Nordkorea


Nordkorea
조선민주주의인민공화국

(朝鮮民主主義人民共和國)
Chosŏn Minjujuŭi Inmin Konghwaguk
Demokratische Volksrepublik Korea

Flagge Nordkoreas
Wappen Nordkoreas
Flagge Wappen
Amtssprache Koreanisch
Hauptstadt Pjöngjang
Staatsform Volksrepublik (Songun; Juche)
Regierungsform Sozialistische Volksdemokratie[1]
Staatsoberhaupt Präsident (de jure):
Kim Il-sung († 8. Juli 1994)

Vorsitzender des Präsidiums der Obersten Volksversammlung:
Kim Yŏng-nam[2][3]
Regierungschef Vorsitzender der nationalen Verteidigungskommission:
Kim Jong-il[4]

Vorsitzender des Ministerrats:
Choe Yong-rim
Fläche (95.) 122.762 km²
Einwohnerzahl (52.) 24.051.218 (UNFPA Okt 2008)
Bevölkerungsdichte (42.) 186 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt 26,7 Mrd. USD (Stand 2007)[5]
Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner 1152 USD
Währung Won (= 100 Chon)
Unabhängigkeit seit 1948
Nationalhymne Ach’imŭn pinnara
Zeitzone UTC+9 (KST)
Kfz-Kennzeichen KP
Internet-TLD .kp (reserviert, jedoch kaum verwendet)
Telefonvorwahl +850
North Korea in its region.svg
North Korea 1996 CIA map.jpg

Die Demokratische Volksrepublik Korea, weithin Nordkorea genannt, ist ein Staat in Ostasien. Nordkorea umfasst den nördlichen Teil der Koreanischen Halbinsel und ist nach dem Zusammenfall des Ostblocks einer der wenigen verbliebenen stalinistischen Staaten. Das Land wird diktatorisch regiert und gilt als das weltweit restriktivste politische System der Gegenwart.

Im Norden grenzt Nordkorea an die Volksrepublik China, im äußersten Nordosten an Russland. Nordkoreas Westgrenze bildet das Gelbe Meer, im Osten umgibt das Japanische Meer das Land. Im Süden bildet die demilitarisierte Zone die Grenze zu Südkorea (Republik Korea), das zusammen mit dem Norden bis zur Annexion Koreas durch Japan 1910 den gemeinsamen Staat Korea bildete. Die Teilung des Landes begann nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Aufteilung Koreas in eine amerikanische und eine sowjetische Besatzungszone, aus denen 1948 zwei unabhängige Staaten hervorgingen. Der Koreakrieg (1950 bis 1953) besiegelte die Spaltung der Koreanischen Halbinsel.

Nordkorea steht etwa seit 2000 wegen seiner Weitergabe von militärischer Raketentechnologie und in letzter Zeit zusätzlich wegen seines Kernwaffenprogramms im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit. Des Weiteren steht die Staatsführung wegen schwerer Verletzungen der Menschenrechte international in der Kritik.

Inhaltsverzeichnis

Bezeichnungen

In Deutschland, Österreich, der Schweiz und Nordkorea wird offiziell die Bezeichnung Demokratische Volksrepublik Korea (kurz „DVRK“) verwendet. Nordkorea selbst bevorzugte bis Mitte Dezember 2007 die in der DDR etablierte Übersetzung Koreanische Demokratische Volksrepublik sowie die Abkürzung KDVR. Selten wird auch noch der Begriff Koreanische Volksdemokratische Republik (kurz KVDR) in den Medien verwendet. Diese Bezeichnung hatte der Ministerrat der DDR 1949 verfügt, und hatte bis 1990 in der DDR offiziell Bestand, obwohl Ende 1977 eine Änderung nach KDVR angeregt wurde.[6]

In Nordkorea ist die Kurzform Chosŏn (kor. 조선, 朝鮮, Korea) üblich. In Südkorea, wo Gesamtkorea Hanguk statt Chosŏn genannt wird, heißt der Nachbarstaat Bukhan (북한, , „Nordkorea“).

Geographie

Hauptartikel: Geographie Nordkoreas

Im Norden grenzt das Land an die Volksrepublik China, hinzu kommt ein etwa 19 km langer Grenzstreifen zu Russland entlang des Flusses Tumen. Nordkoreas Westküste liegt an der Bucht von Korea, einem Teil des Gelben Meeres. Im Osten befindet sich das Japanische Meer, das von den Nordkoreanern als Koreanisches Ostmeer bezeichnet wird.[7][8] In den Namensstreit um das Japanische Meer ist auch Südkorea verwickelt.

Das Landesinnere ist wegen seines gebirgigen Charakters nur dünn besiedelt. Die Bevölkerung konzentriert sich auf die Küstenregionen im Westen und Osten des Landes. Dementsprechend befinden sich dort auch die größten Städte Nordkoreas; neben der Hauptstadt Pjöngjang sind dies Hamhŭng, Kaesŏng, Sinŭiju sowie Ch'ŏngjin.

Der höchste Berg ist der Paektusan (2.744 m) an der Grenze zu China. Die wichtigsten Flüsse sind der Tumen (im Norden) und der Amrok (bekannter unter seiner chinesischen Bezeichnung Yalu).

Klima

Klimadiagramm Pjöngjang

Nordkorea besitzt im Wesentlichen ein gemäßigtes Kontinentalklima mit vier ausgeprägten Jahreszeiten. Der Jahresniederschlag fällt hauptsächlich während des Monsuns (jangma) im Zeitraum von Juni bis August. Die Wintermonate sind durch Kälte und Trockenheit gekennzeichnet. Im Herbst ist das Land gelegentlich von Taifunen betroffen.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
Alterspyramide 2005

Demografie

Nordkorea ist ethnisch homogen - abgesehen von einer kleinen chinesischen Minderheit im Norden des Landes - und weist aufgrund der geringen Attraktivität des Landes für Einwanderer den prozentual niedrigsten Ausländeranteil weltweit auf. Auch gilt es als praktisch unmöglich, sich als Ausländer in Nordkorea niederzulassen.

Die Bevölkerung Nordkoreas stieg im Zeitraum von 1960 bis 2008 von 12,3 Millionen auf über 24 Millionen Menschen.[9] Nordkoreanischen Statistiken zufolge ist die Lebenserwartung seit 1986 im Mittel gesunken. Nach WHO-Angaben betrug die durchschnittliche Lebenserwartung im Jahre 2004 für Männer 65 Jahre, für Frauen 68 Jahre. Die durchschnittliche Säuglingssterblichkeit liegt bei 5,8 %. Der offizielle Zensus Nordkoreas vom Jahr 2008 gibt die Lebenserwartung von Männern mit 65,6 Jahren an, die von Frauen mit 72,7 Jahren. Nach Angaben dieses Zensus lag die Säuglingssterblichkeit im Jahr 2008 bei 1,9 %.[10]

Seit Gründung der KDVR besteht, angetrieben durch die politischen Repressionen sowie die schlechten wirtschaftlichen Lebensbedingungen, ein vor allem in den vergangenen Jahren stark angewachsener Flüchtlingsstrom. Die Statistik des südkoreanischen Ministeriums für Wiedervereinigung über die Zahl der im Süden eintreffenden nordkoreanischen Flüchtlinge[11][12][13][14] zeigt eine deutliche Aufwärtstendenz. Es muss hierbei berücksichtigt werden, dass viele Nordkoreaner, wenn sie im Süden eintreffen, bereits längere Zeit in anderen Ländern, vor allem in China, gelebt haben:

Seit 1990 pro Jahr in Südkorea angekommene Flüchtlinge aus Nordkorea
  • bis 1989: 607
  • 1990: 9
  • 1991: 9
  • 1992: 8
  • 1993: 8
  • 1994: 52
  • 1995: 41
  • 1996: 56
  • 1997: 85
  • 1998: 71
  • 1999: 148
  • 2000: 312
  • 2001: 583
  • 2002: 1.138
  • 2003: 1.281
  • 2004: 1.894
  • 2005: 1.383
  • 2006: 2.018
  • 2007: 2.544
  • 2008: 2.809
  • 2009: 2.927
  • 2010: 2.423
Panoramablick auf Pjöngjang

Die innerkoreanische Landgrenze auf direktem Wege zu überschreiten, ist nahezu unmöglich. Verhältnismäßig wenige nordkoreanische Flüchtlinge passieren die Seegrenze, die meisten überqueren zunächst die vergleichsweise wenig bewachte Grenze zu China. In den letzten Jahren ist hier aufgrund der sich verschlechternden Lebensbedingungen in Nordkorea die Zahl der Flüchtlinge stark gestiegen. So wird vermutet, dass sich zwischen 50.000 und 300.000 nordkoreanische Flüchtlinge in China aufhalten, die es noch nicht geschafft haben, sich nach Südkorea durchzuschlagen oder aus anderen Gründen in China geblieben sind. China schiebt aufgegriffene Flüchtlinge aus Nordkorea ab, so dass diese zurück nach Nordkorea müssen. Gemäß unbestätigten Berichten von Amnesty International soll es zu Folterungen und auch Hinrichtungen von Flüchtlingen gekommen sein, die von der chinesischen Grenze zurückkommen. Während in der Zeit der akuten Hungersnot die Grenze relativ schwach bewacht wurde und das Überqueren dieser mehr oder weniger geduldet wurde, wird in letzter Zeit von einer Verschärfung der Situation berichtet. Dabei kommen verstärkt Wärmebildkameras chinesischer Produktion zum Einsatz. In Zusammenhang mit den Olympischen Sommerspielen in Peking wurde 2008 die Bewachung der Grenze nochmals verstärkt.[15] Das Passieren der Grenze ist demnach nur noch durch Bestechung mehrerer Wachposten möglich.

Politische Einteilung

Es wurde wiederholt berichtet, dass die Einwohner von der Regierung in drei Klassen eingeteilt seien:

  1. „Genossen“, das heißt loyale Personen,
  2. „schwankende Personen“ und
  3. „feindlich gesinnte Personen“.

Diese Einteilung wurde bereits in den 1950er Jahren vorgenommen. In den 1960er Jahren wurde ein verfeinertes System mit 51 Untergruppen eingeführt. Zur loyalen Klasse gehören zum Beispiel Arbeiter, die einer Arbeiterfamilie entstammen, Mitglieder der Partei der Arbeit Koreas sowie Kriegshelden aus dem Koreakrieg. Zur Gruppe der „schwankenden Personen“ gehören ehemalige Händler und Handwerker. Zur Gruppe der „feindlich gesinnten Personen“ gehören unter anderem Arbeiter mit „schwieriger sozialer Herkunft“ (das heißt ehemalige Unternehmer und Beamte), ehemalige Großbauern, Personen, die an projapanischen oder proamerikanischen Aktivitäten beteiligt waren sowie gläubige Christen und Buddhisten.[16]

Die Klassenzugehörigkeit beeinflusst den Zugang zu Ausbildung, Beruf und auch zu von der Regierung verteilten Gütern wie beispielsweise Lebensmitteln. Man schätzt, dass etwa ein Viertel der Bevölkerung zu der Klasse der feindlich Gesinnten gerechnet wird. Die letzten Jahre brachten dem nordkoreanischen Klassensystem einen gewissen Bedeutungsverlust, da zumindest der materielle Status eines Menschen (sofern er nicht der Nomenklatura angehört) durch den wirtschaftlichen Zusammenbruch zunehmend nicht mehr vom staatlichen Versorgungssystem abhängig ist, sondern sich mehr und mehr durch den Handel auf den neu entstandenen Märkten ergibt.

