Kreuzfahrt


Kreuzfahrt
Kreuzfahrtschiffe der Carnival-Gruppe vor Saint Thomas

Als Kreuzfahrt bezeichnet man eine Urlaubsreise auf einem Kreuzfahrtschiff, bei der entlang einer bestimmten Route verschiedene touristische Ziele angelaufen werden. Eine Kreuzfahrt ist eine typische Form einer Pauschalreise (§ 651a BGB) bestehend aus einem Bündel von Einzelleistungen, wie Transport, Unterbringung, Verpflegung, Unterhaltung etc. Man unterscheidet Kreuzfahrten nach ihrem Fahrtgebiet in Hochseekreuzfahrten oder Flusskreuzfahrten, die auf Binnenwasserstraßen stattfinden. Je nach dem, ob es sich um eine Hochsee- oder Flusskreuzfahrt handelt, werden Passagierschiffe unterschiedlicher Größen eingesetzt. Des Weiteren unterscheiden sich die beiden Kreuzfahrttypen beispielsweise in ihren Fahrtzeiten und Zeiten für die Landgänge, dem Freizeitprogramm an Bord und dadurch auch in ihren Zielgruppen.

Inhaltsverzeichnis

Wirtschaftsdaten

Im Jahr 2008 hatte das Kreuzfahrtgeschäft in Deutschland folgende Größenordnungen[1] (Angaben für Flusskreuzfahrten in Klammern):

  • Passagiere: 907.000 (384.000),
  • Umsatz: 1693 (443) Millionen Euro,
  • mittlerer Reisepreis: 1868 (1154) Euro pro Person,
  • mittlere Reisedauer: 9,37 (7,64) Tage.

Weltweit unternahmen 2008 etwa 13,2 Millionen Passagiere eine Hochseekreuzfahrt. Deutschland ist hinter den USA und Großbritannien drittgrößter Markt für Kreuzfahrten.

Geschichte

Vor Erfindung der Kreuzfahrt lagen die großen Passagierschiffe der Hapag in den Wintermonaten im Hafen und brachten der Reederei Verluste, weil ein fahrplanmäßiger Einsatz im Nordatlantik nicht lohnte. 1891 hatte Albert Ballin die Idee, die Schiffe für Vergnügungsreisen in wärmere Gebiete zu nutzen. Die erste Kreuzfahrt war eine zweimonatige luxuriöse Seefahrt der Augusta Victoria. Kaiser Wilhelm II. besuchte das Schiff am Tage der Abfahrt. Von Cuxhaven ging es via Southampton, Gibraltar, Genua nach Kairo, Jerusalem, Damaskus, Constantinopel (Istanbul), Athen und dann via Malta, Neapel und Lissabon zurück nach Hamburg. Unter den 241 Passagieren waren unter anderem Ballin selbst, Friedrich Achelis, Carl Laeisz, Christoph Hellwig Papendieck, Korrespondenten verschiedener Zeitungen und der Maler und Zeichner Christian Wilhelm Allers,[2] der einen Bildband „Erinnerungen an die Reise der Augusta Victoria in den Orient“ schuf.[3]

Früher waren Kreuzfahrten ein Eldorado für ältere, betuchte Damen, die eine bequeme Reisemöglichkeit suchten, bei der sie ohne häufigen Hotelwechsel die Welt in angenehmer Atmosphäre kennenlernen konnten. Zudem war gesellschaftlicher Anschluss leicht möglich. Da Herren oft in der Minderzahl waren, haben aufmerksame Reedereien ihr Personal um elegante Tänzer und Unterhalter erweitert (Eintänzer, engl. gentleman hosts oder distinguished gents).

Kreuzfahrtarten (Hochseekreuzfahrt)

Hauptzweck einer Hochseekreuzfahrt ist zum einen die Nutzung des Angebots auf den Schiffen, wofür ein umfangreiches Unterhaltungs- und Freizeitprogramm angeboten wird. Zum anderen können die Passagiere fremde Länder und Kulturen kennenlernen, wenn das Kreuzfahrtschiff im Zielgebiet vor Anker (auf Reede) oder im Hafen liegt. Dazu bieten die Veranstalter oft Tagesausflüge in geführten Gruppen an. Die Fahrt zu den Zielhäfen findet häufig nachts statt, um tagsüber Zeit für Landgänge zu haben. Bei großen Entfernungen zwischen den Häfen können auch reine Seetage notwendig sein.

