Grafologie


Grafologie
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Die Graphologie (neue Rechtschreibung: Grafologie), auch Schriftpsychologie genannt, jedoch nicht unbedingt gleichbedeutend mit dieser, beschäftigt sich mit der Analyse der Handschrift von Individuen zum Zweck der psychologischen Diagnostik und Beratung. Dazu werden Schriftproben verwendet, die das „normale“ Schriftbild des Probanden wiedergeben (z. B. Briefe, Notizen, Aufzeichnungen, Abschriften), keine Kalligraphien oder verstellte Schriften (z. B. Anonymschreiben).

Inhaltsverzeichnis

Unterscheidung zwischen Graphologie und Schriftvergleichung

Zwischen Graphologie und Schriftvergleichung muss klar unterschieden werden.[1] Denn die Graphologie beschäftigt sich nicht damit, den Urheber eines handgeschriebenen Textes oder die Echtheit oder Unechtheit einer Unterschrift festzustellen, wie dies z. B. Gutachter bei einem Testament oder in der Kriminalistik tun. Dies ist Aufgabe der Schriftvergleichung, bei welcher der Charakter des Schreibers keine Relevanz besitzt.

Methodik

Die Graphologie nimmt an, dass der Duktus als die charakteristische Art einer Person zu schreiben die Möglichkeit begründet, von der individuellen Handschrift auf die individuelle Persönlichkeit eines Menschen zu schließen. Die Handschrift ist ein individuelles und relativ konstantes[2] Verhaltensmuster, so dass die Graphologie aus dem Ausdrucksmuster[3] auf Aspekte der Persönlichkeit schließen will. Dabei ist Ausdruck Körpersprache, so dass Schriftmerkmale erst im Kontext (Sprachwissenschaft) ihre Bedeutung gewinnen.

Die graphologische Methode ist Analyse und Synthese. Zunächst werden Schriftmerkmale erhoben, die Ganzheitsmerkmale, Grundeigenschaften und Einzelmerkmale umfassen. Ebenso wie bei der Interpretation von Texten - siehe hermeneutischer Zirkel - wird die Bedeutung der Schriftmerkmale dann aus dem Kontext [4] erschlossen und ein Persönlichkeitsbild erstellt. Im Persönlichkeitsbild werden Grundzüge der globalen Persönlichkeitsstruktur des Schreibers sichtbar.[5]

Aus Ganzheitsmerkmalen (z. B. Rhythmus, Einheitlichkeit, Versteifungsgrad der Schrift sowie Eindruckscharakteren), Grundeigenschaften (z. B. Größe, Längenunterschiedlichkeit, Längenteilung, Bereicherung, Druckstärke, Schriftlage) und Einzelmerkmalen (z. B. Besonderheiten der Unterschrift) erstellt der Graphologe ein Charakterbild. Einfühlung und psychologisches Verstehen spielen bei der Deutung der Handschrift eine Rolle.

Wichtig sind auch Eindruckscharaktere:[6] Das sind Eigenschaftsbegriffe, mit denen sich sowohl Handschriften als auch Charaktereigenschaften beschreiben lassen (z. B. lebendig, dynamisch, differenziert, kreativ, ausgeglichen). Die Deutung der Handschrift erfolgt hier direkt, indem das Merkmal der Handschrift ein Argument für die entsprechende Persönlichkeitseigenschaft ist, die im Kontext der anderen Merkmale erschlossen wird.

Die Graphologie behauptet nicht, ein psychologischer Test zu sein, sondern betont, dass ihre Methoden nur bedingt quantifizierbar sind.[7] Während empirische Forschung den Zusammenhang zwischen Handschrift und Persönlichkeit auf statistischem Weg sucht, stellt die Graphologie die Notwendigkeit der Interpretation und Deutung im Einzelfall in den Vordergrund.

Der Graphologie geht es um Beratung im Einzelfall – Beratung zur Persönlichkeitsentwicklung, Partnerschaftsberatung, Erziehungsberatung, Personalberatung. Dabei wird auf positive Eigenschaften hingewiesen und Kritik konstruktiv und so formuliert, dass ein Klient sie annehmen und nutzen kann. Graphologische Analysen möchten auch zum Verständnis historischer Persönlichkeiten beitragen.

Rezeption/Kritik

Die Graphologie versteht sich als Wissenschaft und grenzt sich gegen Esoterik ab. Gleichwohl ist es bisher erst in einigen empirischen Studien und nur in wenigen Aspekten gelungen, valide Zusammenhänge zwischen Handschrift und Persönlichkeit nachzuweisen. Die Graphologie ist daher eine umstrittene Form der psychologischen Diagnostik.