Religion

Hauptartikel: Religion in Nordkorea

Die traditionellen Religionen Koreas sind der Buddhismus und der Konfuzianismus, heute ist aber, bedingt durch die realsozialistische Herrschaft, vermutlich ein Großteil der Bevölkerung konfessionslos. Der Artikel 68 der nordkoreanischen Verfassung gewährt dessen Bürgern freie Ausübung ihrer Religion, solange dies nicht „zur Infiltration durch äußere Kräfte oder zur Verletzung der staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung“ missbraucht wird.[17] Trotzdem berichten christliche Organisationen wie Open Doors, dass praktizierende Christen in Umerziehungslagern interniert würden. Es gibt mehrere Kirchen, allerdings werden diese Berichten zufolge zu Propaganda- und Schauzwecken genutzt.[18] Das in der Verfassung verbriefte Recht würde den Christen aber verweigert, da es sich nicht um eine staatlich kontrollierte Organisation handelt. Trotzdem gebe es eine aktive Untergrundkirche.[19] Auf dem Weltverfolgungsindex von Christen ist Nordkorea seit neun Jahren auf dem ersten Platz. Auch Amnesty International kritisiert die nicht vorhandene Religionsfreiheit und die Internierung von Christen.[20] Das Christentum war lange besonders in Pjöngjang stark vertreten. Allein dort gab es um 1907 rund 100 Kirchen und 13.000–14.000 Gläubige, weswegen die Stadt auch als „Jerusalem des Ostens“ bezeichnet wurde. Im Jahr 2006 wurde in Pjöngjang eine Russisch-Orthodoxe Kirche eröffnet, die vierte christliche Kirche insgesamt in der Hauptstadt von Nordkorea.[21]

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Nordkoreas

Die Geschichte vor dem Zweiten Weltkrieg ist unter Korea zu finden.

Einrichtung eines „Arbeiter- und Bauernstaates“

Nachdem 1945 durch die Kapitulation Japans der Zweite Weltkrieg sein Ende genommen hatte, wurde die Provinz Chōsen, welche dem Gebiet des seit 1910 in das Japanische Kaiserreich eingegliederten und kolonisierten Koreas entsprach, von den Siegermächten entlang des 38. Breitengrads in zwei Besatzungszonen aufgeteilt. Der Süden wurde von amerikanischen Truppen besetzt, der Norden kam unter Kontrolle der Roten Armee.

Die Sowjetunion hatte ein strategisches Interesse daran, einen ihr wohlgesinnten koreanischen Staat aufzubauen. Dieser sollte als Puffer gegenüber Japan dienen. Die Koreanische Halbinsel wurde als mögliche Operationsbasis für einen Angriff auf die Sowjetunion gesehen. Abgesehen davon, dass Japan und Russland auf eine konfliktreiche gemeinsame Geschichte zurückblicken, verstärkte dieses Anliegen die Einsicht, dass Japan rasch nach seiner Kapitulation zu einem Verbündeten der USA wurde.

Im Folgenden wurde in Nordkorea eine Wirtschafts- und Staatsform nach marxistisch-leninistischen Vorstellungen aufgebaut.

Ende des Jahres 1945 setzte eine starke Einwanderungsbewegung von ethnischen Koreanern aus der Sowjetunion (vor allem aus den zentralasiatischen Sowjetrepubliken) ein, durch die die kommunistischen Gruppen im Norden gestärkt wurden. Die staatlichen Stellen in der Sowjetunion propagierten insbesondere die Übersiedlung „politisch gebildeter“ Koreaner. Am 13. Oktober 1945 wurde das „Nordkoreanische Büro der KP Koreas“ als Sektion der gesamtkoreanischen KP (mit Sitz in Seoul) gebildet, zu dessen Vorsitzenden im Dezember Kim Il-sung bestimmt wurde.

Die Flagge der Staatspartei PdAK mit Hammer, Sichel und Pinsel

Im Februar 1946 wurde das Provisorische Volkskomitee gebildet, an dessen Spitze Kim Il-sung stand. Im Frühjahr spaltete sich die nordkoreanische Sektion der KP ab und bildete eine eigene „Kommunistische Partei Nordkoreas“, die sich am 29. Juli mit der linken „Neuen Volkspartei“ zur „Partei der Arbeit Nordkoreas“ vereinigte. Erster Generalsekretär wurde Kim Du-bong. Die südkoreanischen Kommunisten vereinigten sich nach der Abspaltung der nordkoreanischen Sektion ebenfalls mit anderen linken Parteien zur „Partei der Arbeit Südkoreas“. In der Folgezeit erhöhte die amerikanische Besatzungsmacht ihren Druck auf die kommunistische Untergrundbewegung. Führende Parteimitglieder wurden verhaftet, die restlichen flohen in den Norden, von wo aus die Untergrundarbeit im Süden fortgesetzt wurde. Im Juni 1949 vereinigten sich beide Parteien zur „Partei der Arbeit Koreas“, deren Vorsitzender Kim Il-sung wurde. Darüber hinaus wurde mit der „Koreanischen Demokratischen Partei“ und der „Chondoistischen Ch'ŏngu-Partei“ eine „Nationale Einheitsfront“ gebildet.

1946 begann auch die wirtschaftliche Umgestaltung des Landes. Im Frühjahr wurde eine Bodenreform durchgeführt und im Spätsommer begann die Verstaatlichung der Industriebetriebe.

Am 3. November fanden Wahlen zu den so genannten „Volkskomitees“, den lokalen Verwaltungsorganen, statt. Es gab lediglich die Option für oder gegen die Einheitsfront zu stimmen. Offiziell entfielen 97 Prozent der abgegebenen Stimmen auf die Einheitsfront. Der 1. Kongress der Volkskomitees bestimmte am 17. Februar 1947 die erste nordkoreanische Regierung unter Kim Il-sung und wählte das „Volkskomitee Nordkoreas“ als eine Art Parlament.

Im Spätherbst 1947 wurde offiziell die Ausarbeitung einer Verfassung angekündigt, womit die baldige Ausrufung eines eigenständigen nordkoreanischen Staates besiegelt schien. Die Verfassung wurde in Moskau redigiert und schließlich von Stalin genehmigt. Am 25. August 1948 fanden Wahlen zur Obersten Volksversammlung statt, die am 8. September die Verfassung bestätigte. Einen Tag später wurde die Demokratische Volksrepublik Korea proklamiert.

Zuvor war am 15. August in Seoul die Republik Korea ausgerufen worden. Beide Staaten erkannten einander nicht an und sahen sich jeweils als den einzig rechtmäßigen koreanischen Staat an.

Koreakrieg

Hauptartikel: Koreakrieg
Amerikanisches Bombardement in Wŏnsan, 1951

Nordkoreanische Truppen überschritten am 25. Juni 1950 die Grenze zur Republik Korea. Ziel des Angriffs war die gewaltsame Integration Südkoreas in die sozialistische Demokratische Volksrepublik. Dem Norden gelang zunächst ein rasches Vorrücken und die Eroberung fast der gesamten Koreanischen Halbinsel. Mit Unterstützung der UNO und vor allem der USA gelang es jedoch, den Vormarsch zu stoppen und die Truppen des Südens und seiner Verbündeten rückten bis an die chinesische Grenze vor. China, das ein amerikanisch dominiertes Korea nicht dulden wollte, kam dem Norden zu Hilfe. In diesem nunmehr faktisch amerikanisch-chinesischen Konflikt stabilisierte sich die Front schließlich nahe den Ausgangspositionen. Am 27. Juli 1953 wurde in P'anmunjŏm ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet, das eine gegenüber der Vorkriegssituation geringfügig veränderte Demarkationslinie festschrieb. Der Krieg zementierte so die Teilung des Landes.

Herrschaft Kim Il-sungs

Die Konsolidierung der Alleinherrschaft

In den 1950er Jahren arbeitete Kim Il-sung an der Konsolidierung seiner unangefochtenen Führungsposition in Staat und Partei. Bis dahin bestand die Partei der Arbeit Koreas aus verschiedenen Fraktionen, die einander wenig Sympathie entgegenbrachten. In den Jahren von 1957 bis 1962 wurden die peking- und moskautreuen Funktionäre ausgeschaltet, wodurch Kims Position nachhaltig gestärkt wurde. Am 15. Dezember 1955 wurde Außenminister Pak Hon-yong als amerikanischer Spion zum Tode verurteilt. 1956 wurde Mu Chong, ehemaliger General der chinesischen Armee und im Koreakrieg Stabschef im Generalhauptquartier der vereinigten Streitkräfte von China und Nordkorea, als Vertreter der Yan'an-Gruppe hingerichtet.

1958 folgten weitere „Säuberungen“, die sich gegen generell sowjetfreundliche Kader, wie Hŏ Ka-i, Sympathisanten der Chruschtschow'schen Tauwetterpolitik und wiederum mit China verbundene Funktionäre, wie Kim Du-bong, richteten. Die „Säuberungen“ entwickelten sich von einer zeitweiligen Erscheinung zu einem permanenten, dem System immanenten Phänomen. Noch 1997 gab es so eine Kampagne gegen reformorientierte Armeeangehörige und Parteikader, unter ihnen der Vorsitzende des Ministerrates Kang Song-san.[22]

Bereits Mitte der 1960er Jahre wurde Kim Il Sung in den nordkoreanischen Medien als „Großer Führer“ bezeichnet. Die Bezeichnung Führer war bis dahin sowohl innerhalb Nordkoreas als auch in der internationalen kommunistischen Bewegung überhaupt ausschließlich Lenin und Stalin vorbehalten gewesen.

Durch die materielle Unterstützung von China und der Sowjetunion konnte die Industrieproduktion Nordkoreas wieder auf Vorkriegsniveau gebracht werden. Bis 1969 war Nordkorea wirtschaftlich dem lange Zeit politisch und ökonomisch instabilen Süden überlegen. Gegen Ende der 1960er Jahre zeigte die nordkoreanische Wirtschaft jedoch Anzeichen einer Stagnation, die der anderer Staaten des Ostblocks ähnelte. Ein Rückgang der landwirtschaftlichen Produktion und der Mangel an Konsumgütern führten zu einem Niedergang der Wirtschaft, die immensen Militärausgaben waren eine zusätzliche Belastung.

Das in den 1950er Jahren aufkeimende chinesisch-sowjetische Zerwürfnis über die weitere Entwicklung des Kommunismus verkomplizierte die Situation Nordkoreas. Zunächst lavierte man zwischen beiden benachbarten Großmächten. Die Kritik der sowjetischen Führung an Stalin, beginnend mit dem XX. Parteitag der KPdSU 1956, verstand Kim Il-sung als Infragestellung seiner eigenen Position. Ebenso lehnte er das von den Sowjets propagierte Konzept der „friedlichen Koexistenz“ ab.

Resultierend aus dem in den 1950er Jahren aufkeimenden chinesisch-sowjetischen Zerwürfnises über die weitere Entwicklung des Kommunismus, schlug sich Kim 1962 auf die Seite Mao Zedongs und übernahm von ihm insbesondere das strikte Festhalten an traditionellen Ideen des Kommunismus sowie Konzepte des Personenkults.[23] Ausschlaggebend für den Bruch mit der Sowjetunion war deren Verhalten in der Kubakrise, das die Nordkoreaner als Defätismus verstanden. Die Sowjets kappten daraufhin alle Hilfen für Nordkorea, das neben Albanien einer der engsten Verbündeten Chinas wurde. China, das selbst in den Wirren der Kulturrevolution gefangen war, konnte die UdSSR jedoch als Handelspartner nicht ersetzen. Die Bestrebungen, militärstrategische Unabhängigkeit von den Sowjets zu erreichen, belastete die nordkoreanische Volkswirtschaft zusätzlich, so dass Kim Il-sung ab 1965 wieder auf eine Normalisierung des Verhältnisses zur UdSSR hinarbeitete.

