Oenevs


Oenevs

OENEṼS, ëi, Gr. Ὀινεὺς, έως, ( Tab. XXVI.)

1 §. Aeltern. Sein Vater war nach einigen Portheus, des Mars Sohn, Hom. Il. Ξ. 115. Nicand. ap. Ant. Liberal. c. 2. nach andern und den meisten hingegen, Parthaon, Agenors Sohn, die Mutter aber Euryte, eine Tochter des Hippodamas. Apollod. l. I. c. 7. §. 11.

2 §. Stand und Schicksal. Er war König zu Kalydon in Aetolien. Apollod. l. I. c. 8. §. 1. Als dereinst Bacchus bey ihm einkehrete, und er merkte, daß solcher seine Gemahlinn, die Althäa, liebete, so stellete er sich, als habe er ein Opfer auf dem Lande zu thun, damit solcher Liebhaber indessen Freyheit hätte, mit der Althäa zu thun, was er wollte. Dieser verehrete ihm dagegen einen Weinstock, und zeigete, wie er solchen bauen sollte. Er befahl auch, daß dessen Frucht von ihm in Zukunft Oenus, (Gr. ὀινος,) Wein, sollte genannt werden. Hygin. Fab. 129. Als aber Oeneus hernachmals allen Göttern ihr jährliches Opfer brachte, allein dabey der Diana vergaß: so schickte ihm diese zur Rache ein ungeheures wildes Schwein ins Land, welches solches weit und breit verwüstete, aber doch von seinem Sohne, Meleager, mit Zuziehung der tapfersten jungen Leute aus ganz Griechenland, erleget wurde. Hom. Il. Ι. 529 sqq. Hygin. Fab. 172. & Diod. Sic. l. IV. c. 34. p. 167. Immittelst aber, als er zu einem ziemlichen Alter gekommen war, lehneten sich seines Bruders, des Agrius, Söhne, Thersippus, Onchestus, Prothous, Celeutor, Lykopeus und Melanippus wider ihn auf, bemächtigten sich seines Reichs, legten ihn selbst gefangen, und peitscheten ihn aufs grausamste. Doch da sein Enkel, Diomedes, von Argos zurück kam, so erlegete er des Agrius Söhne größtentheils, und befreyete den Oeneus wieder. Weil dieser aber bereits gar zu alt war, so gab er dessen Reich dem Andrämon, und nahm ihn mit sich in den Peloponnesus, woselbst die Stadt Oenoe von ihm den Namen bekam. Apollod. l. I. c. 8. §. 6. Paus. Corinth. c. 25. p. 130. Ehe aber dieses alles geschah, verlor er durch die Rachbegierde seiner Gemahlinn, der Althäa, seinen Sohn, Meleager, und seine übrigen Söhne fast insgesammt in dem Kriege mit den Cureten. Seine Töchter beweineten des bemeldeten Meleagers Tod dergestalt, daß Diana sie endlich aus Mitleiden in Vögel verwandelte. Nicand ap. Ant. Liberal. c. 2.

3 §. Gemahlinnen und Kinder. Die erste war Althäa, des Thestius Tochter, zu welcher er aber nicht nur von dem Bacchus, sondern auch von dem Mars, Zuspruch hatte, deren jener denn die Dejanira, Hygin. Fab. 129. eine nachmalige Gemahlinn des Herkules, dieser aber den Meleager, Apollod. l. I. c. 8. §. 1. Cf. Hygin. Fab. 171. mit ihr zeugete, die gleichwohl beyde für dessen Kinder angegeben werden. Außer solchen zeugete er selbst mit ihr den Toxeus, den Thyreus und Klymenus, wie auch die Gorge, welche hernach Andrämon heurathete. Apollod. l. c. Nach der Althäa Tode nahm er die Periböa, des Hipponus Tochter, welche vorher Hippostratus zu Falle gebracht, und ihr Vater ihm zugeschickt, sie zur Strafe in ein entlegenes Land zu verweisen. Hesiod. ap. eumd. l. c. §. 4. Doch wollen auch andere, er habe sie selbst zu Falle gebracht, und, als sie ihm der Vater darauf zugeschickt, auch behalten, welche ihm denn den Tpdeus, des Diomedes Vater, gebar, an dem er aber weniges Vergnügen hatte, weil selbiger, nach einigen, den Alkathous, des Oeneus Bruder, erlegete, und darüber ins Elend gehen mußte. Apollod. l. c. §. 4. 5. Indessen soll er von der Althäa noch den Phereus, Agelaus und Periphas, imgleichen die Eurymede und Melanippe gehabt haben, welche letztern beyde in Vögel verwandelt worden. Nicand. ap. Ant. LLiberal. c. 2.

4 §. Tod. Um ihrer Brüder Tod zu rächen, laureten ihm die übrigen Söhne des Agrius in Arkadien auf. Als sie ihn nun einst bey dem Tempel der Vesta ertappeten, so machten sie ihn ohne Mitleiden nieder. Diomedes nahm darauf dessen Körper mit nach Argolien, und begrub ihn an dem Orte, wo hernach die von ihm benannte Stadt Oenoe stund. Apollod. l. I. c. 8. §. ult.


http://www.zeno.org/Hederich-1770.


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