Normannische Eroberung Englands

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Normannische Eroberung Englands

Die normannische Eroberung Englands im Jahr 1066 begann mit der Invasion des K√∂nigreichs England durch Herzog Wilhelm II. der Normandie, die nach der Schlacht bei Hastings zur normannischen Herrschaft √ľber England f√ľhrte. Sie ist ein wesentlicher Meilenstein in der Geschichte Englands, da sie

  • England st√§rker an das kontinentale Europa heranf√ľhrte
  • den skandinavischen Einfluss auf der Insel zur√ľckdr√§ngte
  • die B√ľhne f√ľr den englisch-franz√∂sischen Konflikt bereitete, der bis ins 19. Jahrhundert hinein andauern sollte
  • die Grundlagen f√ľr eine der m√§chtigsten Monarchien Europas schuf
  • den Beginn der Entwicklung des Common Law darstellt
  • das h√∂chstentwickelte Verwaltungssystem Westeuropas vorbereitete, sowie
  • die englische Sprache und Kultur grundlegend ver√§nderte.

Die normannische Eroberung Englands war die letzte erfolgreiche Invasion der Insel.

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

Die Normandie ist eine Landschaft in Nordwestfrankreich, die in den 155 Jahren vor 1066 in gro√üem Umfang durch Wikinger besiedelt worden war. Im Jahr 911 hatte der westfr√§nkische K√∂nig Karl der Einf√§ltige einer Gruppe unter ihrem Anf√ľhrer Jarl Rollo erlaubt, sich in Nordfrankreich niederzulassen in der Absicht, die Verw√ľstungen des Landesinneren zu beenden und die K√ľste vor weiteren √úberf√§llen zu sch√ľtzen. Der Gedanke erwies sich als richtig, aus den Wikingern der Region wurden die Normannen (Nordm√§nner), aus dem Landstrich die Normandie. Die Normannen √ľbernahmen die Kultur der einheimischen Bev√∂lkerung und lie√üen sich taufen; sie heirateten in die Bev√∂lkerung ein und √ľbernahmen die Langue d'o√Įl des Landes, die sie mit altnordischen Elementen mischten, wodurch die normannische Sprache entstand. Das ihnen √ľberlassene Gebiet erweiterten sie nach Westen durch Annexion des Bessin, des Cotentin und der Kanalinseln.

In England hingegen nahmen die Wikinger√ľberf√§lle in dieser Zeit zu. Im Jahr 991 willigte der angels√§chsische K√∂nig Aethelred II. in die Ehe mit Emma ein, der Tochter des Herzogs Richards I., um mittels dynastischer Verbindungen Unterst√ľtzung im Kampf gegen die Eindringlinge zu erhalten. Die Angriffe der Wikinger wurden jedoch so stark, dass Aethelred 1013 in die Normandie fliehen musste, wo die angels√§chsischen K√∂nige dann die n√§chsten 30 Jahre verbrachten.

Als Aethelreds und Emmas Sohn, der angelsächsische König Eduard der Bekenner am 5. Januar 1066 kinderlos starb und somit kein direkter Thronerbe vorhanden war, entstand ein Machtvakuum. Drei (eigentlich vier, vgl. Anmerkung) Bewerber um den englischen Thron traten auf.

Der erste war Harald III. von Norwegen, der seine Anspr√ľche als Nachfolger Knuts des Gro√üen erhob, der England von 1016 bis 1035 regiert hatte. Der zweite war Herzog Wilhelm II. der Normandie, der sich auf seine Blutsverwandtschaft mit Aethelred berief. Der dritte Anw√§rter schlie√ülich war der angels√§chsische Earl Harald Godwinson von Wessex, der Schwager des verstorbenen K√∂nigs, der nach Aethelreds Tod auf traditionelle Weise vom angels√§chsischen Witan gew√§hlt wurde, wodurch eine Auseinandersetzung zwischen den drei Bewerbern unvermeidlich geworden war.[1]

Eroberung Englands

K√∂nig Harald III. von Norwegen fiel im September 1066 in Nordengland ein. Harald Godwinson hatte nur wenig Zeit, seine Armee aufzustellen. Mit ihr marschierte er von London aus nach Norden, √ľberraschte die Skandinavier am 25. September etwa zw√∂lf Kilometer √∂stlich von York und besiegte sie in der Schlacht von Stamford Bridge. Harald Godwinsons Sieg war fast vollkommen: Harald III. fiel, die Norweger wurden endg√ľltig aus England vertrieben. Getr√ľbt war der Erfolg dadurch, dass die angels√§chsische Armee geschw√§cht aus dem Kampf hervorging.

