Orden [1]

Orden, franz. ordres, engl. orders (vom lat. ordo, Ordnung, Reihe, Klasse, Stand), Vereine, deren Mitglieder durch bestimmte Regeln miteinander verbunden sind. Näher sind die O. entweder a) geistliche, deren Mitglieder sich durch ein feierliches Gelübde verbunden haben, nach einer bestimmten Regel zu leben u. ihr Leben der Verwirklichung religiöskirchlicher Zwecke zu widmen, s. Anachoreten, Kloster, die Artikel über die einzelnen Kloster-O. u. Congregationen; od. es sind b) geistliche Ritter-O., Vereine von Rittern, zur Zeit der Kreuzzüge für Hospitalität, geregelte Religionsübung u. beständigen Kampf gegen die Ungläubigen gestiftet u. dem päpstlichen Stuhle unterthan; s. Deutscher Orden, Johanniterorden, Templer od. Tempelherren, dazu Alcantara, Avisorden, Calatrava u.s.f.; vergl. Orden, weltliche. Endlich nannten sich O. c) auch Vereine für Beförderung von Kunst u. Wissenschaft, namentlich der Dichtkunst, z.B. der Pegnitzorden, die Fruchtbringende Gesellschaft (s. d), sowie d) geheime Gesellschaften mit kirchlich-politischen Zwecken, s. Carbonari, Freimaurer, Illuminaten, Tugendbund. – Vor dem und außerhalb des Christenthums finden sich nicht nur Spuren von geistlichem O. swesen, z.B. bei den Pythagoräern, im Judenvolke bei den Essenern u. Therapeuten, in Indien bei den Dewadasis (Götterdienerinen), sondern die Buddhaisten haben namentlich in Tibet ein äußerlich sehr merkwürdig entwickeltes Mönchthum, die Zahl der Klöster u. klösterlichen Vereine ist bei den Mohammedanern groß u. ihre Derwische u. Fakirs is. d. Art.) haben die 3 Gelübde der christlichen O. (Gehorsam, Armuth, Keuschheit), sowie die Ascese mancher derselben oder minder nachgeahmt. Aber seine wahre Ausbildung verdankt das O.swesen lediglich dem Christenthum, weil nur dieses das wahre Ideal eines sittlich vollkommenen Lebens besitzt und die rechte Art und Weise, wie sich der Einzelne Gott u. dem Nächsten gänzlich zu opfern vermag, kennt. – O.sgeistlicher, der einem geistlichen Orden angehörende Kleriker; O.sobere, die Vorsteher, denen die Beaufsichtigung und Regierung eines O. zusteht (General, Provincial, Definitor u.s.f.); O.sprofeß, die feierliche und öffentliche Ablegung der durch die Regel eines O.s vorgeschriebenen Gelübde. – Vgl. Ordination.


http://www.zeno.org/Herder-1854.

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  • orden — sustantivo masculino 1. (preferentemente en singular; no contable) Modo en que están colocadas las personas o las cosas, según un determinado criterio: Nos colocaron en orden para salir. Tienes que poner en orden tu habitación. Las fichas están… …   Diccionario Salamanca de la Lengua Española

  • orden — (Del lat. ordo, ĭnis). 1. amb. Colocación de las cosas en el lugar que les corresponde. 2. Concierto, buena disposición de las cosas entre sí. 3. Regla o modo que se observa para hacer las cosas. Era u. t. c. f.) 4. Serie o sucesión de las cosas …   Diccionario de la lengua española

  • orden — 1. En el español actual, se usa en masculino cuando significa ‘colocación o disposición apropiada’ (Es muy amante del orden), ‘serie o sucesión’ (el orden alfabético), ‘categoría o nivel’ (el orden senatorial), ‘estilo arquitectónico’ (el orden… …   Diccionario panhispánico de dudas

  • Orden — bezeichnet: Orden und Ehrenzeichen, eine staatliche Auszeichnung eine religiöse Ordensgemeinschaft Ritterorden, eine Gruppe von als Ritter bezeichneten Ordensträgern Freimaurerorden, eine Organisation innerhalb der Freimaurerei Studentenorden,… …   Deutsch Wikipedia

  • Orden — (v. lat. ordo), Vereine, deren Mil glieder behufs gemeinschaftlicher Bestrebungen sich die Befolgung gewisser Regeln oder Ordnungen (ordines) zur Pflicht machen; sie zerfallen nach Art und Richtung ihrer Bestrebungen in geistliche und weltliche O …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Orden — Sm std. (11. Jh.), mhd. orden Regel, Ordnung, Reihenfolge , dann christlicher Orden (der einer Regel folgt) Entlehnung. Ist entlehnt aus l. ōrdo (ordinis), das ursprünglich ein Fachwort der Weberei ist (das angezettelte Gewebe). Die alte… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Orden — Orden: Das Substantiv mhd. orden »Regel, Ordnung; Reihe‹nfolge›; Verordnung, Gesetz; Rang, Stand; christlicher Orden« (gegenüber ahd. ordena »Reihe, Reihenfolge«) ist aus lat. ordo (ordinis) »Reihe; Ordnung; Rang, Stand« entlehnt (vgl. dazu das… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Orden — (v. lat.), 1) ursprünglich jeder Verein, dessen Mitglieder durch gewisse Regeln u. Ordnungen (Ordines) miteinander verbunden sind; 2) Geistliche O., Vereine, durch ein feierliches Gelübde (Ordensgelübde) verpflichtet, nach einer bestimmten Regel… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • orden — orden, a la orden del día expr. ser frecuente, cotidiano. ❙ «...en aquel hogar el ascetismo estaba a la orden del día...» P. Perdomo Azopardo, La vida golfa de don Quijote y Sancho …   Diccionario del Argot "El Sohez"

  • Orden [2] — Orden (weltliche), äußere Auszeichnungen für militär. und bürgerliche Verdienste, entstanden aus den Ritterorden (s.d.) des Mittelalters; sie bestehen meist aus Sternen und Kreuzen. Sehr hohe O. haben nur eine Klasse; die meisten zerfallen in… …   Kleines Konversations-Lexikon

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