In den letzten Jahren verstärken sich die Trends nach ausgeprägtem Luxus und legerer Clubatmosphäre. Fernsehserien (z. B. „Das Traumschiff“) und Literatur (z. B. „Mit dem Traumschiff um die Welt“) thematisierten Kreuzfahrten und trugen damit zu ihrer Popularität bei.

Die Reisegestaltung ist an die Zielgruppe angepasst, da die Passagiere je nach Herkunft unterschiedliche Interessen haben: Passagiere aus dem deutschsprachigen Raum legen Wert auf viele interessante Häfen. Bei britische Gästen steht die Seereise im Vordergrund. US-Amerikaner bevorzugen kurze Kreuzfahrten mit einem reichhaltigen Unterhaltungsangebot an Bord. Dazu verfolgen die Anbieter verschiedene Geschäftsmodelle und bieten unterschiedliche Kreuzfahrtarten an:

Klassische Kreuzfahrt

Die hat eine treue Anhängerschaft in der Luxus- und Mittelklasse. Neben Neubauten werden immer noch einige klassische Ozeandampfer in der Tradition der Transatlantikliner eingesetzt. In der Regel bieten sie viel Komfort durch große Kabinen und Suiten und sehr guten Service und vermitteln ein Gefühl von Exklusivität. An Bord sind Ruhe und Erholung wichtig, das Unterhaltungsprogramm umfasst beispielsweise klassische Musik, Theater und Lesungen, traditionelle Bordspiele, Yoga- und Gymnastik- aber auch Fotografie- und Computerkurse. Wichtig auf amerikanischen Schiffen ist zudem ein Kasino. Klassische Kreuzfahrten dauern meist 14 Tage, daneben werden auch kürzere Reisen sowie Weltreisen angeboten, die zwischen 90 und 150 Tagen dauern können. Anbieter in Deutschland sind unter anderem die Peter Deilmann Reederei (MS Deutschland), Hapag-Lloyd Kreuzfahrten, Transocean Tours sowie Phoenix Reisen.

Themenkreuzfahrt

Klassische Kreuzfahrten können als Themenkreuzfahrten angeboten werden. Dabei steht die gesamte Reise unter einem Motto (z. B. Golf, Musik, Literatur, Essen und Trinken), an dem sich auch die Route orientiert.

Studienkreuzfahrt/Expeditionskreuzfahrt

Bei Studienkreuzfahrten orientiert sich die Route an historischen, kunstgeschichtlichen oder geographischen Sehenswürdigkeiten. Landausflüge unter qualifizierter Leitung und Vor- und Nachbereitung an Bord durch Lektoren ersetzen das Entertainment. Expeditionskreuzfahrten erfordern aber Schiffstypen wie beispielsweise Eisbrecher, um eisführende Gewässer in den Polarregionen oder flachere Gewässer in Küstennähe befahren zu können. Um eine solche Fahrt zu unternehmen, müssen die Schiffe mit den modernsten Geräten ausgestattet sein. Sie bieten meistens sehr komfortable Kabinen, damit sie den Ansprüchen der Passagiere gerecht werden. Die Schiffe sind so ausgelegt, daß ca. 200 Passagiere Platz haben. Auf Expeditionskreuzfahrten gibt es kaum Unterhaltung und Animation, dafür sind diese Reisen nicht bestimmt, da sie einen anderen Hintergrund haben. Expeditionsschiffe sind hochseetauglich und gleichzeitig klein genug, um auch in schmale Passagen, Fjorde oder große Flüsse (Amazonas) einzufahren.