Graphologische Gutachten kommen gelegentlich in der Personalauswahl zum Einsatz. Schlägt man einschlägige Werke der deutschen Personaldiagnostik auf, so wird deutlich, dass die Graphologie wissenschaftlich keine Bedeutung mehr hat und nur als Beispiel für ein invalides Verfahren genannt wird. Die Studienlage kann derzeit so zusammengefasst werden, dass die Deutung der Handschrift keinen Aufschluss auf die Persönlichkeit zulässt und auch nicht in der Lage ist, die berufliche Leistung zu prognostizieren. Die teils vorhandenen Anekdoten von Graphologen über zufriedene Kunden ist ähnlich wie in der Astrologie oder der Wahrsagerei auf psychologische Effekte wie den Barnum-Effekt zurückzuführen. Graphologen gelang es bisher nicht, den Nutzen der Graphologie wissenschaftlich zu belegen, es mangelt an einer plausiblen Theorie und an Belegen, die den Einsatz rechtfertigen. Aus ethischer Sicht ist ein unvalides Verfahren abzulehnen, da wichtige Entscheidungen nicht aufgrund einer so umstrittenen Methode getroffen werden sollten.

Die Urteilsbildung bei diesem Verfahren ist indirekter Natur und für den Bewerber völlig undurchsichtig. Unter Psychologen gilt die Graphologie als unvalide und bei Bewerbern in Deutschland als unbeliebt. Zahlreiche Studien kommen in der Regel zu niederschmetternden Validitätsergebnissen. Zwar wurden in Studien Korrelationskoeffizienten von r=.20 erreicht, aber Nicht-Graphologen kamen fast durchweg zu valideren Ergebnissen. Werden neutrale Schriftproben (also nicht der Lebenslauf) eingereicht, versagen die graphologischen Gutachten vollkommen (r=.02). Die Metaanalyse von Schmidt/Hunter (1998) gesteht der Graphologie keinen Zusatznutzen zu, wenn man ein beliebiges Instrument der Personalauswahl mit der Graphologie kombiniert und die zusätzliche Validität misst.

Unterscheidung von Graphologie und Schriftpsychologie

In der Praxis wird der Begriff „Schriftpsychologie“ häufig mit dem Begriff „Graphologie“ gleichgesetzt. Das hat unter anderen auch Teut Wallner 1998 kritisiert: „Schriftpsychologie und Graphologie werden heute oft als Synonyme verwendet, obwohl sie sich – was die wissenschaftlichen Anforderungen angeht – deutlich unterscheiden: Seit den 60er Jahren wird die Schriftpsychologie in Abgrenzung zur Graphologie als empirisch fundierte und kontrollierte Methode der Handschriftendiagnostik entwickelt.“[8]

Angelika Seibt hat 1994 den Begriff „Schriftpsychologie“ aus einer Gegenüberstellung graphologischer und graphometrischer Methoden entwickelt und dabei auch den graphometrischen Ansatz kritisiert.[9] Insbesondere die Vorstellung einer voraussetzungslosen Forschung ist in der heutigen Wissenschaft nicht mehr haltbar. Wissenschaft setzt Theoriebildung voraus. In diesem Sinne basiert „Schriftpsychologie“ auf den traditionellen graphologischen Theorien; zugleich wird die Notwendigkeit empirischer Forschung betont. Graphologische Theorien dienen der Hypothesenbildung für empirische Forschungen. Schriftpsychologie ist eine Erfahrungswissenschaft.

Lothar Michel hat sich 1984 für eine Schriftpsychologie als Grundlagendisziplin ausgesprochen.[10] Auch Michel intendierte eine Schriftpsychologie als Erfahrungswissenschaft. Im Unterschied zu Wallner ging es Michel aber nicht um Handschriftendiagnostik oder persönlichkeitspsychologische Diagnostik, sondern um die Erforschung der Entstehungsbedingungen der Handschrift. Hier wird ein weiterer Aspekt der Unterscheidung von Graphologie und Schriftpsychologie deutlich:

  • Graphologische Deutungen oder schriftpsychologische Interpretationen wollen aus dem Ausdruck der Handschrift Aspekte der Persönlichkeit des Schreibers erfassen.
  • Schriftpsychologie als Grundlagendisziplin ist demgegenüber umfassender und will auch solche Entstehungsbedingungen der Handschrift erforschen, die nicht unmittelbar etwas mit der Persönlichkeit des Schreibers zu tun haben wie z. B. Schulvorlagen, Erkrankungen, schreibtechnische Aspekte.

