Es war einmal in Amerika


Es war einmal in Amerika
Filmdaten
Deutscher Titel Es war einmal in Amerika
Originaltitel Once Upon a Time in America
Produktionsland Italien, USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1984
Länge Europa: 229 Minuten,
US-Kinofassung: 139 Minuten
Altersfreigabe FSK ab 16
Stab
Regie Sergio Leone
Drehbuch Leonardo Benvenuti
Piero De Bernardi
Enrico Medioli
Franco Arcalli
Franco Ferrini
Sergio Leone
Produktion Arnon Milchan
Fred Caruso
Musik Ennio Morricone
Kamera Tonino Delli Colli
Schnitt Nino Baragli
Besetzung

Es war einmal in Amerika (Originaltitel: Once Upon a Time in America) ist ein Gangster-Epos aus dem Jahr 1984 und der letzte Film von Regisseur Sergio Leone.

Die Handlung basiert auf dem autobiografischen Roman The Hoods von Harry Grey (ein Pseudonym von David „Noodles“ Aaronson), die Hauptrollen spielen Robert De Niro und James Woods. Der Film erzählt in drei ineinander verwobenen Zeitabschnitten (1922, 1933 und 1968) die Geschichte einer Bande in New York City, die durch Schutzgelderpressungen, gewaltsame Beseitigung von Konkurrenten und Alkoholschmuggel während der Alkoholprohibition in den Vereinigten Staaten zu schnellem Reichtum und Macht gelangt und sich nach der Aufhebung der Prohibition entscheiden muss, ob sie im großen Stil ins organisierte Verbrechen und in die politische Korruption einsteigt. Gier und Hochmut stellen die Freundschaft der Protagonisten auf die Probe - bis es zum Verrat kommt.

Weltweit existieren verschiedene Versionen des Films; diese unterscheiden sich in der Länge und teilweise in der Erzählstruktur. Der Film gilt als dritter Teil der „Es war einmal …“-Trilogie. Die ersten beiden Teile sind Spiel mir das Lied vom Tod (1968) und Todesmelodie (1971).

Für 2012 wurde eine restaurierte, um 40 Minuten verlängerte Reduxfassung angekündigt. Die Premiere soll auf den Filmfestspielen von Cannes stattfinden.[1]

Inhaltsverzeichnis

Handlung

1922

Der Jugendliche „Noodles“, eigentlich David Aaronson, lebt in einem jüdischen Viertel in der Lower East Side von New York City. Dort raubt er mit seinen gleichaltrigen Freunden Patrick „Patsy“ Goldberg, Philip „Cockeye“ Stein und Dominic Betrunkene aus und führt kleinere Auftragsarbeiten aus. Seine Liebe zu Deborah, der Schwester seines Freundes „Fat Moe“ Gelly, bleibt zunächst unerwidert. Bei dem Vorhaben, einem Mann die Taschenuhr zu stehlen, kommt ihnen der ältere Maximilian Bercovicz zuvor. Jedoch wird ihnen die gestohlene Uhr von dem korrupten Polizisten des Viertels weggenommen. Noodles und Max freunden sich an.

Patsy stellt bei dem Versuch, die Gunst des Nachbarmädchens Peggy zu erlangen, fest, dass diese sich an den Polizisten des Viertels verkauft. Daraufhin stellen sie dem Polizisten eine Falle und es gelingt ihnen, den Polizisten „in flagranti“ beim Geschlechtsakt mit Peggy zu fotografieren. Da sie nun den Polizisten in der Hand haben, bekommt Max nicht nur die Uhr zurück, sondern sie haben ab nun - wie Bugsy und seine Bande - von dem Polizisten bei ihren illegalen Geschäften nichts mehr zu befürchten.

Am Passah-Fest kommen sich Noodles und Deborah im Hinterzimmer von Gellys Restaurant näher. Als Max und Noodles sich im Hof treffen, werden sie von Bugsy und seinen Leuten überrascht und verprügelt, da dieser ihre Unabhängigkeit von ihm nicht dulden will. Als daraufhin der blutende Noodles an Deborahs Tür klopft, öffnet sie ihm nicht.

