Columbia Broadcasting System


Columbia Broadcasting System
Columbia Broadcasting System
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Rechtsform
Sitz New York City
Branche Medien
Website cbs.com

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Columbia Broadcasting System (CBS) ist eine der größten Hörfunk- und Fernsehsenderketten der USA. CBS war einer von drei kommerziellen Fernsehkonzernen, die das Fernsehen dominierten, bevor das Kabelfernsehen eingeführt wurde. Heute gehört das Unternehmen zur CBS Corporation. Hauptsitz ist New York City. CBS wird von konservativer Seite Verzerrung vorgeworfen; die Nachrichtensendung CBS Evening News gehört neben der New York Times zu den am stärksten politisch linken Medienformaten der Vereinigten Staaten.[1]

Inhaltsverzeichnis

Firmengeschichte

CBS wurde 1927 als ein Joint-Venture von Columbia Records und der New Yorker Talentagentur Arthur Judson gegründet. Es ging am 18. September 1927 mit 47 Radiostationen auf Sendung mit der Bezeichnung The Columbia Phonograph Broadcasting System.

Das Radionetzwerk machte im ersten Jahr Verluste und am 18. Januar 1929 verkaufte Columbia Records seine Anteile an eine private Investorengruppe für 400.000 US-Dollar. Die Investorengruppe wurde von William Samuel Paley angeführt, einem Zigarrenfabrikanten aus Philadelphia. Der Sender wurde in The Columbia Broadcasting System umbenannt. Während der nächsten neun Jahre waren Columbia Records und CBS unabhängige Firmen ohne Geschäftsbeziehungen. Es war das dritte Radionetzwerk in den USA und hatte bald mehr Teilnehmer als irgendeines der NBC-Netzwerke, obwohl die Signale und damit der Empfang schwächer als bei NBC waren.

Der Mitbegründer Paley sah eine Gelegenheit, Hörer durch Nachrichtenprogramme zu gewinnen, und gab erhebliche Mengen Geld aus, um die Dominanz in diesem Bereich zu erlangen. Er stellte als Teil dieser Bemühungen Edward R. Murrow als „Director of Talks“ ein. Zusammen mit William L. Shirer erfand Murrow praktisch den Senderjournalismus, wie wir ihn heute kennen.

Im Jahr 1938 war das Radio der stärkste Sektor in der Unterhaltungsindustrie, während die Schallplattenindustrie noch in der Flaute der großen Depression war. CBS kaufte seine ehemalige Muttergesellschaft Columbia Records. Ein Höhepunkt dieser Ära war Orson Welles’ Aufsehen erregendes Hörspiel Krieg der Welten (1938) mit der musikalischen Regie von Lud Gluskin, der später musikalischer Leiter im Fernsehbereich des Unternehmens wurde.

Die erste Fernsehausstrahlung von CBS fand im Jahr 1939 statt – mit einem einstündigen Programm pro Tag in New York City. Im folgenden Jahr strahlte CBS bereits die erste Farbsendung aus, aber unter der Verwendung einer Technologie, die mit den vorhandenen Schwarz-Weiß-Fernsehern nicht kompatibel war. Diese Technologie wurde einige Jahre später zugunsten konkurrierender Farbfernsehstandards zurückgewiesen. Fernsehen blieb ein kleiner Teil von CBS bis nach dem Zweiten Weltkrieg.

Seit dem Anfang der Fernseh-Ära ist das Firmenemblem ein stilisiertes Auge in einem Kreis. Von den 1940er Jahren bis in die 1970er Jahre galt CBS als das Netz mit dem größten Prestige der drei Hauptfernsehnetze, und infolgedessen war es als das Tiffany-Netz bekannt. Die Dominanz von CBS wurde in den 1970er Jahren durch ABC gebrochen, obgleich CBS zwischendurch wieder die Spitzenbewertung zurückgewinnen konnte (von 1979 bis 1984 und wieder während einer Periode in den frühen 1990er Jahren und Anfang 2000).

1970 musste der Produktionszweig Viacom (CBS Films) wegen der damaligen Regulierungsgesetze der USA verkauft werden.

CBS Musical Instruments wurde gegründet, um neben zahlreichen Musikinstrumenten und Musikequipment auch Produkte von Rogers (Schlagzeuge) und Fender (Gitarren) herzustellen, zu vertreiben und zu verkaufen.

Im Jahr 1988 verkaufte CBS die CBS-Schallplattensparte, die sich seither Sony Music Entertainment nennt, an Sony.

Viacom-Split

Die von der Viacom-Führung gefällte Entscheidung den Konzern per 1. Januar 2006 in zwei Unternehmen zu teilen, rückte CBS stark in den Mittelpunkt dieser Planung. Bei der aufwändigen Aufteilung wurde der alte Viacom-Konzern in CBS Corporation umbenannt, was verdeutlichen soll, dass der Konzern faktisch um CBS herum gebaut wurde. Das zweite, neu aus der Aufteilung entstandene Unternehmen hingegen erhielt den alten Namen Viacom und umfasst im Wesentlichen Paramount Pictures (ohne die Fernsehproduktion und -distribution Paramount Television) und MTV Networks (weltweite Kabelfernsehsender).