In der Zwischenzeit hatte Wilhelm eine Flotte von 600 Schiffen und 7000 Soldaten zusammengestellt ‚Äď wesentlich mehr, als Wilhelm alleine aus der Normandie rekrutieren konnte: Seine M√§nner kamen aus allen Gegenden Nordfrankreichs, aber auch aus den Niederlanden und Deutschland. Viele seiner Soldaten waren nachgeborene S√∂hne, die nach dem Recht der Primogenitur keine Aussicht auf ein Erbe hatten, mit dem sie ihren Lebensunterhalt sichern konnten. Wilhelm versprach ihnen Land und Titel aus seinen Eroberungen, falls sie Pferd, Waffen und R√ľstung selbst stellten.

Nachdem er durch schlechtes Wetter und ung√ľnstigen Wind einige Wochen aufgehalten worden war, erreichte er die englische S√ľdk√ľste bei Pevensey in Sussex am 28. September 1066, gerade drei Tage nach Harald Godwinsons Sieg √ľber die Norweger ‚Äď eine Verz√∂gerung, die f√ľr Wilhelm entscheidend werden sollte: W√§re er im August gelandet, wie urspr√ľnglich geplant, h√§tte er sich einer ausgeruhten und zahlenm√§√üig √ľberlegenen angels√§chsischen Armee gegen√ľber gesehen.

Wilhelm begann sofort mit der Verw√ľstung des Landes. Harald n√∂tigte seiner Armee einen zweiten Gewaltmarsch auf und machte auch keinen Halt in London, um seinen M√§nnern eine Pause zu g√∂nnen und das Eintreffen von Verst√§rkungen abzuwarten.

Die Entscheidungsschlacht, die Schlacht bei Hastings, fand am 14. Oktober statt. Die Kämpfe blieben lange unentschieden, bis Harald II.(Godwinson) am Abend einem normannischen Reiterangriff zum Opfer fiel. Die angelsächsischen Truppen flohen daraufhin vom Schlachtfeld und Wilhelm war nun der einzige Bewerber um die Krone Englands.

Nach seinem Sieg bei Hastings marschierte Wilhelm durch Kent Richtung London, wo er in Southwark auf erbitterten Widerstand traf. Er zog weiter √ľber die Stane Street, eine der alten R√∂merstra√üen, um sich auf dem Pilgrims‚Äô Way bei Dorking (Surrey) mit einer weiteren normannischen Armee zu vereinigen.

Das vereinigte Heer umging die Stadt London, zog das Themse-Tal hinauf bis zur befestigten angelsächsischen Stadt Wallingford (Oxfordshire), deren Befehlshaber Wigod bereits auf Wilhelms Seite stand, und der seine Tochter mit Robert D’Oyley von Lisieux aus Wilhelms engster Umgebung verheiratete. Hier nahm er dann auch die Unterwerfung von Stigand, dem Erzbischof von Canterbury entgegen. Wilhelm zog anschließend entlang der Chiltern Hills nach Nordosten weiter nach Berkhamstead in Hertfordshire, wo er die Unterwerfung Londons abwartete und auch die Huldigung der verbliebenen angelsächsischen Adligen entgegennahm. Etwa Ende Oktober wurde er zum König proklamiert und am 25. Dezember 1066 in der Westminster Abbey gekrönt.

W√§hrend der S√ľden Englands sich schnell der normannischen Herrschaft f√ľgte, hielt sich vor allem im Norden der Widerstand noch sechs Jahre, bis 1072, als Wilhelm nordw√§rts zog und auf seinem Weg normannische Herren einsetzte. Andererseits schloss er aber auch, und das vor allem in Yorkshire, Vereinbarungen mit den √∂rtlichen angels√§chsischen Machthabern, die ihr Land unter der Oberhoheit normannischer Lords behielten, die wiederum lediglich aus der Ferne regierten, wodurch er langwierige Auseinandersetzungen vermeiden konnte.

Hereward the Wake f√ľhrte 1070 in den Fens einen Aufstand, bei dem Peterborough gepl√ľndert wurde. Harald Godwinsons S√∂hne versuchten einen Einfall in den S√ľdwesten Englands. Aufst√§nde gab es auch in den Welsh Marches an der Grenze zwischen England und Wales und in Stafford. Am gef√§hrlichsten waren jedoch die Versuche der D√§nen und Schotten, das Land zu besetzen. Wilhelms Siege √ľber diese Versuche f√ľhrten zur Verw√ľstung Northumbrias, um dem Gegner die Versorgung unm√∂glich zu machen, ein Vorgang, der in die Geschichte Englands als The Harrying of the North, die Pl√ľnderung des Nordens einging.

