Mac OS X

Mac OS X
Mac OS X
OS X-Logo.svg
Basisdaten
Entwickler Apple
Version 10.7.2
(12. Oktober 2011)
Abstammung BSD
 ⌊ NeXTStep
     ⌊ Darwin
         ⌊ Mac OS X
Architekturen x86, x64 (ab v.10.6), ARM (iPhone)
Lizenz gemischte Lizenz: GPL, APSL, Apple-EULA u. a.
Sonstiges Preis: von 24 Euro / 29 CHF (Update von 10.6.8) bis 169 Euro / 219 CHF (inkl. Mac Box Set)(Update von 10.5)
Sprache: mehrsprachig, u. a. deutsch und englisch
Kompatibel zu: Mac OS (bis 10.4), FreeBSD, POSIX
Website www.apple.com/de/macosx

Mac OS X (offizielle Sprechweise: Mac OS Zehn, vom altrömischen X für 10) ist ein vom Unternehmen Apple entwickeltes Betriebssystem. Mac OS X ist die aktuelle Version aus der Produktlinie der Mac-OS-Betriebssysteme für die hauseigenen Macintosh-Computer. Es ist eine proprietäre Distribution des frei erhältlichen Darwin-Betriebssystems von Apple. Mac OS X basiert als zweites Apple-Betriebssystem (nach A/UX) auf Unix und stellt damit dessen bisher erfolgreichste kommerzielle Variante auf dem Markt für Personal Computer dar. Es kommt in abgewandelter Form als iOS beim Smartphone iPhone, dem iPad, dem tragbaren Medienabspielgerät iPod touch und bei der zweiten Generation des Apple TV zum Einsatz.

Inhaltsverzeichnis

Der Name

Die Abkürzung OS bedeutet Operating System (engl. Betriebssystem), der Buchstabe X steht zum einen für die römische Zahl 10 und verweist auf die Nachfolge früherer Macintosh-Betriebssysteme wie Mac OS 8 und Mac OS 9. Zum anderen folgt Mac OS X der Tradition anderer unixoider Systeme, deren Namen fast ausschließlich mit einem X enden, wie zum Beispiel AIX, IRIX, A/UX, Sinix, HP-UX, Xenix und Linux.

Von Seiten Apples wird das X als die Zahl 10 gesprochen, also als „Mac OS Ten“ [ˌmæk oʊ ɛs ˈtɛn]. Manche verwenden die deutsche Aussprache „Mac OS Zehn“, andere wiederum sprechen das X auch als Buchstaben X (dt. [ɪks], engl. [ɛks]) aus. Die Abkürzung OS („Operating System“) wird stets buchstabiert (dt. [oːˈɛs], engl. [oʊˈɛs]).

Verbreitung

Laut W3Counter verwenden derzeit (Juni 2011) weltweit 8,88 % der Internetnutzer das Betriebssystem Mac OS X und 2,37 % verwenden iOS. Im Vorjahresmonat waren es noch 6,71 % für Mac OS X und 0,85 % für iOS (damals noch iPhone OS).[1] Im deutschen Sprachraum hatte Mac OS X gemäß einer Untersuchung von AT Internet im August 2010 in der Schweiz mit 16,5 % den größten und in Deutschland mit 6,4 % den kleinsten Marktanteil.[2]

Architektur

Systemarchitektur von Mac OS X

Die Architektur besteht aus vier Schichten:

Mac OS X ist ein Nachfolger des von Apple aufgekauften NeXTStep-Systems. Die Entwicklung des Betriebssystems Darwin wurde unter die quelloffene Lizenz Apple Public Source License gestellt, welche erst in der späteren Version 2.0 als Lizenz freier Software von der Free Software Foundation anerkannt wurde. Um eine Veröffentlichung unter einer quelloffenen Lizenz auf legalem Wege zu ermöglichen, musste das System von allen Original-Unix-Codezeilen bereinigt werden, da der damalige Besitzer sämtlicher Rechte an AT&T Unix keine Veröffentlichung des Unix-Quellcodes gestattete. Da diese Aufgabe einige Jahre zuvor auch bei BSD vollzogen worden war, bot es sich an, die ursprünglich aus 4.4BSD stammenden, in NeXTStep enthaltenen Daemons und Server gegen ihre Nachfolger aus 4.4BSDlite (vollkommen von Unix-Code bereinigte Neuveröffentlichung von BSD, auf der alle modernen BSD-Derivate basieren) oder dessen mittlerweile erschienenen Nachfolgern NetBSD, OpenBSD und FreeBSD auszutauschen. Der Kernel wurde gegenüber NeXTStep vollkommen überarbeitet – während NeXtstep noch einen reinen Mach-Mikrokernel verwendete, setzt Mac OS X auf einen sogenannten Hybridkernel: Dabei werden einige Funktionen in den Kernel integriert, allerdings nicht so viele wie bei einem monolithischen Kernel. Als Basis für den XNU getauften Kernel wurde weiterhin Mach verwendet und mit Teilen des monolithischen FreeBSD-Kernels ergänzt. Das Basissystem enthält neben dem Kernel noch ein BSD-Userland und trägt den Projektnamen Darwin.

Darüber hinaus wurde die Programmierschnittstelle von OpenStep weiterentwickelt und durch Cocoa umgesetzt. Die Arbeitsumgebung Aqua wurde völlig neu entworfen. Mac OS X besteht aus diesen unter proprietären Lizenzen veröffentlichten Systemteilen und dem als freie Software veröffentlichten Darwin.

Durch Darwin verfügt Mac OS X über Fähigkeiten wie Speicherschutz, präemptives Multitasking, Mehrbenutzerfähigkeit, erweitertes Speichermanagement und symmetrisches Multiprocessing (SMP). Mac OS X kann sowohl als Einzel- als auch als Mehrbenutzersystem verwendet werden. Auf Wunsch kann man eine Anmeldung ohne Passwortabfrage konfigurieren. Wie bei Unix üblich, wird dennoch bei sicherheitsrelevanten Operationen das Kennwort verlangt. Zum ersten Mal seit Einführung von Mac OS können Benutzer auch über eine Kommandozeile auf das System zugreifen.

