Ironie


Ironie
Beispiel für Ironie (etwa: „Ich kann mir kein richtiges Schild leisten“)

Ironie (griechisch εἰρωνεία eironeía, wörtlich „Verstellung, Vortäuschung“) bezeichnet zum einen eine rhetorische Figur (Rhetorische Ironie oder auch instrumentelle Ironie[1]), bei der sich der Sprecher verstellt und damit dennoch die Erwartung verbindet, dass der wahre Sinn seiner Äußerung verstanden wird, wenn auch vielleicht nicht von jedem oder von jedem in vollem Umfang. Zum anderen versteht man darunter seit dem Ende des 18. Jahrhunderts auch eine literarisch-philosophische Haltung (Romantische Ironie).

Inhaltsverzeichnis

Rhetorische Ironie

Die einfachste Form der rhetorischen Ironie besteht darin, das Gegenteil von dem zu sagen, was man meint. Um Missverständnissen vorzubeugen, kann Ironie dabei von sogenannten Ironiesignalen (Mimik, Gestik, Betonung, Anführungszeichen usw.) begleitet sein, die den Zuhörer erkennen lassen, dass der Sprecher das Gesagte nicht wörtlich, sondern ironisch verstanden wissen will.

In der Regel beruht das Verstehen von Ironie auf geteilten Wissensbeständen (Erläuterung siehe die unteren Beispiele), wobei beide Seiten, Sprecher und Hörer, von der Geteiltheit des Wissens wissen. Gegen diese geteilten Wissensbestände wird bei der Ironie verstoßen, gegen die Erwartung, dass man Wissensbestände beachtet. Als theoretisches Modell, welches die Entschlüsselung der ironischen Äußerung erklärt, gilt die Theorie der konversationellen Implikaturen von Paul Grice. Diese Theorie liefert jedoch keinen Hinweis auf die Funktion der Ironie.

Was diese Funktion betrifft, so wird in der Linguistik Ironie mit den empirischen Bestätigungen von M.Hartung[2] als Bewertungskommunikation diskutiert[3]. Wertungen, welche mit den Wissensbeständen verbunden sind, werden (indirekt) thematisiert, um diese dann, zwar nicht, wie nach der landläufigen Meinung ins Gegenteil, aber doch nach unten hin zu korrigieren. Die Erklärung der speziellen Eigenschaft der Ironie, die gemeinte Bewertung nicht direkt sondern indirekt durch das sprachliche Äußern des Gegenteils auszudrücken, ist noch nicht abschließend geklärt. Derzeit diskutierte Erklärungen sind z.B., dass die besondere Leistung der Ironie darin bestehe, eine Bewertungskluft zwischen dem Gesagten und Gemeinten anzuzeigen[4], oder auch dass durch die Indirektheit zusätzliche Beziehungsbotschaften kommuniziert werden (dass z.B. trotz einer ironisch formulierten Kritik die Beziehung noch in Ordnung ist[5]).

Da erfolgreiche Ironieverwendung nicht nur von der erfolgreichen Reflexion des eigenen Wissens, sondern auch vom erfolgreichen Erkennen des Wissens des Gegenübers zeugt, impliziert die erfolgreiche Verwendung von Ironie eine gewisse Intelligenz. Im Diskurs wird diese Eigenschaft der Ironieverwendung, nämlich das Beweisen seiner intellektuellen Überlegenheit, teilweise selbst wieder funktionalisiert. In hierarchischen Situationen, z. B. Dozent-Student, spricht man in diesem Zusammenhang auch vom „Ironierecht“, das fast ausnahmslos dem höhergestellten Kommunikationspartner zusteht.

