Neukaledonien

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Neukaledonien
Nouvelle-Calédonie
Neukaledonien
Flagge Neukaledoniens
Wappen Neukaledoniens
Flagge Wappen
Amtssprache Französisch
Hauptstadt Nouméa
Staatsoberhaupt Nicolas Sarkozy
Regierungschef Harold Martin
Fläche 19.060 km²
Einwohnerzahl 245.580 (Volkszählung 2009)
Bevölkerungsdichte 13 Einwohner pro km²
Währung CFP-Franc
Zeitzone UTC + 11
Internet-TLD .nc
Telefonvorwahl +687
Lage Neukaledoniens
Lage Neukaledoniens
Karte von Neukaledonien
Karte von Neukaledonien
Satellitenbild Neukaledoniens
Satellitenbild Neukaledoniens

Neukaledonien (franz√∂sisch Nouvelle-Cal√©donie, bedeutet Neuschottland) ist eine zu Frankreich geh√∂rige Inselgruppe im s√ľdlichen Pazifik. Die Inselgruppe ist auch als ‚ÄěKanaky‚Äú bekannt. Zwar ist diese Bezeichnung politisch motiviert, hat sich aber √ľber die Jahre etabliert. Geographisch geh√∂ren die Inseln zu Melanesien. Neukaledonien hat den Sonderstatus einer Collectivit√© sui generis nach den Artikeln 76 und 77 der franz√∂sischen Verfassung. Nach dieser muss in den Jahren zwischen 2014 und 2019 ein Plebiszit abgehalten werden, in dem die Einwohner entscheiden, ob die Inselgruppe weiterhin unter der Territorialhoheit des Staates Frankreich verbleiben soll oder die Unabh√§ngigkeit erwirbt. Auf den Inseln leben laut der neuesten Volksz√§hlung (2009) 245 580 Einwohner. Seit 2008 geh√∂rt das Neukaledonische Barriereriff zum Weltnaturerbe der UNESCO.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Historische Karte von Neukaledonien und Loyaltyinseln (1888)

Die Inselgruppe liegt vor der australischen Nordostk√ľste an der Nordspitze von Zealandia. Die Fl√§che der Inseln betr√§gt 19.060 km¬≤, davon sind 18.575 km¬≤ Landfl√§che und 485 km¬≤ Wasserfl√§che. Die Hauptinsel Grande Terre ist mit 16.372 km¬≤ die mit Abstand gr√∂√üte Insel der Gruppe. Zu Neukaledonien geh√∂ren des Weiteren noch die Belep-Inseln, die Chesterfield-Inseln, die √éle des Pins und die Loyalit√§tsinseln. Die K√ľstenlinie hat eine Gesamtl√§nge von 2.254 km. Der h√∂chste Punkt der Inseln ist der Mont Pani√© auf Grande Terre mit 1628 m. Um die Hauptinsel herum liegt das Neukaledonische Barriereriff, das nach dem Great Barrier Reef zweitgr√∂√üte Korallenriff der Welt. L√§ngster Fluss ist der 150 km lange Diahot.

Gr√∂√üte Stadt ist die Hauptstadt Noum√©a mit knapp 91.000 Einwohnern. Im direkten Einzugsgebiet des Grand Noum√©a (Pa√Įta, Dumb√©a und Mont-Dore) leben nach letzten Angaben (Volksz√§hlung 2009) 163.723 Einwohner.

Neukaledonien liegt zwischen dem 19. und 23. s√ľdlichen Breitengrad und damit in der tropischen Klimazone. Die mittleren Temperaturen auf den Inseln liegen das ganze Jahr zwischen 20 ¬įC und 30 ¬įC. Der l√§ngs √ľber die Hauptinsel verlaufende Gebirgszug teilt Neukaledonien in einen humiden Osten (incl. der √∂stlich der Hauptinsel gelegenen Inseln) und einen im Regenschatten liegenden eher ariden Westen. Die relativ k√ľhle trockene Zeit ist von Mitte Mai bis Mitte September. Die Regenzeit, Mitte November bis April. Die Ostseite der Insel erh√§lt ca. 2.500‚Äď4.000 mm Regen/ Jahr. Die Westseite (Lee) generell < 1.500 mm, so z.B. Ouaco etwa 800 mm. In sehr trockenen Jahren gibt es mancherorts lediglich 250‚Äď300 mm Niederschlag.

