Carsten Eggers


Carsten Eggers
Bildhauer Carsten Eggers arbeitet an der Büste von Rudi Carrell

Carsten Eggers (* 18. Mai 1957 in Stade) ist ein deutscher Bildhauer und Maler. Er ist mit rund 20 realistischen Bronze-Skulpturen im norddeutschen Raum und in den Niederlanden vertreten. Die bekanntesten Arbeiten des Künstlers sind die Bronze-Büste von Rudi Carrell und das überlebensgroße Denkmal der Box-Legende Max Schmeling.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Carsten Eggers wächst im Alten Land (Jork) als Sohn des Impressionisten Richard Eggers († 1995) auf, entscheidet sich bewusst gegen eine akademische Laufbahn und studiert alle Facetten der Malerei bei seinem Vater, der 1975 vom damaligen niedersächsischen Minister für Wissenschaft und Kunst, Professor Joist Grolle, mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande für sein Lebenswerk ausgezeichnet wird. [1] Entgegen üblicher Konventionen verweigert sich Eggers konsequent dem Kunst-Establishment, ist in keinem Künstlerbund vertreten, agiert als Einzelgänger. Bereits mit 17 Jahren entwirft er das Wappen für die Gemeinde Jork. 1980 erweitert er die Malerei um das Bildhauerfach bei Professor Franz Rotter (†1989) in Cuxhaven, schließt 1983 ein Bildhauerstudium bei Karl Heinz Türk in der Freien Kunstakademie Nürtingen an. Seit 1991 lebt und arbeitet Carsten Eggers auf einem Resthof in Nottensdorf im Kreis Stade.

Werke

Anfangs stilisiert Eggers seine Plastiken. Daran erinnert unter anderem die überlebensgroße Bronze (Die Wachenden - 1986), eine Auftragsarbeit der Stadt Stade. Später entscheidet sich der Künstler für den Realismus. Alle weiteren Bronzen im öffentlichen Raum sind davon geprägt. Der Bildhauer modelliert seine Skulpturen, unter anderem Büsten bekannter Persönlichkeiten, aus Ton. Die jeweiligen Formen werden in Gips und anschließend in Bronze gegossen. Auftraggeber sind Städte, Gemeinden und Kunstförderer aus der freien Wirtschaft. In seinen Werken stellt der Bildhauer stets den Menschen in den Mittelpunkt. Viele seiner Plastiken zeigen Figuren in Alltags-Situationen, die ausschließlich nach lebenden Modellen entstehen. Von historischer Bedeutung ist die überlebensgroße Bronzeskulptur „Mönch Heinrich“, dem Begründer des Alten Landes und Symbolfigur für Völkerverständigung. Die bronzenen „Zwillingsbrüder“ erinnern seit 1992 in Steinkirchen (Altes Land) und Rijnsaterwoude (Niederlande) seit 2001 vor den jeweiligen Kirchen an den engagierten Gottesmann. [2]

Kennzeichen der Bronze-Skulpturen

Typisch für Eggers Skulpturen sind deren lässige Posen und eine minimale Übertreibung. „Sein Realismus scheint darin zu bestehen, dass man zu erkennen glaubt, was die Figuren darstellen. Aber sie sind weder Abbilder noch Karikaturen. Eggers zeichnet Begriffe zu Bildern. Mimik, Gestik, Haltung – nichts ist Zufall.“ [3] Ein leicht überzeichneter Bauch, ein paar Falten mehr im Gesicht, die Nase eine Spur länger: All das zusammen hat einen verblüffenden Effekt. Am Ende wirkt das Bronze-Spiegelbild ähnlicher als das Original. [4] Kunstkritiker bezeichnen Eggers Werke als "Ganzkörper-Portraits". Kunsthistoriker Hanns Theodor Flemming († 2005) über den Künstler: „Carsten Eggers Plastiken sind das Ergebnis künstlerischer Gestaltung, die jeder herkömmlichen Gegenständlichkeit trotzen und durch Lebendigkeit aufmerksam machen. Seine Stärke ist es, die menschlichen Stärken und Schwächen einzufangen. Ein Künstler, der völlig losgelöst von jeweiligen Trends seinen Weg geht.“ [5] Der Künstler selbst sieht seine Arbeiten als Mahnmale der Gelassenheit, die konträr zu einer kurzlebigen und hektischen Zeit stehen und damit einen Gegenpol bilden.