Beispiele von Ironie:

  • A hat einen Stapel Geschirr fallen lassen. Daraufhin sagt B: „Prima machst du das!“ - Das geteilte Wissen besteht in diesem Fall darin, dass sowohl A als auch B wissen, dass es keineswegs lobenswert ist, einen Stapel Geschirr fallen zulassen. Indem B ein vermeintliches Lob ausspricht, beachtet er dies Wissen scheinbar nicht. Die Erkennung der Verstellung beruht darauf, dass der Hörer dies ebenfalls weiß und darüber hinaus auch weiß, dass der Sprecher dies weiß.
  • Ein Familienvater rügt eine Geldausgabe mit der Äußerung: „Wir haben's ja.“ - Der Vater geht hier davon aus, dass das Kind um die Beschränktheit der finanziellen Mittel der Familie weiß. Wiederum müssen beide um die Geteiltheit dieses Wissens wissen (ausführliche Diskussion des Beispiels → Verstehensmodell der rhetorischen Ironie und Ursachen des Misslingens von Ironie).

Verstehensmodell der rhetorischen Ironie und Ursachen des Misslingens von Ironie

Bei Ironie wird gegen gemeinsame Wissensbestände verstoßen, wobei Sprecher und Adressat einer Äußerung um die Geteiltheit des Wissens wissen. Z.B. müssen im Beispiel 2 Vater und Kind beide wissen, dass die finanziellen Mittel der Familie beschränkt sind. Die Äußerung des Vaters "Wir haben's ja" ist also falsch. Da das Kind um die Geteiltheit dieses Wissens weiß, erkennt das Kind, dass der Vater nicht lügt, sondern absichtlich etwas Falsches sagt. Aus seiner Sicht verstößt das Gesagte gegen die Maxime der Qualität, "Versuche einen Gesprächsbeitrag zu liefern, der wahr ist". Da nach dem Kooperationsprinzip das Kind davon ausgeht, dass der Vater mit ihm kooperiert, versucht das Kind jetzt einen Sinn zu konstruieren, eine Implikatur zu bilden, so dass mit diesem erschlossenen Gemeinten die Aussagen den Konversationsmaximen genügt. Nach dem Grice'schen Kommunikationsmodell geschieht dies dadurch, dass der Hörer versucht, die Intention des Sprechers für die Äußerung herauszufinden. Das Kind muss also erschließen, welchen Zweck der Vater verfolgen könnte, um zu diesem Zweck absichtlich etwas Falsches zu sagen. Bei dem Erkennensprozess, dass die Äußerung unwahr ist, wurde das Bewusstsein auf die "Beschränktheit der finanziellen Mittel" gelenkt. Dies aktiviert beim Kind weiteres Weltwissen, z.B. "man darf keine unnützen Ausgaben machen", "Väter erziehen ihre Kinder dazu, sparsam zu sein", usw.. Aus diesem Weltwissen heraus erkennt das Kind jetzt die Intention des Vaters, das Kind auf dieses Wissen "man darf keine unnützen Ausgaben machen" hinzuweisen um es zu ermahnen, in Zukunft derartige Ausgaben zu vermeiden, und erschließt somit das ironisch Gemeinte.

Aus diesem Verstehensmodell ergeben sich sich jetzt bei jedem Schritt im Verstehensprozess mögliche Ursachen für das Misslingen der Ironie, das Missverstehen der ironischen Äußerung.

  • Die Wissensbestände sind doch nicht geteilt: Ginge im Beispiel das Kind beispielsweise fälschlicherweise davon aus, dass die Familie reich wäre, hätte der Vater sich somit geirrt, so misslänge die Kommunikation, da aus Sicht des Kindes der Vater gegen die Maxime der Quantität verstoßen hätte, dass also aus dieser Sicht die Äußerung keine neue Information enthielte. Das Kind würde also versuchen einen Sinn darin zu finden, dass der Vater etwas Selbstverständliches sagt. Dies wäre in jedem Fall nicht das ironisch Gemeinte, im Falle, dass die Konstruktion eines Sinnes misslänge, verstünde das Kind einfach nur "Bahnhof".
  • Der Adressat weiß doch nicht um die Geteiltheit des Wissens: Wüsste im Beispiel das Kind zum Beispiel von der Mutter um die Beschränktheit der finanziellen Mittel, und dass der Vater häufig so tut, als wäre er reich, so würde das Kind davon ausgehen, dass der Vater es anlügt, um vor dem Kind als reich darzustehen.
  • Das Kind ist (noch) nicht in der Lage, die Intention des Vaters zu konstruieren: Hat das Kind erkannt, dass der Vater absichtlich etwas Falsches gesagt hat, so muss das Kind gemäß obigen Modell versuchen die Intention hinter der Äußerung zu erkennen. Hat das Kind beispielsweise noch nicht ausreichendes Weltwissen, hat zum Beispiel ein Kind bisher immer nur gesehen, dass das Geld aus dem Geldautomaten kommt, weiß es noch nicht, dass man keine unnützen Ausgaben tätigt, usw., so kann es noch nicht die richtige Intention erschließen, erkennen. Beispielsweise würde es statt dessen meinen, der Vater würde irgendeinen Scherz machen. Das Kind ist noch nicht ironiefähig, da es noch nicht in der Lage ist, komplexe Sprecherintentionen zu erkennen.[6][7][8][9]

