Napoleon III.

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Napoleon III.
Napoleon III., 1852 (Gemälde von Franz Xaver Winterhalter)

Napoleon III. (frz. Napol√©on III; * 20. April 1808 in Paris; ‚Ć 9. Januar 1873 in Chislehurst bei London), war unter seinem urspr√ľnglichen Namen Charles-Louis-Napol√©on Bonaparte w√§hrend der Zweiten Republik von 1848 bis 1852 franz√∂sischer Staatspr√§sident und von 1852 bis 1870 als Napoleon III. Kaiser der Franzosen. Mit dem Staatsstreich vom 2. Dezember 1851 hatte der aus einer Volkswahl hervorgegangene Pr√§sident eine Diktatur errichtet, die ein Jahr darauf in das Zweite Kaiserreich m√ľndete. Die Herrschaft Napoleons III. trug in den 1860er Jahren liberalere Z√ľge. Seiner Absetzung ging die Gefangennahme w√§hrend des Deutsch-Franz√∂sischen Krieges voraus.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Herkunft und Jugend

Die vier Napoleons (Propagandabild, um 1858)

Charles Louis Napol√©on Bonaparte war der Sohn von Louis Bonaparte (1806‚Äď1810 K√∂nig von Holland) und somit der Neffe Kaiser Napoleons I. Auch seine Mutter, Hortense de Beauharnais, stand in einem engen Zusammenhang zu Napoleon Bonaparte. Hortense war die Tochter von Alexandre Vicomte de Beauharnais und Jos√©phine Tascher de la Pagerie. Nach der Hinrichtung ihres Vaters w√§hrend der Terrorherrschaft und der Heirat ihrer Mutter mit Napoleon Bonaparte wurde sie dessen Stieftochter.

Obwohl es in der heutigen Forschung keine Zweifel gibt, h√§lt sich hartn√§ckig das Ger√ľcht, Louis Bonaparte sei nicht der Vater von Charles Louis Napol√©on. Die Vaterschaft wurde Carel Hendrik Graf Verhuell zugeschrieben. Belegt ist, dass Graf Verhuell und Hortense de Beauharnais eine Freundschaft verband, aber ebenso belegt ist dessen Verbleib in Holland, w√§hrend Hortense und Louis in Paris weilten.

Charles Louis Napoléon war der Cousin von Napoleon Franz Joseph Karl Bonaparte, Herzog von Reichstadt, der von den Bonapartisten als Napoleon II. betrachtet wird. Nach dessen Tod wurde Louis Napoléon der erste Anwärter auf die Kaiserkrone.

Einen Gro√üteil seiner Jugend verbrachte Louis Napol√©on abwechselnd in der Schweiz auf Schloss Arenenberg in Salenstein am Untersee im Kanton Thurgau, auf dem Anwesen Seeheim bei Konstanz am Bodensee und in Augsburg.[1] Er sprach deshalb perfekt Schweizerdeutsch. Seine Schulzeit verbrachte er in Augsburg, zun√§chst bei Privatlehrern und dann von 1821 bis 1823 am Gymnasium bei St. Anna. 1829 ging er an die Artillerieschule von Thun, diente sp√§ter als Artillerieoffizier in der Schweizer Armee und erhielt 1832 die Schweizer Staatsb√ľrgerschaft als Ehrenb√ľrger des Kantons Thurgau. Dies erlaubte ihm, gleichzeitig die franz√∂sische Staatsb√ľrgerschaft zu behalten.

Kämpfe in Italien, Putschversuche und Exil

Präsident Louis-Napoléon Bonaparte

1829 plante Louis Napol√©on, am Russisch-T√ľrkischen Krieg teilzunehmen. Dies wurde ihm von seinem Vater untersagt. Stattdessen schloss er sich gemeinsam mit seinem Bruder Napol√©on Louis den italienischen Carbonari an. Dort f√ľhrte er die Belagerung der Festung Civita Castellana an. Nach der Niederschlagung des Aufstandes und dem Tod seines Bruders floh Louis Napol√©on mit seiner Mutter nach Frankreich, das zu dieser Zeit von Ludwig Philipp I. regiert wurde.[2]

