Knochenkrebs


Knochenkrebs
Klassifikation nach ICD-10
C40 Bösartige Neubildung des Knochens und des Gelenkknorpels der Extremitäten
C41 Bösartige Neubildung des Knochens und des Gelenkknorpels sonstiger und nicht näher bezeichneter Lokalisationen
D16 Gutartige Neubildung des Knochens und des Gelenkknorpels
D48 Neubildung unsicheren oder unbekannten Verhaltens an sonstigen und nicht näher bezeichneten Lokalisationen
D48.0 Knochen und Gelenkknorpel
C79.5 Sekundäre bösartige Neubildung des Knochens und des Knochenmarkes
ICD-10 online (WHO-Version 2006)

Ein Knochentumor ist eine gut- oder bösartige Geschwulst des Knochens.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Die Knochentumore lassen sich grundlegend in zwei Kategorien einteilen:

  1. primäre Knochentumore gehen direkt vom Knochengewebe aus (Knorpel, Osteoblasten oder Osteoklasten). Typisch für die Primären Knochentumore ist, dass diese Prädeliktionsalter und -ort besitzen. Ebenfalls gibt es meist einen Geschlechtsunterschied und oft spezielle Symptomatik. Die primären Knochentumore kommen meist in der Zone des Längenwachstums (Epiphysenfuge und Metaphyse) vor, eine Ausnahme stellt das Ewing-Sarkom dar, da es meist in der Diaphyse lokalisiert ist. Da die Tumore meist zerstörend (destruierend) wachsen, muss das Röntgenbild in die Diagnose mit einbezogen werden. Radiologisch werden sie nach der Lodwick-Klassifikation eingeteilt.
    Mit anderen Worten: das Röntgenbild ist die Makroskopie der Knochentumore. Dabei stehen die Endungen -chondrom, -osteom und -blastom für gutartig, die Endung -sarkom für bösartig.
  2. als sekundäre Knochentumore werden die Metastasen von Tumoren anderer Lokalisation subsumiert. Meist kommen diese Tumore - weitaus häufiger als die primären Knochentumore - im Bereich der Wirbelsäule vor (etwa Metastasen des Lungenkrebs oder Brustkrebs).

Ossäre Knochentumore

Diese Tumore gehen von den Osteoklasten oder den Osteoblasten aus. Gutartige Knochentumoren wachsen langsam-verdrängend und siedeln keine Metastasen ab.

  • Osteom, gutartig, fast nur in den Nasennebenhöhlen vorkommend, tritt beim Gardner-Syndrom auf
  • Enostom, auch „Kompaktainsel“ oder „bone island“ genannt, Ansammlung kortikalen Knochens im Markraum
  • Osteoidosteom: relativ häufig, kleiner Tumor am Knochenrand
  • Osteoblastom: ähnlich dem Osteoidosteom, aber größer und oft in Rückenwirbeln
  • Osteosarkom: häufigster bösartiger Knochentumor mit äußerst aggressivem Wachstum und früher Metastasierung

Knorplige Tumore

Bindegewebige Tumore

Diese primären Tumore gehen vom Bindegewebe der Knochenmatrix aus. Sie werden als Knochenfibrome bezeichnet.

  • Nichtossifizierendes Knochenfibrom, meist in der Metaphyse, kann sich spontan zurückbilden, gutartig
  • Ossifizierndes Knochenfibrom auch Osteofibrom, meist im Kieferknochen
  • Desmoplastisches Knochenfibrom, kann überall auftreten und neigt zu Rezidiven, semimaligne
  • Knochenfibrosarkom, seltener maligner Tumor, histologisch ist dieser Tumor mit den Weichteilfibrosarkomen identisch

Histiozytäre Knochentumore

  • Benignes fibröses Histiozyom selten, das Histiozytom im Weichteilgewebe ist häufiger
  • Malignes fibröses Histiozyom
  • Osteoklastom auch als Riesenzelltumor des Knochens bezeichnet, neben dem Chondroblastom einziger primär, epiphysärer, lytischer Knochentumor der langen Röhrenknochen, kann semimaligne sein, drittgradige Osteoklastome sind immer bösartig

Osteomyelogene Tumore

Diese vom Knochenmarksraum ausgehende Tumore entstammen entweder Vorläuferzellen der Plasmazelle oder sind undifferenziert.

Knochenmetastasen

Diese können knochendaufbauend (osteoplastisch) oder -destruierend (osteolytisch) sein.

Osteoplastische Metastasen

Einige Tumore sezernieren osteoblastenstimulierende Faktoren. Es kommt dann zu einer verstärkten Knochenneubildung. Als Folge kann eine Hypokalzämie auftreten. Ebenso ist die alkalische Phosphatase im Serum erhöht. Als Beispiele seien Prostata- oder Harnblasenkarzinom genannt.

Osteolytische Metastasen

Einige Tumorformen wie Nieren- oder Schilddrüsenkrebs schütten osteoklastenstimulierende Faktoren wie das TGF oder das PDGF aus. Die Kalziumkonzentration im Serum ist erhöht, nicht jedoch die der alkalischen Phosphatase.

Tumorähnliche Knochenerkankungen

Quellen

Literatur

  • Riede/Schäfer Pathologie ISBN 3-1368-3303-1
  • Thomas Spezielle Pathologie ISBN 3-7945-1713-X
  • Kaufmann Radiologie ISBN 3-437-41990-0
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