Selbstironie

Selbstironie ist eine Ironie, deren unmittelbare Zielscheibe die eigene Rolle oder Meinung ist und die daher eine spielerische, relativierende oder sogar kritische Haltung sich selbst gegenüber einnimmt. Selbstironie gilt daher oft als Zeichen von Humor und sympathischer Bescheidenheit bzw. steht, aufgrund ihrer immanenten Selbstkritik, auch für eine generell undogmatische Lebenseinstellung. Entsprechend häufig ist sie daher auch in der Kunst (Literatur, Film, Theater) zu finden und wird von der Kunstkritik als Qualitätsmerkmal thematisiert. Ihr Fehlen wird nicht selten als künstlerisches Manko kritisiert.

Sokratische Ironie

Als Sokratische Ironie bezeichnet man häufig ein sich klein machendes Verstellen (man stellt sich dumm), um den sich überlegen wähnenden Gesprächspartner in die Falle zu locken, ihn zu belehren oder ihn zum Nachdenken zu bringen. Gemeint ist hiermit ein echtes Verstellen, das im Gegensatz zur rhetorischen Ironie nicht unbedingt als Verstellung erkannt werden will. Dieser Ironiebegriff entspricht der Bedeutung zur Zeit Sokrates’ und auch noch bei Aristoteles. Erst mit der Ausbildung der Rhetorik bekam der Begriff der Ironie seine heutige Bedeutung. Als echtes Verstellen galt in der Antike die Ironieverwendung auch als moralisch verwerflich. Sokrates bezeichnete seine Art der Gesprächsführung als Hebammenkunst (Mäeutik). Die Sokratische Ironie ist allerdings eine Fehlinterpretation von außen, z.B. aus Sicht des Alkibiades in Platons Symposion), und keine Beschreibung von Sokrates' wahrer Einstellung. Tatsächlich verstellte sich Sokrates nicht; er war von seinem Nichtwissen überzeugt[10] (zur weiteren Diskussion der Frage "Verstellen" versus "Echtes Nichtwissen" → Sokrates: Abschnitt Sinn und Methode Sokratischer Dialoge). Der Philosoph ist kein Weiser, er strebt nach Weisheit. Im alltäglichen Sprachgebrauch wird mit dem Begriff der Sokratischen Ironie aber doch zumeist auf ein echtes sich klein machendes Verstellen verwiesen.

Ironie in der Literatur

In der Literatur (schriftlichen Mitteilungen) kommt Ironie in allen Formen vor. Zum einen wird rhetorische bzw. Sokratische Ironie in Unterhaltungen z.B. zwischen Romanfiguren inszeniert. Hierbei kümmert sich der Autor dann auch darum, dass der Leser erkennt, dass die Romanfiguren rhetorisch bzw. Sokratisch ironisch kommunizieren. Andererseits ist Literatur auch eine monodirektionale Kommunikation zwischen Autor und Leser. Hierbei gibt es bezüglich der Verwendung von rhetorischer Ironie das Problem, dass der Autor im Allgemeinen keine Kenntnis vom Wissensstand des Lesers hat. Dieses Problem kann der Autor z.B. dadurch lösen, dass er den Leser zunächst auf gleiche Augenhöhe bringt, sich also darum kümmert, dass der Leser über das nötige Wissen zur Entschlüsselung der Ironie verfügt. In der anspruchsvollen Literatur jedoch wird die Verantwortung für das Erkennen und Entschlüsseln der Ironie (z.B. durch genaues Studium von Werk, Autor und Literatur im Allgemeinen) ausschließlich dem Leser übertragen. Dabei nimmt der Autor bewusst in Kauf, dass seine Ironie nicht von jedem verstanden wird.