In Stra√üburg konnte Louis Napol√©on einige Offiziere daf√ľr gewinnen, ihm bei einem Putschversuch zu folgen. Am Morgen des 29. Oktober 1836 erkl√§rte er den M√§nnern des 4. Artillerieregimentes, in dem bereits sein Onkel gedient hatte, dass er Frankreichs Gr√∂√üe und Ehre wiederherstellen wolle. Da der Regimentskommandeur, Oberst Vaudrey, auf seiner Seite stand, folgten ihm die Artilleristen. Allerdings wurde der Putsch von den gleichfalls in Stra√üburg stationierten Soldaten des 46. Infanterieregimentes abgelehnt und niedergeschlagen. Louis Napol√©on wurde gefangen genommen und am 9. November nach Paris gebracht. Von K√∂nig Ludwig Philipp wurde er unter der Bedingung begnadigt, ins Exil in die USA zu gehen. An Bord der Fregatte Andromeda reiste er am 21. November 1836 √ľber Rio de Janeiro nach New York.[3]

Als seine Mutter 1837 im Sterben lag, kehrte er nach Arenenberg zur√ľck. Frankreich verlangte daraufhin von der Schweiz die sofortige Ausweisung Napol√©ons. Da er jedoch als Offizier in der Schweizer Armee gedient hatte und Ehrenb√ľrger des Kantons Thurgau war, weigerte sich die Eidgenossenschaft (sog. Napoleonhandel). Frankreich mobilisierte sein Heer, aber Napol√©on kam einer kriegerischen Auseinandersetzung durch seine Ausreise nach England zuvor. Im Londoner Exil verfasste er sein Werk Id√©es Napol√©oniennes.

Von England aus begann Louis-Napoléon seinen zweiten Putschversuch. Dieser fand am 6. August 1840 in Boulogne-sur-Mer statt und scheiterte ebenfalls. Er wurde nun zu lebenslanger Festungshaft in der Festung Ham verurteilt. Hier verfasste er sein Werk Vertilgung des Pauperismus. Seiner Beziehung zu Eleonore Vergeot in dieser Zeit entstammten zwei Kinder, die er später zu Grafen erhob. Am 25. Mai 1846 konnte er durch eine abenteuerliche Flucht in das Vereinigte Königreich entkommen.

Präsidentschaft, Staatsstreich und Kaiserkrönung

Napoleon III., Bild von Franz Xaver Winterhalter

Louis-Napol√©on kehrte nach der Februarrevolution 1848 nach Frankreich zur√ľck und versuchte nun, auf demokratischem Wege die Macht zu gewinnen. Im Dezember gewann er bei der Pr√§sidentschaftswahl gegen den bisherigen Pr√§sidenten Louis-Eug√®ne Cavaignac mit 5.430.000 von 7.317.344 abgegebenen Stimmen. Grundlage daf√ľr war sein Programm einer gefestigten Regierung, sozialer Konsolidierung und nationaler Gr√∂√üe. Am 20. Dezember 1848 √ľbernahm er von Cavaignac die Amtsgesch√§fte.

Bereits im April 1849 entsandte Louis-Napoléon Truppen nach Italien, um die weltliche Herrschaft des Kirchenstaates wiederherzustellen. Diese konnten nach einer anfänglichen Niederlage am 30. April schließlich am 2. Juli in Rom eindringen.

Durch h√§ufigen Wechsel der Regierungen gelang es ihm, seine Position zu st√§rken und die Ministerien mit M√§nnern zu besetzen, die ihm gegen√ľber loyal waren. So bekleideten zum Beispiel von seinem Amtsantritt bis 1851 Joseph Marcelin Rulhi√®res, Alphonse Henri, comte d'Hautpoul, Jean-Paul, comte de Schramm, Auguste Regnaud de Saint-Jean d'Angely, Jacques-Louis Randon und Armand-Jacques-Achille Leroy de Saint-Arnaud das Amt des Kriegsministers. Gerade das letzte Kabinett wurde haupts√§chlich eingesetzt, um mit der Ernennung Saint-Arnauds die Einsetzung eines ergebenen Helfers zu kaschieren.[4]

Kurz vor dem Ende seiner Amtszeit f√ľhrte Louis-Napol√©on am 2. Dezember 1851 einen Staatsstreich durch. In Folge des Staatsstreiches kam es zu blutigen K√§mpfen in ganz Frankreich, die Napol√©on am 5. Dezember schlie√ülich f√ľr sich entscheiden konnte. Am 21. Dezember lie√ü er eine Volksabstimmung √ľber eine neue Verfassung, die ihm diktatorische Vollmachten gew√§hrte, durchf√ľhren. Dabei stimmten 7,5 Millionen Franzosen f√ľr, 640.000 gegen ihn.

Am 21. November 1852 wurde ein Plebiszit zur Wiederherstellung des Kaisertums durchgef√ľhrt. Dabei stimmten 7.824.000 Franzosen mit Ja, 253.000 mit Nein.[5] Louis-Napol√©on lie√ü sich daraufhin am 2. Dezember 1852 zum Kaiser der Franzosen ausrufen.

