Nathan Soederblom

Nathan Söderblom
Briefmarke 1966
Södenbloms Denkmal auf dem Eisenacher Hainstein

Lars Olof Jonathan (Nathan) Söderblom (* 15. Januar 1866 in Trönö; † 12. Juli 1931 in Uppsala) war ein protestantischer Theologe und Erzbischof von Schweden. Aufgrund seines unermüdlichen Einsatzes für die Ökumene und den Weltfrieden wurde ihm 1930 der Friedensnobelpreis verliehen.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk

Nathan Söderblom wurde 1866 als Sohn eines Pfarrers geboren und wurde neben der Schule auch von diesem unterrichtet. So musste er bereits mit fünf Jahren Latein lernen. Von 1886 bis 1892 studierte er Literaturwissenschaften und Theologie in Uppsala. 1890 nahm er an der internationalen christlichen Studentenkonferenz in Northfield (Massachusetts) teil. Diese Konferenz und die Begegnung mit Menschen anderer Nationen und Konfessionen weckte seine Leidenschaft für die Ökumene. Ein Jahr später war er Teilnehmer beim Kongress des Christlichen Vereins Junger Männer in Amsterdam.

Nach seiner Ordination zum Pfarrer der lutherischen Kirche 1893 wirkte Söderblom als Seelsorger in einer psychiatrischen Klinik und später bei der schwedischen Gesandtschaft in Paris. Ein Jahr später wurde er Legationspfarrer der Schwedischen Kirche in Paris. Hier heiratete er Anna Forsell, mit der er im Laufe seiner Ehe 13 Kinder hatte.

1901 erwarb er an der Sorbonne den theologischen Doktortitel mit einer Arbeit über den Mazdaismus. Im gleichen Jahr wurde er auf eine Professur für Religionsgeschichte an der Universität in Uppsala berufen. Diese Tätigkeit übte Söderblom bis 1914 aus, von 1912 bis 1914 war er außerdem der erste Professor für dieses Fach an der Universität in Leipzig. 1914 erfolgte seine überraschende Wahl zum Erzbischof von Schweden und damit zum Oberhaupt der Schwedischen Staatskirche.

Beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges hielt sich Söderblom in einem böhmischen Dorf an der österreichischen Grenze auf. In der Folge versuchte er durch vielfache Appelle eine Versöhnung der kriegsführenden Nationen zu erreichen und mit seinen Versöhnungsbemühungen innerhalb der internationalen christlichen Kirchen wurde er zum Anführer der ökumenischen christlichen Friedensbewegung. 1917 organisierte er in Uppsala die Nordische Kirchenkonferenz. Auch in der Folge setzte er sich weiterhin für die Ökumene ein, daneben war er Vizekanzler der Universität Uppsala. Er machte Uppsala zu einem internationalen Zentrum der Ökumene und unterstützte auch den Mediziner und Theologen Albert Schweitzer, indem er ihn 1919 zu Vorlesungen nach Schweden einlud. Eine intensive Freundschaft während seiner Zeit als Erzbischof verband ihn auch mit der Familie des späteren UNO-Generalsekretärs Dag Hammarskjöld.

1925 organisierte Söderblom die Stockholmer Weltkirchenkonferenz als „Weltkonferenz für praktisches Christentum“, zu der er Vertreter aller christlichen Kirchen einlud. Das Oberhaupt der Anglikanischen Kirche Randall Thomas Davidson und die Repräsentanten der Orthodoxen Kirchen und der evangelischen Kirchen folgten seiner Einladung, nicht zugegen war nur Papst Pius XI.. Wegen der großen Bedeutung der Musik Johann Sebastian Bachs für den Protestantismus bezeichnete Söderblom Bach im Jahr 1929 als „fünften Evangelisten“. Söderblom verstarb 1931 an einem Herzleiden, ein Jahr, nachdem er den Friedensnobelpreis entgegennehmen durfte.

Besonderes

Söderblom-Gymnasium in Espelkamp im Mai 1960.

Der Domplatz in Uppsala wurde nach Nathan Söderblom von Wotanshain in Söderblom-Platz umbenannt. Außerdem wurde die Nathan-Söderblom-Kirche der Kirchengemeinde Reinbek-West in Reinbek und das Söderblom-Gymnasium in Espelkamp nach ihm benannt. In Eisenach, Espelkamp und in Söderhamn wurden ihm zu Ehren Denkmäler errichtet.

Literatur

Weblinks



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