Isolation

Die Propagierung der Chuch'e-Ideologie gegen Ende der 1960er Jahre, die die Autarkie Nordkoreas als oberstes Ziel definiert, erscheint als Reaktion auf die zunehmend isolierte Position Nordkoreas. Kim Il-sung wurde fortan als Großer Führer bezeichnet. Die Isolation des Landes verstärkte sich zunehmend dadurch, dass die Regierung sich genötigt sah, den wirtschaftlichen Erfolg Südkoreas, gegenüber dem Niedergang im Norden, unbedingt vor der nordkoreanischen Bevölkerung geheimzuhalten.

Der zeitweilige Bruch mit Moskau führte zu einer aggressiveren Haltung gegenüber Südkorea, da der mäßigende Einfluss der Sowjets nicht mehr gegeben war. Ende der 1960er Jahre kam es zu militärischen Einsätzen Nordkoreas. Dabei kaperte die nordkoreanische Marine das amerikanische Spionageschiffs USS Pueblo (AGER-2) und nachdem nordkoreanische Soldaten auf das Territorium des Südens vorgedrungen waren kam es an der Demarkationslinie zu Gefechten zwischen nord- und südkoreanischen Truppen.

Personenkult und Clanherrschaft

Arbeit auf einem Reisfeld 1989

1972 nahm Nordkorea eine neue Verfassung an, aufgrund derer Kim Il-sung zum Präsidenten erklärt wurde. Der Kult um seine Person nahm von jetzt an bisher unbekannte Ausmaße an und auch die Familie Kims wurde einbezogen, nicht nur Kim Jong-il, sein Nachfolger, sondern auch seine verstorbene Frau Kim Jong-suk. Die Diktatur des Proletariats entwickelte sich immer mehr zur Herrschaft weniger Familienclans mit der Familie Kims an der Spitze. Neben seinem Sohn wurde auch Kims dritte Frau Kim Song-ae einbezogen, die hohe Posten in Partei und Massenorganisationen einnahm.

Herrschaft Kim Jong-ils

Kim Il-sung starb 1994. Nach einer staatlich verordneten dreijährigen Trauerzeit übernahm sein Sohn Kim Jong-il die Posten des Generalsekretärs der Partei der Arbeit Koreas sowie des Vorsitzenden der Nationalen Verteidigungskommission. Der Posten des Präsidenten ist bis heute frei, da Kim Il-sung der Ewige Präsident sei. Kim Jong-il wurde als Geliebter Führer bezeichnet, mittlerweile als Großer Führer wie der Vater.

Die Zeit seit dem Zusammenbruch des sozialistischen Staatenblocks ist in Nordkorea von einem relativ kompromisslosen Festhalten am Status quo gekennzeichnet. Dies zeigt sich sowohl in der Wirtschaftspolitik als auch in der weiterhin auf Isolation ausgerichteten Außen- und Verteidigungspolitik. Grund hierfür ist die Annahme der nordkoreanischen Führung, dass ein Abweichen von der bisherigen Linie, eine Aufweichung des stalinistisch geprägten Regimes, zwangsläufig zu dessen Sturz führen würde, was man an den ehemaligen osteuropäischen Bruderstaaten beobachten könne.

Ernährungslage

Durch den Zusammenbruch des Ostblocks kam Nordkoreas Außenhandel Anfang der 1990er Jahre fast völlig zum Erliegen. Der Import billigen Erdöls, von Ersatzteilen für Maschinen, Kunstdünger und Nahrungsmitteln aus der Sowjetunion riss annähernd gänzlich ab. Die ohnehin strukturell zu niedrige Nahrungsmittelproduktion wurde ab 1994 durch mehrere Jahre mit schweren Überschwemmungen weiter gehemmt. In der Folge dieser Entwicklungen und durch schwere Fehler in der Reaktion der nordkoreanischen Regierung, die in den ersten Jahren der Krise keine Helfer ins Land lassen wollte, kam es zu einer schweren Hungersnot, durch deren direkte und indirekte Folgen von 1994 bis 1999 eine große Zahl von Nordkoreanern starben. Die Opferzahl ist bis heute nur annäherungsweise bekannt. Während erste Schätzungen zwischen 220.000 und 3,5 Millionen Todesopfern schwankten, gingen spätere Studien von einer Zahl zwischen 600.000 und einer Million aus.[24]

Im März des Jahres 2011 informierte eine Untersuchungsgruppe, die sich aus dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen, der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen und der UNICEF zusammensetzte, die Weltgemeinschaft, dass etwa 6 Millionen Nordkoreaner von Hunger bedroht seien. Das Welternährungsprogramm startete daraufhin eine Notoperation, die 3,5 Millionen Nordkoreaner mit Lebensmitteln versorgen soll.[25] International wird diese Nothilfeoperation auch kritisch betrachtet, da Vertreter vieler Staaten fürchten, die nordkoreanische Regierung würde die Lage dramatisieren, um Hilfen zu erschleichen, und diese dann zweckentfremden.[26] Nach dem ersten Bericht eines UN-Nothilfekoordinators seit 2002, in diesem Fall von Valerie Amos, mussten die täglichen öffentlichen Verteilungs-Rationen von 400 auf 200 g pro Person halbiert werden. Es fehlten zum jährlichen Bedarf von 5,3 Mio Tonnen Getreide etwa 1 Mio; aufgrund der chronischen Ernährungskrise sei jedes dritte Kind unter fünf Jahren kleinwüchsig.[27]

Weitere Entwicklung der Beziehungen zwischen Nord und Süd

Im Jahr 2000 zeichneten sich im Rahmen der Sonnenscheinpolitik Kim Dae-jungs Entspannungserfolge zwischen Nord- und Südkorea ab. Für einige Zeit waren Besuche von seit Jahrzehnten durch die koreanische Teilung getrennt lebenden Familienangehörigen möglich. Es wurde die Erneuerung der Verkehrsverbindungen zwischen beiden Staaten, die bislang außer Betrieb waren, vereinbart. Südkoreanische Touristen konnten in der Folge und bis zum Jahr 2008, als eine südkoreanische Frau unter bisher nicht vollständig geklärten Umständen von einem nordkoreanischen Soldaten erschossen wurde, die Kŭmgang-Berge besuchen.[28] Südkoreanische Unternehmen produzieren seit 2003 in nordkoreanischen Sonderwirtschaftszonen (Industrieregion Kaesŏng). Die Mannschaften Nord- und Südkoreas marschierten gemeinsam bei den Olympischen Spielen im selben Jahr ein. Schließlich kam es sogar zum ersten Gipfeltreffen der beiden Staatsoberhäupter in Pjöngjang.

Unter dem südkoreanischen Präsidenten Lee Myung-bak kühlte sich das Verhältnis zwischen beiden Staaten jedoch merklich ab. Lee hatte bereits im Wahlkampf angekündigt, eine härtere außenpolitische Linie gegenüber Nordkorea zu verfolgen. Die nordkoreanische Regierung kündigte schließlich an, die Grenzen zum Süden ab 1. Dezember 2008 zu schließen. Von dieser Maßnahme sind vor allem Reisen von Südkoreanern in die grenznahen Tourismusgebiete Nordkoreas betroffen. Vorausgegangen waren Aktionen südkoreanischer Nichtregierungsorganisationen, die mit Hilfe von Ballons tausende Flugblätter über Nordkorea abgeworfen hatten. Darin waren Informationen über den Gesundheitszustand Kim Jong-ils und dessen Familienbeziehungen enthalten. Beide Themen gelten in Nordkorea als Tabus. Entsprechend verärgert zeigte sich die nordkoreanische Führung und warf Südkorea eine feindlich gesinnte Politik vor.[29]

Einen neuen Tiefpunkt in den Beziehungen zu Südkorea stellte der Untergang des südkoreanischen Kriegsschiffs Cheonan am 26. März 2010 dar, bei dem 46 Menschen ums Leben kamen. Das Schiff sank nahe der Insel Baengnyeong nach einer Explosion. Baengnyeong gehört zu Südkorea, liegt jedoch vor der nordkoreanischen Küste. Die Seegrenze zwischen den beiden koreanischen Staaten ist umstritten. Eine Expertenkommission aus Vertretern Südkoreas, der USA und anderer westlicher Staaten kam zu dem Ergebnis, dass das Schiff durch einen nordkoreanischen Torpedo versenkt wurde. Nordkorea bestritt eine Verwicklung in den Vorfall.[30]

Am 23. November 2010 beschoss Nordkorea die bewohnte südkoreanische Insel Yeonpyeong mit mehr als 100 Granaten, wobei zwei südkoreanische Soldaten sowie zwei südkoreanische Zivilisten starben. Eine militärische Provokation dieses Ausmaßes hatte es seit Ende des Koreakrieges nicht gegeben.[31]

Nordkoreas Atomwaffenprogramm

Seit den Olympischen Sommerspielen 2000 stand Nordkorea zunächst aber häufig wegen des Streits um sein Atomwaffenprogramm im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit. Nach eigenen Angaben verfügt Nordkorea über mehrere einsatzbereite Atombomben. Eine zurzeit in Nordkorea in Entwicklung befindliche Interkontinentalrakete des Typs „Taepodong-2“ soll, mit einem Atomsprengkopf bestückt, die Westküste der USA erreichen können.

Nach eigenen Angaben hat Nordkorea am 9. Oktober 2006 erstmalig einen unterirdischen Atomtest erfolgreich durchgeführt. Messungen russischer und südkoreanischer Experten bestätigten die Meldung, dass eine Sprengung durchgeführt wurde. Ob es sich um eine atomare oder eine konventionelle Sprengung handelte, ist jedoch noch nicht vollständig geklärt. Am 10. Oktober 2006 zitierte Südkoreas Nachrichtenagentur Yonhap einen nordkoreanischen Regierungsmitarbeiter: „Wir hoffen, dass die Lage geklärt ist, bevor es zu einem unglücklichen Zwischenfall kommt und wir eine Atomrakete abfeuern“, was als indirekte Drohung gesehen wird.[32]

Im Oktober 2007 begann Nordkorea mit amerikanischen und weiteren internationalen Experten seine Atomanlagen zu zerstören. Als Gegenleistung stehen Nordkorea ab sofort Wirtschaftshilfen und weitere Hilfsmaßnahmen für die verarmte Bevölkerung zur Verfügung. Nachdem am 27. Juni 2008 der Kühlturm des Atomreaktors Nyŏngbyŏn gesprengt wurde, kündigte der US-Präsident George W. Bush die Aufhebung von Handelssanktionen an und stellte die Löschung Nordkoreas von der Liste der Terrorstaaten in Aussicht.[33] Die Löschung erfolgte dann am 11. Oktober 2008.[34]

Politik

Der Chuch'e-Turm in Pjöngjang
Wahlurne in einem nordkoreanischen Wahllokal

Auf den Bürgerkrieg in Libyen 2011 reagierten offizielle Stellen in Nordkorea mit der Aussage, Libyen hätte besser nicht auf sein Atomprogramm verzichten sollen. Die New York Times zitierte einen Blogeintrag des Koreaspezialisten Rüdiger Frank, wonach aus nordkoreanischer Perspektive daher ein Abrücken von der Sŏn’gun („Armee zuerst“)-Politik in weite Ferne rücke.[35]

Politisches System

Nordkorea ist laut Verfassung ein sozialistischer Staat. Der Marxismus-Leninismus wurde 1977 offiziell durch die von Staatsgründer Kim Il-sung entwickelte „Chuch'e-Ideologie“ ersetzt.

