Sattler [2]


Sattler [2]

Sattler, 1) Karl, deutscher Politiker und Geschichtsforscher, geb. 26. Jan. 1850 in Varel, Kreis Sulingen, gest. 13. Juli 1906 in Berlin, studierte in Göttingen, trat 1874 in den preußischen Archivdienst, wurde Staatsarchivar in Hannover und 1886 Geheimer Staatsarchivar in Berlin und war später zugleich zweiter Direktor der königlich preußischen Staatsarchive. 1884–88 und wieder seit 1898 gehörte S. dem Reichstag, seit 1885 dem Abgeordnetenhaus (als Mitglied in beiden der nationalliberalen Partei) an und war stellvertretender Vorsitzender der Reichstagsfraktion; besonders beschäftigte er sich mit Finanzfragen. Er schrieb: »Die flandrisch-holländischen Verwicklungen unter Wilhelm von Holland, 1248–1256« (Götting. 1872); »Reichsfreiherr Dodo zu Innhausen und Knyphausen, königlich schwedischer Feldmarschall« (Norden 1891); »Das Schuldenwesen des preußischen Staates und des Deutschen Reichs« (Stuttg. 1893) und gab »Handelsrechnungen des Deutschen Ordens« (Leipz. 1887) heraus.

2) Joseph, Maler und Zeichner, geb. 26. Juli 1867 in Schrobenhausen (Bayern), studierte bei Heinz Heim, dann auf der Akademie in München und widmete sich früh der Buchillustration, in der er jetzt eine führende Stellung einnimmt (s. Tafel »Buchschmuck III«, Fig. 3). In der Art seiner Zeichnung schließt er sich an die altdeutschen Meister, besonders Dürer, an. Außer Illustrationen zu den »Fliegenden Blättern«, zum »Pan«, zur »Geschichte der rheinischen Städtekultur«, Exlibris etc. (s. Tafel »Bücherzeichen I«, Fig. 4) hat er eine Reihe selbständiger Zyklen von Zeichnungen geschaffen, wie der Bauernkrieg, ein Totentanz, Bilder vom internationalen Kunstkrieg, meine Harmonie. Besonders bekannt wurde er durch die von der Reichsdruckerei veranstaltete Prachtausgabe des Nibelungenliedes, für die er die Druckschrift, zahllose geistreiche Initialen und Vignetten und eine Anzahl bildmäßiger Illustrationen gezeichnet hat (Berl. 1904). Er lebt in Straßburg i. E.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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  • Sattler [1] — Sattler, zünftige Handwerker, welche fünf bis sieben Jahre lernen, auf der Wanderschaft Geschenk erhalten u. als Meisterstück einige Sättel fertigen; sie machen vorzüglich Sättel, hie u. da auch Kumte u. anderes Pferdegeschirr, namentlich… …   Pierer's Universal-Lexikon

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  • Sattler — Sattler, Karl, Politiker, geb. 26. Jan. 1850 in Varrel (Hannover), 1888 96 Geh. Staatsarchivar in Berlin, 1884 88 und seit 1898 Mitglied des Reichstags, seit 1885 Landtagsabgeordneter (nationalliberal) gest. 13. Juli 1906 in Berlin; schrieb: »Das …   Kleines Konversations-Lexikon

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  • Sattler — Sạtt|ler 〈m. 3〉 Handwerker, der Sättel sowie alle übrigen gröberen Ledergegenstände (Koffer, Mappen, Wagenpolster) herstellt * * * Sạtt|ler, der; s, [mhd. sateler, ahd. satilari]: jmd., der grobe Lederwaren (z. B. Sättel, Koffer) herstellt… …   Universal-Lexikon

  • Sattler — Berufsname zu mhd. sateler »Sattler«. Nach der Regensburger Ordnung für das Sattlerhandwerk (a. 1478) waren die Sättel meist aus Buchsbaumholz. Das Sattelholz wurde mit Leder überzogen. Zwischen Holz und Leder, wohl innen an den Sattelbögen,… …   Wörterbuch der deutschen familiennamen


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