.26 Grendel


.26 Grendel
6,5 mm Grendel
Image:65G.JPG
Allgemeine Information
Kaliber: 6,5 x 39 mm
Hülsenform: Flaschenhalshülse, randlos mit Ausziehrille
Maße
Ø Hülsenschulter: 10,87 mm
Ø Hülsenhals: 7,44 mm
Ø Geschoss: 6,5 mm
Ø Patronenboden: 11,15 mm
Hülsenlänge: 38,7 mm
Patronenlänge: 57,5 mm
Gewichte
Geschossgewicht: 7 g
Technische Daten
Geschwindigkeit V0: 850 m/s
Geschossenergie E0: 2530 J

Die Patrone 6.5 Grendel ist eine Gewehrpatrone, die 2002 von Bill Alexander (Alexander Arms) und Arne Brennan (Competition Shooting Sports) entwickelt wurde. Die Patrone stellt eine Weiterentwicklung von Dr. Lou Palmisanos PPC Hülse dar, die Schießwettkämpfe seit über 20 Jahren dominierte. Die 6.5 Grendel wurde als rückstoßarme, präzise Patrone mit hoher Reichweite für Gewehre auf AR-15-Basis entwickelt.

Inhaltsverzeichnis

Entwicklung

Die Philosophie hinter der Grendel war „langsam zu Anfang, schnell zum Schluss“. Hohe Mündungsgeschwindigkeiten beschleunigen sowohl die Abnutzung des Gewehrlaufes und erhöhen dazu den Rückstoß, bedingt durch die austretenden Verbrennungsgase, aber sie erzielen nur dann eine gute Endgeschwindigkeit, wenn das Projektil auch effizient darin ist, die Geschwindigkeit über die Reichweite beizubehalten.

Durch die Begrenzung der Patronenlänge auf die einer üblichen 5,56 mm NATO Patrone (zur leichteren Umrüstung existierender Waffensysteme) und die Prämisse, ein wesentlich schwereres Geschoss abzufeuern, wählten die Grendel-Designer eine kurze, dicke Hülse für eine größere Pulvermenge, während gleichzeitig Hülsenlänge gespart wurde für die Verwendung von langen, stromlinienförmigen Geschossen, die im Flug nur wenig Energie verlieren.

Während das Geschossgewicht dem eines M43-Geschosses für ein AK-47 entspricht, ist die Mündungsgeschwindigkeit beträchtlich niedriger als die eines 5,56 mm-NATO-Projektils. Bedingt durch das schwerere Geschoss, die größere Pulvermenge und die wesentlich besseren ballistischen Projektileigenschaften übertrifft die Grendel jedoch beide Vorbildkaliber bei weitem.

Ballistische Eigenschaften

Mündungsgeschwindigkeit (v0): 20"/50cm Lauf

  • 108 gr (6.99 g) Lapua Scenar: 2,700 ft/s (820 m/s)
  • 123 gr (7.97 g) Lapua Scenar: 2,620 ft/s (793 m/s)
  • 144 gr (9.33 g) Lapua FMJBT: 2,450 ft/s (750 m/s)

Geschwindigkeit nach 1000m: 20"/50cm Lauf

  • 108 gr (6.99 g) Lapua Scenar: 1,166 ft/s (355 m/s)
  • 123 gr (7.97 g) Lapua Scenar: 1,222 ft/s (372 m/s)
  • 144 gr (9.33 g) Lapua FMJBT: 1,213 ft/s (370 m/s)

Vorteile des Grendel

Rasanz

Das Grendel-Geschoss verliert auch über eine für Handwaffen sehr große Distanz von 1000 Metern nur relativ langsam an Geschwindigkeit. Dadurch ist die Flugbahn gestreckter als bei anderen Kalibern, die zwar eine höhere Mündungsgeschwindigkeit aufweisen, aber dafür schneller an Fahrt verlieren und schon deutlich unter 1000m in den Unterschallbereich abfallen. Somit erleichtert Grendel das Zielen, da der Schütze die Entfernung nicht so genau einschätzen muss, und noch auf relativ große Reichweiten mit einem einzigen Haltepunkt arbeiten kann. Zum Vergleich: beim G3 (7,62mm NATO) ist die Visierung von 100m bis 400m einstellbar, beim G36 (5,56mm NATO) bis 800m.

Genauigkeit

Durch das lange, schwere und günstig geformte Geschoss wird eine sehr stabile Fluglage erreicht. Leichte Geschosse wie z.B. 5,56mm NATO oder 5,45mm Soviet können aus verschiedenen Gründen schon während des Fluges ins Taumeln geraten, z.B. bei Unterschreiten einer bestimmten Geschwindigkeit (bedingt durch die Projektilform) oder bei Kontakt mit Hindernissen wie Laub oder Zweigen. Die stabile Fluglage des Grendel hingegen ermöglicht Schüsse ohne Genauigkeitsverlust durch Taumeln.

Zielwirkung

Kaliber wie 5,56mm NATO bieten zwar leidlich gute Flugeigenschaften, die Durchschlagskraft ist jedoch eher gering. So werden diese Projektile schon von eher leichter Panzerung gestoppt, und auch Weichziele werden durch Treffer nicht so zuverlässig ausgeschaltet wie z.B. durch 7,62mm NATO. Das Grendel-Geschoss verspricht durch ihr hohes Gewicht und Geschwindigkeit eine gute Energieabgabe im Ziel, und somit eine ähnlich gute Wirkung wie 7,62mm NATO auch auf große Entfernungen.

Einschränkungen und Nachteile

  • Durch die bewusste Entscheidung, die Patrone genau so lang zu halten wie die 5,56mm NATO, wären zwar bestehende Waffen wie das M16 oder G36 verhältnismäßig einfach auf das neue Kaliber umzurüsten. Dennoch müssten alleine innerhalb der NATO viele Millionen Gewehre aptiert oder neu angeschafft werden, was angesichts des eingeschränkten Wehretats vieler Mitgliedsstaaten schwer zu vermitteln sein dürfte. Bei Gewehren mit fest eingebauter Zieloptik wie dem G36 müsste diese ebenfalls ausgetauscht werden, da diese auf die Flugeigenschaften des bisherigen Kalibers abgestimmt ist.
  • Aufgrund des mit 11mm sehr breiten Patronenbodens wird der Munitionsvorrat eingeschränkt. Typische 5,56mm NATO Sturmgewehre haben eine Kapazität von 30 Schuss pro Magazin. Ein ähnlich großes Magazin für Grendel könnte nur knapp über 20 Schuss fassen, etwa wie 7,62mm NATO (12mm Patronenboden).
  • Bedingt durch die hohe Pulvermenge und die dadurch erzielte Mündungsenergie von ~2.500J ist auch der Rückstoß wieder stärker als bei 5,56mm, jedoch immer noch kontrollierbarer als bei der für Infanteriewaffen überlaborierten 7,62mm NATO.

Siehe auch

Quellen

siehe http://en.wikipedia.org/wiki/6.5_Grendel


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