von rund 75 %[5], der seinerseits bereits deutlich über dem bundesrepublikanischen Durchschnitt von 52 % liegt. Mit etwa 4,5 % Waldanteil liegt Wittmund über dem ostfriesischen Durchschnitt von 2,6 %. Allerdings ist Ostfriesland im deutschlandweiten Vergleich extrem unterdurchschnittlich bewaldet. Die Forste im Stadtgebiet konzentrieren sich im Westen und Süden, der Norden hingegen ist völlig waldfrei, Bäume finden sich dort allein als Windfang nahe Gehöften. Im Süden Wittmunds rund um den Stadtteil Leerhafe gibt es zudem Wallhecken. Die Wasserflächen bestehen zum einen aus einigen Baggerseen im Bereich Ardorf/Collrunge im äußersten Südwesten des Stadtgebietes sowie aus der Harle und zahlreich Entwässerungsgräben.

Nachbargemeinden

Im Nordwesten grenzt Wittmund an die Gemeinden Dunum, Stedesdorf, Werdum und Neuharlingersiel (alle Samtgemeinde Esens im Landkreis Wittmund), im Nordosten an die Gemeinde Wangerland und im Osten an die Stadt Jever (beide Landkreis Friesland), im Süden an die Gemeinde Friedeburg (Landkreis Wittmund) und im Westen an die Stadt Aurich (Landkreis Aurich). Damit ist Wittmund die mittlere unter drei aneinander grenzenden Kreisstädten (von West nach Ost: Aurich, Wittmund, Jever).

Stadtgliederung

Die Kreisstadt Wittmund teilt sich in folgende 14 Ortschaften auf:

Neben diesen Ortsteilen gibt es eine große Zahl weiterer Ortschaften und Wohnplätze, die zu den Gemarkungen dieser Ortsteile gehören. Dabei handelt es sich oft um Ortschaften von nur wenigen Dutzend und teils gar weniger als einem Dutzend Häuser. Ihre ursprünglichen Namen sind jedoch bei den Einwohnern noch stets präsent und werden als Herkunftsbezeichnung genutzt.[6]

Klima

Wittmund liegt in der gemäßigten Klimazone. Das Stadtgebiet steht generell im direkten Einfluss der Nordsee. Da die Temperaturverhältnisse in Ostfriesland insgesamt den starken ozeanischen Einfluss zeigen, der mit größerer Küstennähe immer mehr zunimmt[7], variieren die Klimaverhältnisse in der Stadt Wittmund, die sich über mehr als 20 Kilometer in Nord-Süd-Richtung erstreckt und von der Nordseeküste bis hin zu Niedermoorgebieten im zentraleren Ostfriesland reicht. Im Sommer sind die Tagestemperaturen insgesamt tiefer, im Winter häufig höher als im weiteren Binnenland. Das Klima ist von der mitteleuropäischen Westwindzone geprägt.

Nach der Klimaklassifikation von Köppen befindet sich Wittmund in der Einteilung Cfb.

  • Klimazone C: Warm-Gemäßigtes Klima
  • Klimatyp Cf: Feucht-Gemäßigtes Klima
  • Klimauntertyp b: warme Sommer

Schutzgebiete

Der Küste vorgelagert sind die Inseln Spiekeroog und Wangerooge. Zwischen der Küstenlinie und den Inseln befindet sich das Wattenmeer, das als Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer unter Naturschutz steht und im Juni 2009 gemeinsam mit dem schleswig-holsteinischen und dem niederländischen Teil des Wattenmeers von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurde.[8]

Das Naturschutzgebiet Hohehahn befindet sich im Wittmunder Wald direkt nördlich der Bundesstraße B 210 und umfasst 8,5 Hektar. Es steht seit 1978 unter Naturschutz.[9] Ein sehr kleiner Teil des 1549 Hektar großen Landschaftsschutzgebietes Benser Tief (Unterschutzstellung 1980) liegt im äußersten Westen des Wittmunder Stadtgebietes, der Löwenanteil jedoch in der Samtgemeinde Esens. Eine Blutbuche in Leerhafe und eine Eiche nordwestlich des Ortes stehen bereits seit 1939 unter Schutz. Sie sind heute als Naturdenkmal ausgewiesen. Ein Feldgehölz bei Ardorf (Landschaftsschutzgebiet) mit einer Größe von 3,1 Hektar ist seit 1941 geschützt.[10]

Geschichte

Ur- und Frühgeschichte

Hügelgräber bei Rispel, heute baumbestanden

Die Geest rund um den Wittmunder Stadkern sowie im Süden des Stadtgebietes zählt zu den frühesten Siedlungsräumen Ostfrieslands. Älteste Funde von Feuerstein-Artefakten werden auf die Altsteinzeit datiert.[11] Aus der Zeit der jungsteinzeitlichen Trichterbecherkultur wurden im Bereich des heutigen Ortsteils Leerhafe viele Artefakte entdeckt. Als bedeutender Fund dieser Periode gilt der tiefstichverzierte Napf aus Rispel, der der jungsteinzeitlichen Trichterbecherkultur zugeordnet wird. Aufgrund weiterer Kleinfunde wird in Rispel eine jungsteinzeitliche Siedlung vermutet.[12]

Im Bereich des Knyphauser Waldes rund 7,5 Kilometer südlich von Wittmund befinden sich die Hügelgräber bei Rispel. Von den ursprünglich etwa 100 Grabhügeln, die aus der Bronzezeit stammen, wurden die meisten um 1900 eingeebnet. Es blieben nur drei an der Straße von Rispel nach Reepsholt erhalten.

Der Süden des heutigen Stadtgebietes zwischen den Orten Leerhafe und Ardorf war bereits in der Bronzezeit Kreuzungspunkt von Wegen zwischen dem Oldenburger Raum und der Küste. Dort verliefen die Vorgänger dessen, was im Mittelalter als Friesischer Heerweg bezeichnet wurde. Aus dem Raum Friedeburg kommend, verlief der Weg zunächst in nordwestlicher Richtung, bei Leerhafe/Rispel zweigte ein Weg in Richtung Nordosten (heute Jever) ab. Ein weiterer Weg führte in Richtung Nordwesten und teilte sich nahe Ardorf in Wege in Richtung der heutigen Stadtkerne von Wittmund und Aurich mit weiterem Abzweig in Richtung Esens. Untersuchungen in den 1950er-Jahren haben dieses Wegenetz anhand von Hügelgräbern und anderen Funden rekonstruiert.[13]

Mittelalter

Der Marktflecken war früh an das innerostfriesische Wegenetz angeschlossen und handelspolitisch auch zur nahen Küste orientiert. Um 1200 war Wittmund der zentrale Ort der Landgemeinde Wangerland und hieß zu dem Zeitpunkt Wiedemund oder Wiedemundheim. Die territorialen Einheiten der Landgemeinden orientierten sich in etwa an den alten friesischen Gauen. Esens war der Zentralort des Harlingerlandes.

Scherbenfunde auf dem Gelände des ehemaligen Johanniterklosters Burmönken

Zwischen Leerhafe und Asel befand sich im Mittelalter das Kloster Burmönken. Die erste urkundliche Erwähnung des Klosters stammt aus dem Jahr 1319.

Bereits am 27. September 1124 wurde Eggelingen erstmalig urkundlich erwähnt. Papst Calixt II. ordnete den Ort dem Kloster in Rastede zu. Zu einem ersten Höhepunkt im Kirchenbau im heutigen Wittmunder Gebiet kam es im 14. Jahrhundert, als mehrere Steinkirchen entstanden. Die heutigen Ortsteile der Stadt Blersum, Buttforde, Burhafe, Berdum und Funnix wurden 1420 erstmals urkundlich im Stader Copiar erwähnt.

Lage von Wittmund zur Harlebucht

Im Jahr 1362 durchbrach die Zweite Marcellusflut die alte Seedeichlinie und formte die tief ins Hinterland ragende Harlebucht, die mit mehreren Ausläufern bis an die Geeststandorte Esens, Wittmund, Burhafe und Jever reichte. Die Orte Eggelingen und Asel wurden dadurch zeitweise zu Inseln. Die Ausläufer der Harlebucht verlandeten im 15. Jahrhundert wieder und ab 1545 wurden die Nebenbuchten und die Hauptbucht systematisch eingedeicht, bis 1895 die heutige Küstenlinie bei Harlesiel erreicht wurde. Durch die Eindeichung entstanden neue Siele zur Entwässerung der eingedeichten Groden, an denen sich zumeist aufgrund der verkehrsgünstigen Lage Sielorte bildeten. Bei weiteren Eindeichungen wurden diese Sielorte zu Binnenstandorten.[14]

Die Häuptlingsfamilie der Kankena unterhielt im späten 14. Jahrhundert eine Burganlage in der Stadt. Um 1400 besetzten die Hamburger die Burganlage im Zusammenhang mit Vorwürfen der Unterstützung von Piraterie gegen das Hansetum. Die Freigabe der Burg an die herrschende Häuptlingsfamilie der tom Brok hatte auch zur Folge, dass die Kankenas wieder in Besitz ihres Anwesens kamen.

Der spätere Regent des Brokmerlandes, Focko Ukena, nutzte taktisch klug die damalige Schwäche der Kankenas und band sie in seine kriegerischen Unternehmungen mit ein (Schlacht auf den Wilden Äckern). Im Jahr 1454 fiel die Burganlage an den Harlinger Regenten Sibet Attena. Im gleichen Jahr vereinigte Sibet Attena die Herrlichkeiten Esens, Stedesdorf und Wittmund, um somit vorerst die Eigenständigkeit des Harlingerlandes gegen den ostfriesischen Grafen zu sichern.

Neuzeit bis 1744

Ostfrieslandkarte mit „Witmundt“ um 1600

Von 1522 bis zu seinem Tod 1540 war Balthasar von Esens Häuptling der ostfriesischen Herrlichkeiten Esens, Stedesdorf und Wittmund und damit Herrscher des Harlingerlandes. Balthasar verstarb ohne Nachkommen, und so fiel das Harlingerland an Graf Johann II. von Rietberg, den Sohn von Balthasars Schwester Onna von Esens. Johann II. war mit Agnes Gräfin von Bentheim-Steinfurt verheiratet. Das Paar hatte zwei Töchter. Im Jahr 1557 wurde Johann II. vom Niederrheinisch-Westfälischem Reichskreis aufgrund mehrerer Vergehen zu Haft verurteilt, in der er 1562 verstarb. Deshalb übernahm 1557 die Gräfin Agnes für ihre Töchter das Regieren. Im Jahr 1567 erteilte sie als Regentin Agnes Gräfin Rietberg dem Flecken Wittmund das Stadtrecht. Im 17. Jahrhundert verfielen diese Stadtrechte wieder und wurden erst 1929 erneut verliehen.[15]

Im Jahr 1584 wurde der Ort auf einer Karte „Witmondt“ genannt. Später erhielt der Ort im Rahmen der gräflichen Neuordnung eine Ämterverfassung und wird als Amt geführt. Erst 1600 fiel das Harlingerland, also auch Wittmund, durch politische und familienbedingte Zusammenschlüsse endgültig an Ostfriesland: Im Berumer Vergleich, einem am 28. Januar 1600 auf Burg Berum zwischen dem Grafen Enno III. und dem Hause Rietberg abgeschlossenen Vertrag, wurden die Abtretung des Harlingerlands und die Modalitäten der finanziellen Entschädigung geregelt.

Im Jahr 1607 erhielt Wittmund das Marktrecht von Graf Enno III. Das Harlingerland blieb direkt dem Grafen hörig. Landstände, wie sie sich in Ostfriesland herausgebildet hatten, und die 1611 im Osterhusischen Akkord ihre Rechte sichergestellt sahen, gab es im Harlingerland nicht. Stattdessen wurde in Esens eine fürstliche Kanzlei eingerichtet, die der Verwaltung des Landstrichs diente. Gleichwohl zählte das Harlingerland zur Grafschaft Ostfriesland. Sowohl Esens als auch Wittmund ragten aus der Amtsverfassung des Harlingerlandes jedoch kaum heraus, auch hier einen Unterschied zum Rest der Grafschaft bildend.

Im 17. Jahrhundert wurden weite Teile der Harlebucht wieder dem Meer abgerungen. Nacheinander wurden der Werdumer Altengroden (1617), der Enno-Ludwigs-Groden (bis 1658), der Klein-Charlottengroden (bis 1677), der Groß-Charlottengroden (bis 1679) und schließlich der Sophiengroden (bis 1698) gewonnen. Teile des eingedeichten Landes lagen auf oldenburgischem Gebiet, der Landzuwachs wurde gemeinsam betrieben und gemäß der Vereinbarung der Goldenen Linie auf die beiden Länder aufgeteilt. Entsprechend wurde auch die Anlegung eines neuen Siels als Entwässerungsdurchlass nötig: Auf das alte Funnixer Siel folgte 1658 das neue Funnixer Siel. Im 16. und 17. Jahrhundert entstand in Ostfriesland der Typus des Gulfhauses. Hintergrund waren die Landgewinnungsmaßnahmen und verbesserte Entwässerung in den Marschen, die einen intensiveren Ackerbau ermöglichten. Damit stieg auch der Platzbedarf für (Getreide-)Lagerflächen auf den Höfen, dem durch den Bau der Gulfhäuser entsprochen wurde. In den Marschen nördlich der Kernstadt wurde dieser Haustyp infolge der in guten Jahren reichen Ernten zumeist in größerer Bauweise errichtet. Die benötigten Backsteine wurden zumeist im Feldbrand hergestellt.[16]

Von der Weihnachtsflut 1717 war Wittmund in starkem Maße betroffen. Nach einer zeitgenössischen Übersicht des Predikanten Jacobus Isebrandi Harkenroth[17] kamen im Amt Wittmund, der den Großteil des heutigen Stadtgebietes umfasste, 373 Menschen in den Fluten um. Fast 1500 Stück Vieh (Rinder, Pferde, Schweine und Schafe) ertranken. 86 Häuser wurden von den Wassermassen komplett und weitere 325 teilweise zerstört.

1729 wurde der nächste Groden eingedeicht, der Carolinengroden. An seiner Nordspitze wurde wiederum ein neuer Sielort angelegt, der in den folgenden 150 Jahren – von Schwankungen unterbrochen – einen wichtigen Platz unter den ostfriesischen Hafenorten einnahm: Carolinensiel. Um den Ort zu besiedeln, ließ der Landesherr gar in niederländischen Zeitungen inserieren, um geeignete Interessenten anzuwerben. Im neuen Groden wurden 1730 bereits mehr als zwanzig Grundstücke in Erbpacht ausgegeben.

Erste preußische Herrschaft (1744–1806)

Im Jahr 1744 fiel Ostfriesland durch eine Exspektanz an Preußen. Damit endete auch die unterschiedliche verfassungsrechtliche Stellung des Harlingerlandes innerhalb Ostfrieslands. Die Kanzlei in Esens wurde aufgelöst. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entwickelte sich Wittmund für mehr als ein Jahrhundert zum Mittelpunkt des ostfriesischen Pferdehandels, eine Funktion, die bis dahin Weener zukam. Pferde wurden von hier bis nach Süddeutschland, Belgien, Frankreich und Italien verkauft.

Die 1776 geweihte Kirche in Carolinensiel

Der französische Revolutionskrieg von 1793 bis 1795 und der anschließende Basler Friede begünstigten die ostfriesische Schifffahrt, die unter der neutralen preußischen Flagge fuhr. Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse der Region wurden vornehmlich in die Niederlande und nach England ausgeführt. Davon profitierten vor allem die Marschen im Norden Wittmunds, aber auch der Hafen- und Sielort Carolinensiel als Umschlagplatz, der einen enormen Aufschwung verzeichnete: „Durch den lebhaften Handelsverkehr überflügelte Carolinensiel in wirtschaftlicher Hinsicht rasch seine Nachbardörfer.“[18] Dieser Aufschwung lässt sich auch an den Einwohnerzahlen ablesen: Waren 1758 in Carolinensiel erst rund 200 Einwohner zu verzeichnen, so stieg die Zahl bis 1793 auf 749 und bis 1821 (trotz zwischenzeitlicher wirtschaftlicher Rückschläge) auf 1618. Ausdruck der zunehmenden Bedeutung des Ortes ist auch ein Sakralbau: Die Kirche wurde am 20. Oktober 1776 geweiht. Bereits 1765 wurde der Friedrichsgroden eingedeicht. Unmittelbar nördlich von Carolinensiel entstand daraufhin an der Mündung der Harle die neue Friedrichsschleuse, die weiterhin die Zufahrt zum Hafen erlaubte. Groden und Schleuse wurden nach Friedrich dem Großen benannt.