Ins Geschäft mit Alkoholschmugglern kommen sie, als es ihnen gelingt, Ladungen so zu präparieren, dass sie nach dem Versenken im Wasser nach einiger Zeit wieder von selbst auftauchen. Diese Methode wenden die Schmuggler bei Razzien der Polizei an, um durch das Verschwinden der Ware einer Anklage zu entgehen. Da durch die Bande die Ladungen nun mit Salzsäcken beschwert und zusätzliche Bälle befestigt werden, wird - nachdem sich das Salz im Wasser aufgelöst hat - nach einiger Zeit die wertvolle Fracht durch die Bälle wieder an die Wasseroberfläche gezogen.

Die Einnahmen aus den Geschäften der vier Freunde werden in einem Bahnhofsschließfach aufbewahrt und der dazugehörige Schlüssel bei „Fat Moe“ hinterlegt. Als sie erneut mit Bugsy zusammenstoßen, erschießt dieser Dominic. Noodles sticht aus Rache mehrfach auf Bugsy ein, ebenso auf einen der herbeigeeilten Polizisten, von denen er schließlich verhaftet wird.

1932

Max holt den entlassenen Noodles direkt vom Gefängnistor ab. Die Freunde von Noodles führen mittlerweile ein gut florierendes Speakeasy, in dessen Nebenräumen Peggy ein Edelbordell betreibt.

Von den Minaldi-Brüdern aus Chicago erhalten sie den Auftrag, Diamanten bei einem Juwelier zu stehlen. Noodles vergewaltigt scheinbar während des Überfalls eines der Opfer, die Angestellte Carol. Sie wird später die Freundin von Max, als dieser sie bei Peggy wieder trifft.

Bei der Übergabe der Beute wird Joe Minaldi getötet, wie es zuvor mit Frankie Minaldi abgesprochen worden war. Noodles, der darüber vorher nicht in Kenntnis gesetzt war, reagiert irritiert und fährt das Auto in einen See.

Die Bande ist auch in das „Labor Racketeering“ eingestiegen; d.h. bei Arbeitskämpfen unterstützt sie Gewerkschaftsfunktionäre gegen die Schläger der Arbeitgeber. Diese werden durch den Polizeichef persönlich unterstützt, der mit Polizeischutz Streikbrecher in eine bestreikte Fabrik eskortiert. Die Frau des Polizeichefs ist allerdings gerade Mutter geworden und die Bande vertauscht auf der Säuglingsstation willkürlich die Neugeborenen untereinander. Da der Polizeichef seinen ersten Sohn - seine Frau hatte bis dahin nur Mädchen geboren - wieder haben will, zieht er die Polizisten ab. Ob er wirklich seinen eigenen Sohn zurückerhält, bleibt allerdings fraglich, da sich die Bande die genaue Zuordnung der Babys nicht gemerkt hat und mit den Namenszetteln praktisch Lotterie gespielt hat.

Noodles mietet für ein Treffen mit Deborah ein ganzes Restaurant an. Nachdem sie ihm gesteht, dass sie am nächsten Tag nach Hollywood abreisen will, vergewaltigt er sie auf der Rückfahrt; am nächsten Tag bei ihrer Abreise am Bahnhof will sie nichts mehr von ihm wissen.

Das Alkoholverbot steht kurz vor seiner Aufhebung, und damit versiegt die wichtigste Einnahmequelle der Bande. Sharkey versucht die Bande für die Politik zu gewinnen: Noodles lehnt das jedoch ab und reist mit Max und ihren Geliebten Carol und Eve nach Florida, wo Max einen Raubüberfall auf die Federal Reserve Bank of New York plant.

Noodles ist besorgt über diesen Plan und ruft - auf Anraten von Carol - während der „Beerdigungsfeier der Prohibition“ die Polizei an, um ihr einen Tipp über eine letzte geplante Alkoholschmuggelfahrt zu geben. Aber anstatt nur verhaftet zu werden, kommen - wie sich später herausstellt, aber nur scheinbar - alle Bandenmitglieder außer Noodles um. Dieser wird außerdem von Auftragsmördern verfolgt, dabei wird seine Freundin Eve getötet und Moe fast zu Tode geprügelt. Im asiatischen Viertel, wo Noodles in einer Opiumhöhle gelegentlich Opium konsumiert, kann er ihnen knapp durch einen Hinterausgang entkommen und stellt kurz darauf fest, dass das Geld der Bande bereits aus dem Schließfach entnommen worden ist. Er verlässt New York und lebt fortan unter einer anderen Identität.