Aqua

Hauptartikel: Aqua (Mac OS X)

Die auffälligste Änderung gegenüber den Vorgängern (Mac OS 9) ist die neue Oberfläche Aqua (lat. = Wasser). Sie soll durch Lichteffekte wie Reflexionen und Schlagschatten auf diversen Oberflächenelementen wie Schaltflächen oder eingeblendeten Menüs an Wassertropfen erinnern. Ebenfalls markant ist die Nadelstreifen-Optik der Fensterhintergründe und der Fotorealismus der Icons.

Als ein weiteres Erscheinungsbild für Fenster gab es bis zur Version 10.4 Brushed Metal (gebürstetes Metall). In den Apple Human Interface Guidelines empfiehlt Apple die Verwendung dieses Designs für Programme, die einen Teil der Hardware oder ein bestimmtes Gerät darstellen (z. B. eine Digitalkamera oder einen DVD-Spieler). Mit Mac OS X 10.5 wurden die unterschiedlichen Erscheinungsbilder optisch vereinheitlicht.

Ganz neue Elemente in Aqua gegenüber älteren Oberflächen sind sogenannte Sheets und Drawers. Sheets sollen das Problem lösen, dass für einen Benutzer oft nicht ersichtlich ist, zu welchem Dokument eine sich gerade öffnende Dialogbox gehört. Ein Sheet ist eine Art Dialogfenster, das direkt an die Titelzeile des betroffenen Dokuments angehängt wird, und das somit zum untrennbaren Bestandteil des betroffenen Dokuments wird. Drawers sind Schubladen, die durch einen Klick auf die entsprechende Schaltfläche in der Symbolleiste links oder rechts des Hauptfensters ausgefahren werden und Elemente enthalten, die nicht dauerhaft zur Programmbedienung benötigt werden. In der ersten Version von Apples E-Mail-Programm Mail befand sich beispielsweise die Ordnerstruktur in einem Drawer, in Version 2 wurde die Ordnerstruktur hingegen zu einem festen Teil des Hauptfensters gemacht.

Eine weitere Besonderheit von Aqua ist die Art der Darstellung der Bildschirminhalte. Hierbei verwendet Apple eine eigene Technik namens Quartz. Diese Darstellung zweidimensionaler Elemente basiert auf dem PDF-Format. Die Weiterentwicklung dieser Technik namens Quartz Extreme beschleunigt die Darstellung, indem jedes Fenster als Textur betrachtet und so nicht mehr nur vom Haupt-, sondern vom Grafikprozessor berechnet werden kann. Fenster können dadurch ohne hohe Prozessorlast in Echtzeit skaliert und transformiert werden.

Netzwerk

Mac OS X bietet die für Unix typischen Netzwerkeigenschaften. Dazu gehört eine umfassende Unterstützung von SMB für die Zusammenarbeit mit Computern, die unter Windows laufen. Insbesondere können Serverfreigaben erzeugt werden, so dass von Windows-Computern auf Daten unter Mac OS X zugegriffen werden kann. Es gibt Berichte, dass diese Unterstützung unter Tiger nicht mehr so funktioniert wie bei Panther.[3]

Unter dem Namen Bonjour (seit April 2005, vorher Rendezvous) unterstützt Mac OS X Zeroconf, das es Benutzern ermöglicht, Netzwerkverbindungen und -dienste zu nutzen, ohne sie vorher konfigurieren zu müssen.

Unter dem Namen Mac OS X Server vertreibt Apple eine Variante der Distribution, das auf identischer Software beruht, aber mit zusätzlichen Diensten und Werkzeugen für den Serverbetrieb ausgerüstet ist.

Kompatibilität

Abwärtskompatibilität zu Mac OS 8/9

Ein für Mac OS 8/9 geschriebenes Programm benötigt eine Anpassung und Neuübersetzung, um ohne Emulation unter Mac OS X lauffähig zu sein. Zu diesem Zweck veröffentlichte Apple die Programmbibliothek Carbon. Carbon stellt unter Mac OS X und Mac OS 8/9 die gleichen Programmierschnittstellen zur Verfügung und ermöglicht es somit, Programme zu schreiben, die in beiden Versionen lauffähig sind.

Um nicht angepasste Programme (auch solche, die noch für den 68k-Prozessor geschrieben wurden) unter Mac OS X benutzen zu können, gab es bis Mac OS Tiger (Version 10.4)[4] die Classic-Umgebung. Dies war ein als Laufzeitumgebung geladenes Mac OS 9 innerhalb von Mac OS X, in dem solche Programme normal benutzt werden können, also technisch eine Emulation. Sie setzte einen Mac mit PowerPC-Architektur (G3, G4 und G5) voraus und lief daher nicht auf den neueren Intel-Prozessoren. Der Großteil der älteren Software für Mac OS, auch solche für sehr alte Macs (68k-CPUs), konnte auf diese Weise verwendet werden. Die Classic-Umgebung entsprach der Blue Box von Rhapsody.

Um weiterhin nicht für Mac OS X angepasste Software verwenden zu können, gibt es zwei gängige Alternativen: Zum einen kann bei einem PowerPC-basierten Mac eine separate Festplattenpartition mit einer zur Hardware kompatiblen älteren Betriebssystemversion angelegt werden, von welcher aus die ältere Software gestartet werden kann. Zum anderen kann die freie auf Open-Source-basierende Emulationssoftware SheepShaver eingesetzt werden. Sie ermöglicht es, selbst auf Intel-Prozessoren ältere Software zu betreiben, im Gegensatz zur Classic-Umgebung (die Mac OS bis zur Version 9.2.2 unterstützt) befindet sich SheepShaver jedoch noch im Entwicklungsstadium und unterstützt Mac OS derzeit nur bis zur Version 9.0.4.

Kompatibilität innerhalb von Mac OS X

Kompatibilitätsprobleme innerhalb von Mac OS X gibt es vor allem durch den Januar 2006 vorgenommenen Architekturwechsel vom Power PC-CPUs der Fabrikate Motorola und IBM auf x86-CPUs von Intel. Für Programme, die für Mac OS X geschrieben sind, aber einen PowerPC-Prozessor voraussetzen, gibt es auf Intel-Macs die Rosetta-Emulation.