Im Süden und Westen des heutigen Stadtgebiets, das gegen Ende des 18. Jahrhunderts noch deutlich großräumiger von Niedermoor und vor allem Heide bedeckt war, setzte eine zunehmende Kolonisierung dieser Ödflächen ein. So entstand im Bereich Leerhafe etwa ab 1796 Rispelerhelmt als Reihensiedlung auf einem schmalen Sandrücken, der ins Wiesmoor hineinragte. Bis 1823 stieg die Zahl der Einwohner langsam auf 23 Kolonisten, die in vier Häusern lebten. Auch im Ortsteil Müggenkrug begann am Anfang des 19. Jahrhunderts eine verstärkte Besiedlung, die die Zahl der Einwohner bis 1823 auf 70 stiegen ließ.[19] Neu besiedelt wurden in diesem Zeitraum auch die Orte Upstede, Negenbargen und Jackstede in der Gemarkung Burhafe. „Die Siedler kamen zum größten Teil aus den Nachbardörfern. Es waren in der Regel Arbeiter und Warfbesitzer der nächsten Geestgemeinden.“[20]

Von Holland zu Hannover (1806–1866)

Nach dem Frieden von Tilsit fiel Wittmund 1806 zunächst an das Königreich Holland, nach dessen Einverleibung durch Frankreich 1811 dann an das Napoleonische Kaiserreich. Nach dem fehlgeschlagenen Russlandfeldzug Napoleons kam es im benachbarten Oldenburger Land zu einer spontanen Erhebung von Bauern gegen die Franzosen, die auf Wittmunder Gebiet übergriff. Am 24. März 1813 gab es im Süden Wittmunds bei Rispel ein Gefecht zwischen Aufständischen und den französischen Besatzern, das diese für sich entschieden. Fünf Bauern kamen dabei ums Leben.[21]

Nach den Napoleonischen Kriegen fiel Wittmund – nach einem kurzen preußischen Intermezzo (1813–1815) mit dem gesamten Ostfriesland an das Königreich Hannover. Zwei Jahre später folgte eine Ämterreform, die das heutige Stadtgebiet betraf. Die Ortschaft Ardorf wurde aus dem Amt Aurich ausgegliedert und dem Amt Wittmund zugeordnet. Gleichermaßen folgte die Ausgliederung der Ortschaft Leerhafe mitsamt Umgebung, darunter der heutige Ortsteil Hovel, aus dem Amt Friedeburg und die Eingliederung ins Amt Wittmund. Die drei heutigen Ortsteile im Süden des Stadtgebiets zählen aus diesem Grund nicht zum historischen Harlingerland, der Rest des Stadtgebiets hingegen schon.

Die letzte große Sturmflut an der ostfriesischen Nordseeküste, die zu Deichbrüchen in großem Stil führte, ereignete sich 1825. Auch im Wittmunder Marschgebiet standen viele Höfe und Ländereien unter Wasser. Wirtschaftlich schwächere Bauern sahen sich daraufhin gezwungen, ihren Hof an finanzkräftigere Standesgenossen zu verkaufen oder auch an Städter, die die Höfe als Kapitalanlage sahen und sie in Zeitpacht wieder herausgaben.

Für das Jahr 1843 sind im Kernort Wittmund 297 Häuser mit 1999 Einwohnern dokumentiert. Es gab eine Branntweinbrennerei, vier Bierbrauereien, zwei Kattundruckereien und drei Kalkbrennereien sowie mehrere Viehhandlungen, Baumaterialienhandlungen, Töpfereien und eine Wein- und Kornhandlung.[22] Als im Königreich Hannover 1859 eine Ämterreform vorgenommen wurde, fiel das Amt Friedeburg an das Amt Wittmund.[23]

Erneut zu Preußen: Kaiserreich

Kreishaus des Landkreises Wittmund, fertiggestellt im Jahre 1901

Ab 1866 war Ostfriesland erneut ein Teil Preußens. Als das am nächsten gelegene preußische Gebiet war Wittmund von 1873 bis 1919 als Aufsichtsbehörde für das Königliche Preußische Jadegebiet am Jadebusen zuständig. Preußen hatte dort mit dem Jade-Vertrag vom 20. Juli 1853 ein 313 Hektar großes Gebiet zur Errichtung eines Stützpunktes für die preußische Marine gekauft.[24] Am 17. Juni 1869 erhielt das Gebiet den offiziellen Namen Wilhelmshaven. 1873 erhielt Wilhelmshaven die Stadtrechte und gehörte ab da als Exklave zunächst zum Amt Wittmund, später zum Landkreis Wittmund (bis 1919).

Das Land Preußen übernahm zunächst die Ämtergliederung mit den bestehenden Ämtern Aurich, Berum, Emden, Esens, Leer, Stickhausen, Weener und Wittmund. Ab 1884 erfolgte dann der Übergang des Ämterwesens in die Landkreisstruktur. In Ostfriesland entstanden die Landkreise Aurich, Emden, Leer, Norden, Weener und Wittmund sowie die kreisfreie Stadt Emden. Der zentral innerhalb des Kreises gelegene Flecken Wittmund wurde am 1. April 1885 Sitz des Landkreises Wittmund (gebildet aus den Ämtern Esens und Wittmund), obschon Esens nicht nur historisches Zentrum des Harlingerlandes war, sondern zu jenem Zeitpunkt auch Stadtrechte besaß und der größere Ort war (2283 Einwohner gegenüber 1901 in Wittmund). „Auf lokaler Ebene angestellte Überlegungen darüber, ob Esens, Wittmund oder gar Wilhelmshaven Sitz der neuen Kreisverwaltung sein sollte, entschied der Oberpräsident [in Hannover, d. Autoren] am 22. Mai 1884 kurzerhand mit der Feststellung: Daß der Landrath des Kreises Wittmund seinen Sitz in dem gleichnamigen Orte zu nehmen haben wird, betrachte ich außer Zweifel.[25] Das Kreishaus in Wittmund entstand 1901, bis dahin war die Kreisverwaltung im heutigen Amtsgerichtsgebäude untergebracht. Ebenfalls 1901 kam es zur Bildung einer eigenständigen Gemeinde Hovel, die bis dahin der Gemeinde Leerhafe angehört hatte. Bei ihrer Gründung hatte die Gemeinde Hovel knapp 13 Quadratkilometer Fläche und 469 Einwohner. Bis zu den Kommunalreformen um 1970 blieb dies die letzte große Veränderung im geografisch-administrativen Bereich im heutigen Stadtgebiet.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden auf dem Kreisgebiet mehrere Forsten, darunter auch in Wittmund. Hintergrund war dort die Auflösung der staatlichen Schäferei Hohehahn (1865). Bis dahin hatte auf den Heideflächen eine große Zahl von Schafen geweidet. Nach der Einstellung des Schäfereibetriebs wurden die Flächen aufgeforstet. Nach dem Abschluss der Aufforstungsmaßnahmen wurde der Wittmunder Wald 1893 zum Staatsforst erklärt. Aufgeforstet wurde zudem der Collrunger Forst im äußersten Südwesten des heutigen Stadtgebiets. Wegen dieser Aufforstungen ist Wittmund heute deutlich waldreicher als fast alle anderen ostfriesischen Kommunen.

Der Hafenort Carolinensiel verlor in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mehr und mehr an Bedeutung. Hauptgrund war das Aufkommen des Dampfschiffes, das den Segler ablöste. Der Hafen konnte die zunehmenden Schiffsgrößen nicht mehr bewältigen, da das Fahrwasser zu wenig Tiefgang aufwies und nur zu hohen Kosten hätte ausgebaut werden können. Waren 1879 noch 40 Schiffe im Sielort beheimatet, so sank die Zahl auf 20 im Jahre 1885 und auf sechs im Jahre 1895.[26]

Politisch waren während der gesamten Zeit des Kaiserreiches die Liberalen, und hier in erster Linie die Nationalliberalen, tonangebend. Ein sozialdemokratischer Arbeiterverein entstand erst 1908, entsprechend dem geringen Industrialisierungsgrad in Wittmund. Allerdings wirkten sich die Nähe zur Hafenstadt Wilhelmshaven und die Pendlerströme dorthin positiv auf die Bildung einer sozialdemokratischen Vereinigung aus.

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs bedeutete für Wittmunder Männer die Einberufung in das Ostfriesische Infanterie-Regiment Nr. 78. Im Verlauf des Kriegs entstand ab 1916 auf einem zuvor einem Waldbrand zum Opfer gefallenen Teilstück des Wittmunder Waldes der Fliegerhorst Wittmundhafen. Dort waren Zeppeline stationiert. Etwa 600 Militärangehörige rückten in die neu entstandene Garnison ein.[27]

Weimarer Republik

Einige Tage nach dem Beginn der Novemberrevolution, die nur wenige Kilometer von Wittmund entfernt, auf der Schillig-Reede vor Wilhelmshaven, ihren Anfang nahm, entstand in Wittmund am 10. November 1918 ein Soldatenrat. Er wurde gebildet von Angehörigen der in Wittmundhafen stationierten Fliegereinheiten. Ein Arbeiterrat gründete sich am 14. November in einer Wittmunder Gaststätte, etwa 600 Personen nahmen an der Gründung teil. Er diente in erster Linie der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und war weniger als in anderen Orten von Mitgliedern der USPD und der SPD dominiert, vielmehr waren auch ein Landwirt, ein Rechtsanwalt und ein Beamter vertreten, neben Arbeitern zudem drei Handwerksmeister für die produzierenden Stände. „So ist es auch nicht verwunderlich, daß sich die Mitglieder des Rates zum großen Teil decken mit den Mitgliedern der Fleckensvertretung vom März 1919.“[28] Auch in Carolinensiel hatte sich ein Arbeiter- und Soldatenrat gebildet. Die Arbeiter- und Soldatenräte wurde am 25./26. Februar 1919 aufgelöst.

Bei den ersten Wahlen zur Weimarer Nationalversammlung 1919 kamen die Parteien der Weimarer Koalition auf rund 80 % der Stimmen. Davon holte die DDP alleine bereits die absolute Mehrheit der Stimmen im gesamten Landkreis, der also vorrangig linksliberal wählte. Auch bei der eine Woche später stattfindenden Wahl zur preußischen Landesversammlung errang die DDP den Sieg. Herausragende Ergebnisse holte sie im Kernort Wittmund mit 61,8 % und im späteren Ortsteil Eggelingen mit 70 %. Doch bereits bei der Reichstagswahl 1920 brachen die Linksliberalen ein und fielen von der absoluten Mehrheit im Landkreis auf 17 %, während sie im Kernort Wittmund immerhin noch 30,3 % errangen. Zugute kam dies vor allem der nationalliberalen DVP und teils auch der DNVP. Die Sozialdemokratie spielte in Wittmund nur eine untergeordnete Rolle, die SPD kam auf 5,5 % der Stimmen in Wittmund, während es kreisweit etwa 10 % waren. Beide Ergebnisse blieben aber weit hinter den reichsweiten Ergebnissen der Partei zurück. „Erstaunlicherweise“[29] gab es 1920 im bürgerlich-liberalen Wittmund auch eine Parteisektion der KPD, allerdings mit überschaubarem Zulauf.

Logo des Stahlhelm: Er war im Kreis Wittmund sehr stark vertreten

Ab etwa 1923 fand im Landkreis Wittmund ein spürbarer Schwenk nach rechts statt. In jenem Jahr wurden im Kreise mehrere Ortsgruppen des Stahlhelms gegründet, in der Kreisstadt am 30. Januar 1923. Dieser „Bund der Frontsoldaten“ fand in den nächsten Jahren enormen Zulauf, ebenso die Jugendorganisation Jungstahlhelm. Eine Ortsgruppe wurde auch in Carolinensiel gegründet, im Folgejahr zudem in Burhafe und Buttforde. Der Stahlhelm war vor allem in den Ortschaften nördlich von Wittmund aktiv, während südlich der Kreisstadt in den Folgejahren die NSDAP schnell zur führenden Kraft im rechtsradikalen Spektrum wurde.

Bei der Reichstagswahl 1924 trat im Landkreis Wittmund erstmals der Völkischsoziale Block in Erscheinung, ein Zusammenschluss aus Deutsch-Völkischer Freiheitspartei und NSDAP. Ein Kreisverband wurde am 26. April 1924 ins Leben gerufen.[30] Bei den Völkischen trat in den Folgejahren der Lehrer Heinrich van Dieken aus Carolinensiel als einer der Hauptredner in Erscheinung. Die Wahl im Mai erbrachte den Völkischen einen Stimmenanteil von 46,4 %. Hinzu kamen weitere 14,6 % der Stimmen für die DNVP, so dass die extreme Rechte im Landkreis insgesamt etwa 61 % der Stimmen holte. Besonders hohen Zulauf hatten die Völkischen im Süden des Landkreises, neben den Orten der heutigen Gemeinde Friedeburg auch im Süden Wittmunds: In Ardorf wählten 74,6 % die Völkischen, in Leerhafe sogar 78,4 %. Die Hochburgen der Rechten lagen fast ausnahmslos in den Geest- und Moorgebieten, wo Kleinbürgern sowie Klein- und Mittelbauern im Gefolge der Inflationskrise „die wirtschaftliche Existenzsicherheit unter den Füßen wegzuschwimmen begann“.[31] Die Ausnahme bildete der Küstenort Carolinensiel, wo der erwähnte Lehrer van Dieken aktiv war. Die ehemals starke DDP konnte sich lediglich im Kernort Wittmund noch einigermaßen halten und wurde mit 17,5 % zweitstärkste Kraft hinter den Völkischen, ansonsten blieb sie im heutigen Stadtgebiet ohne Belang.

Von einer Versammlung der NSDAP im Kernort Wittmund war im März 1929 zu lesen. Im Februar 1930 gründete sich schließlich eine Ortsgruppe.[32] 1931 folgten Ortsgruppen in Ardorf und Leerhafe, im Jahr darauf auch in Willen. Nach Gründung der ersten SA-Verbände kam es im Februar 1931 zu einem Aufmarsch von NSDAP und SA auf dem Wittmunder Marktplatz. Zwischen den Rechten und SPD-Anhängern kam es in den Endjahren der Weimarer Republik mehrfach zu Zusammenstößen, so etwa 1930 bei einer SPD-Veranstaltung mit dem Leeraner Reichstagsabgeordneten Hermann Tempel. Auch mit der – ohnehin im Landkreis Wittmund recht unbedeutenden – KPD kam es zu Zusammenstößen, so bei einer Saalveranstaltung 1932 in Buttforde, bei der sich 20 Kommunisten ungefähr 300 Rechten gegenübersahen. Dort blieb es bei verbalen Scharmützeln.

Unterstützung erhielten die Rechten schon seit Mitte der 1920er Jahre von der führenden Lokalzeitung Anzeiger für Harlingerland, der sich durch einseitige Berichterstattung hervortat und dies im November 1932 mit dem Beitrag kommentierte: „(…) daß wir dem nationalsozialistischen Gedanken von Vornherein Achtung erwiesen haben, schon in einer Zeit, als er von sehr wenigen verstanden und gebilligt wurde.“ [33] Daneben waren auch einzelne Lehrer und mehrere Pastoren, die später den Deutschen Christen beitraten, im Sinne der Völkischen und später der Nationalsozialisten aktiv. Dementsprechend verbuchten die Nationalsozialisten gegen Ende der Weimarer Republik im Landkreis Wittmund einige ihrer besten Ergebnisse in der Provinz Hannover und teils darüber hinaus.

Das Jahr 1929 erbrachte für Wittmund die erneute Verleihung der Stadtrechte, nachdem sie diese bereits um 1500 besessen, jedoch in der Folgezeit wieder verloren hatte und bis dahin als Flecken galt. Seither ist Wittmund auch kommunalrechtlich die Kreisstadt des Landkreises.

Nationalsozialismus

Am Abend des 30. Januar 1933, dem Tag der „Machtergreifung“, veranstalteten rund 150 SA-Angehörige einen Fackelzug durch die Wittmunder Innenstadt. Vor der Reichstagswahl im März 1933 hatten die lokalen SPD- und KPD-Vertreter im Landkreis Wittmund noch versucht, eine Einheitsliste der beiden Arbeiterparteien aufzustellen. Dies wurde den lokalen KPD-Funktionären von deren Bezirksleitung in Bremen jedoch ausdrücklich untersagt. Bei der Reichstagswahl im März errang die NSDAP im Kreis Wittmund 71 Prozent der Stimmen, zusammen mit der DNVP kam sie auf 86 Prozent. Die NSDAP-Funktionäre ließen daraufhin sämtliche Rathäuser in den Gemeinden des Kreises besetzen, was problemlos geschah. Rund 150 SA-Männer zogen am Morgen des 6. März zum Wittmunder Rathaus und besetzten das Gebäude.

„Der Übergang von der Republik zum nationalsozialistischen Herrschaftssystem durch die Machtergreifung Hitlers am 30.1.1933 kam für Wittmund mehr oder weniger „zwangsläufig“. Die NSDAP hatte im hiesigen Landkreis schon viele triumphale Erfolge feiern können, so daß die eigentliche Machtergreifung keine besondere Aufregung mehr hervorrief.“

Inge Lüpke-Müller: Der Landkreis Wittmund zwischen Monarchie und Diktatur, S. 76

Auch auf kommunaler Ebene sicherten sich die Nationalsozialisten Einfluss, wenn es bei den Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung und zum Kreistag auch weiterhin Einzelpersonen oder lokale Listen in die Kommunalvertretungen schafften. In der ersten Stadtverordnetenversammlung in Wittmund am 30. März 1933 wurde beschlossen, mehrere Straßen umzubenennen, darunter die Bahnhofstraße in Adolf-Hitler-Straße, sowie Hitler die Ehrenbürgerschaft zu verleihen. Neben dem Landrat blieb auch der Bürgermeister im Amt, da beide den Nationalsozialisten zuvor nicht allzu unangenehm aufgefallen waren.[34]

Gedenkplakette am Standort der abgebrochenen Synagoge

Juden sahen sich nach 1933 zunehmender Verfolgung ausgesetzt, was diese zur Emigration veranlasste. Der letzte Prediger, Lehrer und Kantor, Abraham Straßfeld, wanderte am 27. März 1935 mit seiner Familie in die USA aus. Die Synagoge wurde im Juni 1938 von der jüdischen Gemeinde an einen Kaufmann auf Abbruch verkauft, so dass sie bei den Novemberpogromen 1938 schon nicht mehr vorhanden war. Andere Häuser von Juden wurden bei den Pogromen aufgebrochen und geplündert. 20 Gemeindeglieder wurden zusammengetrieben und anderentags zusammen mit etwa 200 anderen jüdischen Ostfriesen nach Oldenburg überführt, von wo aus sie ins Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert wurden. Erst nach und nach wurden sie wieder freigelassen. Die Jüdische Gemeinde löste sich nach den Pogromen schnell auf. Am 16. April 1940 wurde Wittmund vom Kreisoberinspektor für „judenfrei“ erklärt.

