Das war der Wilde Westen


Das war der Wilde Westen
Filmdaten
Deutscher Titel Das war der Wilde Westen
Originaltitel How the West Was Won
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch, Arapaho
Erscheinungsjahr 1962
Länge 162 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie John Ford („Der Bürgerkrieg“)
Henry Hathaway („Der Fluss“, „Der Planwagen“, „Die Desperados“)
George Marshall („Die Eisenbahn“)
Richard Thorpe (ungenannt)
Drehbuch John Gay (ungenannt)
James R. Webb
Produktion Bernard Smith
Musik Alfred Newman
Kamera William H. Daniels
Milton R. Krasner
Charles Lang
Joseph LaShelle
Schnitt Harold F. Kress
Besetzung

Das war der Wilde Westen ist ein epischer Western aus dem Jahr 1962, der vier Generationen einer Familie (beginnend mit den Prescotts) begleitet, wie sie vom östlich gelegenen Bundesstaat New York gen Westen zum Pazifik ziehen. Die Handlung ist zeitlich zwischen 1839 und 1889 angesiedelt.

Der Film besteht aus fünf Episoden, wovon drei von Henry Hathaway („Der Fluss“, „Der Planwagen“ und „Die Desperados“) und je eine von John Ford („Der Bürgerkrieg“) und George Marshall („Die Eisenbahn“) stammen; außerdem Übergangssequenzen von Richard Thorpe (ungenannt). Das Drehbuch schrieben John Gay (ungenannt) und James R. Webb.

Das war der Wilde Westen ist einer der wenigen Spielfilme, die im Cinerama-Verfahren gedreht wurden. Da dieses überbreite Bildformat (1:2,7) für eine stark gewölbte Leinwand entwickelt wurde, ist die im TV gezeigte, auf 35 mm umkopierte Fassung des Films sphärisch verzerrt; die Stöße zwischen den verwendeten drei Filmstreifen sind deutlich erkennbar. In der Blu-ray-Fassung des Films ist dies weitestgehend kompensiert und kaum erkennbar.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Der Fluss (1830er Jahre)

Der Trapper Linus Rawlings kehrt in die Zivilisation zurück, um mit Fellen zu handeln. Er trifft auf eine Gruppe Siedler, die nach Westen ziehen und von Zebulon Prescott angeführt werden. Dessen Tochter Eve fühlt sich zu Linus hingezogen, doch er ist nicht bereit, sich niederzulassen, und zieht weiter.

Linus hält an einem isoliert gelegen Handelsposten an, der von einer Gruppe Banditen mit dem Anführer „Colonel“ Hawkins geführt wird. Der Trapper bemerkt zu spät, dass nicht alles so ist, wie es scheint. Colonel Hawkins Tochter führt ihn unter Vorwand in einen tiefer gelegenen Tunnel, sticht ihm von hinten ein Messer in den Rücken und stößt ihn in eine Grube. Die Bande raubt Linus' Boot und macht sich aus dem Staub. Glücklicherweise kann er sich nur leicht verletzt retten und die Prescott-Gruppe vor einem ähnlichem Schicksal bewahren. Die auflauernden Diebe werden in roher Justiz abgefertigt.

Die Siedler fahren den Fluss hinunter, doch ihr Floß wird in Stromschnellen gefangen und Zebulon und seine Frau Rebecca ertrinken. Als Linus herausfindet, dass er ohne Eve nicht leben kann, kehrt er zurück und heiratet sie. Er gibt seine Freiheit auf und lässt sich mit ihr an dem Platz nieder, wo ihre Eltern gestorben sind.

Der Planwagen (1850er Jahre)

Eves Schwester Lily fasst den Entschluss, nach St. Louis zu gehen, wo sie Arbeit als Tänzerin in einem Nachtclub findet. Dort zieht sie die Aufmerksamkeit des professionellen Spielers Cleve Van Valen auf sich. Nachdem er mitbekommen hat, dass sie vor Kurzem eine kalifornische Goldmine geerbt hat (und um zu vermeiden, seine Schulden zahlen zu müssen), schließt er sich einem Treck an, der sie dorthin bringen soll. Er und der Treckvorsteher Roger Morgan buhlen den ganzen Weg um ihre Gunst, doch sie weist beide ab, was bei ihrer neuen Freundin und Mitreisenden Agatha Clegg Bestürzung auslöst.

Nachdem sie einen Überfall der Cheyenne überlebt haben, erreichen Lily und Cleve die Mine, um gleich danach herauszufinden, dass diese nun wertlos ist. Daraufhin verlässt Cleve Lily, woraufhin sie wieder einen Job in einem Nachtclub in einer buchstäblichen „Zeltstadt“ findet, wo sie in einem Planwagen lebt. Sie trifft Morgan wieder, und er schlägt ihr auf eine ziemlich unromantische Weise vor zu heiraten, was sie mit „Nein, niemals“ beantwortet.

