Jugend


Jugend

Jugend, das Lebensalter vom siebenten Lebensjahre bis zur eintretenden Mannbarkeit (im 13. od. 16. Jahre), die sich aber je noch Geschlecht, Nationalität, Klima, Lebensweise zu verschiedener Zeit einstellt. Den Anfang dieser Periode bezeichnet der Zahnwechsel (s.d.), der während dieses ganzen Lebensalters andauert u. in derselben Ordnung wie der Ausbruch erfolgt. Der Körper wächst in dieser Periode vorzüglich in die Länge, zumal die Extremitäten, die Knochen werden fester u. nähern sich immer mehr ihrer Vollkommenheit, beim Knaben entwickelt sich der Brustkasten, beim Mädchen das Becken; im Ganzen nimmt der Körper um etwa 10–12 Zoll zu. Im Gehirn hört schon das Wachsthum auf, dagegen steigert sich seine Thätigkeit, das Auffassungsvermögen, Gedächtniß u. Gefühl werden reger, während Urtheilskraft u. Überlegung noch zurückstehen. Die Thymusdrüse schwindet, die Physiognomie gewinnt festere Züge, die Haut wird derber u. fester, die Kopfhaare wachsen schneller u. bekommen ihre bleibende Farbe. Die J. ist das Lebensalter des günstigsten Gesundheitszustandes u. eignet sich vorzugsweise zu tüchtiger Abhärtung des Körpers u. zur Ausbildung des Geistes. Geschlechtliche Reizungen, so wie zu schnelles Wachsthum beeinträchtigen Körper wie Geist, vgl. Entwickelungskrankheiten. Als personificirte Gottheit hatte die J. (lat. Juventa, Juventus) in Rom auf dem Capitol eine Kapelle mit eigener Feier. Auf Münzen sieht man sie oft mit einer Opferschale in der Linken u. mit der Rechten ein Weihrauchkorn auf einen Dreifuß legen, weil ihr die Jünglinge, wenn sie ihr die Erstlinge des keimenden [173] Bartes weihten (vgl. Juvenalia), ein Weihrauchsopfer brachten. Vgl. Hebe.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Jugend — [Aufbauwortschatz (Rating 1500 3200)] Auch: • Jugendlicher • Jugendliche Bsp.: • In seiner Jugend lebte er in England. • In ihrer Jugend war sie sehr schön. • In der Stadt gibt es ein Jugendzentrum …   Deutsch Wörterbuch

  • Jugend — Sf std. (8. Jh.), mhd. jugent, ahd. jugund, as. juguđ Stammwort. Aus wg. * jugunþi f. Jugend , auch in ae. gēoguþ. Die westgermanische Form ist entstanden aus * juwunþi mit Übergang von w zu wg. g. Es handelt sich um ein ti Abstraktum zu ig. *… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

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  • Jugend [2] — Jugend, eine 1896 von Georg Hirth (s. d.) begründete und herausgegebene, in München erscheinende, illustrierte Wochenschrift, die in modernem Geiste Fragen der Kunst und des öffentlichen Lebens in Wort und Bild behandelt, daneben aber auch von… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Jugend — 1. Alt Jugend der gewiss todt. – Gruter, I, 4; Petri, I, 11; Latendorf II, 6. 2. An der Jugend ist alles lieblich. Lat.: Pueritia semper amabilis. (Seybold, 464.) 3. Auf die Jugend ist kein Verlass, sie will heut dies und morgen das. Abraham a… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Jugend — Sturm und Drang Zeit; wilde Jahre; junge Jahre * * * Ju|gend [ ju:gn̩t], die; : 1. Zeit des Jungseins /Ggs. Alter/: eine sorglose Jugend gehabt haben; sie verbrachte ihre Jugend auf dem Lande. Syn.: ↑ Kindheit. 2. Gesamtheit junger Menschen;… …   Universal-Lexikon

  • Jugend — Unter Jugend versteht man in der westeuropäischen Kultur und der deutschen Strafmündigkeit die Zeit zwischen Kindheit und Erwachsensein, also etwa zwischen dem 13.und 21. Lebensjahr. Diese Zeit wird auch als Adoleszenz bezeichnet, wobei im… …   Deutsch Wikipedia

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