Zwei Einwohner Hovels wurden während der NS-Zeit – wegen einer erbbedingten Gehbehinderung – einer Zwangssterilisation unterzogen.[35] Im Ortsteil Leerhafe kam es nachweislich zu zwölf Zwangssterilisationen.[36]

Seit 1944 waren in Wittmund Raketenjäger Me-163 stationiert.

Die Aufrüstung des Dritten Reiches ging auch an Wittmund nicht vorbei. Zum zweiten Mal nach 1916 wurde der Fliegerhorst Wittmundhafen Standort eines fliegenden Verbandes. Dort waren seit Ende der 1930er Jahre Jagdflugzeuge der Luftwaffe stationiert, seit 1944 auch das erste Flugzeug, das die 1000-km/h-Marke durchbrach, der „Raketenjäger“ Messerschmitt Me 163.[37]

Während des Zweiten Weltkriegs gab es auf dem heutigen Stadtgebiet diverse Kriegsgefangenenlager, in denen Angehörige mehrerer Nationalitäten untergebracht waren. In Burhafe waren beispielsweise 42 Russen und 60 Franzosen interniert, in Blersum zwischen 18 und 28 Personen, zu 80 % Belgier und zu 20 % Franzosen. In Buttforde existierte ein Gefangenenlager für 60 Franzosen. Auch in weiteren Ortsteilen bestanden solche Lager. Alle Insassen wurden zumeist in der Landwirtschaft eingesetzt.

Der Fliegerhorst Wittmundhafen war mehrfach Ziel von alliierten Bombereinheiten. Bei Bombenabwürfen wurden auch umliegende Ortschaften in Mitleidenschaft gezogen, zumeist durch „verirrte“ Bomben. Der Kernort selbst wurde – im Gegensatz zum benachbarten Esens – nicht Ziel eines direkten Angriffs. Im Stadtgebiet, unter anderem in Asel, wurden Ausgebombte aus Wilhelmshaven in Notunterkünften untergebracht.[38] Das Kriegsende verlief auf dem heutigen Wittmunder Stadtgebiet kampflos. Kanadische und polnische Einheiten waren bis Anfang Mai 1945 in den Raum Großefehn, zirka 15 Kilometer südwestlich von Wittmund, vorgedrungen. Nach der Kapitulation der Wehrmacht wurde Ostfriesland nördlich des Ems-Jade-Kanals, also auch das Wittmunder Stadtgebiet, zur Internierung von kriegsgefangenen deutschen Soldaten genutzt, die erst nach und nach heimkehren konnten.

Nachkriegszeit

Der Landkreis Wittmund nahm nach dem Zweiten Weltkrieg eine große Zahl von Flüchtlingen aus den Ostgebieten des Deutschen Reiches auf. Davon waren nicht nur die Gemeinden im Moor und auf der Geest betroffen, sondern in hohem Maße auch die Marschgegenden. Sie waren aufgrund ihrer hohen landwirtschaftlichen Produktivität ein Ziel der Flüchtlinge, die sich dort eine stabile Ernährungslage erhofften.

Durch zunehmende Mechanisierung gingen nach dem Krieg mehr und mehr Arbeitsplätze in der Landwirtschaft verloren. Damit folgte Wittmund einem Trend, der sich auch überall sonst in Deutschland und in anderen Ländern zeigte. Da die Stadt (wie der gesamte Landkreis) jedoch kaum industrialisiert war, gab es dementsprechend wenig Alternativen zur Arbeitsaufnahme vor der Haustür. Viele Flüchtlinge, die erst kurz zuvor in den Landkreis gekommen waren, verließen ihn wieder und gingen in prosperierendere Regionen. Nach dem Krieg nahm allerdings auch die Zahl der Auspendler noch weiter zu. Ziel der Auspendler war, wie schon seit Jahrzehnten, Wilhelmshaven. Hinzu kam ein Werk des Schreibmaschinenherstellers Olympia Werke im Schortenser Stadtteil Roffhausen, das dort nach dem Krieg angesiedelt wurde. Im Jahre 1965 waren in dem Werk Arbeitnehmer aus fast allen Dörfern des Kreisgebiets, vor allem dem östlichen und südlichen Teil, beschäftigt, also auch aus dem Wittmunder Raum. Zehn Prozent aller Olympia-Beschäftigten pendelten zu jenem Zeitpunkt aus dem Landkreis Wittmund ein. In der Stadt selbst gab es bescheidene Ansätze einer Industrialisierung, unter anderem durch ein Zweigwerk des Reißverschluss-Herstellers Opti.[39]

Nachdem sich bereits 1956 ein Bade- und Verkehrsverein Carolinensiel gegründet hatte, wurde in den folgenden Jahrzehnten der Tourismus als ein Standbein in dem Küstenort ausgebaut. Es entstanden Kureinrichtungen, neue Campingplätze, Hotels und Pensionen sowie Marinas. Auch ein Badestrand wurde westlich von Harlesiel aufgespült, wo ebenfalls 1956 die letzte Eindeichungsmaßnahme auf dem Stadtgebiet stattgefunden hatte. Die Rückgewinnung der Harlebucht war damit nach mehreren Jahrhunderten zu einem Abschluss gekommen.

Seit 1961 ist Wittmund erneut Garnisonsstadt. Zum dritten Mal in der Stadtgeschichte wurde ein Verband der Luftwaffe nach dorthin verlegt, das Jagdgeschwader 71, das bis heute dort stationiert ist.

Bei der Kommunalreform 1972 wurden 13 umliegende Orte nach Wittmund eingemeindet. Die Stadt wuchs damit auf ihre heutige Größe von rund 210 Quadratkilometern. Nach der niedersächsischen Gemeindereform 1972 fand 1977 auch eine Kreisreform statt mit dem Ziel, kleine Landkreise zu größeren zusammenzuführen. Das Ziel war, auf diesem Wege leistungsfähigere Landkreise zu schaffen. Der Kreis Wittmund wurde im Zuge dieser Reform mit dem (einwohnerstärkeren) Landkreis Friesland im Oldenburgischen verschmolzen. Der Landkreis hieß „Friesland“, Kreisstadt wurde Wittmund – anstatt Jever, das Kreisstadt des bisherigen Landkreises Friesland war. Aufgrund von politischen (und historisch bedingten) Differenzen wurde 1980 nach einer Klage vor dem Niedersächsischen Staatsgerichtshof in Bückeburg die Reform wieder rückgängig gemacht.[40] Der Landkreis Wittmund besteht seither wieder in den Grenzen von 1977, Kreisstadt war und ist Wittmund.

Namensentwicklung

Die heutige Schreibweise des Stadtnamens Wittmund ist seit 1434 bezeugt. Ältere Schreibweisen sind Wiedemund oder Wiedemundheim (um 1200) sowie Vytmunde oder Witmunde (um 1400).[41] Über die Herkunft und Bedeutung des Namens existieren eine Reihe von Theorien. Die Volksetymologie deutet Wittmund als Weite Mündung. Eine weitere Deutung versucht, den Stadtnamen vom friesischen Wytumna (Kleine Feuchtwiese) herzuleiten. Einen lateinischen Ursprung meinte der Heimatforscher Heinrich Heyers zu erkennen. Wittmund sei ein aus vitis (Dienststab eines römischen Centurios) und munitio (Befestigung) zusammengesetzter Ortsname. Er deute auf einen römischen Militärstützpunkt hin, der den Landweg zwischen Ems und Weser abgesichert habe. Nach einer weiteren Erklärung geht Wittmund auf Wittumb zurück, einen weißen Turm, der seinen Standort auf dem Rickersberg bei Eggelingen gehabt hat und als Seezeichen in der Harlebucht diente. Auch die Herleitung vom altfriesischen hwit (heilig) und munnek (Mönch) wurde in der Vergangenheit diskutiert. Die Vermutung, dass eine Person hinter dem Ortsnamen steckt, geht auf eine Urkunde aus dem 12. Jahrhundert zurück. Durch sie wurde eine von Friesen aus Wiedemundheim (Heim des Wiedemund) gemachte Schenkung an des Kloster Fulda beglaubigt.[42]

Eingemeindungen

Wittmund und Aurich sind die beiden ostfriesischen Städte, die sich bei der Niedersächsischen Kommunalreform im Jahre 1972 am weitesten ausgedehnt haben. Sie sind daher nicht zufällig auch die beiden flächengrößten Kommunen Ostfrieslands und grenzen erst seit der Kommunalreform direkt aneinander an. Während die Ortsteile Asel und Egglingen bereits zum 1. Juli 1972 nach Wittmund eingemeindet wurden, kamen per 16. August 1972 auch Ardorf, Blersum, Burhafe, Buttforde, Harlesiel, Hovel, Leerhafe, Uttel und Willen hinzu. Die Gemeinde Harlesiel wurde bereits 1968 aus den Gemeinden Berdum, Carolinensiel und Funnix gebildet.

Einwohnerentwicklung

Zwischen dem Anfang des 19. Jahrhunderts und dem Anfang des 21. Jahrhunderts ist die Einwohnerzahl der Stadt (bis 1929: des Fleckens) Wittmund sehr deutlich gestiegen: von 1615 im Jahre 1816 auf knapp 21.000 im Jahre 2011.[43] Dies hatte im Wesentlichen zwei Gründe: zum einen dem Zuzug von Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg, der die Einwohnerzahl etwa verdoppelte; in noch viel deutlicherem Ausmaß jedoch der Eingemeidung von 13 neuen Stadtteilen (zuvor Umlandgemeinden) im Zuge der Kommunalreform 1972, wodurch sich die Einwohnerzahl ungefähr verdreifachte. Seitdem ist Wittmund nur wenig gewachsen.

Jahr Einwohner
1816 1.615
1833 1.978
1864 1.951
1872 1.888
1890 1.941
Jahr Einwohner
1905 2.116
1910 2.141
1925 2.411
1939 2.811
1945 3.460
Jahr Einwohner
1950 4.786
1954 4.418
1969 6.600
1980 19.180
2010 20.756

Die Betrachtung auf Grundlage des heutigen Stadtgebiets ergibt hingegen folgendes Bild:

Jahr Einwohner
1793 8.076
1821 9.246
1845 11.896
1875 11.456
1905 11.202
Jahr Einwohner
1925 12.015
1939 12.873
1946 18.730
1950 18.939
1956 16.630
Jahr Einwohner
1961 16.298
1965 17.856
1980 19.180
2010 20.756

Der Anstieg der Einwohnerzahlen zwischen 1793 und 1845 ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Zum einen verbesserte sich die ärztliche Versorgung. Zum anderen wurde in jener Zeit, besonders nach 1815, die Kolonisation der Moore wieder aufgenommen, die 1791 von der preußischen Verwaltung zunächst zurückgedrängt wurde. Entsprechend stiegen in den Moor- und Geestgegenden des Stadtgebietes die Einwohnerzahlen. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts allerdings führte dieser Bevölkerungsüberdruck zu höherer Ab- und Auswanderung, da die Zahl der Arbeitsmöglichkeiten mit der Bevölkerungszunahme nicht Schritt halten konnte. Gleiches gilt auch für die Marschgebiete, wo die Landarbeiter zu wenig Jobmöglichkeiten hatten. Dies führte während der zweiten Hälfte des 19. Jahrthunderts zu einer Stagnation und teils sogar zu einem Rückgang der Einwohnerzahlen. Erst seit dem frühen 20. Jahrhundert nahmen die Einwohnerzahlen wieder zu. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auf dem Stadtgebiet mehrere Tausend Ostflüchtlinge aufgenommen. Auch sie fanden im folgenden Jahrzehnt jedoch nicht genügend Arbeitsmöglichkeiten, so dass viele wieder abwanderten. Der Tiefpunkt der Nachkriegszahlen wurde Anfang der 1960er Jahre erreicht, anschließend erbrachten neue Industrieansiedlungen in der Umgebung (vor allem in Wilhelmshaven/Schortens) neue Jobs. Die Einwohnerzahl auf dem Wittmunder Stadtgebiet stieg in den folgenden rund vier Jahrzehnten bis zur Jahrtausendwende leicht auf etwa 21.000 an, seitdem ist die Einwohnerzahl der Stadt recht konstant.

Religion

Evangelisch-lutherische Kirche St. Nikolai
Neuapostolische Kirche Wittmund
Katholische Kirche St. Bonifatius

Die Christentumsgeschichte Wittmunds und des Harlinger Landes reicht bis ins 9. Jahrhundert zurück. In Burmönken, einer Ortschaft, die heute zum Wittmunder Stadtgebiet gehört, befand sich das Johanniterkloster Kommende Burmönken, das um die Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert gegründet worden war. Es wurde 1514 zerstört und später als Steinbruch genutzt. An seine Existenz erinnert ein mit einem Johanniterkreuz versehenes Denkmal im Zentrum der Ortschaft Burmönken. Bereits 1420 wird die Sendkirche Wittmund im Bistum Bremen urkundlich erwähnt. Der Sendkirche Wittmund waren die Kirchspiele Middels, Blersum, Funnix, Berdum, Eggelingen und Asel unterstellt. Auch die Ortsbezeichnungen Berum und Isebenysze werden mit benannt.[44] Die Sendkirchen hatten als regionale Ecclesia Matrix (Mutterkirche) die Aufgabe, die Glaubenslehre in die ländlichen Gebiete zu vermitteln.

Um 1538/1539 vollzog sich im Harlingerland und den angrenzenden Bereichen die Reformation. Die Besonderheit im Harlingerland und den Grenzgebieten war, dass der Harlinger Regent Junker Balthasar von Esens die lutherische Glaubenslehre unterstützte und förderte, obwohl er zunächst mit dem katholischen Herzog von Geldern kooperierte, um seinen Herrschaftsbereich wieder zu vergrößern. Verfolgte Prediger wie die Pastoren Folkerts aus Ardorf und Visbeck aus Burhafe wurden von Junker Balthasar aufgenommen. Im Jahr 1538 vermittelte der Harlinger Regent ein Religionsgespräch zwischen dem lutherischen Pastor Visbeck und dem Wittmunder Prediger Pflücker, einst Vorkämpfer auf katholischer Seite. Auch Junker Balthasar nahm an dem Gespräch teil. Im Ergebnis dieses Disputs trat Pastor Pflücker nun zum lutherischen Glauben über und predigte die neue Lehre auch in der Wittmunder Kirche. Noch heute sind das alte Harlingerland und die Grenzbereiche lutherisch geprägt. Radikale Strömungen, wie Ansätze des Täufertums, konnten im konservativen Harlingerland kaum Fuß fassen. Eine römisch-katholische Gemeindebildung erfolgte erst nach dem Zweiten Weltkrieg aufgrund des Flüchtlingzustroms aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Ansätze freikirchlicher Gemeindegründungen gab es auf Wittmunder Stadtgebiet zwar schon vor der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, sie blieben aber erfolglos. Von Wilhelmshaven aus erfolgte 1949 die Gründung der Neuapostolischen Kirchengemeinde Wittmund. Juden in Wittmund wurden 1637 zum ersten Mal urkundlich belegt. An die dreihundertjährige Geschichte einer jüdischen Gemeinde in der Harlestadt erinnern heute mehrere Gedenkstätten.

Christentum

Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde

Die heutige St.-Nikolai-Kirche der Evangelisch-lutherischen Gemeinde befindet sich im Zentrum der Stadt und hatte vermutlich drei Vorgängerbauten. Das jetzige Gotteshaus stammt aus dem Jahr 1776 und wurde teilweise durch eine Lotterie finanziert. Die Gemeinde ist in drei Pfarrbezirke unterteilt. Das zentrale Büro der Kirchengemeinde, die auch zwei Kindergärten in Wittmund betreibt, befindet sich am Kirchplatz 3.[45]

In Asel befindet sich eine evangelisch-lutherische Jugendbildungsstätte.[46]

Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde

Die evangelisch-freikirchlichen Christen des Wittmunder Stadtgebietes werden von der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Jever und der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Esens aus betreut. In den Nachkriegsjahren gab es in Wittmund-Isums eine evangelisch-freikirchliche Notkirche, die vor allem von Flüchtlingen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten besucht wurde.[47]

Römisch-katholische Kirchengemeinde

Die römisch-katholische Kirchengemeinde Wittmund bildet mit den Gemeinden in Aurich, Wiesmoor und Neustadtgödens eine Pfarreiengemeinschaft.[48] Diese gehört zum Dekanat Ostfriesland des Bistums Osnabrück.

Neuapostolische Gemeinde

Die neuapostolische Kirchengemeinde Wittmund wurde 1949 gegründet.[49] Sie gehört zum Bezirk Wilhelmshaven der Neuapostolischen Kirche Norddeutschland.

Judentum

Gedenkstätte für die ermordeten jüdischen Bürger Wittmunds
Hauptartikel: Jüdische Gemeinde Wittmund

Eine jüdische Gemeinde bestand in Wittmund über einen Zeitraum von rund 300 Jahren. Ihre Anfänge gehen auf das 17. Jahrhundert zurück. Der erste konkrete Hinweis über die Anwesenheit von Juden in Wittmund stammt aus dem Jahre 1639. Nach 1933 ausgegrenzt und verfolgt, emigrierten viele Juden. Die im 18. Jahrhundert erbaute Synagoge der jüdischen Gemeinde wurde, nachdem die Gemeinde immer kleiner wurde, im Juni 1938 von der jüdischen Gemeinde an einen Kaufmann auf Abbruch verkauft. Sie fiel somit den Novemberpogromen nicht zum Opfer, sondern wurde bereits vorher abgerissen. Dennoch wurden auch in Wittmund Häuser jüdischer Bürger aufgebrochen, ihre Geschäfte und ihr Privateigentum geplündert sowie 20 Gemeindemitglieder zusammengetrieben.

