New Brunswick

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New Brunswick
New Brunswick
Nouveau-Brunswick

Neubraunschweig
Wappen Flagge
Wappen von New Brunswick
(Details)
Flagge von New Brunswick
(Details)
Wahlspruch: Spem reduxit
‚ÄěHoffnung wiederhergestellt‚Äú
Lage
New Brunswick in Canada.svg
Basisdaten
Amtssprache Englisch und Französisch
Hauptstadt Fredericton
Größte Stadt Saint John
Fläche 72.908 km² (11.)
Einwohner (2006) 729.997 (8.)
Bevölkerungsdichte 10,2 Ew./km²
BIP in CAD (2006) Gesamt: 25,221 Mia. (8.)
Pro Kopf: 33.664 (12.)
Zeitzone UTC -4
ISO 3166-2 CA-NB
Postalische Abk√ľrzung NB
Website www.gnb.ca
Politik
Beitritt Konföderation 1. Juli 1867
Vizegouverneur Graydon Nicholas
Premierminister David Alward
Sitze im Unterhaus 10
Sitze im Senat 10
Kanada und seine Provinzen 1867

New Brunswick (engl.) oder Nouveau-Brunswick (franz.), deutsch Neubraunschweig, ist die einzige offiziell zweisprachige kanadische Provinz, sie hat rund 730.000 Einwohner (2006).[1] Die Hauptstadt ist Fredericton.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Landfl√§che betr√§gt rund 70.000 km¬≤. Etwa 80 % der Fl√§che sind Wald, die restlichen 20 % Ackerland und Stadtgebiet. New Brunswick liegt am Nordende der Appalachen, eines alten Gebirgszuges. Die Landschaftstypen sind Berge (h√∂chster Berg ist der Mount Carleton mit 820 m), H√ľgel und Flusst√§ler.

Bevölkerung

Etwa 65 % der Bev√∂lkerung sprechen englisch, 35 % franz√∂sisch. Letztere Bev√∂lkerungsgruppe nennt sich Akadier, nach der Bezeichnung der Region (Akadien) aus der Kolonialzeit Frankreichs. Der Dialekt der Akadier √§hnelt stark der zur Zeit der Auswanderung in Loudun in Frankreich gesprochenen Sprache. Die Akadier sind die Nachkommen der in der Zeit der Unabh√§ngigkeitskriege vertriebenen franz√∂sischen Siedler. Sie weigerten sich, den Treueeid zur Britischen Krone zu leisten, und wurden durch treue Loyalisten ‚Äěersetzt‚Äú. Weitere Minderheiten sind die Micmac-, Maliseet- und Passamaquoddy-Indianer.

Geschichte

Fr√ľhgeschichte

Vor etwa 13.000 Jahren lag die Provinz noch unter einem Eispanzer. Die ältesten menschlichen Spuren in den östlichen Provinzen fanden sich bei Debert in Nova Scotia.[2] Diese Jäger, die Mastodonten und Wollhaarmammut antrafen, bewegten sich in einer Tundrenlandschaft zwischen Gletscherresten, der Meeresspiegel stieg mit dem Abschmelzen des Eises, so dass selbst das Tal des Saint John zeitweise unter Wasser stand.

Die Mi'kmaq lebten schon lange vor Ankunft der ersten Europ√§er im Gebiet zwischen Gasp√©-Halbinsel und Neuschottland, und damit auch auf dem Gebiet von Neubraunschweig, die Maliseet am Saint John River und die Passamaquoddy im 17. Jahrhundert von der Passamaquoddy Bay √ľber den Einzugsbereich des Saint Croix Rivers bis zum Schoodic Lake. Die Lebenssituation war so g√ľnstig, dass in der Sprache der Mi'kmaq kein Wort f√ľr Mangel existiert.

Um 1500 v. Chr. l√§sst sich Fernhandel bis weit in den Westen fassen, umgekehrt dehnte die Adena-Kultur um 400 v. Chr. ihren Einfluss vom Ohio River bis an die K√ľste aus. Unter ihrem Einfluss entstand auf North West Miramichi der 2400 Jahre alte Augustine Burial Mound.[3] Er ist nach Joseph Augustine benannt, einem Mi'kmap der Red Bank band, der aufgrund oraler Traditionen vermutete, dass dort Artefakte zu finden seien. Grabungen best√§tigten seine Vermutung.[4]

An der nur 700 m entfernten Oxbow site im Red Bank reserve am Little South West Miramichi River lie√üen sich Siedlungen von gro√üer Kontinuit√§t nachweisen, deren √§lteste bis etwa 800 v. Chr. zur√ľckreichen. Um 200 v. Chr. wurden erstmals Tonwaren hergestellt, eine Technik, die wohl von den Gro√üen Seen oder aus dem S√ľden Neuenglands nach Neubraunschweig gekommen war.