In der Literatur(-kritik) ist eine weitere Form von Ironie von Bedeutung: In der Romantik wurde mit Ludwig Tieck, besonders aber mit Friedrich Schlegel, der Begriff der Ironie um eine literarische Haltung erweitert, die später als Romantische Ironie bezeichnet wurde. Diese zeichnet sich durch eine Distanz zum eigenen Werk aus, die beispielsweise dadurch erreicht wird, dass der Schaffensprozess selbst thematisiert wird, etwa durch Einflechten von Reflexionen über das Schreiben des aktuellen Romans. Das Adjektiv „romantisch“ verweist hier auf das erste Auftreten des Begriffs.

Allerdings ist der Begriff der Romantischen Ironie nicht eindeutig. Er wurde insbesondere seit dem Ende des 19. Jahrhundert ausführlich diskutiert und erfuhr dabei verschiedene philosophische Differenzierungen (unter anderem → Objektive Ironien und Ironiker). Ironie, jetzt nicht mehr eindeutig Verstellung, sondern „schwebend“ zwischen dem Gesagten und dem klassisch ironisch Gemeinten, wird zur philosophischen Haltung. Thomas Mann beschreibt diese Ironie als heitere Ambiguität[11]. Mit ihr könne er die Antinomien des Lebens aussöhnen, aus dem «Entweder-oder» ein «Sowohl-als-auch» machen. Dieses Geltenlassen bedeutet ihm, ähnlich wie Goethe, ein Mehr an Objektivität, denn Ironie aber ist immer Ironie nach beiden Seiten hin. [12] Auch schon für Friedrich Schlegel galt: Ironie ist klares Bewusstsein der ewigen Agilität, des unendlich vollen Chaos.[13]

Die mit der Bezeichnung Romantische Ironie beschriebenen Haltungen lassen sich bis in die Literatur der Antike zurückverfolgen und spielen bis in die heutigen Zeit für Literatur (und auch für Film und Theater) eine wichtige Rolle.

Im 20. Jahrhundert wurde insbesondere durch Richard Rorty der Begriff der Ironie weiterentwickelt zu einer philosophischen Haltung, die sich durch eine ironische Distanz zur eigenen Sprache auszeichnet (→ Ironismus).

Ein weitere Form der literarischen Ironie, die schon in der antiken Tragödie verwendet wurde, ist die dramatische oder tragische Ironie. Hierbei erscheint der Protagonist ahnungslos, während seine Katastrophe für den Leser/Zuschauer usw. erkennbar bevorsteht.

Was die Erkennbarkeit von Ironie in der Literatur betrifft, so soll Heinrich Heine, nicht ohne Ironie, die Einführung eines Ironiezeichens analog zum Ausrufezeichen gefordert haben, um Missverständnisse zu vermeiden. Im Französischen wurde ein solches Zeichen, der point d’ironie (siehe Ironiezeichen), von dem Schriftsteller Alcanter de Brahm erfunden, hat sich aber nicht durchgesetzt.

