Eulenspiegel (Magazin)


Eulenspiegel (Magazin)
Eulenspiegel
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Beschreibung Satirezeitschrift
Verlag Eulenspiegel GmbH
Erscheinungsweise monatlich
Verkaufte Auflage 110.000 [1] Exemplare
Chefredakteur Mathias Wedel
Weblink satiremagazin.de
ISSN 0423-5975

Der Eulenspiegel ist ein monatlich erscheinendes Humor- und Satiremagazin mit einer Auflage von 136.000 Exemplaren. Es wird von der Eulenspiegel GmbH in Berlin herausgegeben.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1954 bis zur Wende

Die Zeitschrift ging aus dem Satireblatt Frischer Wind hervor, das seit 1946 erschien. Sie nahm 1954 den Titel Eulenspiegel an, nachdem 1950 die unabhängige, in der Nachkriegszeit sehr erfolgreiche Zeitschrift Ulenspiegel eingegangen war. Das Blatt erschien bis 1972 im ebenfalls 1954 gegründeten Eulenspiegel-Verlag, der danach zu einem eigenständigen Buchverlag wurde. Der Eulenspiegel war die einzige Satirezeitschrift der DDR.

Die Nachfrage überstieg häufig die auf 500.000 Stück[2] limitierte Auflage.

Ab 1989

Nach der Wende erwarb die zu diesem Zweck gegründete Eulenspiegel GmbH das Blatt[3]. Aufgrund ökonomischer Erwägungen wechselte das Blatt im August 1991 von einer wöchentlichen zur monatlichen Erscheinungsweise. Heute erreicht es eine verkaufte Auflage von 100.400 (April 2008)[4], wobei 70 Prozent der Hefte im Osten Deutschlands verkauft werden. Die beiden Besitzer Hartmut Berlin und Jürgen Nowak wechselten sich anfangs regelmäßig als Chefredakteur ab. Ab 1998 übernahm Berlin diese Position alleinig und wurde 2009 von Mathias Wedel abgelöst.

Aktionen

Besonders in den 1990er Jahren war der Eulenspiegel bekannt für satirischen Aktionen, die meist von den damaligen Redakteuren Georg Behrend und André Mielke durchgeführt wurden. So nahmen sie für die Mai-Ausgabe 1993 unter dem Vorwand ein Panoptikum für die „Köpfe der Wende“ zu eröffnen einigen Prominenten Gipsabdrücke ihrer Gesichter ab. Zu den Opfern zählten etwa Lutz Rathenow, Gunther Emmerlich, Konrad Weiß, Sabine Bergmann-Pohl und Rainer Eppelmann. Für das Juni-Heft 1995 reisten Mielke und Behrend zusammen mit dem damaligen Eulenspiegel-Praktikanten Martin Sonneborn in einem als Castor-Transporter ausgewiesenen LKW durch Deutschland.

Prozesse

Im März 1996 verklagte Bärbel Bohley das Satiremagazin, das eine „miese Porno-Montage mit Kanzler Kohl“ auf seinem Titelblatt abgedruckt hatte, auf Schadensersatz. Die satirische Darstellung spielte auf das Treffen ehemaliger DDR-Bürgerrechtler mit dem Kanzler in Berlin an. Mit Franziska van Almsick, die schwanger auf dem Titelbild 4/94 abgebildet worden war, einigte man sich außergerichtlich. Das entsprechende Heft darf allerdings bis heute nicht verkauft werden.

Autoren und Zeichner

Einer der langjährigen Hauptautoren des Eulenspiegels war Johannes Conrad. Sein Stil prägte den Eulenspiegel über Jahrzehnte. Er wurde auch der „Woody Allen des DDR-Humors“ genannt. Seine „Funzel“-Kolumnen waren beim breiten Publikum beliebt und auch in Satirekreisen sehr bekannt. Weitere bekannte Autoren waren Otto Häuser, Lothar Kusche, C. U. Wiesner, Jochen Petersdorf, Wolfgang Mocker und Hansgeorg Stengel.

Aktuelle Autoren sind unter anderem Ernst Röhl, Utz Bamberg, Matti Friedrich, Matthias Biskupek, Renate Holland-Moritz, Peter Köhler, Frauke Baldrich-Brümmer, Rainer Röske, Carlo Dippold, Erik Wenk, Michael Kaiser, Felice von Senkbeil, Robert Niemann, Atze Svoboda und Andreas Koristka.

Zu den bedeutendsten Zeichnern gehörten Heinz Jankofsky, Henry Büttner, Manfred Bofinger, Erich Schmitt und Heinz Behling.

Folgende Zeichner sind aktuell regelmäßig mit Cartoons und Zeichnungen vertreten: BECK, Harm Bengen, Lo Blickensdorf, Peter Butschkow, Arno Funke, Burkhard Fritsche, Gerhard Glück, Barbara Henniger, Frank Hoppmann, Rudi Hurzlmeier, Katz & Goldt, Kriki, Peter Muzeniek, Ari Plikat, Bernd Pohlenz, André Poloczek, Andreas Prüstel, Erich Rauschenbach, Guido Sieber, Reiner Schwalme, Klaus Stuttmann, Peter Thulke, Freimut Wössner und Martin Zak.

Sonderausgaben

Neben drei Sammelbänden, die die Jahre 1954 bis 1969, 1970 bis 1979, und 1980 bis 1990 zusammenfassen, erschienen in den letzten 15 Jahren unregelmäßig Sonderausgaben, die die Tageszeitung Neues Deutschland parodierten. Inhaltlich handelten sie davon, wie die Welt aussehen würde, wenn die BRD sich 1990 der DDR angeschlossen hätte. Des Weiteren erschienen ein Rätselheft und ein Sonderheft zur Fußball-WM 2006.

Trivia

Der Satiriker Bernd Zeller sollte 1999 als Redakteur beim Eulenspiegel beginnen[5], wurde jedoch aufgrund eines Interviews mit der Berliner Zeitung nach nur einer Woche entlassen, obwohl er aus dem Eulenspiegel "ein Blatt machen wollte, das ich selber gerne lesen würde"[6], was ihm erst mit der Wiederauflage der nach drei Jahren wieder eingestellten Zeitschrift Pardon gelang.

Ausgabe

Eulenspiegel. Satire, Humor, Nonsens plus ultra. Unbestechlich, aber käuflich! Eulenspiegel GmbH, Berlin 1989 ff. (bis 9.1954, 4, 5 u. d. T. „Frischer Wind“, bis 1989 im Berliner Verlag)

Einzelnachweise

  1. http://www.eulenspiegel-zeitschrift.de/Presse/presse.html (besucht am 26. Februar 2010)
  2. http://www.eulenspiegel-zeitschrift.de/Presse/presse.html
  3. http://www.eulenspiegel-zeitschrift.de/Presse/presse.html
  4. http://www.media-daten.com/index.php;do=show_tarif/id=112412/type=p (Zugriff: 22. April 2009)
  5. http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1999/1106/none/0020/index.html
  6. http://www.welt.de/print-welt/article590160/Eulenspiegel_ohne_Haralds_Ossi.html

Weblinks


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