An die jüdische Gemeinde wird heute mit einem Gedenkstein ermordeten jüdischen Bürger Wittmunds auf dem jüdischen Friedhof und einer Gedenktafel zur Erinnerung an die ehemalige Synagoge erinnert.

Politik

Rathaus

Innerhalb Ostfrieslands, das bei Wahlen eine traditionelle Hochburg der SPD ist,[50] hat der östliche Rand der Region mit dem Harlingerland (und damit auch der Stadt Wittmund) insofern eine Sonderrolle, als die CDU dort stark vertreten ist und bei Wahlen oft vor der SPD liegt. Lediglich in den Marschgemeinden mit ihrem früher hohen Landarbeiter-Anteil konnte die SPD schon früh Erfolge erringen.

Im Kaiserreich war Wittmund, wie der gesamte Landkreis, eine Hochburg der Liberalen und hier vor allem der Nationalliberalen. In den ersten Jahren der Weimarer Republik setzte sich dies fort, ehe die Nationalsozialisten dort bereits seit Mitte der 1920er Jahre eine ihrer Hochburgen in der Provinz Hannover hatten. Nach dem Zweiten Weltkrieg errang zunächst die FDP die führende Rolle: „Es schien, als sei hier ein Großteil der Wähler einfach in vornationalsozialistische Bewußtseinslagen und Verhaltensweisen zurückgekehrt.“[51] Bei der Bundestagswahl 1949 errang die SPD im Kernort, in Asel und in den vier Marschgemeinden Funnix, Berdum, Buttforde und Carolinensiel die Mehrheit, in allen anderen Ortsteilen holte die FDP die meisten Stimmen.[52]

Die CDU, die in ganz Ostfriesland erst spät organisatorisch in Erscheinung trat, übernahm Anfang der 1950er Jahre die führende Rolle von der FDP, die gleichwohl bis in die 1960er Jahre noch deutliche Stimmenanteile errang. Bei der Bundestagswahl 1961 holten die Liberalen in keinem Ortsteil weniger als zehn Prozent der Stimmen, in drei Ortsteilen zwischen 30 und 40 Prozent.[53]

Die CDU gewann bereits bei der Bundestagswahl 1953 die (relative) Mehrheit in den meisten Ortsteilen, lediglich in Uttel musste sie der FDP und in Funnix, Berdum, Carolinensiel und Asel der SPD den Vortritt lassen. Die Christdemokraten haben seitdem in Wittmund und im Landkreis ihren stärksten Rückhalt unter den ostfriesischen Landkreisen. Bei der Bundestagswahl 1969 gewann die CDU in sechs Ortsteilen die absolute und in drei weiteren die relative Mehrheit. In fünf Ortsteilen sicherte sich die SPD die relative Mehrheit.

Seit der Bundestagwahl 1972 holte die SPD in Wittmund deutlich auf, wenngleich sie seitdem zumeist hinter der CDU zurückblieb. Die „Willy-Brandt-Wahl“ 1972 brachte der Sozialdemokratie, die bei nationalen Wahlen im Kaiserreich, in der Weimarer Republik und in den Anfangsjahren der Bundesrepublik nie Ergebnisse erzielte wie im westlichen Ostfriesland, erstmals die absolute Mehrheit in sechs Ortsteilen und die relative in zwei weiteren, darunter der Kernstadt. Lediglich der Süden des Stadtgebiets mit Ardorf, Hovel und Leerhafe blieb auch bei dieser Wahl fest in der Hand der CDU.

Stadtrat

Der Rat der Stadt Wittmund besteht aus 34 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Stadt mit einer Einwohnerzahl zwischen 20.001 und 25.000 Einwohnern.[54] Die 34 Ratsfrauen und Ratsherren werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011.[55]

Stimmberechtigt im Rat der Stadt ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister. Dies ist seit dem 1. November 2006 der direkt gewählte Bürgermeister Rolf Claußen von der CDU.

Die letzte Kommunalwahl vom 11. September 2011 ergab das folgende Ergebnis:[56]

Partei  Anteilige Stimmen  Anzahl Sitze  Veränderung Stimmen  Veränderung Sitze
CDU 52,05 % 18 + 1,85 % 0
SPD 34,65 % 12 − 1,65 % 0
Bündnis 90/Die Grünen 5,79 % 2 + 2,66 % + 1
BFB 4,08 % 1 − 1,49 % − 1
FDP 1,76 % 1 − 2,22 % 0
Die Linke[57] 1,64 % 0 + 0,86 % 0

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2011 lag mit 54,87 %[56] etwas über dem niedersächsischen Durchschnitt von 52,5 %.[58] Zum Vergleich – bei der vorherigen Kommunalwahl vom 10. September 2006 lag die Wahlbeteiligung bei 53,17 %.[59]

Bürgermeister

Seit dem 1. November 2006 ist der diplomierte Bankbetriebswirt Rolf Claußen (CDU) Bürgermeister der Stadt Wittmund.[60] Die Wahl erfolgte zusammen mit der letzten Kommunalwahl vom 10. September 2006. Claußen gewann die Wahl mit 55,37 % der Stimmen gegen den parteilosen Siebolds. Die Wahlbeteiligung lag bei 53,18 %.[61] Seit 2006 gilt in Niedersachsen für Bürgermeister eine Amtszeit von acht Jahren. Sie ist damit um drei Jahre länger als die der Mitglieder des Rates.

Vertreter in Land- und Bundestag

Hermann Dinkla im November 2009

Wittmund gehört zum Landtagswahlkreis 87 Wittmund/Inseln, der den gesamten Landkreis Wittmund sowie im Landkreis Aurich die Städte Norderney und Wiesmoor, die Gemeinde Dornum und die Inselgemeinden Juist und Baltrum umfasst. Das Direktmandat für den Niedersächsischen Landtag (Wahlperiode bis 2013) gewann bei der Wahl 2008 Hermann Dinkla aus Westerholt von der CDU. Er ist seit 1994 Mitglied und in der aktuellen Wahlperiode Präsident des Landtags.

Bei der Landtagswahl 2008 ergaben sich folgende Verhältnisse:[62]

Partei Direktkandidat Erststimmen Zweitstimmen
CDU Hermann Dinkla 44,7 43,1
SPD Holger Heymann 38,5 34,7
FDP Wolfgang Sievers 4,3 6,8
Bündnis 90/Die Grünen Hans Joachim Vollmer 4,7 5,1
Die Linke Bernd Mayer 5,5 6,1
NPD Manuel Wojtczak 1,3 1,4
Freie Wähler Hayo Moroni 1,1 0,5

Wittmund gehört zum Bundestagswahlkreis Friesland – Wilhelmshaven. Direkt gewählte Abgeordnete ist Karin Evers-Meyer (SPD). Bei der jüngsten Wahl 2009 wurden folgende Ergebnisse erzielt:

Direktkandidat Partei Erststimmen in % Zweitstimmen in %
Karin Evers-Meyer SPD 39,9 31,1
Hans-Werner Kammer CDU 32,4 29,6
Lübbo Meppen FDP 9,4 14,6
Peter Sokolowski Bündnis 90/Die Grünen 7,5 9,2
Anja Kindo Die Linke. 9,3 10,4
Werner Klawun NPD 1,5 1,2
PIRATEN 1,9

Kommunale Finanzen

Die Stadt Wittmund kann ihren Haushalt 2011 voraussichtlich ausgleichen. Aufwendungen von 25,279 Millionen Euro standen Erträge von 25,296 Millionen im Haushaltsplan gegenüber. Die Nettoneuverschuldung im Investitionshaushalt beträgt 2011 laut Plan 88.000 Euro, der gesamte Schuldenstand der Stadt (inklusive Lasten der Vergangenheit) beläuft sich hingegen auf knapp 20 Millionen Euro.[63]

Stadtwappen

Stadtwappen

Blasonierung: In Grün zwei schräg gekreuzte goldene Peitschen, überdeckt mit gespaltenem goldenen Mittelschild, über dem eine goldene Laubkrone schwebt; darin vorne ein halber schwarz bewehrter roter Adler am Spalt, hinten übereinander zwei schwarz bewehrte rote Bärentatzen.[64]

Das Wappen der Stadt Wittmund wurde im Jahr 1930 vom Preußischen Staatsministerium verliehen. Ein neues Wappen besteht seit 1973 und lehnt sich an das Bild im ersten Fleckensiegel aus der Zeit um 1500 an. Der Adler im Wappen erinnert an das Häuptlingsgeschlecht der Tom Brok, welches bis in das Jahr 1420 Ortsherr war. Die Tatzen sind eine Minderung des Bärenwappens der Häuptlingsfamilie Attena, die seit 1457 Wittmund und später das Harlingerland beherrschte. Die Peitschen oder auch Geißeln und die Krone benutzten die Attena als Zeichen für Wittmund; sie bildeten vor der Wappenverleihung allein den Inhalt der älteren Fleckenwappen.

Städtepartnerschaften

Seit dem 3. Oktober 1997 unterhält die Stadt Wittmund eine Städtepartnerschaft mit der Gemeinde Barleben in Sachsen-Anhalt. Kontakte zwischen Barleben und Wittmund gab es bereits seit 1990. Vor dem Abschluss des Partnerschaftsvertrags wurde also über Jahre getestet, ob eine Partnerschaft beider Kommunen sinnvoll ist. Die Partnerschaft sieht einen regelmäßigen Kultur- und Sportaustausch sowie wirtschaftliche Kontakte vor. Die Zusammenarbeit wurde seit 2007 intensiviert.[65] 2010 wurde die Partnerschaft zwischen den beiden Kommunen von der Deutschen Gesellschaft e.V. eingetragener Verein zur Förderung politischer, kultureller und sozialer Beziehungen in Europa im Rahmen einer Studie als eine von fünf beispielhaften deutsch-deutschen Partnerschaften vorgestellt.[66]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Wittmund ist fester Spielort der 1952 gegründeten Landesbühne Niedersachsen Nord mit Stammhaus in Wilhelmshaven, die jährlich bis zu zehn Inszenierungen in der Aula des Schulzentrums Brandenburger Straße zeigt. Die Aula bietet 271 Sitzplätze.[67] Einen festen Theaterbau gibt es Wittmund nicht.

Kunst und Ausstellungen

Kunstmeile
„Miss Lucy Pink“
Leonard Wübbena (1990)
„Madonna auf der Werft“
David Lee Thompson (1994)
„Welle“
Andreas Freyer (1995)
„Triade“
Jens Wittenburg (2004)
Marktplatz mit „Treiber mit Schafen“(1999)

Die Kunstmeile der Stadt Wittmund zeigt im Stadtgebiet insgesamt elf Kunstwerke unterschiedlicher Kunstformen, die ein Spektrum von naturgetreuen Bronzeplastiken bis hin zu abstrakten Skulpturen abdecken. Initiiert wurde die Kunstmeile vom Kulturring Wittmund e.V. Die Kunstwerke wurden zwischen 1990 und 2004 mit Hilfe von Bürgern, Gewerbebetrieben, Weiterbildungseinrichtungen und vielen Sponsoren errichtet.[68]

Im Ortsteil Funnix direkt gegenüber der 800 Jahre alten Backsteinkirche befindet sich der etwa einen Hektar große Skulpturengarten des Wittmunder Stahlbildhauers Leonard Wübbena. Seit 2007 zeigt die Dauerausstellung während der Ausstellungssaison von Mai bis September die Stahlplastiken von Wübbena sowie weitere Werke von jährlich wechselnden internationalen Künstlern.[69]

Der 1977 gegründete Ostfriesischer Kunstkreis e.V. unterhält in Wittmund in der Bremer Straße die Kunstgalerie „Palette“. Der 55 Mitglieder zählende Kunstverein hat in dieser Zeit über 100 gemeinsamen Ausstellungen, hauptsächlich in Wittmund, durchgeführt.[70]

Museen

Historischer Rettungsbootschuppen als Teil des Sielhafenmuseums

Das Deutsche Sielhafenmuseum befindet sich im Wittmunder Ortsteil Carolinensiel. Zum Museum gehören die vier historischen Ausstellungshäuser Groot Hus, Kapitänshaus, Alte Pastorei rund um den Museumshafen in Carolinensiel sowie die Historische Rettungsstation an der Friedrichsschleuse. Das Groot Hus ist 1840 als Kornspeicher am Alten Hafen entstanden und zeigt auf seinen Speicherböden eine Ausstellung über Land und See, die Geschichte der Siele und Häfen, des Deichbaus sowie der Fischerei und der Segelschifffahrt. Vom Leben an Land erzählt das Kapitänshaus, in dem die gute Stube einer Kapitänsfamilie gezeigt wird. Zur Ausstellung gehören auch die Hafenapotheke, ein ehemaliger Kaufmannsladen und eine Seemannskneipe. Im Marie-Ulfers-Zimmer können Trauungen vorgenommen werden. Die Alte Pastorei beherbergt eine Dauerausstellung über das maritime Handwerk zu den Handwerksberufen Schiffszimmerer, Schmied, Seiler und Segelmacher. Daneben gibt es eine Sammlung originalgetreuer Modelle historischer Segelschiffe und die Gemäldegalerie Mensch und Meer.[71] Das Sielhafenmuseum verzeichnete 2010 knapp 40.000 Besucher.[72]

Der Museumsweg Carolinensiel ist ein historischer Rundweg durch den zu Wittmund gehörenden Ortsteil Carolinensiel. Er beginnt am Museumshafen und führt durch den historischen Ortskern entlang der Harle über die Friedrichsschleuse bis zum Strand in Harlesiel. Zurück verläuft der Weg entlang der so genannten Goldenen Linie wieder nach Carolinensiel. Schautafeln mit Texten und Abbildungen informieren am Wegesrand über die Sehenswürdigkeiten. Der Museumsweg entstand 2005 anlässlich des 275-jährigen Bestehens des Sielortes durch eine Initiative des Deutschen Sielhafenmuseums.[73]

Das wissenschaftliche Erlebnismuseum Phänomania ist seit 2008 im Ortsteil Carolinensiel angesiedelt. Es befindet sich im historischen Bahnhof von Carolinensiel und bietet auf 1000 Quadratmetern rund 80 interaktive Experimente zum selber ausprobieren. Das ehemalige Bahnhofsgebäude wurde 1909 erbaut und ist bis 1987 genutzt worden. Er gehört zu den wenigen unter Denkmalschutz stehenden Bahnhöfen in Ostfriesland.[74]

Das Heimatmuseum Peldemühle in der Esenser Straße in Wittmund ist in Deutschlands ältester noch voll funktionsfähiger Peldemühle von 1741 untergebracht. Das Museum wird vom Heimatverein Wittmund e.V. ehrenamtlich betrieben und zeigt in seiner Dauerausstellung regionale Exponate aus Handwerk und Landwirtschaft des umliegenden Harlingerlandes, Beiträge zur Geschichte der Stadt Wittmund und des Harlingerlandes sowie archäologische Funde aus Hattersum und der Burgstelle Uttel. In den zusätzlich wechselnden Sonderausstellungen werden regionale Aspekte wie z.B. „Die Motorisierung des kleinen Mannes in der Nachkriegszeit: Fahrräder mit Hilfsmotor“ aufgegriffen.[75]

Kirchen und Orgeln

St.-Dionysius-Kirche in Asel, eine Granitquaderkirche mit frei stehendem Glockenturm
Inneres der St.-Marien-Kirche in Buttforde mit reicher Innenausstattung
Müller-Orgel (1781) in Carolinensiel

Die evangelische Kirche St. Nicolai von 1775/1776 hatte bereits drei Vorgängerbauten, deren letzter 1541 errichtet wurde. Es handelt sich um eine spätbarocke Saalkirche aus Backstein mit angebautem Westturm. Das südliche Eingangsportal wird in einem Mittelrisalit von Sandsteindekor gerahmt. Zur Ausstattung gehören eine Barockkanzel von 1667, ein Taufständer aus Holz von 1777 und die 1776 von Hinrich Just Müller geschaffene Orgel, von der nur noch der Prospekt erhalten ist. Rechts neben dem Hauptportal der Kirche befindet sich ein historisch bedeutsamer Höhenfestpunkt. Er wurde im Rahmen der Königlich Preußischen Landesaufnahme in den Jahren 1868 bis 1894 bestimmt und war ein wichtiger Ausgangspunkt für Höhenvermessungen in Ostfriesland. Die Oberkante der Höhenmarke hat heute eine Höhe von 8,312 Meter über NHN.

Die katholische St.-Bonifatius-Kirche wurde 1954 als einschiffiger Bau mit flachem Satteldach errichtet und im Jahr 2007 einer umfassenden Renovierung unterzogen. An der Frontseite des Hauses fällt eine große Rosette auf, die aus Rundfenstern gebildet wird.[76] Links vom Eingangsportal befindet sich ein gedrungener Glockenturm, der durch einen überdachten Gang mit der Kirche verbunden ist.

Außerhalb der Kernstadt finden sich Kirchen in den Ortsteilen, die zu den ältesten in Ostfriesland gehören. Die frühen romanischen Kirchbauten wurden aus Granitquadern errichtet, da man erst im 13. Jahrhundert von Mönchsorden die Kunst erlernte, aus der lehmhaltigen Erde wetterbeständige Backsteine zu brennen.[77] So ist die St.-Dionysius-Kirche in Asel um 1200 vollständig aus bunten Granitquadern erbaut. Der frei stehende Glockenturm wurde im Jahr 1661 neu aufgeführt und beherbergt die Betglocke, die 1454 von Ghert Klinghe gegossen wurde. Claes Röttger schuf die Kanzel (1608), David Benjamin Opitz den Taufengel (1752/53) und Gerd Sieben Janssen die kleine Orgel (1855/56), die noch weitgehend erhalten ist.