Mitte des 16. Jahrhunderts entstand in Maine und in den Maritimes die Abenaki-(Wabanaki-)Konf√∂deration infolge eines Friedensabkommens mit den irokesischen Mohawk. Neben den Mohawk geh√∂rten die Ottawa dazu, ebenso wie Mi'kmaq, Maliseet, Passamaquoddy, Penobscot und zeitweise die westlichen Abenaki von New England und Quebec. Erst 1862, als die Penobscot sich aus der Konf√∂deration zur√ľckzogen, endete der Zusammenschluss. Im Laufe der 1870er Jahre endete auch die besondere Beziehung der anderen St√§mme zu den Mohawk. Zahlreiche Ortsnamen, wie Mactaquac, Nashwaak, Quispamsis, Kouchibouguac, Restigouche, Abegweit, Pictou, Kejimkujik verweisen auf ihre Anwesenheit.[5]

Französische Kolonisierung, Akadier

1524 erreichte Giovanni da Verrazzano die ‚ÄěAcadie‚Äú, die er nach Arkadien in Griechenland benannte. 1535 segelte Jacques Cartier in die Chaleur Bay. 1604 entstand am St Croix in der Passamaquoddy Bay (Peskutumaquadik) die erste europ√§ische Siedlung in Nordamerika, 1606 erreichte Marc Lescarbot, der als erster Historiker Nordamerikas gilt, die Region.

Als Isaac de Razilly 1635 starb, der die wiederbelebte Siedlung Port-Royal gef√ľhrt hatte, stritten sich der Hugenotte Charles de Saint-√Čtienne de la Tour, der Gouverneur von Akadien zwischen 1631 und 1642 sowie von 1653 bis 1657, und der Katholik Charles de Menou d'Aulnay. W√§hrend La Tour seit 1610 im Pelzhandel t√§tig war, unter den Mi'kmaq gelebt, eine Abenaki-Frau geheiratet hatte und von den H√§ndlern unterst√ľtzt wurde, verf√ľgte d‚ÄôAulnay √ľber gute Kontakte nach Paris. Dieser von 1640 bis 1645 anhaltende Konflikt, in dem protestantische Engl√§nder eine wichtige Rolle spielten, √ľberlie√ü das zerst√∂rte Land freier Nutzung ‚Äď trotz des Grundsatzes ‚Äěnulle terre sans seigneur‚Äú (kein Land ohne Feudalherrn). Nach d'Aulnays Tod im Jahr 1650, gewann La Tour die Kontrolle √ľber den Saint John zur√ľck und gr√ľndete Handelsposten in Miscou harbour und in Nepisiguit (Bathurst). Aus dem Tal des Saint John er√∂ffneten die Akadier immer wieder Angriffe auf New England, woraus sich dauerhafte Feindseligkeiten entwickelten.

1694 entstand im heutigen Fredericton ein erstes Fort namens Fort Saint-Joseph.

Britische Kolonialzeit

1713, nach dem Spanischen Erbfolgekrieg, kam Nova Scotia durch den Vertrag von Utrecht an Gro√übritannien. Das sp√§tere New Brunswick war dadurch zum Restgebiet des ehemaligen Akadiens geworden, das auf zwei Seiten von britischen Kolonien umgeben war, von Nova Scotia im Osten und Neuengland im S√ľden. Im Siebenj√§hrigen Krieg (1756-1763) eroberten die Briten das Gebiet von New Brunswick. Durch den Vertrag von Paris wurde Neufrankreich Teil des britischen Kolonialreichs; das Gebiet von New Brunswick wurde zusammen mit einem Teil Maines der Kolonie Nova Scotia angeschlossen.