Das autoritäre Empire

Charles-Louis-Napoléon Bonaparte nahm den Herrschernamen Napoleon III. an, um eine Kontinuität zu Napoléon Bonaparte zu suggerieren. Dessen Sohn Napoleon Franz Bonaparte, der Herzog von Reichstadt, hatte zwar faktisch nie regiert, war aber von Napoleon I. bei dessen Abdankung als Nachfolger benannt worden. Er ging somit bei der Wahl des Herrschernamens ähnlich wie Ludwig XVIII. vor. Das Zweite Kaiserreich begann als autoritäres Empire. Zunächst regierte Napoleon mit absoluter Macht. Das Parlament (Corps législatif) besaß keine Gesetzesinitiative, sondern konnte lediglich vom Kaiser eingebrachte Gesetze billigen. Säulen des Systems waren Armee und Kirche.

Einen der letzten Verteidiger des Parlamentarismus, Alexis de Tocqueville, ließ er beim Staatsstreich verhaften. Gegner wie Louis-Eugène Cavaignac, Victor Hugo, Adolphe Thiers, Louis Juchault de Lamoricière und Marie-Alphonse Bedeau wurden genötigt, das Land zu verlassen. Im Jahr darauf begann er, politische Gefangene und Kriminelle in Strafkolonien wie die Teufelsinsel (Île du Diable) oder, in weniger schlimmen Fällen, nach Neukaledonien abschieben zu lassen.

Das seit dem Wiener Kongress unter europ√§ischer Kontrolle stehende Frankreich war zu Beginn des Kaiserreiches immer noch ein Staatswesen, das f√ľr alle europ√§ischen M√§chte als revolution√§rer Unruheherd galt. Erstes Ziel der napoleonischen Politik war es, diese au√üenpolitische Isolation zu √ľberwinden.

Der Krimkrieg

Napoleon III.

Napoleon III. tendierte in der Orientalischen Frage dazu, das Osmanische Reich zu erhalten. Er wollte verhindern, dass Russland Zugriff auf geographische Schl√ľsselpositionen wie den Bosporus bekam. Im religi√∂sen Konflikt um die Nutzung der Kirche zum Heiligen Grab in Jerusalem, dem Ausl√∂ser des Krimkrieges, versuchten die Katholiken mit Unterst√ľtzung Napoleons III. ihre Situation zu verbessern. Der russische Zar Nikolaus I. verlangte daraufhin zum Schutz der orthodoxen Christen im osmanischen Reich das Protektorat √ľber sie im Heiligen Land. Der osmanische Sultan und Napoleon III. wollten sich mit einer russischen Vorherrschaft √ľber die Christen in Pal√§stina aber nicht einverstanden erkl√§ren. Napoleons Infragestellung russischer Anspr√ľche gegen das Osmanische Reich f√ľhrten Ende M√§rz 1854 zur Kriegserkl√§rung an Russland.

Der Versuch Russlands, sein Gebiet auf Kosten des angekr√§nkelten Osmanischen Reiches zu vergr√∂√üern, sollte durch den Einsatz einer alliierten Streitmacht unter franz√∂sischer F√ľhrung verhindert werden. Im Mai 1854 landeten die alliierten franz√∂sisch-britischen Truppen bei Warna und im September 1854 auf der Krim. Nach mehreren Schlachten und fast einj√§hriger Belagerung konnte im September 1855 Sewastopol eingenommen werden. Nach der Eroberung der Festung plante Napoleon III., ins Landesinnere vorzur√ľcken, um durch einen spektakul√§ren Erfolg aus dem Schatten seines Onkels Napoleon I. zu treten. Seine Gener√§le rieten aber von einem solchen Abenteuer ab. Auch die Stimmung in Frankreich war durch die Dauer des Feldzuges und die hohen, vor allem krankheitsbedingten Verluste der Truppen ged√§mpft. Sein Cousin Napol√©on Joseph Charles Paul Bonaparte hatte dar√ľber hinaus die Truppe verlassen und gab der franz√∂sischen √Ėffentlichkeit zu allerlei Diskussionen dar√ľber Raum. Dies alles f√ľhrte dazu, dass Napoleon III. schlie√ülich zu Friedensverhandlungen bereit war.[6]

Napoleon bewies sein diplomatisches Geschick, als er auf dem Pariser Friedenskongress als Schiedsrichter auftrat und die Anerkennung des Kaiserreiches in Europa erreichte. Der Pariser Frieden f√ľhrte zu einer neuen europ√§ischen M√§chtekonstellation. An Stelle der alten Kontinentalmacht Russland trat nun Frankreich. Die Heilige Allianz zerbrach und die Beziehungen zwischen Russland und √Ėsterreich blieben nachhaltig gest√∂rt. Russland wendete sich nun Frankreich und Preu√üen zu. √Ėsterreich blieb isoliert.

