Carl Crodel

Carl Crodel

Charles Crodel (* 16. September 1894 in Marseille; † 28. November 1973 in München, begraben in Halle) war als Maler und im bildnerischen Bereich in Deutschland tätig.

Chorverglasung St.-Jacobi, Hamburg

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk

Leben

Charles Crodel mit Zeichenblock zusammen mit seiner Mutter und seinen Geschwistern, Marseille 1905 (Aufnahme: Nadar, Marseille)

Carl Fritz David Crodel, genannt Charles Crodel, wuchs in Marseille als Sohn des dortigen Konsuls und Meeresbiologen Richard Crodel[1] auf und studierte nach dem Schulabschluss in Jena 1914 bei Richard Riemerschmid in München.[2]

Jena und Berlin

Der Jenaer Kunstpädagoge Christoph Natter machte ihn mit der Malerin Elisabeth von Fiebig bekannt, die Crodel 1918 heiratete. Seit 1915 war Crodel an der Universität Jena in den Fächern Archäologie sowie Kunstgeschichte eingeschrieben.[3] Er war befreundet mit dem Archäologen Herbert Koch, mit Justus Bier und Erich Schott und war unter dem Vorsitz von Koch Vorstandsmitglied des Jenaer Kunstvereins.[4] Zur Vorbereitung der Ausstellung Ernst Ludwig Kirchner verfasste Crodel 1919 / 1920 zusammen mit Elisabeth Crodel das Urverzeichnis der Botho Graef Gedächtnis-Stiftung[5] und begann seine eigene Druckwerkstatt einzurichten. Wie Absolventen des Weimarer Bauhauses erwarb Crodel 1921 nach einer Lehrzeit in der von Ernst Haeckel aufgebauten naturwissenschaftlichen Druckerei Giltsch in Jena[6] den Gesellenbrief im Lithographen- und Druckereihandwerk bei der Handwerkskammer Weimar und druckte für seinen Freund Gerhard Marcks. So fand Crodel zunächst mit seinen Holzschnitten, darunter dem Doppelporträt Herbert Kochs und Wilhelm Worringers von 1922 und technisch anspruchsvollen Lithographien und Aquarellen Anerkennung (Mitarbeit an der von Rosa Schapire herausgegebenen Kündung, Teilnahme an der Darmstädter Ausstellung Deutscher Expressionismus 1920, 1923 Erwerbungen durch das Kupferstichkabinett der Berliner Nationalgalerie und des Kupferstichkabinetts der Bibliothèque Nationale, Paris), dann aufgrund seiner frühen Wandmalereien (1924 Friedrich-Schiller-Universität Jena[7] und Wohnhaus Fritz Krieger-Str. 4 (seit 1928 Schlossmuseum Weimar (Klassik Stiftung Weimar),[8] 1925 Hospital am Schottenring,[9] Erfurt).

Halle und Berlin

Im Anschluss an einen gemeinsamen Parisaufenthalt 1926 mit Marcks und dem Besuch der Académie de la Grande Chaumière berief die Stadt Halle (Saale) Crodel Anfang 1927 als Lehrer für Malerei und Graphik an die Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein. Dort baute Crodel die Werkstätten für Wandmalerei und die Graphikwerkstätten für Radierung mit den Bauhausschülern Rudolf Baschant und Lithographie mit Walter Herzger als Mitarbeitern auf. Aktzeichenunterricht und Vorlesungen über Kunstgeschichte ergänzten den Unterricht. Ein besonderes Anliegen war Crodel die Fortschreibung der Traditionen der Moderne. So entstanden in Fortführung von Motiven Carl Friedrich Schinkels Wandbilder für Bad Lauchstädt, für die Universität Halle (1928 die Improvisationen über Leben und Tod mit Motiven des Ersten Weltkrieges und aus dem Werk des Francisco de Goya in der Burse zur Tulpe[10] und 1931 den Wettlauf der Atalante im Gymnastiksaal in der Moritzburg (Halle),[11] heute "Crodel-Halle"), die Juryfreie Kunstausstellung Berlin und die Deutsche Bauausstellung 1931[12]. In diesem Jahr erhielt Crodel auch den Villa-Romana-Preis.

