Breitengüßbach


Breitengüßbach
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Breitengüßbach
Breitengüßbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Breitengüßbach hervorgehoben
49.97138888888910.891666666667245
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Bamberg
Höhe: 245 m ü. NN
Fläche: 16,86 km²
Einwohner:

4.672 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 277 Einwohner je km²
Postleitzahl: 96149
Vorwahlen: 09544, 09547 (Hohengüßbach)
Kfz-Kennzeichen: BA
Gemeindeschlüssel: 09 4 71 119
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchplatz 4
96149 Breitengüßbach
Webpräsenz: www.breitenguessbach.de
Bürgermeister: Reiner Hoffmann (UBB)
Lage der Gemeinde Breitengüßbach im Landkreis Bamberg
Landkreis Haßberge Landkreis Schweinfurt Landkreis Kitzingen Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Pommersfelden Landkreis Erlangen-Höchstadt Landkreis Coburg Landkreis Kulmbach Landkreis Bayreuth Landkreis Lichtenfels Bamberg Landkreis Forchheim Zückshuter Forst Winkelhofer Forst Steinachsrangen Semberg Lindach (gemeindefreies Gebiet) Koppenwinder Forst Hauptsmoorwald Geisberger Forst Eichwald (Oberbayern) Ebracher Forst Ebracher Forst Walsdorf (Oberfranken) Rattelsdorf Baunach Reckendorf Lauter (Oberfranken) Gerach (Oberfranken) Gundelsheim (Oberfranken) Hallstadt Schlüsselfeld Zapfendorf Wattendorf Viereth-Trunstadt Strullendorf Stegaurach Stadelhofen Schönbrunn im Steigerwald Scheßlitz Priesendorf Pommersfelden Pommersfelden Pettstadt Oberhaid (Oberfranken) Litzendorf Lisberg Königsfeld (Oberfranken) Kemmern Hirschaid Frensdorf Ebrach Buttenheim Burgwindheim Burgebrach Breitengüßbach Bischberg Altendorf (Landkreis Bamberg) MemmelsdorfKarte
Über dieses Bild

Breitengüßbach ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Bamberg mit einer mehr als 1100-jährigen Geschichte. Bereits in einer zwischen 812 und 830 ausgestellten kaiserlichen Urkunde wurde es als Gusibach, zum Königshof Hallstadt gehörend, erwähnt.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Zapfendorf, Scheßlitz, Memmelsdorf, Kemmern, Baunach und Rattelsdorf.

Ortsteile

Die politische Gemeinde Breitengüßbach hat fünf amtlich benannte Ortsteile (in Klammern Einwohnerzahlen, Stand: 1. Januar 2005)[2]:

Geschichte

Namensdeutung

Die Herkunft des Namens ist strittig. Das althochdeutsche Wort guza (= gießen) könnte auf Gießbach hindeuten. Da aber der Nachbarort Hohengüßbach nicht an einem Bach liegt, könnte der Name auch von Gosbert oder Götz abgeleitet sein. Der Ortsname in seiner heutigen Schreibweise taucht erstmals im Jahr 1750 auf. Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts erlangte er seine gesetzliche Legitimation. Andere Quellen weisen darauf hin, dass Breitengüßbach aufgrund seiner Breite und Hohengüßbach aufgrund seiner hohen Lage bezüglich des Gewässers ihren Namen dem Mainzufluss Güßbach zu verdanken haben.

9. bis 17. Jahrhundert

Nach der Ersterwähnung Breitengüßbachs als Gusibach Anfang des 9. Jahrhunderts (um 812) und der beurkundeten Zugehörigkeit zum Königshof Hallstadt schenkte Kaiser Heinrich II. im Jahr 1007 bei der Gründung des Bistums Bamberg den Königshof mit Güßbach der Bamberger Kirche als Tafelgut. Bereits in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts hatte Breitengüßbach ein eigenes Gotteshaus, St. Leonhard. Im Jahre 1392 wurde Güßbach von der Pfarrei Hallstadt abgetrennt und bekam eigene Pfarrrechte.

Eine neue Dorfordnung (Dorfverfassung) gaben sich die Güßbacher bereits 1594 als Grundlage für ein geregeltes Gemeindewesen in den folgenden Jahrhunderten. Der Schulmeister, der Schmied, der Bader, der Hirte und eine Hebamme wurden von der Gemeinde gestellt und besoldet. Ein eigenes Gemeindehaus, eine gemeindeeigene Dorfschmiede und eine öffentliche Badestube waren in der Gemeinde vorhanden. In den Schwedenkriegen wurde am 8. Februar 1633 halb Güßbach in Schutt und Asche gelegt.

18. bis 19. Jahrhundert

1750 erfolgte die erste Verwendung des Ortsnamens Breitengüßbach. Der Ort gehörte bis zur Säkularisation zum Hochstift Bamberg. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

20. Jahrhundert und Gegenwart

Im Ersten Weltkrieg veränderten sich das Ortsbild und die bäuerliche Struktur kaum. Auch der Zweite Weltkrieg ging an der Gemeinde glimpflich vorüber.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde eine Turnhalle gebaut, Wasserleitung und Kanalisation gelegt und eine Kläranlage errichtet. Eine neue achtklassige Volksschule entstand, ein Sportzentrum wurde geschaffen. Umfangreiche, attraktive Baugebiete wurden ausgewiesen, dazu ein größeres Gewerbegebiet. Ein Naherholungswald wurde angekauft und ausgebaut. All dies schuf die Voraussetzung für eine rege Siedlungstätigkeit.

