Būrān

Būrān

Būrān (persisch ‏بوران‎, DMG Būrān; * 807; † 884) war eine Ehefrau des abbasidischen Kalifen Al-Maʾmūn (reg. 813–833).

Sie war die Tochter des Finanzministers al-Hasan ibn Sahl († 850) und somit auch eine Nichte des Wesirs Al-Faḍl ibn Sahl († 818). Ihren Namen hatte sie wahrscheinlich der gleichnamigen sassanidischen Prinzessin zu verdanken.[1] In einigen Quellen wird sie auch unter dem arabischen Namen Chadidscha ‏ خديجة‎ / Ḫadīğa erwähnt, teilweise mit der Behauptung, dieser sei ihr eigentlicher Name gewesen und „Būrān“ nur eine inoffizielle Benennung.[2]

Būrān wurde mit al-Maʾmūn verlobt, als sie zehn Jahre alt war. Die Hochzeit wurde aber erst im Ramadan 825/26 vollzogen, als sie fast 18 Jahre alt war und ihr Vater sich schon längst aus der Politik zurückgezogen hatte. Mit der Hochzeit wollte al-Maʾmūn – auch in Anbetracht der mysteriösen Ermordung al-Fadl ibn Sahls – seine weiterhin bestehende Verbundenheit mit der Familie zum Ausdruck bringen.[2] Die Feierlichkeiten, welche zu den berühmtesten der islamischen Geschichte zählen, fanden in der Residenz ihres Vaters in Fam as-Silh (Fam aṣ-Ṣilḥ)[3] oberhalb der irakischen Stadt Wasit (Wāsiṭ) am Tigris statt[4] und waren derart prunkvoll, dass sie als „Einladung des Islams“, ‏دعوة الإسلام‎ / Daʿwat al-Islām, bekannt wurden.[1] Der traditionellen Geschichtsschreibung nach bat Būrān den Kalifen während der Hochzeit um Vergebung für dessen Onkel Ibrāhīm b. Mahdī († 839), der sich zuvor, während der Thronstreitigkeiten nach Hārūn ar-Raschīds (reg. 786–809) Tod, gegen seinen Neffen positioniert hatte.

Über Būrāns langes Leben ist sonst nichts bekannt. Sie starb im September 884 im ehemaligen Palast des Barmakiden Dschʿafar b. Yaḥyā (†803).

Der Legende nach ist sie die Erfinderin und Namensgeberin des persischen Joghurtgerichts „Būrāni“.[1][5]

Literatur

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. a b c Abbas, 1989
  2. a b Sourdel, 1986
  3. Die an der Abzweigung des Silh-Kanals gelegene Stadt ist möglicherweise mit der antiken Stadt Apameia identisch. Das arabische „Fam“ könnte hier eine Abkürzung der Form „Fāmīya“ (hier mit iranischem Anlautsabfall) sein. Diskutiert wird eine direkte Ableitung von „Fāmīya“ aus dem griechischen „Apameia“. Vgl. R. Hartmann: E.J. Brill’s First Encyclopaedia of Islam 1913–1936. Brill, Leiden, Neuauflage von 1993. S. 970.
  4. vgl. F. Wüstenfeld: Jācūt’s Reisen, aus seinem geographischen Wörterbuch beschrieben. In: Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (ZDMG). Band 18, 1864, S. 409
  5. vgl. M.R. Ghanoonparvar: BŪRĀNĪ, in Encyclopaedia Iranica, 1989, Online Edition.

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