Herrschaft √ľber England

Nachdem England erobert worden war, sahen sich die Normannen einer Reihe von Herausforderungen gegen√ľber, um die Herrschaft auch zu sichern. Die anglonormannisch sprechende neue Oberschicht war der englischen Bev√∂lkerung an Zahl bei weitem unterlegen, ihre Zahl wird auf etwa 5000 Personen gesch√§tzt.[2] Die angels√§chsischen Herren waren an eine v√∂llige Unabh√§ngigkeit von der Zentralregierung gew√∂hnt, w√§hrend die Normannen ein zentralisiertes System hatten, an dem die Angelsachsen sich st√∂rten.

Revolten unter F√ľhrung von Verwandten Haralds oder entt√§uschten angels√§chsischen Adligen brachen aus, denen Wilhelm auf unterschiedliche Weise entgegen trat. Die normannischen Herren bauten eine Vielzahl von Motten und Burgen, um Volksaufst√§nden oder den jetzt seltenen Wikinger√ľberf√§llen vorzubeugen und die nahen St√§dte oder die Umgebung zu dominieren. Jedem angels√§chsischen Adligen, der die Legitimit√§t von Wilhelms Thronbesteigung anzweifelte oder in eine der Revolten verwickelt war, wurden Land und Titel weggenommen und an Normannen weitergegeben. Wenn ein angels√§chsischer Adliger ohne Nachkommen starb, wurde ein Normanne sein Nachfolger.

Den normannischen Adel als Gruppe zusammenzuhalten war um so wichtiger, als jede St√∂rung der angels√§chsisch sprechenden Bev√∂lkerung Gelegenheit geben konnte, die normannisch sprechende herrschende Minderheit zu spalten und vielleicht auch wieder loszuwerden. Dieser Gefahr trat Wilhelm dadurch entgegen, dass er Land nur in kleinen St√ľcken abgab, so dass jeder normannische Adlige typischerweise Eigentum √ľber das ganze Land verstreut, in England sowohl als auch in der Normandie, hatte, wodurch, sollte der Adlige versuchen, sich von seinem K√∂nig zu l√∂sen, er lediglich einen kleinen Teil seines Besitzes verteidigen konnte ‚Äď die Versuchung, zu rebellieren, war dadurch stark reduziert, die Loyalit√§t zum K√∂nig wesentlich h√∂her.

Andererseits erleichterte diese Politik Kontakte innerhalb des Adels √ľber das gesamte K√∂nigreich hinweg und f√ľhrte dazu, dass dieser sich wie eine soziale Klasse organisierte und handelte, anders als in den √ľbrigen Feudalstaaten, in denen mehr die regionale Basis ausschlaggebend war. Des Weiteren ermutigte die Existenz einer stark zentralistischen Monarchie den Adel dazu, sich mit dem st√§dtischen B√ľrgertum zu verb√ľnden, was die Entwicklung des englischen Parlaments und somit den Aufstieg des englischen Parlamentarismus beeinflusste.

Wirkung

Die normannische Eroberung Englands hatte Auswirkungen nicht nur auf der Insel, sondern in ganz Europa.

Eine der offensichtlichsten √Ąnderungen war die Einf√ľhrung der lateinisch basierten anglonormannischen Sprache als Sprache der herrschenden Klasse in England, die die westgermanisch basierte angels√§chsische Sprache abl√∂ste. Anglonormannisch behielt den Status als F√ľhrungssprache f√ľr nahezu 300 Jahre und hatte einen signifikanten Einfluss auf den Wortschatz des modernen Englisch, ohne gleichzeitig den westgermanisch strukturierten Satzbau der Sprache in gleicher Weise zu ber√ľhren.

Eine weitere direkte Konsequenz der Invasion war das fast v√∂llige Verschwinden der angels√§chsischen Aristokratie und des angels√§chsischen Einflusses auf die Kirche in England (bereits im Jahr 1070 ersetzte Wilhelm den bisherigen Erzbischof von Canterbury, Stigand, durch den italienischst√§mmigen Lanfrank von Bec). Die normannische Landpolitik f√ľhrte dazu, dass im Domesday Book aus dem Jahr 1086 nur noch zwei angels√§chsische Grundeigent√ľmer verzeichnet sind. 1096 wurden alle Di√∂zesen von Normannen gehalten.