Der Wirbelsturm Erica hat im März 2003 große Schäden auf der ganzen Insel angerichtet. Das Dengue-Fieber ist je nach Jahreszeit auf Neukaledonien mehr oder weniger verbreitet. Im Januar 2003 zum Beispiel sollen zwischen 4.500 (offizielle Zahl) und 9.000 Menschen erkrankt sein.

Flora und Fauna

Die Flora und Fauna Neukaledoniens weisen einen sehr hohen Grad an Endemismus auf. Viele Arten sind bedroht oder sogar schon ausgestorben, etwa die geh√∂rnte Riesenschildkr√∂te Meiolania platiceps, das terrestrische Krokodil Mekosuchus inexpectatus oder der gro√üe flugunf√§hige Vogel Sylviornis neocaledoniae. Die nicht wirksam genug bek√§mpften Buschfeuer spielen dabei eine wichtige Rolle. Eine nur auf diesen Inseln vorkommende Vogelart ist der Kagu. Es gibt insgesamt 23 endemische Vogelarten. Der Ouveasittich (Eunymphicus uvaeensis) kommt nur auf der Insel Ouv√©a vor. Au√üerdem ist auf Neukaledonien einer der gr√∂√üten Geckos der Welt endemisch, der Neukaledonische Riesengecko. Es gibt 46 Gymnospermen-Arten (45 endemisch, 7 % der Gymnospermarten der Welt). Neukaledonien weist eine hohe Artendichte an B√§umen auf. So finden sich hier 18 endemische Koniferenarten aus der Familie der Araukariengew√§chse (5 aus der Gattung Agathis, 13 weitere aus der Gattung Araucaria). Weiterhin gibt es 260 Farnarten (26 Familien, 83 Gattungen), von denen 105 Arten endemisch sind.

Endemische Pflanzenarten sind zum Beispiel:

  • Amborella trichopoda (Amborellaceae, 1 Art bildet die gesamte Pflanzenfamilie)
  • Strasburgeria robusta (Strasburgeriaceae, 1 Art bildet die gesamte Pflanzenfamilie)
  • Oxera robusta (Lamiaceae, 1 Art des Genus Oxera gibt es auf Vanuatu, 20‚Äď25 in Neukaledonien)
  • Agathis montana (Araucariaceae, A. montana kommt nur am Mont Panie vor).

Fakten:

  • 3328 Pflanzenarten, 2644 endemisch (Schild im Parc Riviere Bleue, das Schild existiert seit mind. 11/2004)
  • 763 Gattungen, 14 % endemisch
  • 169 Familien, 3 % endemisch
  • 547 Monocotyledones (251 endemisch)
  • 209 Gattungen
  • 31 Familien
  • 2394 Dicotyledones (2009 endemisch)
  • 498 Gattungen (79 endemisch)
  • 132 Familien (5 endemisch)

Auf Neukaledonien sind √ľberdurchschnittlich viele urspr√ľngliche Vertreter der Angiospermen beheimatet, vor allem Arten der Familien Winteraceae, Amborellaceae, Monimiaceae, Annonaceae und Chloranthaceae.

Bevölkerung

Die Urbev√∂lkerung der Melanesier oder Kanak bildet mit einem Anteil von sch√§tzungsweise 44,1 % der Bev√∂lkerung inzwischen eine Minderheit. Eine gro√üe Bev√∂lkerungsgruppe stellen die Nachfahren der ersten ‚ÄěSiedler‚Äú aus Frankreich, die so genannten Caldoches zusammen mit den M√©tropolitains, den franz√∂sischen Neueinwanderern. Insgesamt machen Wei√üe, also Europ√§ischst√§mmige, mittlerweile 34,1 % der Bev√∂lkerung aus. Es gibt viele Mischlinge aller Art. Au√üerdem gibt es viele Menschen unterschiedlicher Herkunft, die aber oftmals schon seit Generationen in Neukaledonien leben und gr√∂√ütenteils franz√∂sische Staatsb√ľrger sind: Etwa 9 % der Einwohner sind Walliser und Futuner, 2,6 % sind Tahitianer, 2,5 % sind Indonesier, 1,4 % sind Vietnamesen und 1,1 % sind Ni-Vanuatu. Das extrem hohe Bev√∂lkerungswachstum betr√§gt 3,4 %.[1]

Sprachen

Viele Kanak pflegen in ihren St√§mmen weiterhin ihre eigenen Sprachen und Gebr√§uche. Auch heute werden noch etwa 28 dieser Kanak-Sprachen in den verschiedenen Stammesgebieten gesprochen. Allerdings spielen sie im Erziehungswesen des Landes nur eine sehr untergeordnete Rolle. Auf dem Gebiet der Erforschung der Sprachen in Neukaledonien hat sich besonders der franz√∂sische Ethnologe Maurice Leenhardt (1878‚Äď1954) hervorgetan (siehe auch Do Kamo).

