Howard Phillips Lovecraft


Howard Phillips Lovecraft
Lovecraft mit seiner Frau (1924)

Howard Phillips Lovecraft (* 20. August 1890 in Providence, Rhode Island; † 15. März 1937 ebenda) war ein US-amerikanischer Schriftsteller. Er gilt als einer der weltweit einflussreichsten Autoren im Bereich der phantastischen und anspruchsvollen Horror-Literatur.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Kindheit und Jugend

Lovecraft im Alter von etwa 10 Jahren

Howard Phillips Lovecraft wurde 1890 in Providence, Rhode Island geboren. Sein Vater, Winfield Scott Lovecraft, war Handelsreisender. Seine Mutter, Sarah Susan Phillips Lovecraft, konnte den Stammbaum ihrer Familie bis ins Jahr 1630 zurückverfolgen, als ihre Vorfahren die Massachusetts Bay erreicht hatten, um dort zu siedeln. Howard war das erste Kind seiner Eltern (beide bereits über 30 Jahre alt), als er auf die Welt kam. Das Geburtshaus in der Angell Street 194 (heute 454) wurde 1961 abgerissen.

Als Howard drei Jahre alt war, erlitt sein Vater einen (angeblichen) Nervenzusammenbruch in einem Hotel in Chicago und wurde ins Butler Hospital in Providence gebracht, wo er bis zu seinem Tod fünf Jahre später blieb. Als Todesursache wurde „generelle Parese“ angegeben. Mit diesem Begriff wurden seinerzeit auch die Symptome einer fortgeschritten Syphiliserkrankung beschrieben, die sogenannte Neurolues. Es wurde daher vermutet, Lovecrafts Vater hätte an Syphilis gelitten.[1]

Howard wurde fortan hauptsächlich von seiner Mutter, seinem Großvater und zwei Tanten aufgezogen und zeigte bereits früh literarische Begabung. Als Kleinkind lernte er Gedichte auswendig und begann im Alter von sechs Jahren, eigene Gedichte zu schreiben. Sein Großvater unterstützte diese Neigung, sowie Howards Interesse am Mysteriösen und Fantastischen, indem er ihm Bücher wie die Geschichten aus Tausendundeiner Nacht sowie Kinderausgaben von Klassikern wie der Odyssee und der Ilias zu lesen gab. Der Großvater erzählte Howard auch selbsterfundene Horrorgeschichten, teils zum Missfallen der Mutter, die sich um deren möglichen Einfluss auf den Jungen sorgte.

Lovecraft hatte im Schulalter sowohl körperliche als auch psychische Probleme, weshalb er bis zum Alter von acht Jahren nur sporadisch den Unterricht besuchte und dann ein Jahr später aufgrund seines aggressiven und undisziplinierten Verhaltens von der Schule genommen wurde. In dieser Zeit las Lovecraft viel und entwickelte eine große Begeisterung für die Geschichte Neu-Englands, Chemie und Astronomie und veröffentlichte mehrere Artikel in The Scientific Gazette. Vier Jahre später, im Alter von 13, wurde Lovecraft wieder eingeschult, auf der Hope Street High School in Providence.

Howards Großvater verstarb 1904 und die Familie geriet alsbald in Armut, da die Hinterlassenschaft infolge von Misswirtschaft bald aufgebraucht war. Die Familie musste ihr Haus aufgeben und in eine Pension in der gleichen Straße ziehen. Howard litt so schwer an den Veränderungen, vor allem daran, sein Geburtshaus verloren zu haben, dass er eine Zeitlang Selbstmordabsichten hegte. 1908, kurz vor dem Ende seines letzten Schuljahres, erlitt Lovecraft einen Nervenzusammenbruch, sodass er nie einen High-School-Abschluss erwarb. Der Umstand, dass er nie seine Schullaufbahn beenden und auch nie, wie gewünscht, die Brown University besuchen konnte, empfand er selbst noch spät in seinem Leben als schmerzend und beschämend.

1914 wurde Lovecraft Mitglied der United Amateur Press Association, einer Vereinigung von amerikanischen Hobbyautoren. Ziel der UAPA war die Förderung des Austausches unter den Autoren, zu diesem Zweck wurden auch Kongresse veranstaltet. Durch einen Leserbrief Lovecrafts im Pulp-Magazin The Argosy, in dem er sich über die fehlende „Würze“ bei den Liebesgeschichten beschwerte, war Edward F. Daas, der Präsident der UAPA, auf den jungen Schriftsteller aufmerksam machte und hatte ihn eingeladen, dem Verband beizutreten. Lovecraft urteilte zurückblickend, dass dies einer der entscheidenden Schritte in seinem Leben gewesen sei. Er erfuhr im Miteinander mit Gleichgesinnten einen neuen Schwung, der ihn bestärkte. Er schrieb in dieser Zeit die Kurzgeschichten "The Tomb" und vor allem "Dagon", die später, 1923 als seine erste professionelle Veröffentlichung in Weird Tales, einem Fantasy- und Horrormagazin gedruckt wurde.

Ab dieser Zeit begann er ein Netzwerk brieflicher Korrespondenz aufzubauen, das später kolossale Ausmaße annehmen sollte. Unter seinen Brieffreunden waren junge Autoren, wie Forrest J. Ackerman, Robert Bloch (Autor von Psycho) und Robert E. Howard, der Verfasser von Conan der Barbar. Letzterer beging später Selbstmord, was Lovecraft tief berührte.

1919 wurde Lovecrafts Mutter, so wie sein Vater zuvor, aufgrund psychischer Leiden ins Butler Hospital eingewiesen, wo sie nach sehr reger brieflicher Korrespondenz mit ihrem Sohn 1921 verstarb. Dieses Ereignis erschütterte Lovecraft ebenfalls sehr stark.

Späteres Leben

Kurze Zeit nach dem Tod seiner Mutter lernte Lovecraft auf einer Tagung junger Journalisten die sieben Jahre ältere jüdische Ukrainerin Sonia Greene kennen. Die beiden heirateten 1924, gegen den Willen von Lovecrafts Tanten, welche Greene, die ein Hutgeschäft besaß, als von ungeeigneter Herkunft für Lovecraft hielten.

Das Ehepaar zog nach New York City. Anfänglicher Enthusiasmus über das Leben im Viertel Brooklyn verflog und finanzielle Schwierigkeiten bestimmten den Alltag der Lovecrafts. Sonia verlor ihr Geschäft und litt unter schlechter Gesundheit. Da Howard nicht alleine für beide sorgen konnte, suchte sie sich eine Arbeit in Cleveland und zog fort. Lovecraft musste viele Fehlschläge hinnehmen und war lange Zeit erwerbslos.