Schriftpsychologie als Grundlagendisziplin erforscht die psychologischen, physiologischen, schreibtechnischen und sozialen Entstehungsbedingungen handschriftlicher Schreibleistungen mit erfahrungswissenschaftlichen Methoden. Die Ergebnisse schriftpsychologischer Forschungen können in der Praxis in vielfältigen Bereichen genutzt werden. Dazu gehören allgemeine psychologische Beratung, Beratung zur Persönlichkeitsentwicklung, Partnerschaftsberatung, Erziehungsberatung, Personalberatung. Auch Schreibbewegungstherapie[11] sowie Zeichentests zur Diagnostik z. B. von Schulreife[12]oder psychischen Schwierigkeiten[13]sollen nicht unerwähnt bleiben. Ebenso ist an die traditionellen graphologischen Persönlichkeitsbilder und schriftpsychologischen Analysen zum besseren Verständnis von historischen Persönlichkeiten[14] und geschichtlichen Vorgängen zu denken. Und schließlich können schriftpsychologische Forschungen auch in der forensischen Handschriftenvergleichung genutzt werden.

Unter „Schriftpsychologie“ soll eine erfahrungswissenschaftliche Methode der Handschriftenuntersuchung verstanden werden. In der Praxis ist allerdings bis heute keine klare Unterscheidung von „Graphologie“ und „Schriftpsychologie“ gelungen. Hier wird der Begriff „Schriftpsychologie“ häufig mit dem Begriff „Graphologie“ gleichgesetzt. Das ist mit Problemen verbunden.

Die Graphologie ist keine erfahrungswissenschaftlich fundierte Methode. Die Versuche einer schriftpsychologischen Validierung graphologischer Persönlichkeitsdiagnostik haben bisher nur zu unbefriedigenden Ergebnissen geführt.[15] Das kann daran liegen, dass graphologische Aussagen falsch sind. Das kann aber auch daran liegen, dass bislang in Hinblick auf Hypothesenbildung und Untersuchungsmethoden noch nicht der optimale Weg gefunden worden ist. So hat sich z. B. immer wieder gezeigt, dass schriftpsychologische Validitätsuntersuchungen auf der Interpretationsebene erfolgreicher sind als auf der Merkmalsebene. Für Validitätsuntersuchungen auf der Interpretationsebene müssen jedoch geeignete Kriterien entwickelt werden. Es ist z. B. zu erwarten, dass – ähnlich wie bei einem Satellitenbild – aus der Handschrift nur einige globale Grundzüge der Persönlichkeit erschlossen werden können.

Geschichte der Graphologie

Ein erster Meilenstein in der deutschen Geschichte der Graphologie ist „Handschrift und Charakter“ von Ludwig Klages (1872–1956). Klages hat mit Hilfe eines „Ausdrucksprinzips“ und eines „Darstellungsprinzips“ begründet, wieso die Handschrift eines Menschen Aussagen über den Charakter des Schreibers gestatten soll. Er hat umfangreiche Definitionen von Merkmalen der Handschrift gegeben und Deutungstabellen erstellt. Die Lebensphilosophie von Ludwig Klages hat auch Eingang in sein graphologisches Werk gefunden. So kann die Ursache eines Schriftmerkmals aus dem Dasein einer Kraft oder aber aus der Abwesenheit eienr Gegenkraft erklärt werden.[16]

Professor Rudolf Pophal (1893–1966) war ursprünglich ein Schüler von Klages, er hat später jedoch seinen eigenen Ansatz entwickelt und die Handschrift als Gehirnschrift aufgefasst.[17] Pophal untersuchte physiologische und neurologische Bedingungen des Schreibens und wollte aus der Dominanz von Gehirnzentren Aussagen über die Persönlichkeit eines Menschen ableiten. Sein Ansatz ist heute überholt. Obwohl die Hirnforschung heute ein sehr aktuelles Thema ist, ist Pophals Frage nach Zusammenhängen von Handschrift, Gehirn und Persönlichkeit noch nicht wieder aufgegriffen worden.