Amtssprache ist allein Franz√∂sisch und wird von weitgehend allen Bewohnern des Landes gesprochen. Diese sprechen unter sich manchmal noch ihre urspr√ľnglichen Sprachen, so zum Beispiel Tahitianisch, Wallisianisch, Futunisch, Vietnamesisch, Indonesisch und Englisch.

Gem√§√ü der Volksz√§hlung von 2004 k√∂nnen 97 % der √ľber 14-j√§hrigen Einwohner Franz√∂sisch sprechen, lesen und schreiben, w√§hrend lediglich 0,97 % keine Franz√∂sischkenntnisse hat.[2] Dagegen k√∂nnen nur noch 37,1 % der √ľber 14-J√§hrigen eine der 28 einheimischen austronesischen Sprachen zumindest sprechen (aber nicht unbedingt lesen und schreiben), w√§hrend 58,7 % keine Kenntnisse der indigenen Sprachen mehr hat.[3]

Religion

Die einheimischen Religionen der einzelnen melanesischen Volksgruppen sind weitgehend verloren gegangen. Ein Gro√üteil der Bev√∂lkerung ist inzwischen christlich. Etwa 60 % der Einwohner sind r√∂misch-katholische Christen und 30 % Anh√§nger protestantischer Kirchen. Andere Glaubensrichtungen und Konfessionen machen 10 % der Gesamtbev√∂lkerung aus.[1]

Geschichte

Die Besiedlung Neukaledoniens fand vermutlich um 1500 v. Chr. durch Menschen der Lapita-Kultur statt. Diese Kultur wurde nach der Fundstelle Lapita 13 auf der Foué-Halbinsel in Neukaledonien benannt. Später erreichten auch Polynesier die Inselgruppe. Die Nachkommen dieser Stämme bilden heute das indigene Volk der Kanak. In der Zeit vom 11. Jahrhundert bis zum 18. Jahrhundert erreichten immer wieder Polynesier die Inseln Neukaledoniens, da sie auf der Suche nach neuem Land waren.

Von den Europäern wurden die Inseln erst im Laufe des 17. Jahrhunderts entdeckt. James Cook verlieh ihnen am 4. September 1774[4] ihren heutigen Namen. Ihm folgte 1792 ein Franzose namens Joseph Bruny d’Entrecasteaux. Die ersten Europäer, die sich auf den Inseln niederließen, waren Walfänger und Holzhändler (Sandelholz). Es folgten im 19. Jahrhundert Missionare. Die Siedler brachten Seuchen auf die Inseln, ein großer Teil der einheimischen Bevölkerung starb an den eingeschleppten Krankheiten.

Die Inseln wurden sowohl von Großbritannien als auch durch Frankreich während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts besiedelt. Im Namen von Napoleon III. nahm Auguste Febvrier-Despointes die Inselgruppe am 24. September 1853 (heute Feiertag) in französischen Besitz.

√Ąhnlich wie die Briten in Australien nutzten die Franzosen die Inseln als Strafkolonie von 1864 bis etwa 1922. 1864 erreichten die ersten 250 franz√∂sischen Str√§flinge Neukaledonien. Damals war nur das s√ľdliche Drittel der Hauptinsel sowie einige Inseln im S√ľden unter franz√∂sischer Kontrolle, ein milit√§rischer Au√üenposten bestand in Napol√©onville (Canala) und sonst gab es nur vereinzelte Plantagen (bsw. f√ľr Zuckerrohr) und Missionsstationen der Maristen neben den D√∂rfern der Kanaken. Auf die Inseln kamen nach der Niederschlagung der Pariser Kommune 1871 von 1872 bis zur Amnestie im Juli 1880 etwa 8000 weitere Franzosen. Unter den Kommunarden war beispielsweise Louise Michel. Im M√§rz 1874 gelang Henri Rochefort, Fran√ßois Jourde, Paschal Grousset und einigen weiteren Gefangenen die Flucht nach Australien[5]. 1871 kam es in der franz√∂sisch besetzten Kabylei zu einem Aufstand, der dazu f√ľhrte, dass etwa 200 Deportierte aus Ostalgerien nach Neukaledonien verbannt wurden. Sie wurden 1895 amnestiert und konnten einige Jahre sp√§ter zur√ľckkehren.