In dieser Zeit steigerte sich nach Ansicht einiger Biographen sein allgemeiner Menschen- und speziell Fremdenhass, bis zur panischen Angst vor Einwanderern, die ihm in seinen Augen den Zugang zu Jobs versperrten [2].

Einige Jahre später einigten sich die getrennt lebenden Sonia Greene und Lovecraft auf eine einvernehmliche Scheidung, die jedoch nie rechtswirksam vollzogen wurde.

Letzte Jahre

Lovecrafts Grabstein mit der Aufschrift I am Providence

Lovecraft kehrte zurück nach Providence und lebte dort wieder mit seinen Tanten. Dieser letzte Abschnitt seines Lebens war der produktivste. Nahezu sämtliche seiner bekannten Erzählungen, wie Der Fall Charles Dexter Ward oder Berge des Wahnsinns stammen aus dieser Zeit. Ein Großteil dieser Erzählungen wurde im Magazin Weird Tales veröffentlicht. Darüber hinaus rezensierte und überarbeitete er Werke anderer Autoren oder betätigte sich im Ausnahmefall als Ghostwriter, etwa für Harry Houdini, für den er Imprisoned with the Pharaos verfasste.

Seine zu Lebzeiten recht bescheidenen literarischen Erfolge waren mitverantwortlich dafür, dass Lovecraft immer mehr verarmte und schließlich gezwungen war, mit seiner Tante in eine billigere Unterkunft zu ziehen. Er betrachtete sich selbst als eine Art Aristokrat und hielt an einem Ehrenkodex fest, der ihn zeitweilig den Hunger einer niederen Arbeit vorziehen ließ. Sein Ehrgefühl umfasste auch seine literarische Arbeit: er bemühte sich, künstlerisch anspruchsvolle, wirkungstechnisch ausgefeilte und oft komplex inszenierte Erzählungen zu verfassen, die „ehrliche“ Emotionen darstellen und auch erwecken sollten. Eine Tätigkeit als Lohnschreiber oder Verfasser billiger Groschenromane lehnte er von Herzen ab.

Lovecraft bezeichnete sich selbst als einen „Menschen des 18. Jahrhunderts“, da diese Epoche ihm mit ihren Ansichten, noblen Gesten und Umgangsformen als die Beste erschien. Das 20. Jahrhundert hingegen erschien ihm als eine Zeit der Barbarei. Seine Briefe datierte er in der Regel 200 Jahre zurück, in die Kolonialzeit vor der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung.

Diese Vorliebe für das Altertümliche findet sich in seinem Schreibstil und seiner Wortwahl wieder, die gewollt antiquiert erscheinen. Der selbsterklärte Anglophile bediente sich auch häufiger älterer englischer Ausdrücke und Bezeichnungen anstelle der amerikanisierten.

1936 wurde bei Lovecraft Darmkrebs diagnostiziert. Bis zu seinem Tode ein Jahr später litt er an ständigen Schmerzen und Unterernährung. Sein Name ist neben denen seiner Eltern auf dem Familiengrabstein eingemeißelt.

1977 setzten Verehrer seiner Werke Lovecraft einen eigenen Grabstein; außer den Lebensdaten enthält dieser den Spruch "I AM PROVIDENCE", der aus einem seiner Briefe stammt. Öfters tauchen auf dem Grabstein auch Graffiti von Fans auf, allen voran ein Zitat aus "The nameless city": That is not dead which can eternal lie, and with strange aeons even death may die.[3]

Künstlerisches Schaffen

Auch wenn sich Lovecraft bisweilen nicht ganz einfach einem literarischen Genre zuordnen lässt, wird sein Prosawerk in der Regel dem „Supernatural Horror“, also der übernatürlichen Horrorliteratur zugeordnet. Seine späteren Werke, besonders sein Berge des Wahnsinns, in welcher Lovecraft Science Fiction, Horror und soziale Utopie mischt, verdeutlicht, dass Lovecrafts Werke mitunter die klassischen Genregrenzen dehnen, ja sie beinahe überholt erscheinen lassen.

Lovecraft selbst sah sich als Erben einer ehrwürdigen literarischen Tradition:

The oldest and strongest emotion of mankind is fear, and the oldest and strongest kind of fear ist the fear of the unknown. These facts few psychologists will dispute, and their admitted truth must establish for all time the genuineness and dignity of the weirdly horrible tales as a literary form.[4]
„Die älteste und stärkste Emotion des Menschen ist Furcht, und die älteste und stärkste Form der Furcht ist die Angst vor dem Unbekannten. Diese Tatsachen wird kaum ein Psychologe bestreiten, und sie begründen ein für allemal Echtheit und Rang der übernatürlichen Horrogeschichte als literarische Form.“

Der Titel seines Essays „Supernatural Horror in Literature“ sollte nicht darüber täuschen, dass er zu den Vorläufern des Cosmic Horror nicht nur die Klassiker des englischen Schauerromans, sondern auch Werke wie Henry James' „The Turn of the Screw“ oder ByronsChilde Harold“ zählte.[5]

Sein Schaffen lässt sich grob in drei Kategorien unterteilen: traditionelle Schauergeschichten, Traumweltgeschichten und die Mythosgeschichten. Dazu kommen viele Gedichte und unzählige Briefe.

Traditionelle Schauergeschichten

Hierzu zählen viele der frühen Kurzgeschichten; sie sind stark inspiriert von den Schriften Edgar Allan Poes, dessen Stil und unheimliche, teils makabre Erzählungen einen großen Einfluss auf den Lovecraft der jüngeren Schaffensperiode hatten. Typische Schauplätze sind Friedhöfe, verlassene, unheimliche Häuser und dergleichen mehr. Die Geschichten sind durch keinen Hintergrund miteinander verbunden; Lovecraft wurde allerdings oft von Albträumen inspiriert, und in einigen dieser Erzählungen lassen sich bereits Motive ausmachen, die später in meisterhaft ausgeführten Erzählungen wiederkehren sollten.

Traumweltgeschichten

Dies ist eine Reihe von märchenhaften Kurzgeschichten, die von dem von Lovecraft verehrten Autor Lord Dunsany inspiriert wurden. Fremdartige Landschaften, exotische Städte, verbotene Berge, geheimnisvolle Götter - mit all diesen Dingen ist die Traumwelt ausstaffiert, die dieser Reihe von Geschichten als gemeinsamer Hintergrund dient, und dazu kommen Ghoule, Ghasten und andere bizarre Wesen. Katzen, denen der Autor zugetan war, sind bevorzugte Bewohner der Traumwelt. Es gibt einige mehrfach wiederkehrende Charaktere wie Kuranes, im Traum ein König, im wachenden Leben ein Nichts, oder den Traumreisenden Randolph Carter, das Alter Ego des Autors.

