Koelnmesse

Koelnmesse
Koelnmesse GmbH
Koelnmesse Logo.svg
Rechtsform GmbH
Gründung 1922
Sitz Köln, Deutschland
Leitung Gerald Böse
(Vorsitzender der Geschäftsführung)
Mitarbeiter 647 Mitarbeiter
Umsatz 237 Mio. Euro (2010)[1]
Branche Handelsmessen
Website www.koelnmesse.de

Die Koelnmesse ist eine internationale Wirtschafts- und Handelsmesse in Köln. Auf einer Hallenausstellungsfläche von 284.000 m² verteilt auf 11 Hallen und einem Freigelände von 100.000 m² finden jährlich über 80 Fachmessen und rund 1.900 Kongresse statt.[2]

Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse und damit neuer Messechef ist seit 1. März 2008 Gerald Böse, vorher Sprecher der Geschäftsführung der Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH sowie der Geschäftsführung der Neuen Messe Karlsruhe.[3][4]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Auf die Initiative von Konrad Adenauer – dem damaligen Kölner Oberbürgermeister – beschloss der Kölner Stadtrat im Jahr 1922 die Gründung einer Kölner Messegesellschaft. Am 11. Mai 1924 wurde die erste Messe auf dem neuen Gelände in Deutz im Beisein von Reichspräsident Friedrich Ebert und Reichskanzler Wilhelm Marx eröffnet.

Diese Gründung war ein Teil des Planes, Köln die alte Vormachtstellung im Rheinland zurückzubringen

Gedenktafel
Eingang zu den Nordhallen
Köln Messe (Logo bis 2002)
Heutiges Messegelände mit Osthallen (Bildmitte) und Nordhallen (Hintergrund), Bahnhof Messe/Deutz (Vordergrund)
„Boulevard“ in den Nordhallen

Im Nationalsozialismus wurden die Messehallen ab 1942 als Zwischenlager für Juden sowie Sinti und Roma genutzt, die von Köln aus in die Vernichtungslager geschickt wurden. Außerdem wurden dort Zwangsversteigerungen von jüdischem Eigentum vorgenommen, das die Deportierten in ihren Wohnungen zurücklassen mussten. Eine kleine Plakette an den Messehallen erinnert an diese Geschichte.

Die historischen Rheinhallen aus den 20er-Jahren wurden nach dem Zweiten Weltkrieg immer wieder erweitert und modernisiert. Die Gebäude wurden noch bis 2005 genutzt und vorzeitig von der Stadt zurückgekauft. Bis 2010 entstand innerhalb der historischen Backsteinfassade ein Bürokomplex für den TV-Sender RTL und Teile der 2006 vom Talanx-Versicherungskonzern übernommenen HDI-Gerling Versicherung.

Im Jahr 2007 fand der Großteil der Veranstaltungen des 31. Deutschen Evangelischen Kirchentags auf dem Gelände der Koelnmesse statt.

Bedeutung

Die Koelnmesse ist ein wichtiger Faktor für die Wirtschaft Kölns und den Wirtschaftsstandort Köln. Die Ausgaben der Messeteilnehmer generieren jährlich eine Milliarde Umsatz für die Region. 11.000 Vollzeitarbeitsplätze hängen allein in Köln vom Messegeschäft ab. Die Hälfte der Übernachtungsgäste in Köln sind Kongress- oder Messeteilnehmer aus aller Welt.[5]

Die Koelnmesse organisiert regelmäßig über 80 Messen im In- und Ausland. 25 davon gelten als die bedeutendsten Messen im jeweiligen Wirtschaftszweig. Die Koelnmesse ist, gemessen an ihrer Ausstellungsfläche, die fünftgrößte Messe weltweit. Jährlich werden rund 2,5 Millionen Besucher aus rund 190 Ländern und ca. 44.000 ausstellende Unternehmen aus ca. 120 Ländern gezählt. Das Gelände bietet Kapazitäten für Tagungen mit über 19.500 Teilnehmern und den Rahmen für Kongresse mit begleitenden Ausstellungen. Bis zu 1.900 Tagungen und sonstige Veranstaltungen finden jährlich während und außerhalb der Messen in den Congress-Centren der Koelnmesse statt.

Kritik und Skandale

Während der Grundsteinlegung der Messe-Nordhallen im September 2004 erwähnte der Bauunternehmer die Bausumme von 140 Mio. €. Die Investitionssumme für den Messeneubau lag allerdings bei 260 Millionen Euro. In den folgenden Monaten weitete sich der Skandal aus. Es wurde bekannt, dass es deutlich günstigere Angebote und Baualternativen gegeben hätte. Bis zu 360 Mio. € müssen die Kölner Steuerzahler unnötig zahlen.[6]

Im August 2005 leitete die Kölner Staatsanwaltschaft unter anderem gegen Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) Ermittlungen wegen Untreue ein. Im Oktober 2006 gab die EU-Kommission bekannt, dass sie Klage gegen die Stadt Köln wegen Verstoßes gegen das europäische Vergaberecht beim europäischen Gerichtshof einreichen wird.

Im Oktober 2009 stellte der Europäische Gerichtshof die Rechtswidrigkeit der Vergabe des Messebaus an den Oppenheim-Esch Immobilienfonds fest. Die EU-Kommission ist nun dazu berechtigt, eine dreistellige Millionenstrafe zu verhängen, falls die Stadt Köln keine Konsequenzen einleitet.[7]

Auf Druck der CDU wurde der für diesen Vorgang verantwortliche ehemalige Oberbürgermeister Schramma, gegen den immer noch ein Verfahren wegen Untreue in Sachen Messebau der Staatsanwaltschaft Köln läuft, von dem von CDU und FDP dominierten Stadtrat in den Aufsichtsrat der Messe gewählt.[8] Aufgrund öffentlicher Kritik nahm Schramma den Posten jedoch nicht an.

Lage und Gelände

Das Gelände der Koelnmesse befindet sich in den rechtsrheinischen Stadtteilen Deutz und Mülheim und ist über den Bahnhof Köln Messe/Deutz an den DB-Fernverkehr angeschlossen. Das Areal teilt sich in zwei Hallenkomplexe, die „Osthallen“ – Erweiterungen aus den 1960er- bis 1980er-Jahren – und die im Januar 2006 eröffneten „Nordhallen“. Diese befinden sich auf dem ehemaligen Werksgelände der Deutz AG (ehemals KHD) und der benachbarten Sporthalle, einer Veranstaltungshalle aus den 1950er Jahren, die mit der Eröffnung der Lanxess Arena entbehrlich wurde. Als Sitz der Messeverwaltung wird seit 2005 das denkmalgeschützte, ehemalige KHD-Hochhaus genutzt, das unmittelbar am neuen Nordeingang liegt.

Wichtige Messen

Eingang der Messehallen während der Anuga, 1977

Einzelnachweise

  1. koelnmesse.de: Geschäftsbericht 2010
  2. koelnmesse.de: KölnMesse in Zahlen
  3. Grünes Licht für Kölns neuen Messe-Chef
  4. Gerald Böse soll neuer Messechef werden
  5. Oberbürgermeister Jürgen Roters: Rede Jahres-Pressekonferenz Koelnmesse, 20. Juli 2011
  6. WDR: "Teurer Klüngel um neue Hallen?", 12. Oktober 2006
  7. RP: "Neubau der Kölner Messe war rechtswidrig", 30. Oktober 2009
  8. Kölner Stadt-Anzeiger: "Schramma im Messe-Aufsichtsrat", 19. November 2009

Weblinks

 Commons: Koelnmesse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
50.9438305555566.9745361111111

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