Crodel nahm die Zusammenarbeit mit den Steingutfabriken Velten-Vordamm und der Staatlichen Porzellanmanufaktur Berlin auf und zeigte ein Porträt seiner Kollegin Marguerite Friedlaender.[13] Erneuerungsarbeiten am Naumburger Dom führten zur Auseinandersetzung mit der monumentalen Glasmalerei.

Bereits 1930 wurden im Weimarer Schlossmuseum Werke von Barlach, Crodel, Dexel, Feininger, Kandinsky, Kirchner, Klee, Kokoschka, Lehmbruck, Marc, Marcks, Minne, Moltzahn, Schlemmer, Schmidt-Rottluff magaziniert "also entscheidende deutsche Kunst der Gegenwart." (Das Kunstblatt, 14, 1930, S. 379)

Im Sommer 1933 stand Crodels Werk im Zentrum der Berliner Kunstauseinandersetzungen, wobei seine Monumentalarbeiten für Bad Lauchstädt auf Anordnung des Landeshauptmanns Kurt Otto am 30. Mai 1933 öffentlich verbrannt und vernichtet wurden (zum Goethejahr 1932 entstanden im Rahmen der Erneuerung der Kuranlagen durch die Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein unter Leitung des Architekten Hans Wittwer), ebenso kam es im Frühjahr 1936 zur Zerstörung der Wandmalereien in der Moritzburg (heute: Crodel-Halle) und im Standesamt Süd in Halle.[14]

In der Folgezeit suchte sich Crodel neue Arbeitsmöglichkeiten in Zusammenarbeit mit Kirche, Post und Industrie. Nach seinen Entwürfen führte Ehefrau Elisabeth Crodel geb. von Fiebig, die selbst Malerin war, Bildteppiche aus. In Zusammenarbeit mit den Vereinigten Werkstätten für Mosaik und Glasmalerei Puhl & Wagner,[15][16] Berlin, entstanden Mosaiken, Glasschliff und Glasmalereien z.B. für das von Hans Scharoun erbaute Privathaus des Galeristen Ferdinand Möller, das Landhaus von Gerhard Marcks oder Werksbauten von Ernst Neufert für die Vereinigten Lausitzer Glaswerke (VLG). Dort wirkte Crodel als Maler und Dekordesigner mit Wilhelm Wagenfeld zusammen sowie in Berlin weiterhin mit der Staatlichen Porzellanmanufaktur Berlin, für die Crodel baugebundene Arbeiten schuf. Durch die Zusammenarbeit mit den von Hedwig Bollhagen gegründeten HB-Werkstätten für Keramik[17] wurde diesen den Zugang zu baukeramischen Aufträgen eröffnet. Dies führte bei den Werkstätten und der VLG zu einer Wertschätzung der Industrieware als künstlerische Leistung, wie Wilhelm Wagenfeld Januar 1938 festhielt:

Ch. Crodel: Erzengel Michael, Westchor St. Michael, Hildesheim, 1965

Museen veranstalten oft Ausstellungen, in denen den Besuchern vorbildliche Industrieerzeugnisse gezeigt werden. Außerdem können die VLG-Gläser auch als künstlerische Leistungen hervorgehoben werden, wo das Einzelstück gezeigt werden soll. Mit Erfolg haben wir den Museen hierfür die Crodel-Gläser[18] und die geschliffenen Einzelstücke der Versuchswerkstatt angeboten. Einzelne Gläser wie die von Crodel sind für uns Eintrittskarten zur Beteiligung an Museums-Ausstellungen. Sie fallen außerdem auf durch ihre Gegensätzlichkeit zu den übrigen VLG-Gläsern und tragen deshalb sehr viel bei zu einem lebendigen Gesamtbild unserer Bestrebungen.[19]

Bis zur Zerstörungswelle von 1936 (Vernichtung der Fresco-Secco-Wandmalereien in der Universität Halle) war Crodel mit drei Werken in der Neuen Abteilung der Nationalgalerie Berlin im Kronprinzenpalais vertreten. Die Aktion Entartete Kunst von 1937 erfasste allein im Angermuseum Erfurt 30 Arbeiten.