Mythosgeschichten

Dies ist der lose zusammenhängende Kreis von Kurzgeschichten und Erzählungen, auf denen Lovecrafts heutiger Ruhm und Status als Kult-Autor zum größten Teil beruht; mit ihnen fand der Autor zu „seinem“ großen Thema. Sie mögen beeinflusst sein von Arthur Machen, mit seinen sorgfältig konstruierten Geschichten vom Überleben eines uralten Übels und der verborgenen Mystik, die hinter der Realität steht.

Die Geschichten bilden die Basis für den Cthulhu-Mythos, der von anderen Autoren erweitert wurde. Lovecraft selbst sprach vom „Arkham Cycle“, da in vielen seiner Geschichten die fiktive neuenglische Stadt Arkham vorkommt; andere Namen für den Kreis lauten „Yog-Sothoth-Zyklos“ oder „Cthulhu-Zyklus“, nach der prominentesten Schöpfung Lovecrafts, die im ersten wirklichen Vertreter des Zirkels mit „The Call of Cthulhu“ 1926 ihr Debüt hatte. Die Gottheit Cthulhu erwies sich als so populär, dass 1981 ein nach dieser Kurzgeschichte benanntes Rollenspiel, Call of Cthulhu, herauskam, das bis heute recht erfolgreich ist. 2005 erschien das Computerspiel Call of Cthulhu: Dark Corners of the Earth, welches in das Genre Survival-Horror / Ego-Shooter fällt und auf dem Cthulhu-Mythos aufbaut.

Davon ausgehend, dass die moderne, in seinen Augen von der Wissenschaft durchwirkte und deterministisch bestimme Weltsicht keine Wunder mehr bieten kann, versetzte Lovecraft die Quelle des Schreckens vorzugsweise in die Vergangenheit oder in die Tiefen des Weltalls. Aus diesen zwei bodenlosen Abgründen der Zeit und des Raumes erheben sich kosmische Kräfte und dringen in das alltägliche Leben der im Vergleich mit ihnen völlig unbedeutenden Menschen ein, in der Regel in der vertrauten und beschaulichen Umgebung, in der der Autor aufwuchs. Die Vergangenheit der Erde birgt mehrere den Menschen weit überlegene Rassen, von denen z.T. in entlegenen Gebieten noch Spuren und Relikte künden; aus dem All und aus anderen, „äußeren“ Dimensionen drohen Furcht einflößende kosmische Gottheiten, deren alleiniger Anblick schon genügt, sterbliche Menschen dem Wahnsinn anheim fallen zu lassen.

Diese Erzählungen sind durchweg präzise konstruiert und laufen in der Regel nach einem ähnlichen Schema ab. Als Bekenntnis, Brief oder Tagebuch angelegt, schildern sie mit vielen Vordeutungen das Einbrechen des übermächtigen Fremden in das Leben gewöhnlicher Menschen, oftmals ausgelöst durch Nachforschungen oder Expeditionen, die es besser nie gegeben hätte. Dabei sind die menschlichen Charaktere dem Übernatürlichen fast durchweg schutzlos ausgesetzt und verfallen regelmäßig dem Wahnsinn, wenn sie schließlich die Augen gegenüber der Wahrheit nicht mehr verschließen können.

Lovecraft zog die Ausstrahlung seiner Erzählungen aus Themen und Ängsten, die ihn tief bewegten: die moderne Weltsicht, die den Menschen aus dem Zentrum der Schöpfung reißt und zu einem Staubkorn im All reduziert; die Liebe zur Vergangenheit mit ihren zugedeckten Geheimnissen; die Angst vor Inzucht, Degeneration, kulturellem Zerfall und, nicht zuletzt „rassischer Verunreinigung“. Eine ganz spezifische Abscheu vor Meeresgetier hat in zahlreichen Erzählungen tiefe Spuren hinterlassen.

Seine Erzählungen spielen dabei in der Regel in seiner Heimat, dem Neu-England des 20. Jahrhunderts, doch sind auch Ausflüge in entlegene Regionen (Antarktis, Australien) und die lokale Vergangenheit darunter. Gerade in der Kombination des alltäglich Vertrauten mit dem unsagbaren Schrecken aus weiter Vergangenheit oder kosmischen Tiefen liegt einer der besonderen Reize seiner Texte.

Durch Ausstaffierung mit immerzu wiederholten Versatzstücken erreichte Lovecraft eine höchst eigene Wirkung. Dazu zählen fiktive Orte wie das Plateau von Leng ebenso wie zahlreiche fiktive Bücher voll von verbotenem Wissen. Das bekannteste dieser Werke ist das Necronomicon, eine Schrift, die vorgeblich von dem verrückten Araber Abdul Alhazred verfasst wurde. Bis heute regt dieses Buch die Fantasie von Lovecrafts Lesern an und die Spekulationen, es gebe dieses Buch wirklich oder habe es einmal gegeben, reißen nicht ab und füllen ihrerseits ganze Bücher. Lovecrafts Biograph Lyon Sprague de Camp berichtet, der Name Alhazred sei von Lovecraft schon als Kind während seiner „Tausendundeine Nacht“-Phase verwendet worden und spiele scherzhaft auf eine befreundete Familie an. Lovecraft selbst schrieb, er habe sich so genannt, wenn er Araber spielte. Als Jugendlicher schrieb Lovecraft regelmäßig eine astronomische Kolumne für eine Lokalzeitung und erwähnte hier häufiger das antike Lehrgedicht Astronomicon des Marcus Manilius. In Anlehnung an diesen Titel könnte der Titel „Necronomicon“ entstanden sein. Lovecraft verwendete in seinen Geschichten häufig Namen aus seiner direkten Umgebung oder wandelte diese leicht ab. Ein anderes Buch, das von Lovecraft des Öfteren erwähnt wird, ist von Junzts Unaussprechliche Kulte.

Vor allem jedoch durch die Schaffung wiederkehrender kosmischer Quasi-Gottheiten entsteht eine Intertextualität, die eine beklemmende Kohärenz erzeugt. August Derleth bemühte sich später, diese Wesen - mit Namen wie Cthulhu, Yog-Sothoth, Tsathoggua, Azathoth und Nyarlathotep - in ein manichäisches Raster zu zwängen und überdies ein komplettes Pantheon aus ihnen zu bilden; darunter hat sein Ansehen bei vielen heutigen Anhängern schwer gelitten.

In seinen besten Erzählungen, wie "Die Farbe aus dem All", "Die Musik des Erich Zann", "Die Ratten im Gemäuer", "Cthulhus Ruf" und "Schatten über Innsmouth" gelingt es ihm, den Leser zu bannen und in eine bedrohliche Welt zu versetzen, die von undurchschaubaren Gesetzen regiert wird (Rein A. Zondergeld).