Der Regierungsapparat wird von der realsozialistischen Partei der Arbeit Koreas (Abk.: PdAK) dominiert, deren Führungsrolle in der Verfassung verankert ist. Daneben gibt es zwei weitere, kleinere Blockparteien. Diese Parteien sind in der Demokratischen Front für die Wiedervereinigung des Vaterlandes zusammengeschlossen. Das höchste Machtorgan des Staates bildet formell das Parlament (Oberste Volksversammlung), dessen Mitglieder auf fünf Jahre gewählt werden. Da dieses allerdings lediglich ein- bis zweimal im Jahr für wenige Tage zusammentritt, wird das Land während der Sitzungspausen vom Präsidium der Obersten Volksversammlung regiert. Dessen Vorsitzender, zur Zeit Kim Yŏng-nam, ist theoretisch das Staatsoberhaupt. Dieses Amt kann er aber nur protokollarisch ausüben, da es offiziell noch immer der 1994 verstorbene Kim Il-sung inne hält. Daneben existiert das Verteidigungskomitee, das für die Außenpolitik zuständig ist und den Oberbefehl über das Militär besitzt.

Das Verfahren zur Besetzung öffentlicher Ämter wird in der Verfassung als „demokratischer Zentralismus“ bezeichnet. Aus Wahlen geht in der Regel der einzige, von der Partei der Arbeit Koreas aufgestellte Kandidat mit 100 % der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von knapp unter 100 % als Sieger hervor.[36]

Die tatsächlichen Machtstrukturen innerhalb des Landes sind diffus, im Ausland wird Nordkorea als stalinistische Diktatur unter der Führung Kim Jong-Ils angesehen. Seit dem Tod seines Vaters wird der Posten des Präsidenten nicht mehr besetzt, da dieser für immer Kim Il-sung (dem „Ewigen Präsidenten“) vorbehalten sei. Kim Jong-Il vereinigt jedoch neben anderen Spitzenämtern den Vorsitz der Partei der Arbeit Koreas und des Verteidigungskomitees auf sich, der vom Parlament inzwischen als das „höchste Amt des Staates“ erklärt wurde. Dies kann als Konsequenz der von Kim Jong-Il eingeführten Songun-Politik gesehen werden, derzufolge alle Belange des Staates der Entwicklung und Verbesserung des Militärs unterzuordnen sind. „Der Schutz der revolutionären Führung um jeden Preis ist der höchste Patriotismus und die erste Priorität unseres Militärs und des Volkes“, hieß es nach Berichten der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap in einem Leitartikel der offiziellen Zeitung Rodong Sinmun. Begründet wird dies mit einem Bedrohungsszenario, welches von der stets akuten Gefahr einer Invasion durch ausländische Truppen ausgeht. Nicht zuletzt wird durch Songun auch der Aufbau des Atomwaffenarsenals gerechtfertigt. Als Folge leidet die Bevölkerung immer wieder an Hungersnöten, es mangelt an Konsumgütern, die Infrastruktur ist unzureichend und das Gesundheitssystem ungenügend.[37]

Menschenrechte

Nordkoreanisches Grenzhaus bei P'anmunjŏm, von Südkorea aus gesehen

Nordkorea zählt zu jenen Ländern, in denen die Menschenrechte am wenigsten geachtet werden. Kritik an der Führung wird streng bestraft. Die Medien werden vollständig vom Staat kontrolliert, nicht genehmigte Versammlungen sind verboten. Es ist den Nordkoreanern nicht erlaubt, das Land zu verlassen. Auch der Aufenthaltsort im Land wird von den Behörden vorgeschrieben. Zum Tode verurteilte Personen werden oft in der Öffentlichkeit hingerichtet.

Menschenrechtsgruppen berichten von mehreren Gefangenen- und Arbeitslagern im Land, in denen unter anderem auch viele politische Gefangene sowie Menschen, die lediglich aufgrund ihres Glaubens verhaftet wurden, inhaftiert sind. Selbst schwangere Frauen werden in diesen Lagern zu langer und harter Arbeit gezwungen. Die Inhaftierten sind der Willkür der Wärter ausgeliefert, zudem existieren Berichte über Folter. Inhaftierte starben infolge von Folter, Hunger, durch Nahrungsmittelentzug oder wurden aufgrund von geringen Vergehen hingerichtet. Westlichen Hilfsorganisationen zufolge sind rund 200.000 Menschen interniert (Stand 2005), von denen etwa 10–20 % jährlich durch die miserablen Lagerverhältnisse oder Exekutionen zu Tode kommen. Vereinzelte Zeugen (zum Beispiel Kang Chol-hwan oder Lee Soon-ok), denen es gelungen ist, aus den Lagern und aus Nordkorea zu fliehen, berichten zudem über Menschenversuche an Gefangenen mit Gasen oder Viren.

Eine neue Dimension von Gewalt und Menschenverachtung wurde mit dem 2007 bekanntgewordenen Fall Shin Dong-hyuk erreicht.[38] 1982 in einem Konzentrationslager geboren, war er niemals dafür vorgesehen, dieses zu verlassen. Für nordkoreanische Verhältnisse ungewöhnlich, wurde er nicht einmal in der Ideologie und Staatsauffassung unterrichtet.[39] Nachdem er 22 Jahre im Lager gelebt hatte, die Hinrichtung seiner Mutter und seines Bruders miterlebt hatte, monatelang gefoltert worden, ihm ein Finger abgetrennt und er Zeuge unzähliger öffentlicher Hinrichtungen geworden war, gelang ihm im Januar 2005 die Flucht.[40] Über China erreichte er 2006 Südkorea, wo er seitdem lebt und zusammen mit Menschenrechtsorganisationen versucht, auf die Situation in Nordkorea aufmerksam zu machen.[41]

Die Religionsfreiheit ist in Nordkorea nur formell gewährleistet (siehe Abschnitt Religion).

Nach China geflüchtete Nordkoreaner, die aus China zurück nach Nordkorea abgeschoben wurden, sollen hingerichtet worden sein, teilweise öffentlich, um Landsleute vor einer Flucht abzuschrecken. So sollen Anfang 2005 in nur einem Monat 70 Menschen auf diese Weise hingerichtet worden sein.

Die Verteilung von durch das Ausland gelieferten Nahrungsmitteln und anderer Hilfsgüter wurde bisher immer durch die Behörden durchgeführt. Die Regierung verschlimmerte so besonders während der Hungersnot der 1990er Jahre die Situation, da regierungsfreundliche Personen und insbesondere das Militär bevorzugt wurden. Da eine gerechte Verteilung der Hilfsgüter nicht gewährleistet werden konnte, zogen sich mehrere Hilfsorganisationen aus Nordkorea zurück.

Informationsfreiheit

Die öffentlichen Medien werden vollständig vom Staat und dessen Nachrichtenagentur KCNA kontrolliert. Die Bürger haben praktisch keinen Zugang zu unabhängigen und ausländischen Nachrichtenquellen. In der von Reporter ohne Grenzen veröffentlichten Rangliste zur Pressefreiheit belegte Nordkorea seit der Erstveröffentlichung im Jahre 2002 bis zum Jahre 2006 stets den letzten, seit 2007 den vorletzten Platz.[42]

Im Juni 2004 – 18 Monate nachdem der erste Mobilfunknetzbetreiber seinen Dienst aufgenommen hatte – verfügte die Regierung Nordkoreas, dass alle Mobiltelefone eingezogen werden sollen und alle Mobilfunkbetreiber verboten werden. Es soll damit verhindert werden, dass unliebsame Informationen ins Land kommen oder dasselbe verlassen oder Regimegegner Informationen austauschen können. Medienberichten zufolge soll seit dem 15. Dezember 2008 zunächst in Pjöngjang wieder ein UMTS-Mobilfunknetz durch den ägyptischen Telekom-Mischkonzern Orascom Telecom in Betrieb genommen worden sein. Ob beziehungsweise inwiefern dieses für die einfache Bevölkerung oder Touristen zugänglich sein wird, ist fraglich.[43] Die nordkoreanische Regierung ist bestrebt, freie Berichterstattung in Nordkorea zu unterbinden. Journalisten, auch aus dem Ausland, dürfen sich nur in Begleitung von staatlich bestellten Kontrolleuren im Land bewegen.[44]

Nordkorea ist im Wesentlichen vom globalen Internet abgeschottet. Die wenigen offiziellen Webseiten, die über Nordkorea existieren, werden im Ausland gehostet. Es ist anzunehmen, dass der Nomenklatura der Zugang zum globalen Internet gewährt wird. Etliche amtliche Stellen sowie Regierungsangestellte, Fremdenführer und Studenten, mit denen westliche Besucher sich unterhalten dürfen, haben E-Mail-Adressen bei Providern in China, die ein Nordkoreanisch-Chinesisches Gemeinschaftsunternehmen darstellen. Unter diesen sind sie auch aus dem Westen erreichbar, sofern der Absender zuvor bei offiziellen nordkoreanischen Stellen registriert wurde. Ausländische Organisationen und Privatleute können eine Internetleitung bei der deutschen Firma KCC Europe mieten, welche über Satellit Berlin mit Pjöngjang verbindet.

Große Studienhalle des Volkes am Kim-Il-sung-Platz

Es gibt ein landesweites Intranet, das hauptsächlich Betriebe, Behörden und Ministerien verbindet. In der Großen Studienhalle des Volkes dürfen westliche Besucher beobachten, wie Studenten über dieses Intranet chatten. Zivile Nutzung durch Mitarbeiter der angeschlossenen Organisationen ist eingeschränkt möglich.

Im Jahr 2004 wurde ein Lesesaal des Goethe-Instituts in Pjöngjang eröffnet. Der Bestand umfasste neben deutscher Literatur vor allem praktische Fachbücher von Medizin bis Bauingenieurwesen. Zusätzlich waren dort bis zum Jahr 2007 auch deutsche Zeitschriften und Zeitungen zugänglich. Ob es der nordkoreanischen Bevölkerung tatsächlich möglich war, dieses Angebot anzunehmen, war allerdings von Anfang an umstritten. In Nordkorea leben etwa 1000 Menschen, die Deutsch beherrschen (unter anderem durch wirtschaftliche Kooperation mit der DDR), darunter Studenten und Wissenschaftler. In den Lesesaal kamen in den ersten drei Monaten des Jahres 2007 allerdings nur etwa 50 Besucher. Im November 2009 wurde der Lesesaal seitens des Goethe-Institutes geschlossen. Als Ursache wurden Vertragsverletzungen der nordkoreanischen Seite genannt, welche den ungehinderten Zugang zur vorhandenen Literatur nur regimetreuen Kadern gewährte.[45]

Medienberichten zufolge wurden Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 im nordkoreanischen Fernsehen gezeigt, jedoch nicht live. Spiele, welche von Mannschaften feindlich angesehener Staaten gewonnen wurden, wurden nicht ausgestrahlt.[46]

Die Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft 2010, für die sich die nordkoreanische Mannschaft qualifizieren konnte, wurden mithilfe der Asia-Pacific Broadcasting Union ausgestrahlt. Zuvor waren Verhandlungen mit der südkoreanischen Sendeanstalt SBS, welche die Rechte für die gesamte Koreanische Halbinsel besitzt und 2006 die Bilder für Nordkorea lieferte, aufgrund von politischen Spannungen gescheitert. Die Aufzeichnung der ersten Partie gegen Brasilien wurde einen Tag später ausgestrahlt. Das zweite Spiel gegen Portugal wurde live ausgestrahlt.[47]

Internationale Verträge

Nordkorea vereinbarte 1961 mit der Sowjetunion und der Volksrepublik China jeweils einen Freundschaftsvertrag, der gegenseitige militärische und wirtschaftliche Hilfen umfasste. Russland kündigte den Vertrag am 7. August 1996 kurz vor seinem Ablauf im September des gleichen Jahres und ersetzte ihn durch einen 2006 unterzeichneten Vertrag, der keine militärische Beistandsklausel mehr enthielt. Der Vertrag mit der VR China ist noch in Kraft, doch wurden die gegenseitigen Verpflichtungen verringert.