Während der Verhandlungen zum Pariser Frieden wurde der Sohn Napoleons III., Napoléon Eugène Louis Bonaparte, geboren. Die Geburt war sehr schwierig, da sich das Kind im Leib der Mutter nicht gedreht hatte. Nach dem Erfolg der Zangengeburt defilierten die Vertreter sämtlicher Großmächte, die an den Friedensverhandlungen teilnahmen. Mit der Geburt des Prinzen schien die dauerhafte Herrschaft der Dynastie Bonaparte in Frankreich gesichert zu sein.[7]

Im Jahr 1855 wurden zwei Attentate auf den Kaiser ver√ľbt: am 28. April durch den Italiener Giovanni Pianori und am 8. September durch Edouard Bellemare. Beiden Anschl√§gen entging der Herrscher.[8]

Nach dem Sieg im Krimkrieg, den erfolgreichen Verhandlungen im Pariser Frieden und dem folgenden wirtschaftlichen Aufschwung in Frankreich stieg die Popularität des Kaisers im Land an. Napoleon III. billigte 1858 eine Marineexpedition nach Vietnam und drängte die dortige Regierung, die französische Anwesenheit in diesem Land anzuerkennen.

Der Sardinische Krieg

Napoleon III. in der Schlacht von Solferino

Am 14. Januar 1858 √ľberlebte Napoleon ein Attentat des italienischen Revolution√§rs Felice Orsini. Orsini geh√∂rte zu den Carbonari, denen sich Napoleon 1830 angeschlossen hatte. Dieser war von Orsinis Auftritt bei der folgenden Gerichtsverhandlung so beeindruckt, dass er sich am 20. Juli 1858 in Plombi√®res-les-Bains mit dem Ministerpr√§sidenten des K√∂nigreichs Piemont-Sardinien Camillo Benso von Cavour traf. Napoleon bot Cavour in dem geheimen Treffen an, ihn bei der Einigung Italiens zu unterst√ľtzen. Ohne seine Minister zu konsultieren, schloss er mit Cavour einen Geheimvertrag. Dieser sah f√ľr den Fall eines √∂sterreichischen Angriffs die Unterst√ľtzung Frankreichs vor. Cavour beanspruchte Oberitalien f√ľr Piemont-Sardinien und ging auf Napoleons Idee einer Konf√∂deration Italiens unter Ber√ľcksichtigung des Kirchenstaates ein. Im Gegenzug sollte das K√∂nigreich Piemont-Sardinien auf sein Stammland Savoyen und auf die Grafschaft Nizza zugunsten Frankreichs verzichten. Zus√§tzlich wurde die Allianz durch die Verm√§hlung der Tochter des sp√§teren italienischen K√∂nigs Viktor Emanuel mit dem Prinzen Napol√©on besiegelt.

Durch seine Neujahrsrede am 1. Januar 1859 vor dem diplomatischen Korps und seine Worte an den √∂sterreichischen Gesandten provozierte Napoleon III. √Ėsterreich.[9] Nach einer √§hnlichen Rede K√∂nig Victor Emanuels begann von Seiten √Ėsterreichs die milit√§rische Aufr√ľstung. Diese konnte Frankreich den passenden Vorwand abgeben, um das bedrohte Sardinien gegen die Angriffspl√§ne √Ėsterreichs zu sch√ľtzen. Ein darauf folgendes Ultimatum der √Ėsterreicher vom 19. April 1859 f√ľhrte schlie√ülich zum Sardinischen Krieg von Mai bis Juli 1859.

Napoleon III √ľbernahm selbst den Oberbefehl √ľber die 130.000 Mann starke franz√∂sische Armee. Allerdings hatte er wenig Anteil an den milit√§rischen Operationen, die von seinen Gener√§len gef√ľhrt wurden. Die siegreichen Schlachten von Magenta und Solferino f√ľhrten zur Niederlage √Ėsterreichs. Fortan galt Napoleon III. als F√∂rderer des Panlatinismus.