Kritiker bemängeln seinen übermäßigen Gebrauch von Adjektiven und seinen oft archaischen Stil, während wohlmeinende Rezensenten darauf hinwiesen, seine Sprache sei präzise und auf Wirkung berechnet. Lieblingswörter wie „blasphemisch“, „zyklopisch“ und „abscheulich“ stets wiederholend und sich zum bombastischen Finale steigernd, verbinden sich diese Stilelemente mit dem oft abgefeimt konstruierten Handlungsgerüst, den ritualistisch wiederholten Versatzstücken, geheimnisvollen Andeutungen und der offensichtlichen Sorgfalt und Liebe zu seinem Thema zu einem Ganzen, das bis heute viele Leser in den Bann zieht.

Briefe und Gedichte

Obwohl Lovecraft durch seine Erzählungen bekannt wurde, bestand der überwiegende Teil seiner schreibenden Tätigkeit im Verfassen von umfangreichen Briefen, in denen er sich zu allen möglichen Themen äußert, wie der fantastischen Literatur, Kritiken, Politik und Geschichte. S.T. Joshi schätzt, dass Lovecraft zwischen 1912 und seinem Todesjahr 1937 etwa 87.500 Briefe verfasst haben muss. Ein bekannt gewordener Brief an Woodburn Harris umfasste 70 Seiten.

Dabei war Lovecraft in jungen Jahren kein sehr eifriger Briefeschreiber. 1931 bemerkte er: „In meiner Jugend schrieb ich kaum einen Brief. Jemandem schriftlich für ein Geschenk zu danken, war für mich eine derartige Qual, als müsste ich einen 250-seitigen Hirtenbrief oder eine 20-seitige Abhandlung über die Saturnringe schreiben.“ Sein Interesse am Schreiben von Briefen wurde durch die Korrespondenz mit seinem Cousin Phillips Gamwell geweckt. Sein späterer umfangreicher Schriftverkehr war die Folge seines Engagements für den Amateurjournalismus.

Lovecraft bekannte, dass sein brieflicher Austausch mit zahlreichen unterschiedlichen Menschen mit am meisten dazu beitrug, seine Weltanschauung zu formen und seinen Horizont zu erweitern: „Ich sah mich dutzenden von unterschiedlichen Gesichtspunkten gegenüber, die mir ansonsten nie in den Sinn gekommen wären. Mein Verständnis und meine Sympathien wuchsen und viele meiner sozialen, politischen und wirtschaftlichen Ansichten änderten sich als Folge meines wachsenden Wissens.“

Teile von Lovecrafts Briefverkehr wurden von mehreren Verlagen veröffentlicht. So brachte Arkham House eine Auswahl seiner Briefe als fünfbändige Ausgabe unter dem Titel Selected Letters heraus.

Lovecrafts umfangreiche Gedichte sind heute so gut wie unbekannt. Er sah sich nach eigenem Zeugnis in erster Linie als Dichter und erst in zweiter Linie als Prosaautor. Seine Liebe zur Vergangenheit und seine intensive Beschäftigung mit der Literatur verflossener Jahrhunderte schlug sich beispielsweise in langen Lehrgedichten im Stil des 18. Jahrhunderts nieder, die heute wohl als schwer verdaulich gelten müssen. Es existieren auch Gedichte, die den Hintergrund seiner Mythoserzählungen aufgreifen. Diese erschienen unter dem Titel „Fungi from Yuggoth“.

Einfluss

Viele spätere Schöpfer von Horrorgeschichten oder -filmen und Künstler wurden von Lovecraft beeinflusst, darunter Clive Barker und H. R. Giger. Autoren wie Clark Ashton Smith, August Derleth, Neil Gaiman, Alan Moore, Ljubko Deresch, Wolfgang Hohlbein, Stephen King und Brian Lumley, verfassten Geschichten, die in Lovecrafts „Universum“ angesiedelt sind. Je näher sich jedoch Nachahmer an das Vorbild drängten, je stärker versucht wurde, seinen Stil und seine Eigenheiten zu kopieren, desto deutlicher wurde der Abstand zwischen Lovecraft und seinen Epigonen. Autoren hingegen, die nicht einfach seine Staffage übernahmen, sondern eigenständig unter seiner Inspiration kreativ wurden, können wohl von ihrem Vorbild profitiert haben.

Als literarische Nachfahren Lovecrafts können Robert Bloch, Clark Ashton Smith und Frank Belknap Long angesehen werden. Auch Autoren wie H. C. Artmann (der auch einige Geschichten ins Deutsche übersetzt hat), Jorge Luis Borges, Michel Houellebecq und Colin Wilson sowie der US-Comic-Künstler Richard Corben wurden von seinem Werk beeinflusst.

In Deutschland hat Arno Schmidt Lovecrafts Geschichten in Julia, oder die Gemälde verwendet. Er sah zwischen Lovecraft und sich eine Art Verwandtschaft. Michael Marrak schuf 2002 mit Imagon eine aktualisierte, recht freie Analogie zu Berge des Wahnsinns, die im Grönland der Gegenwart spielt und 2003 mit dem Kurd-Laßwitz-Preis ausgezeichnet wurde.[6] Der Künstler Reinhard Kleist hat einige von Lovecrafts Geschichten als Comic umgesetzt.

Verfilmungen

Die Werke Lovecrafts wurden oft verfilmt. Manche Filme halten sich eng an die Vorlage, meist werden jedoch nur einige Themen oder Figuren aufgegriffen. Die größte Zahl dieser Filme sind als B-Movies oder Genrefilme für Freunde des Horrorfilms einzuordnen. Ähnlich wie Versuche seiner literarischen Epigonen arbeiten sie sich am Vorbild ab und verfehlen doch das Ziel weit.

Als drei der besseren Verfilmungen gelten etwa Re-Animator von 1985, Hemoglobin von 1997 und Dagon von 2001.

Eine werkgerechte Verfilmung der Erzählung The Call of Cthulhu wurde im Jahr 2005 von der HPLHS (HPL Historical Society) herausgebracht. Dabei handelt es sich um einen s/w Stummfilm im Stil der 20er Jahre (Die Originalstory stammt aus dem Jahr 1926). Vorbild für die Darsteller und die zur Anwendung kommende Tricktechnik ist klar der expressionistische deutsche Film. Die Illusion eines authentischen alten Films ist dabei nahezu perfekt gelungen.