Am 17. September 1991 wurde Nordkorea Mitglied der Vereinten Nationen. Der Beitritt zum Atomwaffensperrvertrag erfolgte im Dezember 1985 und der Austritt im April 2003.

Militär

Hauptartikel: Koreanische Volksarmee
Soldat der Koreanischen Volksarmee (KVA) auf Wache

Laut nordkoreanischer Geschichtsschreibung wurde am 6. Juli 1932 von Kim Il-sung eine „Koreanische Revolutionsarmee“ gegründet, um für eine Rücknahme der Eingliederung Koreas in das Japanische Kaiserreich zu kämpfen. Am 25. April 1932 erfolgte die Gründung einer „Antijapanischen Partisanenvolksarmee“ (APVA), aus der im März 1934 die „Koreanische Revolutionäre Volksarmee“ (KRVA) hervorging. Abgesehen von einem Angriff auf eine Polizeistation in Pochonbo am 4. Juni 1934, der zu einer Schlacht hochstilisiert wurde, ist die KRVA während der Zeit, als Korea eine Provinz Japans war, nur in begrenztem Umfang in Erscheinung getreten. Während bis zum Anfang der 1960er Jahre die entscheidende Rolle der Sowjetarmee bei der Befreiung Koreas von der japanischen Kolonialherrschaft noch offiziell anerkannt wurde,[48] hieß es später in der Geschichtsschreibung Nordkoreas nur noch, die KRVA unter der Führung Kim Il-sungs hätte Korea befreit.[49]

Noch vor der Gründung der Volksrepublik am 9. September 1948 wurde bereits am 8. Februar 1947 die „Koreanische Volksarmee“ (KVA) aufgestellt, die in den folgenden Jahren in großem Umfang aufgerüstet wurde. Die KVA umfasste zu dieser Zeit etwa 200.000 Soldaten. Ausbilder und Waffen kamen aus der Sowjetunion.

Die Land- und die Luftstreitkräfte sind jeweils die zweitgrößten in Asien nach denen der Volksrepublik China. Insgesamt stehen ständig mehr als eine Million Soldaten unter Waffen. Die Dienstzeit beträgt je nach Waffengattung drei bis sieben Jahre. Zur harten Ausbildung kommt die Indoktrination hinzu, die es jedem Soldaten der KVA zur „heiligen Pflicht“ macht, für die Verteidigung der Volksrepublik und die Wiedervereinigung der Halbinsel bis zum letzten Blutstropfen zu kämpfen. Die Waffen gelten aber weitgehend als veraltet, Probleme mit Ersatzteilen dürften die Einsatzbereitschaft weiter begrenzen.

Neben den Hauptgegnern Südkorea und dessen Verbündeten USA ist vor allem Japan aufgrund seiner früheren Kolonialpolitik 1910 bis 1945 ein wesentlicher Teil des Feindbildes der Koreanischen Volksarmee.

Verwaltungsgliederung

Verwaltungsgliederung Nordkoreas (noch mit Rasŏn als regierungsunmittelbarer Stadt)
Verwaltungsgliederung: Landkreise

Nordkorea gliedert sich in neun Provinzen sowie drei „besondere Verwaltungsregionen“. Pjöngjang wird direkt von der Regierung verwaltet.[50]

Provinzen

Besondere Verwaltungsregionen

Städte unter direkter Verwaltung der Regierung

  • Pjöngjang (P'yŏng-yang Chik'alshi; 평양 직할시; 平壤直轄市)
  • frühere:
    • Rasŏn (Rajin-Sŏnbong) (Rasŏn Chik'alshi; 라 선 (라진-선봉) 직할시; 羅先 (羅津-先鋒) 直轄市)

Infrastruktur

Verkehr

Hauptartikel: Verkehr in Nordkorea
Terminal des Flughafens Sunan bei Pjöngjang

Das Verkehrsnetz ist vor allem auf die Bedürfnisse des Militärs ausgerichtet, so finden sich zum Beispiel in Grenzregionen riesige Betonsäulen neben der Straße, die im Bedarfsfall als Panzersperre auf die Straße gekippt werden können. Der Hauptverkehrsträger ist die nordkoreanische Bahn. Selbige leidet jedoch häufig an dem Energiemangel des Landes, so kommt es vor, dass E-Loks auf freier Strecke halten müssen, da die Oberleitung nicht genügend Spannung führt. Regelmäßige Fernzugverbindungen von Pjöngjang aus bestehen nach Peking (über Shenyang) und Moskau (über Shenyang oder Ussurijsk). Im Mai 2007 überquerten erstmals seit Jahrzehnten wieder Eisenbahnzüge die innerkoreanische Grenze. Einen regelmäßigen Personenzugverkehr zwischen Nord- und Südkorea lehnt der Norden jedoch ab. Russland strebt einen Anschluss der sogenannten Transkoreanischen Eisenbahnmagistrale, welche die Koreanische Halbinsel in Nord-Süd-Richtung durchquert, an die Transsibirische Eisenbahn an. Die so entstandene Verbindung zwischen Südkorea und Europa soll im Güterverkehr (auch in Bezug auf den japanischen Markt) eine Alternative zum zeitaufwendigen Schiffsweg bilden.[51]

Zwischen Wŏnsan und Niigata in Japan bestand bis Juli 2006 eine unregelmäßige Fährverbindung, deren Benutzung Staatsbürgern Nordkoreas und Japans vorbehalten war. Auf der Linie verkehrte das 1992 mit Mitteln der Ch'ongryŏn gebaute Schiff Mangyongbyong-92. Nach den von Japan als unfreundlicher Akt verstandenen Raketentests verbot Japan der Fähre dauerhaft das Einlaufen in seine Häfen.

Verwaiste Autobahn von Namp'o nach Pjöngjang

Von Pjöngjang führen Autobahnen nach Nordosten, nach Osten (Wŏnsan), nach Süden (Kaesŏng) und nach Westen (Namp'o), jedoch hat der motorisierte Individualverkehr in Nordkorea keine Bedeutung.

Bei Pjöngjang befindet sich ein internationaler Flughafen. Regelmäßige internationale Passagierflugverbindungen der staatlichen Fluggesellschaft Air Koryo bestehen jedoch lediglich nach Peking und Shenyang in China, Bangkok in Thailand, sowie nach Wladiwostok.

Am 22. April 2004 ereignete sich ein großes Zugunglück bei Ryongchŏn. Bei der Katastrophe in der an der Grenze zur Volksrepublik China gelegenen Stadt wurden laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua mindestens 161 Menschen getötet und etwa 1300 verletzt.

Gesundheit

In einem im Juli 2010 veröffentlichten Bericht wies Amnesty International auf die prekäre Situation des nordkoreanischen Gesundheitssystems hin. So seien die Krankenhäuser des Landes unzureichend ausgestattet und die hygienischen Zustände katastrophal. Medikamente sind kaum erhältlich und müssen auf den Märkten gekauft werden, mangels Betäubungsmittel müssen Operationen und Amputationen teilweise ohne Narkose durchgeführt werden.[52] Obwohl die ärztliche Versorgung offiziell kostenlos ist, verlangen Ärzte Gegenleistungen für ihre Behandlungen.[53]

Wirtschaft

Hauptartikel: Wirtschaft Nordkoreas

Planwirtschaft

Ein nächtliches Satellitenbild zeigt Nordkorea dunkel
(Quelle: NASA, 23. Oktober 2000)

Nordkorea besitzt eine straff zentralisierte Planwirtschaft, die im Rahmen der vorherrschenden Chuch'e-Ideologie (Juche-Ideologie) über Jahrzehnte auf Autarkie ausgerichtet wurde. Alle Hauptindustrien sowie die Landwirtschaft befinden sich in staatlicher Hand. Das Hauptaugenmerk der Pjöngjanger Führung liegt nach wie vor auf der militärisch bedeutsamen Schwerindustrie, zugunsten derer insbesondere die Produktion von Konsumgütern und die Landwirtschaft stark vernachlässigt wird.

Der Verlust der einstigen Handelspartner im Ostblock hat zu einem weitgehenden Zusammenbruch der Wirtschaft des Landes geführt. Aufgrund von ausstehenden Krediten in Höhe von etwa 12,9 Milliarden US-Dollar werden Bürgschaften nordkoreanischer Banken international nicht anerkannt, was den Außenhandel stark erschwert. Zur Ernährung seiner Bevölkerung ist Nordkorea auf Lebensmittellieferungen ausländischer Hilfsorganisationen angewiesen. Die Unterstützung in Form von Nahrungsmitteln und Öl durch die Vereinten Nationen wurde allerdings verringert, nachdem Nordkorea die Einstellung seines Atomwaffenprogramms verweigerte. Als Folge der nach wie vor angespannten Versorgungssituation unternahm die Regierung 2001 Versuche, die Wirtschaft in marktwirtschaftliche Richtung zu reformieren. Diese Reformen (1. Juli-Maßnahmen) wurden aber spätestens seit 2005 weitgehend rückgängig gemacht. Bis zum Jahr 2012 (100. Geburtstag von Kim Il-Sung) will die Regierung die „Konsum-Märkte“, die sich während der Hungerjahre als Überlebensmechanismen parallel zur Planwirtschaft ausgebildet hatten, wieder ganz abschaffen. Es ist heute schon streng untersagt, Getreide auf solchen Märkten zu verkaufen, und neuerdings will die Regierung auch den „freien“ Handel mit Industriegütern einschränken. Allerdings bekundet die Regierung erhebliche Schwierigkeiten, die dafür erlassenen Vorschriften auch durchzusetzen. Im Zuge der Marktreformen von 2001 versuchte die Regierung auch durch Joint-Ventures (siehe auch Pyeonghwa Motors) und die Einrichtung von Sonderwirtschaftszonen (siehe auch Verwaltungsregion Sinŭiju), ausländische Investoren ins Land zu locken. Durch diese Maßnahmen in Verbindung mit äußerst geringen Lohnkosten gelang es der Regierung, den Außenhandel, insbesondere mit der Volksrepublik China und Südkorea, stark zu steigern.[54]

Die Kosten der Aufrechterhaltung der aus 1,2 Millionen Soldaten bestehenden Armee wirken sich äußerst negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung aus. Nordkorea verbraucht ein Drittel seines Bruttonationaleinkommens für sein Militär und liegt damit an der Weltspitze, weit vor den USA und Südkorea (etwa 3,7 % bzw. 1,4 %).

Ein Laden der japanischen Lebensmittelkette FamilyMart in der gemeinschaftlichen Industrieregion Kaesŏng

Es gibt Berichte, nach denen das SEK-Trickfilmstudio in Pjöngjang Auftragsarbeiten für westliche Studios übernimmt; es soll unter anderem an den Filmen König der Löwen und Pocahontas mitgearbeitet haben. Weitere Trickfilmstudios übernehmen regelmäßig Auftragsarbeiten für französische und italienische Studios.