Max Pulver (1889–1952) hat eine Raumsymbolik für die Handschrift entwickelt.[18] Sie geht davon aus, dass die Richtungen rechts und links sowie oben und unten als Projektionsflächen dienen. So symbolisiert die Richtung nach rechts die Zukunft und das „Du“, die Richtung nach links symbolisiert die Vergangenheit und das „Ich“. Die Oberzone einer Handschrift ist eine Projektionsfläche für den geistigen Bereich, die Unterzone ist eine Projektionsfläche für den vitalen und materiellen Bereich.

Der Freiburger Psychologieprofessor Robert Heiss (1903–1973) untersuchte die Entwicklung der Schreibfertigkeit beim Kind und unterschied drei Komponenten, die den Schreibvorgang bestimmen: Bewegung, Formung und die Orientierung auf der zur Verfügung stehenden Schreibfläche. Handschriften entstehen durch Bewegung und Formung auf einem Blatt Papier. Diese Komponenten haben einerseits eine psychologische Bedeutung; andererseits hat Heiss eine ganze Reihe von Schriftmerkmalen diesen Komponenten zugeordnet. So gelangte er zu einem Bewegungsbild, Formbild und Raumbild der Handschrift. Diese von Heiss geprägten Begriffe sind die Grundlagen der Schrifterfassung und der Deutung der Handschrift bei Heiss. [19]

Robert Heiss hatte zahlreiche Schüler, die zum Teil selbst Professoren geworden sind – wie Jochen Fahrenberg, Petra Halder-Sinn, Oskar Lockowandt, Arno Müller, Wolfgang Sehringer, Lothar Michel. Zum 100. Geburtstag erinnerte Jochen Fahrenberg (2003) an ihn: „Robert Heiss gehörte noch zu der Generation der Institutsgründer, die das Profil eines gesamten Instituts über Jahrzehnte so prägten, wie es heute kaum mehr vorstellbar ist […]. In Freiburg führte Heiss Graphologie, Ausdruckskunde, projektive Testverfahren ein und gemeinsam mit seinen Mitarbeitern schuf er im Laufe der Jahre – mit den Höhepunkten zwischen 1950 und 1970 – einen Ausbildungsschwerpunkt wie an keinem anderen Institut.“[20]

Professor Jochen Fahrenberg promovierte 1961 mit der Dissertation „Graphometrie“. Die Graphometrie wollte voraussetzungsfrei die Validität der Graphologie erforschen. Im Umkreis der Graphometrie sind zahlreiche Forschungen mit unterschiedlichen empirischen Methoden durchgeführt worden. Jochen Fahrenberg (2002) sieht in der Handschrift eine Möglichkeit, die – neben weiteren Verfahren – bei psychologischen Interpretationen oder im Rahmen einer biographischen Analyse Verwendung finden kann.[21]

Von Wilhelm Helmut Müller (1899–1966) und Alice Enskat (1897–1978) stammt das Lehrbuch „Graphologische Diagnostik“, das auch heute zum Teil noch verwendet wird. Die Autoren liefern darin Definitionen von Grundeigenschaften nach ihrem Erfassungsmodus und unterscheiden z. B. zwischen messbaren, zählbaren und schätzbaren Merkmalen. Sie geben eine Übersicht über Entstehungsbedingungen der Handschrift und über empirische und experimentelle Grundlagen, so wie sie sich bei der Erstauflage des Buches 1961 darstellten. Oskar Lockowandt hat in der 3. (1987) und 4. Auflage (1993) einen Anhang zum gegenwärtigen Stand der Überprüfung der Schriftpsychologie als diagnostisches Verfahren hinzugefügt.[22]

Professor Oskar Lockowandt (1935–2000) promovierte 1966 bei Robert Heiss mit einer Dissertation zur faktorenanalytischen Validierung der Handschrift mit besonderer Berücksichtigung projektiver Methoden.[23] In zahlreichen Veröffentlichungen in der „Zeitschrift für Menschenkunde“, die später zur „Zeitschrift für Schriftpsychologie und Schriftvergleichung“ wurde, befasste sich Lockowandt mit vielfältigen Themen der Schriftpsychologie wie z. B. dem Prozess der Urteilsbildung[24] oder Schülerschriften[25]

Das vergriffene „Lehrbuch der Graphologie“ von Heinrich Pfanne (1923–1990) stellt eine Psychodiagnostik auf Grund graphischer Komplexe vor. In differenzierter Weise entwickelte Pfanne hier graphische Komplexe und psychologische Typen, wobei er sich an Typenlehren orientierte – wie z. B. „Introversion“ versus „Extraversion“. Zugleich gibt Pfanne einen umfangreichen Überblick über die wissenschaftlichen Grundlagen der Graphologie und stellt zahlreiche Arbeiten aus Ausdruckskunde, Bewegungs- und Hirnphysiologie, Symbolik sowie Empirie und Experiment vor.[26]