Rassismus

Lovecrafts Leser werden oft mit dem Thema Rassismus konfrontiert. Einige Erzählungen, wie „The Shadow over Innsmouth“ (Schatten über Innsmouth) und „The Strange Fate of Arthur Jermyn“ (Arthur Jermyn) handeln von der Vermischung von Menschen mit „niederen“ oder degenerierten Rassen. Andere, wie „Herbert West: Reanimator“ enthalten unverhohlen abschätzige Schilderungen von Menschen, die nicht der „weißen Rasse“ angehören. Natürlich sollte vermieden werden, den Autor Lovecraft mit seinen Figuren und Erzählern gleichzusetzen – der Erzähler in „Herbert West: Reanimator“ etwa ist ein mittelmäßig begabter Laborant, der sehr bemüht versucht, seinem Meister Herbert West nachzueifern, nicht zuletzt auch dessen misanthropischer, rassistischer Ethik.

Dennoch ist nicht daran zu rütteln, dass für Lovecraft die „angelsächsische Rasse“ als inhärent überlegen und besonders edel galt. Auch Lovecrafts persönliche Korrespondenz enthält rassistisch geprägte Aussagen.

Im Widerspruch zu solchen Aussagen steht sein tatsächliches Verhalten im alltäglichen Umgang: Er zählte durchaus auch Schwarze zu seinen Bekannten und heiratete schließlich eine ukrainisch-stämmige Jüdin – ihre Herkunft hatte keinen Einfluss auf die recht kurze und wenig glückliche Ehe.

Lovecraft selbst schilderte sich rückblickend auf den Beginn seiner Mitgliedschaft in der United Amateur Press Association (UAPA) als arroganten Stockkonservativen, der sich im Laufe der Zeit dem individuell geprägten Liberalismus zuneigte. Nach seiner Rückkehr aus New York erklärte ein Freund, er sei geläutert wie reines Gold zurückgekommen; auf seine Ansichten bezüglich der „menschlichen Rassen“ scheint dies allerdings nach vorhandener Quellenlage keinen allzu großen Einfluss gehabt zu haben, auch wenn die großen Geschichten der letzten zehn Jahre seines Schaffens weitgehend frei sind von rassistischen Ausfällen.

Seine politischen Ansichten spiegeln sich in vielen seiner Erzählungen wider; ideelle Gesellschaften hochstehender „älterer“ Wesen wurden von ihm unter Mischung sozialistischer und faschistischer Elemente geschildert.

Musikalische Verarbeitung

1967 gründete sich zudem in Chicago (USA) eine Psychedelic-Rockband unter dem Namen H. P. Lovecraft. Die Mitglieder verarbeiteten in verschiedenen Musikstücken einige Geschichten und Elemente aus Lovecrafts literarischem Werk. Zu diesen zählen etwa „The White Ship“, „At the Mountains of Madness“ und „Mobius Trip“.

Neben Aleister Crowley und Friedrich Nietzsche gehört Lovecraft zu den meist zitierten Personen im Metal-Umfeld. Zum Beispiel veröffentlichte die Thrash-Metal-Band Metallica auf ihrem Album „Ride the Lightning“ das Instrumental „The Call of Ktulu“. Außerdem basiert ihr Lied „The Thing that Should not be“ von dem Album „Master of Puppets“ auf Lovecrafts Werken. Die Gothic-Metal-Band The Vision Bleak verarbeitet in ihren Texten vorwiegend Stoffe von Lovecraft. Auch in der US-amerikanischen Death-Metal-Szene finden sich Einflüsse Lovecrafts. So handeln zum Beispiel die Lieder „Von Unaussprechlichen Kulten“ und „What Can Be Safely Written“ der Band Nile von Cthulhu.

Auch im Gothic-Rock-Umfeld bilden Anleihen aus Lovecrafts Werken nicht selten die textliche Grundlage, so beispielsweise bei Bands wie Fields of the Nephilim, Beyond the Wall of Sleep oder Garden of Delight (letztere u. a. auf den Alben „Necromanteion IV“ und „Lutherion III“). Die Band Whispers in the Shadow bezieht sich auf ihrem 2008 erschienen Album „Into the Arms of Chaos“ mehrmals auf Lovecraft. So wurde der Song „Down by the Sea“ stark von der Geschichte „Schatten über Innsmouth“ inspiriert.

Werke

Lovecraft hinterließ nach seinem Tode ein eher schmales belletristisches Werk, das zudem in unzähligen Zeitschriften verstreut war sowie eine sehr umfangreiche Korrespondenz. Weniger bekannt sind seine Essays, Teile seiner Rezensionen, seine Theaterstücke und Gedichte. Dank seiner Freunde und Kollegen August Derleth und Donald Wandrei, die seine Werke sammelten, im eigens dafür gegründeten Verlag „Arkham House“ veröffentlichten und somit vor dem Vergessen bewahrten, gilt Lovecraft heute als einer der großen Meister der Horror-Literatur.

Prosa

  • Arthur Jermyn (Facts concerning the Late Arthur Jermyn and His Family)
  • Berge des Wahnsinns (At the Mountains of Madness)
  • Celephaïs (Celephais)
  • Cthulhus Ruf (The Call of Cthulhu)
  • Dagon (Dagon)
  • Das Bild im Haus (The Picture in the House)
  • Das Ding auf der Schwelle (The Thing on the Doorstep)
  • Das Fest (The Festival)
  • Das geheimnisvolle Schiff (The Mysterious Ship)
  • Das gemiedene Haus (The Shunned House)
  • Das Grab (The Tomb)
  • Das Grauen von Dunwich (The Dunwich Horror)
  • Das merkwürdige hochgelegene Haus im Nebel (The Strange High House in the Mist)
  • Das Mond-Moor (The Moon Bog)
  • Das Rätsel des Friedhofs (The Mystery of the Old Graveyard)
  • Das Tier in der Höhle (The Beast in the Cave)
  • Das Unnennbare (The Unnameable)
  • Das Verschwinden des Juan Romero (The Transition of Juan Romero)
  • Das Verderben, das über Sarnath kam (The Doom That Came to Sarnath)
  • Das weiße Schiff (The White Ship)
  • Der Alchimist (The Alchemist)
  • Der Außenseiter (The Outsider)
  • Der Baum (The Tree)
  • Der boshafte Geistliche (The Evil Clergyman)
  • Der Fall Charles Dexter Ward (The Case of Charles Dexter Ward)
  • Der Flüsterer im Dunkeln (The Whisperer in Darkness)
  • Der Hund (The Hound)
  • Der leuchtende Trapezoeder (The Haunter of the Dark)
  • Der Schatten aus der Zeit (The Shadow Out of Time)
  • Der Schreckliche alte Mann (The Terrible Old Man)
  • Der Silberschlüssel (The Silver Key)
  • Der Tempel (The Temple)
  • Die anderen Götter (The Other Gods)
  • Die Aussage des Randolph Carter (The Statement of Randolph Carter)
  • Die Farbe aus dem All (The Color out of Space)
  • Die holde Ermengarde (Sweet Ermengade)
  • Die Katzen von Ulthar (The Cats of Ulthar)
  • Die kleine Glasflasche (The little Glas Bottle)
  • Die lauernde Furcht (The Lurking Fear)
  • Die Musik des Erich Zann (The Music of Erich Zann)
  • Die Ratten im Gemäuer (The Rats in the Walls)
  • Die Straße (The Street)
  • Die geheime Höhle (The Secret Cave)
  • Die Traumsuche nach dem unbekannten Kadath (The Dream - Quest Of Unknown Kadath)
  • Eine Erinnerung an Dr. Samuel Johnson (Reminiscence of Sr. Samuel Johnson)
  • Er (He)
  • Gefangen bei den Pharaonen (Imprisoned with the Pharaohs)
  • Geschichte und Chronologie des Necronomicons
  • Grauen in Red Hook (The Horror at Red Hook)
  • Herbert West - Der Wiedererwecker (Herbert West - Reanimator)
  • Hypnos (Hypnos)
  • Ibid (Ibid)
  • In der Gruft (In the Vault)
  • Iranons Suche (The Quest of Iranon)
  • Jenseits der Mauer des Schlafes (Beyond the Wall of Sleep)
  • Kühle Luft (Cool Air)
  • Nyarlathotep (Nyarlathotep)
  • Old Bugs (Old Bugs)
  • Pickmans Modell (Pickman's Model)
  • Polaris (Polaris)
  • Schatten über Innsmouth (The Shadow over Innsmouth)
  • Stadt ohne Namen (The Nameless City)
  • Träume im Hexenhaus (Dreams in the Witch House)
  • Vom Jenseits (From Beyond)

