Kapstadt


Kapstadt
Kapstadt
City of Cape Town Metropolitan Municipality
Map of the Western Cape with Cape Town highlighted (2011).svg
Kapstadt (Südafrika)
Kapstadt
Kapstadt
Symbole
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Basisdaten
Staat Südafrika
Provinz Westkap
Fläche 2.454,7 km²
Einwohner 3.497.101 (24. Oktober 2007)
Dichte 1.424,6 Einwohner pro km²
Schlüssel CPT
ISO 3166-2 ZA-WC
Webauftritt www.capetown.gov.za (englisch)
Politik
Bürgermeister Patricia de Lille
Partei Democratic AllianceVorlage:Infobox Verwaltungseinheit/Wartung/Sonstiges
Blick auf Kapstadt mit dem Waterfront Harbour und Robben Island vom Tafelberg aus.
Blick auf Kapstadt mit dem Waterfront Harbour und Robben Island vom Tafelberg aus.
-33.92266718.416689

Kapstadt (afrikaans: Kaapstad /ˈkɑːpstɑt/, englisch: Cape Town [ˈkeɪptaʊn], isiXhosa: iKapa) ist nach Johannesburg und Durban die drittgrößte Stadt Südafrikas. Seit 2004 bildet sie den ausschließlichen Sitz des südafrikanischen Parlaments. Kapstadt ist die Hauptstadt der Provinz Westkap und bildet die City of Cape Town Metropolitan Municipality, den städtischen Distrikt um Kapstadt. Die Stadt dehnt sich über eine Fläche von 2455 Quadratkilometern aus und hatte 2007 3,4 Millionen Einwohner.[1] Bürgermeister der Stadt ist Patricia de Lille[2] von der Demokratischen Allianz.

Den Namen erhielt Kapstadt nach dem Kap der guten Hoffnung, das etwa 45 Kilometer südlicher liegt und eine Hauptgefahr auf dem Seeweg nach Indien darstellte. Da Kapstadt die erste Stadtgründung der südafrikanischen Kolonialzeit war, wird sie gelegentlich als „Mutterstadt“ (afrikaans: Moederstad, englisch: Mother City) bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Lage

Kapstadt liegt im Südwesten der Republik Südafrika unmittelbar an der Tafelbucht des Atlantischen Ozeans. Berühmt ist Kapstadt unter anderem durch sein Wahrzeichen, den Tafelberg. Seine markante, plateau-förmige Oberfläche dominiert zusammen mit Signal Hill, Lion’s Head und Devil’s Peak das gesamte Stadtbild und macht die Skyline weltweit so unverwechselbar. Das Meer an der Kap-Halbinsel ist als unruhig bekannt, was dazu führte, dass das Kap der guten Hoffnung auch unter dem Beinamen „Kap der Stürme“ bekannt wurde.

Der Werbespruch von der „einzigen Stadt auf der Welt, die an zwei Ozeanen liegt“, mit dem Kapstadt immer wieder beworben wird, ist falsch. Atlantischer und Indischer Ozean treffen einander am südlichsten Punkt Afrikas, dem etwa 200 Kilometer südöstlich liegenden Kap Agulhas.

Klima

Das Klima Kapstadts ist durch dessen Lage am Atlantik geprägt, entsprechend gibt es nur mäßige Temperaturschwankungen. In den Sommermonaten Dezember bis Februar liegen die monatlichen Höchstwerte um 24 bis 25 °C, die Tiefstwerte sinken im Mittel nicht auf unter 16 °C. In den Wintermonaten Juli und August steigen die Höchstwerte auf etwa 17 °C an, die Tiefstwerte liegen bei etwa 10 °C. Im Winter fallen mit durchschnittlich rund 70 mm je Monat deutlich mehr Niederschläge als im Sommer mit unter 20 mm.[3]