Megakreuzfahrtschiff "Independence of the Seas" im Hafen von Santa Cruz de Tenerife, Teneriffa

Fun-Cruising auf Megaschiffen

Dieses Kreuzfahrtmodell machte Kreuzfahrten für den Massenmarkt interessant, da große Schiffe mit über 2000 Passagieren kleinere Preise ermöglichen. Außerdem bieten diese modernen Schiffe viele Unterhaltungs- und Freizeiteinrichtungen für den Massenmarkt, wie sie bei Resorts und Clubanlagen auf dem Festland üblich sind (z. B. Hochzeitskapellen, Eisbahnen, Kletterwände, Einkaufszentren, Gesundheits-, Sport- und Wellnesseinrichtungen, Bars, Discos, Kasinos und ein kommerzielles Unterhaltungsprogramm). In den USA ist dieses Kreuzfahrtmodell schon seit den 1970er Jahren beliebt. In Deutschland wird es seit den 1990er Jahren in ähnlicher Form von AIDA Cruises angeboten, die das Konzept des Cluburlaubs vom Land auf das Schiff übertragen haben.

Kreuzfahrten auf Großseglern

Eingesetzt wird eine kleine Zahl von Großseglern, die aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg stammen und modernisiert wurden (z. B. Sea Cloud), aber auch Nachbauten früherer Segelschiffe und komplette Neubauten. Einrichtung und Luxus entsprechen den modernen Kreuzfahrtschiffen. Sie bieten daher eine Mischung aus traditioneller Kreuzfahrt und dem Abenteuer des Segelns.

Billigkreuzfahrten

Dieses Modell reduziert die Kosten durch Einschränkungen in Service, Verpflegung und Unterkunft. Die Häfen werden meist gegen Mittag angelaufen und in den frühen Morgenstunden verlassen, damit der Reisende das Nachtleben an Land nutzen kann. Dieses Geschäftsmodell wurde von EasyCruise auf der easyCruise Life angeboten. 2009 wurde das Schiff verkauft. 2010 fährt es wieder unter dem Namen Ocean Life in Indien.

Minikreuzfahrten

Hauptartikel: Minikreuzfahrt

Eine Minikreuzfahrt ist eine Kreuzfahrt, deren Reisedauer auf 2-5 Tage festgesetzt ist. Alternative Bezeichnungen sind Kurzkreuzfahrt oder Schnupperkreuzfahrt. Minikreuzfahrten werden sowohl für die Hochsee, als auch auf dem Fluss angeboten. Sie werden in nahezu alle Destinationen und von nahezu allen Veranstaltern/Reedereien angeboten.

Kreuzfahrtarten (Flusskreuzfahrt)

Flusskreuzfahrten gehören zu den am stärksten wachsenden Marktsegmenten in der Touristik und weisen eine ähnliche Entwicklung vor wie der Markt für Hochseekreuzfahrten. Weltweit unternehmen gegenwärtig jährlich mehr als eine Million Passagiere eine Flusskreuzfahrt. Insbesondere auf den europäischen Flüssen konnten die Reedereien in den letzten Jahren stark vom großen Nachfrageanstieg profitieren. Damit ist dieser Bereich der Kreuzfahrtindustrie einer der am schnellsten wachsenden. Die Flusskreuzfahrt erweist sich heute sogar als Konkurrent zur Hochseekreuzfahrt, da ein Teil der bereits sehr erfahrenen Hochseekreuzfahrer mit zunehmendem Alter zur Flusskreuzfahrt wechselt.

Deutschland zählt zum wichtigsten Markt für Flusskreuzfahrten. Das Marktvolumen hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten konstant entwickelt. Dies liegt zum einen in der Sicherheit des Reisens auf heimischen Gewässern und zum anderen an der einfachen und bequemen Anreise mit Auto, Bahn oder Bus.