Als die Briten Acadie 1713 besetzten und etwa 10.000 Franzosen unterwarfen, verlor sich deren Kontakt zum franz√∂sischen Feudalsystem. Die 1755 vertriebenen Akadier ‚Äď abgesehen von denen, die auf Prince Edward Island und am oberen Saint John River blieben ‚Äď kehrten ab 1765 zur√ľck und erhielten Land auf der Basis des britischen Feudalsystems. Viele von ihnen zogen in die Gegend von Memramcook, einige wurden Landbesetzer (Squatter) am Saint John, viele arbeiteten f√ľr die Robin Brothers aus Jersey auf den Channel Islands. Sie hatten 1764 begonnen Fischfangstationen zwischen Gasp√© und Cape Breton Island zu errichten.

1713 schlossen die regionalen St√§mme einen eigenen Vertrag mit Gro√übritannien, in dem sie die Siedlungsrechte der Briten anerkannten, doch 1714 protestierten sie dagegen, dass die Siedler die zugestandenen Grenzen √ľberschritten hatten. 1721 protestierten die Indianer der Region gegen die √úbergabe an Gro√übritannien mit der Begr√ľndung, der K√∂nig von Frankreich k√∂nne sein Land vergeben, an wen er wolle, sie jedoch w√ľrden dies nicht tun.[6] Als Indianer in Massachusetts Vieh auf einer Weide t√∂teten, lie√ü Gouverneur William Dummer schlafende Kennebec ermorden, woraufhin dieser Stamm ihm den Krieg erkl√§rte. Dummer reagierte, indem er allen St√§mmen im Norden den Krieg erkl√§rte, einschlie√ülich derjenigen in New Brunswick. Dieser Krieg erhielt den Namen ‚ÄěDummer‚Äôs War‚Äú. Erst 1725 kam es zu Dummers Friedens- und Freundschaftsvertrag, der in Boston unterzeichnet wurde, und in dem die Briten den Wabanahki freie Jagd, Fischfang und Anbau zugestanden.

Provinz New Brunswick

Nach der Unabh√§ngigkeit der USA kamen rund 14.000 Loyalisten, Familien, die der Kolonialmacht Gro√übritannien treu geblieben waren, zur Bay of Fundy, gr√ľndeten die Stadt Saint John und besiedelten das Tal des gleichnamigen Flusses und das des St Croix River. Sie stellten schlagartig eine f√ľr die Indianer √ľberw√§ltigende Bev√∂lkerungsmehrheit. 1784 erhielten sie in Abgrenzung von Halifax einen eigenen Kolonialstatus. Sie wurde nach dem F√ľrstenhaus Braunschweig benannt, dem auch K√∂nig Georg III. entstammte. Die Hauptstadt Fredericton hat ihren Namen von Prinz Friedrich August.

Nach New Brunswick kamen Schotten, die vor der Aufteilung ihres Landes unter Viehgro√ügrundbesitzer geflohen waren, und vor allem Fl√ľchtlinge vor dem Hunger aus Irland. Um 1850 lebten 277.000 Menschen in Nova Scotia, 194.000 in New Brunswick und 72.000 auf Prince Edward Island. Damit hatte sich die Bev√∂lkerung seit etwa 1800 verf√ľnffacht. Der Anteil der Iren lag zeitweise bei zwei Dritteln der Bev√∂lkerung.

1807 versuchte London zur Finanzierung der Kolonie auf das sogenannte Quit-Rent-System zur√ľckzugreifen, doch die Bauern waren nicht in der Lage diese Abgabe zu zahlen. Die Provinzregierung gr√ľndete 1820 die Bank of New Brunswick. Zwar stellten sich 1832 in New Brunswick Erfolge ein, doch hatte die Holzindustrie, die seit Napoleons Kontinentalsperre ab 1807 von gro√üer Bedeutung f√ľr die Deckung des britischen Holzbedarfs war, kein Interesse an kleinteiligen Landvergaben. 1835 dr√§ngte die Kolonialmacht New Brunswick zum Kauf der Quit-Rents f√ľr 1000 Pfund. So kam Gro√übritannien ab 1848 nur noch f√ľr die Verteidigungskosten auf, √§hnlich wie in Neuschottland. Neubraunschweig finanzierte sich nun durch Siedlungsabgaben und Z√∂lle.