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Kapstadt
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 26,1 26,5 25,4 23,0 20,3 18,1 17,5 17,8 19,2 21,3 23,5 24,9 Ø 22
Min. Temperatur (°C) 15,7 15,6 14,2 11,9 9,4 7,8 7,0 7,5 8,7 10,6 13,2 14,9 Ø 11,4
Niederschlag (mm) 15 17 20 41 69 93 82 77 40 30 14 17 Σ 515
Regentage (d) 5,5 4,6 4,8 8,3 11,4 13,3 11,8 13,7 10,4 8,7 4,9 6,2 Σ 103,6
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
26,1
15,7
26,5
15,6
25,4
14,2
23,0
11,9
20,3
9,4
18,1
7,8
17,5
7,0
17,8
7,5
19,2
8,7
21,3
10,6
23,5
13,2
24,9
14,9
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
15 17 20 41 69 93 82 77 40 30 14 17
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez


Quelle: World Meteorological Organisation Die klimatologischen Daten basieren auf den monatlichen Durchschnittswerten von 1961–1990

Geschichte

Das Gebiet, das heute als Kapstadt bekannt ist, war ursprünglich von den San und Khoikhoi besiedelt. Im Jahre 1652 ging der Niederländer Jan van Riebeeck in der Tafelbucht an Land und gründete dort eine Versorgungsstation für die Handelsschiffe der Niederländischen Ostindien-Kompanie (Vereenigde Oost-Indische Compagnie; kurz: VOC) auf ihrer Route nach Indien. Der Ort war gewählt worden, weil sich eine geschützte Bucht als natürlicher Hafen anbot. Die Niederländer vertrieben die Ureinwohner, die bisher das Gebiet besiedelt hatten, und erbauten umgehend zu ihrem eigenen Schutz das Fort de Goede Hoop – das heutige Castle of Good Hope. Da sich die Ureinwohner weigerten, mit den Eroberern Handel zu treiben und für sie zu arbeiten, importierte die VOC Menschen aus ihren Handelsgebieten in Madagaskar, Indien, Malaysia und Indonesien, um sie als Sklaven zu halten. Da aber nicht nur ein Mangel an Arbeitskräften, sondern auch an Frauen in der noch jungen Kolonie herrschte, wurden die Sklavinnen in doppelter Hinsicht ausgebeutet: für Arbeit und sexuelle Beziehungen. Die daraus resultierende Durchmischung von Europäern, Sklaven und den afrikanischen Ureinwohnern ist der Ursprung der heutigen farbigen Bevölkerungsschicht (Cape Coloureds).

Historische Karte (um 1888)

Während der 150-jährigen niederländischen Herrschaft wuchs die Siedlung zu einem wichtigen und lebendigen Hafen heran, der auch die Taverne des Meeres genannt wurde, da er Rast und Aufenthalt für die vielen Schiffe bot, die zwischen Europa und Asien verkehrten. Als die VOC am Ende des 18. Jahrhunderts nahezu bankrott war, wurde die Stadt eine leichte Beute für britische Imperialisten, die ihr Einflussgebiet in diese Region erweitern wollten. Nach der Niederlage der Niederländer gegen die Briten im Jahr 1806 am Bloubergstrand, etwa 25 Kilometer nördlich von Kapstadt gelegen, wurde die Kolonie am 13. August 1814 zur Britischen Kronkolonie erklärt und die Sklaverei abgeschafft.

Die Entdeckung und der erstmalige Abbau von Diamanten und Gold auf dem Highveld im Inneren des Landes in den Jahren zwischen 1869 und 1890 veränderte Kapstadt sehr schnell. Die Stadt war nun nicht mehr die einzige und dominierende Großstadt der Kolonie, erlangte aber als größter Hafen des Landes Reichtum und Wohlstand, während sich immer mehr Industriebetriebe in der Stadt ansiedelten. Zu dieser Zeit erwirtschaftete der damals in Kapstadt lebende Premierminister der Kapkolonie, Cecil John Rhodes, große Profite mit seinem Konzern De Beers, noch heute der größte Diamantenförderer der Welt.

Die Beulenpest im Jahr 1901 diente der damaligen Regierung der Kolonie als Vorwand, um die Rassentrennung einzuführen. Die schwarze Bevölkerung wurde in zwei Gebiete abgeschoben, eines nahe den Docks am Hafen und das andere in Ndabeni an der Ostseite des Tafelbergs. Als die National Party im Jahr 1948 die Wahlen gewann und daraufhin das Apartheid-System installierte, führte dies zu einer Reihe von gewalttätigen Auseinandersetzungen und Gerichtsverhandlungen, durch die die Rechte der schwarzen und farbigen Bevölkerung Kapstadts systematisch beschnitten wurden. Das Ergebnis waren nach Hautfarbe getrennte Wohnviertel und Stadtteile.