Ursula Avé-Lallemant (1913–2004) hat sich intensiv mit Ludwig Klages auseinandergesetzt. Insbesondere war es ihr wichtig, aus Kinderhandschriften keine negativen Charaktereigenschaften herauszulesen, sondern Schwierigkeiten als „Notsignale“ zu begreifen.[27] In ihren zahlreichen Büchern hat sie eine kleine graphische Testbatterie vorgestellt, die neben der Handschrift auch Sterne-Wellen-Test[28], Baumtest[29] sowie Wartegg-Zeichentest beinhaltet.[30] Ursula Avé-Lallemant gibt außerdem einen Überblick über unterschiedliche Ansätze der Graphologie.[31]

Die Erforschung von Kinderzeichnungen mit empirischen wissenschaftlichen Methoden war die Lebensaufgabe von Professor Wolfgang Sehringer. Sein Buch „Zeichnen und Malen als Instrumente der psychologischen Diagnostik“ gibt einen historischen Überblick über die Erforschung von Zeichnungen; es werden Methoden entwickelt, beurteilt und in Fallstudien angewendet, so dass Wolfgang Sehringer eine Brücke zwischen Forschung und Praxis baut.[32]

Im Unterschied zur empirischen Forschung hat Hans Knobloch (1910–2004) stets einen hermeneutischen Ansatz in der Graphologie befürwortet.[33] Die unmittelbare Wahrnehmung des psychologisch Relevanten aus der Handschrift – der graphologische Blick – sei die wesentliche Methode. In seinen Werkstattgesprächen werden Fragen gestellt und aus einer ganzheitlichen Perspektive beantwortet.[34]

Eine an den Deutungsprinzipien der Analogie, der Verallgemeinerung und dem persönlichen Leitbild orientierte Analyse der Handschrift wendet Professor Arno Müller (1930–2005) bei historischen Studien in seinem 2002 erschienenen Buch „Berühmte Frauen“ an. Das Buch bietet auch eine Einführung in die Methode der Graphologie.[35]

Moderne Graphologie

Die Methodik der modernen Graphologie bezieht sich schon seit langem nicht mehr auf die sogenannten „signes fixes“ der alten Graphologie oder symbolischen Zeichen in der Schrift, sondern auf die Gestalttheorie und die Erkennung von so genannten „Antriebs- und Formgestalten“(Hans Knobloch). Ferner kommen zum Teil sehr differenzierte Persönlichkeitmodelle und die Tiefenpsychologie zum Einsatz. Zur Verdeutlichung der hier gemeinten Phänomene sei auf die menschliche Mimik hingewiesen. Hier gelingt es den meisten Menschen das Zusammenspiel diverser Muskelgruppen, kontextueller und kultureller Faktoren zu einem gestalthaften Gesamtbild zusammenzuschauen und verstehend zu deuten. Auch die Handschrift ist eine gestalthafte Summe muskulärer, kontextueller und kultureller Faktoren. Hier wie dort ist der Betrachter vor die Aufgabe gestellt, spontane Echtheit und absichtsvolle Präsentation zu unterscheiden und mustert in seinem Wahrnehmungsakt die verschiedenen Bereiche nach Hinweisen durch, die sein gestalthaft Erkanntes untermauern könnten. Wesentlicher als die Möglichkeit des Echten und Unechten in Mimik und Schrift ist aber die Tatsache, dass hier wie dort die naive und trainierte Wahrnehmung gleichermaßen eine erstaunliche Fülle von Einzelfaktoren und Sinnesdaten über eine spezielle kognitive Funktion, über die der Mensch qua Geburt verfügt, nämlich die gestalthafte Wahrnehmung, menschliche Innenzustände in Sekundenbruchteilen verstehen kann.

Das gesamte Regelwerk der alten Graphologie hat nun mit einem naiven Wissenschaftsverständnis versucht, durch die penible Inventarisierung kleinster graphischer Schriftfaktoren, dieses sinnhafte Ausdrucksgeschehen (dank dessen auch die alte Graphologie funktionierte) auf die Existenz kleinster, in ihrer Bedeutung festgelegter Partikel zu reduzieren, die aus sich heraus, als Bedeutungsatome, mit Eigenschaften der menschlichen Persönlichkeit, durch eine quasi anthropologische gattungsspezifische Semiotik fest verbunden seien. Die Leistung von Klages besteht nun darin, den Focus vom einzelnen graphischen Merkmal fort, auf die strukturalen Gesetzmäßigkeiten des menschlichen Ausdrucksgeschehens zu richten. Allerdings hat er, unter dem Einfluss des um die Jahrhundertwende grassierenden Nietzschewahns, das Problem von Echtheit und Unechtheit menschlichen Ausdrucks zu einem gigantischen Kulturproblem aufgeblasen.

