Der internationale Jude


Der internationale Jude
Der Internationale Jude – 2, deutsche Ausgabe

The International Jew (deutsch: Der internationale Jude) ist ein antisemitisches Buch des US-amerikanischen Unternehmers Henry Ford in vier Bänden aus den Jahren 1920 bis 1922. Das Buch bezieht sich auf eine ebenfalls antisemitische Fälschung, die sogenannten Protokolle der Weisen von Zion und förderte die weltweite Verbreitung dieser Schrift. Die Artikel wurden darin von verschiedenen Autoren geschrieben worden, darunter auch Fords langjähriger persönlicher Sekretär, Ernest Liebold. Keiner der Artikel wurde von Ford selbst verfasst, da er aber der Verleger war, lag die Veröffentlichung in seiner Verantwortung.

Inhalt

  • Band 1: The International Jew: The World's Foremost Problem (1920) (Der internationale Jude – das dringlichste Problem der Welt)
  • Band 2: Jewish Activities in the United States (1921) (Jüdische Aktivitäten in den USA)
  • Band 3: Jewish Influence in American Life (1921) (Jüdischer Einfluss im amerikanischen Leben)
  • Band 4: Aspects of Jewish Power in the United States (1922) (Aspekte der jüdischen Macht in den USA)

Einfluss

In einem Brief bemerkte Heinrich Himmler 1924, Ford sei „einer der wertvollsten, gewichtigsten und geistreichsten Vorkämpfer“. [1] Der Reichsjugendführer Baldur von Schirach bekräftigte ebenfalls den Einfluss der Ford-Lektüre in seiner Aussage beim Nürnberger Prozess: „Das ausschlaggebende antisemitische Buch, das ich damals las und das Buch, das meine Kameraden beeinflußte [...] war das Buch von Henry Ford 'Der internationale Jude'. Ich las es und wurde Antisemit. Dieses Buch hat damals auf mich und meine Freunde einen so großen Eindruck gemacht, weil wir in Henry Ford den Repräsentanten des Erfolgs, den Repräsentanten aber auch einer fortschrittlichen Sozialpolitik sahen.[2]

Das in Deutschland derzeit im Buchhandel nicht erhältliche Buch von Henry Ford kam durch einen öffentlichen Vortrag vom 3.Oktober 2003 des ehemaligen CDU Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann, der sich in dem Vortrag auf das Buch bezog und daraus zitierte, erneut in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses.[3]

Quellen

  1. Zitiert nach Armin Pfahl-Traughber: Der antisemitisch-antifreimaurerische Verschwörungsmythos in der Weimarer Republik und im NS-Staat. Hrsg. von Anton Pelinka u. Helmut Reinalter (= Vergleichende Gesellschaftsgeschichte und politische Ideengeschichte der Neuzeit Bd. 9). Wien: Braumüller 1993, S. 39. Siehe auch: [1]
  2. Baldur von Schirach vor dem Internationalen Militärtribunal in Nürnberg am 23. Mai 1946; hier zit. nach Pfahl-Traughber: Der antisemitisch-antifreimaurerische Verschwörungsmythos (Anm. 4), S. 39. Siehe auch: [2]
  3. Tagesschau.de: CDU-Abgeordneter nennt Juden "Tätervolk"

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