Andere Betriebssysteme auf Apple-Rechnern

Mit dem Wechsel von Power-PC- auf Intel-Prozessoren ergaben sich 2006 erweiterte Möglichkeiten bei der Nutzung anderer Betriebssysteme auf Apple-Rechnern:

  • Andere x86-Betriebssysteme – wie Microsoft Windows – sind mit nur geringen Leistungsverlusten auf Apple-Hardware unter Mac OS X einsetzbar, weil Virtualisierungs-Tools wie VMware, Parallels Desktop for Mac oder VirtualBox ohne zusätzliche CPU-Emulation eingesetzt werden können. Portable Unix-Betriebssysteme wie Linux waren bereits zuvor auf PowerPC-Prozessoren lauffähig.
  • Mit der Software Boot Camp von Apple kann ein Windows-System nativ auf einem Mac ausgeführt werden, welcher sich dann wie ein gewöhnlicher Computer mit Microsoft Windows verhält.
  • Eine weitere Möglichkeit stellt die Verwendung von Varianten der Windows-kompatiblen Laufzeitumgebung Wine dar; vor Allem durch das freie Darwine und das kommerzielle CrossOver. Der Vorteil hierbei ist, dass keine zusätzliche Windows-Lizenz benötigt wird.

Mac OS X auf anderen Computern

Mac OS X darf laut Apple-Lizenzbestimmungen nur auf Apple-Hardware genutzt werden. Somit ist der Betrieb von OS X auf fremder PC-Hardware nicht offiziell möglich. Ob Apple den Benutzern und Händlern die Installation und Nutzung des Betriebssystems auf fremder Hardware überhaupt rechtswirksam untersagen darf, ist rechtlich noch nicht abschließend geklärt. Selbst wenn sich hier die Rechtsauffassung von Apple durchsetzt, ist es fraglich, ob die reine Umrüstung von PCs zu diesem Zweck bereits illegal ist, wenn der Umrüster selbst die lizenzwidrige Installation des Betriebssystems nicht vornimmt[5].

Seit der Verwendung von Intel-Chips in Apple-Computern gab es immer wieder Hersteller, die andere Rechner mit vorinstalliertem Apple-Betriebssystem ausliefern oder so modifizieren, dass sich Mac OS X auf ihnen installieren lässt. Derartig modifizierte PCs werden „Hackintoshs“ oder „Mac-Klone“[6] genannt. Die US-Firma Psystar legte einen jahrelangen Rechtsstreit mit Apple dadurch bei, dass sie selbst Mac OS X nicht installiert, sondern dies den Kunden überlässt[7]. Ein weiterer Anbieter ist die deutsche Firma PearC aus Wolfsburg mit einem Desktop-Gerät[8]. Eine Modellreihe aus Mac-Klonen bietet die russische Firma Bizon PC aus Moskau an[9]. Daneben gibt es für Computerbastler Anleitungen auf Internetseiten, PCs selbst Mac OS X-kompatibel umzurüsten[10] und weitere Umbauprojekte:

  • Auf Basis eines von Apple herausgegebenen Entwicklerpakets betreibt das OSx86-Projekt (en) die Anpassung von Mac OS X an IBM-kompatible x86-PCs. Dazu werden Patches entwickelt, die den Quellcode des Kernels von Mac OS X für eine bestimmte Hardware ändern und nach Neu-Kompilierung einen Start auf den entsprechenden x86-Rechnern von Fremdherstellern ermöglichen.[11]
  • Seit November 2007 wird versucht, eine Emulation des Apple-EFI (dem Äquivalent zum PC-BIOS) zu realisieren, so dass auf „IBM-kompatiblen“ PCs Mac OS X installiert werden kann.

Die Begriffe „Hackintosh” und „Mac-Klon” werden nicht scharf voneinander abgegrenzt. „Mac-Klon“ werden häufiger die gewerblich angebotenen Konfigurationen genannt. Mit „Hackintosh“ sind eher die heimischen Nachbauten gemeint, die mit englischem Sprachwitz auch als „Homebrew“ bezeichnet werden.

Für Mac-Klone wird mit den Vorteilen von Mac OS X gegenüber Windows und dem günstigeren Preis der Hardware gegenüber den Originalen von Apple geworben. Für Apple liegt die Gefahr darin, dass es bei weiterer Verbreitung nicht mehr nötig wäre, die eher teure Apple-Hardware zu erwerben, um mit dem Betriebssystem zu arbeiten. Apple wehrt sich vor allem gegen gewerblich angebotene Systeme, die wenig technisches Wissen beim Käufer voraussetzen.[12]

Dateisysteme

Lokale Dateisysteme

Mac OS X unterstützt verschiedene lokale Dateisysteme, das bevorzugte ist HFS+. Weitere unterstützte Dateisysteme sind: HFS, ISO 9660, MS-DOS (FAT12, FAT16 und FAT32), NTFS, exFAT, UFS, UDF sowie ZFS (die beiden letztgenannten nur lesend). Der Schreibzugriff auf NTFS wurde erst in Mac OS X 10.6 hinzugefügt, ist standardmäßig jedoch abgeschaltet und muss durch einen Eintrag in fstab aktiviert werden. Bei älteren Versionen kann NTFS-Schreibzugriff mit dem Zusatzprogramm NTFS-3G realisiert werden, zudem bietet Paragon mit „NTFS for Mac® OS X“ eine kommerzielle Lösung an.

Netzwerkdateisysteme

Unterstützte Netzwerkdateisysteme: AFP, FTP (nur lesend), NFS, SMB/CIFS, WebDAV.

MacFUSE

Mit der Zusatzsoftware MacFUSE und entsprechenden Plug-ins wie NTFS-3G (für Schreib-/Lesezugriff auf NTFS-Datenträger) sind weitere Dateisystemtypen unter Mac OS X verfügbar. Sie bietet ungewöhnliche Möglichkeiten, wie mittels SFTP-Fernverbindung (mit dem Plugin SSHFS) auf andere Computer zuzugreifen oder laufende Prozesse (mit dem Plugin ProcFS) im Finder anzeigen zu lassen.