Weniger aufgeregt, aber durchaus in der Nachfolge von Klages, konzentrierte sich Hans Knobloch nun auf die Beschreibung mimikanaloger Gestalten in der Handschrift. Seine Liste umfasst ca.14 verschiedener Ausdrucksgestalten in Handschriften, ist aber nicht als abgeschlossen zu betrachten. Wichtig hierbei ist, dass die Handschriften, die gemeinsam einer (oder mehrerer) der 14 Ausdrucksgestalten zugeordnet werden, (z. B. Dranghaftigkeit – Funktionslust und Neugierverhalten – Depressivität – Euphorie – usw.) nicht dank sogenannter graphischer Einzelmerkmale miteinander verwandt sind, sondern mit ihren eklatanten graphischen Differenzen, aufgrund von gestalthafter Ausdrucksidentität.

Einzelnachweise

  1. Der erste Autor, der diese Forderung aufgestellt hat, war Heinrich Pfanne: Die Schriftexpertise und ihre Bedeutung für die Rechtsprechung. Greifenverlag, Rudolstadt 1954, S.12f: "Die Graphologie beruht auf der Erfahrungstatsache, dass jeder Mensch seine nur ihm eigentümliche Handschrift hat... Hiervon ausgehend haben sich zwei Disziplinen ... entwickelt, die charakterologische Graphologie und die Handschriftenidentifizierung. Die charakterologische Graphologie kommt zu ihren Ergebnissen nur durch eine weitere Prämisse, daß nämlich die in der Handschrift sich ausdrückende Individualität des Menschen in bestimmten, hier nicht näher zu erörternden Beziehungen zu seinem Charakter stehe....Es ist also notwendig, die Schriftexpertise deutlich von der charakterologischen Graphologie ... abzuheben.... Die charakterologische Graphologie deutet, die Schriftexpertise vergleicht".
  2. Müller, W. H. und Enskat, A. Graphologische Diagnostik – ihre Grundlagen, Möglichkeiten und Grenzen. Hans Huber, Bern 1993. Das erste Kapitel "Empirische und experimentelle Grundlagen" beginnt mit Hinweisen auf die Individualität und die relative Konstanz der Handschrift. 1993.
  3. Seit Klages versteht sich die Graphologie als Teil der Ausdruckspsychologie. Siehe auch Vetter, August: Die Zeichensprache von Schrift und Traum – Einführung in die anthropologische Diagnostik. Karl Alber München 1970; Pokorny, Richard: Über das Wesen des Ausdrucks. Kindler München 1974.
  4. Seit Klages werden Schriftmerkmale im Kontext interpretiert, da Schriftmerkmale mehrdeutig sind. Dabei gibt es unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe, übergreifende Befunde und Typologien, welche bei der Auswahl von Deutungsworten herangezogen werden. Siehe dazu insbesondere auch Pfanne, Heinrich: Lehrbuch der Graphologie - Psychodiagnostik auf Grund graphischer Komplexe. Walter de Gruyter, Berlin 1961.
  5. Hinweisen auf die Erstellung von Charakterbildern finden sich z.B. bei Klages, Ludwig: Handschrift und Charakter. Bovier, Bonn 1956, Kapitel 14.
  6. siehe hierzu insbesondere Wallner, Teut: Handschriftenatlas Eindruckscharaktere. Verlag der Arbeitsgemeinschaft für wissenschaftliche Schriftpsychologie Bielefeld 2000;
  7. Seibt, Angelika: Schriftpsychologie – Theorien, Forschungsergebnisse, wissenschaftstheoretische Grundlagen. Profil, München 1994, Abschnitt 4.
