Libri.de

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Gebäude von Libri in Bad Hersfeld

Die Libri GmbH, ehemals Georg Lingenbrink GmbH & Co. KG, ist ein hauptsächlich im Zwischenbuchhandel tätiges Barsortiments- und Logistikunternehmen, das Großhandelsfunktionen und Logistikdienste anbietet.

Inhaltsverzeichnis

Über Libri

Die Firma wurde von Georg Lingenbrink am 1. September 1928 in Hamburg gegründet, wo die Geschäftsleitung und die Verwaltung mit ca. 300 Mitarbeitern auch heute noch sind. Die Namensgebung ist für einen Fachhandel im Büchergewerbe eine geniale Koinzidenz aus der Zusammenziehung des Familiennamens, wie es zu dieser Zeit oft üblich war (vgl. HaRiBo) zum Markennamen mit dem damals jedem - heute nur noch dem dem altsprachlich - Gebildeten geläufigen lateinischen Wort für "Bücher": "libri".
In Berlin, Mannheim, München und Bad Hersfeld unterhält Libri für die Betreuung der Buchhandelskunden zuständige Vertriebsbüros. Buchhandelskunden im weltweiten Ausland bedient ein Export-Service.

Im Jahr 2000 verlagerte man den operativen Bereich nach Bad Hersfeld, wo über 14 km Fördertechnik für eine Kommissionierungsleistung von bis zu 450.000 Bücher pro Tag sorgen (mit der Firma Witron und der Firma TGW Logistics Group das modernste Kleinteilelager der Welt). 2002 wurde die Verlagsauslieferung Libri an die Vereinigte Verlagsauslieferung, ein Unternehmen des Bertelsmann-Konzerns, verkauft.

Für die Kommunikation zwischen Libri und seinen Kunden wird weitestgehend auf EDI gesetzt und die meisten Logistikprozesse sind so abgebildet, dass sie den Anforderungen von EDIFACT/EANCOM entsprechen.

Libri ist seit 1993 in Mehrheitsbesitz der Brüder Michael und Wolfgang Herz. Sie sind damit über die Athena IP Vermögensverwaltung Teil des Tchibo-Konzerns.

Aktivitäten

Kerngeschäft ist die Funktion des Barsortiments.

Buchhändler lagern im allgemeinen nur etwa 3 % der gängigen Bücher und bestellen unvorrätige beim Barsortiment. In der Regel liefern beauftragte Speditionen (die den früher firmeneigenen Bücherwagen-, hier: „Libri“-Dienst ersetzten), nachts an über 4000 stationäre Buchhandlungen. Meist haben sie Schlüssel zur Buchhandlung oder Zugang zu Warenschleusen.

Die Breite des Barsortiments und seiner Dienste beanspruchen auch amazon.com, bol.de, thalia.de, buch.de für ihren Internet-Fernabsatz: teils nur die Grosshandelsfunktion, teils zusätzliche Logistikdienstleistungen wie Konfektionierung und Postversand an den Endkunden.

Libri gilt als Technikführer im deutschen Buchmarkt mit auch weiter gefassten Aktivitäten (über das Geschäft als Großhändler und Logistiker hinaus):

Warenwirtschaftssystem (WWS)

Da die meisten Buchhändler auf eher geringer Fläche arbeiten und dennoch ein Sortiment mit mehr als 300.000 gängigen Artikeln und einer Varianz von ca. 50.000 Neuerscheinungen pro Jahr zu verwalten haben, wurde in den 1990er Jahren der Ruf nach preiswerten Systemlösungen laut, welchem Libri durch die Einführung des Libri-WWS Rechnung trug. Das System hat im Buchhandel einen hohen Verbreitungsgrad und wird ständig weiterentwickelt. Der Einsatzbereich ist sehr variabel: Zum Anwenderkreis gehören Betriebe vom 1-Person-Laden bis zum großen Filialisten.

In eine ähnliche Richtung gehen die seit 2005 laufenden Aktivitäten von Libri, den Buchhändler mit einer Software zu unterstützen, die ihm das sogenannte E-Procurement für Firmenkunden ermöglicht. Die Libri.biz genannte, internetbasierte Software, soll ebenfalls einem weiten Anwenderkreis nützen. So kann ein örtlicher Buchhändler den örtlichen Rechtsanwalt ebenso nach dessen Bedürfnissen bedienen wie ein Filialist einen Weltkonzern. Es werden Funktionen von der einfachen Buchbestellung via E-Mail bis hin zur komplexen Verwaltung von Kostenstellen oder Firmenbibliotheken mit SAP bzw. OCI-Schnittstellen angeboten.

Seit Oktober 2007 können Firmenkunden der Buchhandlungen auch elektronische Fach- und Sachbücher (E-Books) als PDF über diese Plattform beziehen.

Internet

Im Jahr 1997 startete Libri die Website libri.de, um die Kunden, den klassischen Buchhandel, in das Internet zu bringen und sie als Online-Händler zu etablieren. Neben vielen namhaften stationären Buchhändlern, die die Plattform nutzen, hat auch buecher.de noch ein Jahr nach dem Börsengang an dem Libri-System teilgenommen.

Im Jahr 2000 begegnete Libri den Internet-Anforderungen mit einer Spezialisierung, die über das in einer Abteilung Leistbare hinausgeht und gründete die Libri.de GmbH als Tochter. Sie wendet sich in einem Partnerschaftsmodell mit dem stationären Buchhandel an Endkunden.

So kann der Kunde zwischen dem Versand per Post und der Abholung beim nächstgelegenen Buchhändler wählen. Bei beiden Bestellwegen wird die Ware noch am Tage der Bestellung in Bad Hersfeld kommissioniert. Versandbestellungen gehen per Post hinaus, Abholbestellungen liefert über Nacht der eigene Spediteur BOOXpress direkt in die Buchhandlung. Inzwischen kann der Kunde zum Zwecke der Abholung aus über 1000 Buchhandlungen bundesweit auswählen.

Books on demand

1999 zeichnete der 10. Computerworld Smithsonian Award in Washington D.C. Libris Herstellungsverfahren Books on Demand als Sieger in der Kategorie „Manufacturing“ aus.

Auch hier stand der Weg der Spezialisierung an. 2001 entstand die Tochterfirma BoD GmbH (Books on Demand), die als Dienstleistungsverlag mit geringen Kosten für den Autor fast jedes Buch druckt. Eine Qualitätsprüfung wird dabei nicht vorgenommen, die Bücher werden im PoD-Verfahren nach Bestellungseingang einzeln produziert. Das verteuert die Produktionskosten für das Buch, hält aber das Risiko für Autor/Verlag überschaubar (keine Lagerkosten, keine Kapitalbindung).

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