1863 fand der Geologe Jules Garnier das sp√§ter nach ihm benannten Nickel-Mineral Garnierit. Ab 1873 setzte der vereinzelte Abbau von Lagerst√§tten ein, der ab 1880 mit der Gr√ľndung des Unternehmens Soci√©t√© Le Nickel im gro√üen Ma√üstab betrieben wurde. Die Arbeitskr√§fte waren Strafgefangene, Freigelassene, angeworbene Arbeitskr√§fte aus Asien und Ozeanien, aber auch Verschleppte (so genanntes Blackbirding). Die Aufarbeitung der abgebauten Minerale erfolgte in der einzigen daf√ľr vorgesehenen Anlage in Noum√©a. Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts kamen allerdings vermehrt freie Siedler und asiatische Arbeiter auf die Insel. Die einheimische Bev√∂lkerung wurde durch das Apartheid-√§hnliche System des Code de l'indig√©nat massiv unterdr√ľckt.

W√§hrend des Ersten Weltkrieges wurde das Bataillon mixte du Pacifique (B.M.P.) aufgestellt[6], w√§hrend des Zweiten Weltkriegs das Bataillon d‚Äôinfanterie de marine du Pacifique (BIMP), welches aus Neukaledoniern und Polynesiern bestand. Aktuell gibt es das R√©giment d'Infanterie de Marine du Pacifique-Nouvelle-Cal√©donie (RIMaP-NC)[7]. Im Zweiten Weltkrieg war Neukaledoniens Hauptstadt Noum√©a Hauptquartier f√ľr die amerikanischen Streitkr√§fte im Pazifik. Nach dem Krieg wurden die R√§ume des Hauptquartiers des Sekretariats der Pazifischen Gemeinschaft, einer internationalen Organisation verschiedener Pazifikstaaten, √ľbernommen.

Ergebnisse der Regionalwahlen in Neukaledonien 2009.
Die ersten drei Parteien bef√ľrworten weiter die politische Bindung an Frankreich, die letzten streben die Unabh√§ngigkeit Neukaledoniens an.

Es kam regelm√§√üig zu Revolten der Kanak, die jedoch immer niedergeschlagen wurden und jeweils zur Enteignung und Deportation f√ľhrten, so dass die Kanak von den K√ľsten ins Landesinnere abgedr√§ngt wurden. Die gr√∂√üte Revolte war der Aufstand von 1878[8]. Einer der letzten erfolgte, als die Kanak als Soldaten w√§hrend des Ersten Weltkrieges eingezogen wurden. Am 27. Oktober 1946 wurde Neukaledonien zum √úbersee-Territorium erkl√§rt. 1953 erhielten alle Bewohner die franz√∂sischen B√ľrgerrechte und 1957 wurde eine Art lokales Parlament (Assembl√©e territoriale) eingerichtet, doch bereits 1958 beschnitt Charles de Gaulle die Rechte der Landesversammlung wieder. In den 1980er Jahren begann, durch die Kanak verst√§rkt, eine Unabh√§ngigkeitsbewegung auf Neukaledonien. Diese Bestrebungen f√ľhrten teilweise zu Unruhen. 1984 entstand die Kanakische sozialistische Front der nationalen Befreiung (FLNKS) mit Jean-Marie Tjibaou an der Spitze. Die neue Partei organisierte einen Boykott der anstehenden Wahlen, und nach der Wahl bildete sie eine provisorische Regierung von Kanaky mit Tjibaou als Pr√§sident. Es kam zu verschiedenen politischen Morden an mehreren Kanaken und schlie√ülich wurde der Notstand erkl√§rt, franz√∂sische Fallschirmj√§ger eingesetzt und ein neuer Reformplan erdacht, der allerdings zu nichts f√ľhrte. Im Dezember 1986 entschied die UN, Neukaledonien auf die Liste der zu dekolonisierenden L√§nder zu setzen. Ein neues Referendum am 13. September 1987 wurde von den meisten Kanaken boykottiert. Der gewaltt√§tige H√∂hepunkt war die Geiselnahme von 27 Polizisten und einem Richter durch Separatisten in einer H√∂hle auf der Insel Ouv√©a vom 22. April bis in den Mai 1988, die von franz√∂sischen Spezialeinheiten beendet wurde. Sie war eine Reaktion auf ein an diesem Tag in Kraft getretenes Gesetz, mit dem der politische Einfluss der kanakischen Bef√ľrworter einer Unabh√§ngigkeit Neukaledoniens beschnitten werden sollte.

