Peninvs


Peninvs

PENINVS, i, nicht aber Pennas oder Pinnus, wie einige wollen, Cluver. Germ. ant. l. I. c. 26. p. 228. war ein Gott der alten Gallier, welcher auf den höchsten Gebirgen der Alpen verehret wurde, die daher auch von ihm die penninischen genennet worden. Liv. l. XXI. c. 38. & Drakenb. ad h. l. Einige haben eine Göttinn, Penina, oder noch unrichtiger, Pönina, aus ihm gemacht. Serv. ad Virgil X. 13. Es hieß aber Pen oder Pin eine Zinne, eine Spitze; und man will, er habe selbst eigentlich nur diesen Namen gehabt; daher denn der fünfte Tag in der Woche bey denen in Oberdeutschland wohnenden Völkern der Pens- oder Pinstag, und durch eine schärfere Aussprache, der Pflugtag, oder wie noch jetzt der Pfingstag, genannt worden. Cluver. l. c. Weil nun dieser Tag sonst der Donnerstag, Dies Iovis, heißt, so hat man daraus schließen wollen, es sey unter dem Pen oder Pennin kein anderer als Jupiter zu verstehen, welcher daselbst etwan einen Altar oder eine Kapelle gehabt; zumal selbst der jetzige kleine St. Bernhardsberg Mons Iovis geheißen. Leibnit. script. rer. Brunsuic. T. I. p. 43. Dieses könnte die Aufschrift auf dem Fußgestelle der Bildsäule dieses Gottes bestätigen, die man in neuern Zeiten auf dem heutigen großen St. Bernhardsberge gefunden hat. Sie stellete einen jungen ganz nackenden aufrechtstehenden Menschen vor, welcher den Mund offen und die rechte Hand so erhoben hatte, als wenn er redete; die linke lag ihm umgewandt an der Hüfte. Er stund auf einer kurzen Säule, oder einem runden Altare, auf dessen Fuße man las LVCIVS LVCILIVS DEO PENINO OPTIMO MAXIMO DONVM DEDIT. Spon. Miscel. erud. ant. p. 85. Hierzu kömmt, daß man auch auf dem kleinen St. Bernhardsberge eine marmorne Säule von vierzehn Fuß hoch gefunden, auf welcher ein Karfunkel gewesen, den man Penins Auge genannt hat, welcher nachher aber Jupiters Auge hieß. Guichenon Hist. de Savoye. T. I. l. I. ch. 4. p. 47. Gleichwohl behauptet man eben hieraus, daß er nichts anders, als die Sonne, habe vorstellen sollen. Martin. Relig. des Gaul T. I. l. II. c. 29. p. 405.


http://www.zeno.org/Hederich-1770.


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