Napoleon I.

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Napoleon I.

NapolĂ©on Bonaparte (als Kaiser: Napoleon I.; * 15. August 1769 in Ajaccio auf Korsika als Napoleone Buonaparte[1]; † 5. Mai 1821 in Longwood House auf St. Helena im SĂŒd-Atlantik) war ein französischer General, Staatsmann und Kaiser.

Napoléon Bonaparte in seinem Arbeitszimmer (GemÀlde von Jacques-Louis David, 1812)

Aus korsischer Familie stammend stieg Bonaparte wĂ€hrend der französischen Revolution in der Armee auf. Er erwies sich als ein militĂ€risches Talent ersten Ranges. Vor allem die FeldzĂŒge in Italien und in Ägypten machten ihn populĂ€r und zu einem politischen HoffnungstrĂ€ger. Dies ermöglichte ihm, durch den Staatsstreich vom 18. Brumaire die Macht in Frankreich zu ĂŒbernehmen. ZunĂ€chst von 1799 bis 1804 als Erster Konsul der Französischen Republik und anschließend bis 1814 Kaiser der Franzosen, stand er einem halbdiktatorischen Regime mit plebiszitĂ€ren Elementen vor.

Durch verschiedene Reformen – etwa die der Justiz durch den Code Civil oder der Verwaltung – hat NapolĂ©on die staatlichen Strukturen Frankreichs bis in die Gegenwart hinein geprĂ€gt. Außenpolitisch errang er, gestĂŒtzt auf die Armee, zeitweise die Herrschaft ĂŒber weite Teile Kontinentaleuropas. Er war daher ab 1805 auch König von Italien und von 1806 bis 1813 Protektor des Rheinbundes. Durch die von ihm initiierte Auflösung des Heiligen Römischen Reiches wurde die staatliche Gestaltung Mitteleuropas zu einem zentralen Problem des 19. Jahrhunderts. Hatte er anfangs selbst noch den Nationalstaatsgedanken außerhalb Frankreichs verbreitet, erschwerte dessen teils konservative Umdeutung in Spanien, in Deutschland und schließlich auch in Russland die Aufrechterhaltung der napoleonischen Ordnung in Europa.

Der katastrophale Ausgang des Feldzugs gegen Russland, dort als VaterlĂ€ndischer Krieg bezeichnet, fĂŒhrte letztlich zum Sturz NapolĂ©ons. Nach einer kurzen Phase der Verbannung auf Elba kehrte er fĂŒr hundert Tage an die Macht zurĂŒck. In der Schlacht bei Waterloo wurde er endgĂŒltig besiegt und zuletzt bis zu seinem Lebensende auf die Insel St. Helena verbannt.

Inhaltsverzeichnis

Kindheit

Letizia Buonaparte als Mutter des Kaisers (ÖlgemĂ€lde von Robert LefĂšvre von 1813)
Carlo Buonaparte (GemÀlde von Anne-Louis Girodet de Roussy-Trioson, 1806)

NapolĂ©on wurde als Napoleone Buonaparte (korsisch Nabulione) in Ajaccio auf der Insel Korsika geboren, die nach einem langen UnabhĂ€ngigkeitskrieg gegen Genua 1768 an Frankreich verkauft worden war. Er war der zweite Sohn von Carlo Buonaparte und Letizia Ramolino, die gemeinsam 13 Kinder hatten, von denen jedoch nur acht die frĂŒhen Kindheitsjahre ĂŒberlebten. Die Familie gehörte dem korsischen Kleinadel an und war seit dem frĂŒhen 16. Jahrhundert auf der Insel prĂ€sent. Ihre Wurzeln liegen in der italienischen Toskana. NapolĂ©ons Vater war der SekretĂ€r von Pascal Paoli, einem korsischen RevolutionĂ€r und WiderstandskĂ€mpfer und hatte mit diesem fĂŒr die UnabhĂ€ngigkeit Korsikas gekĂ€mpft. Nach anfĂ€nglichen Erfolgen wurden die AufstĂ€ndischen in der Schlacht von Pontenuovo vernichtend geschlagen und Paoli ging in das Exil nach England.

Die Klagen ĂŒber die verlorene Freiheit und die Opfer gehörten zu den ersten prĂ€genden EinflĂŒssen von NapolĂ©ons Kindheit und Paoli blieb bis in die 1790er Jahre sein Idol und Vorbild. NapolĂ©ons Vater hatte als studierter Jurist zwar an einer korsischen Verfassung mitgearbeitet, beugte sich aber 1769 rasch der französischen Oberhoheit. Er arbeitete fortan als Advokat und Richter, sowie als Winzer und Landwirt auf seinen GĂŒtern. Sein Entgegenkommen brachte ihm die Gunst der neuen französischen Herren ein. Im Jahr 1771 wurde Carlo besoldeter Assessor in Ajaccio. DarĂŒber hinaus war er gewĂ€hlter Adelsvertreter im korsischen Standesparlament und in Paris.

Die erste wenig anspruchsvolle Ausbildung erhielten die Kinder der Buonapartes in der Stadtschule von Ajaccio, spĂ€ter wurden NapolĂ©on und einige seiner Geschwister von einem AbbĂ© in Schreiben und Rechnen unterrichtet. Vor allem in letzterem soll sich NapolĂ©on ausgezeichnet haben. Aufgrund seiner umfangreichen Bibliothek und dem Einfluss des Vaters interessierten sich seine Ă€lteren Söhne frĂŒh fĂŒr Geschichte, Literatur und Jura.[2]

Jugend und militÀrische Ausbildung

Carlo Buonaparte gelang es, wegen seiner Zusammenarbeit mit den Franzosen vom Gouverneur Korsikas Louis Charles Graf de Marbeuf königliche Stipendien fĂŒr seine Söhne NapolĂ©on und Joseph zu erhalten. WĂ€hrend der Ältere auf den Priesterberuf vorbereitet werden sollte, war der jĂŒngere fĂŒr die MilitĂ€rlaufbahn vorgesehen. Im Dezember 1778 verließen beide zusammen die Insel und kamen zunĂ€chst auf das College von Autun, um vor allem die französische Sprache zu lernen. Im folgenden Jahr ging NapolĂ©on an die Kadettenschule von Brienne. Hier galt der wenig wohlhabende Stipendiat und einzige Korse als Außenseiter.

Napoléon im Alter von 16 Jahren (Kreidezeichnung von 1785 eines unbekannten Zeichners)

Seine schulischen Leistungen waren unterschiedlich und ein besonderes Talent entwickelte er in der Mathematik. Im sprachlichen Bereich blieb sein Latein so schlecht, dass er darin gar nicht erst geprĂŒft wurde. Seine Orthographie im Französischen war mangelhaft, sein Stil hatte sich dagegen durch umfangreiche LektĂŒre deutlich verbessert. Dabei interessierte er sich fĂŒr die großen Helden der Geschichte wie Alexander den Großen und Julius Caesar.

Nach einer problemlos bestandenen PrĂŒfung war er zunĂ€chst fĂŒr eine Marinelaufbahn vorgesehen, aber nicht zuletzt der Einspruch der Mutter verhinderte dies. Stattdessen prĂ€destinierten ihn seine mathematischen Kenntnisse fĂŒr die Artillerie. 1784 wurde er in der École royale militaire in Paris und damit in die renommierteste MilitĂ€rschule des Landes angenommen. Dort lernte er in der Artillerie-Klasse Hydrostatik, Differential- und Integralrechnung. Daneben wurde Staatsrecht und Befestigungskunde gelehrt.

Am 24. Februar 1785 starb sein Vater an Magenkrebs und NapolĂ©on ĂŒbernahm die Rolle des Familienoberhauptes, die eigentlich seinem Ă€lteren Bruder Joseph Bonaparte zustand. Im gleichen Jahr konnte NapolĂ©on seine Ausbildung aufgrund seiner guten Leistungen vorzeitig beenden und erhielt, kaum 16 Jahre alt, sein Offizierspatent und trat in das Regiment La FĂšre in Valence ein. Dort nahm er als Leutnant im Januar 1786 seinen Dienst auf, bis er im Juni 1788 nach Auxonne versetzt wurde. Um seine Mutter zu entlasten, nahm er seinen elfjĂ€hrigen Bruder Louis zu sich und kĂŒmmerte sich um dessen Erziehung.

In seiner Freizeit widmete er sich der Literatur und der Schriftstellerei. Er las in dieser Zeit sehr viel. Die LektĂŒre reichte von Romanen bis zu LehrbĂŒchern, von antiken Werken wie denen Platons bis hin zu neuzeitlichen Werken, wie beispielsweise denen von Voltaire, Corneille und Lavater, oder naturwissenschaftliche Werke wie Rollins Geschichte des Altertums, Buffons Histoire Naturelle oder Marignys Geschichte der Araber. Die Leiden des jungen Werther von Johann Wolfgang von Goethe hat NapolĂ©on gleich mehrfach gelesen. Daneben studierte er eine Reihe militĂ€rischer Standardwerke der Zeit. Als er sich spĂ€ter zunehmend fĂŒr Politik interessierte, wurde Jean-Jacques Rousseau sein großes Vorbild. Eine konstitutionelle Monarchie wie die Großbritanniens schien ihm vorbildlich. SpĂ€ter ebenfalls von Bedeutung war Guillaume Raynal.[3]

Die Revolution und korsische Ambitionen

Napoleone Buonaparte als Oberstleutnant der korsischen Nationalgarde (1792)

NapolĂ©on hat die französische Revolution im Sommer 1789 ausdrĂŒcklich begrĂŒĂŸt, auch wenn er die damit verbundenen Unruhen und Ausschreitungen verurteilte. Er schwor der neuen Ordnung mit seinem Regiment Ende August die Treue. Allerdings sah er die Revolution primĂ€r als Chance fĂŒr die Befreiung von Korsika. Im September nahm er Urlaub von der Armee und kehrte nach Ajaccio zurĂŒck. Zusammen mit Bruder Joseph entfaltete er dort umfangreiche politische AktivitĂ€ten.