  8. Wallner, Teut: Lehrbuch der Schriftpsychologie – Grundlegung einer systematisierten Handschriftendiagnostik. Asanger, Heidelberg 1998, Buchrücken.
  9. Seibt, Angelika: Schriftpsychologie – Theorien, Forschungsergebnisse, wissenschaftstheoretische Grundlagen. Profil,München 1994, Abschnitte 4, 10 und 11.
  10. Michel, Lothar: Für eine Schriftpsychologie als Grundlagendisziplin. In: Zeitschrift für Menschenkunde, Bd. 48, Braumüller, Wien 1984, S.278–288.
  11. Heermann, Magdalene (1977): Die Schreibbewegungstherapie; München, Reinhardt.
  12. Hepner, Maria (1978): Schlüssel zur Kinderschrift; Erlenbach-Zürich, Eugen Rentsch.
  13. Avé-Lallemant, Ursula: Notsignale in Schülerschriften. Ernst Reinhard, München 1982.
  14. Meyer, Jochen (Hrsg) (1999): Dichterhandschriften – von Martin Luther bis Sarah Kirsch; Stuttgart, Reclam
  15. Seibt, Angelika: Schriftpsychologie – Theorien, Forschungsergebnisse, wissenschaftstheoretische Grundlagen. Profil, München 1994, Abschnitt 332.
  16. Klages, Ludwig: Handschrift und Charakter. Bovier, Bonn 1956, Kapitel 2.
  17. Pophal, Rudolf: Die Handschrift als Gehirnschrift. Greifenverlag, Rudolstadt 1949.
  18. Pulver, Max: Symbolik der Handschrift. Orell Füssli, Zürich/Leipzig 1931.
  19. Heiss, Robert: Die Deutung der Handschrift. Claassen, Hamburg 1966.
  20. Fahrenberg, Jochen: Zur Erinnerung an Robert Heiss (1903–1973). In: Zeitschrift für Schriftpsychologie und Schriftvergleichung 67, S. 152–157, Braumüller, Wien 2003, S.153.
  21. Fahrenberg, Jochen: Psychologische Interpretationen – Biographien, Texte, Tests. Hans Huber, Bern 2002.
  22. Müller, W. H. und Enskat, A. :Graphologische Diagnostik – ihre Grundlagen, Möglichkeiten und Grenzen. Hans Huber, Bern 1993.
  23. Lockowandt, Oskar (1966): Faktorenanalytische Validierung der Handschrift mit besonderer Berücksichtigung projektiver Methoden; Freiburg, Dissertation.
  24. Lockowandt, Oskar (1973): der Prozeß der Urteilsbildung in der Schriftpsychologie; in:Zeitschrift für Menschenkunde, Jg. 37, S. 135–153.
  25. Lockowandt, Oskar (1980): Schreiben und Schulerfolg; in: Zeitschrift für Menschenkunde, Jg. 44, S. 423–429.
  26. Pfanne, Heinrich: Lehrbuch der Graphologie. Walter de Gruyter, Berlin 1961.
  27. Avé-Lallemant, Ursula: Notsignale in Schülerschriften. Ernst Reinhard, München 1982.
  28. Avé-Lallemant, Ursula (1979): Der Sterne-Wellen-Test; München, Reinhardt.
  29. Avé-Lallemant, Ursula (1990): Baum-Tests; München, Reinhardt.
  30. Avé-Lallemant, Ursula (1978): Der Wartegg-Zeichentest in der Jugendberatung; München,Reinhardt.
  31. Avé-Lallemant, Ursula (Hrsg): Die vier deutschen Schulen der Graphologie: Klages, Pophal, Heiss, Pulver. Ernst Reinhard, München 1989.
  32. Sehringer, Wolfgang: Zeichnen und Malen als Instrumente der psychologischen Diagnostik. Edition Schindele, Heidelberg 1999.
  33. Knobloch, Hans:Die Lebensgestalt der Handschrift. Saarbrücken 1950.
  34. Knobloch, Hans:Was verrät uns die Handschrift - Graphologische Werkstatt. Piper München 1991.
  35. Arno Müller: Berühmte Frauen – von Maria Stuart bis Mutter Teresa - Persönlichkeit, Lebensweg, Handschriftenanalyse. Braumüller Wien 2002