Programmierung

Die native Programmier- und Anwendungsschnittstelle für Aqua-Programme ist Cocoa, welches eine Weiterentwicklung von OpenStep ist. Cocoa-Programme werden vorwiegend in Objective-C geschrieben. Verschiedene Brückenschnittstellen, sogenannte Bridges (siehe auch Brücke) ermöglichen es zudem, Cocoa mit Ruby, Python und Java zu nutzen. Seit Mac OS X 10.4 wird die Java-Bridge nicht mehr aktualisiert.[13] Mit AppleScript Studio besteht darüber hinaus die Möglichkeit, Programme in AppleScript zu schreiben und mit Objective-C oder anderen Sprachen zu erweitern.

Für die klassische und die übliche Hochsprachenprogrammierung stellt Mac OS X außer Cocoa und der Carbon-Bibliothek eine vollständige Java-5.0-Umgebung, eine POSIX-kompatible BSD-Umgebung und eine X11-Umgebung zur Verfügung. Daneben werden die verbreiteten Unix-Programmiersprachen (z. B. Perl, PHP, Python, Ruby und Tcl und C) zur Verfügung gestellt.

Für die meisten dieser Sprachen existieren Cocoa Bridges, welche einen Zugriff auf die Klassen von Cocoa ermöglichen. Dadurch können beispielsweise Python-Programme mit einer nativen Benutzeroberfläche versehen werden (bekannt als PyObjC).

Versionen

Mac OS X

Mac OS X Namensschema

Mac-OS-X-Versionen sind nach Raubkatzen benannt. Vor der Freigabe war „Cheetah“ der interne Codename für die Systemversion 10.0, Version 10.1 wurde intern als „Puma“ bezeichnet. Nachdem Version 10.2, Codename „Jaguar“, ein gutes Verkaufsergebnis erzielt hatte, entschied sich Apples Marketingabteilung, die Code-Namen zur Förderung des Betriebssystems bei der Vermarktung zu nutzen. 10.3 wurde als „Panther“ vermarktet, 10.4 als „Tiger“, 10.5 als „Leopard“ und 10.6 als „Snow Leopard“. Die aktuelle Version 10.7 trägt den Namen „Lion“ und wird auch ohne den Zusatz „Mac“ als „OS X“ beworben.[14]

„Panther“, „Tiger“, „Leopard“ und „Snow Leopard“ sind eingetragene Warenzeichen von Apple, doch „Cheetah“, „Puma“ und „Jaguar“ wurden nie registriert. Apple hat auch „Lynx“ und „Cougar“ als Marken eintragen lassen.

Mac OS X Public Beta (Kodiak)

Am 13. September 2000 veröffentlichte Apple eine Beta-Version von Mac OS X und verkaufte sie für 29,95 Dollar.[15]

Mac OS X 10.0 (Cheetah)

Hauptartikel: Mac OS X v10.0

Diese erste Version von Mac OS X erschien am 24. März 2001 und war in vielerlei Hinsicht noch nicht ganz ausgereift. Sie war sehr langsam (auf älteren G3-Systemen bis zur Unbrauchbarkeit), wurde aber wegen ihrer in einem so frühen Stadium hohen Stabilität gelobt. 10.0.4 war die letzte Version (22. Juni 2001).

Mac OS X 10.1 (Puma)

Hauptartikel: Mac OS X v10.1

Mac OS X 10.1 erschien am 25. September 2001. Es wurde als kostenlose Aktualisierung von Apple bereitgestellt. Die Geschwindigkeit, insbesondere das Ansprechverhalten der Benutzeroberfläche, wurde wesentlich verbessert, und fehlende Features, wie zum Beispiel das Abspielen von DVDs, wurden hinzugefügt. Die letzte Version war Mac OS X 10.1.5 (veröffentlicht 5. Juni 2002).

Mac OS X 10.2 (Jaguar)

Hauptartikel: Mac OS X v10.2

Jaguar (13. August 2002 veröffentlicht) beschleunigte mit Quartz Extreme die Benutzeroberfläche auf geeigneten Grafikkarten. Als Drucksystem wurde CUPS eingeführt, was die Verwendung alternativer Druckertreiber ermöglichte. Die letzte Version von Jaguar war Mac OS X 10.2.8 (veröffentlicht am 3. Oktober 2003); danach gab es jedoch noch einige Sicherheitsaktualisierungen. Seit dieser Version sind die Raubkatzenarten nicht nur Code- und Projektnamen, sondern offizielle Produktbezeichnungen, die auf den Verpackungen und Datenträgern aufgedruckt sind.

Mac OS X 10.3 (Panther)

Hauptartikel: Mac OS X v10.3

Panther wurde am 24. Oktober 2003 eingeführt. Es brachte Funktionen wie Exposé, das Video-Chat-Programm iChat AV und die Benutzerverzeichnisverschlüsselung FileVault mit. Auch die neue Programmierschnittstelle Core Audio wurde hinzugefügt. Der Finder wurde überarbeitet und einige Inkonsequenzen und Inkonsistenzen der Vorgängerversion beseitigt. Außerdem erfuhr die Benutzeroberfläche einige Änderungen, das Design wurde insgesamt etwas schlichter. Die Systemgeschwindigkeit wurde weiter gesteigert. Mit dem neu eingeführten schnellen Benutzerwechsel wurde es ermöglicht, zwischen Benutzern hin- und herzuschalten, ohne sich abmelden zu müssen. Am 15. April 2005 wurde die letzte Version, Mac OS X 10.3.9, veröffentlicht.

Im Gegensatz zur Version 10.2 (Jaguar) läuft Panther (ohne Drittprogramme wie XPostFacto) nicht mehr auf den beigen G3-Power-Macs, sondern nur mehr auf sogenannten „New-World“-Macs (mit anderer Bus-Architektur, an den fest eingebauten USB-Anschlüssen und am einfarbig gehaltenen Apfel als Firmenlogo auf dem Gehäuse erkennbar).

Mac OS X 10.4 (Tiger)

Hauptartikel: Mac OS X v10.4

Die Version 10.4, Tiger genannt, erschien am 29. April 2005. Unter den neuen Eigenschaften sind eine eingeschränkte Unterstützung von 64-Bit-Prozessen (auf 64-bit-Prozessoren), eine verbesserte SMB-Unterstützung sowie die neue Programmierschnittstelle Core Image (bzw. für Videobearbeitung Core Video) zur Auslagerung grafischer Berechnungen an die GPU der Grafikkarte.