Auch die um 1230 erbaute St.-Marien-Kirche in Buttforde besteht aus Granitquadern und ähnelt vom Äußeren stark der Kirche in Asel. Im Gegensatz zu ihr ist ihre eingezogene halbrunde Apsis und eine kunsthistorische bedeutende Innenausstattung erhalten. Das Innere wird von einem spätgotischen steinernen Lettner beherrscht, der im Jahr 1450 errichtet wurde und dessen drei große rundbogige Öffnungen den Blick in den Chor ermöglichen. Hier steht ein Schnitzaltar aus dem 16. Jahrhundert. Das Kirchengestühl aus der Renaissance gehört zu den schönsten in Ostfriesland.[78] Die Orgel von St. Marien aus dem Jahr 1681 ist das einzige erhaltene Werk von Joachim Richborn.[79]

Ardorfer Kirche: Unten Granitquader, darüber Backsteine

Vier Kirchen aus dem 13. und 14. Jahrhundert wurden als Mischbauten auf Sockeln aus Granitquadern errichtet. Die Ardorfer Kirche aus dem 13. Jahrhundert weist Granitquader im unteren und Backsteine im oberen Mauerbereich auf. Ältester Einrichtungsgegenstand ist das im 13. Jahrhundert aus Backsteinen gemauerte Taufbecken. Die Kanzel von 1588 ist ein Geschenk der Norder Ludgeri-Kirche. In den Jahren 1844 bis 1847 baute Arnold Rohlfs aus Esens die Orgel, die weitgehend erhalten ist. Die Blersumer Kirche ist eine Saalkirche mit halbrund eingezogener Apsis, die um 1250 bis 1270 aus Backstein auf einem Fundament aus Granitquadern erbaut wurde. Der Taufstein aus Bentheimer Sandstein mit einem Fries aus Ranken- und Blattwerk datiert aus dem 13. Jahrhundert. Das Altarretabel auf einer mittelalterlichen Mensa stammt von Meister Jacob Cröpelin aus dem Jahr 1649. Die St.-Georg-Kirche Eggelingen ist eine spätromanische Saalkirche, deren Mauern über 13 Meter hoch sind und damit zu den höchsten Kirchenmauern in Ostfriesland gehören.[80] Im Jahr 1836 erlitt das Gebäude infolge eines Orkans schwere Schäden, was zu einem eingreifenden Umbau führte. Das Altarretabel stammt von Jacob Cröpelin (1659) und die Orgel von Gerd Sieben Janssen (1846).

St. Florian in Funnix ist eine Backsteinkirche aus dem frühen 14. Jahrhundert mit einem frei stehenden Glockenturm aus dem 13. Jahrhundert. Aus der Vorgängerkirche wurden das Taufbecken und das Weihwasserbecken aus Granit aus dem 12. Jahrhundert übernommen.[81] Wertvollstes Ausstattungsstück ist der spätgotische Schnitzaltar aus dem späten 15. Jahrhundert.[82] Als Johann Friedrich Constabel 1760 während des Orgelneubaus starb, vollendete Hinrich Just Müller zwei Jahre später das Instrument im Stil des Rokoko, das noch weitgehend erhalten ist.[83]

Die Cäcilien- und Margarethenkirche, eine spätgotische Saalkirche mit einem polygonalen Ostchor, wurde um 1500 erbaut. Die trapezförmige Grabplatte mit Keulenkreuz stammt aus dem 12. Jahrhundert, der Altaraufsatz aus dem 17. Jahrhundert, die schlichte Kanzel von 1655 und die Orgel von Arnold Rohlfs aus dem Jahr 1863.

Die prächtige barocke Carolinensieler Kirche aus dem Jahr 1776 ist einzige Deichkirche weltweit.[84] Die weiß gefasste Innenausstattung ist vollständig erhalten und bildet mit dem roten Kastengestühl einen farblichen Kontrast zur blauen Holzdecke.[85]

Zwei Kirchen sind der Zeit des Klassizismus zuzuordnen: Maria-Magdalena in Berdum wurde 1801/02 erbaut. Das Taufbecken aus dem 13. Jahrhundert stand bereits in der Vorgängerkirche, ebenso die beiden Evangelistenfiguren unter der Empore, die wahrscheinlich Jacob Cröpelin um 1650 für eine Kanzel schnitzte. Kanzel, Kastengestühl, Priechen, Empore und Altaraufsatz entstanden mit dem Neubau der Kirche. Im Jahr 1878 schuf Gerd Sieben Janssen die Orgel. Die St.-Florian-Kirche in Burhafe datiert von 1821. Der Glockenstuhl ist aus Holz gefertigt und wurde bereits im 15. Jahrhundert errichtet. Aus der Vorgängerkirche wurde verschiedene Ausstattungsstücke übernommen.[86]

Bauwerke und Sehenswürdigkeiten

Haus Finkenburg
Pfarrhaus Drostenstraße 21

Der Wittmunder Marktplatz befindet sich im Zentrum der Kreisstadt. Das auffälligste Gebäude am Marktplatz ist das in den Jahren 1899 bis 1901 unter der Leitung des oldenburgischen Architekten Ludwig Klingenberg errichtete historische Wittmunder Kreishaus. Das in Formen des Historismus erbaute Gebäude weist im Sitzungssaal noch die ursprüngliche Ausstattung auf. Neben dem Kreishaus steht das Wittmunder Amtsgericht, das 1827 im klassizistischen Stil erbaut wurde. Die drei mittleren Achsen werden durch einen flachen Dreiecksgiebel zusammengefasst. Neben dem Amtsgericht befindet sich das Hotel „Residenz“. Der historische Teil des Hotels, der wegen seinem gelben Anstrich den Namen „Gelbes Haus“ führt, diente von 1885 bis 1945 als Residenz der Wittmunder Landräte. An der Südseite des Marktplatzes liegt das Gebäude der Wittmunder Stadthalle, in der auch die Wittmunder Touristeninformation untergebracht ist. Direkt auf dem Wittmunder Marktplatz stehen seit 1999 die Bronzeplastiken „Treiber mit Hund und Schafen“ von Albert Bocklage aus Vechta. Die vom Kulturring Wittmund e.V. initiierte Gruppe erinnert an den früheren Handel mit Schafen auf dem Wittmunder Markt. Die Bronzeplastiken sind Bestandteil der Wittmunder Kunstmeile.

Im Ortskern blieben vor allem im Bereich der Mühlenstraße mehrere ältere, in Backstein erstellte Wohnbauten erhalten. Hervorzuheben ist besonders Nr. 14. Der zweigeschossige, auch als „Groot Hus“ oder „Brants Haus“ bekannte Bau mit dem geschwungenen Glockengiebel wurde 1733 erbaut. Die Giebelspitze wird von einer schmiedeeisernen Wetterfahne bekrönt. Nur wenige Meter entfernt liegt Nr. 17, das 1735 als eingeschossiges Wohnhaus entstand. Nr. 9, ein heute verputzter Backsteinbau, ist mit 1748 datiert. Brückstraße 1 zeichnet sich durch einen geschwungenem Giebel aus. Das Gebäude entstand 1777. Neben diesen Gebäuden ist noch das markante Eckhaus an der Finkenburgstraße (Haus Finkenburg) mit seinem zur Straßenecke hin gerichteten, zweigeschossigen Türmchen zu nennen sowie das Pfarrhaus an der Drostenstraße.

Siuts-Mühle im Juni 2010

Die Peldemühle Wittmund ist Nordwestdeutschlands ältester noch voll funktionsfähiger Galerieholländer, erbaut in 1741 von Popke Embken als Privatmühle. In dem Bauwerk ist ein Heimatmuseum untergebracht. Die Mühle wurde früher zum Schälen (plattdt.: pelden) von Gerste genutzt, in den 1930er Jahren kam auch ein Mahlgang für Roggen und Weizen hinzu. Eine weitere Mühle ist die Siuts-Mühle an der Auricher Straße. Der zweistöckige Galerieholländer wurde 1884 erbaut und bis 1979 als Mühle genutzt. In der Mühle, die heute als Restaurant genutzt wird, ist noch ein Schrotgang vorhanden.

Sowohl in den Marschen im Norden des Stadtgebietes als auch in den Geest- und Moorgegenden im Süden sind in größerer Zahl Gulfhöfe aus mehreren Jahrhunderten zu finden. Aufgrund der in früheren Zeiten deutlich höheren Ernteerträge in den Marschen sind dort die größeren und zumeist auch deutlich repräsentativer ausgestatteten Höfe der sogenannten Polderfürsten zu finden: Großbauern, die ihren Reichtum zur Schau stellten und sich einen durchaus bürgerlichen Lebensstil leisten konnten und dies auch taten.

Germania auf dem Kirchplatz

Das auf dem Kirchplatz stehende Denkmal einer Germania erinnert an die Wittmunder Gefallen im deutsch-französischen Krieg von 1870/1871. Das Kirchspiel Wittmund hatte im Krieg sieben Tote/Vermisste zu beklagen. Die Germania galt Ende des 19. Jahrhunderts als Sinnbild des Deutschtums und wird in Wittmund in deutlich kriegerischer Pose auf einem Sockel dargestellt. In den 1970er-Jahren verlor das Denkmal Schwert und Schild, die erst viel später auf dem Dachboden der Friedhofskapelle wiederaufgefunden wurden. Im Jahr 2008 erfolgte auf Initiative des Heimatvereins Wittmund die Restaurierung der gesamten Statue.[87]

Jan-Schüpp-Brunnen

Der Jan-Schüpp-Brunnen in der Wittmunder Innenstadt ist dem Wittmunder Stadtoriginal Jan Schüpp gewidmet. Die rund einen Meter hohe Bronzefigur auf dem Brunnen in der Brückstraße zeigt einen Ostfriesen in Arbeiterkleidung mit Schaufel, regional umgangssprachlich Schüppe genannt, der die Schaufel mit beiden Händen am Griff und Stiel tatkräftig umfasst hat, obwohl er selbst noch auf dem Blatt der Schaufel steht. Die Brunnenfigur soll für die ostfriesische Lebensart stehen, nicht alles zu schwer und sich selbst auch mal auf die „Schüppe“ zu nehmen.[88]

In der Garnisonsstadt Wittmund hat das Jagdgeschwader 71Richthofen“ der Luftwaffe seinen Standort. Die Stadt zeigt ihre Verbundenheit mit der Bundeswehr durch einen Kampfjet des Typs F-4F Phantom, der seit dem 15. Oktober 2006 in Wittmund an der Kreuzung Südring B 210/Isumser Straße aufgeständert ist.

Bundespräsidenten-Platz in der Fußgängerzone

In der Wittmunder Fußgängerzone befindet sich seit dem Frühjahr 2005 der Hands of Fame nach dem Vorbild des Walk of Fame in Hollywood. Statt Sterne werden hier jedoch Handabdrücke von Prominenten und deren Autogramm in Ton gebrannt und im Pflaster der Fußgängerzone eingelassen. Am 6. Juni 2010 wurde im Rahmen von „Hands of Fame“ der Bundespräsidentenplatz in der Fußgängerzone eingeweiht. Auf dem Bundespräsidentenplatz an der Kirchstraße/Ecke Drostenstraße sind die Handabdrücke aller noch lebenden Bundespräsidenten Deutschlands in den Boden eingelassen. Eine Schautafel zeigt weitere Informationen zu allen Bundespräsidenten.[89]

Während in den meisten dörflichen Ortsteilen der Stadt Wittmund keine Häuser städtischen Typs zu finden sind, hat Carolinensiel aufgrund seiner Vergangenheit als Aus- und Einfuhrhafen einige bedeutsame Hafengebäude zu verzeichnen, darunter vor allem das 1840 entstandene Packhaus des Getreidehändlers Mammen. Das zweigeschossige Gebäude liegt mit seiner einen Seite zum Hafen und mit der Landseite zur Straße, was dem effizienten Warenumschlag geschuldet war. Die Fassade zur Straßenseite ist betont klassizistisch, da das Packhaus zugleich als Wohnhaus des Kaufmanns diente. Die Hafenseite wird hingegen von mehreren Verladeluken bestimmt. Eine durch die Geschosse gehende Luke in den Böden und ein Lastenaufzug besorgten den Warenverkehr. In den anderen Sielhäfen Ostfrieslands und in anderen deutschen Sielhäfen hat sich ein vergleichbares Gebäude nicht erhalten.[90] Im Packhaus ist das heutige Sielhafenmuseum untergebracht.

Bevorzugter Mauerstein ist wie in ganz Ostfriesland Klinker. Bei vielen Häusern älteren Datums in Wittmund fällt auf, dass der Klinker eine dunkelrotere, fast braune Farbe hat (ähnlich wie im Nachbarlandkreis Friesland oder im nahegelegenen Wilhelmshaven), während im westlicheren Ostfriesland zumeist ein deutlich hellerer Backstein bevorzugt wird.

Grünanlagen

Schlosspark Wittmund

Im Südosten der Stadt unweit des Marktplatzes befindet sich der Schlosspark von Wittmund. Er erinnert an das ehemalige Schloss Wittmund, das hier 1461 unter der Regentschaft des Häuptlings Sibet Attena gebaut und 1764 von Friedrich II. von Preußen zerstört wurde. Nur die fast vollständige Festungswallanlage sowie ein Teil des früheren Schlossgrabens sind erhalten geblieben. Schautafeln im Park informieren über die Geschichte des burgähnliche Wittmunder Schloss.[91] Eine Veranstaltungsbühne im Park wird für diverse Veranstaltungen genutzt.

Sport

Der gesamte Landkreis Wittmund liegt innerhalb Niedersachsens an der Spitze der Kreise und Städte, was den Anteil der in Vereinen organisierten Sportler an der Gesamtbevölkerung betrifft. Der Anteil liegt bei 51,75 Prozent.[92] Bei den Sportarten liegen die Boßler und Klootschießer kreisweit deutlich vor den Fußballern (10.161 gegenüber 5.249). Die Stadt Wittmund beherbergt den größten und den drittgrößten Sportverein des Landkreises, den MTV Wittmund mit 1142 Mitgliedern und den BSC Burhafe mit 890 Mitgliedern.

Der MTV Wittmund von 1865 bietet die acht Sparten Handball, Kampfsport, Leichtathletik, Radwandern, Surfen, Turnen, Volleyball sowie Sportabzeichen an. In der Sparte Sportabzeichen werden das Training und die Abnahme für das Deutsche Sportabzeichen beim MTV angeboten. Die inzwischen überregional bekannte alljährliche Laufveranstaltung des Vereins, der sogenannte „Wittmunder Klinkerlauf“, wird seit 1999 von der Leichtathletikabteilung ausgerichtet.[93]

Der 1948 gegründete SV Wittmund bietet die Sparten Fußball, Tischtennis, Badminton und Schach. Im Jahr 2002 konnte der Verein die neue Sportanlage „Isums“ an der Isumer Straße beziehen. Weiterhin spielt der Verein im Wittmunder Stadion an der Breslauer Straße, dessen Haupttribüne rund 400 überdachte Sitzplätze bietet.[94]

Natürlich werden auch in Wittmund die regionalen Friesensportarten Boßeln und Klootschießen gespielt. Der Kreisverband Wittmund im Landes-Klootschießer-Verband Ostfriesland wurde 1911 gegründet und vertritt elf Vereine mit rund 2500 Mitgliedern.[95]

Zur Sport-Infrastruktur der Stadt gehören neben Sportplätzen und Hallen an Schulen auch Tennisplätze sowie das 1996 erbaute städtische Freizeitbad an der Isumser Straße zwischen Wittmund und Leerhafe. Es wird vorwiegend von Wittmunder Einwohnern und nur zu einem geringen Teil von Touristen genutzt.[96] Drei kleinere Freibäder befinden sich darüber hinaus in Ardorf, Leerhafe und Harlesiel. Hinzu kommt eine Schwimmhalle bei der Finkenburgschule im Ortskern. Das 1980 erbaute Solebad in Carolinensiel hingegen ist Teil der touristischen Infrastruktur. Es ist allerdings baufällig und bleibt bis 2013 geschlossen. Über einen Nachfolgebau ist noch keine Entscheidung gefallen.[97]

Regelmäßige Veranstaltungen

Die regelmäßigen Veranstaltungen in Wittmund reihen sich zum Teil in alte ostfriesische Traditionslinien ein, teilweise handelt es sich aber auch um lokale Ausprägungen. Hinzu kommen einige Feste, die erst in jüngster Zeit ins Leben gerufen wurden.

In nahezu allen Ortschaften werden am Ostersamstag Osterfeuer entzündet, mit denen der Winter „vertrieben“ werden soll. Als Frühlingsbote gilt zudem das Aufstellen eines Maibaums in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai, der ebenfalls in allen Orten begangen wird.

Den Auftakt der weiteren Veranstaltungen bildet der Maimarkt in Leerhafe mit traditioneller Vieh- und Geräteauktion, der auf ältere Traditionen zurückgeht. Im Juni wird in Wittmund der Johannimarkt begangen. Aus der Riege der Schützenfeste sind diejenigen im Kernort (August) sowie in Carolinensiel und Leerhafe (beide im Juli) zu nennen. Seit mehr als 40 Jahren werden der Wittmunder Bürgermarkt und das Straßenfest in Carolinensiel gefeiert. Beide Veranstaltungen wurden 1970 ins Leben gerufen und dienen in erster Linie der bloßen Unterhaltung. Während der Sommermonate organisiert der Wirteverein Wittmund die Musikveranstaltungsreihe „Live im Park“ im Schlosspark, die rund zehn Mal im Jahr kostenlos Live-Bands präsentiert.[98] Zudem findet für gewöhnlich zumindest eines der Klassik-Konzerte des Musikalischen Sommers in Ostfriesland in einer der Wittmunder Kirchen statt.