Kapstadt von Robben Island aus

Jahrzehntelang versuchte die weiße Regierung schwarze Elendssiedlungen zu entfernen, da diese als Ursprung für Widerstandbewegungen gegen ihr Apartheid-Regime angesehen wurden. Ein prominentes Beispiel hierfür in Kapstadt ist der District Six. Der Stadtverwaltung war dieses Viertel mit seiner sehr bunten ethnischen und religiösen Mischung und dem quirligen Leben entlang der Hanover Street, die für ihre Jazzkneipen bekannt war, ein Dorn im Auge. Nachdem man absichtlich das Viertel verkommen ließ, wurde es aufgrund „unhaltbarer hygienischer Zustände“ 1966 als Sanierungsgebiet deklariert. Die Leute wurden in neu gegründete Townships wie Gugulethu, Nyanga und später Khayelitsha verteilt, die im Gebiet Cape Flats errichtet wurden. 1984 wurden die letzten Häuser abgerissen. Heute ist ein Großteil der Fläche Brachland oder wird von der 1982 gegründeten Cape Peninsula University of Technology genutzt.

Ein letzter Versuch wurde im Jahr 1986 unternommen, als etwa 70.000 Menschen zwangsumgesiedelt werden sollten. Da auch diese radikalen Maßnahmen nicht zum gewünschten Erfolg führten, beugte sich die Regierung und begann, die Lebensverhältnisse in den armen Vierteln zu verbessern.

Am 11. Februar 1990, nur Stunden nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis, hielt Nelson Mandela seine erste öffentliche Rede seit Jahrzehnten vom Balkon des Rathauses von Kapstadt, in der er den Beginn einer neuen Ära in Südafrika ankündigte. Kapstadt hat sich seit dem Ende der Apartheid grundlegend geändert. Die Grundstückspreise entwickelten sich rasant, das Stadtzentrum ist sicherer und viele Stadtviertel wurden mittels großzügiger Sanierungsprogramme entwickelt.

Trotzdem lebt die Mehrheit der Einwohner Kapstadts noch immer in denselben, nun nach Einkommen getrennten, Stadtvierteln der Cape Flats und leidet nach wie vor unter denselben wirtschaftlichen, sozialen und gesundheitlichen Problemen. Abgesehen von einer sich bildenden kleinen farbigen und schwarzen finanziellen Oberschicht lassen die erhofften sozio-ökonomischen Verbesserungen auf sich warten. Probleme wie AIDS und eine hohe Kriminalitätsrate sind weiterhin ungelöst.

Bis 2004 war Kapstadt während der Sommermonate Sitz des südafrikanischen Parlaments. Seither tagt das Parlament ganzjährig dort.

Wegen der fortbestehenden Probleme und der zunehmenden Korruption wird die Kritik am regierenden African National Congress (ANC) immer stärker. Vor allem Farbige fühlen sich wegen der Politik des ANC gegenüber ihrer Muttersprache Afrikaans diskriminiert und treten für eine stärkere Einflussnahme in der Politik ein. Aufgrund der Bevölkerungsstruktur ist im Gegensatz zu den anderen Metropolen des Landes die Demokratische Allianz (DA) seit den Kommunalwahlen von 2006 die stärkste Partei. Sie hat ihren Rückhalt bei den weißen und farbigen Wählern, die in der Stadt die Mehrheit stellen. Am 15. März 2006 wurde Helen Zille zur Bürgermeisterin gewählt, die einer Mehrparteienkoalition vorstand, der der ANC nicht angehörte. Dieser politische Unterschied zu der vom ANC regierten Provinz sorgte in der Vergangenheit für einige Spannungen zwischen Kommunal- und Provinzregierung. 2009 wurde Zille ins Provinzparlament gewählt und durfte deshalb nicht Bürgermeisterin bleiben. Vom 29. April bis zum 13. Mai hatte ihr bisheriger Stellvertreter Grant Haskin (ACDP) das Amt inne. Seither ist Dan Plato (DA) Bürgermeister von Kapstadt. Die nächsten Kommunalwahlen sollen 2011 stattfinden.