1968

Nach langen Jahren erreicht Noodles in seinem selbst gewählten Exil überraschend ein Brief aus New York, der ihn auffordert, zurück in die Stadt zu kommen. Noodles besucht Moe in dessen Gaststätte und beide stellen gegenseitig fest, dass nicht sie es waren, die das Geld damals aus dem Schließfach an sich genommen haben.

Im Mausoleum des jüdischen Friedhofes, wo seine verstorbenen Freunde bestattet sind, entdeckt Noodles an der Wand eine Gedenktafel mit der Aufschrift: „Errichtet zum ewigen Gedenken von ihrem Freund und Bruder David Aaronson 'Noodles' 1967“. Darunter befindet sich ein weiterer Schlüssel eines Bahnhof-Schließfachs mit einem Koffer voller Geld und dem Vermerk „Vorschuss für deinen nächsten Auftrag“.

In den Fernsehnachrichten wird über den „Bailey-Skandal“ berichtet. Gegen Staatssekretär Bailey wird wegen Korruption ermittelt und ein Staatsanwalt wurde bereits durch eine Autobombe getötet. Moe rät Noodles dazu, mit dem Geld zu verschwinden und sich nicht weiter um diese Angelegenheiten zu kümmern.

Noodles besucht Carol und sie sprechen von den alten Zeiten. Sie ist der Meinung, dass Max damals lieber sterben wollte, um nicht in einer Irrenanstalt zu enden. Schließlich soll er es gewesen sein, der damals das Feuer auf die Polizei eröffnet habe.

Nach einer Theateraufführung des Stücks Antonius und Cleopatra sucht Noodles Deborah in ihrer Garderobe auf. Diese leugnet zunächst, Bailey zu kennen, und bittet Noodles, die Party von Bailey auf Long Island nicht zu besuchen. Noodles lernt David - Baileys Sohn - kennen, dessen Aussehen dem des jungen Max gleicht, und auf der Party trifft er auf den totgeglaubten Max selbst.

Dieser hatte 1934 durch ein Arrangement mit der Polizei eine neue Identität erhalten, als „Staatssekretär Bailey“ Karriere gemacht und mit Deborah zusammengelebt. Der vermeintliche Verräter Noodles, der sich 35 Jahre lang Vorwürfe wegen des Todes seiner Freunde gemacht hat, erweist sich nun selbst als verratenes Opfer.

Es stellt sich heraus, dass Max selbst die korrupten Polizisten eingeweiht hatte, damit es zu der Schießerei kam und er so seinen Tod vortäuschen konnte. Schließlich nahm er das Geld aus dem Schließfach und stieg in die Politik ein. Aus Reue gegenüber Noodles und aus Furcht vor der Ermordung bittet er Noodles nun darum, ihn zu erschießen. Noodles lehnt ab und verlässt das Anwesen.

Es folgt eine Szene, in der sich Max anscheinend in ein Müllauto wirft, in dessen Heck der Schredder läuft und auf dem die Zahl 35 steht.

Kritiken

  • Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden gab dem Film das Prädikat „Besonders Wertvoll“. In der Begründung des FBW-Gutachtens heißt es u. a.: „Ein Gangster-, ein Actionfilm, der seinen Gestalten fast mythische Größe zuschreibt; eine Fabel, die an Gangstern die Frage von Freundschaft und Verrat, von menschlicher Integrität abhandelt. Und dabei in einem weiten Bogen den Zeitraum von rund 50 Jahren umspannt, ihn immer wieder durch Überblenden assoziativ und faszinierend auf das augenblickliche Geschehen bezieht. Fast vier Stunden Film voller Spannung in der Handlung, voller Spannung auch durch die menschlichen Beziehungen.“
  • prisma: „[...] langsame, aber nie langweilige Studie über Gangsteraktivitäten in New York [...]. [...] Geschichte zweier Jungen, überragend dargestellt von Robert De Niro und James Woods [...]“[3]

Alternative Versionen

Die Originalversion mit ihren Zeitsprüngen wurde in Europa stets im Original gezeigt. Für die USA existierte eine zusätzliche Variante ohne Zeitsprünge, die dem dortigen Publikum das Verständnis erleichtern sollte. Da das Filmmaterial jedoch nie auf eine chronologische Erzählung der Geschichte ausgelegt war, mussten sehr viele Szenen geschnitten werden und Charaktere werden in völlig anderer Weise eingeführt und erklärt, als es in der Originalversion beabsichtigt war.