Gemälde

Die Gemälde von Carsten Eggers sind thematisch weit gestreut. Die frühen Werke des Malers sind vom Expressionismus geprägt. Nach einer impressionistischen Phase wechselt seine Stilrichtung mehr und mehr in den Realismus. Die gegenständliche Malerei verstärkt sich während seiner monatelangen Studienreisen nach Amerika, China, Brasilien, Frankreich, Madeira, Portugal, Spanien und Tunesien. Mit veränderter Stilrichtung wechselt er zu Pastellfarben, erweitert seine Motive um Porträts, Akt-Malerei und aufwendige Kompositionen. So entstehen überdimensionale Pastelle, die teilweise aus fünf Elementen bestehen und eine Breite bis zu vier Metern haben, in öffentlichen Räumen hängen.

Werke im öffentlichen Raum

Der Künstler und das Max-Schmeling-Denkmal
  • Die Wachenden (Stade, Innenstadt) 1986, Bronze, überlebensgroß
  • Flethenkieker (Buxtehude, Innenstadt) 1989, Bronze, lebensgroß
  • De ole Schipper (Estebrügge, Ortskern) 1989, Bronze, lebensgroß
  • Drei Generationen (Rotenburg, Innenstadt) 1995, Bronze, lebensgroß
  • Mönch Heinrich (Steinkirchen, St. Martini-et-Nicolai-Kirche) 1992, Bronze, überlebensgroß
  • Priester Hendrik (Holland, Rijnsaterwoude) 2001, Bronze, überlebensgroß
  • Deichgraf (Elbinsel Krautsand, Elbdeich) 2000, Bronze überlebensgroß
  • Liborius (Bremervörde, Ortskern) 1993, Bronze, lebensgroß
  • Lesender Mönch (Stade, Innenstadt) 1987, Bronze, lebensgroß
  • Erkennender Petrus (Hamburg, Innenstadt) 1999, Bronze, lebensgroß
  • Büste Friedrich Huth (Harsefeld, Ortskern) 1998, Bronze, überlebensgroß
  • Feldarbeiterin (Deinste, Ortskern) 1993, Bronze, überlebensgroß
  • Johannis (Neuenkirchen, Kirche) 1993, Bronze, lebensgroß
  • Büste Hermann Rauhe (Hamburg, Hochschule für Musik und darstellende Kunst) 1993, Bronze lebensgroß
  • Skuld (Horneburg, Ortskern) 2005, Bronze, lebensgroß
  • Rudi-Carrell-Büste (Holland, Alkmaar,`Rudi Carrellplaats`) 2007, Bronze, überlebensgroß
  • Erz-Abt zu Harsefeld (Harsefeld) 2009, Bronze, lebensgroß
  • Max-Schmeling-Denkmal (Hollenstedt) 2010, Bronze-Büste, überlebensgroß

Ausstellungen

  • Internationaler Hansetag, Rathaus Braunschweig, 1986
  • Gesichter und Ansichten – Museum Altes Land, Jork, 1991
  • Todesmutig - Museum für Sepulkralkultur, Kassel, September 2006 bis Februar 2007

Weblinks

 Commons: Carsten Eggers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Biografie Richard Eggers (1905-1995) von Professor Gerhard Kaufmann (†2009), Direktor des Altonaer Museums, Katalog zur Jubiläums-Ausstellung 2005 im Schwedenspeicher-Museum Stade
  2. http://nl.wikipedia.org/wiki/Priester_Hendrik
  3. Zitate Kulturwissenschaftler und Kunstkritiker Klaus Frerichs im Zeitungs-Bericht Eggers überlässt nichts dem Zufall (Kreiszeitung Wochenblatt)
  4. Am Ende ist das Spiegelbild ähnlicher als das Original – Kunstband Kunst braucht Gunst (Maren Wulf)
  5. Auszug Laudatio Kunstkritiker Hanns Theodor Flemming anlässlich der Ausstellungseröffnung Gesichter und Ansichten von Carsten Eggers im Museum Altes Land, Jork, 1991

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