Die Unabh√§ngigkeitsbestrebungen f√ľhrten jedoch zu einer gr√∂√üeren Autonomie durch das Matignon-Abkommen 1988 und dem Abkommen von Noum√©a vom 5. Mai 1998. Die Inselgruppe wurde in drei Provinzen und 33 Gemeinden unterteilt. Die Provinzen werden von je einem Pr√§sidenten und einer Versammlung regiert, die zusammen einen Kongress (Congr√®s de la Nouvelle-Cal√©donie) bilden. Dieser setzt sich zusammen aus 15 Vertretern der Nordprovinz, 32 Vertretern der S√ľdprovinz und sieben Vertretern der Provinz der Loyalit√§tsinseln. Ein Referendum nach dem Jahr 2014 soll √ľber die Unabh√§ngigkeit der Inseln oder den Verbleib bei Frankreich entscheiden.

Am 4. Mai 1989 wurden Jean-Marie Tjibaou und Yeiwene Yeiwene von Radikalen der FLNKS auf Ouvéa ermordet. Sie erhielten ein Staatsbegräbnis und 1998 wurde das Tjibaou-Kulturzentrum aufwendig vom französischen Staat erbaut.

Politik und Verwaltung

Von 1946 bis 2003 war Neukaledonien Franz√∂sisches √úbersee-Territorium (territoire d‚Äôoutre-mer, TOM), davor franz√∂sische Kolonie. Seit der √Ąnderung der franz√∂sischen Verfassung vom 28. M√§rz 2003 ist die Inselgruppe eine zu Frankreich geh√∂rige √úberseegemeinschaft mit besonderem Status (collectivit√© sui generis). Zwei Vertreter Neukaledoniens sitzen in der Pariser Nationalversammlung. Die Hauptstadt ist Noum√©a; dort befindet sich auch ein deutsches Honorarkonsulat.

Die Matthew- und Hunterinseln werden sowohl von Frankreich als auch von Vanuatu beansprucht.

Administrative Gliederung Neukaledoniens
S√ľdprovinz (orange) Nordprovinz (gr√ľn) Provinz der Loyalit√§tsinseln (gelb)
  1. Thio
  2. Yaté
  3. L’Île-des-Pins
  4. Le Mont-Dore
  5. Nouméa
  6. Dumbéa
  7. Pa√Įta
  8. Bouloupari
  9. La Foa
  10. Sarraméa
  11. Farino
  12. Moindou
  13. Bourail
  14. Poya (S√ľdteil)
  1. Poya (Nordteil)
  2. Pouembout
  3. Koné
  4. Voh
  5. Kaala-Gomen
  6. Koumac
  7. Poum
  8. Belep
  9. Ouégoa
  10. Pouébo
  11. Hienghène
  12. Touho
  13. Poindimié
  14. Ponérihouen
  15. Houa√Įlou
  16. Kouaoua
  17. Canala
  1. Ouvéa
  2. Lifou
  3. Maré

Infrastruktur

Der internationale Flughafen Neukaledoniens ist der Flughafen La Tontouta. Dieser liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Pa√Įta, etwa 40 km von Noum√©a entfernt. F√ľr lokale Fl√ľge wird der Flughafen Magenta genutzt, direkt in Noum√©a gelegen. Es werden die wichtigsten St√§dte und alle neukaledonischen Inseln angeflogen.

Neukaledonien verf√ľgt √ľber ein gut ausgebautes, weitgehend asphaltiertes Stra√üennetz.

Der größte Hafen der Insel ist der von Nouméa. Weitere wichtige Häfen liegen in Mueo, Thio und Prony, dienen aber nur der Nickel-Industrie.