München, Berlin und Hamburg

1945 wurde Crodel von Mart Stam an die Hochschule für angewandte Kunst in Dresden berufen.[20] Wenig später wurde an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin der "Lehrstuhl Crodel" eingerichtet. Bis 1951 war Crodel erneut Lehrer an der Burg Giebichenstein, wechselte 1951 an die Akademie der Bildenden Künste München, ohne den Kontakt mit Halle aufzugeben, und übernahm zwischen 1958 und 1965 in den USA sechs Gastprofessuren an der Pennsylvania State University sowie der University of Louisville.

Zusammenfassung

Ein Grundzug von Crodels Werk ist die Auseinandersetzung mit dem Fortleben von Kunstformen und Traditionen der Bildsprache seit der Antike – auch in technischer und ikonographischer Hinsicht. In seinen kunstwissenschaftlichen Vorlesungen sprach Crodel daher auch später "über Thomas Mann als Maler". Crodels Schaffen konzentrierte sich auf ganze Gebäude erfassende, architekturgebundene Werke – mit raumbindenden, 'textilen' Konzepten der Gesamtverglasung und Wandmalerei (Katharinenkirche Frankfurt, Stadtkirche Friedberg). In einigen Fällen wird das Gesamtkonzept durch Tapisserien und Emailarbeiten ergänzt. Die Glasmalerei ist seit Mitte der fünfziger Jahre wie von Anfang an seine Keramik stets eigenhändig in der Qualität von Aquarellen.

Mitgliedschaften

Crodel war u.a. Mitglied der Freien Secession und der Berliner Sezession, der Arbeitsgemeinschaft der Juryfreien Kunstausstellung Berlins, des Deutschen Künstlerbundes, des Deutschen Werkbundes, der Akademie der Künste (Berlin) und der Neuen Gruppe (München), Mitglied des Vereins für Kunstwissenschaft und seit 1963 Ehrenmitglied der Akademie der Bildenden Künste München, Gast der Villa Romana[21] in Florenz sowie 1968 Ehrengast der Villa Massimo in Rom.

An seine Wirkungszeit in Halle (Saale) erinnern der Carl-Crodel-Weg und die Crodel-Halle der Moritzburg (Halle).

Ikonographie

  • Gerhard Marcks: Charles Crodel, 1927, Bronze (Werkverzeichnis Rudloff Nr. 166)
  • Waldemar Grzimek: Charles Crodel, 1947 (Werkverzeichnis Roters Nr. 70)

Porträts

Werk

Nachlass

Der schriftliche Nachlass kam seit 1974 in das Archiv für Bildende Kunst im Germanischen Nationalmuseum (u.a. 20 Tagebuchbände mit Zeichnungen und größeren Aquarellen).[22] Weitere Bestände in der Akademie der Künste[23] und der Universität von Louisville.[24]

Baugebundene Werke von Crodel

Das Werkverzeichnis der baugebundenen Arbeiten unten unter "Werkverzeichnisse".

Altäre

Flügelaltar in der Kirche zu Mutzschen, Flügelaltar in St. Marien (?) Stadt Ronneburg, Flügelaltar in der Christuskirche Bernterode (bei Worbis), Altar in St. Martin Berlin-Kaulsdorf, Flügelaltar in St. Michael Limbach (Vogtland). Erste Ältäre entstanden Anfang der zwanziger Jahre. Für Crodel ist der Altar eine erzählende Bildform, seinen Triptychen entsprechend (z.B. Märtyrer und Umwelt, um 1960).