Als Folge der Revolution konnte der Volksheld Pascal Paoli wieder aus dem Exil zurĂŒckkehren. Zwar hat NapolĂ©on Paoli in einer Flugschrift als sein Vorbild verherrlicht, dieser aber misstraute den Söhnen des zu den Franzosen ĂŒbergegangenen Carlo Buonaparte.

1791 kehrte NapolĂ©on zu seinem Regiment zurĂŒck und wurde zum Premierleutnant befördert. Nach der versuchten Flucht von Ludwig XVI. im Juni des Jahres erklĂ€rte sich NapolĂ©on zum Republikaner und trat dem örtlichen Jakobinerclub bei. Als Wettbewerbstext fĂŒr die Akademie in Lyon reichte er eine Schrift mit stark republikanisch geprĂ€gten AnsĂ€tzen ein. Der Aufenthalt bei der Truppe war kurz, und Ende 1791 war NapolĂ©on wieder auf Korsika. Dort schaffte er es gegen den Willen Paolis durch Wahlmanipulation zum FĂŒhrer der Nationalgarde aufzusteigen. In der Folge wurde deutlich, dass NapolĂ©on diese nutzte, um seinen politischen Einfluss gegenĂŒber Paoli auszubauen. Nachdem seine Truppe in blutige Unruhen verwickelt war, wurde die Einheit ins Innere der Insel verlegt und NapolĂ©on kehrte nach Frankreich zurĂŒck.

Wegen zahlreicher Klagen aus Korsika ĂŒber die Handlungen NapolĂ©ons und dessen Überschreitung seines Urlaubs wurde er Anfang 1792 aus der Armee entlassen. Als er daraufhin nach Paris reiste, um eine Wiedereinstellung zu erreichen, wurde ihm diese nicht nur gewĂ€hrt, sondern aus Mangel an Offizieren wurde er zum Hauptmann ernannt. Er kehrte allerdings bald schon wieder nach Korsika zurĂŒck. Von dort aus beteiligte sich NapolĂ©on mit seiner Freiwilligeneinheit an einer MilitĂ€raktion gegen Sardinien.

Der Versuch mit seiner Truppe eine zu Sardinien gehörende Insel zu erobern, scheiterte klĂ€glich, weil die Besatzung der Schiffe meuterte. Nachdem der inzwischen neu gebildete Nationalkonvent die Verhaftung Paolis angeordnet hatte und sich Lucien Bonaparte in einem Brief rĂŒhmte, dass die Familie Buonaparte dafĂŒr verantwortlich sei, musste diese vor dem Zorn der PaolianhĂ€nger von der Insel fliehen. Dies bedeutet fĂŒr die Familie ein Leben im französischen Exil und fĂŒr NapolĂ©on das Ende seiner korsischen Ambitionen.[4]

Soldat der Revolution

Nach der Flucht kehrte NapolĂ©on zu seinem in SĂŒdfrankreich stationierten Regiment zurĂŒck. In Frankreich hatten inzwischen die Jakobiner des Maximilien de Robespierre die Macht ĂŒbernommen. Hatte sich NapolĂ©on ein Jahr zuvor noch von den Jakobinern distanziert, diente er sich nunmehr der neuen FĂŒhrung an. Im Juni 1793 verfasste er eine BroschĂŒre, in der er seine politische Position darlegte. In Form eines fiktiven Dialogs ließ diese keinen Zweifel an Bonapartes Zustimmung zum Regime aufkommen. Der Bruder Robespierres, Augustin, der sich als Beauftragter des Konvents im SĂŒden aufhielt, wurde auf NapolĂ©on aufmerksam und ließ seine Schrift drucken.

Außerdem wurde er zum Kommandanten der Artillerie bei der Belagerung der von aufstĂ€ndischen gemĂ€ĂŸigten RevolutionĂ€ren und Royalisten gehaltenen Stadt Toulon ernannt. Die AufstĂ€ndischen wurden von der britischen Flotte unterstĂŒtzt. Die Ausschaltung dieses potentiellen BrĂŒckenkopfes fĂŒr die englische Armee war also von großer Bedeutung.

Am 25. November 1793 trug NapolĂ©on dem Befehlshaber General Dugommier seinen Plan fĂŒr den Sturm auf die Stadt vor. Dieser fĂŒhrte am 19. Dezember zur Eroberung von Toulon. Der Erfolg war der eigentliche Beginn des Aufstiegs NapolĂ©ons. Am 22. Dezember wurde er zum Dank mit nur 24 Jahren zum Brigadegeneral ernannt. Er erhielt das Kommando ĂŒber die Artillerie der Italienarmee, die in Nizza aufgestellt wurde. Nach dem Sturz der Jakobinerherrschaft wurde NapolĂ©on als ParteigĂ€nger Robespierres zeitweise inhaftiert, bald aber wieder freigelassen. Seine militĂ€rische Karriere erhielt durch die politische Wende einen RĂŒckschlag und fĂŒhrte zum Verlust seines Kommandos.

Joséphine de Beauharnais (GemÀlde von François Gerard)

NapolĂ©on lebte nun mit der ĂŒbrigen Familie Buonaparte in Marseille. Sein Bruder Joseph warb dort um die Hand der Julie Clary und NapolĂ©on verliebte sich in deren Schwester DĂ©sirĂ©e Clary, der spĂ€teren Frau von Jean-Baptiste Bernadotte, dem spĂ€teren Marschall und nachmaligen König von Schweden. Unter dem Eindruck dieser Beziehung begann Bonaparte einen autobiographischen Roman Clisson et EugĂ©nie zu verfassen, der ĂŒber das Entwurfstadium nicht hinauskam.

Um seine Karriere zu retten, reiste NapolĂ©on nach Paris und versuchte sich den neuen Machthabern den so genannten Thermidorianern um Paul de Barras anzudienen. Als es in Paris zu einem Aufstand von Rechts kam, wurde Barras zum Oberbefehlshaber der Armee des Inneren ernannt. Ohne eigene militĂ€rische Kenntnisse holte er Bonaparte an seine Seite. Dieser ließ mit konzentriertem GeschĂŒtzfeuer die AufstĂ€ndischen am 5. Oktober 1795 zusammenschießen. Zum Dank wurde er zum Divisionsgeneral und kurze Zeit spĂ€ter zum Oberbefehlshaber im Inneren ernannt.

Bonaparte lernte im privaten Umfeld der neuen Machthaber JosĂ©phine de Beauharnais kennen. Diese war Witwe des hingerichteten Alexandre de Beauharnais und ehemalige Geliebte von Barras. FĂŒr JosĂ©phine, die deutlich Ă€lter als NapolĂ©on war, schien bei einer Heirat dessen neue Karriere eine Möglichkeit zu sein, ihren kostspieligen Lebensstil zu finanzieren. NapolĂ©on seinerseits war in JosĂ©phine sicherlich verliebt, aber bei ihm spielten bei dieser Verbindung auch rationale Überlegungen eine Rolle. Damit wurde die Verbindung zu Barras weiter gestĂ€rkt und er fand Einlass in die Pariser Gesellschaft. Bonaparte brach die Beziehung zu DĂ©sirĂ©e Clary ab und heiratete am 9. MĂ€rz 1796 JosĂ©phine.[5]

Der Italienfeldzug

Siehe Hauptartikel: Italienfeldzug

Nur zwei Tage nach seiner Hochzeit reiste NapolĂ©on nach Nizza ab, um den Oberbefehl ĂŒber die Italienarmee zu ĂŒbernehmen. Seit dieser Zeit nannte er sich anstatt des italienischen Buonaparte französisch Bonaparte.

Die ihm unterstellten Generale, wie Pierre-François-Charles Augereau oder AndrĂ© MassĂ©na, standen dem GĂŒnstling des Direktoriums anfangs skeptisch gegenĂŒber. Durch sein energisches Auftreten verschaffte sich Bonaparte aber bald allgemeinen Respekt. Die Italienarmee von etwa 40.000 Mann war schlecht ausgerĂŒstet und die Soldaten hatten seit Monaten keinen Sold mehr bekommen. Entsprechend schlecht war die Moral der Truppe. NapolĂ©on gelang es rasch mit verschiedenen Ansprachen die Begeisterung der Armee zu wecken. „Ich will Euch in die fruchtbarsten Ebenen der Welt fĂŒhren. Reiche Provinzen, große StĂ€dte werden in Eure HĂ€nde fallen; dort werdet Ihr Ehre, Ruhm und ReichtĂŒmer finden.“[6] Zur Festigung dieser Begeisterung setzte Bonaparte modern anmutende Propagandamaßnahmen ein. So gab die Armee mit dem Courier de l’ArmĂ©e d’Italie eine eigene Zeitung heraus, die nicht zuletzt den Feldherrn in ein gĂŒnstiges Licht setzen sollte. An der systematischen Pressearbeit hielt Bonaparte in Zukunft fest.