Keine andere mittelalterliche Eroberung hatte derart katastrophale Konsequenzen f√ľr die unterlegene ehemals herrschende Schicht. Wilhelms Ansehen unter seinen Gefolgsleuten kannte fast keine Grenzen mehr, da er in der Lage war, ihnen gro√üe L√§ndereien zu √ľberlassen, ohne selbst daf√ľr die Kosten tragen zu m√ľssen. Seine Verleihungen steigerten dar√ľber hinaus seine Machtposition im Land, da jede Land- oder Titelvergabe den neuen Herrn verpflichtete, eine Burg zu bauen und die Einwohner zu unterwerfen. Dadurch verstetigte sich die Eroberung ohne weiteres Zutun des K√∂nigs.

Verwaltungssysteme

Die Angelsachsen hatten in der Zeit, bevor die Normannen kamen, eine der fortgeschrittensten Verwaltungen Westeuropas aufgebaut. England war in administrative Einheiten, Shires, aufgeteilt, die in etwa gleich gro√ü waren und von jeweils einer Person regiert wurden, die offiziell als shire reeve bezeichnet wurden (daher der Begriff Sheriff). Die Shires waren weitgehend autonom ohne wirksame zentrale Steuerung. Auch arbeiteten sie wesentlich mehr schriftlich als damals in Westeuropa √ľblich, waren also weniger auf die m√ľndliche Weitergabe von Informationen angewiesen.

Dar√ľber hinaus etablierten sie eine dauerhafte Pr√§senz der Verwaltung vor Ort ‚Äď die meisten mittelalterlichen Regierungen waren st√§ndig unterwegs, und hielten Hof im Wesentlichen in Abh√§ngigkeit vom Wetter, von den Verpflegungsm√∂glichkeiten und √§hnlichem. Diese Praxis beschr√§nkte die M√∂glichkeiten der Verwaltung auf das, was auf Pferd und Wagen geladen werden konnte, Staatsschatz und Staatsarchiv eingeschlossen. Die Angelsachsen hatten ihren Staatsschatz dauerhaft in Winchester in Hampshire, von wo aus ein st√§ndiger Regierungsapparat sich zu entwickeln begann.

Die Normannen √ľbernahmen diese Verwaltungsform und bauten sie aus. Sie zentralisierten das autonome System der Shires. Das Domesday Book ist ein Beispiel f√ľr die schriftliche Dokumentation, die die normannische Assimilation der eroberten Gebiete durch einen zentralen Zensus erm√∂glichte. Es war der erste reichsweit vorgenommene Zensus in Europa seit dem R√∂mischen Reich und verbesserte deutlich die Besteuerungsm√∂glichkeiten im neuen Machtbereich der Normannen.

Anglonormannische Beziehungen zu Frankreich

Größte Ausdehnung des angevinischen Reichs

Die politischen Beziehungen zwischen den Anglonormannen und Frankreich wurden nach der Invasion schwierig und teilweise sogar feindselig. Die Normannen behielten die Macht in der Normandie, wo sie weiterhin Vasallen des franz√∂sischen K√∂nigs waren. Gleichzeitig war ihr Herrscher ihm als englischer K√∂nig gleichgestellt. Einerseits schuldeten sie dem K√∂nig von Frankreich die Lehenstreuer, andererseits nicht, da der K√∂nig von England Pair oder Peers des K√∂nigs von Frankreich war. In den 1150er Jahren, nach der Schaffung des Angevinischen Reichs, kontrollierten sie halb Frankreich und ganz England, und waren dennoch rechtlich gesehen franz√∂sische Vasallen. Zur Krise kam es 1204, als der franz√∂sische K√∂nig Philipp II. August den gesamten englischen Besitz in Frankreich mit Ausnahme lediglich der Gascogne besetzte. Dies f√ľhrte sp√§ter zum Hundertj√§hrigen Krieg, als die englischen K√∂nige versuchten, ihren Besitz in Frankreich zur√ľckzuerlangen.

Kulturelle Entwicklung in England

Manche Historiker sind der Auffassung, dass England durch die Invasion kulturell und wirtschaftlich f√ľr fast 150 Jahre ins Abseits geriet. Nur wenige K√∂nige residierten tats√§chlich l√§ngere Zeit in England, sie zogen es vor, in den St√§dten der Normandie zu sein, zum Beispiel in Rouen und sich auf die wirtschaftlich bedeutenderen franz√∂sischen Besitzungen zu konzentrieren. Tats√§chlich verlie√ü Wilhelm kaum vier Monate nach Hastings das Land, √ľbergab die Regierung seinem Schwager und kehrte in die Normandie zur√ľck ‚Äď das Land blieb ein unwichtiger Anhang der Normandie und sp√§ter des Angevinischen Reichs Heinrichs II. und nicht umgekehrt.

