Bronchiektase


Bronchiektase
Klassifikation nach ICD-10
J47 Bronchiektasen
Q33.4 Angeborene Bronchiektasie
A15 u.
A16
Tuberkulose der Atmungsorgane
- Tuberkulöse Bronchiektasie
ICD-10 online (WHO-Version 2006)

Als Bronchiektasen bezeichnet man in der Medizin sackförmige oder zylindrische Ausweitungen der Atemgangswege (Bronchien). Dieser Zustand wird auch Bronchiektasie genannt.

Inhaltsverzeichnis

Ätiologie

Es gibt eine angeborene und eine erworbene Form der Bronchiektasen.

  • Angeborene Bronchiektasen können in nur einem Lungensegment oder einem Lungenlappen auftreten. Auch unbegrenztes Vorkommen wird beobachtet, meist in Zusammenhang mit anderen Defekten (beispielsweise beim Kartagener-Syndrom).
  • Erworben werden Bronchiektasen durch akute (Masern, Keuchhusten) oder chronische Entzündungsvorgänge (beispielsweise chronische Bronchitis) oder durch Lungenkrankheiten, die zu einer teilweisen Verlegung der Atemgangswege führen.

Klinik

Leitsymptome sind Husten und großvolumiger Auswurf („maulvolle Expektoration“ genannt), der süßlich-fade oder faulig riecht und sich im Glas typischerweise in drei Schichten absetzt: einer schaumigen Oberschicht, einer schleimigen Mittelschicht und einem zähen Bodensatz mit Eiter.

Komplikationen

Als Komplikationen sind Lungenentzündungen, Pilzansiedlungen in der Lunge und bakterielle Absiedlungen in anderen Organen bekannt. Auch Bluthusten (Hämoptyse) kann auftreten. Langfristig kann sich ein Cor pulmonale entwickeln.

Diagnose

Die Krankheit wird festgestellt durch das typische Erscheinungsbild und ggf. durch eine Bronchoskopie oder bildgebende Verfahren (Röntgen, MRT).

Therapie

Zur Behandlung kommen tägliche „Bronchialtoilette“ (Abhusten des Schleims in Knie-Ellenbogen-Lage), Inhalation von Solelösungen und ggf. Antibiotika in Frage. In geeigneten Fällen können Bronchiektasen auch chirurgisch entfernt werden.

Siehe auch

Quellen

Gerd Herold: Innere Medizin. Eigenverlag, Köln 1992 ff.

Weblink

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