Tourismus

Für den Tourismus nach Nordkorea ist die staatliche Tourismusorganisation (Ryohaengsa) zuständig, über die jede Reise gebucht werden muss. Jede Reisegruppe und auch Alleinreisende werden permanent von zwei Reiseleitern begleitet, die in der Regel die Muttersprache der jeweiligen Touristen sprechen. Das Reiseprogramm wird vorher festgelegt, spontane Änderungen sind kaum möglich. Nach Möglichkeit wird jeder Kontakt zur einheimischen Bevölkerung unterbunden. In den letzten Jahren hat der Tourismus stark zugenommen, wenn auch Touristen aus westlichen Ländern noch relativ selten sind - zurzeit besuchen etwa 5.000−6.000 Touristen aus Westeuropa das Land pro Jahr (2011).[55] Die meisten Touristen kommen aus China und Japan. Für Bürger Südkoreas besteht in der Regel keine Möglichkeit, ein Visum für Nordkorea zu erlangen. Für den Besuch des Arirang-Festivals gibt es ausnahmsweise auch Visa für Südkoreaner.

Im Kŭmgangsan-Gebirge gibt es einige touristische Anlagen, die vom Hyundai-Konzern gebaut wurden und betrieben werden. Reisen dorthin sind nur in organisierten Gruppen von Südkorea aus möglich (siehe auch Touristenregion Kŭmgang-san). 2007 konnten erstmals südkoreanische Busreisegruppen die Stadt Kaesŏng besuchen.[56]

Staatshaushalt

Angaben zum Staatshaushalt hält Nordkorea geheim, dadurch existieren keine zuverlässigen Zahlen. Es ist aber allgemein bekannt, dass trotz der angespannten Wirtschaftslage zwischen 20 % und 30 % des BIP für das Militär ausgegeben werden.[57]

Kunst und Kultur

Darsteller beim Arirang-Festival im 1.-Mai-Stadion

Die nordkoreanische Kultur ist von der Verherrlichung Kim Jong-ils und seines verstorbenen Vaters Kim Il-sung geprägt. Typisch sind Militärparaden und Massengymnastiken, an denen Tausende von Menschen mitwirken. Hierbei soll die unerschütterliche Treue und Opferbereitschaft für die Staatsführung beschworen werden. In diesem Zusammenhang ist das Arirang-Festival zu nennen, das jährlich zur Feier des Geburtstages Kim Il-sungs (15. April) veranstaltet wird. Es dauert jeweils zwei Monate und beginnt mit einer Eröffnungsfeier im Rŭngnado-1.-Mai-Stadion in Pjöngjang.

Im Juli 1989 wurden die 13. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Pjöngjang abgehalten, an welchen rund 10.000 Jugendliche aus 177 Staaten sowie mehrere internationale Organisationen teilnahmen.[58]

Eine handwerkliche Besonderheit stellen gestickte Bilder dar, die auf den ersten Blick kaum von Fotos zu unterscheiden sind.

Nach dem Tod Kim Il-sungs wurde in Nordkorea offiziell der nach der Staatsideologie benannte „Chuch'e-Kalender“ eingeführt. Er unterscheidet sich vom Gregorianischen Kalender durch die Jahreszählung, die mit dem Geburtsjahr des Staatsgründers − 1912 − beginnt. Das Jahr 2011 ist somit das Jahr „Chuch'e 100“.

Nationale Feier- und Gedenktage

Datum Name
1. Januar Neujahr
7. Februar Neujahr nach dem Mondkalender (Chuch’e 97/2008)
16. Februar Geburtstag des Großen Führers Genosse Kim Jong-il (Chuch'e 31/1942)
20. Februar Tag der Maschinenarbeiter
5. März Tag der Landwirte
8. März Internationaler Tag der Frauen
22. März Tag der Fischer
5. April Tag der Gesundheit
6. April Wiederaufforstungstag
8. April Tag der Kommunikation
15. April Geburtstag des Großen Führers Genosse Kim Il-sung (Chuch'e 1/1912)
25. April Gründungstag der Koreanischen Revolutionären Volksarmee (Chuch'e 21/1932)
1. Mai Maifeiertag (Internationaler Tag der Arbeit (1890))
11. Mai Tag der Eisenbahn
15. Mai Tag der geologischen Forschung
21. Mai Tag der Bauarbeiter
1. Juni Internationaler Kindertag
6. Juni Tag der Gründung der koreanischen Kinderunion
7. Juni Tag der nationalen Industrie
1. Juli Tag der Minenarbeiter
7. Juli Tag der Kohlenbergleute
8. Juli Todestag des Großen Führers Genosse Kim Il-sung (Chuch'e 83/1994)
27. Juli Tag des Sieges im Vaterländischen Befreiungskrieg (Chuch'e 42/1953)
10. August Tag der Waldarbeiter
15. August Tag der nationalen Befreiung (Kwangbokchŏl) (Chuch'e 34/1945)
20. August Tag der Luftwaffe
28. August Tag der Marine
28. August Jugendtag
5. September Tag der Erziehung
9. September Nationalfeiertag (Gründungstag der Demokratischen Volksrepublik Korea) (Chuch'e 37/1948)
15. September Tag des Handels
9. Oktober Tag der Metallarbeiter
10. Oktober Tag der Gründung der Partei der Arbeit Koreas (Chuch'e 34/1945)
14. Oktober Tag der Werktätigen des Rundfunks
2. Sonntag im Oktober Tag des Sports
15. Oktober Tag der Textilindustrie
1. November Tag der Presse
16. November Tag des Land- und Wassertransports
6. Dezember Tag der chemischen Industrie
27. Dezember Tag der Verkündung der Sozialistischen Verfassung der DVRK (Chuch'e 61/1972)

Bibliothekswesen

Es soll 15.000 Bibliotheken in Nordkorea geben. Jede Kommune ist verpflichtet, neben der alltäglichen Grundversorgung auch Bibliotheken einzurichten.

Allerdings gibt es keine bibliothekarische Ausbildung. Die Übernahme einer Bibliotheksleitung zumindest einer Hochschulbibliothek setzt ein Hochschulstudium voraus. Eine Initiative des Goethe-Instituts versucht seit Mai 2005, dem Land zu einer qualifizierten Ausbildungsstätte für Bibliothekare zu verhelfen.

Die Nationalbibliothek in Pjöngjang nennt sich „Große Studienhalle des Volkes“ und ist eine Mischung aus Bibliothek und Volkshochschule. Sie soll 30 Millionen Medieneinheiten beherbergen. Zu besichtigen sind zahlreiche spezialisierte Lesesäle sowie Hörsäle, Sprachlabore und Einrichtungen für die Produktion von Fernlehrmaterialien.

Kunstgattungen

Klassische Musik

Das Nationale Sinfonieorchester der KDVR wurde aus dem 1950 bis 1953 bestehenden „Orchester der Volksarmee“ gebildet und hat heute etwa 120 Mitglieder. Es wird von Kim Byong-hwa (* 1936) geleitet. Während zunächst viele der Musiker in der Sowjetunion und Osteuropa ausgebildet worden waren, hat die jüngere Generation vor allem an der Musikhochschule von Pjöngjang studiert. Die wenigen außerhalb Nordkoreas erhältlichen Aufnahmen zeigen durchgehend ein den Maßstäben internationaler Spitzenorchester entsprechendes Niveau. Das Repertoire der nordkoreanischen Orchester besteht aus Kompositionen bekannter europäischer Komponisten der klassischen und romantischen Epoche, unter anderem auch Schostakowitsch und Prokofjew und vor allem zeitgenössischer nordkoreanischer Musik, die sich durchgehend am Sozialistischen Realismus orientiert und stark von koreanischer Volksmusik beeinflusst ist. Beliebt ist die Integration von Folkloreinstrumenten in den klassischen Klangkörper. Bei vielen nordkoreanischen Kompositionen wird das Nationale Sinfonieorchester als Autor angegeben. Beinahe alle Kompositionen haben programmatische Titel und beziehen sich oft auch auf aktuelle politische oder gesellschaftliche Ereignisse. Einer der wenigen namentlich bekannten Komponisten ist Choe Song-hwan. Ein besonderes Ansehen genießt der deutsch-koreanische Komponist Yun Isang (Isang Yun) (1917–1995), nach dem auch zahlreiche kulturelle Institutionen benannt sind.

Ein weiteres bekanntes Orchester ist das Yun I Sang Philharmonic Orchestra, das von Kim Il-jin (* 1956) dirigiert wird. Die Musikausbildung mit Begabtenförderung und Spezialschulen entspricht in den Grundzügen dem sowjetischen Modell.

Literatur

Über nordkoreanische Belletristik ist wenig bekannt. Anders als in anderen Staaten des sozialistischen Systems konnte in Nordkorea der Sozialistische Realismus in der Literatur nicht nachhaltig Fuß fassen. Dies hängt einerseits damit zusammen, dass der alles beherrschende Personenkult der Belletristik ohnehin wenig Raum lässt – der nordkoreanische Buchmarkt ist wie wohl kein anderer dominiert von politischer Propagandaliteratur – und andererseits in Nordkorea kein solch markanter Bruch mit der Kultur der „vorrevolutionären“ Zeit stattfand, wie in anderen sozialistischen Ländern. Die existierende Belletristik ist somit eher von koreanischer Nationalkultur und Personenkult geprägt als vom (nationalitätslosen) Sozialistischen Realismus.

Eine herausragende Rolle in der nordkoreanischen Literatur der 1940er und 1950er Jahre spielte der Schriftsteller Han Sŏrya (1900–1976), der als Protegé Kim Il-sungs zum wichtigsten nordkoreanischen Autor jener Zeit und zum Vorsitzenden des nordkoreanischen Schriftsteller- und Künstlerverbandes wurde bis er 1962 infolge einer Intrige abgesetzt und aus der Hauptstadt verbannt wurde. 1969 wurde er allerdings rehabilitiert und erschien sogar noch einmal auf der Mitgliedsliste des Zentralkomitees.[59][60]

Malerei und Bildende Kunst

Nordkoreanische Gegenwartskunst zeichnet sich durch den Einsatz traditioneller Arbeitsmethoden wie Tuschemalerei und Holzschnitt aus und ist international noch weitgehend unbeachtet.

Film

Da ausländische Kinofilme kaum in Nordkorea zu sehen sind (allenfalls einige ausgewählte chinesische und in der Vergangenheit sowjetische Produktionen), kommt der heimischen Filmindustrie besondere Bedeutung zu. Verstärkt wird dies auch dadurch, dass Staatschef Kim Jong-il als ausgesprochener Liebhaber des Kinos gilt. Wie das gesamte Spektrum der Kunst in Nordkorea befasst sich auch der Film oft mit propagandistischen Themen, sprich der Verherrlichung der beiden Kims, dem Aufbau des Chuch'e-Sozialismus und dem Kampf gegen die „amerikanischen Imperialisten“. Ein Film, der auch über die Grenzen des Landes hinaus − zumindest unter Cineasten − einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt hat, ist Das Blumenmädchen von 1972, der auf dem 18. Internationalen Filmfestival Karlovy Vary mit einem Sonderpreis ausgezeichnet wurde.

