Lightnin’ Hopkins


Lightnin’ Hopkins
Porträt Lightnin' Hopkins. Jules Grandgagnage, 2011

Sam Hopkins, bekannt unter dem Künstlernamen Lightnin’ Hopkins (* 15. März 1912 in Centerville, Texas; † 30. Januar 1982 in Houston, Texas) war ein afroamerikanischer Blues-Sänger und -Gitarrist. Er gilt als einflussreicher Vertreter des Texas Blues.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Hopkins stammte aus einer musikalischen Familie: Zwei ältere Brüder, Joel und John Henry, waren ebenfalls Bluesgitarristen, die Mitte der 1960er Jahre eine LP auf Arhoolie Records veröffentlichten. Den Blues lernte Hopkins in Buffalo, Texas, von Blind Lemon Jefferson und seinem Cousin, dem Country-Blues-Sänger Alger 'Texas' Alexander, mit dem er von Lola Anne Cullum von Aladdin Records in Los Angeles entdeckt wurde. Seinen Spitznamen „Lightnin’“ bekam er, als er 1946 mit dem Pianisten Thunder Smith Aufnahmen machte. Hopkins nahm für viele Plattenfirmen (Modern, Ace und anderen) auf, in den 1960er Jahren vor allem LPs bei Arhoolie und Prestige – meist mit Schlagzeug und Bass. Sonny Terry beteiligte ihn 1963 an seiner Produktion Sonny Is King. 1964 nahm Hopkins am American Folk Blues Festival teil.

Mitte der 1960er spielte er auf dem Newport Folk Festival mit dem Schlagzeuger Sam Lay. Diese Aufnahmen erschienen zum Teil auf Vanguard Records. Ende der 60er drehte der Dokumentarfilmer Les Blank den Film The Blues According To Lightning Hopkins mit Mance Lipscomb und dem Blues-Harp-Spieler Billy Bizor (1913-1969), der ein Cousin von Hopkins war und ihn bei einigen "Prestige Records" Studio-Sessions in den frühen 60er Jahren begleitete. Zwei Jahre später, 1970, wurde ein britischer Film mit Hopkins gedreht: Blues Like Showers. Ein Autounfall in den 1970er Jahren beeinträchtigte seine Gesundheit, trotzdem tourte er weiter in Amerika und Europa. 1976 spielte er beim New Orleans Blues & Jazz Festival – dieser Auftritt erschien zum Teil auf einem Doppelalbum.

In den 1980er Jahren erkrankte Hopkins an Lungen- und Kehlkopf-Krebs, so dass er unter anderem seinen Auftritt beim Münchner Blues und Jazzfestival 1981 absagen musste und stattdessen sein Cousin Albert Collins für ihn einsprang.

Musik

Vorrangig spielte Hopkins eine akustische Gitarre (häufig von der Firma Gibson), die er mit einem Tonabnehmer elektrisch verstärkte. Seit den 1970ern spielte er meist eine E-Gitarre, oft eine Fender Stratocaster, aber auch eine Halb-Resonanzgitarre der Firma Gibson. In der Regel spielte er in der Tonart E-Dur auf einer standardgestimmten Gitarre mit einem Daumenpick. In einigen anderen Liedern spielte Hopkins auch in der ersten Lage in der Tonart C-Dur - meist hatten diese Songs dann eher einen Folk- als Blues-Charakter. In diesen Liedern zupfte Hopkins einen Wechselbass auf seiner Gitarre, während er seine Bluessongs mit einem Walking Bass oder den jeweiligen Grundton des Akkords begleitete. Außer der Gitarre, die neben dem Gesang sein Hauptinstrument war, spielte Hopkins auch Piano und Orgel.

Hopkins war ein eigenwilliger Musiker, was sein Taktmaß und die Einhaltung von Harmonieschemen betraf. Dies hatte seinen Ursprung darin, dass sein bereits erwähnter Cousin Texas Alexander sich ebenfalls an keinerlei Regeln hielt, zumal dieser nur Sänger war. So war es für viele Begleitmusiker nicht immer einfach, Hopkins adäquat zu unterstützen.

Er beeinflusste vor allem Buddy Guy, Louisiana Red, Wild Child Butler und Jimmie Vaughan, aber auch den Singer-Songwriter Townes Van Zandt, der häufig bei seinen Konzerten Lieder von Hopkins spielte und den texanischen Rockabilly-Musiker Sonny Fisher. Ein nach Hopkins benannter Song wurde von R.E.M. auf ihrem Album Document veröffentlicht.

1980 wurde Sam Lightnin’ Hopkins in die Blues Hall of Fame aufgenommen.

Literatur

  • Jörg Sommermeyer: Sam "Lightnin" Hopkins (15.3.1912-31.1.1982). Gitarre & Laute IV/1982, Heft3, S. 131 f.

Weblinks


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