Das jährliche Umsatzvolumen im deutschen Markt für Flusskreuzfahrten beträgt gegenwärtig 424 Millionen Euro. Die Passagierzahl hat sich in den vergangen zehn Jahren verdreifacht und beträgt heute 396.000. Damit haben sich mehr als 30 % aller Kreuzfahrer im deutschen Markt für eine Flussreise entschieden. Im Durchschnitt geben die Flusskreuzfahrer 1.070 € aus bei einer durchschnittlichen Reisedauer von beinahe acht Tagen. Dies entspricht einer durchschnittlichen Tagesrate von 136 €.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass aufgrund der bisherigen günstigen Entwicklung mit zweistelligen Zuwachsraten im Flusskreuzfahrtgeschäft der vergangenen zehn Jahre sowie mit der Altersstruktur und der Einkommensverhältnisse der Hauptzielgruppe der Flusskreuzfahrtpassagiere für die kommenden Jahre mit einem weiteren Anstieg der Nachfragezahlen zu rechnen ist.[4]

Personal an Bord

Auf den meisten Schiffen gibt es drei Kategorien von Besatzung: Offiziere, Mannschaft und Personal. Offiziere sind Angestellte mit besonderer Verantwortung und Entscheidungsbefugnis, die in den Bereichen Nautik, Technik oder Hotel arbeiten. Der größte Teil der Besatzung ist die Mannschaft, die ebenso in den drei Bereichen arbeitet. Zum Personal zählen alle Mitarbeiter, die entweder über externe Unternehmen (Konzessionäre) oder in Geschäften, Schönheits-/Haarsalons und Kasinos an Bord arbeiten. Das zahlenmäßige Verhältnis von Personal zu Gästen beträgt etwa 1 zu 3, auf Luxusschiffen oft sogar 1 zu 1,5. Auf den größten Kreuzfahrtschiffen arbeiten über 2000 Menschen. Das Service-Personal wird Steward oder Stewardess genannt. Das Verhalten von Mitarbeitern mit direktem Kundenkontakt ist wie in jedem Unternehmen von besonderer Bedeutung.

Arbeitsbedingungen

Die meisten Kreuzfahrtschiffe sind militärähnlich organisiert und erfordern ein hohes Maß an Disziplin bei der Ausführung der Aufgaben an Bord. Viele Kreuzfahrtschiffe fahren unter der Flagge eines sogenannten Gefälligkeitslandes wie Panama, den Bahamas oder Liberia. Diese Länder haben meist schwache Arbeitsschutzgesetze, sodass die Besatzung entsprechend wenig Rechte an Bord hat. Die Mitarbeiter haben meist befristete Arbeitsverträge zwischen drei und zwölf Monaten. Die Schichten dauern häufig 12 bis 14 Stunden pro Tag bei sieben Tagen je Woche. Die Freizeitmöglichkeiten an Bord sind für viele Mitarbeiter auf den Personalraum beschränkt. Lediglich höhere Angestellte, z. B. Offiziere, dürfen die öffentlichen Passagierbereiche nutzen.

Personalauswahl

Verschiedenen Nationalitäten werden unterschiedliche Fähigkeiten zugeschrieben, die bei der Besetzung der verschiedenen Stellen an Bord häufig berücksichtigt werden. Dadurch kann die Besatzung großer Kreuzfahrtschiffe aus bis zu 90 Nationen stammen.

  • Kellner, Hilfskellner und Kabinenstewards werden gerne mit Personal aus Indonesien oder Thailand besetzt. Sie gelten als serviceorientiert, freundlich und zuvorkommend. Zudem sind die Lohnkosten für Menschen aus wirtschaftlich unterentwickelten Ländern niedriger und deren Motivation trotzdem höher.
  • Nahezu alle großen Kreuzfahrtgesellschaften beschäftigen Kapitäne und Offiziere aus Großbritannien, Italien, Norwegen oder Griechenland, weil sie für ihre nautischen Kompetenzen und ihre guten Ausbildungsstandards bekannt sind.
  • Köche und Restaurantleiter kommen meist aus Frankreich, Deutschland oder Österreich, weil diesen Ländern gastronomische Kompetenz zugesprochen wird.

Auswirkungen der Kreuzfahrt

Ökonomische Auswirkungen

Die von Kreuzfahrten ausgehenden Umsätze entstehen zum einen direkt in der Kreuzfahrtindustrie (z. B. bei Werften, Reedereien, spezialisierte Reiseveranstalter), zum anderen werden Umsätze im ergänzenden touristischen Bereich (z. B. Einzelhandel, Souvenirindustrie, Reiseversicherungen, Verlage für Reiseliteratur) erzeugt.