Glasmalerei

Die Glasmalerei hatte Crodel während seines Studiums im München 1914 bei Richard Riemerschmid kennengelernt und in Halle 1932 anlässlich der Erneuerung des Naumburger Domes wieder aufgegriffen. Nach dem 2. Weltkrieg entwarf er u.a. die auch meist eigenhändig ausgeführten fünf Westchorfenster von St. Michaelis in Hildesheim, die Farbglasfenster der Kart(h)äuserkirche in Köln [25], die Chorfenster von St. Jacobi in Hamburg, St. Andreas in Braunschweig, Verglasungen von mehreren Kirchen in Frankfurt am Main in Verbindung mit dem Architekten Theo KellnerDreikönigskirche,[26] St. Jakobskirche, Katharinenkirche und Peterskirche – ferner die Glasfenster von St. Petri in Magdeburg, von St. Georg in Schmalkalden, der Dorfkirche von Nieder Neuendorf, der Martin-Luther-Kirche in Bestenheid, der Herz-Jesu-Kirche in Sangerhausen und Glasfenster im Erfurter Dom, in der Stadtkirche von Friedberg (Hessen), in der neuen Martinskirche in Bad Godesberg-Muffendorf, in der Kilianskirche in Heilbronn und in Schweden - u.a. in Mjölby (Östergötland).

Ein Probeglasfenster zur Hauptkirche St. Jacobi ist im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg erhalten.

Mosaik

Mosaikwand der Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche in Berlin-Hansaviertel, Mosaikwand der Kirche St. Martin in Berlin-Kaulsdorf, Apsismosaik der Krankenhauskapelle des St. Gertrauden-Krankenhauses in Berlin-Wilmersdorf.

Wandmalerei

Griechenland und die Vertreibung der Türken von der Athenischen Burg (1925) Friedrich-Schiller-Universität Jena, St. Martin 5,97 m × 4,60 m (1926), Haus zu den vier Jahreszeiten in Erfurt (früher Hospital am Schottenring), Sage der Erfurter Brunnenkapelle, Schlossmuseum Weimar (1927 aus Jena nach überführt, derzeit nicht zugänglich). Die 1933 und 1936 in Bad Lauchstädt und Halle überstrichenen Wandbilder u.a. in der Crodel-Halle der Moritzburg (Halle) und der Burse zur Tulpe sind noch nicht wiederhergestellt.

Keramik

Weißer Saal (139 m²) im Saalbau Essen (1954); Studentenwohnheim Schloss Biederstein München-Schwabing in Zusammenarbeit mit Sep Ruf (1955).

Veröffentlichungen

  • Erschreckliche Geschichte vom Hühnchen und vom Hähnchen (aus des Knaben Wunderhorn) geschrieben und gezeichnet von Carl Crodel. Leipzig: E.A.Seemann 1949 (signierte und unsignierte Ausgabe, selten, da kurz nach Erscheinen im Zuge des Formalismusstreites verboten und eingestampft).
  • Pilgerfahrt zu Edvard Munch 1934, in: Erhard Göpel: Edvard Munch. Selbstbildnisse und Dokumente, Hamburg 1955, S. 54 - 61.
  • Zu Schwabing und den Schwabinger Bildern von Stevan Vukmanovic, in: Schwabing. Ein Bilderbuch gemalt von Stevan Vukmanovic, München März 1958.

Werke von Crodel in Museen

Auswahl ohne Industrieglas der Vereinigten Lausitzer Glaswerke, Porzellan ( KPM) und Keramik (u.a. HB-Werkstätten)