Städtepartnerschaften

Kapstadt unterhält folgende Städtepartnerschaften:

Bevölkerung

Einwohnerzahl

Bevölkerungsdichte in Kapstadt

Kapstadt hatte im Februar 2007 laut Community Survey 3,50 Millionen Einwohner[4]. Bei der Volkszählung 2001 wurden 2,89 Millionen Einwohner festgestellt. Dies entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Bevölkerungswachstum von 3,2 Prozent, was zu einem der höchsten Werte im Land zählt. Das Bevölkerungswachstum ist seit langer Zeit entsprechend hoch, im Zeitraum von 1891 bis 2007 betrug es im Durchschnitt 3,1 Prozent (wobei aber Änderungen des Stadtgebiets nicht berücksichtigt sind). Der Anstieg der Einwohnerzahl ist sowohl auf hohe Geburtenraten als auch auf Zuwanderung aus anderen Landesteilen zurückzuführen.

Volkszählung
1891
Volkszählung
1970
Volkszählung
1985
Volkszählung
1991
Volkszählung
2001
Community
Survey 2007
Einwohnerzahl 51.2511) 1.096.5972) 776.6173) 854.6164) 2.892.243 3.497.097

1) Für die Kapdivision (Cape Division, 1717 km²), die eher dem heutigen Stadtgebiet von Kapstadt entspricht, ergab die Volkszählung 97.114 Einwohner; 2) Agglomeration; 3) Agglomeration: 1.911.521 Einwohner; 4) Agglomeration: 2.350.000 Einwohner.

Bevölkerungsgruppen

Farbige oder Coloureds machen als größte Bevölkerungsgruppe 44 Prozent der Einwohner von Kapstadt aus. Der Großteil der Farbigen sind aus der Vermischung von Khoisan als indigener Bevölkerung des westlichen Südafrikas sowie von Weißen und Schwarzen entstanden. Ebenfalls einen bedeutenden Anteil der Farbigen machen die Kapmalaien aus, deren kulturelles Zentrum Kapstadt ist. Etwas mehr als ein Drittel der Bevölkerung sind Schwarze, die fast ausschließlich dem Volk der Xhosa angehören. Der Anteil der Weißen, die meist britischer, niederländischer und deutscher Herkunft sind, beträgt knapp ein Fünftel der Gesamtbevölkerung von Kapstadt und liegt damit deutlich über dem Landesdurchschnitt.

Historisch ergibt sich in Bezug auf die Zusammensetzung der Bevölkerung ein anderes Bild. Ende des 19. Jahrhunderts bestand jeweils etwa die Hälfte der Einwohner von Kapstadt aus Weißen und Farbigen. Schwarze (Bantu) gab es damals im westlichen Südafrika noch kaum. In Kapstadt stieg der Anteil der Schwarzen über das 20. Jahrhundert kontinuierlich, im Wesentlichen durch Zuwanderung von Xhosa aus dem Ostkap und durch deren hohe Geburtenraten. Noch im Jahr 2007 war fast die Hälfte aller schwarzen Einwohner von Kapstadt im Ostkap geboren. Der Anteil der schwarzen Bevölkerungsgruppe ist dementsprechend historisch stark angestiegen, von (1891) 1,4 Prozent auf (2007) 35 Prozent. Da sich die Geburtenrate der Farbigen etwa im Durchschnitt bewegt, ist ihr Anteil verhältnismäßig stabil geblieben, von (1891) 49 Prozent auf (2007) 44 Prozent. Obwohl auch die absolute Zahl der Weißen stark angestiegen ist, von (1891) 25.400 auf (2007) 676.000, ist ihr Anteil an der Bevölkerung von 50 Prozent auf 19 Prozent zurückgegangen, weil ihre Geburtenraten am niedrigsten sind.