In den angelaufenen Destinationen entstehen Einnahmen durch Ausgaben der Passagiere (Ausflüge, Einkäufe usw.), der Crew (Einkäufe) sowie für das Schiff (Hafengebühr, Abfallentsorgung, Wasserversorgung usw.), Steuereinnahmen und Ausgaben wie Marketing und Personal. Dadurch steigen Nachfrage und Preisniveau und erhöhen damit die Kaufkraft der lokalen Nutznießer der Kreuzfahrtindustrie. Für die unbeteiligte lokale Bevölkerung wirkt sich das steigende Preisniveau hingegen negativ aus und senkt deren Kaufkraft.

Die Ruby Princess im Canale della Giudecca, Venedig

Verglichen mit landseitigen Tourismus sind die Einnahmen der Destinationen geringer, da die Passagiere auf dem Kreuzfahrtschiff übernachten und dort verköstigt und unterhalten werden. Wenn durch die Kreuzfahrtindustrie Gäste aus den Hotels der Zielgebiete abgeworben werden, führt das zu sinkenden Einnahmen im Zielgebiet.

Der internationale Kreuzfahrttourismus ist ein Sektor der Tourismusindustrie, der in den letzten Jahren überdurchschnittliche Wachstumsraten aufzuweisen hatte und zu einer erheblichen Polarisierung der Diskussion über Kosten und Nutzen dieser Form von Massentourismus führte. Ver- und Entsorgung sind überdurchschnittlich geregelt. Dennoch verursachen die hohe Anzahl und das Verhalten einiger Schiffsführungen Belastungen.

Soziokulturelle Auswirkungen

Insgesamt wird der Tourismus oft als Werkzeug zur Völkerverständigung und des Friedens angesehen. Der Kreuzfahrttourismus kann auch zum Erhalt der Kultur und Traditionen in den Zielgebieten beisteuern, häufiger ist dort aber ein kultureller Werteverfall, Akkulturation, ein Aufbau von Vorurteilen und ein Anstieg der Kleinkriminalität zu beobachten sowie die Ausbeutung von Arbeitskräften auf den Kreuzfahrtschiffen.

Ökologische Auswirkungen

Wie die meisten Formen des Tourismus geht auch der Kreuzfahrttourismus mit Umweltbelastungen einher. So stammen rund 70 Prozent des Mülls, der in der Tiefe des Mittelmeers lagert, von Kreuzfahrtschiffen, die laut Daten der internationalen Meeresschutzorganisation Oceana täglich bis zu 4000 Kilogramm Abfall produzieren.[5][6] Statt mit dem vergleichsweise sauberen Schiffsdiesel zu fahren, verfeuern viele Kreuzfahrtschiffe auf hoher See Schweröl. Rußfilter für große Kreuzfahrtschiffe gibt es bisher noch nicht.[7] Während Kreuzfahrtschiffe also vor allem zur Wasser- und Luftverschmutzung beitragen (siehe dazu auch: Luftverschmutzung im Hamburger Hafen), schneiden sie hinsichtlich Landschaftszersiedlung und –zerstörung besser als der landseitige Tourismus ab.

Umweltschutzmaßnahmen in der Kreuzfahrtindustrie

Umweltschutzmaßnahmen können seitens der Staaten, der Kreuzfahrtverbände, den einzelnen Kreuzfahrtunternehmen und von Umweltschutzverbänden ergriffen werden. Kreuzfahrtschiffe müssen internationale, nationale und regionale Gesetze und Regelungen beachten, da sie auch die jeweiligen Gewässer befahren. Die International Maritime Organization (IMO) ist als maritime Abteilung der UN für gesetzliche Regelungen im weltweiten Schiffsverkehr zuständig und somit ebenfalls für Umweltregelungen auf Kreuzfahrtschiffen. Die IMO erließ das weltweite Übereinkommen zum Gewässerschutz die „International Convention for the Prevention of Pollution from Ships” (auch MARPOL genannt). MARPOL regelt das Einleiten von Abwässern, die Ölentsorgung, den Emissionsausstoß und die Abfallentsorgung auf Schiffen. Kreuzfahrtverbände, wie die Cruise Lines International Association (CLIA) setzen sich ebenfalls für den Umweltschutz ein und veröffentlichten eigene freiwillige Umweltrichtlinien, die von ihren Mitgliedern umgesetzt werden. Auch um den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen, investieren Kreuzfahrtunternehmen in emissionsärmere und ressourcenschonende Antriebsmaschinen, effektive Wasseraufbereitungsanlagen, Ölfilteranlagen, Verbrennungsanlagen und Recyclingsysteme. Gegen die Invasion fremder Spezies über das Ballastwasser (Hemerochorie) befinden sich die Technologien noch in der Testphase. Eine effektive Lösung ist hier hinsichtlich der hohen Kosten zum Schutz des heimischen Tier- und Pflanzenbestandes wichtig. Des Weiteren installieren viele Kreuzfahrtunternehmen Programme zur Vermeidung gefährlicher Chemikalien und Abfälle und zum Schutz von Korallenriffen.

