Treue [1]


Treue [1]

Treue, 1) das innige u. unwandelbare Festhalten in Rücksicht auf das Vertrauen, welches Andere in uns setzen, od. die Gesinnung, nach welcher wir die Verbindlichkeiten u. Pflichten, die wir Andern schuldig sind, unverletzlich achten. Daher spricht man von T. im Amte, Berufe, der Freundschaft, Liebe, Ehe etc. Diese T. ist Gebot der Pflicht; schon das natürl iche Gefühl erklärt sich gegen den, welcher sich des Treubruchs schuldig macht u. seine Verbindlichkeiten leichtsinnig od. vorsätzlich verletzt, s. Untreue. Als allegorische Gottheit kommt die T. (Fides) in der römischen Mythologie schon früh vor; ihre Priester umwanden während ihres Dienstes Kopf u. Hände mit weißen Tüchern. Auf Münzen erscheint sie als Fides Augusta, F. Caesarum, F. legionum etc., dargestellt mit verschlungenen Händen, bei ihr eine Turteltaube, auch Ähren u. Mohnhäupter haltend. 2) T. Gottes, die Unveränderlichkeit Gottes in seinen väterlichen Gesinnungen gegen die Menschen; der Ausdruck selbst hängt mit der monotheistischen Vorstellung eines Bündnisses zwischen Gott u. den Menschen (s. Testament) zusammen.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Treue — (mhd. triuwe) ist eine Tugend, welche die Verlässlichkeit eines Akteurs gegenüber einem anderen, einem Kollektiv oder einer Sache ausdrückt. Sie basiert auf gegenseitigem Vertrauen und/oder Loyalität, ist aber nicht der Beweis dafür, dass der… …   Deutsch Wikipedia

  • Treue — die; ; nur Sg; das Treusein <jemandem die Treue halten, bewahren; die Treue brechen>: seine Treue beweisen || K : Treuebruch, Treueschwur, Treueversprechen …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Treue — Treue, die innerliche Stärke und Lebendigkeit der Triebe und Gesinnungen, die bewirkt, daß der äußere Eindruck geringe oder gar keine Gewalt wider die einmal erregten hat, jene Innerlichkeit, welche den Begriff der Liebe nicht mehr von dem… …   Damen Conversations Lexikon

  • Treue [2] — Treue, Orden der T. (Ordre de la fidélité), 1) in Frankreich, so v.w. St. Hubertusorden: 2) badenscher Orden, vom Markgrafen Karl Wilhelm von Baden 17. Juni 1715 nach Legung des Grundsteins zu dem Schlosse in Karlsruhe gestiftet. Hausorden;… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Treue — die; ; in guten Treuen (schweizerisch für im guten Glauben); auf Treu und Glauben {{link}}K 13{{/link}}; meiner Treu! …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Treue — 1. Besser Treu als Reu . 2. Bey manchem ist so viel Treu, wie Speck in den Judenkuchlen. – Chaos, 653. 3. Christliche Treue ist Grund und Anfang aller guten Werke. – Graf, 548, 73. Dän.: Kristiliga tru vera grundvaull ok upphof allra godtverka.… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Treue — Loyalität; Zuverlässigkeit; Untertanentreue * * * Treue [ trɔy̮ə], die; : das Treusein: jmdm. Treue schwören. Syn.: ↑ Anhänglichkeit. Zus.: Freundestreue, Gesinnungstreue, Heimattreue. * * * Treue 〈f. 19; unz.〉 1 …   Universal-Lexikon

  • Treue — die Treue (Grundstufe) Bereitschaft, einem Freund in jeder Situation zu helfen Synonym: Loyalität Beispiele: Sie hat mir Treue geschworen. Er zweifelt an ihrer Treue. die Treue (Aufbaustufe) genaue Wiedergabe eines Ereignisses oder eines Werkes… …   Extremes Deutsch

  • Treue — Eben weil Treue die schönste Eigenschaft eines liebenden Herzens, ein echtes Wunder, ist, kann sie nie zur Pflicht gemacht werden, und eben weil sie nicht Pflicht ist, ist sie da, wo sie in ihrer Herrlichkeit erscheint, so verehrungswürdig.… …   Zitate - Herkunft und Themen

  • Treue —    Unter der Treue Gottes versteht die Bibel die unbedingte Verläßlichkeit u. Wahrhaftigkeit Gottes, der sich nicht ändert (Mal , 6; vgl. 1 Kor 1, 9; 10, 13; 1 Thess 5, 24). Das gläubige Vertrauen des Menschen zur T. Gottes gibt ihm in der… …   Neues Theologisches Wörterbuch


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