Umgestaltung von Paris

Zeitgenössische Karikatur aus Vanity Fair

Ein wichtiger Schritt w√§hrend seiner Regierungszeit war die Neugestaltung von Paris. Gro√üe Teile der Stadt wurden dem Erdboden gleichgemacht und viele der alten, gebogenen Stra√üen wurden durch breite Alleen ersetzt. Der Neuaufbau wurde von Georges-Eug√®ne Baron Haussmann (1809‚Äď1891) geleitet, Pr√§fekt des D√©partement Seine (1853‚Äď1870). Kunstgeschichtlich bedeutsam ist seine 1863 gef√§llte Entscheidung, dass neben dem offiziellen Pariser Salon auch ein Salon des Refus√©s stattfinden sollte. Damit gab er den Malern, die sp√§ter den Impressionismus begr√ľndeten, die Gelegenheit, ihre Arbeiten erstmals einer breiten √Ėffentlichkeit vorzustellen. Die Gr√ľnde, die zu dieser Entscheidung f√ľhrten, sind umstritten. Von einigen Kunsthistorikern wird darin der Versuch des kaiserlichen Hofs gesehen, die Autorit√§t des in die Kritik geratenen Pariser Salons wieder herzustellen. Andere, wie etwa √Čdouard Manets Biograph Gottlieb Jedlicka, sehen darin einen Schachzug in einem reichen und ununterbrochenen Spiel von Intrigen zwischen Hof und Opposition, bei dem die vom kaiserlichen Hof unabh√§ngige Ecole des Beaux-Arts geschw√§cht werden sollte.

Haussmann leitete auch den Ausbau des franz√∂sischen Eisenbahnnetzes. Die Fahrpl√§ne waren allerdings nicht sehr effizient, da alle Linien nach Paris f√ľhrten. Es gab Verbindungen von Paris nach Lyon, Caen und Marseille, aber keine Strecken, die die anderen St√§dte untereinander verbanden. Um von Marseille nach Bordeaux zu reisen, musste man mit dem Zug √ľber Paris fahren, was sehr unwirtschaftlich war. Aber auch milit√§risch waren Truppenbewegungen √ľber dieses Schienennetz viel langsamer zu organisieren, als es im rationeller organisierten Preu√üen bzw. Deutschland m√∂glich war.

Wie Napoleon I. zeigte auch sein Neffe gro√ües Interesse an der Arch√§ologie sowie dem Leben bedeutender historischer Pers√∂nlichkeiten. 1862 ver√∂ffentlichte Napoleon III. eine zweib√§ndige franz√∂sische ‚ÄěHistoire de Jules C√©sar‚Äú plus Atlasband, die bis 1865 auch ins Deutsche und acht weitere europ√§ische Sprachen √ľbersetzt worden ist. Im Zuge dieser Arbeiten beauftragte er einen Oberst mit der Lokalisierung der c√§sarischen Lager in Gergovia und Alesia. Moderne Nachgrabungen in den letzten Jahren best√§tigten die Ergebnisse dieser fr√ľhen arch√§ologischen Sondierungen. Er f√∂rderte auch unter anderem die Ausgrabungen im keltischen Oppidum von Bibracte (Mont Beuvray).

Das liberale Empire, Interventionen in Mexiko, Destabilisierung

Übergabe des Kaisers Napoleon III. an König Wilhelm von Preußen in Sedan am 2. September 1870

Seit 1860/61 √§nderte Napoleon III. seinen Regierungsstil. Das Parlament erhielt mehr Rechte, die Pressefreiheit wurde erweitert und Gewerkschaften zugelassen. Die wirtschaftliche Entwicklung, die von Beginn des Kaiserreiches an positiv verlaufen war, geriet ab Mitte der 1860er Jahre in eine Krise. Dies f√ľhrte neben den folgenden au√üenpolitischen R√ľckschl√§gen und der vermeintlichen innenpolitischen Schw√§che zur Destabilisierung des imperialen Systems.

Nachdem das mexikanische Parlament im Juli 1861 beschloss, die R√ľckzahlung der Auslandsschulden ab sofort einzustellen, unterzeichnete Napoleon III. am 31. Oktober mit Gro√übritannien und Spanien den Londoner Vertrag. Dieser legte fest, dass die unterzeichnenden Nationen gemeinsam von Mexiko die ausstehenden Schulden mit allen notwendigen Mitteln eintreiben w√ľrden. Da die Vereinigten Staaten im Sezessionskrieg gebunden waren, war ihnen ein Eingreifen gem√§√ü der Monroe-Doktrin zugunsten Mexikos unm√∂glich. Im Dezember 1861 und im Januar 1862 trafen spanische, franz√∂sische und britische Truppen in Mexiko ein. Als die britische und spanische Regierung erkannten, dass das Ziel Napoleons III. nicht in einer blo√üen R√ľckzahlung der Kredite, sondern vielmehr in einer Eroberung Mexikos bestand, zogen sie ihre Truppen zur√ľck. Die Franz√∂sische Intervention in Mexiko von Januar 1862 bis M√§rz 1867 endete mit einer Niederlage und der Hinrichtung des von den Franzosen von 1864 bis 1867 als ‚ÄěKaiser von Mexiko‚Äú eingesetzten Maximilian I.. Diese Niederlage wirkte nochmals destabilisierend auf das Regime Napoleons. Au√üerdem sahen die Franzosen ihren Einfluss durch die vernichtende Niederlage √Ėsterreichs gegen Preu√üen im preu√üisch-√∂sterreichischen Krieg (1866) gef√§hrdet.