Bonaparte auf der BrĂŒcke von Arcole (GemĂ€lde von Antoine-Jean Gros aus dem Jahr 1801)

Auch militĂ€risch wurde Italien zum Prototyp zukĂŒnftiger FeldzĂŒge. Das militĂ€rische Credo des gelernten Kanoniers NapolĂ©on lautete: „Es ist mit den Systemen der Kriege wie mit Belagerungen von Festungen. Man muss sein Feuer auf ein und denselben Punkt konzentrieren. Nachdem die Bresche geschlagen und das Gleichgewicht gestört ist, ergibt sich alles Übrige wie von selbst.“[7] Danach handelte er. Bonaparte zog seine KrĂ€fte an einer Stelle zusammen und setzte diese geballte Macht ein. Voraussetzung war, dass seine Einheiten schneller marschierten als die der Gegner. In dieser Hinsicht waren die Truppen der Republik, die sich vor allem aus dem durchmarschierten Gebiet ernĂ€hrten, den Truppen nach Art des Ancien RĂ©gime mit ihrem großen Tross deutlich ĂŒberlegen. Ein weiterer Unterschied war, dass die GenerĂ€le der Revolutionsarmeen, die einen totalen Volkskrieg fĂŒhrten, weniger RĂŒcksicht auf Verluste nahmen, als die Befehlshaber der alten Armeen des 18. Jahrhunderts. Besser als andere Generale erkannte NapolĂ©on wĂ€hrend einer Schlacht, wo er mit seinen Truppen massiert angreifen musste, um den entscheidenden Durchbruch zu erzielen.

Beim italienischen Feldzug standen den Franzosen in Norditalien österreichische und sardinisch-piemontesische Truppen von zusammen etwa 70.000 Mann gegenĂŒber. Die konservativen Feldherren der Gegner mit ihren inzwischen lĂ€ngst ĂŒberholten Kriegstechniken wurden schlichtweg ĂŒberrannt. ZunĂ€chst wurden die beiden Armeen der Gegner in einer Reihe von Schlachten voneinander getrennt. Nachdem König Viktor Amadeus von Sardinien nach der Niederlage bei Mondovi um Frieden gebeten hatte, wandte sich NapolĂ©on den Österreichern zu und besiegte sie am 10. Mai 1796 bei der Schlacht von Lodi.

Nicht nur seine Soldaten bejubelten den Feldherrn. Auch die Einwohner Mailands bereiteten Bonaparte als scheinbarem Befreier einen begeisterten Empfang. Die anderen italienischen Staaten bemĂŒhten sich mit Geld und der Übergabe von KunstschĂ€tzen den Frieden zu retten. Nach der Schlacht von Lodi begann bei NapolĂ©on die Überzeugung zu wachsen, dass er nicht nur als MilitĂ€r, sondern auch politisch eine Rolle spielen wĂŒrde. Die Belagerung der strategisch wichtigen Stadt Mantua dauerte sechs Monate. WĂ€hrend dieser Zeit wurden verschiedene Entsatzarmeen von Bonaparte geschlagen. Nach der Kapitulation am 2. Februar 1797 war der Weg ĂŒber die AlpenpĂ€sse frei. Österreich, unter der militĂ€rischen FĂŒhrung von Erzherzog Karl, musste daraufhin den Frieden von Campo Formio annehmen und dabei erhebliche Gebietsverluste hinnehmen. In Italien errichtete Bonaparte mit der Cisalpinischen Republik und der Ligurischen Republik Tochterstaaten der französischen Republik. Die eigenmĂ€chtige Handlungsweise und wachsende PopularitĂ€t Bonapartes verstĂ€rkten beim herrschenden Direktorium das Misstrauen. Sie konnten aber kaum etwas gegen den begeisterten Empfang durch die Bevölkerung nach Bonapartes RĂŒckkehr unternehmen.[8]

Die Expedition nach Ägypten

Siehe Hauptartikel: Ägyptische Expedition

NapolĂ©on fĂŒrchtete nach der RĂŒckkehr aus Italien, dass sein Ruhm bald wieder verblassen wĂŒrde und drĂ€ngte das Direktorium, ihm ein neues militĂ€risches Kommando zuzuweisen. Als sich die anfĂ€nglich geplante Invasion Englands als undurchfĂŒhrbar erwies, stimmte die Regierung dem Plan einer Eroberung von Ägypten zu. Ziel war es, Großbritanniens Zugang nach Indien zu stören. Eine von Kriegsschiffen eskortierte Transportflotte lichtete am 19. Mai 1798 die Anker. An Bord waren neben 38.000 Soldaten auch zahlreiche Wissenschaftler und KĂŒnstler, die das Land, seine Geschichte und KunstdenkmĂ€ler erforschen und in Ägypten moderne politische und wirtschaftliche Strukturen aufbauen sollten. Nachdem die Franzosen unterwegs die Insel Malta besetzt hatten, landete die Armee am 1. Juli 1798 in Ägypten. Am 21. Juli besiegten die französischen ExpeditionsstreitkrĂ€fte eine Mamlukenarmee in der Schlacht bei den Pyramiden und zogen am 23. Juli in Kairo ein. Dort erreichte NapolĂ©on die Nachricht, dass seine Schiffe von einer britischen Flotte unter Horatio Nelson bei Abukir versenkt worden waren. Die Ägyptenarmee war damit weitgehend vom Mutterland abgeschnitten.

Die Schlacht bei den Pyramiden. (ÖlgemĂ€lde von Louis François Lejeune von 1808)

Mit Hilfe der mitgebrachten Experten begann Bonaparte mit verschiedenen Reformen und grĂŒndete das Institut d’Égypte, das zu einer Keimzelle der Ägyptologie wurde. Im Zuge der Expedition wurde unter anderem der Stein von Rosette gefunden. Diese mehrsprachige Inschrift ermöglichte Jean-François Champollion 1822 die EntschlĂŒsselung der Hieroglyphen. Von den Ägyptern wurde NapolĂ©on nicht wie in Italien als Befreier, sondern als UnglĂ€ubiger und fremder Eroberer angesehen. Ein Aufstand in Kairo musste gewaltsam niedergeschlagen werden. Da Ägypten offiziell Teil des osmanischen Reiches war, erklĂ€rte dieses Frankreich den Krieg. NapolĂ©on marschierte daraufhin mit einem Teil seiner Armee den neuen Gegnern in Richtung PalĂ€stina entgegen. Die Eroberung von Jaffa und Gaza gelang, doch die Festung in Akkon konnte sich halten. Nachdem die französische Armee durch die Pest dezimiert worden war, musste NapolĂ©on sich nach Ägypten zurĂŒckziehen. Dort konnten die Franzosen eine osmanische Armee in der Schlacht von Abukir am 25. Juli 1799 zwar noch einmal besiegen, aber fĂŒr NapolĂ©on war klar, dass die Ziele der Expedition nicht mehr durchsetzbar waren. Außerdem spitzte sich die außenpolitische Lage durch den Vormarsch alliierter Truppen im Zuge des zweiten Koalitionskrieges in Europa und die innenpolitische Krise in Frankreich zu. Dies veranlasste Bonaparte, Ägypten unter ZurĂŒcklassung der Expeditionstruppen am 23. August 1799 zu verlassen. Mit viel GlĂŒck segelte er durch die Blockade der Royal Navy und erreichte am 30. September Ajaccio auf Korsika. Das französische Festland betrat er bei St. Raphael wieder am 9. Oktober. In Frankreich spielte das Scheitern der Expedition kaum eine Rolle, vielmehr wurde Bonaparte bei seinem Weg nach Paris als Volksheld gefeiert. Viele BĂŒrger erhofften sich von ihm militĂ€rische Erfolge und die Wiederherstellung des Friedens in der Außenpolitik und innenpolitisch die Überwindung des abgewirtschafteten und korrupten Direktoriums.[9]

Staatsstreich des 18. Brumaire VIII.

General Bonaparte vor dem Rat der FĂŒnfhundert in Saint Cloud am 10. November 1799. (GemĂ€lde von François Bouchot aus dem Jahr 1840)

Nicht nur in der Bevölkerung hatte das Direktorium jegliches Vertrauen verloren, auch in der Regierung selbst spielten Emmanuel Joseph SieyÚs und Roger Ducos mit dem Gedanken an einen Staatsstreich und setzten hierbei auf die militÀrische Hilfe durch Napoléon. Am 9. November 1799 schien der Staatsstreich des 18. Brumaire VIII durch politische Manipulationen zu gelingen. Als sich die beiden Parlamentskammern am nÀchsten Tag widerspenstig zeigten und eine wirre Rede Napoléons die Lage noch verschlimmerte, wurden die Kammern durch die Grenadiere Bonapartes auseinandergetrieben. Ein Rumpfparlament billigte die PlÀne zur Einrichtung der Konsulatsverfassung unter den Konsuln Bonaparte, Sieyes und Ducos. In der Folge gelang es Napoléon als dem ersten Konsul seine Mitverschwörer ins politische Abseits zu drÀngen und durch die willfÀhrigen Jean-Jacques CambacérÚs und Charles-François Lebrun zu ersetzen. Der 30-jÀhrige Bonaparte wurde so als Erster Konsul faktisch zum Alleinherrscher.[10]

Napoléon Bonaparte als Erster Konsul der Französischen Republik

Nach der neuen Verfassung vom 25. Dezember 1799 wurde der erste Konsul fĂŒr zehn Jahre gewĂ€hlt und hatte weitreichende Vollmachten. So lag das Recht zur Gesetzesinitiative bei ihm, er ernannte die Minister und die weiteren hohen Staatsbeamten. Dagegen waren die Mitwirkungsrechte der beiden Parlamentskammern (corps legislatif, Tribunat) begrenzt. Insgesamt legitimierte die Verfassung eine verdeckte Diktatur Bonapartes. Eine Volksabstimmung, deren Ergebnisse freilich geschönt waren, ergab die Zustimmung der BĂŒrger zur neuen Verfassung.