Die nie gefilmte Eröffnungsszene

Ursprünglich sollte der Übergang von 1933 bis 1968 viel kunstvoller dargestellt werden, aber schließlich stellte sich die Szene als einfach zu schwierig heraus und hätte auch finanziell den Rahmen des Budgets gesprengt, da Leone diese Sequenz ohne Schnitt drehen wollte. Aus dem Originaldrehbuch:

„Man sieht Noodles in einem 1933er-Truck an einem Gleis stehen. Im Hintergrund ist eine weite Naturlandschaft. Man hört das Geheule der Räder eines Zuges und das laute Geschrei der Pfeife. Es ist ein Zug auf dem Weg von Detroit nach New York, der von links nach rechts durch das Bild fährt. Die Sicht über die Gleise ist von der Lokomotive, dem Tender und den Waggons versperrt - Waggon nach Waggon ist beladen mit 1933er-Fords. Dann kommt ein weiterer Zug von der anderen Seite. Der Zug fährt weiter vorbei, aber die Waggons sind nicht mehr mit 1933er-Fords beladen. Es sind 1968er-Fabrikate in rosa, türkis und smaragdgrün geworden, die den Titel verkünden, der auf dem Bildschirm erscheint: ES WAR EINMAL IN AMERIKA. Der Zug und seine Geräusche verschwinden und die Schranken erheben sich. Aber wir starren nicht mehr auf eine offene Naturlandschaft. Stattdessen sehen wir eine endlose Reihe von Hochhäusern. Man sieht Noodles nun nicht mehr in einem 1933er-Truck sitzen, sondern in einem 1960er-Chevy. Noodles 35 Jahre später…“

Unveröffentlichte Szenen

Das Originaldrehbuch, das im Oktober 1981 vollendet war, hatte eine Länge von 317 Seiten.

Nach Drehende hatte Leone ungefähr 8 bis 10 Stunden Filmmaterial. Mit seinem Cutter Nino Baragli schnitt Leone dieses auf ungefähr 6 Stunden zusammen und wollte den Film in zwei dreistündigen Teilen veröffentlichen.

Die Produzenten lehnten dies ab (teilweise wegen des kommerziellen Misserfolges von Bertoluccis Zweiteiler „1900“) und Leone war gezwungen, seinen Film weiter zu kürzen. Daraus ergab sich ein vollständiger (d. h. synchronisierter, geschnittener und mit Musik unterlegter) Film von 220 Minuten (PAL).

Leone sagte, er hätte den Film „zwischen vier Stunden zehn Minuten und vier Stunden fünfundzwanzig Minuten“ (d.h. 250 bis 265 Minuten) als ideal angesehen und dass so ein Schnitt hauptsächlich dazu gedient hätte, Szenen wiederherzustellen, die die Beziehungen von Noodles zu Frauen erläutern.

Szenen, die nicht in der 220-Minuten-Fassung erschienen:

  • Der junge Noodles kehrt zu seiner Mietwohnung zurück, entdeckt seine Eltern beim Gebet und kein Abendessen steht auf dem Tisch. Als seine Eltern ihn als „gottlos“ beschimpfen, erwidert Noodles, dass Geld sein Gott sei.
  • Eine kurze Szene in der Sequenz 1921, die den lokalen Gangsterboss Bugsy (James Russo) und seine Gang zeigt, wie sie von der Polizei wegen des Alkoholschmuggels verhaftet werden, während Noodles und seine Gang zusahen. Dies würde direkt vor dem Treffen der Gang mit den Capuano-Brüdern am Hafen stattfinden. Die Hauptbedeutung dieser Szene wäre, zu begründen, warum die Gang von Noodles mit den Capuanos arbeitet. Dialoge aus dieser Szene deuten an, dass Bugsy mit ihnen gearbeitet hatte, aber weil er und seine Schläger jetzt im Gefängnis sind, haben Noodles und seine Freunde seinen alten Job übernommen.
  • Aufnahmen von einer schwarzen Limousine, die Noodles beschattet.
  • Ein ominöser Müllabfuhrwagen, der als eine Verbindung zwischen 1933 und 1968 dient.
  • Staatssekretär Bailey, der sich mit einem älteren Jimmy O’Donnell über einen Pensionsbetrug streitet, kurz vor dem Treffen mit Noodles.
  • Eine auf Opium begründete Rückblende von Noodles und der Gang als Kinder.
  • Noodles erstes Treffen mit Eve und viele andere triviale Szenen mit Eve. In dem Originaldrehbuch geschieht dies nach seiner Vergewaltigung von Deborah (die bei Nacht bzw. am frühen Morgen geschieht). Ein sehr betrunkener Noodles trifft Eve in einer Speakeasy, geht mit ihr ins Bett und nennt sie „Deborah“.
  • Eine Szene, die Noodles beim Gespräch mit dem Chauffeur vor der Verabredung mit Deborah zeigt. Die beiden streiten heftig darüber, wie jüdische Gangster von bürgerlichen Juden wahrgenommen werden - dies zeigt die Kluft zwischen den beiden Figuren. Die Szene wurde auf Wunsch von Produzent Arnon Milchan geschnitten, der den Chauffeur verkörperte. Er war der Meinung, dass seine Figur keine bedeutende und erkennbare Rolle im Film haben sollte und die Leute nur eine große Sache aus seinem Auftritt machen würden.
  • Eine lange Szene, die Police Chief Aiello (Danny Aiello) und dessen Verwicklung mit den Streikbrechern zeigt (einiges vom Dialog der Szene wurde nochmals im kurzen Interview mit Aiello auf den Stufen der Polizeiwache aufgearbeitet). Als eine Fortsetzung dazu gibt es eine Szene, in der die Gang die berühmte Babytauschaktion mit dem krummen Politiker Sharkey (Robert Harper) plant. Noodles will Aiello töten, wird aber von Max und Sharkey davon abgebracht.
  • Eine kurze Szene während des Urlaubs von Noodles, Max, Carol und Eve in Florida, in der ein Rettungsschwimmer, der von der Aufhebung der Prohibition gehört hat, eine Flasche Alkohol aus dem Sandstrand gräbt und diese durstig trinkt.
  • Eine ältere Carol (Tuesday Weld), die Noodles offenbart, dass Eve Syphilis hatte. Im Originaldrehbuch erzählt Carol in dieser Szene (sie liegt vor der Federal Reserve Bank; zwischen der oben beschriebenen Strandszene und Carols und Noodles’ Szene) Noodles auch Details von Eves Tod: „Oh, wie sie wartete, aber du bist nie aufgetaucht… Sie machte die Fenster zu und schloss die Tür ab und niemand störte, um nach ihr zu sehen. Sie war die ganze Zeit da drin, mit ihren kleinen Kapseln …es war niemand beim Begräbnis außer mir“ (Der letzte Teil dieser Szene ist vielleicht sogar nie gefilmt worden, weil der Tod von Eve im Film ganz anders geschildert wird).

Diese Szenen wurden alle gedreht und das Filmmaterial existiert immer noch. Aber es ist in einem vollkommen unbearbeiteten Zustand, ungeschnitten und nicht synchronisiert. Leone und sein Cutter wollten diese Szenen für eine spätere Veröffentlichung vollenden, aber dies wurde durch den Tod Leones verhindert.

Fälschlicherweise vermutete Szenen und Versionen

Es gab Gerüchte einer längeren Version, die im italienischen Fernsehen erschien, aber nach Christopher Fraylings Buch „Something To Do With Death“ sind diese Gerüchte falsch und die längste, vollständigste Version ist die 220-Minuten-Version (PAL), die in Cannes gezeigt wurde und mittlerweile auf DVD und Blu-ray verfügbar ist.

Viele Leute nehmen an, dass Joe Pescis kurzer zweiter Auftritt Teil einer längeren Szene war. In dem Originaldrehbuch dient dieser Auftritt nur dazu, Max’ weitergehende Verwicklung mit dem Zusammenschluss zu begründen. Andere glauben auch, dass mehrere zusätzliche Szenen mit der Figur Pescis gefilmt wurden, aber das Originaldrehbuch zeigt, dass dieses Gerücht falsch ist. Der Grund, warum Pesci, ein Schauspieler mit großem Namen, in so einer relativ kleinen Rolle besetzt wurde, war, dass ihm die Rolle von Max versprochen worden war, für die Leone dann aber Woods bevorzugte. Als Gefallen gegenüber De Niro erlaubte Leone Pesci, eine Rolle von mehreren verfügbaren auszuwählen, und Pesci wählte die Rolle von Frankie.

