Alpen (Geographie)


Alpen (Geographie)

Alpen (Geographie), ein für die physische Geographie bedeutender Name. Er bezeichnete früher nur das große Centralgebirge der Schweiz mit seinen Ausläufern in Tyrol, Kärnthen und Steiermark; jetzt aber nennt man alle großen Berggruppen, sobald sie die Nähe der Schneeregion erreichen, Alpen, spricht von Alpenpflanzen, welche in Amerika und Asien wachsen, von Alpenthälern am Himmalaja wie Kaschmir, und so ist denn das riesige Gebirge im nördlichen Indien, so ist denn die ganze, zweitausend Meilen lange, ununterbrochene Kette der Andes, von den Roki Mountains bis zu dem Feuerland, so gut Alpgebirge, wie die Schweiz. Die höchsten Gipfel sind überall, wenn sie nicht vulkanisch sind, aus Urgebirgsarten, aus festem Felsstein bestehend, meistens mit ewigem Schnee bedeckt, schroff, beinahe nicht zu erklimmen, weiter abwärts reihen sich Gebirge der zweiten Formation an sie, den Fuß dieser Felsen bedeckend. Gneis und Granit nehmen die Mitte des Zuges ein, Kalk- und Flötzgebirge schließen sich zu beiden Seiten an sie an. In den Alpgebirgen findet man die mehrsten Metalle, von dem gediegenen Platin und Gold im Ural, in den indischen und amerikanischen Gebirgen, bis zum Blei und Zinn, von dem reinsten Diamant bis zum Amethyst und Karneol etc. Das Pflanzengewächs ist wegen der Fülle von Wasser in der Regel höchst üppig, wegen der sehr verschiedenen Höhe mannichfaltig, und wegen der reinen gesunden Luft, kräftig und gediegen. Darum sind die Alpen auch meistentheils von Hirtenvölkern bewohnt, deren in Europa allein, und zwar nur von der Schweiz bis nach Griechenland (die Apenninen und die Pyrenäen so wenig wie Savoien mitgerechnet) wenigstens 2,00000 sind, welche von nichts als der Viehzucht leben. Auf einem kleinen Raume sind hier nicht selten alle Gewächse der heißesten und kältesten Klimaten vereinigt. Wenn man die amerikanischen Alpen besteigt, so hat man an ihrem Fuße die herrlich blühenden Cactus-Arten, die prächtigsten Palmen und baumhohen Farrenkräuter, weiter hinauf die Alpenrose und die China – noch weiter Tanne und Fichte, Eiche und Linde, endlich aber Krummföhren und Krüppelholz wie in Lappland, bis auch dieses aufhört, kleineren Kräutern, zuletzt aber Moos und Flechtengattungen Platz macht, und in Eis übergeht, wie es am Nordpol nicht besser sein kann. Man kann in einem Tage den Raum von dem ewigen Eis, bis zu dem, im Freien reisenden Ananas durchgehen. Darum sind auch die Gebirgsgegenden so überaus schön, und reich mit Allem versehen, weil alle Temperaturen dort sich einen, mithin die größte Mannichfaltigkeit Statt finden kann.

V.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.


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