Doch die √ľberaus starke Abh√§ngigkeit von Holzausfuhren, die bereits 1774 eingesetzt hatten, und vom Schiffbau machte jeden Preisverfall zu einer schweren Wirtschaftskrise. Dazu trug vor allem der ungeregelte Zugang zu Holz bei, so dass die zahlreichen Holzunternehmen die W√§lder einfach nur auspl√ľnderten. Zwar kamen einige Jahre lang Vorschl√§ge auf, die Wirtschaft durch Z√∂lle zu sch√ľtzen, doch der Freihandel setzte sich auch f√ľr New Brunswick ab 1853 durch. Den Preisverfall glich zun√§chst der Krimkrieg aus, dann der B√ľrgerkrieg in den USA. Als sich die Reserven an gro√üen Urw√§ldern ersch√∂pften und die Segelschiffe zunehmend durch Dampfschiffe ersetzt wurden, brach der Holzmarkt zusammen. Tausende von Siedlern verlie√üen die Kolonie.

Andere Rohstoffe sorgten nur f√ľr einen begrenzten Ersatz, wie etwa Kohle. Die erste Eisenbahnlinie war eine Kohlebahn bei Pictou, die 1838 entstand. In den 1850er Jahren kamen Verbindungen von Halifax nach Truro und Windsor, von St. John's nach Shediac, weiter nach Truro und von St. Andrews nach Woodstock hinzu. Als die Anschlussverhandlungen an das entstehende Kanada 1864 einsetzten, erhofften man sich eine Anbindung an ein kontinentales Eisenbahnnetz.

Kanada, Eisenbahnbau, Industrialisierungsversuche

Briefmarken von New Brunswick, Königin Victoria (links) und Charles Connell (rechts), 1860

1864 wollte man auf der Konferenz von Charlottetown die Kolonien New Brunswick, Nova Scotia und Prince Edward Island zu einer ‚ÄěMaritimen Union‚Äú zusammenzuschlie√üen. Zum Schutz vor Angriffen aus den USA nach dem Ende des B√ľrgerkriegs sollte der Bundesstaat ein gr√∂√üeres Gebiet umfassen. Viele der Bewohner von New Brunswick wollten kein Teil dieses gr√∂√üeren Staats sein, da sie bef√ľrchteten, dass die Bed√ľrfnisse der Seeprovinzen hinter denen Nieder- und Oberkanadas zur√ľckstehen w√ľrden.

Nach der Gr√ľndung des Bundesstaates erlitten New Brunswick und die restlichen Seeprovinzen einen bedeutenden wirtschaftlichen R√ľckgang. Die neue nationale Politik Kanadas st√∂rte die guten Beziehungen der Seeprovinzen zu Neuengland. 1877 zerst√∂rte ein Gro√übrand Saint John und die Segelindustrie ging stark zur√ľck. Viele Menschen wurden arbeitslos und mussten nach Westen in andere kanadische Provinzen oder nach S√ľden in die Vereinigten Staaten abwandern.

Weder Nova Scotia noch New Brunswick noch British Columbia w√§ren der Union beigetreten, h√§tte es die Versprechen nicht gegeben, eine Eisenbahnverbindung zu bauen. Von Moncton nach Winnipeg und weiter zur Westk√ľste sollte eine Bahn entstehen. Tats√§chlich entstand bis 1876 die Intercolonial Railway, die die Provinz an das ostkanadische Handelssystem band, 1889 folgte die Canadian Pacific Railway bis nach Saint John. Zwar kam es zu einer kurzen Bl√ľte der Eisen-, Textil- und Zuckerindustrie, doch wurden diese durch kapitalstarke Unternehmen aus den zentralen Provinzen aufgekauft.

Verarmung, nationale Politik, Sozialstaat

Nach dem Ersten Weltkrieg gingen die traditionellen Industrien weiter zur√ľck, so dass der Lebensstandard dauerhaft unter dem des √ľbrigen Kanada blieb. Der Anteil der Gesundheits- und Bildungsausgaben lag etwa 50 % unter dem Landesdurchschnitt, Analphabetismus und Kindersterblichkeit lagen in der verarmten Provinz erheblich h√∂her.