Gewissermaßen als Regierungsprogramm gab Bonaparte die Parole aus: „BĂŒrger! Die Revolution ist zu den GrundsĂ€tzen zurĂŒckgekehrt, von denen sie ausging; sie ist zu Ende.“[11] Dies entsprach dem Wunsch vor allem der bĂŒrgerlichen Schichten. Sie wollten die Errungenschaften der Revolution, wie die Abschaffung feudaler Privilegien oder die Rechtsgleichheit zwar bewahrt sehen, verlangten aber auch nach Schutz vor Umtrieben der Radikalen oder Unruhen der Unterschichten. Dem trug der neue Machthaber Rechnung. Die Ordnung in einigen Unruhegebieten wurde wiederhergestellt. In verschiedenen Bereichen ließ NapolĂ©on Reformen durchfĂŒhren, die teilweise weit ĂŒber seine Herrschaftszeit Bestand hatten. Dazu gehört die weitere Zentralisierung der Verwaltung, der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, die Sanierung der Staatsfinanzen, eine WĂ€hrungsreform die im Kern bis 1914 Bestand hatte, die GrĂŒndung der Banque de France und schließlich 1804 den Erlass des Gesetzbuches Code Civil, der als Code Napoleon bekannt ist. Dieser hat bis zum heutigen Tag in vielen LĂ€ndern Bedeutung und blieb auch in einigen Teilen Deutschlands bis 1900 in Kraft. FĂŒr besondere Verdienste stiftete Bonaparte 1802 die Ehrenlegion.

NapolĂ©on ließ die organisierte politische Opposition bekĂ€mpfen, gleichzeitig versuchte er sowohl die ehemaligen AnhĂ€nger der Jakobiner wie auch die Royalisten in den neuen Staat zu integrieren. Im Fall der letzteren spielte das Konkordat mit Papst Pius VII. von 1801 eine wichtige Rolle. Als Bonaparte nach einer aufgedeckten Verschwörung im August 1803 um Georges Cadoudal, Pichegru und General Moreau den Herzog von Enghien, einen Angehörigen des ehemaligen Königshauses, in Deutschland entfĂŒhren, verurteilen und erschießen ließ, bedeutete dies einen RĂŒckschlag fĂŒr den Versöhnungsprozess und löste insbesondere im Ausland heftige Proteste aus.

Außenpolitisch ging es zunĂ€chst darum, den zweiten Koalitionskrieg siegreich zu beenden. Mit seiner Armee zog er nach dem Vorbild von Hannibal ĂŒber die Alpen. Der Sieg in der Schlacht bei Marengo am 14. Juni 1800 war allerdings vor allem General Desaix zu verdanken, der in der Schlacht fiel. Nach dem entscheidenden Sieg der von General Jean-Victor Moreau gefĂŒhrten Truppen in der Schlacht von Hohenlinden wurde am 9. Februar 1801 in LunĂ©ville der Frieden mit Österreich geschlossen. Der Frieden mit Russland folgte am 8. Oktober 1801, und der Frieden von Amiens beendete am 25. MĂ€rz 1802 den Krieg mit England. In Übersee fĂŒhrte die WiedereinfĂŒhrung der Sklaverei 1802 in Haiti zum Aufstand und schließlich zur UnabhĂ€ngigkeit. Im Jahr 1803 verkaufte Bonaparte Louisiana (Neufrankreich) an die Vereinigten Staaten (Louisiana Purchase). Damit zog sich Frankreich gĂ€nzlich vom nordamerikanischen Kontinent zurĂŒck.

Die innen- und außenpolitischen Erfolge ermöglichten es Bonaparte, sich – legitimiert durch eine weitere Volksabstimmung am 2. August 1802 – zum Konsul auf Lebenszeit erklĂ€ren zu lassen. 3 Millionen abstimmende Franzosen entschieden sich fĂŒr ein „Ja“, 1600 fĂŒr ein „Nein“. Die Bestimmung, seinen Nachfolger selbst auswĂ€hlen zu können, war wie die EinfĂŒhrung einer regelrechten Hofhaltung in den Tuilerien, ein Schritt auf dem Weg zur Monarchie.

Die Friedenszeit dauerte nicht lange. NapolĂ©ons Außenpolitik mit der Annexion von Piemont, der engen Bindung der Schweiz an Frankreich, der Verordnung einer neuen Verfassung in Holland und letztlich der Streit um den Status der Insel Malta fĂŒhrten zur KriegserklĂ€rung Großbritanniens. In den ersten Jahren blieben deren Auswirkungen begrenzt. WĂ€hrend England vor allem einen Kolonial- und Seekrieg fĂŒhrte, sperrte Bonaparte seinen Machtbereich fĂŒr englische Waren und annektierte Hannover. Der Plan einer Invasion Englands wurde 1805 erneut aufgegeben.[12]

NapolĂ©on I. – Kaiser der Franzosen

Der Aufstieg des Kaiserreiches und die Neuordnung Europas

Die Krönung in Notre Dame (1804) (GemĂ€lde von Jacques-Louis David 1805–1807)

Nachdem NapolĂ©on in einer Volksabstimmung die KaiserwĂŒrde angetragen worden war, krönte sich NapolĂ©on am 2. Dezember 1804 in der Zeremonie in Anwesenheit von Pius VII. selbst in der Kathedrale Notre Dame de Paris zum Kaiser. Am 26. Mai 1805 wurde NapolĂ©on im MailĂ€nder Dom mit der Eisernen Krone der Langobarden zum König von Italien gekrönt. WĂ€hrend die Annahme der Kaiserkrone nach innen sein Prestige weiter erhöhen sollte, war es nach außen ein Versuch, sein Regime dynastisch zu legitimieren. Gleichzeitig signalisierte der Kaisertitel jedoch den Anspruch auf die zukĂŒnftige Gestaltung Europas.

Eine Verbesserung der internationalen Beziehungen war mit der Krönung nicht verbunden. Stattdessen ging Zar Alexander I. im April 1805 ein BĂŒndnis mit Großbritannien ein. Ziel war es, Frankreich auf die Grenzen von 1792 zurĂŒckzuwerfen. Dem schlossen sich Österreich, Schweden und Neapel an. Nur Preußen beteiligte sich nicht an dieser Dritten Koalition. Umgekehrt traten die nach dem Reichsdeputationshauptschluss gestĂ€rkten deutschen LĂ€nder Bayern, WĂŒrttemberg und Baden auf Seiten Bonapartes in den Krieg ein. GemĂ€ĂŸ seiner schon frĂŒher bewĂ€hrten Taktik, die feindlichen Armeen voneinander zu trennen und nacheinander zu schlagen, wandte sich NapolĂ©on zunĂ€chst gegen Österreich. Der erste Schlag traf mit einer Blitzkampagne die Österreicher in der Schlacht von Elchingen bei Ulm (25. September – 20. Oktober 1805), wo General Karl Mack von Leiberich gezwungen wurde, mit seiner gesamten Armee von anfangs 70.000 Mann zu kapitulieren. Damit stand NapolĂ©on der Weg nach Wien offen: Nach kleineren ScharmĂŒtzeln entlang der Donau gelang seinen Truppen am 13. November die kampflose Einnahme Wiens.

Napoléon in der Schlacht bei Austerlitz (GemÀlde von François Pascal Simon Gérard)

Im Anschluss lockte NapolĂ©on die Russen und Österreicher durch geschickte VortĂ€uschung eigener SchwĂ€che in die Schlacht bei Austerlitz, die er am 2. Dezember 1805 gewann. Zwar wurde die französische Flotte bei Trafalgar von Nelson am 21. Oktober 1805 vernichtend geschlagen, aber auf dem Kontinent bedeutete Austerlitz die Entscheidung. Am 26. Dezember 1805 wurde mit Österreich der Friedensvertrag von Pressburg geschlossen. Die Bedingungen waren hart. Die Habsburgermonarchie verlor Tirol und Vorarlberg an Bayern und ihre letzten italienischen Besitzungen fielen an das napoleonische Königreich Italien. Zum Dank fĂŒr ihre UnterstĂŒtzung wurden die KurfĂŒrsten von Bayern und WĂŒrttemberg zu Königen erhoben.