Wirtschaft

Die Wirtschaft besteht vor allem aus Handwerk, Bergbau, Industrie und Tourismus. Es sind gewaltige Nickel-Vorkommen zu finden, etwa 10% der gesamten Vorkommen der Welt. Diese werden seit Beginn der Kolonialzeit genutzt und befinden sich zum gr√∂√üten Teil in der Hand der wei√üen Caldoches. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es den so genannten ‚ÄěNickel-Boom‚Äú. Die Eingriffe in die √Ėkosysteme der Insel sind teils erheblich. Die ‚ÄěSoci√©t√© le Nickel‚Äú (Eramet-Gruppe, Frankreich) betreibt in der Hauptstadt Noum√©a, kaum 2 km von der Innenstadt entfernt, eine pyrotechnische Nickelschmelzfabrik. Gegenw√§rtig sind zwei hydrometallurgische Nickelfabriken geplant, die je im S√ľden (Goro) und im Norden (Koniambo) jeweils zusammen mit den kanadischen Unternehmen Inco und Falconbridge betrieben werden sollen.

Die Landwirtschaft spielt in Neukaledonien nur eine untergeordnete Rolle. Rund ein Drittel des Bruttoinlandsprodukts besteht aus finanziellen Zusch√ľssen des franz√∂sischen Mutterstaats. Neukaledonien verwendet den franz√∂sischen Pazifik-Franc, der an den Euro gebunden ist.

Neukaledonien ist nicht in das europäische Umsatzsteuersystem integriert, so dass Ware aus Europa umsatzsteuerfrei bezogen werden kann. Es werden durch den neukaledonischen Zoll Einfuhrzölle erhoben.

Kultur und Sehensw√ľrdigkeiten

  • Tjibaou-Kulturzentrum: 1993‚Äď1998 errichtet. Architekt Renzo Piano. Zentrum f√ľr kulturelle Veranstaltungen

Sport

Im Jahr 2011 werden in Nouméa, der Hauptstadt von Neukaledonien, unter dem Motto Pacific Attitude (Pazifische Einstellung) die Pacific Games 2011 ausgetragen.[9] Seit 1954 wird jährlich der nationale Fußball-Pokalwettbewerb Coupe de Nouvelle-Calédonie de football ausgetragen.

Fotogalerie

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ a b CIA World Fact Book Neukaledonien. Abgerufen am 10. Oktober 2011.
  2. ‚ÜĎ Government of France INSEE: P9-1 ‚Äď Population de 14 ans et plus selon la connaissance du fran√ßais, le sexe, par commune, "zone" et par province de r√©sidence (XLS). Abgerufen am 24 June 2007.
  3. ‚ÜĎ Government of France INSEE: P10-1 ‚Äď Population de 14 ans et plus selon la connaissance d'une langue m√©lan√©sienne et le sexe, par commune, "zone" et par province de r√©sidence (XLS). Abgerufen am 24 June 2007.
  4. ‚ÜĎ James Cook: Die Suche nach dem S√ľdland, Seite 145. ISBN 3-935959-04-4, abgefragt am 3. September 2009
  5. ‚ÜĎ The New York Times Archiv vom 31. M√§rz 1874
  6. ‚ÜĎ Sylvette Boubin-Boyer: Le 1er Bataillon du Pacifique dans la Premi√®re Guerre mondiale (franz√∂sisch; doc; 22 kB)
  7. ‚ÜĎ R√©giment d'Infanterie de Marine du Pacifique (Nouvelle Cal√©donie) auf www.troupesdemarine.org (franz√∂sisch)
  8. ‚ÜĎ 1878 : la grande r√©volte canaque
  9. ‚ÜĎ The NC2011 Games slogan is ‚ÄėPacific Attitude‚Äô, preps well ahead of schedule. Samoanews.com, abgerufen am 3. Mai 2009.

Literatur

  • David Marrani: Principle of Indivisibility of the French Republic and the People's Right to Self-Determination: The ‚ÄěNew Caledonia Test‚Äú, in: Journal of Academic Legal Studies 2 (2006) S. 16‚Äď29.

Fernsehen

  • Cyril Barban√ßon, Julien Rocher: Neukaledonien. Tauchen und Tabus. Dokumentation, Frankreich 2004, 55 min.
  • Marion von Haaren: Neukaledonien. Frankreichs Juwel in der S√ľdsee. Dokumentation, Deutschland 2006, 45 min.
  • Marion von Haaren: Neukaledonien. Frankreichs Inselparadies im Pazifik. Dokumentation, Deutschland 2006, 30 min.
  • Charles-Antoine de Rouvre: Trauminsel Neukaledonien. Dokumentation, 30 min.

Weblinks

 Commons: Neukaledonien ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikiatlas Wikimedia-Atlas: Neukaledonien ‚Äď geographische und historische Karten


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