Anderen Autoren zufolge haben die normannischen König-Herzöge ihre kontinentalen Territorien vernachlässigt, wo sie theoretisch dem französischen König lehnspflichtig waren, um lieber ihre Macht in England zu konsolidieren. Die Ressourcen strömten in bevorzugter Weise in den Bau von Kathedralen, Burgen und in die Verwaltung anstatt in die Verteidigung der Normandie. So wurde die Energie zersplittert, der lokale Adel gestärkt und die normannische Kontrolle der Grenzen geschwächt, während die Macht des französischen Königs in der gleichen Zeit wuchs.

Hinterlassenschaft

Das Ausma√ü, in dem die Eroberer ethnisch von der Bev√∂lkerung getrennt blieben, unterschied sich regional und entlang der Klassengrenzen. Erst im 12. Jahrhundert wurde von ehelichen Verbindungen in sp√ľrbarer Zahl zwischen Angelsachsen und Normannen berichtet. √úber die Jahrhunderte hinweg, vor allem nach 1348, als der Schwarze Tod den englischen Adel deutlich dezimierte, vermischten sich die Gruppen jedoch derart, dass sie kaum noch unterscheidbar waren.

Die normannische Eroberung war die letzte erfolgreiche Invasion Englands, auch wenn einige Historiker die Glorious Revolution von 1688 ebenso als Invasion ansehen. Der letzte wirkliche Versuch war der der Spanischen Armada von 1588, die von der englischen Flotte und dem st√ľrmischen Wetter geschlagen wurde. Napol√©on Bonaparte und Adolf Hitler bereiteten Invasionen Gro√übritanniens vor, wobei die Pl√§ne jedoch nicht in die Tat umgesetzt wurden (siehe: Unternehmen Seel√∂we). Andererseits waren einige kleinere milit√§rische Operationen innerhalb ihres begrenzten Rahmens durchaus erfolgreich, wie die kleine spanische Aktion gegen Cornwall 1595, die Raubz√ľge arabischer Sklavenh√§ndler ebenfalls in Cornwall im 17. und 18. Jahrhundert, sowie der amerikanische √úberfall auf Whitehaven w√§hrend des Amerikanischen Unabh√§ngigkeitskriegs.

Literatur

  • Marjorie Chibnall: Debate on the Norman Conquest. Manchester University Press, Manchester 2003, ISBN 0-7190-4912-1.
  • David C. Douglas: Wilhelm der Eroberer. Herzog der Normandie, K√∂nig von England; 1028‚Äď1087 (William the Conqueror). Diederichs, M√ľnchen 2004, ISBN 3-424-01228-9.
  • David Howarth: 1066. The year of the conquest. Penguin Books, London 2002, ISBN 0-14-139105-7.
  • Richard Humble: The fall of Saxon England. Barnes & Noble, New York 1992, ISBN 0-88029-987-8.
  • Hugh M. Thomas: The Norman Conquest: England after William the Conqueror. Lanham 2008, ISBN 978-0-7425-3839-9.
  • Anne Savage: The Anglo-Saxon Chronicles. CLB, Godalming 1997, ISBN 1-85833-478-0.
  • Peter Rex: The English Resistance. The Underground War Against the Normans. Tempus Publishing, Stroud 2004, ISBN 0-7524-2827-6.
  • Kristin Weber: 1066. Die Normannische Eroberung Englands. Matthias-Sch√§fer-Verlag, Eschwege 2009, ISBN 3-939482-05-6.

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Ein oft vergessener vierter Thronanw√§rter war Edgar Etheling, ein Gro√üneffe Eduards des Bekenners, Enkel des K√∂nigs Edmund Ironside und Sohn von Eduard Etheling. Nach der R√ľckkehr seines Vaters und dessen Tod 1057 wurde er von Eduard dem Bekenner als Thronfolger benannt, daher der Namenszusatz √Ütheling oder angels√§chsisch √Ü√ĺeling, die damalige Bezeichnung f√ľr den potenziellen Thronerben. Ungl√ľcklicherweise war Edgar im Jahr 1066 erst 13 oder 14 Jahre alt, so dass sein Anspruch vom Witan √ľbergangen wurde.
  2. ‚ÜĎ A. L. Rowse: The Story of Britain, Artus 1979, ISBN 0-297-83311-1.

Weblinks


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