Eriphýle


Eriphýle

ERIPHÝLE, es, Gr. Ἐριφύλη, ης, ( Tab. XXV.) des Talaus und der Lysimache, einer Tochter des Abas, Tochter, Apollod. l. I. c. 9. §. 13. Sie heurathete den Amphiaraus, ließ sich aber von dem Polynices, durch Verehrung des unglücklichen Halsbandes, welches Venus der Harmonia an deren Beylager mit dem Kadmus verehret, bewegen, ihren Mann mit zu dem Zuge wider Theben zu bereden, ungeachtet dieser, als ein guter Wahrsager, wohl wußte, daß er darinnen umkommen würde. Ja, als ihr Bruder Adrastus und gedachter ihr Mann wegen der Herrschaft selbst streitig waren, und sie von beyden zur Richterinn erkohren wurde, so sprach sie dieselbe vielmehr ihrem Bruder, als ihrem Manne, zu. Zur Vergeltung dafür befahl er demnach, als er mit in den Krieg gehen mußte, dem Alkmäon, ihrer beyder Sohne, seinen Tod an seiner treulosen Mutter zu rächen. Diod. Sic. lib. IV. c. 67. p. 186. Cf. Serv. ad Virg. Aen. VI. v. 445. Dieser that solches auch hernach, zumal da das Orakel die Rache gut hieß. Nichts desto weniger wurde er dafür von den Furien umgetrieben, wie davon unter Alkmäon geredet ist. Indessen wollen doch einige, es habe sich Amphiaraus so gar versteckt gehalten, damit er den ihm unglücklichen Zug nicht mit thun dürfe, sey aber von ihr, gegen erwähntes Halsband, verrathen worden. Hygin. Fab. 73. Da sie hernach auch wider den Alkmäon selbst bey dem Zuge der Epigonen Geschenke genommen, so soll dieser um so viel mehr seyn bewogen worden, seines Vaters Befehl an ihr zu vollbringen Apollod. lib. III. c. 7. §. 5. Es hatte aber Vulcan besagtes Halsband verfertiget, und aus Rache gegen die Harmonia, welche Venus, seine Frau, mit ihrem Liebhaber, dem Mars, gezeuget, dergleichen Dinge mit hineingebracht, daß die, welche es trug, nothwendig unglücklich seyn mußte, wie solches, nach der Harmonia, auch des Polynices Gemahlinn Jokasta, Semele, und Argia erfuhren Luctat. ad Stat Theb. II. v. 272. Ja, zuletzt, da es schon in den Tempel der vorsichtigen Minerva zu Delphi war aufgehängt worden, brachte es noch eines Statthalters der Oetäer, Aristons Frau, Unglück. Denn da sie von dem Tyrannen Phayllus geliebet wurde, und sich ihm auf keine andere Weise ergeben wollte, als bis sie dieses Halsband erhalten hatte, so nahm er solches, nebst andern Sachen, aus dem Tempel. Sie hatte aber nicht lange damit gepranget, so wurde ihr Sohn rasend, zündete das Haus an, so daß sie mit allem dem, was darinnen war, verbrannte. Phylarch. ap. Parthen. Erot. c. 25. Die Tragödie, welche Sophokles von der Eriphyle geschrieben, ist verloren gegangen. Fabric. Biblioth. Gr. lib. II. c. 17. §. 3.


http://www.zeno.org/Hederich-1770.

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