Christian Ludwig Liscow


Christian Ludwig Liscow
Christian Ludwig Liscow; Kupferstich von Pfenninger, 1789.

Christian Ludwig Liscow (* 29. April 1701 in Wittenburg; † 30. Oktober 1760 auf dem Gut Berg bei Eilenburg) war ein deutscher Satiriker.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Nachdem Liscow von seinem Vater, Pastor Joachim Friedrich Liscow, unterrichtet worden war, ging er 1718 mit siebzehn Jahren auf das Katharineum zu Lübeck. Kurze Zeit später immatrikulierte er sich an der Universität Rostock, vermutlich um Theologie zu studieren. Einige Zeit später wechselte er nach Jena und zur Rechtswissenschaft. Ein weiterer Wechsel an die Universität Halle ist noch nicht belegbar, gilt aber als wahrscheinlich.

Sein literarisches Debüt gab Liscow 1726 mit einer Satire gegen den Juristen Prof. Johann Manzel.

In den Jahren 1729 bis 1734 hatte Liscow eine Anstellung als Hauslehrer in Lübeck. 1734 wurde er Privatsekretär beim Geheimen Rat von Clausenheim in Hamburg. Im Herbst des darauffolgenden Jahres trat er als Geheimer Legationssekretär in den Dienst von Herzog Karl Leopold von Mecklenburg. Der Herzog war um eine Anerkennung durch die europäischen Großmächte bemüht, welche ihm durch eine von Kaiser Karl VI. verhängte Reichsexekution (1717–1728) entzogen worden war. Von Wismar aus, dem Ort der Exilregierung Karl Leopolds, reiste Liscow im April 1736 nach Paris, um als Unterhändler Frankreich für Herzog Karl Leopold zu interessieren. Da Liscow mit diesem Auftrag scheiterte, überließ der Herzog seinen Diplomaten dem Schicksal.

Liscow kam nur durch die Hilfe von Freunden über Rotterdam nach Hamburg. Dort wohnte er einige Zeit bei Friedrich von Hagedorn und bekam dann 1738/39 eine Stelle als Privatsekretär beim Propst des Klosters Preetz in Holstein. 1740 warb ihn der preußische Gesandte Freiherr Karl Ludolf von Danckelmann als Privatsekretär nach Frankfurt am Main ab.

Ab Juli 1741 wurde Liscow Privatsekretär beim sächsischen Minister Graf Heinrich von Brühl. Dieser beförderte ihn zum Königl. Kabinettssekretär und 1745 zum Kriegsrat. In diesem Jahr heiratete Liscow die Witwe Johanna Buch, geb. Mylius. Mit ihr hatte er zwei Töchter und drei Söhne.

Ende 1749 wurde Liscow der Verschwörung gegen den Grafen von Brühl bezichtigt, seiner Ämter enthoben und im April 1750 aus Dresden ausgewiesen.

Seinen Lebensabend verbrachte Liscow auf dem Landgut seiner Ehefrau und starb dort auf dem Gut Berg bei Eilenburg am 30. Oktober 1760.

Liscows umfangreiches literarisches Werk scheint von seinen Nachlassverwaltern und/oder Erben vernichtet worden zu sein. Trotzdem ist der Einfluss Liscows auf die Nachwelt unübersehbar. Jean Paul, Gotthold Ephraim Lessing und Georg Christoph Lichtenberg bauen auf ihn auf; aber auch Gottlieb Wilhelm Rabener oder Christian Fürchtegott Gellert kommen an Liscow nicht vorbei.

Ehrungen

Nach ihm ist das Christian-Ludwig-Liscow-Gymnasium in Wittenburg im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern benannt.

Werke

  • Sammlung satirischer und ernsthafter Schriften. Neudruck 1972

Literatur

  • Berthold Litzmann: Christian Ludwig Liscow in seiner literarischen Laufbahn. Voss, Hamburg 1883
  • Christian Schwarz: Spötter und Scribenten. Univ., Würzburg 1977
  • Markus Steinhardt: Möglichkeiten der Satire bei Gottlieb Wilhelm Rabener und Christian Ludwig Liscow. Univ., München 1999

Weblinks


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