Bevölkerungsgruppen[5] Volkszählung
18911)
Volkszählung
1970
Volkszählung
1996
Volkszählung
20012)
Community
Survey 2007
Farbige 49,4 % 54,6 % 48,4 % 48,1 % 44,0 %
Schwarze 1,1 % 9,9 % 25,1 % 31,7 % 34,9 %
Weiße 49,5 % 34,5 % 21,2 % 18,8 % 19,3 %
Inder/Asiaten 0,0 % 1,0 % 1,5 % 1,4 % 1,8 %
sonstige, ohne Angabe 3,8 %

1) Die Farbigen sind zu 33,3 Prozent Khoikhoi, San und Mischlinge sowie zu 16,1 % Malaien. Die Volkszählung für die Kapdivision (Cape Division, 1717 km²) entspricht eher dem heutigen Stadtgebiet von Kapstadt: 49,8 % Weiße, 48,8 % Farbige, 1,4 % Schwarze; 2) Agglomeration.

Sprachen

Geografische Verbreitung der Sprachen in Kapstadt (türkis: Afrikaans, hellgelb: Englisch, rot: isiXhosa, grau: keine Sprache überwiegend)

In Kapstadt sind drei Sprachen verbreitet: Afrikaans (41 %), isiXhosa (29 %) und Englisch (28 %). Die farbige Bevölkerungsmehrheit spricht zu zwei Drittel Afrikaans und zu einem Drittel Englisch. Weiße sprechen etwas häufiger Englisch als Afrikaans. IsiXhosa ist die Hauptsprache der schwarzen Bevölkerungsgruppe.

Erstsprache gesamt Farbige Schwarze Weiße Inder/
Asiaten
Afrikaans 41,4 % 67,8 % 2,7 % 41,3 % 14,3 %
isiXhosa 28,8 % 0,1 % 90,5 % 0,1 % 0,2 %
Englisch 28,0 % 31,8 % 2,4 % 57,0 % 81,9 %
Süd-Sotho 0,7 % 0,0 % 2,1 % 0,0 % 0,0 %
isiZulu 0,3 % 0,0 % 0,8 % 0,0 % 0,0 %
Setswana 0,1 % 0,0 % 0,4 % 0,0 % 0,0 %
sonstige 0,7 % 0,3 % 1,1 % 1,6 % 3,6 %

Nationalitäten

Die Bevölkerung von Kapstadt besteht zu 98,8 Prozent aus Südafrikanern und zu 1,2 Prozent aus Ausländern.

Volkszählung 2001 nach Staats-
bürgerschaft[6]
nach
Geburtsort[7]
Südafrikaner 98,8 % 97,0 %
sonstige Afrikaner 0,4 % 1,2 %
Europäer 0,6 % 1,4 %
Asiaten 0,1 % 0,2 %
Sonstige 0,1 % 0,2 %

Wirtschaftliche Lage

Der Vergleich der wirtschaftlichen Lage der Bevölkerungsgruppen zeigt die weiterhin großen Rassenunterschiede. Das Einkommen von Weißen ist im Durchschnitt etwa zehnmal höher als das von Schwarzen, die Arbeitslosenquote mehr als zehnmal niedriger. Mit einem Bevölkerungsanteil von 19 Prozent erbringen Weiße insgesamt fast 60 Prozent der Gesamtwirtschaftsleistung von Kapstadt.

Volkszählung 2001 gesamt Farbige Schwarze Weiße Inder/
Asiaten
Offizielle Arbeitslosigkeit[8] 29,2 % 24,5 % 49,8 % 4,7 % 12,0 %
Durchschnittliches Einkommen [9] (ZAR) 2020 ZAR 1240 ZAR 630 ZAR 6320 ZAR 2910 ZAR
Durchschnittliches Einkommen [9] (EUR) 300 EUR 180 EUR 90 EUR 920 EUR 430 EUR
Anteil an der Gesamtwirtschaftsleistung[10] 100 % 29 % 10 % 59 % 2 %

Kapstadt und die Folgen der Apartheid

Computergeneriertes Bild der Kap-Halbinsel; es zeigt das Kap der guten Hoffnung am rechten unteren Rand, darüber die False-Bay. Kapstadt selbst befindet sich mittig am unteren Bildrand.