  • Akademie der Künste, Berlin, Vesuvlandschaft. Öl;. etwa 1951 und weitere Werke.
  • Alte Nationalgalerie Berlin, u.a. Erfurter Dom und Severikirche, 1929; Karussell, 1966, Am Vogelhaus, Aquarell sowie 24 Graphiken im Kupferstichkabinett.
  • Graphothek Berlin 14 Blatt Graphik und Zeichnungen.
  • Gerhard Marcks Haus, Bremen, Holzschnitt: Keramische Werkstatt des Weimarer Bauhauses auf der Dornburg.
  • Angermuseum (Erfurt). Der Katalog "Angermuseum Erfurt", Erfurt 1986 führt 23 im Zuge der Aktion "Entartete Kunst" 1937 beschlagnahmte Werke auf.[27] Der heutige Bestand enthält u.a die von Crodel bemalte Gruppe Griechinnen von Gerhard Marcks (1931), Crodels Kopenhagen (1938) sowie 5 weitere Bilder, 6 Graphiken und 9 Aquarelle und 1 Stickerei von Charles und Elisabeth Crodel.
  • Stiftung Moritzburg (Halle), Bilder, Graphik und Kunsthandwerk und Industriearbeiten; Wandbild in der Crodelhalle (noch nicht wiederhergestellt).
  • Göhre (Jena) | Stadtmuseum Jena, Farbholzschnitt Wilhelm Worringer und Herbert Koch.
  • Museum der bildenden Künste Leipzig, Frau mit schwarzem Spitzenschal und Lithographie: Erfurt mit Sichelmond.
  • Allen R. Hite Institute der University of Louisville, mehrere Graphiken und Zeichnungen.
  • Luther College, Decorah, Iowa. Henri Friedlaender Collection, "Women pouring water" und Graphik von Franz Wildenhain und Marguerite Friedlaender aus den von Crodel geleiteten Druckwerkstätten der Burg Giebichenstein (stilistisch im Anschluss an Crodel und Marcks).[28]
  • Städtische Galerie im Lenbachhaus München. Märchenerzähler (Tunisreise 1935) und 8 weitere Werke (u.a. Cafe Langlinie in Kopenhagen, 1927 und Bildnis Edvard Munch, 1934).
  • Bibliothèque Nationale de France: Cabinet des estampes, Paris mehrere Graphiken.
  • The North Carolina Museum of Art, Raleigh, Mexican Painter (1961).
  • Virginia Museum of Fine Arts.[29] The Ludwig and Rosy Fischer Collection, Richmond vier Graphiken.[30]

Literatur

  • Allgemeines Künstlerlexikon Bd. 22, 1999, S. 283 s.v. Crodel. ISBN 3-598-22740-X
  • Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts, Bd. 1, 1953, S. 494f. s.v. Crodel (ISBN 3-423-05908-7 und ISBN 3-423-05907-9)
  • Hedwig Bollhagen - Charles Crodel: Briefe und Zeichnungen. - Großpöna: Müller, 2003. - ISBN 3-9808809-0-7
  • Bornschein, Falko: Die Glasmalereien von Charles Crodel im Dom zu Erfurt. - Leipzig: Edition Leipzig, 1999. - ISBN 3-361-00502-7
  • Bruckmanns Lexikon der Münchner Kunst: Münchner Maler im 19./20. Jahrhundert, Band 5, S. 157 - 160. - ISBN
  • Charles Crodel 1894 - 1973. Vorwort von Alfred Hentzen, mit Beiträgen von Wolf-Dieter Dube, Doris Schmidt und Hans Kinkel. München: Bruckmann 1974 ISBN 3-7654-1615-0
  • Flügge, Marina: Glasmalerei in Brandenburg vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Herausgegeben vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege. Worms: Wernersche Verlagsgesellschaft, 1998. - ISBN
  • Kiessling, Hans: Maler der Münchner Kunstszene 1955 - 1982. - St. Ottilien: EOS, 1982, S. 74-79. - ISBN
  • Pese, Claus: Mehr als nur Kunst - das Archiv für Bildende Kunst im Germanischen Nationalmuseum. - Ostfildern-Ruit: Hatje, 1998. - ISBN (speziell S.52-56, 82)
  • Proescholdt, Joachim: Dein Himmel ist wie ein Teppich. Glasmalereien von Charles Crodel in Frankfurt am Main. - Frankfurt a.M.: Kramer, 1988. - ISBN
  • Reineking von Bock, Gisela: Meister der deutschen Keramik 1900-1950. - Köln 1978, S. 88 - 90.
  • Rudloff, Martina (Hrsg.): Gerhard Marcks und Charles Crodel: eine Künstlerfreundschaft. - Bremen: Gerhard-Marcks-Stiftung, 1992. - ISBN 3-924412-16-2
  • Schneider, Katja: Burg Giebichenstein. Die Kunstgewerbeschule unter Leitung von Paul Thiersch und Gerhard Marcks 1915 bis 1933. - Weinheim: VCH, 1992. - ISBN
  • Steckner, Cornelius: Charles Crodel: das graphische Werk. - München: Ketterer, 1985. - ISBN 1-55660-108-5
  • Kiessling, Hans: "Malerei heute" Münchner Kunstszene Albert Langen Georg Müller Verlag GmbH München Wien o. J. S. 42 -45. - ISBN
  • Kiessling Hans: "Begegnung mit Malern", Münchner Kunstszene 1955 - 1980, EOS Verlag, St. Ottilien 1980, S. 156 - 159. ISBN-X