Im weiteren Verlauf der 1860er-Jahre wurden die franz√∂sisch-preu√üischen Spannungen weiter versch√§rft, insbesondere durch B√ľndnisverhandlungen Frankreichs mit √Ėsterreich und Italien. Am 12. Juni 1866 schloss √Ėsterreich mit dem franz√∂sischen Kaiser Napoleon III. einen Geheimvertrag. Darin sagte der Kaiser die Neutralit√§t Frankreichs zu, lie√ü sich aber f√ľr den Fall eines √∂sterreichischen Sieges bei einem kriegerischen Konflikt mit Preu√üen Venetien als Honorierung des Stillhaltens zusagen.[10] Wien reagierte damit auf einen zuvor am 8. April von Preu√üen geschlossenen Geheimvertrag mit Italien.[11] Der preu√üische Ministerpr√§sident Otto von Bismarck gewann als Gegenleistung f√ľr den Gebietszuwachs Venetiens zu Italien dessen Unterst√ľtzung im drohenden Krieg gegen √Ėsterreich, der als Deutscher Krieg alsbald folgte.

1867 kam es zur Luxemburgkrise. Vor dem Krieg 1866 hatte Napoleon III. mit Preu√üen √ľber Gebietserwerbungen als Kompensation f√ľr seine Neutralit√§t verhandelt. Dabei war auch Luxemburg erw√§hnt worden. Otto von Bismarck hatte keine Einw√§nde offen gelegt, aber angedeutet, dass Frankreich selbst aktiv werden m√ľsse. 1867 wollte Frankreich Luxemburg erwerben. Als dies ruchbar wurde, kam es in den deutschen F√ľrstent√ľmern zu heftigen Protesten, u.a. zu einer von Bismarck bestellten Anfrage im Reichstag des Norddeutschen Bundes. Napoleon musste seine Pl√§ne fallen lassen, und Luxemburg wurde im Zweiten Londoner Vertrag von 1867 f√ľr neutral erkl√§rt. F√ľr Napoleon III. war dies eine Niederlage, die sein ohnehin schon angekratztes politisches Ansehen weiter minderte. Innenpolitisch musste er sich gegen republikanische Bestrebungen wehren, ruhmreiche Schlachten in der Tradition seines Vorfahren h√§tten in dieser Situation hilfreich sein k√∂nnen.

Napoleon III. bei Sedan von Wilhelm Camphausen
Napoleon III. nach seinem Tod, Illustration aus der Illustrated London News vom 25. Januar 1873

Der Deutsch-Französische Krieg

Um die Hoffnungen seiner Anh√§ngerschaft und seiner Gattin auf imperialen milit√§rischen Ruhm zu erf√ľllen, aber auch durch den preu√üischen Ministerpr√§sidenten Bismarck mit der Emser Depesche herausgefordert, begann Napoleon III. im Juli 1870 den Deutsch-Franz√∂sischen Krieg. Seine Erwartungen, dass die mit Preu√üen verb√ľndeten s√ľddeutschen Staaten neutral bleiben w√ľrden und die Grande Armee im Alleingang stark genug sei, erf√ľllten sich nicht. Der franz√∂sische Kaiser, der selbst den Oberbefehl √ľbernommen hatte, reiste zur Festung Metz. Aufgrund furchtbarer Blasenschmerzen war er jedoch kaum in der Lage, das Kommando zu f√ľhren. Am 13. August √ľbergab er den Oberbefehl an Marschall Fran√ßois-Achille Bazaine und floh aus dem eingeschlossenen Metz. Am 30. August erreichte er die Armee Marschall Mac-Mahons, der von Ch√Ęlons mit 120.000 Mann abmarschiert war, um sich mit Marschall Bazaines Armee zu vereinigen. Nach der Schlacht bei Beaumont war der Weg nach Metz aber durch preu√üische Truppen blockiert. In der Schlacht von Sedan am 2. September 1870 wurde der Kaiser durch die Preu√üen gefangen genommen und durch die Ausrufung der Dritten Republik zwei Tage sp√§ter in Paris abgesetzt. Napoleon wurde von preu√üischen Truppen nach Kassel gebracht (‚ÄěAb nach Kassel‚Äú). Am 5. September 1870 traf er in Schloss Wilhelmsh√∂he ein, der ehemaligen Residenz seines Onkels J√©r√īme, wo er bis zum 19. M√§rz 1871 unter Arrest gestellt wurde. Am 30. Oktober 1870 wurde er dort von Kaiserin Eug√©nie besucht. Der Krieg endete f√ľr Frankreich mit einer vollst√§ndigen Niederlage.