Kapstadt ist aufgrund der bis 1994 andauernden Apartheid eine stark entmischte Stadt. Innerhalb der ersten Siedlungsgebiete europäischer Einwanderer mit seinem rechtwinkligen Straßengrundriss befindet sich die Innenstadt. Sie lässt sich am ehesten mit dem Central Business District nordamerikanischer Städte vergleichen. In der Innenstadt befinden sich die Verwaltung, Dienstleistungseinrichtungen und Handel, während Wohnungen kaum zu finden sind. An diesen Innenstadtbereich grenzen Industrieviertel, vor allem der Hafenbereich mit dazugehörige Gewerben wie Speditionen und Logistikunternehmen. Die Wohngebiete waren in Abhängigkeit von der Zugehörigkeit zu den Bevölkerungsgruppen über das Stadtgebiet verteilt. Die Weißen besaßen die besten Wohnlagen in Zentrumsnähe oder attraktiven Vororten. Daran schlossen sich die Gebiete der farbigen Bevölkerung an, die aus ihren angestammten Wohngebieten in der Innenstadt, wie dem District Six, vertrieben wurden. Die schwarze Bevölkerung wurde in den am weitesten vom Zentrum entfernten Gebieten untergebracht. 1985 war Kapstadt die Stadt, in der die Rassentrennung am weitesten fortgeschritten war. Nur fünf Prozent der Einwohner lebten im „falschen“ Stadtteil.

Mit dem Ende der Apartheid gibt es auch keine diskriminierenden Regelungen mehr. Dennoch ändert sich der Zustand nur langsam. Erst einem geringen Teil der ehemals benachteiligten Bevölkerungsgruppen ist es bisher gelungen, in die zentrumsnäheren bzw. besser ausgestatteten Wohngebiete umzuziehen.

Stadtbezirke und Townships

Kapstadt ist (seit 1996, für die Gemeindewahlen 2000) in die sechs Stadtbezirke Blaauwberg, City, Helderberg, Oostenberg, South Peninsula und Tygerberg unterteilt. Mit Ausnahme von City (Kapstadt) wird der Rest der Metropolregion vielfach noch als eine Ansammlung von Vororten aufgefasst.

Kapstadt hat mehrere Townships. Das älteste (ab 1922) ist Langa (isiXhosa: Die Sonne). Es liegt von allen Townships am dichtesten am Stadtzentrum. Die späteren Wohngebiete für Schwarze und Coloureds wurden immer am jeweiligen Stadtrand errichtet, meist in den Cape Flats östlich des Zentrums. In den 1950er und 1960er Jahren folgten Nyanga (der Mond) und Gugulethu (Unser Stolz), in den 1980er Jahren folgte Khayelitsha (Unsere neue Heimat), das zweitgrößte Township Südafrikas nach Soweto. Die Lebensbedingungen waren meist schlecht und haben sich auch nach dem Ende der Apartheid nicht wesentlich verbessert. Für Touristen werden heute geführte Touren durch diese Townships angeboten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Long Street in Kapstadt
Victoria & Alfred Waterfront und Tafelberg
Canal Walk Einkaufszentrum
Kapstadt und Tafelberg von der Victoria & Alfred Waterfront aus

Kapstadt ist vor allem zwischen Oktober und März ein beliebtes Ziel für Touristen. Der Tourismus gilt als wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt und die umliegenden Vororte.

Zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten gehören der Tafelberg, aber auch die Victoria and Alfred Waterfront und der victorianische Teil des Hafens, der mit Boutiquen, Restaurants, Museen, dem Nobel Square oder dem Two Oceans Aquarium Touristen viel Abwechslung bietet. Als Vorbild diente die Waterfront in San Francisco.

Die Innenstadt bietet eine Vielzahl von Museen und historischen Gebäuden, wie das Kastell (Castle of Good Hope), das älteste erhaltene Gebäude Südafrikas. Es entstand im Jahr 1666 nach dem Vorbild barocker Festungen, war jedoch nie in Kampfhandlungen verwickelt. Weitere interessante Orte sind die City Hall, 1905 erbaut, die St. Georges Cathedral, Sitz des anglikanischen Erzbischofs, die Nationalgalerie und das Nationalmuseum.