Seit einigen Jahren wird in Carolinensiel im August das Hafenfest gefeiert. Bestandteil des Programms ist die Regatta Watten-Sail. Außerdem machen dann Dutzende von Traditionsschiffen wie Tjalk und Ewer fest und nehmen an einer Parade teil. Ebenfalls erst jüngeren Datums ist ein Motorradtreffen in dem Küstenort: Seit 2005 ist Carolinensiel Ausgangspunkt eines Internationalen Motorradtreffens namens „1000 Wikinger & Meer“. Dazu treffen sich alljährlich mehrere Hundert Biker, die anschließend in einem Korso durch Ostfriesland fahren.

Im September feiern die Einwohner von Leerhafe-Rispel das Heidefest (seit 1950). An den Wittmunder Letztmarkt im Oktober ist ein Drehorgelfestival angeschlossen. Erntedankfeste und entsprechende Gottesdienste finden in allen Ortschaften Wittmunds statt, besonders in den ländlichen Ortsteilen.

Am 10. November findet abends das Martinisingen statt, mit dem des Reformators Martin Luther gedacht wird. Am Nikolaustag werden in Gaststätten Verknobelungen organisiert, bei denen traditionell Fleischpakete zu gewinnen sind.

Sprache

Verbreitungsgebiet des Ostfriesischen Platt und seines Dialekts Harlinger Platt

In Wittmund wird neben Hochdeutsch auch Ostfriesisches Platt gesprochen. Im Gegensatz zum westlichen und mittleren Teil Ostfrieslands wird im östlichen, zu dem auch Wittmund gehört, der lokale Dialekt Harlinger Platt gesprochen. Er unterscheidet sich nicht nur in Einzelheiten des Wortschatzes, sondern auch in bestimmten grammatikalischen Eigenheiten vom übrigen Ostfriesischen Platt. So wird im Wittmunder Raum wie im Großteil Norddeutschlands „ges(ch)nackt“, wenn von „reden/sprechen“ die Rede ist, während im westlichen Teil Ostfrieslands das entsprechende Verb „proten“ lautet, was auf den Einfluss des westlichen Nachbarn Niederlande zurückgeht (vgl. ndl. „praten“). Zudem wird im Harlingerland der Einheitsplural auf „(e)t“ gebildet und nicht auf „(e)n“ wie im westlichen Ostfriesland. „Wir sprechen“ heißt dementsprechend in Wittmund „Wi s(ch)nackt“, während näher zur Ems „Wi proten“ gesagt wird.

Stadt und Landkreis fördern den Gebrauch der plattdeutschen Sprache. Unterstützt wird unter anderem der Spracherwerb in den Schulen.[99]

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Wirtschaft Wittmunds ist geprägt von öffentlichen und privaten Dienstleistungen, wobei besonders der Tourismus hervorsticht. Unter den öffentlichen Dienstleistern ist neben der Kreisverwaltung die Bundeswehr als großer Arbeitgeber zu nennen. Landwirtschaft spielt bei der Flächennutzung eine sehr große Rolle. Die Stadt ist kaum industrialisiert. Der einzige größere Industriebetrieb der Stadt, der Fensterhersteller Rehau mit nach eigenen Angaben zirka 600 Beschäftigten[100], sowie weitere produzierende Betriebe, Handwerks- und Handelsbetriebe, sind in einem Gewerbe- und Industriegebiet am östlichen Stadtrand an der Bundesstraße 210 konzentriert.

Wittmund ist eine der drei (von zehn) ostfriesischen Städten, die ein negatives Pendlersaldo aufweisen (neben Weener und Wiesmoor). Dazu trägt vor allem die Nähe zu Wilhelmshaven und dessen direktem Umland bei. Aufgrund der Lage am Ostrand Ostfrieslands pendeln aus Wittmund, aber auch aus der südlichen Nachbargemeinde Friedeburg, viele Arbeitnehmer dorthin aus. In Wittmund gab es (Stand: 2007) 5561 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, jedoch nur 5221 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. 2492 Einpendlern standen 2832 Auspendler gegenüber.[101] Die Stadt beteiligt sich zusammen mit der Gemeinde Friedeburg, der Stadt Wilhelmshaven und sieben Kommunen des Kreises Friesland am interkommunalen Gewerbegebiet JadeWeserPark. Dieses soll an der Kreuzung der A 29 und der B 210 (Wilhelmshavener Kreuz) entstehen und Unternehmen Platz bieten, die im Zusammenhang mit dem Betrieb des Tiefwasserhafens JadeWeserPort stehen.[102]

Separate Arbeitsmarktdaten für Wittmund werden nicht erhoben. Die Stadt gehört zum Geschäftsbereich Wittmund innerhalb des Bezirks Emden der Bundesagentur für Arbeit. Im Jahresdurchschnitt 2010 betrug die Arbeitslosenquote im Geschäftsbereich Wittmund 8,0 Prozent nach 8,2 Prozent im Vorjahr. Die Quote lag damit 0,5 Prozentpunkte über dem niedersächsischen Durchschnitt.[103] Bei den Unter-25-Jährigen betrug die Arbeitslosenquote 6,7, bei den Unter-20-Jährigen nur 2,8 %, während Arbeitnehmer über 50 Jahre mit 8,5 % überdurchschnittlich betroffen waren. Ebenfalls überdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit betroffen waren Ausländer (12,9 %).

Land- und Forstwirtschaft, Fischerei

Mit 85 Prozent Anteil spielt die Landwirtschaft bei der Flächennutzung eine überragende Rolle. In den nördlicheren, jüngeren Marschgebieten der Stadt wird vorzugsweise Ackerbau betrieben, da die Böden dort eine hohe Bodenwertzahl aufweisen. Typischerweise wird, sofern ausreichende Marktpreise damit zu erzielen sind, Getreide angebaut. Auf den schwereren Marschböden sowie in den Geestgegenden im Süden des Stadtgebietes wird hingegen der Grünlandwirtschaft, also der Milchwirtschaft, der Vorzug gegeben. Dort findet jedoch auch der Anbau von Futterpflanzen für die Tiere statt. Bessere Düngemöglichkeiten haben die unterschiedlichen Ertragsfähigkeiten der Böden inzwischen etwas gemildert.

Bei der Viehhaltung ist die Haltung von Kühen klar vorherrschend. Dabei handelt es sich fast ausnahmlos um Milchviehhaltung, weniger um Masthaltung zur Erzeugung von Fleisch. Schweinehaltung wird in Wittmund ebenfalls betrieben, während die in früheren Jahrhunderten (und bis ins späte 19. Jahrhundert hinein) bedeutsame Haltung von Schafen inzwischen nicht mehr ins Gewicht fällt. Auf den Moor- und Heideflächen im Westen und Süden des Stadtgebiets waren noch bis in die 1860er Jahre größere Herden vorhanden, nach der Kultivierung der Moor- und Heideflächen und wegen sinkender Wollpreise nahm deren Zahl aber stetig ab. Nur kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gewann das Schaf noch für kurze Zeit Bedeutung als „Kuh des kleinen Mannes“ in wirtschaftlicher Notzeit. Heute unterhält lediglich die Deichacht Esens/Harlingerland noch eine größere Herde Schafe, die mit ihren Hufen den Deich festtrampeln und die Grasnarbe kurz halten. Auch das Pferd spielt für das Wirtschaftsleben Wittmunds keine Rolle mehr. War die Stadt noch bis ins 19. Jahrhundert der bedeutendste Pferdehandelsplatz Ostfrieslands, so werden seit der Motorisierung in der Landwirtschaft Pferde nur noch zu Freizeitzwecken gehalten.[104]

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden mehrere ehemalige Heideflächen aufgeforstet. So entstanden unter anderem der Wittmunder Wald und der Collrunger Wald auf den Flächen der aufgelösten Schäferei Hohehahn. Die Waldgebiete befinden sich größtenteils im Besitz der Landesforsten Niedersachsen. Es handelt sich überwiegend um Mischwald mit einem hohen Buchenanteil.

In Carolinensiel/Harlesiel sind noch einige Kutter beheimatet. Sie fangen nahe der Küste Krabben. Hochseefischerei, früher beispielsweise auf Schellfisch, findet heute nicht mehr statt.

Zusatzeinkommen erwirtschaften Landwirte aus dem Betrieb von Windenergieanlagen. Die Stadt Wittmund plant, Windkraftanlagen künftig in Windparks an drei Standorten im Stadtgebiet zu konzentrieren und alte Anlagen durch neue, leistungsfähigere (Repowering) zu ersetzen. Dafür sind drei vorhandene Windparks in Groß Charlottengroden, Eggelingen und Abens vorgesehen.[105]

Tourismus und weitere Dienstleistungen

Panorama des Hafens von Carolinensiel

Der Stadtteil Carolinensiel führt seit 1983 die offizielle Bezeichnung „Staatlich anerkanntes Nordseebad“. Der Küstenort verzeichnet den Löwenanteil der Gäste- und Übernachtungszahlen im Wittmunder Stadtgebiet. Im Jahr 2010 wurden 140.500 Gäste gezählt, die Übernachtungszahlen betrugen rund 867.000. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete dies ein Plus von 1,4 Prozent.[106] In einem historischen Vergleich wird der Anstieg des Tourismus noch deutlicher. 1960 zählte Carolinensiel 1700 Gäste und 3500 Übernachtungen, 1965 dann 4200 Gäste und gut 31.000 Übernachtungen. 1981 wurden in Wittmund/Carolinensiel 46.500 Gäste mit 528.000 Übernachtungen gezählt. Vier Jahre später waren es 72.800 Gäste mit 656.000 Übernachtungen, 1990 schließlich 83.000 Gäste mit 756.000 Übernachtungen. Deutlich wird aus diesem Vergleich auch, dass die Zahl der Übernachtungen in den vergangenen 30 Jahren nicht so deutlich gestiegen ist wie die Zahl der Gäste, was den Trend zu kürzeren Aufenthalten widerspiegelt.[107]

Touristischer Anziehungspunkt ist zum einen die Küstenlage am Wattenmeer mit dem Hafen Carolinensiel/Harlesiel. Dort ist die Reederei Warrings beheimatet, die den Fährverkehr nach Wangerooge sowie Ausflugsverkehr übernimmt. In Carolinensiel ist in einem historischen Gebäude am Hafen eines der Nationalparkhäuser an der ostfriesischen Küste untergebracht.[108] Daneben sind im Binnenland die Wälder und Wallheckenlandschaften von touristischer Bedeutung. Zugenommen hat in den vergangenen Jahren der Kulturtourismus, wobei die historischen Gebäude, vor allem die Kirchen, eine Rolle spielen. An und auf der Harle ist der Wassertourismus von Bedeutung, für Angler ebenso wie für Bootfahrer und Kanuten.

Wittmund verfügt über drei Campingplätze und zwei Wohnmobil-Stellplätze. Der Campingplatz Isums befindet sich an einem 60.000 Quadratmeter großen Freizeitsee an der Isumser Straße und liegt nur rund zwei Kilometer südlich der Kreisstadt Wittmund an der Straße nach Friedeburg. Der das ganze Jahr über geöffnete Campingplatz hat 70 Ganzjahresplätze und 30 Saisonplätze. Für Wohnmobile sind 12 Stellplätze vorhanden. Neben dem Campingplatz liegt das Sport- und Erlebnisbad Wittmund – Isums.[109] Direkt am Nordseestrand von Harlesiel liegt der Campingplatz Harlesiel im Wittmunder Ortsteil Carolinensiel-Harlesiel. Er verfügt über 375 Dauerplätze, 380 Saisonplätze sowie 55 Mietwohnwagen. Ein weiterer Campingplatz befindet sich ebenfalls in Carolinensiel an der Friedrichsschleuse und besitzt 108 Stellplätze. Beide Campingplätze sind saisonabhängig von Mitte April bis Mitte September geöffnet.[110] Der 60 Stellplätze umfassende Wohnmobil-Stellplatz „Am Meer“ befindet sich direkt am Deichfuß zwischen dem Strand und der Hafeneinfahrt von Harlesiel. Auch er ist saisonabhängig geöffnet.[111]

Neben Hotels und Pensionen sowie Ferienhäusern und -wohnungen in der Kernstadt und in Carolinensiel befinden sich auch in den anderen Ortsteilen Übernachtungsmöglichkeiten. Unter anderem ist bei Landwirten „Urlaub auf dem Bauernhof“ möglich.

Der Einkaufsort Wittmund (Kernstadt) versorgt im Wesentlichen das umliegende Stadtgebiet. Als Einkaufsstadt befindet sich Wittmund im Wettbewerb mit den umliegenden Städten Jever, Esens und insbesondere Aurich, das die zweithöchste Einzelhandelszentralität unter den ostfriesischen Städten aufweist.[112][113]

Öffentliche Einrichtungen

Amtsgerichtsgebäude Wittmund
Ausgemusterte „Phantom“, aufgeständert nahe der Kaserne

Der öffentliche Dienst spielt im Wirtschaftsleben der Stadt Wittmund eine hervorgehobene Rolle. In der Kreisstadt sind nicht nur sämtliche Behörden der Kreisverwaltung ansässig. Als Dienstleistungszentrum für den umliegenden Landkreis beherbergt Wittmund auch Behörden wie das Finanzamt und das Katasteramt. Das Amtsgericht ist ebenfalls für den Bereich des Landkreises Wittmund zuständig. Übergeordnetes Landgericht ist dasjenige in Aurich, wo auch die für den Wittmunder Raum zuständige Staatsanwaltschaft ihren Sitz hat. Das einzige Krankenhaus auf dem Festland des Landkreises befindet sich ebenfalls in Wittmund (s. Abschnitt Gesundheitswesen unten). Seit dem 1. Januar 2005 befindet sich in Wittmund auch das Zentrum für Arbeitsvermittlung und Grundsicherung Wittmund (die sogenannte Hartz-IV-Behörde). In Wittmund ist darüber hinaus die Geschäftsstelle Wittmund des Emder Bezirks der Agentur für Arbeit angesiedelt.

Neben den kreisweit agierenden Einrichtungen spielt die Wittmunder Stadtverwaltung eine weitere Rolle als Arbeitgeber. Der Stadtverwaltung nachgeordnet sind der Bauhof und weitere Betriebe. Außerdem ist die Tourismus-GmbH ein städtischer Eigenbetrieb.[114]

Zu den großen öffentlichen Arbeitgebern in der Stadt zählt die Bundeswehr. Bereits im Jahre 1916 wurde Wittmundhafen als Anflugplatz für Zeppeline Standort eines fliegenden Verbandes. Seit 1961 ist das Jagdgeschwader 71 „Richthofen“ in Wittmundhafen stationiert. Des Weiteren ist die 4. Staffel des Objektschutzregiments der Luftwaffe dort stationiert. Die Kaserne des Geschwaders befindet sich unmittelbar südlich der Kernstadt und nördlich der Bundesstraße. Der Fliegerhorst selbst liegt etwa sechs Kilometer westlich der Kernstadt, nördlich des Ortsteils Ardorf. Ein Teil des Fliegerhorstes befindet sich bereits auf Auricher Stadtgebiet, desgleichen der Standortübungsplatz Brockzetel.

Im Wittmunder Wald liegt der Kreisnaturschutzhof Willen-Hohehahn. Die Einrichtung wurde 1994 als regionales Umwelt- und Naturzentrum errichtet und wird von der Kreisvolkshochschule des Landkreises Wittmund geführt. Als außerschulischer Lernort wendet er sich hauptsächlich an Schulen, Kindergärten und andere Jugendgruppen. Auf dem Gelände des Naturschutzhofs befinden sich Ausstellungsflächen, ein Waldlehrgarten, Streuobstwiesen, Feuchtbiotope sowie ein Zeltplatz für Schüler- und Jugendgruppen. Auffälligstes Objekt ist seit Mai 2000 der sogenannte Baumregionenturm, ein 23 Meter hoher Aussichtsturm aus Lärchenholz, mit dem man über die Baumkronen des Wittmund Waldes hinwegschauen kann.[115]

Verkehr

Verkehrsanbindung von Wittmund

Wittmund liegt an der Bundesstraße 210, die von Emden über Aurich bis Wittmund und dann weiter nach Jever und Wilhelmshaven führt. Sie ist nach der A 28 die wichtigste Ost-West-Verbindung auf der ostfriesischen Halbinsel. Im Bereich Wittmund wird die B 210 über eine südliche Ortsumgehung an der Stadt vorbei geführt. Östlich der Stadt zweigt die Bundesstraße 461 Richtung Carolinensiel ab. Die B 461 ist eine der kürzesten im Bundesgebiet und eine der wenigen, die in einer Stadt anfängt und auch wieder endet; sie misst zirka zwölf Kilometer und führt von Wittmunder Stadtkern zum Stadtteil Carolinensiel. Die nächstgelegene Autobahn-Anschlussstelle ist das Wilhelmshavener Kreuz an der A 29, etwa 22 Kilometer vom Wittmunder Stadtkern entfernt.[116] Die Fertigstellung der Schortenser Ortsumgehung im Zuge der B 210 wird die Strecke noch verkürzen.