Ausstellungskataloge

  • Charles Crodel Kunsthandwerk: Ausstellung zum 100. Geburtstag. - Halle: Staatl. Galerie Moritzburg, 1994. - ISBN 3-86105-116-8
  • Malerei, Graphik, Kunsthandwerk. - Halle: Staatl. Galerie Moritzburg und Erfurt: Galerie am Fischmarkt, 1982; darin: Volker Wahl: Carl Crodels frühe Zeit in Jena 1909 bis 1927, S. 7 - 13; Erika A. Lehmann: Zum malerischen Werk von Carl Crodel, S. 13 - 17; Cornelius Steckner: Das Schicksal der Arbeit von Carl Crodel zum Goethejahr 1932 in Bad Lauchstädt, S. 19 - 22, "Dokumente zum Fall Lauchstädt", S. 23 - 27; Heinz Schönemann: Carl Crodel und Hedwig Bollhagen: Keramik, S. 28 - 32.

Werkverzeichnisse

  • Verzeichnis der Ausstellungen:[2]
  • Verzeichnis baugebundener Werke: [3]
  • Verzeichnis der Gemälde: Erika Lehmann: Graphik, Malerei und Kunsthandwerk von Charles Crodel. Umfeld, Leben und Werk, Diss. Halle-Wittenberg 1984, Bd. II, S. 129 - 186 = 1209 Nummern (Belegexemplar in der Bibliothek der Hamburger Kunsthalle)
  • Verzeichnis der Graphik: Cornelius Steckner: Charles Crodel: das graphische Werk, München 1985 ISBN 1-55660-108-5
  • Verzeichnis der monumentalen Bildkeramik: Cornelius Steckner: Charles Crodel's monumentale Bildkeramik. Keramos, Heft 164, 1999, S. 59 - 80 ISSN 0453-7580

Vorfahren

Zu den Vorfahren Crodels gehören der Humanist Marcus Crodel (* um 1487 in Weimar)[4] und die Mitglieder der gleichnamigen Malerfamilie aus dem Umkreis des Lucas Cranach (Krodel-Brunnen in Schneeberg). Paul Eduard Crodel), genannt Schnee-und-Regen-Crodel, war an der Großherzoglichen Kunstschule in Weimar ausgebildet und wichtiger Mitbegründer der Münchner Sezession und dem jungen Crodel ein Vorbild.

Wirkung

Bereits in Jena bildete sich um Crodel, der dem Vorstand des Jenaer Kunstvereins angehörte und die Kunstvereine Mitteldeutschlands zu einen Verbund zusammenbrachte, die Thüringer Gruppe (Ausstellungen u.a. in Hamburg). Sein Wirken in Halle seit 1927 war mit seiner Berliner Präsenz als Mitglied u.a. der Berliner Sezession verbunden. Nachhaltig wirkte Crodel auf die serienbezogene Dekorentwicklung in der Glas- und Keramikindustrie sowie die Kunstentwicklung der DDR und die Münchner Malerei. Auch für seine Monumentalarbeiten und Ausstellungen hatte die damals bestehende innerdeutsche Grenze keine Bedeutung.

Crodes Glasfensterwerk und baubezogene Keramik gehört zu den bedeutendsten Bildschöpfungen der Moderne in Deutschland.