Eine systemweite Metadatensuche mit speicherbaren Suchergebnissen mit dem Namen Spotlight wurde in das System integriert. Eine neue Ergänzung zu Exposé in Tiger ist Dashboard. Dashboard ist eine neue Ebene, die über dem Desktop eingeblendet werden kann, in welcher der Benutzer kleine Hilfsprogramme, sogenannte Widgets auf Abruf sofort zur Verfügung hat. Eine weitere Neuerung ist der Automator, mit dessen Hilfe der Benutzer wiederkehrende Arbeitsprozesse automatisieren kann. Außerdem enthält Tiger noch Safari 2.0, der erstmals RSS unterstützt, den Video-Codec H.264 als Bestandteil von QuickTime 7 sowie neue Versionen von iChat AV und Mail.

Seit der Version 10.4.4 läuft das System auf Macs mit Intel-Prozessor. Aktualisierungen werden getrennt als PowerPC- oder Intel-Version angeboten. Tiger ist mit über zwei Jahren die bisher am längsten gewartete Version von Mac OS X. Am 14. November 2007 erschien die letzte Version von Tiger, 10.4.11.

Mac OS X 10.5 (Leopard)

Hauptartikel: Mac OS X v10.5

Leopard erschien am 26. Oktober 2007, nachdem das Veröffentlichungsdatum aus Kapazitätsgründen (zur rechtzeitigen Fertigstellung des Mobiltelefons iPhone) um etwa ein halbes Jahr verschoben wurde.

Mac OS X v10.5 wird von allen Apple-Computern mit Intel-Prozessoren unterstützt. Ebenso läuft es auf allen Rechnern mit PowerPC-Prozessoren der vierten oder fünften Generation (PowerPC G4 und G5). Für G4-Rechner wird eine Taktfrequenz von mindestens 867 MHz angegeben. Apple nennt weiterhin ein DVD-Laufwerk, 512 MB RAM und für PowerPC-Macs einen fest verbauten FireWire-Anschluss als Systemvoraussetzungen. Zu den größten Neuerungen gehört, abgesehen von einer modernisierten Oberfläche (transparente Menüleiste, dreidimensionales Dock mit Stacks, virtuelle Arbeitsbereiche Spaces, einheitliches Layout, neue Icons) unter anderem eine neue Optik im Finder mit erweiterter Seitenleiste, der Ansicht Cover Flow, der Dateivorschau Quick Look (= Übersicht) sowie der Möglichkeit, andere Rechner im lokalen Netz zu durchsuchen. Außerdem ist eine Datensicherungssoftware, Time Machine, integriert. Boot Camp ermöglicht auf Intel-basierten Macs die Installation von Microsoft Windows (ab Version Windows XP Service Pack 2) parallel zu der von Mac OS X auf einer gesonderten Partition (Volume). Leopard ermöglicht außerdem den 64-Bit-Betrieb bei Applikationen mit grafischer Benutzeroberfläche. Weitere größere Neuerungen finden sich zudem in Safari, Mail, iCal, iChat, Vorschau und der Kindersicherung.

Leopard erfüllt als erstes BSD-Derivat überhaupt die kommerzielle Zertifizierung Single Unix Specification ’03 der Open Group und darf daher den Markennamen „UNIX“ tragen.[16]

Mac OS X 10.6 (Snow Leopard)

Hauptartikel: Mac OS X v10.6

Snow Leopard erschien am 28. August 2009. Wie schon von Apple auf der WWDC vom 9. Juni 2008 angekündigt[17], enthält diese Betriebssystemversion hauptsächlich Verbesserungen und nur wenige neue Funktionen. Der Fokus liegt in der verbesserten Ausnutzung aktueller Computerhardware – Rechner mit PowerPC-Prozessoren werden ab dieser Version nicht mehr unterstützt, ein Intel-Prozessor ist also Bedingung.

So soll mit Grand Central Dispatch und der Open Computing Language eine signifikante Leistungssteigerung durch die Vereinigung von Mehrkern-Hauptprozessoren mit leistungsfähigen Grafikprozessoren (GPGPU) unter einer zentralen Programmierschnittstelle erreicht werden. Außerdem gibt es eine erweiterte 64-Bit-Unterstützung im Betriebssystemkernel. Der Finder wurde komplett neu geschrieben und ist nun eine 64-Bit-Anwendung. Die meisten vorinstallierten Programme von Apple laufen nun ebenfalls im 64-Bit-Modus, können jedoch bei Bedarf in 32 Bit gestartet werden. QuickTime X unterstützt moderne Multimediacodecs besser; hinzu kommt eine native Unterstützung von Microsoft Exchange 2007 in den Programmen Mail, Adressbuch und iCal.[18]

Seit dem 6. Januar 2011 ist die Anwendung für den Zugriff auf den Mac App Store für Snow Leopard verfügbar.[19]

Mac OS X 10.7 (Lion)

Hauptartikel: Mac OS X v10.7

Lion wurde am 20. Juli 2011 veröffentlicht.[20] Zu den vorgestellten Neuerungen von Lion gehören das Launchpad (eine an iOS erinnernde Liste aller installierten Programme), eine verbesserte Handhabung von Programmen im Vollbildmodus und Mission Control (eine kombinierte Übersicht über Spaces, Exposé, Dashboard und laufende Vollbildprogramme).

Verschiedene Bestandteile früherer Betriebssystemversionen, insbesondere die Mediencenter-Oberfläche Front Row, eine vorinstallierte Java-Laufzeitumgebung und die Emulationssoftware Rosetta, die das Ausführen von Programmen für PowerPC-Prozessoren ermöglichte, werden nicht mehr unterstützt.[21]

iOS (früher iPhone OS)

Hauptartikel: Apple iOS

Das Betriebssystem iOS (zunächst iPhone OS genannt) wurde am 9. Januar 2007 im Zusammenhang mit dem neu erschienenen iPhone vorgestellt. Es ist eine auf die verwendete ARM-Architektur portierte und an das iPhone angepasste Version von Mac OS X. Mitgeliefert werden der Internet-Browser Safari, Mail und andere Programme sowie Widgets. Angepasste Varianten von iOS kommen auf dem iPod touch, dem iPad und seit September 2010 auch auf dem Apple TV zum Einsatz. Entsprechend der Funktionsweise und Bedienung eines Handys ist die grafische Bedienoberfläche anders gestaltet als die Aqua-Oberfläche von Mac OS X für Mac-Computer. Zudem unterstützt iOS nur eingeschränkt die Ausführung von Anwendungen von Drittanbietern im Hintergrund.