Super-Bowl-Skandal

→ siehe Hauptartikel: Nipplegate

Beim Super Bowl XXXVIII in Houston (Texas) 2004 riss der Sänger Justin Timberlake bei der Halbzeitvorstellung der Sängerin Janet Jackson ein Teil ihres Outfits ab, wodurch ihre Brust zu sehen war. In Amerika werden Obszönitäten, in denen Nacktheit und Sex vorkommen, schwer geahndet. CBS war bei der Veranstaltung mit seinem Tochtersender MTV der Fernsehüberträger und hatte die Szene nicht zensiert. Somit mussten 27 angegliederte Fernsehstationen von CBS jeweils eine Strafe von 27.500 Dollar, zusammen 550.000 Dollar, zahlen. Das war das höchste Bußgeld für eine fehlerhafte Fernsehübertragung in den USA. In Deutschland ist dieser Vorfall als „Nipplegate“ bekannt geworden.

Nach diesem Skandal hat die Federal Communications Commission (FCC) angeordnet, dass alle Übertragungen mit einer Zeitverschiebung gesendet werden müssen beziehungsweise wenigstens 5–10 Sekunden später „live“ gezeigt werden dürfen, um eine eventuelle Zensur zu ermöglichen.

George-W.-Bush-Skandal

In der CBS-Nachrichtensendung 60 Minutes II verlas der Moderator und Chefnachrichtensprecher von CBS Dan Rather, dass George W. Bushs Zeit in der Armee nicht richtig dokumentiert gewesen sei und er sich vor dem Vietnamkrieg gedrückt haben soll. Später wurde gemeldet, dass er in der betreffenden Zeit doch an der Heimatfront gedient haben soll. Der langjährige Moderator Rather erlitt dadurch einen solchen Glaubwürdigkeitsverlust, dass die Einschaltquoten der Nachrichtensendungen bei CBS in den nachfolgenden Wochen Rekordniedrigstände erreichten. Der Veteranennachrichtensprecher von CBS Walter Cronkite befand diesen Bericht als beschämend für den Sender. Am 9. März 2005 wurde Dan Rather von Bob Schieffer als Chefnachrichtensprecher der CBS Evening News abgelöst, Rather will allerdings weiterhin an 60 Minutes mitarbeiten. Ob die Entscheidung Rathers, seine Position als Anchorman abzugeben, mit der Kontroverse um den 60-Minutes-Beitrag zusammenhängt, ist umstritten.

David Letterman

Anfang der 1990er Jahre kam David Letterman zu CBS, nachdem er bei NBC die Sendung Late Night with David Letterman aufgegeben hatte. Letterman war verärgert, weil NBC die Moderation der Tonight Show an Jay Leno vergeben hatte. Daher nahm er das Angebot von CBS an. Lettermans Show bei NBC übernahm Conan O'Brien. Als Letterman seinen Fuß in das Studio des Ed Sullivan Theaters setzte, begann für CBS das Goldene Zeitalter der Late Night Shows. Zuvor hatte man mit dem Moderator Pat Sajak (präsentiert Wheel of Fortune, die amerikanische Glücksrad-Version), einen erfolglosen Late Night Talk probiert. Letterman stand nun in direkter Konkurrenz zu seinem Erzrivalen Jay Leno, der parallel auf NBC lief. Für Letterman muss CBS jährlich 31.500.000 Dollar Gehalt plus Merchandisingeinnahmen bezahlen. Damit ist er der teuerste Mann im US-Fernsehen.

Neben der Late Show with David Letterman produziert Lettermans Firma Worldwide Pants auch noch die Sendung The Late Late Show (zunächst mit Tom Snyder als Moderator, danach mit Craig Kilborn und schließlich mit Craig Ferguson) für CBS.

Sendungen

Derzeitige Sendungen

CBS News

  • CBS Evening News (seit 1948)
  • Face the Nation (seit 1954)
  • 60 Minutes (seit 1968)
  • CBS News Sunday Morning (seit 1979)
  • CBS Morning News (seit 1982)
  • 48 Hours (seit 1988)
  • Up to the Minute (seit 1992)
  • The Early Show (seit 1999)

Talkshow

  • The Talk (seit 2010)

Drama

Sitcoms

Soaps

Reality Shows

  • Big Brother (seit 2000)
  • Survivor (seit 2000)
  • The Amazing Race (seit 2001)
  • Undercover Boss (seit 2010)
  • I Get That a Lot (seit 2010)
  • Same Name (seit 2010)

Spieleshows

  • Der Preis ist Heiß (seit 1978)
  • Let’s Make a Deal (seit 2009; vorher NBC)

Late Night

Awards

Sport

Ehemalige Serien

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Tim Groseclose & Jeffrey Milyo (2005): A Measure of Media Bias. Quarterly Journal of Economics.

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