In der Innenstadt befindet sich mit der Long Street eine der belebtesten Straßen der Stadt. Hier findet man Kneipen, Restaurant und Nachtclubs, die die Straße zur Vergnügungsmeile machen.

Ein Touristenmagnet ist die ehemalige Gefängnisinsel Robben Island, auf der Nelson Mandela inhaftiert war. Seit 1999 ist die Insel von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt worden. Sie wurde von den Apartheid-Regierungen als Lager für politische Häftlinge verwendet.

Viel besucht werden in den Sommermonaten die touristischen Vororte Camps Bay und Clifton, deren Strände zu den beliebtesten und meistbesuchten Stränden Südafrikas gehören und die fast ausschließlich vom Tourismus leben. Der Bloubergstrand im Norden der Stadt wird meist von Wassersportlern genutzt.

Zu nennen ist außerdem der Botanische Garten Kirstenbosch am südlichen Fuß des Tafelbergs, einer der schönsten Gärten des Landes, welcher der Stadt im Jahr 1902 von Cecil Rhodes geschenkt wurde. Das Gelände wurde 1914 zum Botanischen Garten gemacht, um die einmalige Flora unter Schutz zu stellen, und war der erste geschützte Garten dieser Art.

An dem Autobahnkreuz N1/N7 liegt das Großprojekt Century City, das einen Themenpark (Ratanga Junction), das Einkaufszentrum Canal Walk, ein Spielcasino, das Feuchtgebiet-Reservat Intaka Wetlands, Wohnungen und Büros umfasst. Canal Walk bietet über 400 Geschäfte, ein Kinozentrum, zahlreiche Restaurants und zwei Hotels.

Einkaufen

In Kapstadt und seinen Vororten gibt es zahlreiche Einkaufsmalls, wie das Einkaufszentrum Victoria & Alfred Waterfront in der Hafengegend. Diese Mall liegt am Wasser und viele Besichtigungstouren und Rundfahrten nehmen hier ihren Anfang. Hier finden sich auch zahlreiche Straßenhändler und Musikanten ein. Das in Kapstadts Weingebiet gelegene Constantia Village mit seinen Luxusgeschäften und das nördlich von Kapstadt gelegene Einkaufszentrum Canal Walk mit 400 Läden, zahlreichen Restaurants und mehreren Kinos sind weitere bekannte Malls. Canal Walk ist das größte Einkaufszentrum der Südhalbkugel. Die meisten großen Einkaufszentren sind die ganze Woche geöffnet, aber in den Vororten sind viele Läden Sonntags geschlossen.

Wirtschaft

Kapstadt lebt neben dem Tourismus vor allem von der Textilherstellung und der Informationstechnologie. Daneben sind Werbebranche, Transport und Handel zu nennen. Von Kapstadt aus werden landwirtschaftliche Erzeugnisse der Provinz Westkap exportiert, vor allem Obst, Wein und Blumen. Bodenschätze wie Eisenerz werden hingegen über den Hafen im nördlich gelegenen Saldanha Bay ausgeführt. Im Juni 2006 fand die erste Cape Town Book Fair als Joint Venture mit der Frankfurter Buchmesse statt, um das Lesen und bei höheren Buchauflagen erschwinglichere Preise vor allem bei Schulbüchern zu fördern.

Ein Automobilhersteller Kapstadts ist das seit 2004 ansässige Unternehmen Optimal Energy, das auch auf europäischen Automobilausstellungen vertreten war. Ein ehemaliger Automobilhersteller der Stadt ist Glass Sport Motors.

Verkehr

Der Cape Town International Airport, früher D.F. Malan Airport, ist der zweitgrößte Flughafen in Südafrika. Von hier aus starten Flüge ins Inland, zunehmend auch in andere afrikanische Länder wie Namibia, Botsuana und Kenia sowie zu wichtigen Flughäfen in Europa und Amerika. Zahlreiche Ziele in Europa, Asien und Amerika werden mehrmals in der Woche angeflogen. Die bedeutendste Fluggesellschaft auf dem Flughafen ist die staatliche South African Airways sowie Comair. Für Billigfluglinien wie Kulula.com, 1time oder Mango ist Kapstadt ein wichtiges Ziel.

