Joseph II., deutscher Kaiser


Joseph II., deutscher Kaiser

Joseph II., deutscher Kaiser, deutscher Kaiser, Sohn Franz I. und der glorreichen Maria Theresia (s. d.), ein Fürst von unvergänglichen Verdiensten der Lehrer und das Vorbild seines Volkes, in dessen kurzem Leben sich unsterbliche Thaten, kühne Entwürfe, segensreiche Reformen und Bestrebungen zusammendrängen, wurde den 13. März 1741 zu Wien geboren. 23 Jahre alt, wurde er zum deutschen König, das Jahr darauf zum römischen Kaiser und von Maria Theresia zum Mitregenten erwählt. Joseph bildete sich durch Studien und Reisen; sein reger Forschungstrieb führte ihn von den Pyrenäen bis in die Krim, von Moskau nach Neapel. 1780 folgte er seiner Mutter auf dem Throne, regelte das zerrüttete Finanzwesen, führte weise Sparsamkeit ein, leuchtete allen seinen Unterthanen als das Bild der Mäßigung und der einfachsten Lebensweise vor, beschränkte den Hofstaat etc. Ackerbau, Handel und Gewerbe erfreuten sich seiner sorgsamsten Pflege. Für Wissenschaften und Künste sorgte er mit der edelsten Freigebigkeit, verbesserte die Gesetzgebung, das Medizinal- und Polizeiwesen. Wohlwollen, Gerechtigkeit und Toleranz waren seine vornehmsten Principien. Joseph's Streben, die einzelnen Provinzen und Völkerschaften seiner Monarchie zu einem einzigen großen Staate zu verschmelzen, dieß in seiner Tendenz großartige und gewiß wohlwollende Streben fand in Ungarn und den Niederlanden den lebhaftesten Widerstand. Mitten in dieser Thätigkeit wurde Joseph auch in äußere Streitigkeiten mit Baiern, Preußen und Holland verwickelt, und ein Aufstand in der Wallachei lenkte bald seine Aufmerksamkeit dorthin. Er erstickte ihn, und zog, als Katharina's Bundesgenosse, hierauf gegen die Türken. Aber die Erfolge dieses Heerzuges entsprachen des Kaisers Erwartungen nicht, seine Gesundheit hatte durch zu große Anstrengungen gelitten, sein Geist wurde durch manche bittere Erfahrung niedergedrückt. Er sah sich von der größern Menge mißverstanden und verkannt, und die meisten seiner Plane mußten unausgeführt bleiben. Inzwischen bezeichnete er noch bis zum letzten Hauche jeden Lebensmoment mit Werken der Menschenfreundlichkeit. Er starb den 21. Febr. 1790, beweint von Allen, die ihn verstanden, verehrt noch jetzt von dem Volke, das ihn aus tausend edlen Zügen und Werken kennt; wie denn sein Neffe, Franz I., das Angedenken des edlen Oheims durch ein prachtvolles Denkmal gefeiert hat.

E. v. E.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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