Viele nehmen auch an (einschließlich Filmkritiker Richard Schickel, der den Audiokommentar der DVD übernahm), dass die Szene der fliegenden Frisbeescheibe Teil einer längeren Sequenz war. Leone-Biograph Christopher Frayling hat hierfür eine andere Interpretation:

„Es ist ein so intelligenter Moment, als Robert De Niro da entlang geht und ein Frisbee kommt über seinen Kopf und eine Hand erscheint, die die Hand von James Woods wird, die einen Koffer aufhebt. Es ist wie die Szene in ‚2001: Odyssee im Weltraum‘ von Stanley Kubrick, als der Knochen sich in ein Raumschiff verwandelt. 5000 Jahre menschlicher Geschichte in zwei Bildern.“

Während die erste Drehbuchfassung noch viel mehr Betonung auf dem Gewerkschaftsplot hatte, wurde dies in der überarbeiteten Fassung sehr stark reduziert. Allerdings gibt es kaum so viele entfernte Gewerkschaftsszenen, wie viele Leute glauben.

Während der Entstehung kam es zu beträchtlichen Kontroversen über den Schnitt. Christopher Frayling sagte 1997: „Leone hat alles in diesen Film gesteckt. Sein ganzes Leben war da drin.“ [4]

Filmmusik

Die Filmmusik zu „Es war einmal in Amerika“ stammt von Leones favorisiertem Komponisten Ennio Morricone. Die meisten Stücke waren bereits entstanden, bevor die Szenen gedreht wurden. „Deborah's Theme“ war ursprünglich für einen anderen Film aus den 1970er Jahren geschrieben, welches aber dann abgelehnt wurde.

  1. Once Upon a Time in America (2:12)
  2. Poverty (3:35)
  3. Deborah’s Theme (4:23)
  4. Childhood Memories (3:21)
  5. Amapola (5:19)
  6. Friends (1:33)
  7. Prohibition Dirge (4:18)
  8. Cockeye’s Song (4:19)
  9. Amapola, Pt. 2 (3:06)
  10. Childhood Poverty (1:43)
  11. Photographic Memories (1:00)
  12. Friends (1:22)
  13. Friendship and Love (4:13)
  14. Speakeasy (2:21)
  15. Deborah’s Theme-Amapola (6:13)

Neben der Musik von Morricone sind auch einige andere Songs zu hören, wie zum Beispiel:

DVD-Veröffentlichung

Der Film wurde in Deutschland erstmals im Jahr 2003 auf DVD veröffentlicht. Robert De Niro wurde in dieser Version von seiner bekannten deutschen Synchronstimme Christian Brückner synchronisiert, während diese Rolle 1984 noch von Joachim Kerzel, der bis heute gültigen deutschen Stimme von Jack Nicholson, gesprochen wurde.

Auszeichnungen und Nominierungen

  • British Academy Film Award
    • Ausgezeichnet für die Beste Filmmusik
    • Ausgezeichnet für das Beste Kostüm
    • Nominiert für die Beste Nebendarstellerin (Tuesday Weld)
    • Nominiert für die Beste Regie
    • Nominiert für die Beste Kamera
  • Nastro d’Argento (Italien)
    • Ausgezeichnet für die Beste Regie
    • Ausgezeichnet für das Beste Szenenbild
    • Ausgezeichnet für die Beste Kamera
    • Ausgezeichnet für die Beste Filmmusik
    • Ausgezeichnet für die Besten Spezialeffekte
  • Kinema Junpo Award
    • Ausgezeichnet als Bester fremdsprachiger Film
  • Los Angeles Film Critics Association Award
    • Ausgezeichnet für die Beste Filmmusik
  • Sant Jordi Award
    • Ausgezeichnet für den Besten fremdsprachigen Darsteller (Robert De Niro)

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.schnittberichte.com/news.php?ID=2607
  2. Es war einmal in Amerika im Lexikon des Internationalen Films
  3. http://www.prisma-online.de/tv/film.html?mid=1982_es_war_einmal_in_amerika
  4. Cenk Kiral: More Than A Fistful of Interview: Christopher Frayling on Sergio Leone. In: Fistful-of-Leone.com. 1997, abgerufen am 24. Mai 2008 (englisch): „Leone has put everything into that film. His whole life was in there“

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