Neben den Bundesstraßen spielen im überörtlichen Verkehr die Landesstraßen eine Rolle. In Carolinensiel beginnt die L 6, die über Esens, Westerholt und Hage nach Norden führt. Seit Ende 2010 wird der Ortskern dabei von einer etwa zweieinhalb Kilometer langen Umgehungsstraße entlastet, deren Bau rund neun Millionen Euro kostete. Die L 10 verbindet die Wittmunder Kernstadt mit den Stadtteilen Blersum und Burhafe und führt weiter nach Esens. Im südlichen Stadtgebiet verläuft die L 11 vom Stadtkern über den Stadtteil Leerhafe und den Friedeburger Ortsteil Reepsholt nach Friedeburg. Von dieser Straße zweigt bei der Wittmunder Ortschaft Rispel die L 12 ab, die über Wiesmoor nach Remels führt. Die weiteren Ortsteile werden über Kreisstraßen und Gemeindestraßen erschlossen. An vielen der Hauptverkehrsstraßen befinden sich separate Radwege. Es gibt allerdings auch Lücken, darunter an der Landesstraße 12.[117]

Die Stadt liegt direkt an der Ostfriesischen Küstenbahn von Wilhelmshaven nach Esens (KBS 393), die früher noch weiter über Dornum (ab hier noch Museumsbetrieb) nach Norden reichte und die möglicherweise wieder aufgebaut werden soll. Entsprechende Überlegungen sind im Gange.[118][119][120] Es gibt einen Bahnhof mit einem Bahnhofsgebäude. Der Bahnhof wird im 30-Minuten-Takt durch die Züge der zur Veolia Verkehr gehörenden NordWestBahn bedient. Seit Ende 2005 gibt es auch wieder eine Haltestelle im Stadtteil Burhafe. Früher begann in Wittmund ein Streckenast der Kreisbahn Aurich, die die Städte Leer, Aurich, Esens und Wittmund auf Meterspur verband und vornehmlich dem Güterverkehr, aber auch dem Personentransport diente. Teile der alten und längst abgebauten Bahnstrecke sind heute Radwege und der Ostfrieslandwanderweg.

Neben der Eisenbahn trägt der Busverkehr die Hauptlast des ÖPNV. Busverbindungen bestehen mit der Deutsche-Bahn-Tochter Weser-Ems-Bus nach Friedeburg, Aurich und Jever. Innerhalb des Stadtgebiets besteht eine Verbindung vom Stadtkern nach Carolinensiel/Harlesiel. Zwischen dem Fähranleger Harlesiel und dem Bahnhof in Norden verkehrt zudem ein Bus, der die gesamten Fähr- und Sielorte der Küste miteinander verbindet.

In der Ortschaft Harlesiel befindet sich ein Hafen, in dem noch eine kleinere Kutterflotte beheimatet ist. Daneben wird er als Sportboothafen genutzt. Der Fähranleger nach Wangerooge liegt am östlichen Ufer der dort mündenden Harle und bereits auf Wangerländer Gemeindegebiet, desgleichen der für den Inselverkehr genutzte Flugplatz Harle. Der nächstgelegene Regionalflugplatz ist der JadeWeserAirport in Sande unmittelbar südlich der Wilhelmshavener Stadtgrenze. Der nächstgelegene internationale Verkehrsflughafen ist der Flughafen Bremen.

Bildung

Finkenburgschule

Die Stadt Wittmund verfügt über ein Schulangebot bis zum Abitur und schließt auch eine Förderschule ein. Die vier Grundschulen befinden sich in Wittmund (Finkenburgschule[121]), Burhafe (Piet-Mondrian-Grundschule[122]), Carolinensiel (Grundschule Carolinensiel[123]) sowie in Leerhafe mit Zweigstelle in Ardorf (Grundschule Leerhafe/Ardorf[124]). Bei der Schule an der Lessingstraße handelt es sich um eine Förderschule, zu deren Einzugsgebiet auch die Gemeinde Friedeburg gehört. In den Friedeburger Ortschaften Horsten und Wiesede unterhält die Schule an der Lessingstraße sogenannte Förderklassen.[125] Abschlüsse der Sekundarstufe I und II können an der Alexander-von-Humboldt-Schule, einer kooperativen Gesamtschule, erlangt werden.[126] Seit August 2004 arbeitet sie als Ganztagsschule.[127] Zum Wittmunder Schulangebot gehört auch Berufsbildende Schulen, die eine Zweigstelle in Esens unterhalten. Träger der Einrichtung ist der Landkreis Wittmund.[128] Ebenfalls in Trägerschaft des Landkreises sind die Kreisvolkshochschule und die Kreismusikschule, die in einem Gebäude nahe des Stadtkerns untergebracht sind. Für die frühkindliche Bildung stehen im Stadtgebiet sieben Kindertagesstätten zur Verfügung. In Trägerschaft der Stadt befinden sich die Kindergärten im Kernort an der Robert-Koch-Straße, in Ardorf, Blersum/Burhafe und Carolinensiel, in Trägerschaft der ev.-luth. Kirche zwei Kindergärten im Kernort (Goethestraße und St. Nicolai) sowie einer in Leerhafe.[129] Die nächstgelegenen Fachhochschulen sind diejenigen in Wilhelmshaven und Emden, die nächstgelegene Universität ist die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

Medien

Verlagshaus des „Anzeiger für Harlingerland“

In Wittmund erscheint der Anzeiger für Harlingerland. Die Tageszeitung ist der Marktführer im Landkreis Wittmund. Daneben gibt es eine Regionalausgabe der einzigen ostfrieslandweit erscheinenden Tageszeitung Ostfriesen-Zeitung. Das monatlich kostenlos herausgegebene „Wir“ vermittelt Wittmunder Impressionen für Einheimische und Touristen. Aus der Stadt berichtet zudem der Bürgerrundfunksender Radio Ostfriesland, das in Wilhelmshaven beheimatete Radio Jade, ebenfalls ein Bürgerrundfunksender, ist gleichermaßen empfangbar.

Gesundheitswesen

Klinik-Logo

Das gemeinnützige Krankenhaus Wittmund gGmbH, am Dohuser Weg im Westen der Kernstadt gelegen, ist ein Akutkrankenhaus und mit rund 340 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber der Stadt. Der Landkreis Wittmund errichtete das Krankenhaus von 1965 bis 1968 für rund 11,5 Millionen DM. Es verfügt über 142 Betten in zwei Fachabteilungen sowie drei Belegabteilungen. Jedes Jahr werden rund 7.500 Patienten stationär und rund 9.900 Patienten ambulant behandelt. In der gynäkologisch-geburtshilflichen Abteilung werden jährlich rund 450 Babys entbunden.[130] Alleiniger Gesellschafter der Krankenhaus Wittmund gGmbH ist der Landkreis Wittmund. Der Förderverein für das Krankenhaus Wittmund e.V. unterstützt das Krankenhaus Wittmund ideell, materiell und finanziell.[131] Das Krankenhaus kooperiert mit weiteren ostfriesischen Kliniken, um Doppelangebote abzubauen und Kosten zu senken. In Wittmund ist eine von sechs Rettungswachen im Landkreis beheimatet. In den ostfriesischen Kreistagen und im Emder Stadtrat gibt es seit einigen Jahren Diskussionen, in Wittmund eine Rettungsdienst-Leitstelle für den gesamten ostfriesischen Raum einzurichten, was bisher aber noch nicht umgesetzt wurde.

Persönlichkeiten

Ludwig Franzius

Söhne und Töchter der Stadt

Aus Wittmund stammten der Astronom und Mathematiker Jabbo Oltmanns (1783–1833), ein Mitarbeiter Alexander von Humboldts, sowie der Wasserbau-Ingenieur Ludwig Franzius (1832–1903), der mit der Weserkorrektion und dem Ausbau des stadtbremischen Hafens einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung des Bremer Hafens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts geleistet hat. Er war seit 1875 als Oberbaudirektor in der Hansestadt tätig. Der Architekt Ludwig Klingenberg (1840–1924) stammte ebenfalls aus Wittmund und baute im Nordwesten Deutschlands eine Reihe prägnanter Häuser, unter anderem auch das Kreishaus in seiner Geburtsstadt. Aus einer alteingesessenen Wittmunder Kaufmannsfamilie stammte der Industrielle und Erfinder Moritz Neumark (1866–1943), der von 1905 bis 1934 wesentlich die Geschicke des Hochofenwerks Lübeck bestimmte. Ebenfalls in Wittmund geboren wurde der Kunsthistoriker und Kabarettist Jan S. Kunstreich (1921–1991).

Unter den bekannten noch lebenden Personen, die in Wittmund geboren wurden, befindet sich einer von Deutschlands bekanntesten Sportmedizinern, nämlich Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt (* 1942), Sportarzt des FC Bayern München und der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Der Moderator Walter Freiwald wurde 1954 in Wittmund geboren. Die Schauspieler und/oder Musiker Lars Rudolph (* 1966), Mense Reents (* 1970) und Henny Reents (* 1977) sind ebenfalls gebürtige Wittmunder, außerdem der Fußballspieler Christian Alder (* 1978). Zwar im Wittmunder Kreiskrankenhaus geboren, doch in Esens aufgewachsen ist der Fußballspieler Timo Schultz (* 1977).

Mit Wittmund verbunden

Der ostfriesische Porträtmaler Henrich Becker (* 4. August 1747 in Dornum) lebte zeitweise in Neufunnixsiel, wo er am 10. Juli 1819 starb. Die Orgelbauer Johann Friedrich Constabel (* 1690; † 24. Dezember 1762 in Wittmund) und sein Nachfolger Hinrich Just Müller (* 1740 in Fürstenau) hinterließen in Wittmund, wo sich ihre Werkstatt befand, und anderen Orten Ostfrieslands eine größere Zahl historischer Orgeln. Müller starb am 13. August 1811 in Wittmund.

Hermann Creutzenberg (* 14. September 1923 in Hartsgast; † 22. Dezember 1998 in Wittmund) war von 1970 bis 1986 für die CDU Mitglied des Niedersächsischen Landtags. Der Schriftsteller Wolfgang Bittner (* 29. Juli 1941 in Gleiwitz/Oberschlesien) wuchs in Wittmund auf, lebt aber inzwischen in Göttingen und Köln.

Eine Reihe von Militärs sind darüber hinaus mit dem traditionellen Luftwaffen-Standort Wittmund verbunden: Der ehemalige Inspekteur der Luftwaffe Klaus-Peter Stieglitz (* 3. Oktober 1947 in Lutherstadt Eisleben) war zwischen 1973 und 1981 beim Richthofengeschwader eingesetzt. Dirk Böcker (* 1945), früherer Stellvertreter des Generalinspekteurs der Bundeswehr, war ebenfalls beim Wittmunder Geschwader aktiv. Er lebt in Wittmund. Volker Zimmer (* 31. Mai 1949 in Gießen) war in den 1970er Jahren in Wittmund eingesetzt und ist seit 2009 Kommandeur der 4. Luftwaffen-Division im benachbarten Aurich.

Literatur

Eine moderne Stadtgeschichte Wittmunds, wie sie in Ostfriesland beispielsweise für Emden oder Norden vorliegt, ist bislang nicht erschienen. Mit einzelnen Aspekten der Wittmunder Stadtgeschichte und -beschreibung befassen sich die folgenden, auf den gesamten Landkreis Wittmund bzw. das Harlingerland bezogenen Werke:

  • Hendrik Gröttrup: Die Verfassung und Verwaltung des Harlingerlands 1581 bis 1744. Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 1962
  • Inge Lüpke-Müller: Der Landkreis Wittmund zwischen Monarchie und Diktatur, in: Reyer, Herbert (Hrsg.): Ostfriesland zwischen Republik und Diktatur. Ostfriesische Landschaftliche Verlags- und Vertriebsgesellschaft, Aurich 1998, ISBN 3-932206-10-X
  • Robert Noah: Die mittelalterlichen Kirchen im Harlingerland. Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 1969
  • Almuth Salomon: Geschichte des Harlingerlands bis 1600. Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 1965
  • Helmut Sanders: Die Bevölkerungsentwicklung im Kreise Wittmund seit dem Ausgang des 18. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung der Bodenarten. Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 1969
  • Karl-Heinz de Wall: Landkreis Wittmund. Selbstverlag des Landkreises Friesland, Jever 1977, ohne ISBN

Daneben sind die folgenden Werke, die sich mit Ostfriesland im Allgemeinen beschäftigen, auch für die Wittmunder Stadthistorie und -beschreibung insofern bedeutsam, als sie einzelne Aspekte beleuchten:

  • Hans Homeier: Der Gestaltwandel der ostfriesischen Küste im Laufe der Jahrhunderte. Selbstverlag, Pewsum 1969 (Ostfriesland im Schutze des Deiches, Bd. 2), ohne ISBN
  • Gottfried Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. Verlag Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn 2010, ISBN 978-3-86795-021-3
  • Inge Lüpke-Müller: Eine Region im politischen Umbruch. Der Demokratisierungsprozess in Ostfriesland nach dem Zweiten Weltkrieg, Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 1998, ISBN 3-932206-11-8.
  • Heinrich Schmidt: Politische Geschichte Ostfrieslands. Rautenberg, Leer 1975 (Ostfriesland im Schutze des Deiches, Bd. 5), ohne ISBN
  • Wolfgang Schwarz: Die Urgeschichte in Ostfriesland. Leer 1995, ISBN 3-7963-0323-4
  • Menno Smid: Ostfriesische Kirchengeschichte. Selbstverlag, Pewsum 1974 (Ostfriesland im Schutze des Deiches, Bd. 6), ohne ISBN
  • Harm Wiemann/Johannes Engelmann: Alte Wege und Straßen in Ostfriesland. Selbstverlag, Pewsum 1974 (Ostfriesland im Schutze des Deiches, Bd. 8), ohne ISBN