Prosafragmente

  • Azathoth (Azathoth)
  • Das Buch (The Book)
  • Das Ding im Mondlicht (The Thing in the Moonlight)
  • Das uralte Volk (The Very Old Folk)
  • Der Spross (The Descendant)

Prosagedichte

  • Erinnerung (Memory)
  • Ex Oblivione (Ex Oblivione)
  • Was der Mond bringt (What the Moon Brings)

Lyrik

Einen kaum bekannten Aspekt des Lovecraft'schen Schaffens stellen die lyrischen Arbeiten dar. Besonders in seinem unheimlich-makaberen Gedichtszyklus "Funghi from Yuggoth / Saat von den Sternen" klingt der Schrecken an, den er bereits so virtuos in seiner Prosa beschwor.

  • Abendstern (Evening Star)
  • Antarktos (Antarktos)
  • Azathoth (Azathoth)
  • Begehr (Expectancy)
  • Das Buch (The Book)
  • Das Fenster (The Window)
  • Der alte Leuchtturm (The elder Pharos)
  • Der Brunnen (The Well)
  • Der Kanal (The Canal)
  • Die Glocken (The Bells)
  • Die Schutzgeister (The Familiars)
  • Der Hafen (The Port)
  • Der Hof (The Courtyard)
  • Der Schlüssel (The Key)
  • Die Bewohner (The Dweller)
  • Die Klage (The Howler)
  • Die Gärten von Yig (The Gardens of Yig)
  • Die Lampe (The Lamp)
  • Die Vögel (The Pigeon-Flyer)
  • Eine Erinnerung (A Memory)
  • Entfremdung (Alienation)
  • Erkenntnis (Recognition)
  • Fortbestand (Continuity)
  • Hafengepfeife (Harbour Whistles)
  • Heimkehr (Homecoming)
  • Hesperia (Hesperia)
  • Hintergrund (Background)
  • Nachtgespenster (Night-Gaunts)
  • Nostalgia (Nostalgia)
  • Nyarlathotep (Nyarlathotep)
  • St. Frosch (St. Toad’s)
  • Sternenwinde (Star-Winds)
  • Trugbild (Mirage)
  • Verfolgung (Pursuit)
  • Wiedererlangung (Recapture)
  • Zamans Berg (Zaman’s Hill)

Essays

  • Autobiographie. Einige Anmerkungen zu einer Null (Autobiography: Some Notes on a Nonetity)
  • Anmerkungen zum Schreiben unheimlicher Erzählungen (Notes on Writing Weird Fiction)
  • Einige Anmerkungen zu interplanetarischen Erzählungen (Some Notes on Interplanetary Fiction)
  • Anmerkungs- und Notizbuch (The Notes & Commonplace Book)

Kollaborationen

Lovecraft lebte in bescheidenen Verhältnissen und bestritt seinen Lebensunterhalt hauptsächlich mit dem Redigieren von Manuskripten anderer Verfasser. Die meisten dieser Texte wurden zunächst nur in Amateur-Zeitschriften abgedruckt. Einige Geschichten konnten jedoch (nach mehrfacher Überarbeitung) auch in seriösen Zeitschriften veröffentlicht werden. Seine Bearbeitungen beschränkten sich meist auf die Korrektur von Syntax, Sprache und Interpunktion. Doch gab es auch Manuskripte die ihn so sehr interessierten, dass er aktiv daran mitwirkte. Manche Geschichten wurden von ihm so überarbeitet, dass man sie eigentlich als eigene Werke einstufen müsste. Nur Thema und Grundhandlung wurden vom ursprünglichen Fremd-Manuskript übernommen. Lovecraft sah sich hier eher als Co-Autor, denn als Lektor. Viele der mit anderen Autoren verfassten Werke enthalten seine eigenen Ideen, sind aber stilistisch und inhaltlich von sehr unterschiedlicher Qualität. Einige von Lovecrafts eigenen Werken wurden posthum durch andere Autoren bearbeitet.

In Zusammenarbeit mit Robert H. Barlow

  • Bis zur Neige (Till All The Seas)
  • Das Nachtmeer (The Night Ocean)
  • Der Faustkampf am Ende des Universums (The Battle that ended the Century)
  • Der Schatz der Zauberbestie (The Hoard of the Wizard-Beast)
  • Sterbende Universen (Collapsing Cosmoses)
  • Tötet das Ungeheuer! (The Slaying of the Monster)

In Zusammenarbeit mit Elizabeth Neville Berkeley

  • Das Schleichende Chaos (The Crawling Chaos)
  • Der Schatten aus der Zeit (The Shadow out of Time)
  • Die grüne Wiese (The green Medow)

In Zusammenarbeit mit Zelia Bishop

  • Das Haar der Medusa (Medusa's Coil)
  • Der Fluch des Yig (The Curse of Yig)
  • Der Hügel (The Mound)

In Zusammenarbeit mit Robert Bloch

  • Die Diener Satans (Satans's Servants)

In Zusammenarbeit mit Wilfried Blanch Talman

  • Zwei schwarze Flaschen (Two black Bottles)

In Zusammenarbeit mit Donald Burleson

  • Der Teich (The Pool)