Objektive Ironien und Ironiker

Eine Sichtweise der Funktionsweise der verbalen Ironie (z.B. bei Tadel durch Lob) ist die, dass man ausspricht, was man eigentlich erwartet hätte, aber eben ironisch kritisiert, dass stattdessen das Gegenteil eingetreten ist (siehe z.B. die ironische Verwendung „Dies ist ja eine tolle Party“, eben wenn sie nicht gerade berauschend ist). Dieses hinter der verbalen Ironie stehende Prinzip, dass statt des Erwarteten genau das Gegenteil eingetreten ist, wird Anfang des 19.Jahrhunderts im Zusammenhang mit der Diskussion um die romantische Ironie als allgemeines Prinzip entwickelt, und der Begriff der Ironie um dieses allgemeine Prinzip erweitert. Die Ironie wird losgelöst von der verbalen Ironie und man sieht jetzt auch Ironie in Dingen, in Pseudoobjekten, welche kein Bewusstsein haben, z.B. in der Welt, im Schicksal, der Geschichte, der Natur, in Situationen, im Kosmos. Die sich hieraus ergebenen Ironien, die Ironie der Welt, Ironie des Schicksals, Ironie der Geschichte usw., werden, da es kein ironische Subjekt gibt, als objektive Ironien bezeichnet. Diese objektiven Ironien benötigen stets einen Zuschauer, ein Subjekt, den Ironiker, welcher die Ironie bemerkt, hervorbringt, produziert[14]. Der Ironiker ist jemand, der in der Welt den Widerspruch zwischen Ideal (als dem gemeinhin Erwarteten) und Wirklichkeit als eine objektive Ironie erkennt (vergleiche z.B. die oben beschrieben Bewusstseinshaltung des Thomas Mann).[15]

Ironie im Journalismus

Was das Mittel der Ironie im Journalismus angeht, so entstehen dort die gleichen Erkennbarkeitsprobleme wie im Literaturabschnitt beschrieben. Wendet sich eine Zeitschrift an ein spezielles Publikum, so kann Ironie durchaus selbstverständlich sein. Je breiter das Publikum jedoch ist, an das sich ein Journalist richtet, desto größer die Gefahr, dass Ironie an einem Teil der Adressaten vorbei geht. Daher die unter Publizisten übliche Warnung: Ironie versteht der Leser nie. In den Medien ist sie deshalb, von unfreiwilliger Ironie abgesehen, fast nur in Reservaten anzutreffen. Glossen beispielsweise sind zumeist klar als solche gekennzeichnet und haben oft einen festen Stammplatz (Rubrik in der Zeitung, Sendeplatz im Rundfunk).

Ironie im Internet

Bei der Kommunikation im Internet (beispielsweise in Mitteilungsforen, E-Mails und Chats) pflegen die Partner einen eher lockeren Umgangston. Mit besonderen Zusätzen können sie Gedanken andeuten, die über das geschriebene Wort hinausgehen, zum Beispiel Gefühle und auch Ironie:

  • Emoticons als Ersatz für begleitende Mimik (z. B. ;-))
  • Inflektive (auch Erikativ genannt) und begrenzt Lautmalereien als Gestik-Ersatz (z. B. *grins*, *zwinker*)
  • Versalschrift, Textdicke, -farbe, -größe (u. a. wie -laufweite) dienen zur Hervorhebung als Alternative zur Satzbetonung (z. B. NEIN, wie kommst du denn DARAUF?)
  • Gestik, Mimik und Betonung, die bei der schriftlichen Kommunikation nicht sichtbar sind, werden oft durch sichtbare Pseudo-HTML- oder BB-Codes ersetzt. Beispiele sind <ironie>Ja, natürlich!</ironie> oder [ironie]Nein, niemals![/ironie], wobei oft nur der schließende HTML-Tag geschrieben wird.
  • Außerdem wird immer öfter ein doppelter Zirkumflex ^^ (der auch das japanische horizontale Emoticon für lächeln/grinsen ist[16]) besonders bei der vernetzten Kommunikation der Jugendlichen zur Erkennung ironischen Inhalts verwendet.

Mehr dazu siehe Netzjargon.