Um die Erfolge zu sichern, betrieb NapolĂ©on mit den jĂŒngeren Angehörigen seiner Familie gezielte Heiratspolitik und setzte Geschwister und Gefolgsleute als Herrscher der abhĂ€ngigen Staaten ein. So wurde Joseph 1806 zunĂ€chst König von Neapel und 1808 König von Spanien, Louis wurde König von Holland. Seine Schwester Elisa wurde 1809 Großherzogin der Toskana, Pauline war vorĂŒbergehend Herzogin von Parma und darĂŒber hinaus Herzogin von Guastalla. Caroline Bonaparte wurde als Frau von Joachim Murat 1808 Königin von Neapel. JĂ©rĂŽme wurde König des neugeschaffenen Königreichs Westphalen. Einzig sein Bruder Lucien, mit dem sich NapolĂ©on ĂŒberworfen hatte, ging weitgehend leer aus. In Deutschland wurde am 16. Juli 1806 aus anfangs 16 LĂ€ndern der Rheinbund gegrĂŒndet. Seine Mitglieder verpflichteten sich zur militĂ€rischen UnterstĂŒtzung Frankreichs und zum Austritt aus dem Heiligen Römischen Reich. Protektor des Bundes war NapolĂ©on. Daraufhin legte Franz II. die Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches nieder.[13]

Krieg gegen Russland und Preußen

Inzwischen hatten sich die Beziehungen Frankreichs zu Preußen verschlechtert. Nachdem dieses mit Russland ein geheimes BĂŒndnis geschlossen hatte, wurde NapolĂ©on am 26. August 1806 ultimativ aufgefordert, seine Truppen hinter den Rhein zurĂŒckzuziehen. Dies betrachtete Bonaparte als KriegserklĂ€rung. Er stieß daraufhin mit seinen Truppen vom Main aus durch ThĂŒringen auf die preußische Hauptstadt Berlin vor. Im Oktober 1806 kam es zu der Schlacht bei Jena und Auerstedt, in der die preußischen Truppen vernichtend geschlagen wurden.

Das FĂŒrstentum Erfurt wurde nach der Niederlage als kaiserliche StaatsdomĂ€ne direkt NapolĂ©on unterstellt, wĂ€hrend die umliegenden thĂŒringischen Staaten dem Rheinbund beitraten. Die französischen Truppen marschierten in Berlin ein.

Napoléon zieht am 27. Oktober 1806 an der Spitze seiner Truppen in Berlin ein. HistoriengemÀlde von Charles Meynier, 1810

Mit den verbliebenen Truppen setzte Preußen den Kampf an der Seite der russischen Armee fort. Bei dem Feldzug gegen Russland zeigten sich erstmals deutliche Grenzen der napoleonischen Armee. Das Land war zu weitlĂ€ufig und die Wege zu schlecht fĂŒr rasche Truppenbewegungen. Die Versorgung der Armee war unzureichend und die Russen unter General Levin August von Bennigsen wichen immer weiter zurĂŒck, ohne sich zur Schlacht stellen zu lassen. Den Winter 1806/1807 verbrachte NapolĂ©on in Warschau, wo ihn polnische Patrioten zur Wiederherstellung Polens drĂ€ngten. Dort begann auch Bonapartes langjĂ€hrige Beziehung zu GrĂ€fin Walewska, mit der er ein Kind zeugte.

Erst am 8. Februar 1807 kam es zur Schlacht bei Preußisch Eylau, ohne dass eine Entscheidung gefallen wĂ€re. Am 14. Juni 1807 konnte Bonaparte Bennigsen in der Schlacht bei Friedland entscheidend schlagen. Am 7. Juli schlossen Frankreich, Russland und Preußen den Frieden von Tilsit. FĂŒr Preußen waren die Friedensbedingungen katastrophal. Alle Gebiete westlich der Elbe gingen verloren und wurden Grundlage fĂŒr das neue Königreich Westphalen. Die polnischen Provinzen Preußens wurden zum Großherzogtum Warschau erhoben. Insgesamt verlor Preußen etwa die HĂ€lfte seines bisherigen Territoriums, musste zudem noch hohe Kontributionen zahlen und durfte nur noch in einem beschrĂ€nkten Umfang eine Armee unterhalten.

Fast ganz Kontinentaleuropa war nun unter direkter oder indirekter Kontrolle Napoléons. Gegen das weiter feindlich gesinnte England verhÀngte Bonaparte mit der Kontinentalsperre einen europaweiten Handelsboykott.[14]

Das System in der Defensive

Napoléon zu Pferde
(S. Meister, 1832, Öl auf Leinwand, StĂ€dtisches Museum Simeonstift Trier)

In den Jahren nach dem Frieden von Tilsit befand sich NapolĂ©on auf dem Höhepunkt seiner Macht. Im Inneren seines Herrschaftsbereiches verstĂ€rkten sich in dieser Zeit die despotischen Tendenzen. Kritik an seiner AmtsfĂŒhrung duldete Bonaparte immer weniger. Weil Außenminister Talleyrand Widerspruch gegen die Expansionspolitik anmeldete, wurde er 1807 entlassen. Die Zensur und GĂ€ngelung der Presse wurden verschĂ€rft. Das Theaterdekret von 1807 schrĂ€nkte den Spielraum der Pariser BĂŒhnen ein. Auf der anderen Seite stand ein wachsender Personenkult um den Kaiser. Die Aristokratisierung schritt weiter fort. Im Jahr 1808 wurde per Gesetz ein neuer Adel geschaffen. Daneben spielten am Hofe immer mehr alte Aristokraten des Ancien Regime eine Rolle. In weiten Teilen der Bevölkerung, die noch immer vom Gleichheitsideal der Revolution geprĂ€gt war, wurde diese Entwicklung kritisch gesehen.

3. Mai 1808 - Erschießung von spanischen AufstĂ€ndischen (GemĂ€lde von Francisco de Goya von 1814)

Außenpolitisch stand die Durchsetzung der Kontinentalsperre gegen England im Vordergrund. In Italien gelang dies teilweise mit Gewalt. Mit Zustimmung des Königs marschierte eine französische Armee zur Besetzung Portugals durch Spanien. NapolĂ©on nutzte einen Thronstreit zwischen dem spanischen König Karl IV. und dessen Sohn Ferdinand VII. aus, und setzte in einem politischen Coup, gestĂŒtzt auf die französischen Truppen im Land, seinen Bruder Joseph als König von Spanien ein. Unmittelbar danach brach in Spanien eine allgemeine nationale Erhebung aus, die Joseph Bonaparte zur Flucht aus Madrid zwang. UnterstĂŒtzt wurden die Spanier von einem englischen Expeditionskorps unter Arthur Wellesley, dem spĂ€teren Herzog von Wellington. Nach der Kapitulation von Marschall Junot musste NapolĂ©on selbst eingreifen. Nachdem er auf dem Erfurter FĂŒrstenkongress im Oktober 1808 versucht hatte, die europĂ€ischen MĂ€chte zum Stillhalten zu bewegen, rĂŒckte Bonaparte mit seinen besten Truppen in Spanien ein. Anfangs gegen regulĂ€re Soldaten erfolgreich, wurde die Grande ArmĂ©e mit einem erbittert gefĂŒhrten Guerillakrieg konfrontiert. Ohne greifbaren Erfolg kehrte NapolĂ©on zu Beginn des Jahres 1809 nach Frankreich zurĂŒck. Der Kleinkrieg in Spanien blieb ein ungelöstes Problem, das starke TruppenverbĂ€nde band und kostspielig war.

Kurz nach der RĂŒckkehr marschierte die österreichische Armee unter Karl von Österreich-Teschen in Bayern ein. Österreich setzte dabei auf nationale Parolen und traf in der eigenen Monarchie und in Deutschland auf Zustimmung. In Tirol kam es daraufhin zur Erhebung von Andreas Hofer gegen die bayerischen Besatzungstruppen. In Norddeutschland versuchten Ferdinand von Schill oder die Schwarze Schar militĂ€rischen Widerstand zu leisten. Vor allem Intellektuelle wie Joseph Görres, Johann Gottlieb Fichte, Ernst Moritz Arndt und andere begannen mit teils nationalistischen Tönen die französische Fremdherrschaft anzugreifen. Allerdings war das napoleonische System noch stark genug, um Preußen oder die RheinbundfĂŒrsten weiter zu binden. Daher stand Österreich auf dem Kontinent NapolĂ©on isoliert gegenĂŒber.

Marie Louise von Österreich mit ihrem Sohn (GemĂ€lde von Joseph Franque)

NapolĂ©on traf am 16. April 1809 in Donauwörth ein. Am 21. Mai 1809 ĂŒberquerten seine Truppen sĂŒdöstlich Wiens die Donau. In der Schlacht von Aspern-Essling stoppten die Österreicher den französischen Vormarsch. Diese Schlacht wurde zur ersten Niederlage NapolĂ©ons. In der Schlacht bei Wagram konnte er aber letztendlich Erzherzog Karl besiegen. Im Friede von Schönbrunn musste Österreich daraufhin auf Dalmatien, Zentralkroatien, die Krain und das KĂŒstenland verzichten. Das Land musste der anti-englischen Kontinentalsperre beitreten und sein Heer auf 150.000 Mann reduzieren. Ferner wurde ein MilitĂ€rbĂŒndnis zwischen Österreich und Frankreich geschlossen.