Seit 1987 findet, nunmehr alle zwei Jahre, das Internationale Filmfestival von Pjöngjang (ehemals Internationales Pjöngjanger Filmfestival der Blockfreien und anderer Entwicklungsländer) statt. Beim 9. Festival im September 2004 wurde unter anderem der Film Bend It Like Beckham gezeigt. Bei beiden Vorführungen befanden sich je etwa 2.000 Nordkoreaner im Kinosaal. Der Film wie auch die anderen internationalen Filme zog viele einheimische Besucher an.[61] Das letzte Filmfestival fand vom 13. bis 22. September 2006 statt. Von den gezeigten 73 Filmen waren neun chinesische, sieben deutsche, sechs ägyptische, fünf russische, vier britische und vier nordkoreanische Produktionen. Den Preis als bester Film erhielt Dennis Gansels Film Napola – Elite für den Führer. Spezialpreise erhielten auch der Eröffnungsfilm Das Wunder von Bern von Sönke Wortmann und Marc Rothemunds Sophie Scholl – Die letzten Tage.[62]

Architektur

Die nordkoreanische Architektur wird im Wesentlichen von zwei Faktoren bestimmt. Wie in den meisten sozialistischen bzw. ehemals sozialistischen Ländern findet man auch in Nordkorea vom in den 1960er Jahren einsetzenden pragmatischen Baustil geprägte schlichte Hochbauten (Plattenbauten). Dies betrifft vor allem den Wohnungsbau. Repräsentative Bauten zeichnen sich dagegen durch ihre besondere Größe und Pracht aus. Im Gegensatz zu anderen sozialistischen Ländern sind diese Bauten in Nordkorea jedoch nicht immer vom Modernismus beeinflusst (wie etwa das Koryŏ-Hotel und das nicht vollendete Ryugyŏng-Hotel in Pjöngjang), sondern in besonderer Weise von der traditionellen koreanischen Bauweise (Pagodenstil). Beispiele hierfür sind etwa die Große Studienhalle des Volkes in Pjöngjang und die Gebäude der so genannten Freundschaftsausstellung in den Myohyang-Bergen.[59]

Sport

Die größte Sportveranstaltung des Landes ist das Arirang-Festival, ein von Massentänzen und Massengymnastiken geprägter Anlass, der im Rŭngnado-May-Day-Stadion ausgetragen wird.

Seit 1972 – mit Ausnahme der Spiele 1984 und 1988 – nimmt Nordkorea an den olympischen Sommerspielen teil. Insgesamt gewannen die Athleten des Landes 41 Medaillen, davon 10 Gold-, 12 Silber- und 19 Bronzemedaillen. Erfolgreichste Sportart ist Ringen mit neun Auszeichnungen für Nordkorea.

Im Fußball konnte das Land bisher einige Erfolge feiern. Die Nationalmannschaft der Herren qualifizierte sich für die Weltmeisterschaft 1966 und erreichte dort überraschend das Viertelfinale. Nach 44-jähriger Pause gelang der Mannschaft die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika, sie schied aber nach drei Niederlagen in der Gruppenphase gegen Brasilien (1:2), Portugal (0:7) und Elfenbeinküste (0:3) noch vor dem Achtelfinale aus. Die Nationalmannschaft der Damen ist eine etablierte Größe im asiatischen Frauenfußball, dreimal konnte die Auswahl des Landes bereits die Asienmeisterschaft gewinnen. Hinzu kommen die WM-Teilnahmen von 1999, 2003, 2007 und 2011. Mit den Jugendmannschaften wurden die Nordkoreanerinnen bereits 2006 (U-19) und 2008 (U-17) Weltmeister. Während der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2011 wurde bei den Spielerinnen Song Jong-sun und Jon Pok-sim vor dem letzten Gruppenspiel gegen Kolumbien „eine Substanz der Gruppe S1B“ (Steroidhormone) nachgewiesen. Der nordkoreanische Verband verzichtete auf eine Analyse der B-Probe, was als Schuldeingeständnis gewertet wurde.

Siehe auch

Literatur

Geschichte und Politik

  • Peter Schaller: Nordkorea. Ein Land im Banne der Kims. Tykve, Böblingen 1994, ISBN 3-925434-93-3.
  • Ernst Kux/Joseph C. Kun: Die Satelliten Pekings. Nordvietnam-Nordkorea. W. Kohlhammer GmbH., Stuttgart 1964.
  • Xing-hu Kuo: Nordkorea. Ein fernöstlicher Gulag. Seewald, Stuttgart 1983, ISBN 3-512-00681-7.
  • Bruce Cumings: Korea’s Place in the Sun. A Modern History. W. W. Norton & Company, 1998, ISBN 0-393-31681-5 (englisch).
  • Pierre Rigoulot: Verbrechen, Terror und Geheimnis in Nordkorea. In: Stéphane Courtois, Nicolas Werth u. a. (Hrsg.): Das Schwarzbuch des Kommunismus. Unterdrückung, Verbrechen und Terror. München/Zürich 1998, ISBN 3-492-04053-5, S. 609–629 (original frz.: 1997).
  • Jens Tevres, Vimal Vichare: Hände weg von Nordkorea!. Ahriman-Verlag, 2003, ISBN 3-89484-233-4 (Ketzerbriefe 115).
  • Pierre Rigoulot: Nordkorea: Steinzeitkommunismus und Atomwaffen, Anatomie einer Krise. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2003, ISBN 3-462-03347-6.
  • Rüdiger Frank: Nordkorea: Zwischen Stagnation und Veränderungsdruck. In: Claudia Derichs, Thomas Heberer (Hrsg.): Einführung in die politischen Systeme Ostasiens. Leske und Budrich, Opladen 2003, ISBN 3-8100-3534-3, S. 271–325.
  • Hyondok Choe, Du-Yul Song, Rainer Werning (Hrsg.): Wohin steuert Nordkorea? Soziale Verhältnisse − Entwicklungstendenzen − Perspektiven. PapyRossa Verlag, Köln 2004, ISBN 3-89438-309-7.
  • Hanns W. Maull, Ivo M. Maull: Im Brennpunkt: Korea. C. H. Beck Verlag, München 2004, ISBN 3-406-50716-6.
  • John Feffer: Nordkorea und die USA, die amerikanischen Interessen auf der koreanischen Halbinsel. Diederichs, München 2004, ISBN 3-7205-2484-1.
  • Martin Fritz: Schauplatz Nordkorea. Das Pulverfass im Fernen Osten. Herder, Freiburg/Basel/Wien 2004, ISBN 3-451-05464-7.
  • Michael Breen: Kim Jong-il: Nordkoreas „Geliebter Führer“. Europäische Verlagsanstalt, 2004, ISBN 3-434-50585-7.
  • Jasper Becker: Rogue Regime: Kim Jong Il and the Looming Threat of North Korea. Oxford University Press, 2004.
  • Andrei Lankow: KNDR wtschera i segodnja. Neformalnaja istorija Sewernoj Korei. Wostok-Sapad, Moskau 2005, ISBN 5-478-00060-4 (russisch; Überblick über die Geschichte Nordkoreas).
  • Paul French: North Korea. The Paranoid Peninsula. A Modern History. Zed Books, London/New York 2005, ISBN 1-84277-473-5 (englisch).
  • Alexander Schebin: Ewoljuzija polititscheskoi sistemy KNDR w uslowijach globalnych peremen. Russkaja Panorama, Moskau 2006, ISBN 5-93165-153-5; russisch; („Evolution des politischen Systems der DVRK unter den Bedingungen globaler Veränderungen“). Analyse des Entstehens und Funktionierens des Regimes unter Kim Jong-il
  • Modern History of Korea, Foreign Languages Publishing House, Pyongyang, 1979 - ohne ISBN

Wirtschaft und Reformprozesse

Reise- und Erfahrungsberichte von Ausländern

  • Luise Rinser: Nordkoreanisches Reisetagebuch. Fischer, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-596-24233-9.
  • Alfred Pfabigan: Schlaflos in Pjöngjang. Vom gescheiterten Versuch, einen skeptischen Europäer zu einem Mitglied der Großen Roten Familie zu machen. Verlag Christian Brandstätter, Wien 1986, ISBN 3-85447-204-8 (der Wiener Philosophie-Professor Alfred Pfabigan besuchte 1982 auf Einladung der nordkoreanischen Behörden Pjöngjang. Ergebnis ist eine Analyse der nordkoreanischen Alltags mit Personenkult und allgegenwärtiger Staatspropaganda aus Sicht eines Ausländers).
  • Uwe Gerig: Roter Gott im „Paradies“. Reisenotizen und Bilder aus Nordkorea. Anita Tykve Verlag, Böblingen 1987, ISBN 3-925434-14-3 (Reisebericht eines DDR-Bürgers).
  • Hans Maretzki: Kim-ismus in Nordkorea: eine Analyse des letzten DDR-Botschafters in Pjöngjang. Anita Tykve Verlag, Böblingen 1991, ISBN 3-925434-49-6.
  • Oliver Mohr: Hinter dem 38. Breitengrad / Mit Cap Anamur in Nordkorea. Lamuv Verlag GmbH, Göttingen 2000, ISBN 3-88977-586-1.
  • Nanchu/Xing Hang: In North Korea. An American Travels through an Imprisoned Nation. McFarland & Company, Jefferson (North Carolina)/London 2003, ISBN 0-7864-1691-2 (englisch; Reisebericht einer Amerikanerin).
  • Christoph Moeskes (Hrsg.): Nordkorea. Einblicke in ein rätselhaftes Land. Ch. Links, Berlin 2004, ISBN 3-86153-318-9 (überwiegend Berichte von Ausländern, die das Land aus verschiedenen − wirtschaftlichen, humanitären, etc. − Gründen bereist haben).
  • Norbert Vollertsen: Inside North Korea. Diary of a mad place. Encounter Books, 2004, ISBN 1-893554-87-2 (englisch).
  • Michael Harrold: Comrades and Strangers. Behind the Closed Doors of North Korea. Wiley & Sons, Chichester 2004, ISBN 0-470-86976-3 (Erfahrungsbericht eines Briten, der mehrere Jahre als Lektor beim Verlag für fremdsprachige Literatur in Pjöngjang arbeitete).
  • Guy Delisle: Pyongyang. Drawn & Quarterly, 2005, ISBN 1-896597-89-0 (französischer Comic über einen dreimonatigen Aufenthalt bei SEK Studios, original erschienen bei L’Association).
  • Tony Wheeler: Badlands: A Tourist on the axis of evil. Lonely Planet Publications, 2007, ISBN 978-1741791860 (Berichte über Länder die zur Achse des Bösen zählen u. a. Nordkorea).
  • Malte Herwig, Der große Diktator: Kims Kino, Zeit-Magazin, 23. Dezember 2008 Psychologisches Porträt Kim Jong Ils als Künstler-Diktator
  • Felix Abt: North Korea - doing business in a demanding environment. In: Magazin "Insight Asia Pacific". OAV, Hamburg September 2009 online-Version

Berichte von Nordkoreanern

  • Kim Hyun-hee: Die Tränen meiner Seele. Brunnen Verlag, Basel/Gießen 1999, ISBN 3-7655-3625-3 (Erfahrungsbericht einer nordkoreanischen Agentin, die 1987 ein Attentat auf ein südkoreanisches Passagierflugzeug verübte).
  • Kang Chol-hwan (mit Pierre Rigoulot): Les Aquariums de Pyongyang. Dix Ans au Goulag Nord-Coréen. Paris: Robert Laffont 2000. ISBN 2-221-09101-9. (französisch; englische Übersetzung: Aquariums of Pyongyang. Ten Years in the North Korean Gulag. New York: Basic Books 2001. ISBN 0-465-01101-2; Bericht eines Nordkoreaners, der als Kind zusammen mit seiner Familie zehn Jahre im Straflager Yodok verbrachte. Ein ins Deutsche übersetzter Ausschnitt ist zu finden in: Christoph Moeskes (Hrsg.): Nordkorea. Einblicke in ein rätselhaftes Land. Berlin: Ch. Links 2004.)
  • Juliette Morillot/Dorian Malovic: Évadés de Corée du Nord. Témoignages. Belfond Presses de la Cité, Paris 2004, ISBN 2-7144-4057-6 (französisch; Erlebnisberichte nordkoreanischer Flüchtlinge).
  • Lee Soon-ok: Lasst mich eure Stimme sein! Sechs Jahre in Nordkoreas Arbeitslagern. Brunnen Verlag, Gießen 2005, ISBN 3-7655-3848-5 (Augenzeugenbericht eines Lagerhäftlings).
  • Hyok Kang: Ihr seid hier im Paradies. Meine Kindheit in Nordkorea. Goldmann, 2005, ISBN 3-442-15346-8 (Erfahrungsbericht des 1986 in Nordkorea geborenen Hyok Kang, der 1998 mit seinen Eltern nach China floh und 2002 nach Südkorea gelangte, schildert die Lebenswirklichkeit seiner Heimat).
  • Ingrid Steiner-Gashi und Dardan Gashi: Im Dienst des Diktators: Leben und Flucht eines nordkoreanischen Agenten. Ueberreuter, 2010, ISBN 978-3800074501 (Der heute 74-jährige Emil - so der Deckname von Kim Jong Ryul - organisierte für die nordkoreanischen Diktatoren Kim-Il Sung und Kim Jong-Il Konsumgüter und Waffen in Deutschland und Österreich. 1994 flüchtete er unter spektakulären Umständen und lebt seither illegal in Österreich.).