Siehe auch

Literatur

  • Georg Picht: Die Ironie des Sokrates. In: Hier und Jetzt. Philosophieren nach Auschwitz und Hiroshima. Band 1. Stuttgart 1980, S. 221-238
  • C. Horn, C. Rapp: Wörterbuch der antiken Philosophie. München 2002 (s. v. eironeia)
  • Ernst Behler: Klassische Ironie, romantische Ironie, tragische Ironie : zum Ursprung dieser Begriffe, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1981 ISBN 3-534-05741-4.
  • Wayne Booth: A Rhetoric of Irony. University of Chicago Press, Chicago 1974, ISBN 0-226-06552-9.
  • Martin Hartung: Ironie in der Alltagssprache. Eine gesprächsanalytische Untersuchung. Dissertation an der Uni Freiburg. Verlag für Gesprächsforschung 2002, ISBN 3-936656-00-2. (frei herunterladbare PDF-Version)
  • Wolfgang Müller: Ironie, Lüge, Simulation und Dissimulation und verwandte Termini., In: Christian Wagenknecht (Hrsg.): Zur Terminologie der Literaturwissenschaften.Würzburg, 1986, ISBN 3-476-00619-0, S. 189–208.
  • Heinrich Plett: Einführung in die rhetorische Textanalyse. Buske, Hamburg 1991, ISBN 3-87118-082-3.
  • Richard Rorty: Contingency, Irony, and Solidarity. Dt. Kontingenz, Ironie und Solidarität. 1992
  • Bettina Schubarth: Ironie in Institutionen. Die Reflexion gesellschaftlichen Wissens im ironischen Sprechen. Iudicium, 2001.
  • C. Jan Swaeringen: Rhetoric and Irony: Western Literacy and Western Lies. Oxford University Press, New York 1991, ISBN 0-19-506362-7.
  • Helmut Willke: Ironie des Staates: Grundlinien einer Staatstheorie polyzentrischer Gesellschaft. Suhrkamp, Frankfurt a.M. 1992, ISBN 3-518-58115-5.
  • Arthur Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung. Band II. 1844. S. 99.
  • D. C. Muecke: The Compass of Irony. Methuen & Co LTD, London 1969.
  • Claus Ehrhardt; Hans Jürgen Heringer: Pragmatik. - Fink, Paderborn 2011, S. 16 f.

Einzelnachweise

  1. Norbert Groeben/Brigitte Schelen, Produktion und Rezeption von Ironie, Bd. 1, Tübingen (1984), S. 2
  2. Martin Hartung: Ironie in der Alltagssprache. Eine gesprächsanalytische Untersuchung. Dissertation an der Uni Freiburg. Verlag für Gesprächsforschung 2002
  3. Siehe Diskussion in Helga Kotthoff: Spaß verstehen.Zur Pragmatik von konversationellen Humor (1998), S. 334-337
  4. Helga Kotthoff: Spaß verstehen.Zur Pragmatik von konversationellen Humor (1998), S. 336
  5. Monika Schwarz-Friesel: Expressive Bedeutung und E-Implikaturen. Zur Relevanz konzeptueller Bewertungen bei indirekten Sprechakten: Das Streichbarkeitskriterium und seine kognitive Realität. In W.Rudnitzky (ed.), Kultura kak tekst (Kultur als Text). SGT (2010)
  6. Martin Hartung: Ironie in der Alltagssprache. Eine gesprächsanalytische Untersuchung. Dissertation an der Uni Freiburg. Verlag für Gesprächsforschung 2002. S.41-44: Diskussion Grice'scher Konversationsmaximen; Gemeinsame Wissensbestände: S.59 (auch Fußnoten), S.61, S.80, S.150-152; Misslungene Ironie S.157
  7. Helga Kotthoff: lronieentwicklung unter interaktionslinguistischer Perspektive; http://kops.ub.uni-konstanz.de/handle/urn:nbn:de:bsz:352-opus-42987
  8. Referenzen zur Grice'schen Implikaturtheorie siehe in Artikel Konversationsmaximen
  9. Refenrenzen zum Grice'schen Kommunikationsmodell siehe Artikel Sprecherbedeutung
  10. Georg Picht, Die Ironie des Sokrates, in: Hier und Jetzt. Philosophieren nach Auschwitz und Hiroshima, Bd. 1, Stuttgart 1980 S. 221-238
  11. Am 13. Oktober 1953 notiert er im Tagebuch: Heitere Ambiguität im Grunde mein Element.
  12. Betrachtungen eines Unpolitischen (1918), S. 592
  13. Philosophische Lehrjahre: Kritische Ausgabe, Band 18, Nr. IV 411
  14. Uwe Japp: Theorie der Ironie. S. 55
  15. Uwe Japp: Theorie der Ironie. S. 52-59
  16. http://de.wikipedia.org/wiki/Emoticons#Japanische_Emoticons

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