Weblinks

 Commons: Wittmund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Wittmund – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen – Bevölkerungsfortschreibung (Hilfe dazu)
  2. Verordnung über das Landesraumordnungsprogramm auf www.nds-voris.de
  3. Eine detaillierte Karte findet sich auf den Seiten des Niedersächsischen Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie, abgerufen am 8. Oktober 2011
  4. Quelle: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, abgerufen am 9. Oktober 2011
  5. Eberhard Rack: Kleine Landeskunde Ostfriesland. Isensee Verlag, Oldenburg 1998, ISBN 3-89598-534-1, S. 115
  6. Beispiele hierfür finden sich im (Sport-)Vereinsleben, etwa beim Dart-Club Rispelerhelmt (Ortsteil Hovel), beim Boßelverein Müggenkrug (Ortsteil Hovel) oder beim Boßelverein Altfunnixsiel (Ortsteil Funnix).
  7. Eberhard Rack: Kleine Landeskunde Ostfriesland, Isensee Verlag, Oldenburg 1998, S. 30
  8. Nationalpark Nds. Wattenmeer auf niedersachsen.de
  9. Naturschutzgebiet Hohehahn, abgerufen am 31. Juli 2011
  10. Die Angaben können auf einer interaktiven Karte unter www.umweltkarten.niedersachsen.de angesehen werden.
  11. Rolf Bärenfänger: Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland, Bd. 35 Ostfriesland, Stuttgart 1999, ISBN 3-8062-1415-8, S. 151
  12. Karl-Heinz de Wall (Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft): Leerhafe, S. 1 (PDF-Datei; 77,1 kB), abgerufen am 19. Oktober 2011
  13. Harm Wiemann/Johannes Engelmann: Alte Wege und Straßen in Ostfriesland. Selbstverlag der Deichacht Krummhörn, Pewsum 1974 (Ostfriesland im Schutze des Deiches, Bd. 8), ohne ISBN, S. 96 ff.
  14. Harlebucht und Goldene Linie, abgerufen am 15. August 2011
  15. Gottfried Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. Deutsche Stiftung Denkmalschutz, 2009 (dort wird die Regentin allerdings Richtberg genannt)
  16. Johann Aeils/Jan Smidt/Martin Stromann: Steinerne Zeugen in Marsch und Geest: Gulfhöfe und Arbeiterhäuser in Ostfriesland. 3., überarbeitete Auflage, Verlag SKN, Norden 2007, ISBN 978-3-928327-16-9, S. 30 ff.
  17. Zitiert in: Ernst Siebert: Entwicklung des Deichwesens vom Mittelalter bis zur Gegenwart (Ostfriesland im Schutze des Deiches, Band 2), Deichacht Krummhörn (Hrsg.), Selbstverlag, Pewsum 1969, ohne ISBN, S. 334 f.
  18. Karl-Heinz de Wall: Landkreis Wittmund, Selbstverlag des Landkreises Friesland, Jever 1977, o. ISBN, S. 217, dort auch die nachfolgenden Angaben zu den Einwohnerzahlen.
  19. Karl-Heinz de Wall (Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft): Leerhafe, pdf-Datei, S. 4, abgerufen am 15. Oktober 2011
  20. Helmut Sanders: Die Bevölkerungsentwicklung im Kreise Wittmund seit dem Ausgang des 18. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung der Bodenarten, Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 1969, ohne ISBN, S. 52
  21. Karl-Heinz de Wall: Landkreis Wittmund, Selbstverlag des Landkreises Friesland, Jever 1977, o. ISBN, S. 60
  22. Werner Brune (Hrsg.): Wilhelmshavener Heimatlexikon, Band 1–3. Brune, Wilhelmshaven 1986–1987. Band 3, S. 510
  23. Karl-Heinz de Wall: Landkreis Wittmund, Selbstverlag des Landkreises Friesland, Jever 1977, o. ISBN, S. 61
  24. Martin Wein: Stadt wider Willen. Kommunale Entwicklung in Wilhelmshaven/Rüstringen 1853–1937. Tectum, Marburg 2006, S. 32
  25. Karl-Heinz de Wall: Landkreis Wittmund, Selbstverlag des Landkreises Friesland, Jever 1977, o. ISBN, S. 70
  26. Helmut Sanders: Die Bevölkerungsentwicklung im Kreise Wittmund seit dem Ausgang des 18. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung der Bodenarten, Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 1969, ohne ISBN, S. 24
  27. Karl-Heinz de Wall: Landkreis Wittmund, Selbstverlag des Landkreises Friesland, Jever 1977, o. ISBN, S. 226
  28. Inge Lüpke-Müller: Der Landkreis Wittmund zwischen Monarchie und Diktatur, in: Herbert Reyer (Hrsg.): Ostfriesland zwischen Republik und Diktatur. Ostfriesische Landschaftliche Verlags- und Vertriebsgesellschaft, Aurich 1998, ISBN 3-932206-10-X, S. 13
  29. Inge Lüpke-Müller: Der Landkreis Wittmund zwischen Monarchie und Diktatur, in: Herbert Reyer (Hrsg.): Ostfriesland zwischen Republik und Diktatur. Ostfriesische Landschaftliche Verlags- und Vertriebsgesellschaft, Aurich 1998, ISBN 3-932206-10-X, S. 17/18
  30. Inge Lüpke-Müller: Der Landkreis Wittmund zwischen Monarchie und Diktatur, in: Herbert Reyer (Hrsg.): Ostfriesland zwischen Republik und Diktatur. Ostfriesische Landschaftliche Verlags- und Vertriebsgesellschaft, Aurich 1998, ISBN 3-932206-10-X, S. 21
  31. Heinrich Schmidt: Politische Geschichte Ostfrieslands. Rautenberg, Leer 1975 (Ostfriesland im Schutze des Deiches, Bd. 5), ohne ISBN, S. 473
  32. Inge Lüpke-Müller: Der Landkreis Wittmund zwischen Monarchie und Diktatur, in: Herbert Reyer (Hrsg.): Ostfriesland zwischen Republik und Diktatur. Ostfriesische Landschaftliche Verlags- und Vertriebsgesellschaft, Aurich 1998, ISBN 3-932206-10-X, S. 29/30
  33. Anzeiger für Harlingerland vom 23. Nov. 1932, zitiert in: Inge Lüpke-Müller: Der Landkreis Wittmund zwischen Monarchie und Diktatur, in: Herbert Reyer (Hrsg.): Ostfriesland zwischen Republik und Diktatur. Ostfriesische Landschaftliche Verlags- und Vertriebsgesellschaft, Aurich 1998, ISBN 3-932206-10-X, S. 21
  34. So heißt es bei Lüpke-Müller über den Landrat Liebenow: „Trotz seines Eintretens für die Republik muß Liebenow den Nationalsozialisten freundlich gesinnt gewesen sein. Anders ist es nicht zu erklären, daß er nach der Machtergreifung im Amt blieb.“ (Inge Lüpke-Müller: Der Landkreis Wittmund zwischen Monarchie und Diktatur, in: Herbert Reyer (Hrsg.): Ostfriesland zwischen Republik und Diktatur. Ostfriesische Landschaftliche Verlags- und Vertriebsgesellschaft, Aurich 1998, ISBN 3-932206-10-X, S. 54.) Über den Bürgermeister Schröder urteilt Eimers: „In den kleinen Landstädten Wittmund und Esens war für die lokale NSDAP die Eroberung des Rathauses mit der Übernahme von Bürgervorsteherkollegium und Senatorenämtern abgeschlossen, da die Bürgermeister Driesen und Schröder schon in ihrer bisherigen Amtsführung gezeigt hatten, daß sie der NSDAP keine Steine in den Weg legten.“ (Enno Eimers: Die Eroberung der Macht in den Rathäusern Ostfrieslands durch die Nationalsozialisten: Die Bürgermeister zwischen Partei- und Kommunalinteressen, in: Herbert Reyer: Ostfriesland im Dritten Reich. Die Anfänge der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft im Regierungsbezirk Aurich 1933–1938. Ostfriesische Landschaftliche Verlags- und Vertriebsgesellschaft, Aurich 1992, ISBN 3-932206-14-2, S. 18.)
  35. Karl-Heinz de Wall (Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft): Hovel, pdf-Datei, S. 2, abgerufen am 16. Oktober 2011
  36. Karl-Heinz de Wall (Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft): Leerhafe, pdf-Datei, S. 2, abgerufen am 16. Oktober 2011
  37. Engbert Grote: Aurich im Luftkrieg, in: Herbert Reyer (Hrsg.): Aurich im Nationalsozialismus, Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 1993, ISBN 3-925365-49-4, S. 447-469, hier S. 464
  38. Wilfried Janßen (Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft): Asel, pdf-Datei, S. 2, abgerufen am 16. Oktober 2011
  39. Helmut Sanders: Die Bevölkerungsentwicklung im Kreise Wittmund seit dem Ausgang des 18. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung der Bodenarten, Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 1969, ohne ISBN, S. 60/61
  40. Walter Deeters (Kleine Geschichte Ostfrieslands. 2. durchges. Auflage. Verlag Schuster, Leer 1992, ISBN 3-7963-0229-7, S. 104) formulierte dazu: „(...)Die Kreise Aurich und Norden wurden vereinigt, auch der Kreis Wittmund mit dem oldenburgischen Kreis Jever. War damit der Traum Edzards I. erfüllt und das Jeverland endlich ostfriesisch? Mitnichten. Unversehens brachen beiderseits der Goldenen Linie alte Vorurteile durch; man betonte im Jeverland seine Eigenständigkeit, bis nach zwei Jahren – wie in einem Satyrspiel nach der Tragödie – die ungeliebte Ehe vom Staatsgerichtshof geschieden wurde.“ Ähnlich Deeters in Karl-Ernst Behre/Hajo van Lengen (Hrsg.): Ostfriesland. Geschichte und Gestalt einer Kulturlandschaft. Ostfriesische Landschaftliche Verlags- und Vertriebsgesellschaft, Aurich 1995, ISBN 3-925365-85-0, S. 184. Er benutzt dort den Begriff „uralte(n) gegenseitige(n) Vorurteile“.
  41. Gerhard Siebels: Führer durch Ostfriesland und seine Seebäder, Leer, o.J. (1955?), S. 278
  42. Heimatverein Wittmund: Der Name Wittrmund; eingesehen am 25. Juni 2011
  43. Werner Brune (Hrsg.): Wilhelmshavener Heimatlexikon, Band 1–3. Brune, Wilhelmshaven 1986–1987, Band 3, Seite 511, Zahlen von 1816 bis 1980
  44. Menno Smid: Ostfriesische Kirchengeschichte, S. 37
  45. Kirche - Wittmund: Ein Wetterzeichen im Wind; eingesehen am 25. Juni 2011
  46. www.jubi-asel.de: Vorstellung, abgerufen am 14. Oktober 2011
  47. Archiv der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Jever, Protokollbuch V (1945–1950)
  48. St. Bonifatius Wittmund: Gemeinde sind VIER alle; eingesehen am 25. Juni 2011
  49. NAK Norddeutschland: Chronik des Bezirks Wilhelmshaven in der Übersicht; eingesehen am 25. Juni 2011
  50. Klaus von Beyme: Das politische System der Bundesrepublik Deutschland: Eine Einführung, VS Verlag, Wiesbaden 2004, ISBN 3-531-33426-3, S. 100, Eingeschränkte Vorschau in der Google Buchsuche, 22. Mai 2011
  51. Heinrich Schmidt: Politische Geschichte Ostfrieslands (Ostfriesland im Schutze des Deiches, Band V, Verlag Rautenberg, Leer 1975, o. ISBN, S. 498
  52. Theodor Schmidt: Untersuchung der Statistik und einschlägiger Quellen zu den Bundestagswahlen in Ostfriesland 1949–1972. Ostfriesische Landschaft, Aurich 1978, kartografische Beiblätter
  53. Zehn bis 20 Prozent in Leerhafe, Hovel und Blersum; 20 bis 30 Prozent in Funnix, Berdum, Carolinensiel, Wittmund (Kernort), Asel, Burhafe, Buttforde und Willen; 30 bis 40 Prozent in Ardorf, Uttel und Eggelingen; siehe Theodor Schmidt: Untersuchung der Statistik und einschlägiger Quellen zu den Bundestagswahlen in Ostfriesland 1949–1972. Ostfriesische Landschaft, Aurich 1978, kartografische Beiblätter
  54. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 7. November 2011
  55. Stadt Wittmund: Ratsmitglieder, abgerufen am 4. November 2011
  56. a b Stadt Wittmund – Gesamtergebnis Stadtratswahl 2011, abgerufen am 14. September 2011
  57. In 2006 noch als Das Linksbündnis angetreten
  58. www.ndr.de: Abwärtstrend bei Wahlbeteiligung gestoppt, abgerufen am 14. September 2011
  59. Stadt Wittmund – Gesamtergebnis Wahl des Rates 2006, abgerufen am 14. September 2011
  60. Stadt Wittmund: Bürgermeister, abgerufen am 31. Juli 2011
  61. Stadt Wittmund – 2006 – Bürgermeisterwahl 2006, abgerufen am 31. Juli 2011
  62. Wahlkreis 87 Wittmund/Inseln, Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Statistik.
  63. Wittmund kann kaum noch Geld investieren, Ostfriesen-Zeitung, 1. Juni 2011, abgerufen am 15. Oktober 2011
  64. Information nach einer Anfrage an die Stadt Wittmund per E-Mail am 19. Juli 2010
  65. Gemeinde Barleben: Gemeinde-/Städtepartnerschaften, abgerufen am 14. August 2011
  66. Deutsch deutsche Partnerschaften. Städte, Landkreise und Gemeinden als Gestalter der deutschen Einheit, Seiten 15, 47, 51f., abgerufen am 14. August 2011
  67. Landesbühne – Theater für Wittmund, abgerufen am 31. Juli 2011
  68. Kunstmeile der Stadt Wittmund, abgerufen am 3. August 2011
  69. Sammlung Wübbena: Skulpturengarten, abgerufen am 3. August 2011
  70. Kunstgalerie „Palette“, abgerufen am 3. August 2011
  71. Häuser und Dauerausstellungen, abgerufen am 3. August 2011
  72. Fast 40 000 Besucher im Sielhafenmuseum, Ostfriesen-Zeitung, 21. Januar 2011, abgerufen am 15. Oktober 2011
  73. Historischer Rundgang durch Carolinensiel, abgerufen am 3. August 2011
  74. Phänomania Carolinensiel, abgerufen am 3. August 2011
  75. Heimatmuseum Peldemühle Wittmund, abgerufen am 3. August 2011
  76. Kirchenbote des Bistums Osnabrück, 43/2007, S. 13 (Artikel online; eingesehen am 25. Juni 2011
  77. Hermann Haiduck: Die Architektur der mittelalterlichen Kirchen im ostfriesischen Küstenraum. Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 1986, ISBN 3-925365-07-9, S. 13
  78. Gottfried Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. Verlag Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn 2010, ISBN 978-3-86795-021-3, S. 349
  79. Orgel auf NOMINE e.V., gesehen 4. Februar 2011
  80. Genealogie-Forum: Eggelingen, gesehen 9. Oktober 2011
  81. Gottfried Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. Verlag Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn 2010, ISBN 978-3-86795-021-3, S. 331
  82. Zu einer detaillierten Beschreibung und zur Geschichte des Altars siehe Herbert R. Marwede: Vorreformatorische Altäre in Ost-Friesland. Dissertation, Hamburg 2006, S. 123–148, (online) (PDF-Datei; 1,2 MB), gesehen 21. Juni 2011
  83. Orgel in Funnix bei NOMINE e.V., gesehen 10. Oktober 2010
  84. Genealogie-Forum: Carolinensiel, gesehen 9. Oktober 2011
  85. Gottfried Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. Verlag Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn 2010, ISBN 978-3-86795-021-3, S. 335
  86. Gottfried Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. Verlag Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn 2010, ISBN 978-3-86795-021-3, S. 345
  87. „Germania” ist zurück in Wittmund, abgerufen am 8. August 2011
  88. Jan Schüpp Brunnen, abgerufen am 3. August 2011
  89. Hands of Fame: Der Bundespräsidentenplatz, abgerufen am 21. August 2011
  90. Kurt Asche: Das Packhaus als hafenspezifischer Haustyp in Ostfriesland, in: Emder Jahrbuch für historische Landeskunde Ostfrieslands, Band 75 (1995), S. 95-109, hier S. 100/101
  91. Stadtleben in Wittmund - Schlosspark, abgerufen am 1. August 2011
  92. Mehr als die Hälfte der Wittmunder treibt Sport, Ostfriesen-Zeitung, 1. April 2010, abgerufen am 15. Oktober 2011
  93. Klinkerlauf, abgerufen am 13. August 2011
  94. SV Wittmund von 1948
  95. Landes-Klootschießer-Verband Ostfriesland – Verbände, abgerufen am 14. August 2011
  96. Wittmund hat Zuschuss für das Freizeitbad Isums fast halbiert, Ostfriesen-Zeitung, 14. Februar 2011, abgerufen am 15. Oktober 2011
  97. Das Carolinensieler Solebad ist abbruchreif, Ostfriesen-Zeitung, 10. Februar 2011, abgerufen am 15. Oktober 2011
  98. Live im Park - Termine, abgerufen am 1. August 2011
  99. Plattdeutsch für Fortgeschrittene, Ostfriesen-Zeitung, 29. September 2011, abgerufen am 12. Oktober 2011
  100. Ostfriesen-Zeitung, 13. Januar 2007
  101. Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Excel-Datei, Zeile 2324
  102. Friedeburg.de: JadeWeserPark, abgerufen am 9. Oktober 2011
  103. Statistik der Bundesagentur für Arbeit: Arbeitsmarkt in Zahlen - Eckwerte - Agenturen, Aktuelle Daten zum Arbeitsmarkt, Agentur für Arbeit Emden/Hannover, Dezember 2010, pdf-Datei, S. 13
  104. Karl-Heinz de Wall: Landkreis Wittmund, Selbstverlag des Landkreises Friesland, Jever 1977, o. ISBN, S. 170–184
  105. Blersumer wollen nicht im Windpark wohnen, Ostfriesen-Zeitung, 8. Juni 2011, abgerufen am 15. Oktober 2011
  106. "Vorjahreszahlen werden wieder erreicht", Ostfriesen-Zeitung, 12. Oktober 2011, abgerufen am selben Tag
  107. Zahlen für 1960 und 1965 aus: Helmut Sanders: Die Bevölkerungsentwicklung im Kreise Wittmund seit dem Ausgang des 18. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung der Bodenarten, Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 1969, ohne ISBN, S. 62. Zahlen für 1981, 1985 und 1990 aus: Eckard Krömer: Kleine Wirtschaftsgeschichte Ostfrieslands und Papenburgs. Verlag SKN, Norden 1991, ISBN 3-922365-93-0, S. 138. Die Zahlen für 1960 und 1965 beziehen sich lediglich auf die Sommersaison zwischen dem 1. April und dem 30. September des jeweiligen Jahres. In jenen Jahren war die touristische Infrastruktur (Bäder etc.) jedoch noch kaum ausgebaut und kulturelle Anziehungspunkte noch wenig vermarktet, so dass davon ausgegangen werden kann, dass es sich um klassische „Sommerfrischler“ handelte, was die Zahlen – evtl. mit kleinen Abstrichen – auf das ganze Jahr gesehen nur wenig verändern dürfte.
  108. www.nationalparkhaus-wattenmeer.de: Carolinensiel, abgerufen am 14. Oktober 2011
  109. Campingplatz Isums, abgerufen am 7. August 2011
  110. Campingurlaub Carolinensiel, abgerufen am 7. August 2011
  111. Wohnmobilstellplatz Nordsee, abgerufen am 7. August 2011
  112. Emder Zeitung, 6. August 2008, S. 4
  113. Ostfriesischer Kurier, 13. Februar 2008, S. 12
  114. www.wittmund-tourismus.de: Impressum, abgerufen am 9. Oktober 2011
  115. Kreisnaturschutzhof Willen-Hohehahn in Wittmund, abgerufen am 19. August 2011
  116. Die Angabe wurden mithilfe des Routenplaners www.map24.de errechnet.
  117. In Rispelerhelmt fehlt ein Radweg, Ostfriesen-Zeitung, 26. August 2010, abgerufen am 15. Oktober 2011
  118. Reaktivierung der Bahnverbindung Norden-Esens-Wilhelmshaven: Potenzialabschätzung, abgerufen am 9. Oktober 2011
  119. Reaktivierung der Bahnverbindung Norden-Esens-Wilhelmshaven: Trassenausbaubedarfe Norden-Dornum, abgerufen am 9. Oktober 2011
  120. Reaktivierung der Bahnverbindung Norden-Esens-Wilhelmshaven: Beispiel für Kreiselquerung, abgerufen am 9. Oktober 2011
  121. Homepage der Finkenburgschule Wittmund; eingesehen am 6. August 2011
  122. Homepage der Piet-Mondrian-Grundschule Burhafe; eingesehen am 6. August 2011
  123. Homepage der Grundschule Carolinensiel; eingesehen am 6. August 2011
  124. Homepage der Grundschule Leerhafe/Ardorf; eingesehen am 6. August 2011
  125. Homepage der Schule an der Lessingstraße: Schulprofil; eingesehen am 6. August 2011
  126. Homepage der Alexander-von-Humboldt-Schule Wittmund; eingesehen am 8. August 2011
  127. Anzeiger für das Harlingerland (vom 25. Juni 2004); eingesehen am 8 .August 2011
  128. Homepage der Berufsbildenden Schulen Wittmund-Esens; eingesehen am 8. August 2011
  129. www.wittmund.de: Kindergärten, abgerufen am 15. Oktober 2011
  130. Krankenhaus Wittmund – Über uns, abgerufen am 7. August 2011
  131. Förderverein spendet Wittmunder Klinik Inkubator, abgerufen am 7. August 2011

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