Die aktuelle Version (Stand: August 2011) der iOS-Software hat die Nummer 4.3.5 (iPhone 3G sowie iPod touch 2. Gen. und frühere Geräte werden nicht mehr unterstützt). Sie wird von Apple als kostenfreies Update bereitgestellt. Bis 4.2.1 können alle Endgeräte (mit Ausnahme der Geräte der ersten Generation) auf die neue Version upgraden, aber nicht alle Geräte haben den vollen Funktionsumfang. Zu den neuen Funktionen der Version 4.x zählen Multitasking und App-Ordner auf dem Homescreen.

Das am 3. April 2010 in den USA veröffentlichte iPad war zunächst mit dem iPhone OS in der Version 3.2 ausgestattet. Es wurde am 22. November 2010 ebenfalls auf die Version 4.2.1 aktualisiert.[22]

OS X Apple TV

Diese Version wurde am 21. März 2007 im Zusammenhang mit dem zu der Zeit erschienenen Apple TV vorgestellt. Es handelt sich dabei um eine für den Pentium-M-Prozessor des Apple TV angepasste Version von Mac OS X Tiger, das QuickTime sowie eine Front-Row-ähnliche grafische Benutzeroberfläche enthält. Seit September 2010 enthält das Apple TV einen ARM-Prozessor und benutzt eine an das Gerät angepasste Version von iOS.[23] OS X Apple TV kommt derzeit nicht mehr zum Einsatz.

Sicherheit

Mac OS X war bisher sehr selten Ziel von Angriffen und gilt daher unter Nutzern als vergleichsweise sicher. Auf welche Faktoren dies zurückgeführt werden kann ist unklar.[24] Unter Sicherheitsexperten erhielt Mac OS X hingegen deutliche Kritik und galt bis 2011 als deutlich unsicherer als etwa Windows Vista, da wichtige Sicherheitsfeatures wie nicht ausführbarer Speicher und ASLR fehlten oder unvollständig waren.[25] In Mac OS X 10.7 hat Apple die Sicherheitsarchitektur grundlegend überarbeitet und u. a. die genannten Features umgesetzt, derzeit gilt es als sicherer als vergleichbare Betriebssysteme.[26]

Als Risiko der Architektur des Betriebssystems wurde genannt, dass der Mach-Microkernel gegenüber der BSD-Vorlage des Unix-Unterbaus Sicherheitslücken mit sich gebracht haben könnte.[27][28][29] Negative Konsequenzen für die übliche Anwendung des Betriebssystems sind jedoch nicht bekannt. Einige an Mac OS X entdeckte Verwundbarkeiten wurden Anfang 2007 im Rahmen des „Month of Apple Bugs“ veröffentlicht.[30] Bekannt gewordene Sicherheitslücken schließt Apple durch Sicherheitsaktualisierungen, die Zeitspanne zwischen dem Bekanntwerden und Schließen einer Sicherheitslücke ist jedoch in manchen Fällen recht groß.[31][32][33]

Nutzerrechte

Mac OS X unterscheidet zwischen normalen Benutzern (user), Systemverwaltern (admin) und dem Superuser (root). Einem normalen Benutzer ist es nicht erlaubt, Änderungen am System vorzunehmen oder Software außerhalb seines Benutzerordners zu installieren. Von ihm gestartete Programme werden nur mit seinen Nutzerrechten ausgeführt. Die Benutzer der Gruppe admin verfügen über weitergehende Rechte, sie dürfen systemweite Einstellungen vornehmen, Software installieren und verfügen über Schreibzugriff auf diverse Systemverzeichnisse. Nach gesonderten Authentifizierungen besteht auch die Möglichkeit, tiefergreifende Änderungen am System vorzunehmen. Ein nutzbares Root-Benutzerkonto, das dauerhaft über die Berechtigungen des Superusers verfügt, gibt es nach einer Systeminstallation nicht. Zwar gibt es einen Benutzer „root“, dieser ist jedoch standardmäßig deaktiviert. Allerdings wurden wiederholt Lücken entdeckt, die es einer von einem Admin-Nutzer ausgeführten Software ermöglichen, Root-Rechte und damit die volle Kontrolle über das System zu erlangen.

App Sandbox

Die App Sandbox ist ein in Mac OS X 10.7 eingeführter Sicherheitsmechanismus, der es Angreifern erschweren soll, Sicherheitslücken in Programmen auszunutzen. Dazu erhält jedes Programm nur die absolut notwendigen Rechte, so dass es – falls es von einem Angreifer gekapert wird – möglichst geringen Schaden anrichten kann.

Das Betriebssystem teilt hierfür jedem Programm einen eigenen Bereich der Festplatte, die sogenannte „Sandbox“, zu. Auf die „Sandbox“ fremder Programme oder auf andere Bereiche des Systems kann das Programm nicht zugreifen. Die Öffnen- und Speichern-Dialoge sind folglich nicht mehr Teil des Programmes, sondern laufen in einem eigenen Systemprozess namens Powerbox, da das Programm selbst keinen Zugriff mehr auf Dokumente auf der Festplatte hat.[34]

Außerdem muss jedes Programm, das Sandboxing unterstützt, eine vom Entwickler erstellte Liste der benötigten Berechtigungen enthalten. (Insgesamt gibt es etwa ein Dutzend Berechtigungen[35][36] für Funktionen wie den Aufbau von Netzwerkverbindungen oder die Aufnahme von Fotos mit der eingebauten Webcam.) Falls ein Programm versucht, auf eine Funktion zuzugreifen, für die es keine Berechtigung verlangt hat, blockiert Mac OS X dies.[34]

Zudem kommt mit XPC eine Variante der Interprozesskommunikation zum Einsatz, die es Entwicklern vereinfacht, einzelne Funktionen des Programms in einen Prozess auszulagern, der über eine eigene Berechtigungsliste verfügt (Privilege Separation).[36] So kann etwa bei einem Mediaplayer das Rendering von Videodateien ausgelagert werden. Ein Angreifer, der Sicherheitslücken in diesem Bereich ausnutzt, kann dann nur die Berechtigungen dieses Renderingprozesses erhalten, jedoch nicht weitergehende Berechtigungen des Mediaplayers.

