Teilmaschine


Teilmaschine

Teilmaschine (Längen- und Kreisteilmaschine).

1. Die Längenteilmaschine besteht aus einer Mikrometerschraube (s.d.), welche in fester Lagerung auf einem Rahmen angebracht ist, und aus einem Schlitten mit Mutter, der auf einer Führung gleitet und durch die Schraube bewegt wird. Der Schlitten trägt ein Reißerwerk, dessen Teilstichel in einer zur Bewegungsrichtung vertikalen Ebene kippt und auf dem zu teilenden Maßstab die Teilstriche aufreißt. Der Maßstab wird hierzu auf einem parallel zur Schraubenachse eingestellten Träger festgelegt. Das Reißerwerk ist mit einer Vorrichtung zur mechanischen Bestimmung der Strichlänge versehen. Ist neben dem Reißerwerk ein Mikroskop angebracht, so kann die Teilmaschine nicht nur zur Uebertragung (Kopierung) einer Teilung (Mutterteilung) auf den zu teilenden Maßstab, sondern auch zur Maßvergleichung als Komparator (s.d.) dienen. Die Beschreibung einer Präzisionsteilmaschine findet sich in [1]. Vgl. a. die bei Komparator und Mikrometerschraube angegebene Literatur.

2. Die Kreisteilmaschine zur Teilung von Kreisen an astronomischen, geodätischen, physikalischen Meßinstrumenten ist eine starke Kreisplatte, die auf einem eingelegten Silberring eine exakte Kreisteilung (Mutterteilung) trägt. Die Platte mit einem Durchmesser bis zu 1 m und mehr ruht auf einem Unterbau, der dem eines Theodolits ähnlich ist. Der zu teilende Kreis wird mit besonderen Vorrichtungen horizontal und zentrisch zum Mutterkreis befestigt. Zur Austragung der Teilstriche dient eine diametral oder in Form einer Alhidade angeordnete Schlittenvorrichtung, welche ein Reißerwerk führt. Das Teilungsverfahren ist eine Kopierung der Mutterteilung durch Einstellung des Reißerwerkes (Stellvorrichtung für die Strichlänge wie oben) mit Hilfe von Mikroskopen, welche von der Alhidade getragen werden. Bei kleinen Maschinen für die Ausführung untergeordneter Teilungen von kleinen Instrumenten geschieht die Uebertragung der Teilung auch durch Feinbewegung (Schraube ohne Ende) des Kreises mittels einer den Teilwerten entsprechenden, exakt geschnittenen Zahnung des Kreisrandes in der[430] Regel bei feststehendem Reißerwerk. Ueber die Einrichtung verschiedener Maschinen, insbesondere die Herstellung und Untersuchung der Mutterteilung s. [2], [3]. Die physikalisch-technische Reichsanstalt in Berlin ist in der Lage, sorgfältig geprüfte Mütterkreise und Schrauben für den Gebrauch der mechanischen Institute zu liefern sowie die Prüfung vorhandener Teilungen auszuführen.


Literatur: [1] Scheel, Ueber Teilmaschinen der Firma Sommer & Runge, Zeitschr. f. Instrumentenkunde 1896, S. 321. – [2] Löwenherz, Die Feinteilung von Kreisen (mit vielen Literaturangaben über ältere Einrichtungen), ebend. 1882, S. 365; Ders., Herstellung und Prüfung von Mutterkreisen, ebend. 1883, S. 99; Schmidtgen, Herstellung der Originalteilung einer Kreisteilmaschine, ebend. 1883, S. 52; Wegener, Beschreibung einer Kreisteilmaschine, ebend. 1883, S. 117; Schreiber, Untersuchung von Kreisteilungen mit zwei und vier Mikroskopen, ebend. 1886, S. 1; Gelcich, Zur Geschichte der Kreisteilungen, ebend. 1886, S. 158; Saegmüller, Automatische Kreisteilmaschine, ebend. 1894, S. 84; Hammer, Die selbsttätige Kreisteilmaschine von Heyde, ebend. 1905, S. 69; Heyde, Untersuchung einer Kreisteilung, Zeitschr. f. Verm. 1907, S. 542. – [3] Ambronn, Handb. d. astron. Instrumentenk., Bd. 1, S. 422, Berlin 1899.

(† Reinhertz) Hillmer.


http://www.zeno.org/Lueger-1904.

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