Im selben Jahr ließ sich NapolĂ©on von JosĂ©phine scheiden, da ihre Ehe kinderlos blieb. In der Hoffnung auf die Anerkennung durch die alten Dynastien und die Festigung des BĂŒndnisses mit Österreich heiratete Bonaparte 1810 Marie-Louise von Habsburg, die Ă€lteste Tochter des österreichischen Kaisers Franz I.. Aus der Ehe ging mit dem 1811 geborenen NapolĂ©on II. der gewĂŒnschte Thronfolger hervor.[15]

Der Russlandfeldzug

Siehe Hauptartikel: VaterlÀndischer Krieg

Zar Alexander I. von Russland war Ende 1810 aus wirtschaftlichen GrĂŒnden nicht mehr bereit, sich an der von NapolĂ©on verhĂ€ngten Kontinentalsperre gegen England zu beteiligen. Da NapolĂ©on diese als einziges Kampfmittel gegen England ansah, fĂŒhrte die Position Russlands und weitere Faktoren dazu, dass sich die Beziehungen zwischen beiden Seiten abkĂŒhlten. Bonaparte bereitete sich im Jahr 1811[16]und in der ersten HĂ€lfte des Jahres 1812 auf einen Krieg mit Russland vor. Die Rheinbundstaaten wurden verpflichtet, ihre Kontingente zu erhöhen und auch Österreich und Preußen sahen sich genötigt, Truppen zu stellen. Nur Schweden hielt sich unter dem neuen Kronprinzen und ehemaligen französischen General Bernadotte abseits und verbĂŒndete sich mit Russland. Insgesamt war die Grande ArmĂ©e bei ihrem Aufmarsch 675.000 Mann stark. Dies war die grĂ¶ĂŸte Armee, die es in Europa jemals gegeben hatte.

NapolĂ©on auf dem RĂŒckzug (GemĂ€lde von Adolf Northern)

Am 24. Juni 1812 ĂŒberschritt NapolĂ©on die Memel. Sein Plan fĂŒr den Russlandfeldzug war, wie in den bisherigen BlitzfeldzĂŒgen eine schnelle spektakulĂ€re Entscheidungsschlacht herbeizufĂŒhren, die den Krieg bald beenden und Friedensverhandlungen einleiten sollte. Doch die russischen Truppen unter der FĂŒhrung von Barclay de Tolly wichen in die Weiten des Landes zurĂŒck. Die bisherige Methode, die Armee aus den Erzeugnissen des Landes zu versorgen, funktionierte nicht, da die Russen eine Politik der verbrannten Erde betrieben. Bereits am 17. August 1812, als die Truppe Smolensk erreichte, war sie nur noch 160.000 Mann stark. Vor Moskau stellten sich die Russen unter Kutusow zur Schlacht. Die Schlacht von Borodino konnte NapolĂ©on zwar gewinnen, aber sie wurde zu einer der verlustreichsten Auseinandersetzungen der napoleonischen Kriege ĂŒberhaupt. Insgesamt 80.000 Tote oder Verwundete gab es auf beiden Seiten zusammen.

Durch diesen Pyrrhussieg gelang es NapolĂ©on zunĂ€chst, ohne weiteren Kampf Moskau einzunehmen. Nach dem Einmarsch wurde die Stadt – vermutlich von den Russen selbst – in Brand gesetzt. Die Soldaten der Grande ArmĂ©e litten unter Hunger, Krankheiten, Schnee und KĂ€lte. Der Zar verweigerte Verhandlungen. Am 18. Oktober gab NapolĂ©on den Befehl zum Abmarsch. Fehlender Nachschub, Krankheiten sowie stĂ€ndige Angriffe der russischen Kosaken setzten den französischen Truppen schwer zu. In der Schlacht an der Beresina wurde NapolĂ©ons Grande Armee endgĂŒltig zerschlagen.

Nur 18.000 napoleonische Soldaten ĂŒbertraten im Dezember 1812 die preußische Grenze an der Memel. Der Befehlshaber des preußischen Hilfskorps, Yorck von Wartenburg, trennte sich von der Grande ArmĂ©e und schloss eigenmĂ€chtig einen Waffenstillstand mit dem Zaren (Konvention von Tauroggen). NapolĂ©on war schon vorher nach Paris geflohen, um eine neue Armee aufzustellen. Noch wĂ€hrend des verlustreichen RĂŒckzugs ließ der kaiserliche Hof vermelden: „Seine MajestĂ€t der Kaiser befinden sich bei bester Gesundheit.“[17]

Der Zusammenbruch

In Deutschland fĂŒhrte die Niederlage NapolĂ©ons zu einem Aufschwung der nationalen Bewegung. Der Druck der öffentlichen Meinung fĂŒhrte dazu, dass bisherige VerbĂŒndete Bonapartes sich der Gegenseite zuwandten. König Friedrich Wilhelm III. schloss ein BĂŒndnis mit Russland und rief zum Befreiungskrieg auf. Dem folgten anfangs nur wenige deutsche LĂ€nder, auch Österreich hielt sich zunĂ€chst von diesem BĂŒndnis fern. Unmittelbar nach seiner RĂŒckkehr begann NapolĂ©on damit, neue Soldaten auszuheben. Mit einer nur schlecht ausgebildeten Armee, der es zudem an Kavallerie mangelte, marschierte Bonaparte nach Deutschland. Anfangs zeigten sich noch einmal die militĂ€rischen FĂ€higkeiten NapolĂ©ons. Er siegte am 2. Mai 1813 bei Großgörschen und am 20./21. Mai bei Bautzen. Die reorganisierte preußische Armee hatte sich in einen ernstzunehmenden Gegner gewandelt, der den Franzosen hohe Verluste beibrachte. Aus diesem Grund stimmte Bonaparte einem Waffenstillstand zu.

Napoléons Abschied von der Kaiserlichen Garde in Fontainebleau (GemÀlde von Antoine Alphonse Montfort)

Diesen nutzten die Gegner dazu, Österreich auf ihre Seite zu ziehen. Auf einem Friedenskongress in Prag wurde NapolĂ©on ein Ultimatum gestellt, das unter anderem die Auflösung des Rheinbundes, die Aufgabe des Großherzogtums Warschau sowie die Wiederherstellung Preußens in den Grenzen von 1806 vorsah. Da dies faktisch die Aufgabe der französischen Vormacht in Europa bedeutet hĂ€tte, ging NapolĂ©on darauf nicht ein. Daraufhin erklĂ€rte Österreich Frankreich den Krieg. Da auch Schweden sich an der Koalition beteiligte, standen nunmehr alle nicht von Bonaparte direkt oder indirekt kontrollierten Staaten in Europa gegen ihn. Im folgenden Feldzug spielten die VerbĂŒndeten ihre zahlenmĂ€ĂŸige Überlegenheit aus, wichen in Folge der Strategie von Trachenberg einer Entscheidungsschlacht mit der französischen Hauptarmee anfangs aus und fĂŒgten den Truppen der napoleonischen MarschĂ€lle erhebliche Verluste zu. Immer stĂ€rker wurde der Bewegungsspielraum der französischen Hauptarmee begrenzt. Die endgĂŒltige Niederlage der Franzosen kam 1813 in der sogenannten Völkerschlacht bei Leipzig. Dabei spielte der Seitenwechsel Bayerns wenige Tage vorher auch eine Rolle, wĂ€hrend Sachsen mit NapolĂ©on unterging. NapolĂ©on zog sich mit den Resten seiner Armee hinter den Rhein zurĂŒck.

Erste Abdankung Napoléons vom 12. April 1814. Seine Unterschrift auf der Urkunde.

In der Folge kĂŒndigten die Rheinbundstaaten Bonaparte die Gefolgschaft auf und an der spanischen Front rĂŒckte Wellington bis zur französischen Grenze vor. Im Inneren Frankreichs regte sich erstmals seit langem öffentlicher Widerspruch gegen das Regime. Als die gesetzgebende Körperschaft bĂŒrgerliche Freiheitsrechte einforderte, ließ NapolĂ©on diese schließen. Die Rekrutierung neuer Soldaten stieß wegen der nachlassenden UnterstĂŒtzung fĂŒr Bonaparte auf erhebliche Schwierigkeiten, so dass NapolĂ©on den alliierten StreitkrĂ€ften nur noch eine zahlenmĂ€ĂŸig unterlegene und schlecht ausgebildete Armee entgegensetzen konnte. Dennoch zeigte sich angesichts der unmittelbaren Bedrohung noch einmal NapolĂ©ons Geschick als Feldherr. Trotz deutlich unterlegener KrĂ€ften gelang es durch geschicktes und temporeiches Manövrieren die zahlenmĂ€ĂŸig drĂŒckend ĂŒberlegenen, aber getrennt marschierenden Feinde mehrfach zu schlagen. Diese Erfolge veranlassten ihn, sich bei einem weiteren Friedensangebot ablehnend zu zeigen. In der Folge war klar, dass er trotz geschickter Manöver der zahlenmĂ€ĂŸigen Überlegenheit nicht mehr gewachsen war. Daher nahmen die alliierten Truppen am 31. MĂ€rz 1814 Paris ein. Der Kaiser verlor daraufhin jegliche UnterstĂŒtzung der Armee, der Politik und selbst enger Getreuer. Am 2. April 1814 sprach der Senat die Absetzung des Kaisers aus. Am 6. April dankte er zu Gunsten seines Sohnes ab. Damit waren die Alliierten nicht einverstanden. Sie verlangten vom Kaiser, bedingungslos abzudanken und boten den Vertrag vom 11. April 1814 zur Unterschrift an. Diese Offerte unterschrieb NapolĂ©on unter dem Datum vom 12. April, nachdem er in der Nacht vom 12. auf den 13. April einen Suizidversuch unternommen hatte.[18] Ihm wurde die Insel Elba als Wohnsitz zugewiesen und einzig der Kaisertitel belassen.[19]

Elba, Herrschaft der Hundert Tage und Waterloo

Napoléons Villa San Martino auf Elba

Siehe Hauptartikel: Herrschaft der Hundert Tage

Auf Elba landete er am 4. Mai 1814. Er war nun der Herrscher ĂŒber ein Eiland mit 10.000 Einwohnern und einer Armee von 1.000 Mann. Er begann zwar eine umfangreiche ReformtĂ€tigkeit, die ihn als ehemaligen Beherrscher Europas aber nicht ausfĂŒllen konnte. Durch ein Netz von Agenten wusste er genau, dass es in Frankreich nach der Restauration unter Ludwig XVIII. eine weit verbreitete Unzufriedenheit gab. Ermutigt von diesen Meldungen kehrte NapolĂ©on am 1. MĂ€rz 1815 von seinem Exil auf der Insel Elba nach Frankreich zurĂŒck. Die Soldaten, die ihn hĂ€tten aufhalten sollen, liefen zu ihm ĂŒber. Am 19. MĂ€rz 1815 floh König Ludwig aus den Tuilerien. Zwar wurde die Verfassung des Kaiserreichs teilweise liberalisiert, aber die Zustimmung zum wiederhergestellten napoleonischen Regime blieb begrenzt.