Lebensende

Napoleon III. ging nach dem Ende des Krieges ins Exil nach Gro√übritannien. Am 19. M√§rz 1871 verlie√ü er Schloss Wilhelmsh√∂he und erreichte am 21. M√§rz Chislehurst, heute Teil des Stadtbezirkes London Borough of Bromley. Von dort aus plante er erneut in Frankreich zu landen. Diese Pl√§ne wurden aber durch seinen Tod zunichte gemacht. Am 3. und 6. Januar 1873 hatte Napoleon sich Operationen zur Entfernung seiner Blasensteine unterzogen. Am 9. Januar sollte er erneut operiert werden. Das im Zuge der Operationen verabreichte Chloroform, dessen Nebenwirkungen damals noch nicht bekannt waren, f√ľhrte aber in Verbindung mit der Schw√§chung Napoleons durch die Krankheit zum Herzversagen. Seine letzten Worte sollen ‚Äě√Čtiez-vous √† Sedan?‚Äú (‚ÄěWaren Sie in Sedan?‚Äú) gelautet haben, nach einer anderen Quelle sagte er allerdings ‚ÄěHenri, Du warst bei Sedan?‚Äú zu seinem Arzt Henri Conneau. Napoleon III. ist in der kaiserlichen Krypta der Sankt-Michaels-Abtei in Farnborough, Hampshire, England, begraben, wo auch seine Frau und sein einziger Sohn, der 1879 im Zulukrieg gefallene Napol√©on Eug√®ne Louis Bonaparte, zur letzten Ruhe gebettet wurden.

Ehe und Nachkommen

Kaiserin Eugénie

Am 29./30. Januar 1853 heiratete Napoleon III. die spanische Gr√§fin Eug√©nie de Montijo. Die Hochzeit war eine getreue Kopie der Feierlichkeiten Napoleons I. Eine vorhergehende Brautwerbung um Prinzessin Adelheid zu Hohenlohe-Langenburg, die sp√§tere Herzogin zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg, war am Widerstand von K√∂nigin Victoria gescheitert, deren Nichte die Prinzessin war, sowie wohl auch deshalb, weil der Brautvater, F√ľrst Ernst I. zu Hohenlohe-Langenburg, den Br√§utigam, der zwar m√§chtig, aber nicht von altem Adel war, f√ľr nicht ebenb√ľrtig hielt[12].

Die Ehe zwischen Napoleon und Eug√©nie verlief nicht gl√ľcklich. Eug√©nie litt unter den Aff√§ren ihres Gatten, der sich auch keine M√ľhe gab, seine Seitenspr√ľnge zu verbergen. Seine fr√ľhe Leidenschaft f√ľr die sch√∂ne Spanierin war schnell erloschen. Zudem ersch√∂pfte ihre Niederkunft im Jahre 1856 ‚Äď zuvor hatte sie bereits eine Fehlgeburt erlitten ‚Äď die Kaiserin so sehr, dass sie nicht nur keine weiteren Kinder mehr bekommen konnte, sondern auch den ehelichen Verkehr mit ihrem Mann stark einschr√§nken und schlie√ülich ganz einstellen musste.

