William Jones (Mathematiker)

William Jones (Mathematiker)
William Jones

William Jones (* 1675 in Llanfihangel Tre'r Beirdd, Anglesey, Wales; † 1. Juli 1749 in London) war ein walisischer Mathematiker, der 1706 als einer der Ersten (nach William Oughtred) das griechische Symbol π (Pi) für die Kreiszahl benutzte. Diese Bezeichnung setzte sich aber erst 1737 mit den Schriften des schweizer Mathematikers Leonhard Euler (1707–1783) auch in der Wissenschaft durch.

Leben

Jones stammte aus einer armen Familie aus Anglesey, wo sein Vater Siôn Siôr einen Bauernhof hatte. Er besuche eine Armenschule in Llanbabo, wo sein mathematisches Talent auffiel. Ein Grundeigentümer der Gegend vermittelte Jones eine Stellung bei einem Kaufmann in London. Von 1695 bis 1702 fuhr er zur See und gab auf Schiffen Unterricht in Mathematik und Navigation. Mit der Royal Navy nahm er auch an der Seeschlacht von Vigo teil.

1702 verließ er die Navy um als Privatlehrer für Mathematik zu arbeiten. Im gleichen Jahr veröffentlichte er sein erstes Buch über Navigation A New Compendium of the Whole Art of Navigation. Zu seinen Schüler gehörte Philip Yorke, 1. Earl of Hardwicke, der später Lordkanzler von England wurde. Eine Bewerbung an der Royal Mathematical School der Christ's Hospital 1709 schlug fehl, obwohl Jones Empfehlungen von Isaac Newton und Edmund Halley vorlegen konnte. Diese Schule bildete Jungen ab 11 Jahren in Mathematik und Navigation für den Dienst in der Marine aus.

Ein späterer Schüler von Jones war George Parker, 2. Earl of Macclesfield. Parker und Yorke halfen Jones als er sein Vermögen durch den Bankrott einer Bank verlor. Jones lebte auch zeitweise im Schloss der Familie Parker in Shirburn. Parker vermachte Jones auch seine umfangreiche mathematische Bibliothek.

Jones war zweimal verheiratet, zunächst mit der Witwe des Kaufmanns, für den er gearbeitet hatte. 1731 heiratete er ein zweites Mal. Aus dieser Ehe mit Mary Nix gingen drei Kinder hervor: Mary (* 1736) und William (* 1746), der als Indologe berühmt wurde. Ein weiteres Kind starb im Kindesalter.

Werk

Obwohl Jones keine Universität besucht hatte und keine Beiträge zur mathematischen Forschung erbrachte, stand er mit einigen herausragenden Mathematikern seiner Zeit in Kontakt, insbesondere mit Isaac Newton. Seit 1711 war Jones Mitglied der Royal Society. Für diese wurde er 1713 Mitglied einer Kommission, die den Prioritätsstreit zwischen Newton und Gottfried Wilhelm Leibniz klären sollte. Jones veröffentlichte auch ein Buch nach Newtons Notizen Analysis per quantitatum series, fluxiones, ac differentias: cum enumeratione linearum tertii ordinis, London 1711.

In seinem Lehrbuch Synopsis palmariorum matheseos: or, A new introduction to the mathematics, London 1706, verwendete er das Symbol π (abgeleitet von engl. Perimeter „Umfang“).

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • William Jones — ist der Name folgender Personen: William Jones (Boxer) genannt Gorilla Jones, (1902−1982), US amerikanischer Boxer, Weltmeister im Mittelgewicht William Jones (Indologe) (1746–1794), britischer Indologe William Jones (Mathematiker) (1675–1749),… …   Deutsch Wikipedia

  • William Jones (Indologe) — Sir William Jones Sir William Jones (* 28. September 1746 in London; † 27. April 1794 in Kalkutta) war ein britischer Indologe und Jurist. Er war seit 1783 Richter am Obersten Gericht in Kalkutta. Er ist besonders durch seine Arbeiten zur …   Deutsch Wikipedia

  • Jones (Familienname) — Jones ist ein englischer Familienname. Herkunft und Bedeutung Der patronymische Name bedeutet „Sohn des John“ (englisch) oder „Sohn des Ioan“ (walisisch). Varianten Johns Johnson, Jonson Bekannte Namensträger Inhaltsverzeichnis A …   Deutsch Wikipedia

  • Jones — Cette page d’homonymie répertorie les différents sujets et articles partageant un même nom. Jones est un nom de famille les plus courants dans le monde anglophone. Sommaire 1 Étymologie 2 Personnalités …   Wikipédia en Français

  • William Dembski — William Albert Bill Dembski (* 8. Juli 1960 in Chicago) ist ein US amerikanischer Mathematiker, Philosoph und Theologe. Dembski ist bekannt als Vertreter des Intelligent Design. Seine Kernaussage ist, dass spezifizierte Komplexität als… …   Deutsch Wikipedia

  • William LeVeque — William Judson LeVeque (* 9. August 1923 in Boulder; † 1. Dezember 2007) war ein US amerikanischer Mathematiker, der sich mit Zahlentheorie befasste. LeVeque studierte an der University of Colorado (Bachelor Abschluss 1944, Master Abschluss 1945) …   Deutsch Wikipedia

  • William A. Dembski — William Albert Bill Dembski (* 8. Juli 1960 in Chicago) ist ein US amerikanischer Mathematiker, Philosoph und Theologe. Dembski ist bekannt als Vertreter des Intelligent Design. Seine Kernaussage ist, dass spezifizierte Komplexität als… …   Deutsch Wikipedia

  • William Bernard Raymond Lickorish — W. B. R. Lickorish in Berkeley William Bernard Raymond Lickorish (* 19. Februar 1935), meist zitiert als W. B. R. Lickorish oder W. B. Raymond Lickorish, ist ein britischer Mathematiker, der sich mit geometrischer Topologie, speziell… …   Deutsch Wikipedia

  • John Collins (Mathematiker) — John Collins (* 25. März 1625 in Wood Eaton nahe Oxford, Oxfordshire; † 10. November 1683 in London) war ein englischer Mathematiker. Durch den umfangreichen Briefwechsel zu den tonangebenden Mathematikern Europas wurde Collins zu einer der… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Persönlichkeiten aus London — London ist der Geburtsort zahlreicher prominenter Persönlichkeiten. Diese Liste zählt Personen auf, die im Großraum London geboren wurden. Es werden alle Gebiete berücksichtigt, die seit 1965 zum Verwaltungsgebiet Greater London gehören. Dazu… …   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.