In Zusammenarbeit mit Lin Carter

  • Die Glocke im Turm (The Bell in the Tower)

In Zusammenarbeit mit Adolphe de Castro

  • Das letzte Experiment (The Last Test)
  • Die elektrische Hinrichtungsmaschine (The Electric Executioner)

In Zusammenarbeit mit Anna Helen Crofts unter dem Pseudonym Henry Paget-Low

  • Die Dichtkunst und die Götter (Poetry and the Gods)

In Zusammenarbeit mit August Derleth

  • Das Erbe der Peabodys (The Peabody Heritage)
  • Das Giebelfenster (The Gable Window)
  • Das Grauen vom mittleren Brückenbogen (The Horror from the Middle Span)
  • Das Hexenloch (Witches' Hollow)
  • Das Tor der Verderbnis (The Lurker at the Threshold)
  • Das vernagelte Zimmer (The shuttered Room)
  • Der Beobachter aus der Zeit (The Watchers out of Time))
  • Der Fischer von Falcon Point (The Fisherman of Falcon Point)
  • Der Nachkomme (The Survivor)
  • Der Schatten aus dem All (The Shadow out of Space)
  • Der Schatten in der Dachkammer (The Shadow in the Attic)
  • Der Vorfahr (The Ancestor)
  • Die Dunkle Bruderschaft (The Dark Brotherhood)
  • Die Lampe des Alhazred (The Lamp of Alhazred)
  • Hasturs Rückkehr (The Return of Hastur)
  • Innsmouth-Ton (Innsmouth Clay)
  • Wentwoth's Tag (Wentworth's Day)

In Zusammenarbeit mit C. M. Eddy

  • Asche (Ashes)
  • Die geliebten Toten (The Loved Dead)
  • Taub, stumm und blind (Deaf, Dumb and Blind)

In Zusammenarbeit mit Sonia Greene

  • Das unsichtbare Ungeheuer (The Invisible Monster)
  • Vier Uhr (Four O'Clock)

In Zusammenarbeit mit Hazel Heald

  • Aus Äonen (Out of the Eons)
  • Das Grauen auf dem Gottesacker (The Horror in the Burying Ground), bearbeitet im Zeitraum 1932 - 1935
  • Das Grauen im Museum (The Horror in the Museum)
  • Flügel des Todes (The Winged Death)
  • Der Mann aus Stein (The Man of Stone)

In Zusammenarbeit mit E. Hoffmann Price

  • Das Grauen von Vermont (The Vermont Horror)
  • Durch die Tore des Silberschlüssels (Through the Gates of the Silver Key)

In Zusammenarbeit mit Frank Belknap Long

  • Das Grauen im Museum (The Horror in the Museum)
  • Die Gefahr aus dem Jenseits (The Challenge from Beyond)

In Zusammenarbeit mit William Lumley

  • Das Tagebuch des Alonzo Typer (The Diary of Alonzo Typer)

In Zusammenarbeit mit Duane W. Rimel

  • Der Baum auf dem Hügel (The Tree on the Hill)
  • Der Zauberer des Aphlar (The Sorcery of Aphlar)
  • DIe Exhumierung (The Disinterment)

In Zusammenarbeit mit Richard F. Searight

  • DIe versiegelte Urne (The sealed Casket)

In Zusammenarbeit mit Henry S. Whitehead

  • Bothon (Bothon)
  • Die Falle (The Trap)

In Zusammenarbeit mit Kenneth Sterling

  • In den Mauern von Eryx (In the Walls of Eryx)

Ausgaben

Werkausgaben

Es existieren viele Ausgaben von Lovecrafts Werken. Als maßgeblich gilt die bei Arkham House ab 1963 erschienene, von S. T. Joshi herausgegebene Ausgabe des erzählerischen Werkes. Der Verlag Arkham House wurde nach dem Tod von Lovecraft von August Derleth und anderen mit dem Ziel gegründet, Lovecrafts Werk als gebundene Ausgaben zu veröffentlichen, was ihm von der Lesergemeinde als großes Verdienst angerechnet wird. Meistens folgen Herausgeber der von August Derleth geschaffenen Textgestalt und -anordnung.

Derleth teilte die Prosatexte in drei Bände auf. Chronologische oder thematische Kategorien spielten dabei offensichtlich keine große Rolle:

  • The Complete Fiction of H. P. Lovecraft. Ausgewählt von August Derleth. Herausgegeben von S.T. Joshi. Arkham House, Sauk City, Wisc.
    • The Dunwich horror and others. Einführung von Robert Bloch. 1963. ISBN 0-87054-037-8. Enthält eine Mischung aus traditionellen Kurzgeschichten und Mythosgeschichten, darunter „The Call of Cthulhu“, „The Shadow over Innsmouth“ und „The Shadow out of Time“.
    • At the mountains of madness, and other novels. Einführung von James Turner. 1964. ISBN 0-87054-038-6. Enthält die meisten längeren Geschichten wie die namensgebende, dazu „The Case of Charles Dexter Ward“, welcher viele autobiografische Züge aufweist, und mehrere Traumgeschichten um Randolph Carter.
    • Dagon and other macabre tales. 1965. Einführung von T. E. D. Klein. ISBN 0-87054-039-4. Versammelt die restlichen Traumweltgeschichten und viele traditionelle Kurzgeschichten minderer Qualität; dieser Band ist mit Fragmenten und Jugendwerken aufgefüllt.

Weitere Bände enthalten sogenannte Kollaborationen von H. P. Lovecraft und August Derleth:

  • The Lurker at the Threshold. 1945
  • The Survivor and others. 1957
  • The watchers out of time, and others. 1974

Tatsächlich handelt es sich um Werke Derleths unter Verwendung von Notizen und Entwürfen Lovecrafts.[7]

Die Gedichte Lovecrafts erschienen in zwei Auswahlbänden:

  • Collected Poems. Vorwort von August Derleth. Illustrationen von Frank Utpatel. Arkham House, Sauk City 1963. 134 S.
  • A Winter Wish. Herausgegeben von Tom Collins. Whispers Press, Chapel Hill N.C. 1977. 190 S.

Eine chronologisch angelegte Auswahl aus dem umfangreichen Briefwechseln von Lovecraft:

  • Selected Letters. 5 Bde. Eingeleitet und herausgegeben von August Derleth und Donald Wandrei. Arkham House, Sauk City 1965-1976.