Der Flughafen ist sehr gut über das örtliche Straßennetz erreichbar. Die N2, die entlang der Küste Richtung Osten führt, verläuft direkt neben der Landebahn. Die N1 Richtung BloemfonteinJohannesburg ist nur wenige Kilometer entfernt. Shuttle-Busse verkehren vom Zentrum zum Flughafen.[11]

Kapstadt verfügt mit der Metrorail über eine S-Bahn-artige Regionalbahn und ein regionales Busnetz („Golden Arrow“), die jedoch mit europäischen Standards nicht vergleichbar und stark auf Berufspendler ausgerichtet sind. Der Großteil des Nahverkehrs wird von Mini-Taxis bewältigt, private Kleinbusse, die bestimmte Strecken abfahren und die auf Handzeichen halten, aber meist überfüllt sind. Alle öffentlichen Verkehrsmittel werden fast ausschließlich von der ärmeren Bevölkerung genutzt.

Die Stadt hat ein gut ausgebautes Straßennetz; das Auto ist das Haupttransportmittel der reicheren Bevölkerung. Fahrradverkehr spielt keine Rolle. Durch die Konzeption als autofreundliche Stadt wurde es, gerade in den Randbezirken, der ärmeren Bevölkerung schwer gemacht, sich als Fußgänger von Viertel zu Viertel zu bewegen – während der Apartheid war das auch nicht erwünscht. Deswegen sind häufig Fußgänger auf Autobahnen unterwegs, da es oft ihre einzige Chance ist, einen bestimmten Ort zu erreichen.

Bildung

Kapstadt ist neben Stellenbosch, Johannesburg und Pretoria die bedeutendste Universitätsstadt in Südafrika. Die University of Cape Town (kurz: UCT) ist eine der wichtigsten Universitäten auf dem afrikanischen Kontinent. Daneben gibt es noch die University of the Western Cape, UWC, und das Technikon Cape Peninsula University of Technology (CPUT). Auch eine Business School ist in Kapstadt zu finden, die Graduate School of Business der University of Cape Town. Die Graduate School of Business befindet sich in unmittelbarer Nähe der Victoria & Alfred Waterfront. Auch die Graduate School of Business der Universität Stellenbosch (kurz: SUN) befindet sich in Bellville, einem Stadtteil von Kapstadt. Auch das Universitätsklinikum der SUN befindet sich in Bellville.

Kapstadt weist zahlreiche Englisch-Sprachschulen auf, die von Menschen aus vielen Ländern besucht werden. Die Entwicklung begann Mitte der 1990er Jahre. Gründe für die positive Entwicklung sind die Qualitätsorientierung und der hohe Freizeitwert Kapstadts.

Söhne und Töchter der Stadt

Blick vom Tafelberg auf die Bucht von Kapstadt
Nächtliches Panorama von Kapstadt

Weblinks

 Commons: Kapstadt – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. City Statistics (englisch). Strategic Development Information and GIS Department (3. Dezember 2008). Abgerufen am 24. Februar 2010.
  2. Welcome to the Mayor's official website (englisch). Abgerufen am 29. Mai 2010.
  3. Klimadiagramm von Kapstadt, Südafrika (deutsch). Abgerufen am 5. April 2010.
  4. 2007 Community Survey Analysis for Cape Town, Seite 6, abgerufen am 18. Juni 2010
  5. 2007 Community Survey Analysis for Cape Town, S. 6, abgerufen am 18. Juni 2010
  6. Census 2001 by municipalities and citizenship, abgerufen am 16. Juni 2010
  7. [1], abgerufen am 18. Juni 2010
  8. Census 2001 by municipalities, official employment status, population group and gender, abgerufen am 16. Juni 2010
  9. a b Census 2001 by municipalities, official employment status, population group and gender, abgerufen am 16. Juni 2010
  10. Census 2001 by municipalities, official employment status, population group and gender, abgerufen am 16. Juni 2010
  11. Website des Flughafens (englisch). Abgerufen am 19. Februar 2010.

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