Später singt Lily in einem Musiksalon auf einem Binnenschiff. Indessen hat Cleve seine erspielten Gewinne in Eisenbahnen und andere Geschäfte in Kalifornien investiert. Zufällig ist er Passagier auf dem Schiff. Als er Lilys unverwechselbare Stimme hört, verlässt er seine Pokerrunde, um sie zu finden. Er macht ihr einen Antrag, sie nimmt an, und sie lassen sich im schnell wachsenden San Francisco nieder.

Der Bürgerkrieg (1861–1865)

Eve hat ihren Mann Linus Rawlings im Sezessionskrieg verloren. Ungeachtet ihrer Wünsche tritt ihr gemeinsamer Sohn Zeb ebenfalls der Armee der Union bei. Die blutige Schlacht von Shiloh zeigt ihm, dass Krieg nicht so ist, wie er es sich vorgestellt hat. Er begegnet einem konföderierten Soldaten, der ebenso desillusioniert ist und Zeb Fahnenflucht vorschlägt, was Zeb auch schon in Betracht gezogen hat.

Zufällig belauschen sie ein vertrauliches Gespräch zwischen den Generälen Ulysses S. Grant und William T. Sherman. Der Rebell erkennt, dass er die Gelegenheit hat, den Süden von zwei seiner größten Feinde zu befreien und versucht, sie zu erschießen. Das lässt Zeb keine andere Wahl, als ihn zu töten. Danach tritt Zeb wieder seinem Regiment bei.

Am Ende des Krieges kehrt er nach Hause zurück. Seine Mutter ist gestorben. Er gibt seinen Teil der Farm an seinen Bruder ab und reist nach Westen, um ein aktiveres Leben zu führen.

Die Eisenbahn (1860er Jahre)

Den wagemutigen Reitern des Pony-Express und der transkontinentale Telegrafenleitung folgend bringen die beiden konkurrierenden Eisenbahnlinien, die Central Pacific Railroad und die Union Pacific Railroad, neue Siedler in das Territorium.

Zeb Rawlings wird ein Lieutenant in der US-Kavallerie. Mit den Indianern versucht er, mithilfe des Büffeljägers Jethro Stuart, eines alten Freundes von Linus, Frieden zu halten. Als der skrupellose Eisenbahner Mike King einen Vertrag verletzt, weil er auf indianischem Territorium baut, rächen sich die Sioux-Indianer, indem sie eine große Büffel-Herde durch sein Lager jagen. Empört gibt Zeb auf und zieht nach Arizona.

Die Desperados (1880er Jahre)

In San Francisco lässt die verwitwete Lily das Eigentum ihres Mannes Cleve, der ein Eisenbahn-Manager war, versteigern, um die Schulden zu bezahlen. Sie entschließt sich, nach Arizona zu ziehen, in der Hoffnung, dass Zeb Rawlings und seine Familie ihr helfen, den verbliebenen Besitz, eine Ranch, zu übernehmen.

Lily findet ihren Neffen Zeb (nun ein Marshal), seine Frau Julie und ihre Kinder im Westen. Mit der Hilfe des Marshals Lou Ramsey kann Zeb den Überfall auf einen Eisenbahn-Zug durch seinen alten Feind Charlie Gant und dessen Bande abwehren. Schließlich reisen Lily und die Rawlings zu ihrem neuen Heim.

Kritiken

„Überlanger Starfilm, der – inspiriert von einer Artikelserie in ‚Life‘– in bilderbogenhaften Episoden die Erschließung des amerikanischen Westens von den ersten Trecks bis zur ersten Eisenbahn erzählt 1840–1890. Dank der vor allem in der von Ford inszenierten Bürgerkriegsepisode intelligent genutzten technischen Möglichkeiten des Cinerama-Verfahrens fesselnde Unterhaltung.“

Lexikon des internationalen Films[1]

„Dies ist ein bunter und großangelegter Cinerama-Western mit Starbesetzung, der trotz einiger Längen ein Genuss ist. Die Bürgerkriegs-Episode ist die beste: Großmeister John Ford zeigt hier auch ein beeindruckendes Gespräch über Sinn und Unsinn des Krieges zwischen den Generalen Sherman (John Wayne) und Grant (Harry Morgan) auf dem Schlachtfeld von Shiloh.“

prisma.de[2]

Auszeichnungen (Auswahl)

Der Film war ursprünglich für acht Oscars nominiert und errang davon schließlich in der Oscarverleihung 1964 drei Trophäen.

Nominiert

Ausgezeichnet

Sonstige

  • Harold F. Kress wurde von den American Cinema Editors mit der Auszeichnung „Bester Filmschnitt – Drama“ geehrt.
  • 1963 erhielt der Film bei der Verleihung der Laurel Awards einen Special Award.
  • 1997 wurde der Film als besonders erhaltenswertes Filmdokument in das National Film Registry aufgenommen.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Das war der Wilde Westen im Lexikon des Internationalen Films
  2. http://www.prisma-online.de/tv/film.html?mid=1961_das_war_der_wilde_westen

Wikimedia Foundation.

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