Dagegen engagierte sich Eug√©nie vor allem seit den 1860er-Jahren durchaus mit Duldung ihres Mannes immer mehr im politischen Gesch√§ft. Im Unterschied zu ihm war ihr Standpunkt entschieden konservativ, klerikal und autorit√§r: So bef√ľrwortete sie eine Allianz mit √Ėsterreich und trat energisch f√ľr die Erhaltung des Kirchenstaates unter franz√∂sischer Protektion ein. Napoleon, obgleich in vielem uneins mit ihr, setzte sie dennoch sowohl 1859 als auch 1870 als Regentin in Paris ein. Ihrem Wunsch nach einer Aufrechterhaltung der neoabsolutistischen Regierungsform konnte er zusehends weniger entsprechen. 1870 z√§hlte Eug√©nie zu den erkl√§rten Bef√ľrwortern eines Waffenganges gegen Preu√üen und wirkte entsprechend auf ihren entscheidungsschwachen Mann ein.[13]

Napoleon und Eugénie hatten einen Sohn:

Siehe auch

Schriften

  • Werke. Band I‚ÄďIV, Leipzig 1857.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Bodensee-Magazin Spezial: Napoleonmuseum - Schloss Arenenberg, das sch√∂nste Schloss am Bodensee. Konstanz: Labhard 2005. ISBN 3-926937-85-8
  2. ‚ÜĎ Heinz Rieder: Napoleon III. Abenteurer und Imperator S. 44 ff.
  3. ‚ÜĎ Heinz Rieder: Napoleon III. Abenteurer und Imperator S. 62 ff.
  4. ‚ÜĎ Heinz Rieder: Napoleon III. Abenteurer und Imperator S. 158.
  5. ‚ÜĎ Heinz Rieder: Napoleon III. Abenteurer und Imperator S. 188.
  6. ‚ÜĎ Heinz Rieder: Napoleon III. Abenteurer und Imperator S. 215.
  7. ‚ÜĎ Heinz Rieder: Napoleon III. Abenteurer und Imperator S. 217.
  8. ‚ÜĎ http://www.retrobibliothek.de/retrobib/seite.html?id=131757, zugegriffen am 23. Mai 2009.
  9. ‚ÜĎ Heinz Rieder: Napoleon III. Abenteurer und Imperator S. 231.
  10. ‚ÜĎ Lothar Gall: Europa auf dem Weg in die Moderne 1850-1890, Seite 55. ISBN 3-486-49774-X, abgefragt am 11. Juni 2010
  11. ‚ÜĎ Anton Sch√§fer: Zeittafel der Rechtsgeschichte, Seite 174. ISBN 3-9500616-8-1, abgefragt am 11. Juni 2010
  12. ‚ÜĎ Vgl. Heinz Gollwitzer: Die Standesherren, G√∂ttingen: Vandenhoeck & Ruprecht ¬≤1964, S. 267 f.
  13. ‚ÜĎ Vgl. Octave Aubry: L'imp√©ratrice Eug√©nie, Paris: Fayard 1931.

Weblinks

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Vorgänger Amt Nachfolger
Ludwig Philipp
(König der Franzosen)
französischer Staatspräsident
ab 1852 Kaiser der Franzosen

1848‚Äď1870
(Dritte Französische Republik)
Adolphe Thiers

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  • Napol√©on III ‚ÄĒ (Charles Louis Napol√©on Bonaparte) (1808 1873) empereur des Fran√ßais (1852 1870); fils de Louis Bonaparte et d Hortense de Beauharnais. Il v√©cut en exil apr√®s la chute du Premier Empire. En 1836 √† Strasbourg, en 1840 √† Boulogne, il tenta de… ‚Ķ   Encyclop√©die Universelle

  • Napoleon III. ‚ÄĒ Napoleon III., Charles Louis, Kaiser der Franzosen, geb. 20. April 1808 zu Paris, 3. Sohn Louis Bonapartes, K√∂nigs von Holland, lebte nach dem Sturze seines Oheims zuerst mit seiner Mutter zu Augsburg, hierauf auf dem Schlosse Arenenberg am… ‚Ķ   Herders Conversations-Lexikon

  • Napoleon III. ‚ÄĒ Napoleon III., Kaiser der Franzosen, geb. 20. April 1808 zu Paris, dritter Sohn des K√∂nigs Ludwig Bonaparte (s.d., V), 1815 mit der ganzen Familie Bonaparte aus Frankreich verbannt, besuchte das Gymnasium zu Augsburg, lebte seit 1824 in… ‚Ķ   Kleines Konversations-Lexikon

  • Napol√©on III ‚ÄĒ Pour les articles homonymes, voir Bonaparte et Napol√©on (homonymie).  Ne doit pas √™tre confondu avec Napol√©on Louis Bonaparte (1804 1831) ni Louis Napol√©on Bonaparte (Prince imp√©rial) ‚Ķ   Wikip√©dia en Fran√ßais

  • Napoleon III ‚ÄĒ Louis Napoleon redirects here. For other uses, see Louis Napoleon (disambiguation). Napoleon III 1st President of the French Republic Term 20 December 1848‚Äď 2 ‚Ķ   Wikipedia


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