Schüler

Crodel hatte einen umfangreichen Schülerkreis an der Burg Giebichenstein Halle (zwischen 1933 und 1939 privat in Verbindung mit Paul Frankl), vermutlich an der Städelschule in Frankfurt sowie nach 1945 in Dresden, Berlin und Halle sowie an der Münchener Akademie und in den Vereinigten Staaten. Crodel unterrichtete auch an kleineren Institutionen u.a. in Mannheim und an der Münchner Schule für Kostümkunde und Design Hermine von Parish.[31]

Kurt Bunge, Albert Ebert, Fritz Freitag, Urd von Hentig, Otto Müller, Hans Rothe, Jochen Seidel, Stefan Vucmanovic, Klaus von Woyski, Hannes H. Wagner.

Weblinks

Quellen

  1. http://www.algaebase.org/SpeciesDetail.lasso?species_id=19997 Crodelia discoidea; http://www.algaebase.org/SpeciesDetail.lasso?species_id=17530&-session=abv3:551976210c86b2ACF0oLX10F5B48 Crodelia expansa
  2. Heinz Thiersch (Hg.): Wir fingen einfach an. Arbeiten und Aufsätze von Freunden und Schülern um Richard Riemerschmid zum 85. Geburtstag, München 1953, Abb. S. 7 Porträt Riemerschmid.
  3. Volker Wahl: Carl Crodels frühe Zeit in Jena 1909 bis 1927, in: Ausstellungskatalog Carl Crodel. Halle und Erfurt 1982, S.7
  4. gewählt am 15. Mai 1920 und seit 5. März 1922 stellvertretender Schriftführer bis zur Berufung nach Halle 1927
  5. http://www.geocities.com/CapeCanaveral/Hall/2923/crodel/kirchner/crodelkirchner.pdf
  6. FLG Biologie Ernst Haeckel
  7. Charles Crodel (1894-1973) Werkverzeichnis baugebundene Arbeit
  8. Charles Crodel (1894-1973) Werkverzeichnis baugebundene Arbeit
  9. Charles Crodel (1894-1973) Werkverzeichnis baugebundene Arbeit
  10. Charles Crodel (1894-1973) Werkverzeichnis baugebundene Arbeit
  11. Charles Crodel (1894-1973) Werkverzeichnis baugebundene Arbeit
  12. Charles Crodel (1894-1973) Werkverzeichnis baugebundene Arbeit
  13. Ch. Crodel: Die Töpferin Marguerite Friedlaender, Berliner Sezession, 64. Ausstellung: Künstler unter sich. Malerei. Plastik. April / März 1931, Nr. 9 (Veröffentlichungen des Kunstdienstes Nr. 57)
  14. Cornelius Steckner: Kunstpolitik 1930-1933 am Beispiel des Malers Charles Crodel, in: Zwischen Widerstand und Anpassung, Ausst.-Kat. Berlin 1978, S. 37ff.
  15. http://www.berlinischegalerie.de/de/1-15-a-45.htm
  16. Wände aus farbigem Glas: Das Archiv der Vereinigten Werkstätten für Mosaik und Glasmalerei Puhl & Wagner, Gottfried Heinersdorff. Ausstellung vom 8. Dezember 1989 - 21. Januar 1990 im Martin-Gropius-Bau. Berlin 1989 ISBN.
  17. http://www.geocities.com/CapeCanaveral/Hall/2923/crodel/HedwigBollhagen/BC.pdf
  18. Eine Serie von geätzten und bemalten Filigranbechern hatte die Dekorbezeichnungen C, R, O, D, E und L und wurde laut Preisliste einzeln in silberfarbenen Geschenkkartons für RM 105.- verkauft.
  19. http://www.geocities.com/CapeCanaveral/Hall/2923/crodel/vlg0kl.jpg
  20. Form + Zweck
  21. Zum Erstaufenthalt 1932 Katalog: Ein Arkadien der Moderne? Neues Museum Weimar, 2005, S. 107
  22. http://forschung.gnm.de/download/abkliste.pdf
  23. Kunstsammlung der Akademie der Künste, Berlin, Bestandsübersicht
  24. UofL - Charles Crodel (1894-1973) papers
  25. Glanz, Zerstörung, Wiederaufbau - 20 harte Jahre für die Kölner Kartause (WinWord-Doc-Format)
  26. http://www.dreikoenigsgemeinde.de/kirchen/dreikoenigskirche_guideDE.php#fenster
  27. Heinz Schönemann: Der Aufbau einer modernen Galerie im Angermuseum bis 1933 und deren Zerstörung in der Zeit des Faschismus. In: Museum und Gegenwart, Halle 1986, S. 39-41)
  28. drawing 1
  29. http://en.wikipedia.org/wiki/Virginia_Museum_of_Fine_Arts
  30. Verlorene Sammlungen – offene Fragen | MDR FIGARO-Serie | MDR.DE
  31. http://sfk.p4n.de/content/view/380/84/