Schadsoftware

Als Grund für die Abwesenheit von Schadprogrammen wurde oft angeführt, Mac OS X sei so wenig verbreitet, dass es für Angreifer nicht interessant sei.[37] Dagegen wird eingewendet, dass es für Mac OS 6–9 trotz wesentlich geringeren Marktanteils und weit weniger Internetanbindungen etwa 30 Schadprogramme gab.[38] Die Situation hat sich durch weiterentwickelte Sicherheitsstandards und Verschiebungen der Marktanteile der gebräuchlichsten Betriebssysteme zwar etwas geändert, aber sich global ausbreitende Viren oder Würmer sind für Mac OS X nicht nachgewiesen.

Bis 2010 sind nur neun Prototypen viren- oder wurmähnlicher Schadprogramme für Mac OS X bekannt, verbreiten konnte sich allerdings keines davon. Dazu gehört der am 13. Februar 2006 im Forum einer US-amerikanischen Gerüchteseite veröffentlichte erste Computerwurm für Mac OS X 10.4 (nur für PowerPC), der jedoch vom Anwender willentlich ausgeführt werden muss.[39] Virenscanner für Mac OS X dienen im Wesentlichen dazu, das Durchreichen von Viren zu verhindern, die für andere Betriebssysteme geschrieben wurden.

Für Angreifer interessanter scheint der Einbruch über Trojanische Pferde zu sein.[40] Von mehreren bekannten Trojanern für Mac OS X galten bis 2010 jedoch nur zwei als allgemein bedeutend und nennenswert gefährlich. Sie können sich bei unvorsichtigem Nutzerverhalten installieren, etwa versteckt in illegalen Downloads oder als angeblich fehlender Codec auf Pornoseiten.[41][42] Der bisher gefährlichste Trojaner für Mac OS X war zwischen Mai und Juni 2011 aktiv und tarnte sich als Antivirus-Programm. Als Reaktion darauf baute Apple in Mac OS X 10.6.8 eine täglich aktualisierte Liste mit Malware-Definitionen ein.[43]

Firewall

Mac OS X enthält die von FreeBSD stammende paketorientierte Firewall ipfw, die seit OS X 10.5 standardmäßig ungenutzt bleibt. In Mac OS X 10.5 wurde zusätzlich eine programmorientierte Firewall eingeführt, in der eingestellt wird, welche Programme eingehenden Datenverkehr empfangen dürfen. Eine graphische Benutzeroberfläche für ipfw ist nur noch durch die Installation von Zusatzprogrammen wie „WaterRoof“ oder „Flying Buttress“ herstellbar.

Erste Tests zeigten, dass die zusätzliche Firewall von Mac OS X 10.5.0 selbst dann noch Daten passieren lässt, wenn in den Einstellungen „alle Verbindungen blockieren“ ausgewählt ist.[44] In Mac OS X 10.5.1 wurden mehrere dieser Sicherheitslücken geschlossen. Die Formulierung der Benutzeroberfläche wurde angepasst zu „Nur notwendige Dienste erlauben“ und die Anzahl der in diesem Modus noch zugänglichen Dienste reduziert.[45]

Ausgehende Verbindungen können mit den von Mac OS X bereitgestellten Mitteln der grafischen Benutzeroberfläche nicht überwacht werden; hierfür werden Zusatzprogramme wie „Little Snitch“, „GlowWorm“ oder „TCPBlock“ benötigt.

Sprachen

Die von Apple vertriebene internationale Version von Mac OS X unterstützt die Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, brasilianisches Portugiesisch, Chinesisch (Langzeichen und Kurzzeichen), Niederländisch, Dänisch, Schwedisch, Norwegisch, Finnisch, Polnisch, Russisch, Japanisch, Koreanisch, Arabisch, Tschechisch, Türkisch und Ungarisch.[46]

Sowohl das Betriebssystem als auch die Software von Mac OS X werden im Regelfall mehrsprachig ausgeliefert, so dass ein Wechsel der Sprache keine Neuinstallation einer Programmversion erfordert. Sofern unterstützt, gibt Software unter Mac OS X Meldungen in der Sprache aus, die in den Systemeinstellungen als bevorzugt konfiguriert ist. Da die auszugebenden Meldungen der Programme häufig nicht in deren Binärcode eingebunden sind, sondern sich in mit dem Programmpaket gebündelten Dateien befinden, ist es möglich, auch nachträglich weitere Sprachen zu implementieren. Verschiedene freie Projekte bieten so inoffizielle Übersetzungen in weitere Sprachen.

Seit Version 10.7 ist auch die Sprachausgabe VoiceOver neben Englisch in 25 weiteren Sprachen verfügbar. Zusätzlich zu den oben genannten sind das Griechisch, Hindi, Indonesisch, Rumänisch, Slowakisch und Thai.[47]

Literatur

  • Antoni Nadir Cherif: Mac OS X 10.6 Snow Leopard – Das Praxisbuch. Smartbooks Publishing AG, Pfäffikon (Schweiz) 2009, ISBN 978-3-908497-97-4
  • Antoni Nadir Cherif: Mac OS X 10.5 Leopard – Für Einsteiger und Windows-Umsteiger. Smartbooks Publishing AG, Baar (Schweiz) 2008, ISBN 978-3-908497-73-8
  • Gion Andrea Barandun: Mac OS X – Tiger. Pumera-Verlag, Thalwil (Schweiz) 2005, ISBN 3-905403-02-1
  • Rael Dornfest, Kevin Hemenway: Mac OS X Hacks. O’Reilly, Köln 2004, ISBN 3-89721-363-X
  • Kai Surendorf: UNIX für Mac OS X-Anwender. Galileo Press, Bonn 2004, ISBN 3-89842-385-9
  • Amit Singh: Mac OS X Internals: A Systems Approach. Addison-Wesley Longman, Amsterdam 2006, ISBN 0-321-27854-2
  • David Pogue: Mac OS X Leopard – Missing Manual. Pogue Press/O’Reilly, New York 2008, ISBN 978-3-89721-853-6