Aufgeschreckt von den Ereignissen in Frankreich entschieden sich Österreich, Russland, England und Preußen daraufhin auf dem Wiener Kongress zum militĂ€rischen Eingreifen. Am 25. MĂ€rz erneuerten sie ihre Allianz von 1814.

Trotz aller Schwierigkeiten gelang es NapolĂ©on, eine gut ausgerĂŒstete Armee aus 125.000 erfahrenen Soldaten auszuheben. Er ließ eine provisorische Regierung unter Marschall Davoust in Paris zurĂŒck und marschierte gegen die Allianz. Wie gewohnt plante Bonaparte, die Gegner nacheinander zu schlagen.

Anfangs gelang es ihm bei Charleroi, einen Keil zwischen die britische Armee unter Wellington und die preußischen Truppen unter BlĂŒcher zu treiben. Am 16. Juni schlug er die VerbĂŒndeten in der Schlacht bei Quatre-Bras und der Schlacht bei Ligny.

Am 18. Juni 1815 griff NapolĂ©on die alliierte Armee von Wellington nahe dem belgischen Ort Waterloo an. Wellington gelang es, die gĂŒnstige Stellung gegen alle französischen Angriffe im Wesentlichen zu halten. Aus dieser Lage ist sein Ausspruch ĂŒberliefert: „Ich wĂŒnschte es wĂ€re Nacht oder die Preußen kĂ€men.“ TatsĂ€chlich kamen die preußischen Truppen unter Marschall BlĂŒcher den Briten zur Hilfe und NapolĂ©on wurde geschlagen.

Das Ende dieser Schlacht bedeutet faktisch das Ende der Herrschaft der hundert Tage. Bei seiner RĂŒckkehr nach Paris trat NapolĂ©on am 22. Juni 1815 zurĂŒck, nachdem er bei Parlament und ehemaligen Getreuen jegliche UnterstĂŒtzung verloren hatte. Weder die Hoffnung auf eine Emigration nach Amerika noch auf politisches Asyl in Großbritannien erfĂŒllten sich, stattdessen wurde NapolĂ©on auf Beschluss der Alliierten nach St. Helena im SĂŒdatlantik verbannt.[20]

Verbannung, das Ende auf St. Helena und Aufbahrung

Auf der britischen Insel St. Helena wurden Bonaparte und der kleinen Gruppe seiner Begleiter der Wohnsitz des Gouverneurs Longwood House zugewiesen. Nach dem Willen Napoléons hielten die Franzosen die Illusion eines kaiserlichen Hofstaates aufrecht. Bonaparte schrieb seine Memoiren. Im Laufe der Zeit verschlechterte sich der Gesundheitszustand Napoléons deutlich, und er starb am 5. Mai 1821. Sein Leichnam wurde noch am selben Tag obduziert und am 9. Mai in einem vierfachen Sarg beigesetzt.

Napoléons Sarkophag im Invalidendom

In der medizinischen Fachliteratur ist ĂŒberzeugend dargelegt, dass NapolĂ©on an fortgeschrittenem Magenkrebs mit Lymphknotenbefall verstarb. Aller Wahrscheinlichkeit nach war eine durch das Karzinom ausgelöste starke Magenblutung die unmittelbare Todesursache. Neue Forschungsergebnisse legen darĂŒber hinaus nahe, dass der bösartige Tumor, nicht wie frĂŒher vermutet, familiĂ€r bedingt war – bis heute sind die Todesursachen anderer Familienmitglieder nicht geklĂ€rt – vielmehr sei die Erkrankung auf eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori zurĂŒckzufĂŒhren. Daneben gab es weitere Vermutungen ĂŒber die Todesursache.[21] Eine davon lautet, dass NapolĂ©on sukzessiv durch Arsen vergiftet worden sein könnte, zum Beispiel von General Montholon oder durch die arsenhaltige Farbe in seinen Tapeten.[22] Mit letzter Gewissheit werden sich die genauen Ursachen seines Todes heute wohl nicht mehr klĂ€ren lassen.[23] Doch eine italienische Forschergruppe kam zu dem Ergebnis, dass Napoleon (zumindest nicht absichtlich), vergiftet wurde. Durch eine Haaranalyse wurde festgestellt, dass in allen betrachteten Lebensphasen Ă€hnlich hohe Gehalte des giftigen Metalls im Körper vorhanden waren[24] .

Nach seinem Tod setzten sich die Bonapartisten fĂŒr die ThronansprĂŒche der Familie Bonaparte ein. Sie trugen wesentlich zum Aufstieg Napoleons III. bei und hatten noch nach dessen Sturz auf das Heer und die Beamtenschaft großen Einfluss. Erst in den 1880er Jahren verlor der Bonapartismus an Bedeutung.

Fast zwanzig Jahre nach seinem Tod wurde NapolĂ©on Bonapartes Leichnam am 15. Oktober 1840 exhumiert, auf der Fregatte Belle Poule zurĂŒck nach Frankreich gebracht und in den Pariser Invalidendom ĂŒberfĂŒhrt. Er ist dort seit dem 15. Dezember 1840 in einem Sarkophag aufgebahrt.[25]

Beziehungen und Nachkommen

Siehe auch: Stammliste der Bonaparte

Wappen derer zu Buonaparte

Neben seinen Ehen hatte NapolĂ©on verschiedene Geliebte, mit denen er auch Kinder hatte. Bereits wĂ€hrend seiner Ehe mit JosĂ©phine hatte er zwei illegitime Kinder von MĂ€tressen. Aus der Verbindung mit Eleonore Denuelle de la Plaigne (1787–1868):

Aus einer sieben Jahre wĂ€hrenden Liebesbeziehung mit GrĂ€fin Maria Walewska (1786–1817):

Beide Söhne hatten ihrerseits Nachkommen.

Weitere Kinder:

Zu Napoléons weiteren Geliebten gehörten u. a. die Schauspielerinnen Marguerite Joséphine George, genannt Georgina, und Catherine Josephine Duchesnois; Madame Duchùtel, Frau eines Àlteren Staatsrates; Carlotta Gazzani, eine genuesische TÀnzerin, die von Napoléon zur Vorleserin von Joséphine ernannt wird, und teilweise Frauen seiner Offiziere.

Zitate

„Napoleon war ein Naturereignis. Ihn einen großen SchlĂ€chter schmĂ€hen heißt nichts anderes,
als ein Erdbeben groben Unfug schelten oder ein Gewitter öffentliche Ruhestörung.“

– Christian Morgenstern, 1871–1914

„Napoleon – Die Revolution war fertig schon
da kam der große Napoleon
Die BĂŒrger haben ihn als Kaiser eingesetzt
Denn sie waren die Herren jetzt.
Seine MarschÀlle waren Schankwirtssöhne
Seine Grenadiere bekamen gute Löhne
Seine gewaltige Artillerie
Schaffte Platz fĂŒr die Industrie.
Die Völker Europas haben ihn vertrieben.
Ihre eigenen FĂŒrsten sind ihnen geblieben.
Die haben den ganzen Gewinn gekriegt:
Die Schlechteren haben den Schlechten besiegt.“

– Bertolt Brecht, 1898–1956

Verweise

Einzelnachweise

  1. ↑ Seit 1796 nannte sich Napoleone Buonaparte selbst französisch NapolĂ©on Bonaparte. Ullrich, S. 35.
  2. ↑ Volker Ullrich: Napoleon. Reinbek bei Hamburg, 2004, S. 12–15, August Fournier: Napoleon der I. Eine Biographie. 4. Aufl. Wien/Leipzig, 1922 S. 1–6.
  3. ↑ Herre, S. 12–18, Ullrich, S. 16–22.
  4. ↑ Ullrich, S. 23–29; Herre, S. 21–32.
  5. ↑ Ullrich, S. 29–35.
  6. ↑ zit. nach Ullrich, S. 36.
  7. ↑ zit. nach Herre, S. 48.
  8. ↑ Herre, S. 45–56, Ullrich, S. 36–43.
  9. ↑ Herre, S. 57–64, Ullrich, S. 43–47.
  10. ↑ Ullrich, S. 47–51.
  11. ↑ Proklamation der Konsuln ĂŒber die Beendigung der Revolution vom 15.12.1799.
  12. ↑ Ullrich, S. 51–65, S. 68f.
  13. ↑ Ullrich, S. 65–76.
  14. ↑ Ullrich, S. 77–82.
  15. ↑ Ullrich, S. 93–106.
  16. ↑ "Ja, meine Herren, ich bin und werde immer der Herr der Baltischen Region sein. Der Zar von Russland hat in der Tat bisher meine Verordnungen in seinen HĂ€fen nicht durchgesetzt. Aber er wird es tun, in den nĂ€chsten sechs Monaten. Sonst erklĂ€re ich ihm den Krieg" - Die Londoner Times vom 29. Juni 1811
  17. ↑ Ullrich, S. 108–115.
  18. ↑ Vertrag von Fontainebleau (französisch)
  19. ↑ Ullrich, S. 117–125.
  20. ↑ Ullrich, S. 126–134.
  21. ↑ Alessandro Lugli, Inti Zlobec, Gad Singer, Andrea Kopp Lugli, Luigi M Terracciano, Robert M Genta: Napoleon Bonaparte®s gastric cancer: a clinicopathologic approach to staging, pathogenesis, and etiology, Nature Clinical Practice Gastroenterology & Hepatology 4, 52–57 (01 Jan 2007).
  22. ↑ John Emsley: Mörderische Elemente, Prominente TodesfĂ€lle[1]
  23. ↑ Ullrich, S.141f.
  24. ↑ Kein Giftanschlag auf Napoleon
  25. ↑ Ullrich, S. 135–143.