Zugleich forderte das Maritime Rights Movement an der Ostk√ľste die Rechte, die 1926 abgelehnt worden waren. 1934 forderte die Nova Scotia Royal Commission of Economic Enquiry f√ľr die Ostk√ľste die gleiche Hilfe, wie einst f√ľr die Pr√§rieprovinzen. Zugleich war die Provinz in einen urbanen englischsprachigen S√ľden und einen l√§ndlich-franz√∂sischen Norden geteilt. Zwei einflussreiche Familien, die Irvings und die McCains modernisierten die Wirtschaft durch vertikale Integration. Die franz√∂sischsprachigen Akadier lebten gr√∂√ütenteils an der Nord- und Ostk√ľste, w√§hrend der Rest der Provinz englischsprachig war. Staatliche Dienste waren oft nicht auf Franz√∂sisch verf√ľgbar und die Infrastruktur war in frankophonen Gebieten schlechter entwickelt. Dies √§nderte sich 1960 mit der Wahl Louis Robichauds zum Premierminister. Er entwickelte den Chancengleichheitsplan. Die Kompetenz f√ľr Ausbildung, Unterhalt der l√§ndlichen Stra√üen und Gesundheitspflege wurde der Provinz √ľbertragen. 1969 wurde ein Gesetz erlassen, das Franz√∂sisch und Englisch zu gleichberechtigten Amtssprachen machte.

Zwischen 1948 und 1952, am Ende der Eisenbahnepoche in Kanada, wurde der Trans-Canada Highway von Halifax und Saint John‚Äôs nach Victoria erbaut, die Trans-Canada Air Lines, ein Staatsbetrieb, nahmen 1939 ihren Postbetrieb von K√ľste zu K√ľste auf. Trans Canada und Canadian Pacific fusionierten, lokale Carrier versorgten die Atlantikprovinzen. 1954 entstand der Atlantic Provinces Economic Council als Planungsgruppe. Dieses Aufstreben der Provinzengruppe gipfelte in der Bildung des Department of Regional Economic Expansion 1969 und im folgenden Jahr der Atlantic Provinces Royal Commission on Maritime Union.

Die Regierung investierte in den 60er Jahren in Elektrifizierung, in Industrien und Rohstoffabbau, Waldwirtschaft und Fischerei, Stra√üenbau, und f√∂rderte Transferleistungen zwischen den Provinzen, um den Lebensstandard an den nationalen Durchschnitt anzupassen. 1963 folgte die Regierung den Empfehlungen der Byrne Commission, und die Provinz √ľbernahm die Verantwortung f√ľr Bildung, Gesundheitsvorsorge, sowie andere staatliche Leistungen. Die Kommunen sollten sich nur noch um Wasserversorgung, Feuerwehren sowie lokale Polizeidienste k√ľmmern. Dementsprechend sollte das Steueraufkommen zwischen Bund, Provinz und St√§dten aufgeteilt werden.

Die Atlantikk√ľste profitierte von der Erweiterung der Dreimeilenzone auf 200 Meilen. Auch wurde der dort gefangene Fisch nun besser vermarktet und ging √ľberwiegend in die USA. Fischfabriken und neue Trawler erh√∂hten die Ums√§tze. Allerdings brachen die Fischbest√§nde stark ein, so dass zahlreiche Fischer abwanderten.

Politik

Das politische System der Provinz basiert auf dem Westminster-System mit einem Einkammerparlament (von 1784 bis 1891 besa√ü New Brunswick ein Zweikammerparlament). Die Legislativversammlung besteht aus 55 Mitgliedern, die in ebenso vielen Wahlkreisen nach dem Mehrheitswahlsystem gew√§hlt werden. Der Vizegouverneur kann in Absprache mit dem Premierminister innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens das Parlament vorzeitig aufl√∂sen und Neuwahlen ansetzen, der britischen Parlamentstradition entsprechend. Sp√§testens nach f√ľnf Jahren m√ľssen Neuwahlen stattfinden. Premierminister ist stets der Vorsitzende jener Partei, welche die meisten Sitze errungen hat. Dieses Amt hat zurzeit David Alward inne, Vizegouverneur ist Graydon Nicholas.

In der Provinzpolitik dominieren zwei Parteien, die New Brunswick Liberal Association (frz. Association lib√©rale du Nouveau-Brunswick) und die Progressive Conservative Party of New Brunswick (frz. Parti progressiste-conservateur du Nouveau-Brunswick). Zwar erzielt die sozialdemokratische New Brunswick New Democratic Party (frz. Nouveau Parti d√©mocratique du Nouveau-Brunswick) regelm√§√üig √ľber 10 % der Stimmen, ist aber kaum je im Provinzparlament vertreten.

Die Politik in New Brunswick unterscheidet sich von jener in anderen kanadischen Provinzen. Das Fehlen eines dominierenden urbanen Zentrums bewirkt, dass die Regierung auf die Bed√ľrfnisse m√∂glichst aller Regionen R√ľcksicht nehmen muss. Die gro√üe franz√∂sischsprachige Minderheit tr√§gt ebenso zu einer eher konsensorientierten Politik bei.