Die größten Kreuzfahrtschiffe

Seit den mittleren 1990er Jahren ist ein stetiges stärkeres Wachstum des Kreuzfahrtsegments zu beobachten, es hat einen regelrechten Bauboom bei großen (über 50.000 BRZ) und vor allem sehr großen Passagierschiffen (über 100.000 BRZ) ausgelöst. Die folgende Liste ist nur eine Momentaufnahme von 2010:

  1. Oasis of the Seas, Allure of the Seas (225.282 BRZ, Royal Caribbean Cruise Line)
  2. Norwegian Epic (155.873 BRZ, Norwegian Cruise Line)
  3. Freedom of the Seas, Liberty of the Seas und Independence of the Seas (alle 154.407 BRZ, Royal Caribbean Cruises)
  4. Queen Mary II (148.873 BRZ, Cunard Line)
  5. MSC Fantasia, MSC Splendida (137.936 BRZ, MSC Kreuzfahrten)

Große Kreuzfahrt-Reedereien

Siehe auch Liste von Reedereien von Kreuzfahrtschiffen.

Vertriebskanäle

Kreuzfahrten werden hauptsächlich über Reisebüros und Reiseveranstalter gebucht, besonders bei so genannten Cruise-only-Agenturen, die sich auf den Vertrieb von Kreuzfahrten spezialisiert haben und entsprechend qualifiziert sind. Zu den größten Kreuzfahrtanbietern (Cruise-only-Agenturen) zählen der Atlantic Seereisedienst und der Elbflorenz Reisedienst, die jeweils über einen Marktanteil von ungefähr 10 % verfügen. 2008 wurden 77,7 % der Hochseekreuzfahrten über Reisebüros, 11 % über Reiseveranstalter und 6,8 % direkt bei der Reederei gebucht.

E-Commerce konnte sich in der Kreuzfahrtenbranche noch nicht durchsetzen: 2008 wurden 4,5 % der Hochseekreuzfahrten und 4,3 % der Flusskreuzfahrten über Internet gebucht. Möglicher Grund ist die Zielgruppe, die Reisen nicht über das Internet buchen möchte. Zudem sind Kreuzfahrten beratungsintensiv, entscheidend ist häufig eine persönliche Beratung. Daher informieren sich viele Kunden im Internet, um anschließend über Reisebüros oder Reiseveranstalter zu buchen.

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. Zeitschrift fvw Heft 6/2009 S.108, ISSN 1864-340X
  2. Passagierliste der Augusta Victoria 22. Januar bis 22. März 1891
  3. C.W. Allers: Backschisch. Die erste deutsche Kreuzfahrt im Jahre 1891. Hrsg. von Gerd Fahrenhorst, Berlin 2008, ISBN 978-3-86805-159-9
  4. Schulz A., Auer J. Kreuzfahrten und Schiffsverkehr im Tourismus, Oldenbourg 2010, ISBN 978-3-486-58876-7
  5. Über die Reling entsorgt. In: Süddeutsche Zeitung, 21. Juli 2010.
  6. Protect Our Oceans: Stop Cruise Ship Pollution. Cruise Ship Waste – U.S. Laws and Regulations. (PDF)
  7. NABU-Kampagne für saubere Kreuzschifffahrt

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