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Carl Helmut Steckner — (* 30. März 1916 in Halle (Saale); † 14. November 2003 in Hamburg) war ein deutscher Maler, Fotograf, Journalist und Regionalforscher. Inhaltsverzeichnis 1 Werke 2 Literatur 3 Weblinks …   Deutsch Wikipedia

  • Charles Crodel — (* 16. September 1894 in Marseille; † 28. November 1973 in München, begraben in Halle) war ein deutscher Maler und als solcher im bildnerischen Bereich in Deutschland tätig. Chorverglasung St. Jacobi, Hamburg …   Deutsch Wikipedia

  • Otto Müller (Maler) — Otto Müller (* 21. November 1898 in Halle (Saale); † 9. Dezember 1979 in Merseburg) war ein deutscher Maler und Graphiker. Otto Müller beim Skizzieren in den Abrißvierteln von Halle, ca. 1975 Inhaltsverzeichnis …   Deutsch Wikipedia

  • Katharinenkirche (Frankfurt) — St. Katharinen Kirche in Frankfurt am Main, Ansicht von Nordosten aus der Großen Eschenheimer Straße, August 2010 …   Deutsch Wikipedia

  • Кродель, Шарль — Витражи работы Ш.Кроделя, Гамбург, цекровь св. Якоба Шарль Кродель(нем. Charles Crodel, наст. имя Карл Фриц Давид Кродель; …   Википедия

  • Kilianskirche (Heilbronn) — Westansicht der Heilbronner Kilianskirche …   Deutsch Wikipedia

  • St. Martinskirche (Berlin-Kaulsdorf) — Pfarrkirche „St. Martin“ in Berlin Kaulsdorf Die katholische Kirche St. Martin im Berliner Bezirk Marzahn Hellersdorf wurde von den Architekten Josef Bachem und Heinrich Horvatin geplant und 1929/1930 im Stil der Neuen Sachlichkeit realisiert.… …   Deutsch Wikipedia

  • Buchillustrator — Albrecht Dürer: Das Blatt Die apokalyptischen Reiter ist das vierte von 15 Blättern aus der Apokalypse von 1498. Dürer illustriert in diesem Werk die Offenbarung des Johannes Evangelista. Als Buchillustration (frz. illustration, bildliche… …   Deutsch Wikipedia

  • St.-Martins-Kirche (Berlin-Kaulsdorf) — Pfarrkirche „St. Martin“ in Berlin Kaulsdorf Die katholische Kirche St. Martin im Berliner Bezirk Marzahn Hellersdorf wurde von den Architekten Josef Bachem und Heinrich Horvatin geplant und 1929/1930 im Stil der Neuen Sachlichkeit realisiert.… …   Deutsch Wikipedia

  • Buchillustration — Albrecht Dürer: Das Blatt Die apokalyptischen Reiter ist das vierte von 15 Blättern aus der Apokalypse von 1498. Dürer illustriert in diesem Werk die Offenbarung des Johannes Evangelista. Als Buchillustration (französisch illustration, bildliche… …   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.