Breitengüßbach wurde als Kleinzentrum eingestuft. Durch den Umbau des ehemaligen Schulhauses im Ortskern zum Rathaus im Jahre 1979 wurde die Grundlage für eine moderne, bürgernahe Verwaltung geschaffen. Die Einwohnerzahl ist auf etwa 4.600 angewachsen, u. a. wegen der Ausweisung großer Baugebiete.

Eingemeindungen

Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurden am 1. Januar 1972 Hohengüßbach mit Leimershof[3], im Jahr 1978 Unteroberndorf und Zückshut eingemeindet.

Politik

Erster Bürgermeister ist Reiner Hoffmann vom Unabhängigen Bürgerblock (UBB).

Im Gemeinderat sind in der Wahlperiode 2008/2014 folgende Parteien und Wählergemeinschaften vertreten (Sitzverteilung 2002/2008 identisch):

  • CSU: 5 Sitze
  • SPD: 4 Sitze
  • Unabhängiger Bürgerblock (UBB): 3 Sitze
  • Freie Wählergemeinschaft Zückshut (FWZ): 2 Sitze
  • Freie Wählergemeinschaft Unteroberndorf (FWU): 1 Sitz
  • Wählergemeinschaft Hohengüßbach (WGH): 1 Sitze

Kultur

Wappen

Blasonierung: In Silber ein Bauer mit blauer Weste, blauen Kniehosen, rotem Hemd, roten Kniestrümpfen und schwarzem Spitzhut, der in der rechten Hand einen schwarzen Stock mit rotem Band hält; daneben eine rote linke Flanke, darin ein goldener Balken, der von einem silbernen Pfahl überdeckt wird.

Das Gemeindewappen geht auf den Abdruck eines Gemeindesiegels aus dem Jahre 1796 zurück, das einen Bauern darstellt, der einen Stab in der Hand hält. Möglicherweise handelt es sich um einen Dorfrichter (Schultheiß). Die Flanke im Gemeindewappen stellt das Wappen der früher in Breitengüßbach ansässigen Adelsfamilie von Gusbach dar, die im 15. Jahrhundert ausgestorben ist.

Vereine

  • Freiwillige Feuerwehr
Freiwillige Feuerwehren bestehen in Breitengüßbach, Hohengüßbach, Unteroberndorf und Zückshut.
  • Sportverein
Die Basketballer des TSV Tröster Breitengüßbach sind die bekannteste Sportmannschaft Breitengüßbachs. Mehrere deutsche Nationalspieler wie Steffen Hamann oder NBA-Akteure wie Boniface N’dong haben bereits Spiele für Breitengüßbach absolviert. Der Kooperationsverein des deutschen Meisters Brose Baskets Bamberg spielt in der Pro B-Liga und trägt seine Heimspiele in der Hans-Jung-Halle aus.
  • Schützenverein
Die Schützengesellschaft (SG) Breitengüßbach 1965 e. V. ist ein speziell in der Jugendarbeit aktiver Verein. Im Erwachsenenbereich beteiligt sie sich mit acht Mannschaften an den Rundenwettkämpfen.
  • Golfclub Bamberg auf Gut Leimershof e. V.
Der Golfclub in Leimershof veranstaltet auf der internationalen 18-Loch-Anlage während der Saison nahezu wöchentlich Turniere wie z. B. Prominentengolf und den Audi-Cup.
  • Reitverein Gut Leimershof e. V.
Der Reitverein in Leimershof wurde nach dem Bau der Reitanlage in Leimershof als Verein der englischen Reitweise gegründet. Zusätzlich zum Unterricht von Dorothee Gräf hat sich eine Sparte für Kinder-und Jugendtraining entwickelt.
  • Kapellenverein Dreifaltigkeitskapelle Leimershof
Der ökumenische Verein unterstützt die Bewohner der ehemaligen Klosterstätte beim Bau einer neuen Kapelle. Nach deren Fertigstellung voraussichtlich Ende 2010 wird der Verein für Pflege und Erhalt die Verantwortung übernehmen.
  • Gesangverein Cäcilia Breitengüßbach (gegründet 1898)
Der vierstimmige Chor (Leitung Walter Hartmann) ist in und um Breitengüßbach bei vielen gemeindlichen und kirchlichen Anlässen mit einem breiten Repertoire (u. a. Elvis Presley, Mozart)eingesetzt.

Seen

Im Gemeindegebiet gibt zahlreiche Baggerseen, beispielsweise den Brückenhaussee, den Großen See und den Baunacher See.

Brauereien

Im Gemeindegebiet von Breitengüßbach bestand bis 2011 die Brauerei Hümmer. Die Gaststätte bleibt jedoch bestehen.

Verkehr

Straße

Breitengüßbach liegt an der

Entfernungen zu größeren Orten im Umkreis: Bamberg (10 km), Bad Staffelstein (18 km), Ebern (17 km), Scheßlitz (12 km), Coburg (37 km), Lichtenfels (25 km), Haßfurt (ca. 35 km), Forchheim (34 km), Erlangen (49 km) und Nürnberg (73 km).

Eisenbahn

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111101/183245&attr=OBJ&val=1108
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 429

Weblinks

 Commons: Breitengüßbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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