Literatur

  • Avé-Lallemant, Ursula: Notsignale in Schülerschriften. Ernst Reinhard, München 1982.
  • Ben-Shakar, G., Bar-Hillel, M. Flug, A.: A validation study of psychological evaluation in personnel selection. In: Nevo, B. (Ed): Scientific aspects of graphology. Thomas (Springfield, III.) 1986.
  • Beyerstein, Barry L & Beyerstein, Dale F. (Hrgs.)The Write Stuff - Evaluations of Graphology - The Study of Handwriting Analysis, New York 1992.
  • Fahrenberg, Jochen: Psychologische Interpretationen – Biographien, Texte, Tests. Hans Huber, Bern 2002.
  • Fahrenberg, Jochen: Zur Erinnerung an Robert Heiss (1903–1973). In: Zeitschrift für Schriftpsychologie und Schriftvergleichung 67, S. 152–157, Braumüller, Wien 2003.
  • Halder-Sinn, Petra: Graphologie erneut durchgefallen. In: Der Skeptiker, Bd. 6, 1993, S. 43–45.
  • Halder-Sinn, Petra: Graphologie in Deutschland: Eine Renaissance?. In: Skeptiker, Heft 3, S. 14 - 18, 1989.
  • Heiss, Robert: Die Deutung der Handschrift. Claassen, Hamburg 1966.
  • Klages, Ludwig: Handschrift und Charakter. Bovier, Bonn 1956.
  • Maria Paul-Mengelberg: Graphologie. In: Hugo Steger, Herbert Ernst Wiegand (Hrsg): Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft, Bd. 10/Teilband 2: Schrift und Schriftlichkeit. Ein interdisziplinäres Handbuch internationaler Forschung (hgg. von Hartmut Günther und Otto Ludwig), Walter de Gruyter, Berlin/New York 1996, S. 1049–1056.
  • Knobloch, Hans: Graphologie. Exemplarische Einführung.Verlag für angewandte Wissenschaften, München 1988.
  • Lockowandt, Oskar: Der gegenwärtige Stand der Überprüfung der Schriftpsychologie als diagnostisches Verfahren. In: Müller, W. H. und Enskat, A. :Graphologische Diagnostik – ihre Grundlagen, Möglichkeiten und Grenzen. Hans Huber, Bern 4. korrigierte und ergänzte Auflage 1993, S. 293–262 und 277–279.
  • Lüke, Alfons: Graphologie für Einsteiger. Ariston, Kreuzlingen/München vollständig überarbeitete Neuausgabe 1998.
  • Michel, Lothar: Für eine Schriftpsychologie als Grundlagendisziplin. In: Zeitschrift für Menschenkunde, Bd. 48, Braumüller, Wien 1984, S. 278–288.
  • Müller, Wilhelm, Helmut, Enskat, Alice: Graphologische Diagnostik – ihre Grundlagen, Möglichkeiten und Grenzen. Hans Huber, Bern 4. Auflage 1993.
  • Pfanne, Heinrich: Lehrbuch der Graphologie. Walter de Gruyter, Berlin 1961.
  • Ploog, Helmut: Handschriften deuten. Humboldt, Baden-Baden 6.Auflage 2008.(Humboldt Bestseller)
  • Pophal, Rudolf: Die Handschrift als Gehirnschrift. Greifenverlag, Rudolstadt 1949.
  • Pulver, Max: Symbolik der Handschrift. Orell Füssli, Zürich/Leipzig 1931.
  • Pulver, Max: Intelligenz im Schriftausdruck. Orell Füssli, Zürich/Leipzig 1949.
  • Schmidt, F.L. & Hunter, J. E. (1998): The validity and utility of selectionmethods in personnel psychology: Practical and theoretical implications of 85 years of research findings. Psychological Bulletin, 124, 262 - 274
  • Heinz Schuler, Bernd Marcus: Biografieorientierte Verfahren der Personalauswahl. In: Heinz Schuler (Hrsg.): Lehrbuch der Personalpsychologie, Hogrefe, Göttingen et al. 2001, S. 182–183.
  • Sehringer, Wolfgang: Zeichnen und Malen als Instrumente der psychologischen Diagnostik. Edition Schindele, Heidelberg 1999.
  • Seibt, Angelika: Schriftpsychologie – Theorien, Forschungsergebnisse, wissenschaftstheoretische Grundlagen. Profil, München 1994.
  • Seibt, Angelika: Methodisch strukturiertes Vorgehen als Mittel der Qualitätssicherung. In: Zeitschrift für Schriftpsychologie und Schriftvergleichung, Bd. 69, Braumüller, Wien 2005, S. 130–178.
  • Wallner, Teut: Lehrbuch der Schriftpsychologie – Grundlegung einer systematisierten Handschriftendiagnostik. Asanger, Heidelberg 1998.
  • Teut Wallner, Renate Joos und Rosemarie Gosemärker: Grundlagen und Methoden der Schriftpsychologie. Books on Demand, Norderstedt 2006.

Weblinks


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