Literatur

Napoléon auf dem Kaiserthron, GemÀlde von Jean Auguste Dominique Ingres, 1806
Giacomo Spalla: PortraitbĂŒste Napoleon Bonaparte, 1808

NapolĂ©on – Sein Leben und seine Zeit

  • Vincent Cronin: Napoleon. Stratege und Staatsmann. Heyne, MĂŒnchen 2002, ISBN 3-453-09047-0.
  • August Fournier: Napoleon I. Eine Biographie. Phaidon-Verlag, Essen 1996, ISBN 3-88851-186-0 (Repr. d. Ausg. Wien 1886) [teilweise hier benutzt die 4. Aufl. Wien/Dresden 1922].
  • Emmanuel de Las Cases: MĂ©morial de Sainte HĂ©lĂšne. 5 Bde. London / Paris 1823. (dt. Das Tagebuch von St. Helena. GefĂŒhrt von Graf Emmanuel de Las Cases. ISBN 3-7175-8114-7).
  • Franz Herre: Napoleon Bonaparte. Eine Biographie. Hugendubel, MĂŒnchen 2006, ISBN 3-7205-2860-X.
  • Friedrich Max Kircheisen: Napoleon I. Seine Leben und seine Zeit. 9 Bde. MĂŒller-Verlag, Leipzig 1911/1934.
  • Friedrich Sieburg: GesprĂ€che mit Napoleon. dtv, MĂŒnchen 1962.
  • Jakub Josef Dominik MalĂœ: Napoleon Bonaparte I–II. 1848–49.
  • Walter Markov: NapolĂ©on und seine Zeit – Geschichte und Kultur des Grand Empire, Leipzig 1996.
  • Adolphe Thiers: Histoire de la Revolution française. 10 BĂ€nde + Atlas, Paris 1823–27 (Standardwerk auch in deutscher Übersetzung).
  • Adolphe Thiers: Histoire du Consulat et de l'Émpire. 20 BĂ€nde + Atlas, Paris 1845–62, (dt.: Geschichte des Konsulats und des Kaiserreichs, Reprint Hamburg, VRZ-Verlag, ISBN 3-931482-22-7).
  • Jean Tulard: Napoleon oder der Mythos des Retters. Ullstein, Frankfurt/M. 1982, ISBN 3-548-27514-1.
  • Jean Tulard (Hrsg.): Dictionnaire NapolĂ©on. Nouv. Ă©d., rev. et augm., Paris 1989, ISBN 2-213-02286-0.
  • Volker Ullrich: Napoleon. Reinbek bei Hamburg 2006. ISBN 3-499-50646-7.
  • Friedrich Wencker-Wildberg, Friedrich Kircheisen (Hrsg.): Napoleon – Die Memoiren seines Lebens. 14 BĂ€nde, Wien/Hamburg/ZĂŒrich o. J. (ca. 1930), Reprint Hamburg, VRZ-Verlag, ISBN 3-931482-14-6.
  • Johannes Willms: Napoleon – Eine Biographie. MĂŒnchen 2005, ISBN 3-406-52956-9.
  • Eckart Kleßmann: Napoleon und die Deutschen. Das Buch zur Fernsehserie. Rowohlt, Berlin 2007, ISBN 978-3-87134-561-6 .
  • Marion George / Andrea Rudolph (Hg.): Napoleons langer Schatten ĂŒber Europa. Dettelbach: J. H. Röll Verlag 2008 (Kulturwiss. BeitrĂ€ge. Quellen u. Forschungen 5). ISBN 978-3-89754-289-1.

Die Napoléonischen Kriege

  • Michael Broers: The Napoleonic empire in Italy, 1796–1814. Palgrave Macmillan, Basingstoke 2005, ISBN 1-4039-0565-7.
  • Carl von Clausewitz: Hinterlassene Werke des Generals Carl von Clausewitz ĂŒber Krieg und KriegfĂŒhrung. 10 Bde. DĂŒmmler, Berlin 1857 (beinhaltet das militĂ€risch-philosophische Hauptwerk Vom Kriege und verschiedene Feldzugsstudien zu den Napoleonischen Kriegen).
  • Eckart Kleßmann: Napoleons Rußlandfeldzug in Augenzeugenberichten. Dtv, MĂŒnchen 1982, ISBN 3-423-02714-2.
  • Eckart Kleßmann: Deutschland unter Napoleon in Augenzeugenberichten. Dtv, MĂŒnchen 1982, ISBN 3-423-02715-0.
  • Eckart Kleßmann: Die Befreiungskriege in Augenzeugenberichten. Dtv, MĂŒnchen 1973, ISBN 3-423-00912-8.
  • Rory Muir: Tactics and the experience of battle in the age of Napoleon. Yale University Press, New Haven 1998, ISBN 0-300-07385-2.
  • Napoleon I.: MilitĂ€rische Schriften. Verlag Damm, Dresden 1901 (Kommentar: Bernhard Boie).
  • Stephen Pope: The Cassell dictionary of the Napoleonic Wars. Cassell Books, London 1999, ISBN 0-304-35229-2.
  • Gunther Rothenberg: Die Napoleonischen Kriege. Brandenburger Verlagshaus, Berlin 2000, ISBN 3-89488-134-8.
  • Detlef Wenzlik (Hrsg.): Die napoleonischen Kriege. 18 BĂ€nde. VRZ-Verlag, Hamburg 1999 ff. ISBN 3-931482-01-4.

Napoléon und die Frauen

  • Waltraud Maierhofer, Gertrud Roesch, Caroline Bland (Hrsg.): Women Against Napoleon. Historical and Fictional Responses to His Rise and Legacy. Frankfurt: Campus, 2007. ISBN 3593384140.
  • Stefan GlĂ€ser: Frauen um Napoleon. Piper, MĂŒnchen 2004, ISBN 3-492-23811-4.
  • Franz Herre: JosĂ©phine. Kaiserin an Napoleons Seite. Pustet, Regensburg 2003, ISBN 3-7917-1829-0.
  • Franz Herre: Marie Louise. Napoleon war ihr Schicksal. LĂŒbbe-Verlag, Bergisch-Gladbach 1998, ISBN 3-404-61419-4.
  • Antoine R. D'Ornano: Marie Walewska. „L'Ă©pouse polonaise“ de NapolĂ©on. Hachette, Paris 1947.
  • Gertrude Aretz: Die Frauen um Napoleon. Scherz-Verlag, Bern 1947 (Repr.d. Ausg. MĂŒnchen 1912).

Napoléon-Mythos

  • Wulf WĂŒlfing: Napoleon. In: Wulf WĂŒlfing u. a.: Historische Mythologie der Deutschen 1798–1918. MĂŒnchen: Fink 1991, S. 18–58. ISBN 3-7705-2605-8.
  • Barbara Beßlich: Der deutsche Napoleon-Mythos. Literatur und Erinnerung 1800–1945. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2007. ISBN 978-3-534-20025-2.

Napoléon-Karikaturen

  • Gisela Vetter-Liebenow: Napoleon – Genie und Despot. Ideal und Kritik in der Kunst um 1800. Hannover 2006.

Filme

Spielfilme

Zahlreiche Spielfilme haben Napoléon und seine Kriege zum Thema, darunter:

Dokumentarfilme

  • Napoleon.
    Teil 1: Der unaufhaltsame Aufstieg Bonapartes
    Teil 2: Der tiefe Fall eines Giganten.
    TV-Dokumentation, Frankreich, USA, 2000, 73 und 74 Min., Regie: David Grubin, Produktion: Arte
  • Napoleon und die Deutschen. Vierteilige Dokumentarfilmreihe, Deutschland 2005, jeweils 52 Min., 1. Napoleon und die Deutschen, 2. Napoleon, der RevolutionĂ€r, 3. Napoleon, der Maßlose, 4. Napoleon, der Verlierer, Buch: Steffen Schneider, Regie: Georg Schiemann, Elmar Bartlmae, Produktion: MDR, WDR, Inhaltsangaben von arte
  • Austerlitz, Napoleons langer Marsch zum Sieg. Dokumentarfilm, Frankreich, 2006, 90 Min., Regie: Jean-François Delassus; Produktion: ARTE France, unter anderem mit Bernard-Pierre Donnadieu (NapolĂ©on), Julien Collard (Garnier), John Bobrynine (Talleyrand), Inhaltsangabe von arte

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