Übersetzungen

Die ersten deutschen Übersetzungen von Erzählungen erschienen 1965 unter dem Titel 12 Grusel-Stories in der Reihe der Heyne-Anthologien. Eine nennenswerte Lovecraft-Rezeption in Deutschland begann jedoch erst mit den Lovecraft-Bänden, die im Rahmen der von Kalju Kirde herausgegebenen Bibliothek des Hauses Usher ab 1968 im Insel-Verlag und in der Folge als Suhrkamp-Taschenbuch erschienen. Zu dem Erfolg trugen auch die namhaften Übersetzer bei:

  • Cthulhu. Deutsch von H. C. Artmann. 1968.
  • Das Ding auf der Schwelle. Deutsch von Rudolf Hermstein. 1969
  • Berge des Wahnsinns. Deutsch von Rudolf Hermstein. 1970
  • Der Fall Charles Dexter Ward. Deutsch von Rudolf Hermstein. 1971
  • Stadt ohne Namen. Deutsch von Charlotte Gräfin von Klinckowstroem. 1973

Seit 2005 veröffentlicht der Verlag Edition Phantasia eine auf Vollständigkeit angelegte Ausgabe der Werke in deutscher Übersetzung. Die bereits erschienen Teile umfassen das erzählerische Werk. Weitere Bände sind in Vorbereitung.

  • Gesammelte Werke: Edition Phantasia, Bellheim 2005ff.
    • Werkgruppe I. Erzählungen. 5 Bde.
    • Werkgruppe II. Kollaborationen. 5 Bde.
    • Werkgruppe III. Theaterstücke und Gedichte. 3 Bde. (noch nicht erschienen).
  • Die Musik des Erich Zann. Übersetzung von H. C. Artmann. Illustrationen von Klaus Hagemeister. Edition Phantasia, Bellheim 2001. Limitierte, farbig illustrierte Auflage. ISBN 3-924959-59-5
  • Saat von den Sternen / Funghi from Yuggoth. Nachdichtungen von Michael Siefener.Edition Phantasia, Bellheim 1999. Limitierte, zweisprachige und farbig illustrierte Auflage. ISBN 3-924959-55-2
  • Die Literatur des Grauens. Edition Phantasia, Bellheim 1985. ISBN 978-3-924959-01-2. Übersetzung von Supernatural Horror In Literature (1927, 1945).
  • Gesammelte Werke in 6 Bänden. Festa-Verlag, Leipzig 2005ff.
    • Bd. 1: Der Kosmische Schrecken. ISBN 978-3-935822-68-8
    • Bd. 2: Namenlose Kulte. ISBN 978-3-935822-84-8
    • Bd. 3: Das schleichende Chaos. ISBN 978-3-86552-056-2
    • Bd. 4: Necronomicon. ISBN 978-3-86552-063-0
    • Bd. 5: Cthulhu. ISBN 978-3-86552-066-1
    • Bd. 6: Die Großen Alten. ISBN 978-3-86552-067-8

Literatur

  • Ramsey Campbell: Lovecraft: Eine Einführung. Aus dem Englischen von Joachim Körber. In: Krachkultur 12/2008
  • Michel Houellebecq: Gegen die Welt, gegen das Leben. Übersetzung von Ronald Voullié. Rororo 24541. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2007. ISBN 978-3-499-24541-1
  • Gary Hill: The Strange Sound of Cthulhu: Music Inspired by the Writings of H. P. Lovecraft. Lulu.com, 2006. ISBN 1-847287-76-X
  • William Schoell: H. P. Lovecraft. Master of weird fiction. Morgan Reynolds Publishing, Greensboro, N.C. 2004. ISBN 1-931798-15-X
  • Kezia L'Engle de Figueiredo: Weird Fiction and the Unholy Glee of H. P. Lovecraft Dissertation. Universidade Federal de Santa Catarina, Florianópolis (Santa Catarina, Brasilien) 2003. [1] (PDF)
  • Charles P. Mitchell: The complete H.P. Lovecraft filmography. Greenwood Press, Westport, Conn. 2001. ISBN 0-313-31641-4
  • Sunand T. Joshi / David E. Schultz: An H.P. Lovecraft encyclopedia. Greenwood Press, Westport, Conn. 2001. ISBN 0-313-31578-7
  • Sunand T. Joshi: A dreamer and a visionary. H. P. Lovecraft in his time. Verlag Liverpool University Press, 2001. ISBN 0-85323-936-3
  • Timo Airaksinen: The philosophy of H. P. Lovecraft. The route to horror. Peter Lang, New York 1998. ISBN 0-8204-4022-1
  • Susanne Smuda: H. P. Lovecrafts Mythologie. Bricolage und Intertextualität - Erzählstrategien und ihre Wirkung. Aisthesis, Bielefeld 1997. ISBN 3-89528-185-9
  • Peter Priskil: Freuds Schlüssel zur Dichtung. Drei Beispiele: Rilke, Lovecraft, Bernd. Ahriman, Freiburg i. Br. 1996. ISBN 3-89484-807-3
  • Wolfgang H. Müller: Lovecraft. Schatzmeister des Verbotenen. Schulze, Bergen/Dumme 1992. ISBN 3-89423-113-0
  • Thekla Zachrau: Mythos und Phantastik. Funktion und Struktur der Cthulhu-Mythologie in den phantastischen Erzählungen H. P. Lovecrafts. Lang, Frankfurt a. M. 1986. ISBN 3-8204-8841-3
  • Franz Rottensteiner (Hrsg): Über H. P. Lovecraft. Suhrkamp, Frankfurt a. M. 1984. ISBN 3-518-37527-X
  • Hans Joachim Alpers (Hrsg.): H. P. Lovecraft - der Poet des Grauens. Edition Futurum Bd. 1. Corian, Meitingen 1983. ISBN 3-89048-201-5
  • Jens Malte Fischer: Produktiver Ekel. Zum Werk Howard Phillips Lovecrafts. In: Ch. W. Thomsen / J. M. Fischer (Hrsg.): Phantastik in Literatur und Kunst. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1980. ISBN 3-534-08293-1. S. 314-332
  • Lyon Sprague de Camp: Lovecraft. A. Biography. Doubleday, Garden City, NY 1975. Deutsche Ausgabe: Lovecraft. Eine Biografie. "Bersetzung von Rainer Schmidt. Ullstein TB 36561. Frankfurt a. M. & Berlin 1989. Neuausgabe: Übersetzung von Andreas Diesel. Festa Verlag, Almersbach 2002. ISBN 3-935822-48-0

Einzelnachweise

  1. de Camp: Lovecraft 1989. S. 18
  2. books.guardian.co.uk.
  3. Das Grab befindet sich auf dem Swan Point Cemetery, 585 Blackstone Boulevard, Providence, Lot 5, Group 281.
  4. Supernatural Horror in Literature. Dover, New York 1973. S. 12
  5. Supernatural Horror in Literature. Dover, New York 1973. S. 15
  6. Laudatio zum Kurd Lasswitz-Preis 2003
  7. Alpers Lovecraft 1983 S. 176

Weblinks


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