Im kanadischen Unterhaus wird New Brunswick von zehn Abgeordneten vertreten. Gemäß der kanadischen Verfassung stehen der Provinz ebenfalls zehn Sitze im Senat zu.

‚Üí Siehe auch: Liste der Premierminister von New Brunswick, Liste der Vizegouverneure von New Brunswick

Verwaltungsgliederung

Karte von New Brunswick

New Brunswick ist in 15 Bezirke unterteilt:

  • Albert County
  • Carleton County
  • Charlotte County
  • Gloucester County
  • Kent County
  • Kings County
  • Madawaska County
  • Northumberland County

Wirtschaft

Die Wirtschaft New Brunswicks wird vom Finanz- und Dienstleistungssektor dominiert, ist aber bekannter durch Bergbau, Holz- und Landwirtschaft (Kartoffeln) sowie Fischerei (Hummer, Muscheln). Wichtigste Arbeitgeber in der Provinz sind die Unternehmen der Irving-Gruppe, die Provinzregierung und die McCain-Unternehmen (Nahrungsmittel). Daneben gibt es Tourismus, besonders im Kouchibouguac- und Fundy-Nationalpark. Andere Attraktionen sind der Mount-Carleton-Provinzpark und die Akadische Halbinsel.

Städte

Die Stadt Moncton in der Abenddämmerung
Die Stadt Saint John (2002)

Wichtige Städte sind Saint John, Fredericton (Hauptstadt), Moncton, Edmundston, Bathurst und Campbellton.

Saint John ist eine Hafenstadt mit Holz- und Papierindustrie, sowie einer Erd√∂lraffinerie, die ebenso wie ein Gro√üteil der Wirtschaft und der Presse der Provinz von der 'Irving' Familie, den Nachkommen von K. C. Irving, kontrolliert wird. Saint John wird nicht zu St. John abgek√ľrzt, um es besser von St. John‚Äôs, der Hauptstadt Neufundlands, zu unterscheiden. Au√üerhalb der Atlantikprovinzen werden beide St√§dte oft miteinander verwechselt.

Fredericton ist eine Universitätsstadt mit Kunsthalle und Theater. Die Stadt hat mit der Christ Church Cathedral die älteste Kathedrale Nordamerikas.

Die Mount Allison Universität in Sackville (New Brunswick) ist eine kleine Privatuniversität, die innerhalb Kanadas regelmäßig aufgrund der Lehrqualität ausgezeichnet wird. Sie war die erste Hochschule im British Empire, an der eine Frau einen akademischen Grad erwarb.

Die Universit√§t von Moncton (Universit√© de Moncton) ist eine franz√∂sischsprachige Hochschule mit Hauptsitz in Moncton. Ebenfalls in Moncton gelegen ist die Atlantische Baptistenuniversit√§t (Atlantic Baptist University), urspr√ľnglich eine Bibelschule, die heute ein umfassendes Programm anbietet.

Die University of New Brunswick, welche als King's College 1785 in Fredericton gegr√ľndet wurde, ist heute eine gro√üe √∂ffentliche englischsprachige Universit√§t. Ihr Hauptsitz ist in Fredericton, ein weiterer Campus liegt in Saint John. Sie ist das √§lteste √∂ffentliche Institut f√ľr h√∂here Bildung in Nordamerika.

Größte Städte (Stand: 2006)[1]

Bekannte Persönlichkeiten aus New Brunswick

Weblinks

 Commons: New Brunswick ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ a b Statistics Canada: 2006 Census
  2. ‚ÜĎ Christopher Ellis: Understanding ‚ÄúClovis‚ÄĚ Fluted Point Variability in the Northeast: A Perspective from the Debert Site, Nova Scotia, in: Canadian Journal of Archaeology/Journal Canadien d‚ÄôArch√©ologie 28 (2004) 205‚Äď253.
  3. ‚ÜĎ Die Augustine Mound National Historic Site of Canada ist seit 1975 in der Liste der nationalen historischen St√§tten verzeichnet.
  4. ‚ÜĎ Vgl. John P. Tenass. In: Dictionary of Canadian Biography. Toronto 1979 ff., ISBN 0-8020-3142-0 (englisch, franz√∂sisch)
  5. ‚ÜĎ Place Names in the Maritimes
  6. ‚ÜĎ Der Text des Schreibens findet sich hier.

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