Bildbände

  • Christian Kracht, Eva Munz, Lukas Nikol: Die totale Erinnerung. Kim Jong Ils Nordkorea. Rogner & Bernhard, Berlin 2006, ISBN 3-8077-1020-5.
  • Philippe Chancel: Nordkorea. Fotografien aus einem abgeschotteten Land. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2006, ISBN 3-89602-739-5.
  • Peter Noever (Hrsg.): Blumen für Kim Il Sung - Kunst und Architektur in der Demokratischen Volksrepublik Korea, Ausstellungskatalog: Museum für angewandte Kunst (MAK), Wien/Verlag für moderne Kunst, Nürnberg, 2010 ISBN 978-3-86984-107-6
  • Philipp Meuser: Architekturführer Pjöngjang. 2 Bände: Reiseführer Nordkorea, Dom Publishers; Auflage: 1 (Mai 2011), ISBN 978-3-86922-126-7

Reiseführer

  • Arno Maierbrugger: Nordkorea-Handbuch: unterwegs in einem geheimnisvollen Land. Trescher, Berlin 2004, ISBN 3-89794-039-6.

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Nordkorea – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Nordkorea – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikinews Wikinews: Nordkorea – in den Nachrichten

Generelle Informationen

Regierungsfreundliche Seiten

Regierungskritische Seiten

Filme

Einzelnachweise

  1. Länderinformation des Auswärtigen Amtes: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/01-Nodes_Uebersichtsseiten/KoreaDemokratischeVolksrepublik_node.html
  2. Kim Yong-nam ist Vorsitzender des Präsidiums der Obersten Volksversammlung; der Inhaber dieses Amtes ist, laut Verfassung, seit dem Tod des ewigen Präsidenten Kim Il-sung, offiziell, aber nicht tatsächlich, Staatsoberhaupt. Seit den Reformen der Sŏn’gun-Politik ist der Vorsitzender des Präsidiums der Obersten Volksversammlung nur noch die "Nummer 2" im Staat
  3. Länderinformationen zur Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea). Auswärtiges Amt, abgerufen am 30. März 2011.
  4. Seitdem die Sŏn’gun-Politik ("Militär-zuerst-Politik") an erster Stelle steht, ist der Inhaber des Amtes die höchste Person im Staat
  5. Ostasiatischer Verein: [1] Wirtschaftshandbuch Asien-Pazifik 2008, S. 245
  6. Woodrow Wilson International Center for Scholars – Virtual Archive: Report on the official friendship visit to the DPRK by the Party and state delegation of the GDR, led by Com. Erich Honecker, 13. Dezember 1977 (Übersetzung aus dem Deutschen)
  7. Japanisches Außenministerium: Efforts of the Government of Japan in Response to the Issue of the Name of the Sea of Japan (1) The 8th UNCSGN, Stand 2003
  8. Korean Central News Agency: East Sea of Korea Is Not Sea of Japan, 11. März 2004
  9. Digital Chosunilbo, Zitat nach Radio Free Asia und dem United Nations Population Fund: North Korea Census Results Announced (Oktober 2008)
  10. Zusammenfassung der Ergebnisse des Zensus der DVRK in Zusammenarbeit mit dem UN Population Fund aus dem Jahr 2008 [2]
  11. Südkoreanisches Ministerium für Wiedervereinigung: Updated Statistics on inter-Korean contacts, reunion of separated families, humanitarian assistance and North Korean defectors (Stand Dezember 2005)
  12. The Hankyoreh: N. Korean freedom seekers face alienation in capitalist S. Korea, 20. April 2007
  13. Südkoreanisches Ministerium für Wiedervereinigung: Settlement Support for Dislocated North Koreans, 24. September 2009
  14. Daily NK: Rekindling Hope for North Korean Youth, 6. August 2010
  15. The Daily NK: More Monitoring Cameras along the Border, 8. August 2008
  16. Андрей Ланьков (Andrei Lankow): Eine inoffizielle Geschichte Nordkoreas. Wostok-Sadap, Moskau 2005 (Originaltitel: КНДР вчера и сегодня. Неформальная история Северной Кореи), S. 227–228.
  17. Nordkoreanische Verfassung: Abschnitt V – Grundrechte und Grundpflichten der Bürger
  18. [www.opendoors-de.org OpenDoors - Im Dienst der verfolgten Christen weltweit]: Demokratische Volksrepublik Korea - Nordkorea, gefunden am: 31. Oktober 2009
  19. Open Doors: Länderinformationen – Nordkorea
  20. AI-Journal: „Feindliche Klasse“, Oktober 2005
  21. Die Welt: Nordkorea: Kim Jong-il lässt den Kirchen mehr Freiraum, 6. Juni 2007
  22. Pierre Rigoulot: Verbrechen und Terror in Nordkorea. In: Stéphane Courtois: Das Schwarzbuch des Kommunismus. 1998 (online auf der Website der IGFM)
  23. vgl:"Thwart the Manoeuvres to Split the International Communist Movement" (Die Manöver zur Spaltung der internationalen kommunistischen Bewegung vereiteln), Editorial of Rodong Shinmoon, Organ of the Central Committee of the Korean Workers Party, April 19, 1964, Peking: Foreign Language Press, 1964
  24. Stephan Haggard / Marcus Noland: Hunger and Human Rights: The Politics of Famine in North Korea S. 11-18 [3]
  25. World Food Programme / Food and Agricultural Organization / UNICEF: Rapid food security assessment mission to the Democratic People's Republic of Korea, 24. March 2011 (Englisch), S. 4 [4]
  26. Hanns-Seidel-Stiftung: Politischer Sonderbericht: Nordkorea – am Rande der Hungersnot oder an der Schwelle zu einem „mächtigen, reichen Land“?, S. 1-3 [5]
  27. dpa: Sechs Millionen Nordkoreaner hungern in: badische-zeitung.de, Nachrichten, Panorama, 22. Oktober 2011 (29. Oktober 2011)
  28. Tagesschau.de: Soldaten erschießen südkoreanische Touristin (nicht mehr online verfügbar) (11. Juli 2008)
  29. NZZ online: Nordkorea kündigt Schliessung der Grenze zum Süden an: Demarkationslinie soll vom 1. Dezember an gesperrt werden (12. November 2008)
  30. NZZ Online: Spannungen auf der koreanischen Halbinsel steigen
  31. tagesschau.de, abgerufen am 11. November 2010
  32. Die Zeit: Was hat da geknallt? 10. Oktober 2006
  33. Süddeutsche Zeitung: Entschärfter Atomstreit - Nordkorea sprengt Kühlturm, 27. Juni 2008
  34. Rheinische Post: USA streichen Nordkorea von Terrorliste vom 11. Oktober 2008.
  35. http://www.nytimes.com/2011/03/25/world/asia/25korea.html?ref=asia North Korea Suggests Libya Should Have Kept Nuclear Program] von MARK McDONALD, NYT 24. März 2011
  36. Naenara: Über diesmaliges Wahlergebnis, 31. Juli 2007
  37. United States Senate Hearings: Testimony of Mr. Norbert Vollertsen 21. Juni 2002
  38. Reuters: North Korean defector tells of being born a prisoner 29. Oktober 2007
  39. Washington Post: Escapee Tells of Horrors in North Korean Prison Camp 11. Dezember 2008
  40. NorthKoreanRefugees.com: I Was a Political Prisoner at Birth in North Korea, 15. April 2009
  41. www.Linkglobal.org: [6], 15. April 2009
  42. Reporter ohne Grenzen: Rangliste der Pressefreiheit 2009
  43. advfn.com: Orascom Telecom leads Egypt up on North Korea venture 10. Dezember 2008
  44. Vgl. Peter Tetteroo und Raymond Feddema: „Welcome to North Korea“ (2003).
    Online verfügbar: Archive.org, YouTube
  45. faz.net: Nordkorea: Goethe-Institut schließt Lesesaal
  46. The Daily NK: North Korea Rebroadcasts World Cup, Victories By Enemy Countries Not Telecasted, 19. Juni 2006
  47. Sächsische Zeitung: Erstmals sehen Nordkoreaner ihre Mannschaft live kicken, 21. Juni 2010
  48. siehe z. B. Facts about Korea. Foreign Language Publishing House, Pyöngyang 1962, S. 32ff.
  49. Vgl. etwa Kim Il Sung. Short Biography. Foreign Language Publishing House, Pyöngyang 1973, S. 293f.
  50. Chosun Ilbo: 행정구역 현황 (9도, 1직할시, 3특급시, 23시, 33구역, 148군, 3특구, 2구, 2지구)
  51. Transkoreanische Magistrale auf der Website des Coordinating Council on Transsiberian Transportation (russisch)
  52. Der Spiegel: Behandlung nur bei Bestechung, 15. Juli 2010
  53. Deutsche Welle: Nordkoreas Gesundheitssystem vor dem Kollaps, 15. Juli 2010
  54. Presseabteilung der Botschaft der Republik Korea in Deutschland Handelsbilanz zwischen Nordkorea und China erreicht Rekordhoch, 31. Januar 2005
  55. [http://www.videoportal.sf.tv/video?id=bf631804-7662-4f78-ac20-6500f59aac27 Fernsehbeitrag «Nordkorea: Charmoffensive für Touristen» in der Sendung 10vor10 auf SF1 vom 22. Juni 2011
  56. BBC News: North Korea opens hidden city to tourists, 7. Dezember 2007
  57. index mundi
  58. fdj.de – XIII. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Pyongyang
  59. a b Arno Maierbrugger: Nordkorea-Handbuch: unterwegs in einem geheimnisvollen Land. Trescher, Berlin 2004, ISBN 3-89794-039-6, S. 80ff..
  60. Brian Myers: Han Sŏrya and North Korean Literature. The failure of Socialist Realism in the DPRK. Cornell University, Ithaca (NY) 1994.
  61. Ron Gluckman in Newsweek: Kim Puts On A Festival, 27. September 2004 (siehe vom selben Autor auch Now playing in Pyongyang)(englisch)
  62. Der Tagesspiegel: „Napola“ gewinnt in Nordkorea, 8. Oktober 2006

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