Weblinks

 Commons: Mac OS X – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikibooks Wikibooks: MacOS-Kompendium – Lern- und Lehrmaterialien

Einzelnachweise

  1. w3counter-Homepage
  2. Artikel auf macnotes.de zu Betriebssystemmarktanteilen
  3. http://www.macwindows.com/tiger.html#e
  4. http://docs.info.apple.com/article.html?path=Mac/10.5/de/11511.html
  5. http://www.maclife.de/panorama/recht/wechselt-psystar-seine-strategie
  6. Macwelt
  7. http://www.macwelt.de/artikel/_News/369198/apple_und_psystar_einigen_sich_in_urheberrechtsstreit/1
  8. Manager-Magazin
  9. russland.RU
  10. Hackintosh.com
  11. http://www.osx86project.org
  12. siehe: Macwelt 12/2009, Artikel zu Prozess Apple gegen Psystar
  13. Apples Dokumentation über die Cocoa-Java-Integration
  14. http://www.apple.com/de/macosx/
  15. arstechnica
  16. http://www.infoweek.ch/news/NW_single.cfm?news_ID=17048&sid=0
  17. Pressemeldung vom 9. Juni 2008
  18. Snow Leopard bei apple.com
  19. Mac App Store
  20. Apple launches Mac OS X 10.7 Lion on Mac App Store for $29.99. In: AppleInsider.com. 20. Juli 2011, abgerufen am 20. Juli 2011 (englisch).
  21. AppleInsider: Inside Mac OS X 10.7 Lion: Missing Front Row, Rosetta and Java runtime. 26. Februar 2011.
  22. Informationen über das iPad-Software-Development-Kit auf der Apple-Website (abgerufen im Februar 2010, englisch)
  23. http://www.macrumors.com/2010/09/17/new-apple-tv-to-get-apps/
  24. John Gruber: Broken Windows. daringfireball.net, 4. Juni 2004, abgerufen am 22. August 2011 (englisch).
  25. Alan Dang: Behind Pwn2Own: Exclusive Interview With Charlie Miller. The NX bit and ASLR. tomshardware.com, 25. März 2009, S. 4, abgerufen am 22. August 2011 (englisch): „The NX bit is very powerful. When used properly, it ensures that user-supplied code cannot be executed in the process during exploitation. Researchers (and hackers) have struggled with ways around this protection. ASLR is also very tough to defeat. This is the way the process randomizes the location of code in a process. Between these two hurdles, no one knows how to execute arbitrary code in Firefox or IE 8 in Vista right now. For the record, Leopard has neither of these features, at least implemented effectively.“
  26. Dan Godin: Major overhaul makes OS X Lion king of security. TheRegister.co.uk, 21. Juli 2011, abgerufen am 22. August 2011 (englisch): „Apple deserves kudos for setting a new standard in OS security that Microsoft and Linux distributors would do well to emulate.“
  27. http://www.zdnet.de/security/analysen/0,39029458,39140475,00.htm Alte Sicherheitslücken bedrohen Mac OS X
  28. http://www.ccc.de/congress/2004/fahrplan/files/95-macosx-insecurity-paper.pdf Practical Mac OS X Insecurity über unter anderem Mach Injection (englisch)
  29. http://www.heise.de/security/artikel/75266 Mach(t)-Missbrauch unter OS X, Heise-Security-Artikel mit Verweis auf englisches Original-Dokument
  30. Beitrag auf Heise.de
  31. Unpatched OS X Jave Vulnerabilities Drawing Attention. Macrumors, 20. Mai 2009, abgerufen am 3. September 2011 (englisch): „While the vulnerabilities, first discovered last August, were disclosed and patched by Sun last December, Apple has yet to roll out a fix for its own implementation of Java.“
  32. Unpatched Mac OS X/Safari Security Flaws. Macrumors, 26. April 2006, abgerufen am 3. September 2011 (englisch).
  33. Rich Mogull, Glenn Fleishman: Apple Fails to Patch Critical Exploited DNS Flaw. TidBITS, 24. Juli 2008, abgerufen am 3. September 2011 (englisch): „Apple has not yet provided a patch, unlike dozens of other companies that make or distribute operating systems or DNS server software.“
  34. a b John Siracusa: Mac OS X 10.7 Lion: the Ars Technica review. arstechnica.com, 20. Juli 2011, S. 9, abgerufen am 22. August 2011 (englisch).
  35. developer.apple.com: WWDC 2011 Session Videos „Session 203 – Introducing App Sandbox“ ab 29:40 min (nur mit kostenlosem Account einsehbar; englisch)
  36. a b Tobias Engler: „Bedrohung für den Mac“ (OS X 10.7: Apple bessert gründlich nach) In: c't kompakt Security 03/2011, Seite 144
  37. http://www.viruslist.com/de/analysis?pubid=191895821 Bericht über Anstieg kritischer Lücken auf viruslist.com
  38. http://www.architektenwerk.de/mac_os_viren.html Liste vorhandener Macintosh-Viren seit OS 6 bis heute auf Architektenwerk.de
  39. Virus für Mac OS X aufgetaucht. In: heise online. Heise Verlag, 16. Februar 2006, abgerufen am 26. Januar 2010.
  40. Sicherheit beim Mac. MacTechNews.de, 20. Marz 2010, S. Kommentar 1, Abschn. 6 ff, abgerufen am 21. April 2010.
  41. Trojaner-Lockmittel: Snow Leopard kostenlos. fscklog, 27. August 2009, abgerufen am 26. Januar 2010.
  42. Alter Trick, variierende Trojaner: Fehlende Videocodecs als Lockmittel. fscklog, 12. Juni 2009, abgerufen am 22. August 2011.
  43. Raid on Russian Firm May Have Taken Down MacDefender Malware. macrumors.com, 4. August 2011, abgerufen am 22. August 2011 (englisch).
  44. heise.de: Löcher in der Firewall von Mac OS X Leopard 29. Oktober 2007, abgerufen am 3. September 2011
  45. heise.de: Apple bessert Löcher in der Leopard-Firewall aus 16. November 2007, abgerufen am 3. September 2011
  46. Apple.com: OS X Lion Technische Daten abgerufen am 6. September 2011
  47. Multilingual Mac: OS X 10.7 Lion Adds Major New Language Capabilities abgerufen am 6. September 2011

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